06. September 2025

Von der Galerie in der Schlegelstraße in Mitte gingen wir in einem kleinen Grüppchen zu Semjon Contemporary, einer kleineren Galerie mit erkennbar kuratierten Ausstellungen. Es war die Eröffnung von Fotografien von Rick Castro, der sich mit Bondage Motiven befasst. Starke Persönlichkeiten und Blicke eingefangen.

Bin gespannt, ob dieser Eintrag hier kurzfristig zensiert werden wird, genauer meine ich damit, bei facebook gesperrt, wegen der im Hintergrund erkennbaren nackten Tatsachen. Es ist so undifferenziert und altbacken. Ebenso, als würde heutzutage noch jemand pikiert gleichgeschlechtliche Liebe mit einem Naserümpfen kommentieren. Würde mich sehr freuen, wenn die betreffenden Social Media Plattformen, die sich hier zum Sittenwächter aufspielen, endlich in der Gegenwart und der Realität ankämen.

Worin soll hier genau die Gefahr bestehen? Mein persönliches Interesse an Bondage und S und M etc. pp. tendiert gegen Null, aber ich möchte, dass sich hier niemand eingeschränkt fühlen muss, wegen welcher Vorlieben auch immer. Es ist mir herzlich wurst, was jemand im Schlafzimmer treibt, so lange niemand zu seelischem oder körperlichem Schaden kommt. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Ist das alte Sprichwort in Vergessenheit geraten?

06. September 2025

Mitte, Schlegelstraße Ecke Borsigstraße. Vorgestern Fußweg zur Galerie Kunstpunkt. Kurz nach Acht, es war gerade dunkel geworden. Ich hatte einen ausgedruckten Plan dabei, wie ich laufen muss. Der half uns später auf dem Weg von der einen zur anderen Galerie in der Schröderstraße, obwohl die Bekannte von Jan es etwas peinlich fand, mit dem Plan gesehen zu werden. Ich zu ihr: „Gib ihn mir! Mir ist nichts mehr peinlich!“ Ich liebe meine ausgedruckten Stadtteilfragmente. Sie werden nachhaltig von mir in einer schönen Schachtel aufbewahrt, gefaltet, alphabetisch nach Location sortiert. Papierne Displays, die ganz ohne Strom funktionieren, keine Ladezeit vonnöten, allzeit bereit. High End.

06. September 2025

Noch eine Handvoll Aufnahmen aus der Schlegelstr., Galerie Kunstpunkt. Lichtquelle überall statische Neonröhren an den Decken. Das erste, was ich anders machen würde. Für mich auch schwierig, das Potenzial eines Künstlers zu eruieren, wenn nur ein Exponat oder eine kleine Serie vorhanden ist. Einen roten Faden konnte ich nicht entdecken, also eine dezidierte kuratorische Absicht oder „Hand“. Eher Marschrichtung: „Wer will, der kann, Anmeldefrist xy“. Ich bin aus dem Alter raus, wo man aus opportunistischer Motivation mit seiner Meinung hinterm Berg hält. Jedenfalls, wenn es nicht menschelt. Hier nicht der Fall. Jan bin ich so oder so verbunden, seine fotografischen Arbeiten sind solitär.

05. September 2025

Partners in Crime. Jan, Bernward und meine Wenigkeit, gestern in einer Galerie namens „Kunstpunkt Berlin“, in der Schlegelstr. in Mitte. Eigentlich war ich zu schläfrig, um überhaupt irgendwo hinzugehen, aber ich hatte Jan versprochen, vorbeizuschauen. Er stellt dort neben anderen Künstlern einige Fotografien aus. Auf den Fotos wirke ich erstaunlich munter. War aber auch wie immer amüsant, die Beiden zu treffen. Natürlich wird auch gelästert. Klar!

04. September 2025

Sylt. Blick hinunter von der hohen Uwe Düne zum Strand vom Roten Kliff. Kilometerweit naturbelassene Nordseeküste. Keine Buhnen, nichts durchkreuzt die Sicht. Ein paar Strandläufer, weiter nichts. Spätsommer. Die Saison neigt sich dem Ende. Man kann aber durchaus noch ins Wasser und schwimmen. Hab ich gemacht. Dieser weitläufige Abschnitt der Westküste liegt zwischen Wenningstedt und Kampen. Etwas nördlicher kommen Strandabschnitte mit Strandkörben, die werden noch gut besucht.

02. September 2025

Frau von Kampen bei der Abreise. Gestern Vormittag, leicht verknautscht wegen zu wenig Schlaf, im Entrée der Unterkunft fotografiert. Warten. Warten. Warten aufs bestellte Taxi. Nun wieder geschäftlich etc. in Berlin. So ein Abreisetag ist vorzüglich geeignet, um davon abzulenken, dass man einen irgendwie runden Geburtstag hat. Habe es wirklich über längere Strecken vergessen. Bei einem Zwischenintermezzo in einem Steakhaus am Hamburger Hauptbahnhof, Wartezeit bis zum nächsten ICE nach Berlin, fiel es mir schlagartig wieder ein. Ich konnte einfach nur da sitzen und musste nicht von A nach B umsteigen. Der Kellner (sagt man das noch?) kam, um die leeren Teller abzuräumen, ich erwähnte, leider keine Zeit mehr für ein Dessert zu haben, obgleich schon Appetit. Da plapperte ich aus, dass es mein Geburtstag ist, wie ein kleines Kind, das auf Geschenke spekuliert. Der junge Mann vom Service, der schon die ganze Zeit überaus freundlich und beflissen war, drehte sich auf dem Absatz um und servierte von sich aus großzügig eingeschenkten Schaumwein zum Anstoßen. Merci! 💋

In Berlin war das Wetter beinah noch sommerlich. Auf Sylt regnete es so hartnäckig, dass sämtliche Taxis ausgebucht waren, sonst wäre ich noch früher gefahren. Ich pokerte mit der aufgehobenen Zugbindung, die sich – wie ich meinte – hauptsächlich auf die Hinfahrt bezog, wo ja eine Menge Chaos und Unterbrechung war. Da ich aber Hin- und Rückfahrt mit einem Ticket und damit einem QR-Code gebucht hatte, wollte ich testen, ob sich die Aufhebung auch auf die Rückfahrt erstreckt. Wäre es nicht so gewesen, hätte ich eben nachgezahlt. Aber der scannende Schaffner hatte nichts zu beanstanden. Gut, das ich schon nach elf von Westerland losgefahren war, und nicht erst nach siebzehn Uhr, wie es auf meinem Superspar-Ticket mit Zugbindung vermerkt war. Als ich schon wieder daheim war, trudelten zahllose Mitteilungen der Bahn über diverse Verzögerungen ein „Ihr Anschluss kann nicht erreicht werden“. So war mir das egal und ich freute mich, das mal ausgetestet zu haben. Bei meinen letzten Bahnfahrten gab es immer Verzögerungen. Also kann man schon mal das Superspar-Ticket mit Zugbindung anpeilen. Meistens halte ich die Züge ja ein, die ich bei der Buchung avisiert habe. Das war gestern eher eine Ausnahme. Nun muss ich mich also daran gewöhnen, dass meine Umgebung nicht mehr wie ein endloser Ralph Lauren- oder Tommy Hilfiger-Werbespot ausschaut. Auch bitter: ich habe es doch tatsächlich versäumt, den Imbiss, der sich auf jeder Speisekarte in Kampen findet, zu probieren: Currywurst mit Trüffelfritten. Schande über mich. Vorhin normale Berliner Currywurst mit Pommes und Mayo gegessen. War ok, aber Mayo ohne Trüffel. Luft nach oben!

01. September 2025

Der letzte Tag im August auf Sylt zeigte eine Mischung aus leicht/mehr/weniger bewölkt – aber keinen Regen. Beim Verlassen des Hauses sogar Sonne. Gegenüber ist eine Mixtur aus Immobilienmakler, Interieur-Geschäft und Galerie. Jenny Jürgens, die Tochter von Udo stellt dort derzeit Fotografien aus. Großformatig abgezogen, überwiegend auf Alu-Dibond, was wegen des starken Glanzes nicht so mein Geschmack ist. Zwei Motive fand ich ausgesprochen gut, schwarzweiß. Sie hat auch Farbfotografien dabei.

Dann über die Hauptstraße, Himmelsrichtung Hobokenweg, die angeblich teuerste Straße Deutschlands, Quadratmeterpreise zugrunde gelegt. Vor dem Verlassen der Immobilien-Interieur-Galerie fragte ich die Mitarbeiterin noch nach dem Preis der Ferienwohnung. Ich meinte exakt das Objekt, das meine Kampener Unterkunft war. Ich hatte nämlich Bilder davon auf der Website der Immobilien-Interieur-Galerie entdeckt, aber keinen Verkaufspreis. Antwort: 785.000 €. Es handelt sich um eine quasi zwei-Zimmer-Wohnung auf zwei Ebenen, also Maisonette, (natürlich) unter Reet, ca. 50 qm. Im Untergeschoss ein indoor Pool, nicht klein. Leider nicht fotografiert, aber drin gewesen.

Weiter spaziert. Zuerst von der Ferienwohnung zur allseits bekannten Kupferkanne, dem Gartencafé. Es ging zunächst durch einen versteckten Park, der komplett leer war, die Bepflanzung entsprach der Ästhetik der Gärten. Aller Gärten. Rundlich, aber nicht kugelrund gestutzte Hecken aus vielerlei Gehölz, zahllose Kiefernsorten, Buchs, Heckenrosen. Ich vermute – nein, bin mir sicher, dass diese runden Formen für die heimelige Anmutung verantwortlich sind. Keine eckig gestutzte Hecke irgendwo entdeckt. Alles ganz weich, manchmal wie grüne Wellen. Und genau in dem Maß unregelmäßig gerundet, dass es auch so gewachsen sein könnte.

Oder gibt es Züchtungen speziell für Kampener und Keitumer Gärten, die von Hause aus in einer gerundeten Silhouette wachsen? Nein. Das wäre zu wundersam. Im Zauberland von Kampen und Keitum gibt es keine Jägerzäune, aber auch keine Extravaganzen, wenn es um die Begrenzung eines Anwesens geht. Unten in einer Höhe von ca. 40 – 50 cm runde Wackersteine übereinander. Wahrscheinlich mit Lehm zusammengefügt, hier und da vielleicht auch zementiert. Traditionell friesisch. Aber konsequent. Darüber oder direkt dicht dahinter Bepflanzung. Geld spielt keine Rolle. Ein bißchen die atmosphärische Anmutung in den ganz edlen Straßen, als ob man bereits einen Privatweg betreten hat. Einen Park. Jedenfalls keinen schnöden der Allgemeinheit zugänglichen Gehweg. Sind sie aber. Diese ganzen „Wais“.

Die teuersten Anwesen habe die uneinsehbarsten Heckenskulpturen. Kunstwerke von Gärtnerhand. Man steht nie vor einer hart abweisenden Wand. In Treppen und Stufen werden die gescherten Gehölze angeordnet. Keine eckigen Treppen. Alles weich und freundlich. Ich habe den Eindruck, durch einen Werbespot zu laufen. Ist das alles wirklich wahr und echt? Jedenfalls nicht aus Plastik. High End in allen möglichen Aspekten, vor allem ästhetisch.

Und perfekt eingebettet findet sich in diesem Szenario die Kupferkanne, das alte Künstercafé im riesigen, verwinkelten Garten. So weitläufig, dass es sogar Hinweisschilder mit Lageplänen gibt. Drinnen alles lauschig. Cosy. In zahllosen Séparées aus abermals rund gescherten Gehölzen – und nie zu vergessen: prachtvollsten Hortensienbüschen in allen erdenklichen Dimensionen – sitzt man gepflegt an runden Holztischen, bekommt frische Kuchensorten und Tee- und Kaffeespezialitäten serviert. Die Gäste an den Nachbartischen schmiegen sich wie Rosamunde Pilcher-Filmen entsprungen, in die Gartenstühle. Heilste aller Welten.

Danach zum Watt. Die Wege begrenzt von Heckenrosen, Hagebutten. Auch Sanddorn. Immer am Wasser lang, Richtung Vogelkoje. Ein Naturschutzgebiet, aber auch Restaurant. Im nördlichsten Kampen sieht man beim Vorbeiwandern ein reetgedecktes Anwesen, das auffallend anders anmutet, als die übrigen zahllosen Reethäuser. Es wirkt wie eine stolze Burg. Aber eine heimelige. Der sogenannte „Klenderhof„. Der namentlich bekannteste Eigentümer in der langen Geschichte des Anwesens war Axel Springer. Nicht so leicht zu eruieren ist, ob dieses Objekt in Vorzugslage (in ganz weitem Radius kaum Nachbarhäuser und Blick zum Wattenmeer) heute noch bewohnt wird oder als exklusive Ferienunterkunft dient. Wie auch immer – sehenswerter Anblick. Fotos folgen.

