Schnell hinaus, die Sonne zeigt sich gerade noch. Zu Edeka in die Große Hamburger Str., dann zurück um die Ecke in meine Wohnung, die Sachen in den Kühlschrank räumen und wieder los ins Atelier. Habe mich überraschenderweise daran gewöhnt, die schwarze Auerbach’sche Maske anzuziehen, sie wärmt ein bißchen, wenn kalter Wind weht, wie in diesen Tagen der Fall, oder wenn ich durch die Nacht laufe, von der U-Bahn kommend, nach Hause. Wie vorhergesehen, ist der Anteil der Maskenträger innerhalb der Strecke der der U 8, die Neukölln und Kreuzberg umfasst, eher gering. Obwohl es heißt, man schützt andere mehr als sich, empfinde ich es sogar als angenehm, innerhalb von diesem Streckenabschnitt bedeckt zu sein. Als wäre ich in meinem privaten Kokon. Da fährt niemand, den ich je näher kennenlernen wollte. Je mehr Abstand, desto lieber. Mit und ohne Corona. Ich sehe auch ein bißchen gefährlich damit aus, wie eine Terroristin, was eine ganz gute Kampfansage bei dem dubiosen, relativ aggressiven Publikum ist. Mit den dunklen Kajalaugen, die hervorgucken, wie bei einer Wüstentochter, ernte ich eher respektvoll interessierte Blicke, ohne die Vermummung sehe ich bedeutend harmloser aus. Ich benutze übrigens echtes Kajalpulver aus Mekka, also aus Saudi-Arabien, deep shit! Es wirkt!

Eine Antwort auf „02. Mai 2020

  1. Christoph M.
    Woraus wird denn Kajal gewonnen?

    Gaga Nielsen
    Traditionell aus dem Ruß von Butterschmalz und einem Potpourri von gemahlenen Mineralien und Kräutern, z. B. Kampfer, Minze und Augentrost. Der dekorative Effekt ist ein angenehmes Beiwerk, Khol soll die Wüstentöchter und -söhne vor entzündeten Augen durch zu viel Sonne, Wüstenwind und Fliegen schützen. Heutzutage sind auch ein paar synthetische Inhaltsstoffe drin, aber die heutige Rezeptur gilt immer noch als antibakteriell und hat auch keinen unangenehmen Effekt, wenn es direkt auf das Auge kommt, was leicht bei der traditionellen Applikation als Pulver passiert. Ist angenehm. Ist farbintensiver und hält bedeutend länger als Kajalstift.

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