11. Juli 2020

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Tagebuch, Januar 1990. Farbumkehrung für eine Illustration der März-Ausgabe 2006 „mindesthaltbar„, ein Wiener Online Magazin, das später ein Jahrbuch veröffentlichte. Leider keine Online-Präsenz mehr, alle Spuren verwischt. Aber ich habe zwei Exemplare des Jahrbuchs aufbewahrt, in dem mein Bild „Evolution“ ganzseitig abgedruckt war. Solche Spuren von Materialisierung freuen mich. Umso mehr, weil sie nur durch sogenannte Zufälle entstanden sind. Ich bin nicht der Typ, der sich bewirbt und wedelt, um zum Zuge zu kommen. Weder beruflich, noch privat. Ich mache, was ich machen muss, aus Trieb, aus Spieltrieb, auch aus dem Wunsch mich abzulenken, etwas für mich persönlich Sinnstiftendes in meiner Lebensspanne zu machen.

Aus einem mir nicht erklärbaren Grund, habe ich eine besondere Neigung und Liebe zu Materialisierung meiner Gefühle in Form von Sichtbarem. Je älter ich werde, umso klarer wird mir dieser ganz extrem ausgeprägte Drang. Ich finde es rückblickend selbst geradezu mysteriös und auch ein wenig verwunderlich, dass ich so viele Jahre vor mich hinwerkelte, ohne es offensiv öffentlich zu machen. Jedenfalls nicht so offenkundig wie das Fotografieren. Wobei Letzteres ja nach digitaler Sichtbarkeit schreit. Ich war somit eine Weile ganz dem Zeitgeist verhaftet. Was die Malerei angeht, die einige Jahre im Dornröschenschlaf war, hatte ich wohl schon recht früh ein Bewusstsein dafür, dass es mir nicht leicht fällt, mich von meinen Werken, den Originalen zu trennen. Also kann der Weg nur im Bereich der Vervielfältigung, professioneller Reproduktion sein. Und genau da arbeite ich mich jetzt ein.