In der Richtung unterwegs bietet sich an, die Vogelkoje anzupeilen, ein ganz lauschiges Restaurant, das auch einen Garten hat. Mich amüsierten die patinierten, leergetrunkenen Methusalem-Champagner Flaschen auf Seitentischen mit Blütenarrangements (auch wieder gerne Hortensien). Der Service war so fix, dass es nicht zu überbieten war. Das Schwarzbrot mit gereichtem Aufstrich unfassbar knusprig, das Pils in Lichtgeschwindigkeit serviert. Ein Süppchen und den César Salad gekostet. Alles bestens.

Das Damen WC und die Innenräume mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Schwarzweiß-Portraitfotografien, die Samuel Beckett und Andy Warhol zeigen, im Gastraum – neben anderer großformatiger Fotokunst. Im Lady’s Room eine Tapete mit Reptilienstruktur, das Waschbecken eine silbern patinierte, runde Schale. Wie viele virtuose Interior Designer haben sich auf Sylt verwirklicht. Speziell in den exklusivsten Restaurants. Ich vermag es nicht zu beantworten.

Von der Vogelkoje kann man waagerecht links gehen (die Landkarte denken), dann kommt da eine Akademie des Meeres, scheinbar ein Veranstaltungsort für verschiedene Workshops. Eine orientierungslose Passantin erfragte die Richtung, erwähnend sie sei auf dem Weg zu einer Yoga-Week.

Auf der Höhe dann gab es einen direkten Wanderweg zum Meer. Dort war es annähernd komplett leer. Schätzungsweise gegen Sieben dann also wieder zum Meer, zur wilden Nordseeküste. Ein langer, langer Spaziergang am Spülsaum zurück Richtung Süden, Richtung Kampen. Buhne 16 auf dem Weg. Über viele Kilometer nur zwei besetzte Strandkörbe. Wer am Sonntag Abend noch auf Sylt ist, hat wohl um die Zeit eher Dinner im Sinn.

Der Himmel zeigte furiose Farben und das noch lange, nachdem die Sonne bereits ins Meer gesunken war. Facetten zwischen Blaubeer- und Brombeer- und Himbeereis. Meine Füße wurden nass, ich hatte die Turnschuhe anbehalten. Die Socken fühlten sich noch überraschend lange nicht unangenehm nass und kalt an.

Es war noch nicht komplett dunkel, man konnte noch eine Kolonie von Strandvögeln erkennen, die sich in Reihen sammelten. Spezies kann ich gerade nicht benennen. Aber auch menschliche Strandvögel, drei Surfer mit ihren Brettern hatten Lust, ihre Kunst in dieser Nacht am Meer auszuprobieren. Die Surfbretter und ihre Silhouetten wie Scherenschnitte.

Endlich wieder am Strandweg nach oben, ins Herz von Kampen. Die sandigen Schuhe und Strümpfe und restlichen Klamotten vom Körper gestreift, unter die Dusche (ja, Regenwald-), in trockene bequeme Klamotten. Kühlschrank gesichtet, letzte Bestände vorgenommen. Eine der guten Flaschen vom Kampen-Kaufmann geöffnet. Die ist jetzt leer. Ach… da ist ja noch ein Rest spanischer Rotwein… Gute Nacht aus Kampen, ein letztes Mal. War schön.

31. August 2025

Heute Wölkchen in Kampen, aber kein Regen. Gestern in Keitum gewesen, mit dem Bus hingefahren. Gegenüber der Bushaltestelle schicke Galerien und gleich daneben Ralph Lauren. Ganz verwinkelt und putzig, dieses Keitum.

Im ältesten Haus am Ort, dem altfriesischen Haus, gibt es originale friesische Inneneinrichtung, viele hundert Jahre alt. Schlafkojen mit alter gestreifter Bettwäsche, Kupfergeschirr und herrliche blau-weiße friesische Fliesen überall an den Wänden. Die Türstöcke verspielt bemalt. Wunderschön. Picknick mit Blick aufs Watt gemacht, Stullen mit Trüffelsalami und Cornichons vom Kampen Kaufmann.

Dann bißchen rumgelaufen und ins nicht weit entfernte, über hundert Jahre alte Café Nielsen, auch mit Blick aufs Watt. Obwohl Samstag war, dachte man es ist Sonntag. Ganz, ganz ruhig.

Und auch im überschaubaren Keitum: die frühere Unterkunft von Gunter Sachs, der Stutenhof. Das steht aber nirgends dran, hab ich recherchiert. Ein Anwesen mit hohen, kugelig geschnittenen Hecken (wie es hier Mode ist), man konnte aber durchgucken, auf das gepflegte Haus, wo auch heute noch Ferienwohnungen sind. Gute Atmosphäre. Ich habe zwei Äpfel von den Apfelbäumen vom Stutenhof mitgenommen, die runtergefallen sind. Einen hab ich gerade in meinem Obstsalat gehabt. Ich muss sagen: Keitum ist noch mal eine andere Liga als Kampen, weil romantischer, diskreter und noch feiner. Aber halt Wattseite.

Später zurück in Kampen wieder zum Strand, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Danach heim und dort gegessen. In dem Strandrestaurant war mir die Musik zu aufgedreht. Hatte Bedürfnis nach Ruhe. Manche sagen, Sylt macht schläfrig.

Heute Spaziergang durch einen anderen Teil von Kampen, wo auch das berühmte Gartencafé Kupferkanne ist und der teure Hobokenweg. Von da dann weiter, eventuell in die Dünen Richtung List.

30. August 2025

Gruß aus Kampen:-) Sonne scheint wieder, gestern Abend gabs Regen und heute Morgen ganz stark bewölkten Himmel. Ach! Es ist ja noch Morgen, nun nur noch winzige leichte Wölkchen und warme, kräftige Sonne. Gestern zuerst zum Kampen Kaufmann, der schon etwas teurer ist, als andere Lebensmittelgeschäfte, aber er ist halt der Einzige. Am Eingang gleich ein Regal mit zahllosen Schaumweinsorten, darunter drei Varianten Dom Perignon. Willkommen in Kampen! Hatte mich da bedient – also nicht am Dom Perignon, sondern am Crémant, dann weiter hinten kam erst die „richtige“ Schaumweinabteilung, eine ganze breite Wand bis unter die Decke und eine weitere Wand mit besten Weißweinen und eine weitere Wand mit sehr guten Rotweinen. Aber Biosahne hat er nicht, der Kampen Kaufmann, nur die von Weihenstephan mit Carragen und noch eine hiesige, auch mit Carragen. Hatte keine Wahl, habe beide Sorte gewählt. Aber guten regionalen Joghurt, Sanddorn-Gelee gabs auch, von der Kampen-Kaufmann-Eigenmarke, hab ich mitgenommen. Und dies und das.

Schwer getragen bis nach Hause. Dabei an diversen Boutiquen vorbeigekommen, unter anderem Hermès und Louis Vuitton. Klar, was sonst. Alles andere hätte mich irritiert! Das Publikum hier sind entweder ansässige Touristen oder Zweitwohnungsbesitzer oder Touristen aus anderen Sylter Dörfern. Beim Verlassen meiner Hütte (schönes Reet, klar – was sonst) stand vor mir direkt eine Touristin, die den Eingang fotografierte. Der ist aber auch schön. Muß ich auch noch nachholen. Noch kein einziges Foto von der Wohnung gemacht, weder von außen noch von innen. Noch nicht dazu gekommen.

Danach Einkäufe in der Küche einräumen, Kühlschrank ist nun prall gefüllt und anschließend gings Richtung Strand. Mein erstes Mal! Also auf Sylt. Die Kurhausstraße, wo meine Unterkunft ist, führt mehr oder weniger direkt zum Hauptstrand von Kampen.

Aber ich bog vorher links ab, da fingen nämlich die Holztreppen zur hohen „Uwe-Düne“ an. Ein richtiger Aufstieg, auf Zwischenplateaus gibt es Holzbänke, von denen man die Aussicht übers Meer und in die Dünen und die Heide genießen kann. Ein sehr großes Naturschutzgebiet, das man dort zumindest, nur über Holzstege begehen kann. Mich erinnerten viele Ausblicke an Island, sehr, sehr ähnlich.

Aber dann – und das war gar nicht ähnlich: die wilde Nordseeküste. Schon von oben war ich beeindruckt von der unermesslichen Weite, Länge, Breite des breiten, weißen Sandstrandes. Keine Merkmale der Zivilisation dazwischen, keine Buhnen, nur wildes Meer. So schön. Ganz anders, als ich es auf Föhr erlebte. Majestätisch und wild und naturbelassen. Da, wo die Treppe nach unten führte, war das Rote Kliff. Es erstrahlte im Mittagslicht nicht rötlich, sondern ockergelb. Anhand der Fotos hatte ich es mir viel kürzer, kleiner, überschaubarer vorgestellt. Vielleicht ist es schwer zu fotografieren.

Kilometerweit kann man den Strand entlang gehen, immer wieder Strandspaziergänger, gebadet wurde auch. Ich legte das mitgebrachte orange Laken an eine schöne, einsame Stelle und begab mich langsam ins Meer. Zuerst schien es sehr kalt, das war aber nur an einer Stelle. Ein paar Meter weiter kam es mir schon lauwarm vor. Ich ließ mich immer wieder von der wilden Gischt überrollen und grub die Füße in den Sand. Die Zeit vergessen, die Sonne gleißte, flüssiges Silber. Sanfter Wind. Nicht anstrengend und hart, wie befürchtet. Alles war einladend und sommerlich und friedlich. Die Flaneure führten oft ihre Hunde mit und hatten eine tiefe Bräune, sahen aus, wie man sich so klischeehaft gut situierte Norddeutsche vorstellt. Sandfarbene oder weiße Hosen, blauweiß geringeltes Shirt.

Über viele Kilometer gab es keine Strandkörbe. Erst auf dem Rückweg sah ich sie in dem Strand-Abschnitt, wo ein Weg nach oben wieder zurück zur Wohnung führte. Auch das war ein schönes Bild. Alle Strandkörbe weiß mit blauweiß gestreiften Polstern. Sylt ist wirklich besonders. Wirklich, wirklich beeindruckend. Auch besonders, dass eine Baby-Robbe am Strand gefunden wurde, die hilflos war und gerettet wurde, von den Sylter Robben-Rettern. In einer große Plastikwanne mit einem Holzgitter lag sie und guckte mit großen Bambi-Augen raus. Was für ein wunderschönes Tier. Sie hatte richtige Smoky Eyes, zum Verlieben. Sie wurde dann in einem Transporter mitgenommen zum Versorgen und Hochpäppeln, hat wohl die Mutter verloren.

Der Weg zurück nach oben, nach Kampen, war noch mal ein bißchen wie Bergwandern. Ich wollte eigentlich spaßeshalber auf dem Rückweg die geparkten Porsches zählen, hab es aber dann vergessen. Nach dem Strandtag war man dann rechtschaffen müde, ja schläfrig. Ich machte ein kleines Nickerchen und am Abend ging es nach List. In ein Austern-Restaurant, das so heißt wie die hiesige Pracht-Auster: „Sylter Royal„. Ich habe nicht so eine Neigung zu den etwas schwabbeligen Meerestieren, aber in dem Restaurant gab es unfassbar viele Varianten der Zubereitung, auch einige mit Käse Überbackene oder welche mit Spinat. Endlose Auswahl. Das hat mir dann doch sehr gut geschmeckt und war gar nicht schwabbelig.

Fotos hab ich auch gemacht, vom Roten Kliff und von der Uwe-Düne und den Strandkörben und den Kamm-Muscheln, die ich gefunden habe, die es zuhauf am Strand gibt. Und von den Austern! Bin noch nicht dazu gekommen, die Fotos überhaupt runterzuladen. Das mache ich jetzt als nächstes. Und dann wartet draußen ja schon wieder Sylt und will weiter entdeckt werden! Aber erst mal Frühstücken und Fotos angucken. Die zeige ich wohl alle erst, wenn ich wieder in Berlin bin. Bleiben Sie dran!

29. August 2025

Gruß aus Kampen:-) Sonne scheint. Der Taxifahrer, der mich gestern nach der wahren Odyssee der Anreise (ging noch bis Flensburg die Irrfahrt…) von Westerland nach Kampen brachte, hatte Klassik Radio laufen und es gab die V. von Gustav Mahler. Das war sehr besonders. Fotos später, erst einmal einkaufen beim Kampen Kaufmann und die Insel genießen. Bis nachher, später.

28. August 2025

Gruß aus dem RE 7 nach Flensburg! So war das nicht geplant. Leider hatte auch der RE 6, geplante Abfahrt in Altona Richtung Westerland um 13.36 Uhr, Verspätung und dann Unterbrechung in Elmshorn wegen eines Unfalls bei Glücksstadt. Der Schienenersatzverkehr sieht nun so aus, dass die ganze Truppe, die nach Westerland wollte, in Elmshorn zu Gleis 1 geschickt wurde, weil da ein Zug nach Flensburg fährt, der, in dem ich jetzt bin. In Flensburg dann umsteigen nach Husum. Oder schon in Rendsburg? Ich hatte vorhin zur weiteren Verwirrung verstanden, dass dieser Zug nach Lübeck führe. Dachte noch, schade, wollte ich auch mal sehen. Nun stellt sich im Fahrtverlauf heraus, dass er keinesweg nach Lübeck, sondern in ein Dörflein namens Jübek fährt. Hört sich für eine Ortsunkundige wie mich erst mal komplett identisch an. Googeln ergibt: Jübek liegt zwischen Gammellund, Sollbrück und Esperstoft und hat ca. 2.700 Einwohner. Hat mans mal gehört. Hoffentlich verpeile ich nicht die nächsten Umstiege. Inzwischen ist glasklar, dass das FeWo-Büro, wo ich die Schlüssel abholen sollte und die Kurkarte, um 17 Uhr schließt, da bin ich noch lange nicht in Kampen. Sie wollen mir einen Tresorcode schicken, wo ich die Schlüssel rausnehmen kann. Wird schon irgendwie klappen. Habe langsam Hunger. Nur Knabberzeugs in der Tasche. Bio-Tortilla-Röllchen von Rossmann. Hätte lieber ein Bier. Aber jetzt wieder Super-WLAN. Immerhin. Kleine Freuden…!

28. August 2025

Gruß aus Altona! Sitze auf Bahnsteig 7 und warte auf den RE 6 nach Westerland. Der vorher, der meiner gewesen wäre, ist wegen irgendeiner Signalstörung ausgefallen. Neben mir sitzt ein anderer Fahrgast und knuspert irgendein crunchy Zeugs. Jetzt steht er auf, sein Zug auf dem anderen Gleis ist gekommen. Ich hätte bei der Fahrt vorhin schon wieder Romane schreiben können. Fahrgäste beobachten, großes Hobby von mir! Ich hatte einen Platz im Bordbistro gewählt, mir gegenüber einen Dame, ca. Mitte/Ende Sechzig, die bestellte sich gleich mal bei Abfahrt um 9:45 die erste Piccolo. Weiter nix. Ich Cappuccino und Tonic (OHNE GIN!). WLAN klappte gleich, aber dann dachte ich, mein Rechner spinnt, braucht Updates oder was. Die Maus reagierte scheinbar nur zufällig und unerwartet. Nach einer ganzen Weile, ich hatte schon die Batterie gewechselt, kam ich drauf, dass ich blöderweise bei den Einstellungen von Haupttaste links auf Haupttaste rechts umgestellt habe, keine Ahnung, wann das passiert ist. Also wieder richtig eingestellt, dann konnte ich auch dem FeWo-Büro mitteilen, dass ich eine Stunde später in Kampen eintrudle. Nun nur noch zwanzig Minuten, verging doch schnell. Dabei einen Apfel gegessen, WLAN von der Bahn funktioniert am Bahnsteig nicht, hab einen T-Online hotspot gefunden, über den schreibe ich das.

28. August 2025

Nicht der erste Eintrag aus Sylt. Weiß nicht, ob ich am Reisetag dazu komme, einen Eintrag zu schreiben. Zug fährt um halbzehn. Fertig gepackt. Mein Equipment hat doch einiges Gewicht. Die Kamera, das Notebook, der Notebook-Lautsprecher, Klimbim. Eine größere Reisetasche, eine kleinere, meine Umhängetasche. Hauptsache rechtzeitig und nicht atemlos am Hauptbahnhof. Der ICE fährt bis Altona, da gehts dann in den bummeligen RE 6 nach Westerland. Hab gesehen, dass der vor Westerland in Keitum hält, was näher an Kampen ist. Aber so sehe ich das zu Kampen äußerst kontrastreiche Westerland mit eigenen Augen. Werde wohl ein Taxi statt des Busses nehmen. Ankunft ca. 16 Uhr in Kampen.

Erst mal den Schlüssel für die Ferienwohnung im Braderuper Weg abholen, im (natürlich reetgedeckten) Haus von der Ferienwohnungsverwaltung ist auch der Nachtclub „Rotes Kliff“. Scheint neben dem legendären „Pony“ der andere Nightlife-Hotspot in Kampen zu sein. Also Schlüssel abholen und auch die Gästekarte oder Kurkarte, die schon vorbereitet wurde, die u. a. den Zutritt zu den Stränden erlaubt. Dann in die Kurhausstraße zur Wohnung, Gepäck ablegen und dann zeitig zum Kampen Kaufmann. Der einzige Kaufladen dort, der schließt um 18 Uhr. Wie früher! Also erst mal einkaufen, dann in Ruhe auspacken.

Apropos Bücher – ich nehme nur den Sylt-Reiseführer mit, erfahrungsgemäß komme ich eh nicht dazu, Bücher zu lesen. Das hier auf den Fotos „Einige Herren sagten etwas dazu“ von Nicole Seifert würde ich auf keinen Fall mitnehmen, viel zu gewichtig. Inhaltlich ganz interessant, die Geschichten, Biographien der Frauen in der Gruppe 47. Kann man Entdeckungen machen, habe mir teilweise schon Bücher der erwähnten Schriftstellerinnen bestellt, von denen ich vorher noch nichts gehört hatte. Es wird ja hauptsächlich immer von Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger im Zusammenhang mit der Gruppe berichtet. Wohmann und Gisela Elsner waren mir auch ein Begriff.

Was ich allerdings etwas unreflektiert finde ist, wie Hans-Werner Richter abermals dafür angeprangert wird, dass er sich vorbehalten hat, zu entscheiden, wen er zu den Treffen einlädt. Interessanterweise wird von seinen Kritikerinnen und Kritikern nie erwähnt, dass er die Zusammenkünfte, vor allem in den Anfangsjahren, nicht nur federführend organisiert, sondern auch finanziert hat. Über solche niederen Belange wie Kosten, die solche Events verursachen, mag man sich offenbar nicht den Kopf zerbrechen, aber von der Einladung in vielfacher Hinsicht profitieren, wurde schon gerne genommen. Das regt mich auf. Aus meiner Perspektive war Richter ein Idealist, der sich und anderen Literatur-affinen Zeitgenossen, mit denen er eine Wellenlänge hatte, inspirierende Erlebnisse und anregenden Austausch bieten wollte.

Aber ich schweife ab. Werde mich mal in die Federn begeben. Morgen also in den hohen Norden. Tatsächlich zum nördlichsten Fleck von Deutschland überhaupt. Der ist da oben in List, am sogenannten „Ellenbogen“, oberhalb von Kampen. Ich melde mich.

27. August 2025

Gestern. Sonne getankt… gelesen, Anziehsachen zum Packen rausgesucht. Jetzt habe ich vier paar schwarze Socken eingepackt, aber keine dazu passenden Schuhe. Jedenfalls nicht für vier paar schwarze Socken. Die Sachen, auf die ich Lust habe, sind sommerlich und passen eher zu Sandalen, zu denen ich ganz bestimmt keine schwarzen Socken anziehen werde. Wenn es aber am Abend kühl wird oder auch regnet… hm. Auch so ein Tick von mir, dass ich Sachen zur Auswahl haben möchte. Ich kann mir nicht heute schon überlegen, festlegen, was ich übermorgen oder überübermorgen anziehen will, worauf ich Lust habe. Ja, das sind ganz herrliche Luxus-Probleme – Champagne Problems. I know…!

27. August 2025

Gruß vom Balkon. Die reparierten Sandalen abgeholt, das Netzteil besorgt und war noch bei dm und nebenan bei C&A, dort zwei Fähnchen gekauft. In Spiegelbild der Umkleide wieder einmal völlig von der Beleuchtung und dem daraus resultierenden Anblick der nackten Tatsachen schockiert, um nicht zu sagen: traumatisiert. Da hilft nur ganz schnell was drüberziehen und Haltung bewahren. Jetzt trenne ich die kratzigen Etiketten mit der Nagelschere raus und genehmige mir dabei ein Glas Sancerre. Das wird helfen.

27. August 2025

Guten Morgen aus Berlin, noch leicht bewölkt, die Sonne arbeitet sich gerade vor, unten Gebrumme und Fiepen von einer Baustelle am Gipsdreieck. Ich frühstücke noch. Kaffee, Obstsalat aus Pfirsich- und Apfelschnipseln und roten Johannisbeeren, drüber Joghurt. Rote Johannisbeeren liebe ich sehr, eine der wenigen Obstsorten, die es nicht ganzjährig im Supermarkt gibt. Dabei zurechtmachen, was anziehen und los zum Alex. Im Kaufland ist ein Mister Minit-Laden, der meine Sandalen gerichtet hat. Danach noch zu Saturn, Netzteil fürs Notebook holen. Und vielleicht zu dm.

26. August 2025

Was nehm ich mit. Erwähnenswert: ich packe diesmal nicht wie sonst, erst einen Tag vor der Abreise, sondern zwei. Dann kann ich morgen noch entspannt etwas besorgen. Im Grunde packe ich nicht viel anders oder weniger für die Handvoll Tage, wie für mehrere Wochen. Paar Klamotten weniger, Unterwäsche, Strümpfe. Aber sonst… ich besorge evt. noch ein weiteres Netzteil für mein Notebook. Eins ist im Büro, da will ich deswegen nicht hin, in der Wohnung habe ich das andere von beiden, so halb unterirdisch verlegt. Kann ich natürlich explantieren, aber ein bißchen Bequemlichkeit und Komfort darf auch sein. Ich mag dauerhaft installierte, unsichtbare Verkabelungen. Plug and Play.

Ein extra großes Laken für den Strand, wenn es vielleicht auch nicht oft zum Einsatz kommen wird. Ich finde Strandkörbe zwar dekorativ, aber eher unbequem. Ansonsten wäre ich da nicht geizig, ich liege einfach gerne auf dem Sand. Aber schon ein bißchen Stoff dazwischen. Meine Lieblingssandalen habe ich zum Schuster gebracht, die sind morgen fertig neu besohlt.

Eine French Press, ein leichteres Modell, nehm ich auch mit. In der Wohnung ist eine Kapselmaschine, mit denen stehe ich auf Kriegsfuß. Der Kaffee aus diesen Automaten schmeckt mir auch nicht. Habe mal in Wien ein Potpourri von ca. fünf angebotenen Sorten durchprobiert, mochte keine einzige. Außerdem finde ich die Dinger nicht sehr schön, vom Verpackungsmüll gar nicht zu reden. Packung Espressopulver nehme ich mit. Wirds auch beim Kampen-Kaufmann geben, aber wer weiß, zu welchen Apothekerpreisen.

Zwei Tücher, eins aus Seide, eins aus Chiffon, kommen mit. Nicht für meinen Hals, sondern die Lampen. Die sehen zwar schon ganz lauschig aus, soweit ich das auf den Fotos erkennen kann, aber ich mag die Beleuchtung gerne gedämpfter. Unterwäsche hab ich schon abgezählt und rausgelegt. Einen Profiverschluss für Schaumwein stecke ich auch ein. Das sind so Kleinigkeiten, die gerne mal fehlen. Handvoll Teebeutel, schwarzer Tee, muss ich keine extra Packung kaufen. Pfeffermühle ist mir zu schwer. Da gibts ja mittlerweile Instant-Pfeffermühlen-Varianten im Gewürzregal. Pfefferpulver kommt mir nicht auf den Tisch.

Paar Teelichte, Kerzen. Regencapes. Flatterkleidchen, zweite Sandalen, Turnschuhe. Stiefeletten. Kuschelige Socken, Klamotten zum Chillen. Kamera-Akku-Ladegerät. Übertragungskabel. Zettel mit dem WLAN-Code. Kleiner Reiseführer mit Syltkarte, auch von den einzelnen Ortsteilen. Paar Pappbecher. Flaschenöffner. Streichhölzer. Nagelschere. Kosmetik. Keine Handtücher! Habe ich eindeutig in den Schränken auf den Fotos der Ferienwohnung gesehen. Die wurden zwar nicht als Inventar aufgelistet, stattdessen aber ein Bademantel. Die Abfahrzeiten von den Bussen auf Sylt hab ich auch ausgedruckt dabei. Im Notebook habe ich eine ganze Litanei Lesezeichen, wohin ein Ausflug interessant wäre, welche Restaurants und Cafés in welchem Ortsteil. Das schaffe ich alles gar nicht, muss ich aber auch nicht. Die Auswahl haben, darum geht es, ist in jeder Ecke was Schönes dabei. Und das Wetter entscheidet ja auch noch so einiges.

Die vergangenen Tage bzw. nun schon zwei Wochen, habe ich jede erdenkliche Sylt-Doku auf Yotube und in Mediatheken geschaut. Oft geht es verständlicherweise nicht nur darum, die Schönheit dieses populären Ortes zu preisen, sondern auch die mit dem wachsenden Tourismus einhergehenden Einschränkungen für die festen Inselbewohner zu zeigen. Mir ist schon bewusst, dass meine Unterkunft in Kampen in dem Dorf ist, das größtenteils aus Ferienhäusern besteht, bzw. aus Zweitwohnsitzen von Nicht-Syltern, was von außen nicht erkennbar ist. Eine ehemalige Kampenerin meinte, dass sich die Anzahl der festen Bewohner von vormals tausend auf fünfhundert halbiert hat. Wer als Normalsterblicher eine bezahlbare Wohnung sucht, gibt nicht selten auf und zieht aufs Festland, wird Pendler. Im Winter bleiben die schönen Reethäuser dann dunkel, Kampen wirkt ausgestorben.

Die schönen Gärten der Reethäuser sehen wohl nahezu gleich aus, weil sie alle vom selben Gärtner gepflegt werden. Angeblich. Ich war ja noch nie da. Dieses Kampen ist aber nun auch der größte Reiz für mich. Es muss ja Gründe geben, wieso es Menschen, die sich alles leisten können, dahin drängt. Das will ich mir mal mit eigenen Augen ansehen. In den Dokus gab es auch viele Naturschauplätze, Naturschutzgebiete. Teilweise fast wüstenhaft anmutend, das finde ich doch anziehend. Kann aber auch sein, dass mir der Wind nicht gefällt, ich bin da so empfindlich, wenn ich trotz Sonnenbrille deswegen weinen muss, wäre das auch nicht so super. Insgesamt habe ich nach den vielen Dokus und Interviews mit Syltern den Eindruck, dass es ein sehr angenehmer, toleranter Menschenschlag ist. Das gefällt mir sehr.

25. August 2025

Taxiere nun die Wettervorhersagen für Sylt, die zwar nicht gerade hochsommerlich sind, aber auch widersprüchlich. Bei Wetter.de heißt es an allen Tagen, dass es zwar ein bißchen regnen kann, man sich aber auf 8 – 12 Stunden Sonne freuen kann. Dann hab ich auch noch eine Fundstelle zum Thema Wetter auf Sylt entdeckt, wo festgestellt wird, dass die Prognose meistens zeitlich nicht zutrifft, wenn z. B. von Westen eine Kaltfront kommt, ist die früher auf Sylt und auch früher wieder weg, als auf dem schleswig-holsteinischen Festland, auf das die Prognosen-Berechnungen justiert sind. Am Ende wird es eine Überraschung. Irgendwas in der Art, wie der größte Teil des Sommers in Berlin war. Ich hab ein paar stylishe Regenteilchen, für alle Fälle. Und die Ferienwohnung hat im Haus einen Swimmingpool. Sind ja nur vier Tage… die werden im Flug vergehen. Do. gehts los!

24. August 2025

Es ist nun späterer Nachmittag an diesem schönsten Sommertag, dem 21. August 2025. Als ich durch den Park zum Ausgang vom Strandbad Wannsee schlendere, fange ich einen Satz ein, den eine ältere Dame zu ihrem Begleiter sagt, vielleicht ist es ihr Mann: „Ein Tag wie aus dem Bilderbuch“. Ich weiß nicht, was sie sonst für Vorlieben hegt, aber da sind wir uns, und wohl überhaupt alle, die diesen Tag unter tiefblauem Himmel und lauem Wind erlebt haben, einig. Schöner hätte er nicht sein können. Der allerschönste Tag in diesem Sommer. Und ich habe ihn ausgekostet. Ein paar Stunden am Nachmittag, aber die waren wie ein ganzer, langer, satter Sommer. Und wenn kein solcher Tag mehr käme, ich habe einen davon erlebt, in Berlin am Wannsee. Da kommt ja schon der Badebus! Ich nehm ihn auch zurück.

24. August 2025

Die mir zu denken gebende, zweite Litfaßsäule im Park vom Strandbad Wannsee. Ist das die Patina einer letzten Plakatierung vor Jahrzehnten oder das Ergebnis von Künstlerhand? Jedenfalls ausgesprochen schön. Da in der gesamten Anlage keiner Geld in die Hand nimmt und das Lido und die Terrassendecks und die Wandelgänge verfallen, kann ich mir kaum denken, dass der Senat ausgerechnet hier ein keckes Kunstprojekt gesponsert hat, das darin besteht, extra wettergegerbte und verblichene Werbeplakate auf alte Litfaßsäulen zu ziehen. Sollte es sich hier um echten Verfall handeln, hoffe ich, es wird bei kommender Sanierung die erhaltenswerte, zarte Schönheit dieser Patina erkannt.

24. August 2025

Orchideenstudium. Wo genau hat Will McBride 1959 dieses Foto im Strandbad Wannsee gemacht? Ich hatte das Bild nicht zum Vergleich bei mir, hatte mir nur das Fliesenmuster eingeprägt. Vor Ort stellte ich fest, das sich dieses Muster über Hunderte von Metern findet, auch auf den oberen Sonnendecks, die weitgehend unzugänglich waren. Aber ich habe ganz gut geraten. Die Stelle, die ich eingefangen habe, ist ganz nah dran. Will McBride muss ein paar Meter weiter links gestanden haben, mit dem Bildausschnitt im Fokus, wo die Seebrücke ein Stück weiter an die bewaldete Silhouette im Hintergrund rückt. Vorgestern schrieb ich Thorsten, der einen Abzug von Will McBrides Fotografie besitzt und in der kommenden Ausstellung bei Sevenstar zeigen wird:

„…wo Will im Strandbad Wannsee das Foto gemacht hat, der Steg ins Wasser ist unverändert, Mäuerchen auch… Will muss mehr links gestanden haben. Es gab ganz ähnliche Szenen, Grüppchen von jungen Leuten, die drauf saßen, hab mich aber nicht getraut zu fragen, ob ich fotografieren darf. Vielleicht das nächste mal, wenn ich die genaue Stelle finde! Strand-Bademeisterin hat mir gesagt, Objektivkameras sind nicht erlaubt, nur mit Handy fotografieren.“

Es reizt mich, nochmal hinzugehen, und nach der genauen Stelle zu suchen. Es gibt im Foto zwei Fliesen nebeneinander, die eine charakteristischere Struktur als die übrigen haben. Dürfte gar nicht so schwer zu finden sein.

23. August 2025

Wieder Wikipedia: „Der Gebäudekomplex mit einer Länge von 540 Metern wurde von 1929 bis 1930 nach Entwürfen des Architekten Richard Ermisch (…) errichtet. Infolge der Weltwirtschaftskrise wurde die Anlage allerdings nur zur einen Hälfte (Nordachse) einschließlich des als Mittelpunkt gedachten Strandrestaurants „Lido“ realisiert. Ein späterer Weiterbau scheiterte daran, dass den ab 1933 herrschenden Nationalsozialisten das Strandbad Wannsee wegen seines zwar modernen, jedoch für das Dritte Reich nicht zeitgemäßen Baustils missliebig war.“ Evt. zu unpathetisch?

23. August 2025

Für Freunde der Architektur. Details der Treppenaufgänge, Zwischenebenen und Terrassen mit den Umkleidekabinen.

Leider sind die Terrassen, von denen man einen schönen Blick von oben zum Strand hat, mit großen, quergestellten Werbetafeln blockiert, die Zugänge versperrt. Da ließe es sich sehr schön flanieren oder sitzen. Vielleicht ist der Grund, dass dann oben auch Personal sein müsste, das darauf achtet, dass am Abend alle das weitläufige Terrain verlassen.

P.S. gerade erst bei Wikipedia den Grund für die Absperrungen gelesen: „Im Jahr 2012 stellte der Landesdenkmalrat Schäden an der Gebäudesubstanz fest, die durch die Sanierung nicht beseitigt worden waren. Die Sonnendecks und der obere Wandelgang mussten wieder geschlossen werden. In den folgenden Jahren wurde wiederholt eine Sanierung der gesamten Anlage inklusive des Strandrestaurants Lido gefordert.“ Ich unterschreibe das!

23. August 2025

Es ist ein ganz herrlicher Sommertag mit einem lauen Lüftchen und ich schlendere gemächlich durch den großen Park mit den großen alten Kiefern, der zum Wannsee-Strand führt. In der Ferne glitzert das blaue Wasser. Endlich Ferien!

23. August 2025

Geht schon fix, mit dem Badebus, gut fünf Minuten! Ah! Da ist das Eingangsgebäude, 1930 fertig gestellt. Aber Baden war schon vorher erlaubt, ab 1907. Im Wikipedia stehen interessante Sachen wie: „Während konservative Kreise und vor allem Villenbesitzer aus der noblen Umgebung gegen das lebensreformerische und proletarische Freibad protestierten, bildeten sich ab 1909 Clubs: der „Club fideler Sonnenbrüder“, die „Wannseaten“ und der „Arbeiter-Schwimmverband“. Ich reihe mich in die Mini-Schlange ein. Der Personalausweis muss vorgezeigt werden, und ich versichere, dass ich keine Glasflasche dabei habe, nur eine aus Plastik (mit Tonic Water). Dann darf ich hinein und mir eine Eintrittskarte holen. 6 Mark Fünfzig. Äh – Euro. Ich fühle mich etwas in der Zeit zurückversetzt, aber an den Eingangsschranken ist ein modernes System, der QR-Code auf meinem Eintrittsbillett aus Papier wird automatisch gescannt, dann geht die kleine Schranke auf und ich bin drin!

23. August 2025

Im Schlager von 1951 singt die kleine Conny: „Ja, wir radeln wie der Wind, durch den Grunewald geschwind und dann sind wir bald am Wannsee“. Ich nehme aber den Bus 312, den „Badebus“! Der fährt direkt von der S-Bahn-Halte Nikolassee zum Eingang vom Strandbad Wannsee. Merke: nicht von der S-Bahn-Halte Wannsee! Von Nikolassee gibt es auch einen Weg zum Hinlaufen, 1100 Meter. Am S-Bahn-Ausgang ist auch gleich ein Hinweisschild mit Pfeil, das einen zum Badengehen aktiv ermuntert. Obwohl ich gerne laufe, war ich bequem und wollte auch wissen, wie der Bus fährt. Eine ganze Ecke. Hätte mich Schuhsohlen gekostet!

22. August 2025

Wenn man in der Schule sitzt, über seinen Büchern schwitzt, und es lacht der Sonnenschein, dann möcht man draußen sein. Ist die Schule endlich aus, geh’n die Kinder froh nach Haus und der kleine Klaus ruft dem Hänschen hinterher:

Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus nach Wannsee!

Ja, wir radeln wie der Wind, durch den Grunewald geschwind und dann sind wir bald am Wannsee. Hei, wir tummeln uns im Wasser wie die Fischlein, das ist fein und nur deine kleine Schwestern, nee, die traut sich nicht hinein.

Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, denn um Acht müssen wir zuhause sein.

21. August 2025

Ferienstimmung verbreiten. Fotos aus Föhr, der kleinen Schwesterinsel von Sylt, wo ich vor neunzehn Jahren war. Habe ganz viel vergessen, Ortsnamen usw., wo ich genau war, konnte das aber ungefähr anhand der vielen Fotos verifizieren, manchmal habe ich die Bilder auch ordentlich getagged. Oft aber leider nur allgemeiner mit „Föhr“, „Nordsee“. Leider Gottes sehr unspezifisch. Meine Ferienwohnung in einem reetgedeckten Haus hieß „Sommerwind“ und lag zwischen Wyk und Nieblum, Nähe des Goting Kliffs. Vielleicht sind diese Fotos da am Strand entstanden. Recht wahrscheinlich. Für heute ist ein schöner Sommertag in Berlin angekündigt, wolkenlos, nicht zu heiß, so könnten gerne viele Tage sein. Eventuell mache ich einen Ausflug, der sogar ein bißchen zu den Fotos passt. Das neue Bild mit mir zeigt im Hintergrund ein Foto von Will McBride, das er 1959 in Berlin gemacht hat. Es trägt manchmal den Titel: „Stöffie, Magda und Evi am Strandbad Wannsee“, aber auf der Seite des Will McBride Archives heißt es: „Eating Popcorn at Strandbad Wannsee, Berlin ’59“. Ich vermute, dass Will McBride irgendwann die Namen der jungen Leute notiert hat, die er abgelichtet hat, und da Deutsch nicht seine Muttersprache war, war ihm die umgangssprachliche Abkürzung „Steffi“ für Stefanie nicht vertraut und er schrieb es, wie er es hörte: „Stöffi“. Das sagt mir mein Detektiv-Gen, das recht gut ausgeprägt ist. Habe soeben Obstsalat mit griechischem Joghurt gegessen und Kaffee getrunken, nun fertig machen. Bis nachher.

20. August 2025

Bisschen Ferien, von heute bis ersten September. Gegen Ende – 28., 29., 30., 31. und 1., ein paar Tage Sylt. Gerade Lesezeichen von verschiedenen Lokalitäten sortiert, die mich interessieren. Gibt auch zwei interessante Führungen, darunter eine literarische in Kampen, wo auch die Unterkunft ist. Gestern eine Youtuberin gesehen, die eine Wanderung zu den vier Kliffen gemacht hat. Das Rote Kliff ist bei der Wohnung, wird also sowieso besucht, das Weiße Kliff in Braderup sieht eher unauffällig aus, das Grüne Kliff in Keitum wie eine hügelige Wiese, aber das Morsum-Kliff ist auch interessant und das Größte. Mal sehen, was sich so alles ergibt. Will mal duschen und dann spätes Frühstück auf sonnigem Balkon.

19. August 2025

Unangekündigter Überfall mit der Kamera. Thorsten Heinze in seiner Sevenstar Gallery. Nachsichtig wie er ist, hat er mitgemacht. Erweiterung des Repertoires. Ich sperrte mich, vermeintlich bewährte Gesten abzulichten. Posen sind zuweilen amüsant, aber mich interessierte etwas ganz anderes, nämlich: nichts Bedachtes.

18. August 2025

Heute Mittag, puppiger Balkon in der Hubertusallee in Grunewald.

Termin im Nachbarhaus – oder genauer: der Nachbarvilla. Ein Gesprächstermin, der mich sehr aufwühlte, vorher. Ich hatte noch zwanzig Minuten, war überpünktlich, wollte aber noch nicht vor der Zeit klingeln. Machte drei Bilder, dann langsam nach oben, leeres Treppenhaus mit Sisalbespannung auf den Stufen, die die Schritte dämpfte. Die Tür unten war nur angelehnt. So war ich nicht außer Puste, als ich um 12.27 klingelte. Der Termin war um 12.30 Uhr.

17. August 2025

Outing. Mit und ohne Brille. Es sind nun schon elf Jahre, dass ich zum Lesen, also Nahgucken, ein Nasenfahrrad brauche. Aber immer noch kommt es mir neu vor, obwohl kein Tag ohne vergeht. Immerhin lagen davor fast fünfzig Jahre, in denen ich nur Sonnenbrillen auf der Nase hatte. Die Zeit fliegt. Mit der Concorde.

15. August 2025

Vorgestern, auf dem Weg zum Prater. Jetzt sehe ich gerade Goodbye Deutschland, wieder einmal Mallorca, Portrait von Immobilienmaklerinnen. Preise werden aufgerufen. Ganz neue Reaktion bei mir auf den Preis einer Villa mit Meerblick: 1,3 Millionen. Ich denke: „Schnäppchen!“ Zwar Neunziger Jahre Charme, die Innenausbauten, aber die Lage und die Größe, wow. Nicht, dass ich 1,3 Millionen hätte, aber nachdem ich vorgestern eine neuere Doku über Sylt, speziell Kampen sah, wo der gut beschäftigte Makler für eine gewisse, sehr liquide Klientel, Preise nannte, die sich durchweg im zweistelligen Millionenbereich bewegten, muss ich sagen: Mallorca – durchaus in Betracht zu ziehen! Und mit dem Flieger schneller von Berlin zu erreichen als Kampen mit dem Zug. Es ist einfach eine schöne Ablenkung für mich, spielerisch in so einer Liga zu denken. Zumal ich GANZ andere Herausforderungen habe, derzeit. Weiß nicht, ob jemand diese Form von Alltagsflucht nachvollziehen kann. Entspannt mich.

14. August 2025

Gestern mit Maria im Berliner Prater… Königsberger Klopse, Wiener Schnitzel, Schokoküchlein mit Beerensoße, Fränkischer Silvaner, später auf dem Heimweg gabs noch eine Kugel Ingwer-Himbeer-Eiscreme für Maria und eine mit Tiramisugeschmack für mich. Und tabulose Gespräche. Schöne Sommernacht. Schlaft gut.

13. August 2025

Von Lydia, mit der ich „Maria“ im Open Air Kino in Kreuzberg in der Adalbertstraße 23b anschaute, kam die berechtigte Frage, wieso ich kein Foto von Angelina Jolie als Maria gemacht habe. Zum einen saß ich gebannt und konzentriert da und verfolgte jedes Detail des Filmgeschehens, fror auch ein kleines bisschen, trotz leichter Decke, so warm war der Sommerabend nicht, hatte deshalb keine Lust mit der Kamera zu hantieren, und zum anderen, hatte ich keinen ernsthaften Reflex Fotos von Filmbildern mit ihr zu machen, die es ja bereits gibt, im Trailer usw., weil sie kein bisschen aussieht wie Maria Callas, sondern immer wie Angelina Jolie. Sie hat das großartig gespielt. Also Angelina spielt Angelina Jolie, die spielt, sie sei Maria Callas.

Ich war ehrlich beeindruckt, hatte aber nie Callas-Vibes. Ich genoss, wie sie – mich tatsächlich berührend – den Schmerz darüber zeigte, dass ihre große Laufbahn als Sängerin zu Ende ist, wenn sie ihren eigenen Aufnahmen in ihrem opulenten Apartment in Paris lauscht – und natürlich die Schluss-Szene, mit ihrem letzten Gesang, sehr berührend und auch eine wahnsinnige Leistung von Jolie. Aber eben keine Callas-Vibes. Ich habe nun das Gefühl, dass ich Angelina Jolie besser kennengelernt habe. Sie ist so sehr ein anderer Typus, Charakter, aber es gibt diese weltlichen Parallelen: eine Diva auch in ihrem eigenen Metier, immer im Fokus der Öffentlichkeit, das Älterwerden vor den Augen der Welt.

Wobei ich es schön gefunden hätte, wenn Angelina einen Hauch, nur ein winziges bisschen „verwelkter“ gewirkt hätte. Die bei ihr nachweislich von Natur aus ja schon immer vollen Lippen nicht noch extra in Form gebracht worden wären. Jolie erscheint in makelloser Blüte ihrer Schönheit, nicht wie eine Mittfünfzigerin, die auf eine Blüte zurückblickt. Was sie – wie auch Lydia meinte – nicht so ausgeprägt zu haben scheint oder von Seiten des Regisseurs vielleicht nicht gewollt war, sind die augenzwinkernden Anteile von Maria, das sogar mitunter koboldhafte, das allerdings auch überwiegend nur in Privatfilmen mit Ari Onassis zu sehen ist. Am Schluss, im Abspann, gibt es dann kurze Filmsequenzen und Fotografien von der echten Maria, da hab ich mal kurz die Kamera herausgeholt. Ich empfehle den Film. Er ist visuell und musikalisch ein opulentes Ereignis und Angelina Jolie hat alles gegeben, was in ihr steckt.

Danach waren wir noch kurz, nur auf ein Glas in einem Lokal in der Adalbertstraße, ein etabliertes türkisches Restaurant, das gepflegt und heimelig wirkte, HASIR, mit sehr zuvorkommenden Service. Sie hatten nicht mehr lange auf. Da der Film Überlänge hat, zwei Stunden und drei Minuten, war es schon fast halbzwölf, als wir ankamen. Da mir nicht nach Experimenten mit mir nicht vertrauten Weinen war, ich reagiere da recht empfindlich, auch keine Lust auf Bier hatte, trank ich nur eine Cola. War genau richtig. Wir plauderten noch über unsere Eindrücke.

Lydia hatte den Film zum zweiten mal gesehen und weitere Details entdeckt, die ihr vorher nicht so aufgefallen waren. Was mich etwas störte war, dass Ari Onassis bei der ersten Begegnung mit ihr als so alt dargestellt wurde. Sie war Mitte Dreißig, er dreiundfünfzig. Das ist noch nicht das Alter eines Herrn, der wie ein Senior wirkt. Der Schauspieler Haluk Bilginer ist Jahrgang 1954, also war er bei den Dreharbeiten knapp Siebzig. Genauso alt hatte ich ihn auch eingeschätzt. Sein Alter passte exakt zu dem sterbenden Onassis, den er auch verkörperte und der 69 Jahre alt wurde. Den Dreiundfünfzigjährigen konnte ich ihm nicht abkaufen. Gut allerdings besetzt, der erste Mann von Maria Callas. Und auch ihr Butler, geradezu irritierend ähnlich. Aber eigentlich geht es gar nicht darum, möglichst viele Ähnlichkeiten zu erzielen, eher ist der Film wie eine Art Metapher auf das tatsächliche Geschehen, das existentielle Thema Vergänglichkeit, und als solche sehr gelungen.

12. August 2025

Unterhaltsame, vergilbte Kampen-Doku aus dem Jahre 1972: „Die Schönen und die Reichen – Kampen“. Zu Wort kamen seinerzeit u. a. die Kampen-Aficionados Fritz J.Raddatz, Gunter Sachs, Walter Jens, Werner Höfer, Rudolf Schock, Gerhard Schröder, Rudolf Augstein, Klaus von Dohnanyi, Peter Boenisch und Axel Springer.

11. August 2025

Obgleich frei von KI, ist das kein Beweis, dass ich wirklich orakelt habe. Aber tief im Herzen weiß ich, dass ich nicht geschummelt habe. Erstens Bad Schandau, zweitens Keitum, drittens Bansin. Es könnte gut sein, dass es die Reihenfolge wird. Eines davon wird wegfallen, sonst wird es hektisch elektrisch. Das gefiele mir nicht.

10. August 2020

Hier nun, was das Orakel gestern gesprochen hat. Ich habe blind die Reiselose gezogen und an erster Stelle war Bad Schandau im Elbsandsteingebirge mit dem Parkhotel. An zweiter Stelle war Keitum auf Sylt, da ist aber leider die putzige Wohnung, die ich ins Auge gefasst hatte, ausgebucht, „Die Lütte“ im Stutenhof, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Im Ostsee-Kaiserbad Bansin auf Usedom hab ich (gerade noch) zwei Möglichkeiten gefunden, die ganz gut aussehen, im Strandhotel Atlantic mit Balkon oder eine Ferienwohnung in der Villa Gläser mit Terrasse. Und nun überlege ich tatsächlich zu beiden Orten zu reisen, zuerst nach Bad Schandau, für zwei, drei Tage, zum Beispiel 22. – 24. August, um in den Schrammsteinen rumzuwandern , dann zurück für zwei Tage nach Berlin und dann vier oder fünf Tage nach Bansin, vom 27. August bis zur Rückreise am Montag, 1. September am Abend, mit dem letzten Zug, der um halbzwölf am Hauptbahnhof ankommt.

08. August 2025

Reise-Orakel. Meine frisch gebastelten zehn Reise-Lose: Bad Schandau Schloss Prossen, Bad Schandau Parkhotel, Bansin, Bastei Berghotel, Blankenese, Heringsdorf, Kampen, Keitum, Niendorf, Wenningstedt. Bad Schandau ist zweimal drin, weil jede der beiden attraktiven Unterkünfte ein Los ist und ich mich da schon nicht entscheiden kann. Und Sylt ist dreimal dabei, wegen der drei verschiedenen Ortschaften. Aber gut – Usedom ist auch zweimal vertreten mit Bansin und Heringsdorf. Natürlich hat Sylt dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Andererseits ist das Elbsandsteingebirge auch dreimal dabei, wenn man die Bastei dazuzählt.

Ich hab noch nicht gezogen. Eventuell heute Abend bei einem inspirierenden Getränk. Beim Zusammenfalten habe ich überhaupt nicht darauf geachtet, was darauf steht und keine versteckten Erkennungsmerkmale eingebaut. Denn das würde dann ja schon ein Hinweis darauf sein, dass ich manche Lose gar nicht ziehen wollen würde. Es ist ein ganz demokratisches Auswahlverfahren. Ich werde die Lose in eine Schüssel legen und dann blind hineingreifen. Wenn es so weit ist!

Vorhin mit Lydia über mein Vorhaben gechattet, (Auszug): „hier nun alle Orte in der engeren Auswahl, evt. mach ich wirklich eine lustige Tombola. Muss noch Lose basteln!:-) Das ist dann fast, als hätte ich die Reise gewonnen! Hab kurz überlegt, ob ich alles Mögliche davon bereise, hintereinander, angefangen, mit dem am weitesten Entfernten (wäre Sylt) und mich dann rückreisend wieder Berlin annähere, letzte Etappe dann eben Bad Schandau, weil am nächsten – aber das ist mir glaub ich zu stressig mit dem dauernden Ein- und Auspacken und auf Achse sein… aber vielleicht doch mehr als einen Ort…“

Um nicht in Versuchung zu kommen, zu schummeln, könnte ich den Vorgang der Ziehung auch mit Video dokumentieren, da ich sonst keine Zeugen haben werde. Einen Notar werde ich auf die Schnelle zum Freitagabend auch nicht bekommen. Wie zum Beispiel diesen Dr. Fleischhauer, der früher bei DSDS den ordnungsgemäßen Verlauf des Votings und der Sieger-Verkündung überwacht hat. Andererseits, wenn mir dann doch nach Bescheißen wäre, ist es ein Indikator, ein Barometer, wo es mich dann eben doch ein bißchen mehr hinzieht – eine Herzenssache…!

08. August 2025

Reise-Tombola. Bad Schandau (hier oder da), Bansin, Bastei (nur das), Blankenese, Heringsdorf, Kampen, Keitum, Niendorf, Wenningstedt. Was lacht Euch an? Bin mehr als unentschieden. Grund für die Auswahl der oben angeführten, von mir gecasteten Kandidaten, ist die recht gute und zügige Erreichbarkeit von Berlin mit der Bahn, mit möglichst wenig Umsteigen und dass ich noch an keinem der aufgeführten Orte vorher jemals war. Das ist für mich leider Gottes ein wichtiges Kriterium. Ich scheue davor zurück, Orte mehrmals zu bereisen, auch wenn es mir dort gut gefallen hat. Daher im angepeilten Radius aus dem Rennen, nicht im Recall: Bad Doberan, Dierhagen, Elmenhorst, Föhr, Greifswald, Heiligendamm, Hiddensee, Marlow, Mecklenburgische Seenplatte, Müritz, Ohlsdorf, Riebnitz-Damgarten, Rostock, Rügen (Jasmund, Sassnitz), Stralsund, Warnemünde. Außerdem bin ich eine Prinzessin, was die Unterbringung angeht. Bei den aufgeführten Orten habe ich jeweils mindestens eine attraktive Unterkunft gesichtet, die zudem im Zeitraum Ende August bis Anfang September verfügbar wäre. Evt. bastle ich mir wirklich kleine Röllchen mit Namen drauf und ziehe dann. So könnte ich dann auch feststellen, ob mir der Gewinner-Ort immer noch so attraktiv erscheint oder ob ich schummle und lieber ein anderes Los ziehe.

06. August 2025

Auszug, Zitat aus einer Mitteilung von heute als Blogeintrag:

„Befasse mich gerade auch mit Erinnerungsfetzen – in der S-Bahn vorhin fiel mir ein kindliches Sommer-Glücksgefühl ein, muss in den Sechziger Jahren, Ende, gewesen sein. Mama ging oft zum Friseur in dem kleinen Dorf und ich hatte plötzlich bunte Farben von den Sommerkleidermustern vor Augen, kurze bunte Kleider und diesen modernen Friseursalon…. Mama nahm mich mit, mit meinen Haaren wurde nicht viel gemacht – ich würde wahnsinnig gerne über Google Streetview das Haus noch einmal sehen, in dem der nicht mehr existierende Salon war, aber ich kann schwer eine Adresse recherchieren, so etwas wird in Dorfchroniken nicht unbedingt vermerkt, ist ja auch nicht so wichtig, aber der Anblick eines Gebäudes kann Assoziationsketten freisetzen… Mama kann ich nicht mehr fragen (Blick nach oben) :-)

05. August 2025

Canon Eos RP
04.08.2025, 11:53 (= GMT +02:00 h)
Berlin (West) (BE), Deutschland

Sonne 12°17 Löwe Haus 10
Mond 14°00 Schütze Haus 2/3
Merkur 6°37 Löwe Haus 10
Venus 4°55 Krebs Haus 9
Mars 28°24 Jungfrau Haus 12
Jupiter 12°26 Krebs Haus 9
Saturn 1°31 Widder Haus 6/7
Uranus 1°01 Zwillinge Haus 8
Neptun 1°55 Widder Haus 6/7
Pluto 2°21 Wasserm.Haus 4
Mondkn. 18°58 Fische Haus 5
Lilith 9°38 Skorpion Haus 1/2
Chiron 27°09 Widder Haus 7
Pholus 9°10 Steinbock Haus 3
Aszendent 17°10 Waage
MC 22°49 Krebs

Gestern, 4. August 2025, 11:53 Uhr geholt. Persönlichkeitsprofil*:

„Löwe Aszendent Waage – handelt wie ein Löwe und setzt sich wie eine Waage durch. Feuer und Luft vereinen sich meist gut. Gesellschaftliche Gewandtheit (Löwe) und Geschmack (Waage) verbinden sich zu ausgezeichneten Umgangsformen und einem gesunden Selbstbewusstsein. Viele freundschaftliche Beziehungen sind bei dir zu erwarten. Dominanz (Löwe) wird durch Waage (Ausgleich) in die richtige Perspektive gerückt. Egokräfte (Löwe) und Beziehungswunsch (Waage) können zu einer einflussreichen Stellung in der Gesellschaft führen. Du bist sehr galant, doch manchmal wirst du dem Genuss und dem eigenen Vorteil zu viel Bedeutung beimessen. Vielleicht musst du auch dauernd anderen etwas ach so Tolles von dir vorzeigen.“ (Text von astroschmid.ch)

Liegt gut in der Hand. Erste Fotos, heute 5. August 2025, 9:38 Uhr.

*der KAMERA!

04. August 2025

Ach, Hilde… was auch sehr, sehr schön war, dass ab dem Einlass, als es noch eine Dreiviertel Stunde bis zum Filmbeginn war, Hildes Lieder zu hören waren, über den ganzen großen Mätthäikirchplatz, dem Kulturforum, zwischen Gemäldegalerie und Philharmonie.

04. August 2025

Berliner Freundinnen-Chat: „Saskia, Lydia und ich hatten gestern einen zauberhaften Kinoabend, open air im Kulturforum. Ein hinreißender Ort für den Hilde-Film, der sehr berührend war. Aufregend, im Film Hilde überlebensgroß singend in der Philharmonie 1968 zu sehen, und daneben die erleuchtete Philharmonie… wow, wow, wow… selten so einen magischen Ort in Verbindung mit gezeigtem Film erlebt. Veritables Großes Kino.“

03. August 2025

Last but not least, die Performance von CAN THE CAN, featuring Gabi Mehlitz, Gesang und Bass. War an dem Abend meine Lieblingsnummer, neben zuguterletzt Sympathy For The Devil. Was das Publikum angeht, waren wir wieder in prominenter Gesellschaft. Gesichtet: Harald Martenstein in einem schwarzen Hoodie mit weißem Aufdruck „KEBAP YOUR LIFE„, Patti Smith (dezent erblondet), Monika Maron, Schriftstellerin, sowie einen weißhaarigen, amerikanischen Anchorman, evt. CNN. Okay, es waren nur Doppelgänger. Wobei ich mir bei Monika Maron nicht ganz sicher bin. Die Gesichtszüge auf den von mir gegoogelten Fotos der Berliner Autorin sind irritierend, ja verblüffend identisch. Warum sollte sich dieser Geheimtipp nicht zu ihr rumgesprochen haben. Ich dachte erst, sie hätte was mit dem Anchorman, weil die beiden anfangs eine ganze Weile nah beieinander standen. Ich tippte auf altgedientes Ehepaar, da beide ähnlich gepflegt und etwas akademischer wirkten, als das übrige Publikum. Auf dem U-Bahnsteig heimwärts musste ich dann jedoch erkennen, dass beide getrennte Wege genommen hatten. Er stand auf der Seite Richtung Rathaus Spandau, sie gegenüber, auf meiner Seite, in Richtung Rudow. Ich nehme an, dass hier keine spontane Trennung nach jahrzehntelanger Ehe vorlag, sondern beide alleine gekommen waren. Wäre ein nicht unattraktives Paar gewesen.

03. August 2025

Mein vorgestriges Outfit. Auf dem Weg zur S-Bahn Richtung Zitadelle lernte ich, dass die Hose mit den langen Schlitzen auf beiden Seiten, bei Gegenwind mindestens ein Bein komplett präsentiert. Ich bin dann dementsprechend vorsichtiger gelaufen.

03. August 2025

Letzte Selfies von Ina und mir mit meiner Panasonic Lumix DMC-FZ1000. Gestern hat das Display seine Funktion aufgegeben. Über den Sucher fotografiert es sich ganz schlecht selber. Ich könnte sie daher nur noch für Filmaufnahmen mit Stativ einsetzen. Leb wohl!

02. August 2025

Alle Jahre wieder, erstes Augustwochenende, Open Air, immer ausverkauft? Wacken! Oder: Berlin Beat Club in der Zitadelle. Nur nicht so schlammig. Wir hatten Glück mit dem Wetter, kein Regen!

01. August 2025

Heute einmal wieder Abendprogramm. Der Berlin Beat Club spielt in der Freilichtbühne der Zitadelle. Es ist ausverkauft, nicht überraschend, und Ina und ich haben diesmal dran gedacht, zeitig Tickets zu besorgen. Wetterprognose besser als jetzt gerade, soll wohl trocken bleiben. Vor zwei Jahren sind wir einfach ohne Tickets hin und waren optimistisch, als treue Fans irgendwie reinzukommen, wenn vielleicht auch später. Da war nichts zu machen. Gnädigerweise durften wir mal für ein paar Minuten zu den Cateringständen und uns Bratwurst und Bier holen, das wurde aber strengstens kontrolliert und überwacht, dass wir nach dem Bratwurstkauf zügig wieder das Gelände verließen. Sie haben uns in ihrer unermesslichen Güte sogar mal aufs Klo gehen lassen. Wir saßen dann das ganze Konzert über draußen vor dem Zaun auf einer Bank, immerhin mit Blick auf die stattliche BASTION KOENIGIN. Die Musik konnte man so weit hören, dass immerhin erkennbar war, welches Lied gerade dran war. Aber kein Ersatz!

Für mich ist der schnellste Weg dahin mit der S-Bahn von Hackescher Markt bis S-Bahnhof Charlottenburg und dann umsteigen in die U-Bahnhalte von der U7 „Wilmersdorfer Str.“. Die fährt dann durch bis Zitadelle, von da noch ein paar Minuten Fußweg. Aber das dürfte Euch so genau nicht interessieren, da Ihr ja nicht hinfahren werdet. Ist ja ausverkauft! Wie letztes Jahr, da waren wir auch zu spät für Tickets. Heute dürfen wir wieder dabei sein! Ehrlich gesagt fällt mir gar keine andere Berliner Band ein, die fast bei jedem Konzert ausverkauft ist. Außer vielleicht die Ärzte. Der Beat Club ist schon ein echter Dauerbrenner. DER BURNER!

30. Juli 2025

Große Palme vor einem Haus mit Balkon, Hilda Polsterer (1903 – 1969). Hilda/Hilde Polsterer studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Josef Hofmann. Ab Mitte der Zwanziger bis Ende der Dreißiger Jahre lebte sie in Paris, wurde Chefdesignerin des Kaufhauses Printemps und führte nach ihrer Rückkehr nach Wien ab 1945 einen Salon, in dem unter anderem Künstler wie Ilse Aichinger und Ingeborg Bachmann verkehrten.

29. Juli 2025

Bratkartoffeln. Bettschwer. Radieschenblätter abgezupft, mit den Kartoffeln gekocht, in der Pfanne mit den Kartoffeln und Zwiebeln in Öl gegart. Das Grünzeug schmeckt ähnlich wie Spinat, aber nicht so mild und zart. Keine Riesenempfehlung, hat aber bestimmt Nährstoffe, Mineralien. Bin richtig müde. Vorhin schwarzen Tee getrunken, zuletzt Orangensaft. Mir fällt auf, ich habe nur Interesse an alkoholischen Getränken, wenn ich munter bin. In oder wegen schwächelnder Verfassung zu trinken, kommt mir nicht in den Sinn.

28. Juli 2025

Streng genommen, würde ich auch bei Traumsommerwetter nicht jeden Tag ein Flatterfähnchen aus dem Schrank ziehen und am Abend in Zehensandalen über den noch warmen Asphalt zu einer Bar trippeln, wo in lauer Nacht draußen noch Betrieb ist, man zwischen blühenden Oleandertöpfen sitzt… Sommerbilder. Übrigens soll er schon noch kommen. Der August ist ja noch nicht einmal da und er ist lang. Und Septemberanfang ist es immer schön. Das sage ich, weil da mein Geburtstag ist. Noch unklar, wo und wie ich den verbringe. Vielleicht an einem geheimnisvollen Ort.

27. Juli 2025

Costoluto Genovese heißt die bildschöne Sorte. Aber wie erwartet, eine nicht sehr intensive Fleischtomate von imposanter Größe, etwa wie ein mittelgroßer Hokkaido. Fast zu spät verarbeitet, ich hab sie so gerne angeschaut, schon ein paar Tage. Also es bleibt bei einem kulinarischen One Night Stand mit Costoluto Genovese.

25. Juli 2025

Gmx login funktioniert wieder – die login-Maske war heute Nachmittag bis gerade eben ein paar Stunden „unsichtbar“ – beruhigend, dass es Seiten gibt, die anzeigen, dass andere dasselbe Problem haben/hatten.

24. Juli 2025

Fällt das eigentlich noch jemandem außer mir auf? Immer mehr Online Shops für Schmuck, Lederwaren und Kleidung werben in Pop up Fenstern (vor allem auf youtube in der Seitenleiste) für eine Art „Ausverkauf“ oder „Schlussverkauf“ aufgrund angeblicher altersbedingter Geschäftsaufgabe, garniert mit Portraitfotos von grauhaarigen Damen im Rentenalter an ihrer Werkbank oder in der Nähstube. Der Duktus betont mitleiderregend bis weinerlich à la:

„Nach vierzig Jahren Geschäftstätigkeit muss ich nun mein kleines Schmuckatelier/Lederwarengeschäft/etc. aufgeben, das ich mir in harter und schwerer Arbeit aufgebaut habe. Es fällt mir wirklich schwer. Hier noch einmal die Gelegenheit, einmalige Schmuckstücke zum Vorzugspreis erwerben, Silberanhänger mit Halbedelstein, nur tausend Euro / edle Geldbörse aus Schweinsleder, nur 249,50 Euro“

Vielleicht irre ich auch und das sind WIRKLICH regionale Kleingewerbetreibende kurz vor dem Ruhestand, die auf den letzten Metern E-Commerce für sich entdecken. Aber eigentlich traue ich dem Braten nicht. In meiner blühenden Phantasie sind das KI-generierte Online-Shops mit Geschäftssitz in China oder Timbuktu oder Takatuka-Land, wo die „edlen Waren“ in fensterlosen Fabriken am Fließband zusammengeschustert werden. Aber vielleicht liegt die Wahrheit auch irgendwo dazwischen. Jedenfalls bin ich nicht emotional erpressbar, nur weil auf youtube (seit die Adblocker-Sperre eingetreten ist) ein grauhaariges Mütterchen wehmütig auf „ihre letzte Schmuckkollektion“, IHR LEBENSWERK guckt, das ich ihr bitte abnehmen soll.

Schon wieder das Thema „Nachlassangst“! Ein von Ingeborg Bachmann erfundenes Wort. Sie hatte nämlich reichlich Nachlassangst. Aber nicht in dem Sinne, dass sie fürchtete, dass sie Zeug hinterlässt, das keiner braucht oder haben will oder nicht zu schätzen weiß. Nein, sie war recht selbstbewusst, selbstsicher, was den Wert ihres Nachlasses anbelangt. Ihre Nachlassangst bestand in der Befürchtung, dass spätere Biographen private Eckdaten in ihre Auswertungen einbeziehen, die sie in privater Korrespondenz finden. Sie war schon in ganz jungen Jahren, bevor sie großen Ruhm erlebte, davon überzeugt, dass sie in die Kategorie Person des öffentlichen Lebens fällt. Und tatsächlich kam es dann ja auch genau so.

22. Juli 2025

Doch, das ist lustig. Schenkelklopfer-Sprüche von alten Hollywood-Diven sind erheiternd, speziell wenn man nicht heiter ist. Ich beneide Zsa Zsa gerade etwas um dieses Talent. Zumal ich heute Vormittag einen unerquicklichen Anruf erhielt, der die Fortsetzung des bislang überaus friedlichen Mietvertrags für das putzige Zimmer, wo ich bislang vorwiegend meine Bilder zauberte, hinterfragt. Details eventuell irgendwann später. Natürlich ist sowieso nichts für die Ewigkeit, aber manchmal wäre es einfach schön, wenn etwas Gutes weitergeht. Man hat schon genug Baustellen im Leben, die von Unwägbarkeiten begleitet sind. Mein lieber Freund Jan geht es jetzt an, sein Atelier auf der Zitadelle Spandau aufzulösen. Ich fühle mit ihm, wie existentiell das ist. Aber er ist soweit. Mehr oder weniger seine eigene Entscheidung. Aber überrumpelt werden möchte man da auch nicht. Wieviel Nachlass kann man der Welt zumuten. Was möchte man um sich haben, was ist Inspiration und Bereicherung. Natürlich nimmt man nichts ins Grab, aber beseelte Materie (wie Kunst oder Kunsthandwerk) ist eben genau das – beseelt – je nachdem, wie man es selbst auflädt, und kann einem den Aufenthalt auf Erden auch um einiges schöner machen. Sinnenfrohe, positiv besetzte „Anhaftung“ an Materie, die ja letztlich auch vibriert, wenn man es genau untersucht. Religiöse Überhöhung von vorzeitigem „Loslassen“ Fehlanzeige. Ich hänge einer selbst kreierten Spiritualität an, die irdische Erscheinungsformen wie feste Materie, von pulsierender Haut über Holz zu Gestein als durchweg göttlich, erstrebenswert und anderen physikalischen Konsistenzen und Aggregatzuständen ebenbürtig erachtet. Mag sein, dass unsichtbare Materie eine höhere Schwingung hat – so what! Plädoyer für mehr religiösen Respekt in Sachen jedweder materieller Diversität. Lebenssinn? Tasten, sehen, fühlen, singen, bewegen, tanzen, spazieren, hören, sprechen, kochen, pflanzen, schrauben, gießen, spielen, werkeln, schreiben, essen, trinken, schmecken, riechen! Küssen. Lieben.

21. Juli 2025

Erstmalige Veröffentlichung von Filmmaterial, das eine Führung durch die frühere Wohnung von Mae West in Hollywood zeigt, in der sie fast fünfzig Jahre ihres Lebens verbracht hat. Das 1930 von Paramount erbaute Gebäude, das innen mit Art Déco-Elementen überrascht, trägt den Namen „Ravenswood Apartments„.

Mae West starb 1980 dort in ihrem Schlafzimmer. Die heutige Bewohnerin, früher Interior Designerin, war immer ein großer Fan von Mae West und überglücklich, als sie dort einziehen konnte. Sie hat es völlig anders dekoriert, aber sammelt Stücke aus Nachlässen von Hollywoodstars, z. B. eine Anrichte und mehrere Teppiche von Liz Taylor. Darunter sind auch einige Sachen von Mae West, die alle einen Ehrenplatz haben, wie ein Paar mit schwarzem Satin bezogene Plateauschuhe oder das großformatige gestickte Familienwappen der Wests auf cremefarbenem Satin, das sie ersteigerte und an exakt derselben Stelle aufhängte, wo es zu Maes Lebzeiten hing. Die Nägel waren noch in der Wand.

Einige Einbauten sind im unveränderten Zustand wie zu Zeiten, als Mae West dort lebte, wie die gut erhaltenen Fliesen in den beiden Badezimmern und die Küchenschränke. Die Bewohnerin, die dort mit ihrem Mann, einem Musiker lebt, zeigt zur Veranschaulichung immer wieder Fotos, wie die einzelnen Zimmer zu Zeiten von Mae West ausgesehen haben. Maes Stil war etwas pompöser, vorwiegend in Weiß und Gold gehalten, aber auch reduzierter. Jetzt ist es ein bis auf den letzten Quadratmillimeter möbliertes Hollywood-Museum, aber sehr einladend und kuschelig.

21. Juli 2025

„Step inside the wild world of Jo Wood—ex-wife of Rolling Stones legend Ronnie Wood—as she reveals untold stories of rock ‘n’ roll madness, heartbreak, and her mother’s fears for her safety. From wild parties and celebrity chaos to dating disasters, UFO encounters, and her journey to happiness off-grid, Jo proves it’s never too late to start over. Hear her candid confessions about sex, reinvention, and why her kids call her ‘Gangsta Granny.’“

Ich habe schon mal davon gehört, dass die Ex von Ronnie Wood Jo heißt, hatte aber bislang keine Berührungspunkte mit ihr. Ich bin nun am Schwanken, ob sie ab sofort meine Lieblings-Ex-Stones-Frau ist. Bislang war es Jerry Hall. Jo ist mir total sympathisch, erinnert auch ein bißchen an Goldie Hawn, mit ihrem heiteren Naturell. Man vergisst beim Zusehen die offenkundigen Schönheits-Eingriffe. Ihre Persönlichkeit überstrahlt die evt. etwas zu hoch dosierten Unterspritzungen komplett. Angenehme Person.

20. Juli 2025

Kleine Collage meiner Lieblingskreationen eines Künstlers namens Peter Nidzgorski, der die Sprechblasen von Siebziger Jahre Love-Story-Comics neu befüllt, und zwar mit zu unserer heutigen „Beziehungskultur“ passenden Gedankengängen. Großes Tennis.

18. Juli 2025

Schönes Wochenende Euch. Ich werde sehr faul sein. Viel schlafen, vielleicht lesen, dösen. Eventuell herumwursteln. Fühle mich überraschend erholungsbedürftig nach einem Tag, der vielen um einiges jüngeren Menschen große Unterhaltung beschert hat (ich war nicht die Entertainerin). Aktivitäten wie Geschicklichkeits- und Schnelligkeitsspiele – vorwiegend im Stehen – die mich an eine Mischung aus „Wetten dass“, „Am laufenden Band“ und die Spielshow von Dietmar Schönherr und Vivi Bach aus den Siebzigern erinnert haben. Aber auch an Kleinkinderspiele wie ‚Alle ziehen sich Handschuhe, Mütze, Schal und Anorak an und essen dann eine Tafel Schokolade mit Besteck‘. Mir fehlt da eventuell ein Gen dafür, ganz sicher mehrere Synapsen. Rund vier Stunden (die mir endlos vorkamen) mit hektischen, zum Teil sportiven Aktivitäten mit Wettbewerbscharakter. Ganz arg langweilig für mich. Gewöhnungsbedürftig auch das Gefühl, der älteste Mensch unter zwanzig Erwachsenen zu sein und es derart deutlich zu empfinden.

Auch das, was als eine Art Wissens-Olympiade daherkam, in Gestalt von die angrenzenden Länder zu Deutschland nach der geschätzten Kilometerlänge zu sortieren (in der Mitte war Polen, als Anhaltspunkt), konnte meine geistigen Bedürfnisse nicht befriedigen. Wobei es immerhin noch minimal interessant war, dass sowohl die Grenze zu Österreich als auch zu Tschechien jeweils über 800 km lang ist. Hätten alle für kürzer gehalten. Die mäandert vielleicht sehr stark. Dass die zu Luxemburg am kürzesten ist, dürfte wenig überraschen.

Bei einem Spiel musste gebuzzert werden, wenn man was wusste oder erkannte, so wie man das aus diesen albernen Fernsehshows kennt. Ich dachte anfangs, na, da weiß ich vielleicht mal was – es ging um Filmmusik, sowohl von Spielfilmen als auch Serien. Aber ich bin da offenbar im Œuvre  des letzten Jahrhunderts stecken geblieben. Auf Netflix habe ich nur THE CROWN geschaut, allerdings komplett, und die beiden Staffeln der putzigen Kaulitze. Ich habe gar keinen eigenen Netflix Account, Lydia lässt mich mit ihrem gucken, wenn es was ganz Existentielles gibt. Ich erkannte nur drei Musiken, aber die anderen waren schneller. Biene Maja, Ghostbusters und erst nach einer Weile König der Löwen. „Filme für die ganze Familie“, zumal aus der Produktion der letzten dreißig bis vierzig Jahre, rauschen an mir komplett vorbei. Ganz sicher hätte ich die Musik von Frühstück bei Tiffany oder Spiel mir das Lied vom Tod erkannt. Oder Raumschiff Enterprise. Oder Doktor Schiwago. Oder Daktari. Oder Flipper. Tja. Also auch dieses Genre hat mir kein Glück beschert.

Und dann: Logos von Marken raten. Bei den Logos fehlte jeweils das entscheidende Element, also der Schriftzug. Erstaunlich schwierig. Z. B. das dm-Drogeriemarktlogo besteht aus „dm“ in blauen Buchstaben und darunter ist eine gelbe und eine rote Welle. Auf die beiden Wellen hab ich noch nie geachtet. Es wurden also nur die Wellen gezeigt. Ich hatte nicht die allerleiseste Empfindung, dass ich das schon mal gesehen hätte. Und ich gehe sehr oft zu dm. Da gibt es schließlich mein Lieblingsklopapier, das 5-lagige von der Eigenmarke. Das Logo müsste dann ja auch auf der Plastikverpackung sein. Aber ich schaue die nie analytisch an und hebe die Folie auch nicht auf. Die Klorollen sind ohne Verpackung in meinem Bad gebunkert. Als Resümee traue ich mich festzustellen, dass ich mir keine schwerwiegenden Wissenslücken attestieren muss, indem ich die gelb-roten dm-Wellen nicht erkannt habe. Das Logo von Netto und vom FBI übrigens auch nicht. Nun verdientes Wochenende. Ohne Rate- und Geschicklichkeitsspiele.

17. Juli 2025

Ich bin vorhin befördert worden: die Servicekraft von der Essensausgabe im Selbstbedienungsrestaurant, wo ich regelmäßig Mittagessen gehe, hat mich heute zum ersten Mal mit gesenkter Stimme gefragt: „Wollen Sie ZWEI Hühnerkeulen?“ (statt nur einer, wie lt. Menü vorgesehen – aber bitte nicht weitersagen). Da sie noch nicht so lange dort tätig ist, wie ich dort zu Mittag esse, musste ich mir ihr Vertrauen erst erarbeiten. Ich habe daher in den letzten Wochen kontinuierlich extra in ihre Richtung nach dem Verzehr gelobt, wenn es mir besonders gut geschmeckt hat und mich nochmals bedankt, obwohl ich natürlich weiß, dass sie es nur auf den Teller tut, nicht selbst kocht. Aber sie gehört ja zu einem Team, insofern ist es auch ein Dank an sie.

Außerdem vermute ich, dass sie zur Kenntnis genommen hat, dass ich meinen Teller immer komplett leer esse und die Serviette selbst in den Abfalleimer vor dem Wagen werfe, wo man das benutzte Geschirr reinschiebt. Damit habe ich fast schon ein Alleinstellungsmerkmal und kann richtig punkten, denn sie muss nicht die Hälfte der Portion wegschmeißen, was kein schöner Vorgang ist. Ich arbeite ihr sozusagen etwas zu.

Es ist für mich immer wieder aufs Neue nicht zu fassen, wie viele Gäste ihren Teller nur halb aufessen. Das weiß man doch vorher, ob man ausreichend Hunger für eine normale Portion hat. Die Mitarbeiter vom Service sind flexibel genug, weniger auf den Teller zu packen. Aber nein, volle Portionen werden entgegengenommen und ungerührt die Hälfte auf dem Teller gelassen. Und nicht, weil es nicht schmeckt. Nein, weil man einen Spatzenmagen und korrespondierend ein Spatzenhirn hat.

Die Hühnerkeulen waren jedenfalls vorzüglich, die Haut schön knusprig angebräunt. Allerdings war ich kein Fan von der Aubergine, aber das ist nicht die Schuld des Kochs. Hab sie trotzdem gegessen. Mich langweilen Auberginen in sämtlichen Zubereitungsarten. Ähnlich wie Couscous oder Polenta, da wird für mich Essen vom Genuss zur Nahrungsaufnahme. Ein Glück, dass sie nicht gefragt hat, ob ich zwei Auberginen will. Eine sehr gute Service-Kraft! Hoffe, sie besteht die Probezeit, falls die das haben.

16. Juli 2025

Getränke-Tagebuch:

Sonntag, 6. Juli: Leitungswasser, Orangensaft, Tonic Water, schwarzer Tee.

Montag, 7. Juli: Leitungswasser, Orangensaft, Kaffee, Tonic Water, schwarzer Tee.

Dienstag, 8. Juli: Leitungswasser, Orangensaft, Kaffee, Tonic Water, schwarzer Tee, halbes Jever.

Mittwoch, 9. Juli: Leitungswasser, Kaffee, Orangensaft, Tonic Water, Coke Zero, schwarzer Tee, halbes Jever, kleiner Schluck Eierlikör.

Donnerstag, 10. Juli: Leitungswasser, Kaffee, aufgesprudeltes Leitungswasser, Orangensaft, (im Zimmer 16: ) Spreequell mit Kohlensäure, Tonic Water, (beim Italiener: ) kleines Königs-Pilsener vom Fass.

Freitag, 11. Juli: Leitungswasser, Kaffee, aufgesprudeltes Leitungswasser, Orangensaft, Tonic Water, schwarzer Tee, kleiner Schluck Eierlikör.

Samstag, 12. Juli: Leitungswasser, Kaffee, Orangensaft, Coke Zero, Tonic Water, schwarzer Tee, (bei Doro: ) 1 kleine Pfütze Crémant Rosé, 1 großes Weinglas weißer Crémant, dazwischen 1 Flasche Tonic Water.

Sonntag, 13. Juli: Leitungswasser, Kaffee, Orangensaft, Coke Zero, Tonic Water, schwarzer Tee, 1 EL Eierlikör über Dessert.

Montag, 14. Juli: Leitungswasser, Kaffee, aufgesprudeltes Leitungswasser, evt. schwarzer Tee, Afri Cola Zero.

Dienstag, 15. Juli: Leitungswasser, Kaffee, aufgesprudeltes Leitungswasser, Afri Cola Zero, 1 kleiner Schluck Henessy, 8 Stück „Edle Tropfen in Nuss“ (Sorte Obstbrände).

Mittwoch, 16. Juli: Leitungswasser, Kaffee, aufgesprudeltes Leitungswasser (bis jetzt).

Summe Alkohol der letzten elf Tage:
1 Jever (0,5), 1 kl. Königs Pilsener (0,3), 3 Schluck Eierlikör, 1 Pfütze Crémant Rosé, 1 gr. Glas Crémant (ca. 0,3), 1 kleiner Schluck Cognac, 8 Mini-Pralinenportionen Obstbrände (insgesamt ca. 1 kl. Schnapsglas).

Ich fühle mich bereits jetzt auffällig regeneriert. Habe weniger Appetit auf alkoholische Getränke als sonst, vielleicht auch das Wetter und die Erinnerung an den schlimmen, schlimmen, schlimmen Kater nach dem Abend im Terzo Mondo. Außerdem habe ich mehr Schlaf als sonst. Die Kombi wenig Alkohol und viel Schlaf wirkt wahre Wunder. Ist allerdings momentan nicht mit einem mir verordneten Verbot oder was verkneifen müssen verbunden, dass ich mir nicht mehr so selbstverständlich eine gute Flasche am Abend aufmache. Schon eher ein bißchen Körpergedächtnis an das eindeutig durch zu viel Alkohol verursachte Elend.

Beim Italiener nach dem Konzert von Jenny hatte ich echte Mühe, das kleine Pils auszutrinken. Wollte es wohl aus Gewohnheit nicht halbvoll stehen lassen und auch aus Höflichkeit. Geschmeckt hat es mir gar nicht, aber auf Wein hatte ich genauso wenig Appetit. Mal sehen, wie es weitergeht, habe keinerlei feste Vorsätze, außer nie mehr die Kombi wie am Abend des 5. Juli zu trinken, das war:

(zuerst im Kino: ) 1 Piccolo „Geldermann brut“ u. 1 kleine Flasche Mineralwasser (dann im Terzo: ) 1 Glas Schaumwein „Amalia brut“, 3 x kleine (?) Karaffe Weißwein „Atma“ (vermutlich jeweils 0,3 l pro Karaffe), 1 Ouzo. Außerdem 2 Zigaretten geraucht.

Hört sich gar nicht so exzessiv an, aber mir hat diese Mischung komplett das Genick gebrochen. Am Morgen danach im Abstand von vier Stunden bis Mittag viermal gekotzt, danach wie verprügelt gefühlt. Eigentlich ja des Giftes entledigt, begrüßte mich am nächsten Tag eine Migräne-Attacke, die sich hartnäckig zwei weitere Tage nicht komplett verscheuchen ließ. Danach weiter erschöpft.

Erst seit drei Tagen fühle ich mich wieder wacker, aber bin sehr vorsichtig. Eigentlich unterlaufen mir solche alkoholischen Abstürze mit Kater nur, wenn ich auswärts trinke. Daheim bleibe ich bei einem (also einer Sorte) guten Getränk und wenns reicht, nach zwei bis drei Gläsern, ab in die Falle. Wenn aber die Gesellschaft auswärts lustig ist und mich durch Zuprosten animiert, bin ich verführbar, obwohl mir niemand etwas aufdrängt.

Ich würde eigentlich am liebsten nur in Lokale gehen, wo es nur absolute Spitzenqualität nach genau meinen Geschmacksvorlieben gibt, aber das sind nicht unbedingt immer die, wo man in legerer Runde Freunde trifft. Der Amalia-Schaumwein im Terzo ist aber schon auch gute Qualität. Nur offenbar nicht gut kombinierbar mit anderen Weinen und Ouzo sollte ich eh weglassen, auch wenn er nett gemeint, gratis beim Abkassieren hingestellt wird. Hat mir auch noch nie wirklich geschmeckt.

Das ewig wiederkehrende „Leitungswasser“ in meiner Litanei ist übrigens ein Becher Wasser, der ausschließlich nachts neben meinem Bett steht. Sonst mag ich lieber Wasser mit Sprudel, schön spritzig. Aber noch viel viel lieber Tonic Water. OHNE Gin, wohlgemerkt. Mein alkoholfreies Lieblingsgetränk, was beim Bestellen im Lokal manchmal ignoriert wird, wenn ich es nicht dazusage. „Gin Tonic“ ist so betoniert in den Köpfen, da muss man richtig dagegen arbeiten, indem man forsch dazwischen geht, wenn vom Bartender im Autopilotmodus zum Gin gegriffen wird.

14. Juli 2025

Um mal wieder aus dem Nähkästchen zu plaudern: ich war neulich bei einem netten Beisammensein, auf dessen Beteiligte ich nicht namentlich eingehen möchte. Eine Dame in der Runde schwärmte von einem Podcast, der von zwei Freundinnen gemacht wird, die sich dort über Ihre privaten Angelegenheiten unterhalten, insbesondere auch ihre Liebesverhältnisse betreffend. Nun erklärte der weibliche Podcast-Fan, dass die eine der beiden in einer „offenen Beziehung“ lebt, sowohl Ehemann also auch Liebhaber hat, die jeweils voneinander wissen, ja der Ehemann würde sogar mitunter auch im Podcast mitreden. Links von mir zeigte sich eine gute Bekannte begeistert und rief dazwischen: „Offene Beziehung? NA ENDLICH!!!“ Ich etwas überrascht, da ich sie gar nicht so eingeschätzt hätte, dachte sie sei eher ein Typ, der sich auf eine Person konzentriert, kann mich natürlich irren. Ich schaue sie an und sage: „Na endlich? Ach – findest Du das so toll?“ Sie: „Jaaa! ENDLICH mal eine ECHTE offene Beziehung!!!“ Ich: „hä?“. Sie: „Na, WEIL, ich treffe dauernd Typen, die mir erzählen, sie hätten mit ihrer Frau eine offene Beziehung, aber dann stellt sich immer irgendwann heraus, die Frau weiß gar nichts davon!“. Also ihre Begeisterung bezog sich offenbar auf die Wahrheitsliebe der Beteiligten von dem Podcast. Hab mal reingehört, hat mich jetzt nicht so umgehauen. Wird durcheinandergeredet, viel gejammert und der Mann von der „OFFENEN BEZIEHUNG“ nuschelt ganz arg unsexy. Aber das ist natürlich alles totale Geschmackssache.

14. Juli 2025

Selbst gepflückt! Für Doro. Bekamen einen Ehrenplatz im Entrée, vor einem selbst gemalten Bild (später Pointillismus) eines ihrer vielen zauberhaften, nun ausgewachsenen Söhne. Einer war da, der mysteriöserweise rein äußerlich ganz meiner Klischeevorstellung von einem Norditaliener aus der Region um Mailand entspricht. Sehen alle sehr gut aus, die Burschen von Doro! Er trug zum fünf-Tage-Bart und lockerem Shirt eine halsnahe Zuchtperlenkette. Wie das die jungen Männer heutzutage gerne machen, sexuelle Präferenzen unerheblich. Schon sehr, sehr cool!

13. Juli 2025

Gestern kleines Bloggertreffen bei Doro. War aber nicht als solches avisiert, sondern privates Stelldichein anlässlich ihres Geburtstages am Tag zuvor, daher keine öffentliche Ankündigung. In der Runde links von mir, angeschnitten, Wortschnittchen, auch dabei Modeste, gegenüber von mir Mequito, neben ihm Frau Gedankenträger. Unsere Doro saß derweil nebenan im zweiten Salon ihres Refugiums, um sich weiteren (nicht bloggenden) Gästen zu widmen, deswegen Gruppenfoto Fehlanzeige. Aber man kann es sich aus den Einzelaufnahmen irgendwie zusammendenken. Angenehm war auch, dass Doro vorher ausgab: „Keine Geschenke!“. Ich beließ es daher beim Mitbringsel von flüssigem Proviant und kurz vor meinem Weg zum Taxi im Hinterhof gepflückten Blumen, einer Schneeballhortensie Annabelle und lilablassblauen Malven. Wir sprachen u. a. über Erfahrungen bzw. Nicht-Erfahrungen mit Tinder und Bumble, den Kampf gegen Alterserscheinungen und noch vieles, vieles mehr. Wortschnittchen und ich brachen als Erste auf, aber nicht wegen Langeweile, sondern anderweitiger Vorhaben, so kann ich nicht beurteilen, wie lange die Sause noch ging. Vermutlich bis die Wunschgetränke zu Ende gingen. Mek hat auch was geschrieben.