Ein zauberhaftes Werk von Walter Becker aus dem Jahr 1965, in dem ich geboren wurde. Ich denke beim Betrachten daran, wie gerne ich mit meinen Freundinnen tanzen gehe, mit Ina, und Lydia und Jenny. Es wird bestimmt irgendwann wieder möglich sein, im Sommer vielleicht, aber im Augenblick scheint es so weit entfernt, als sei es in einem anderen Leben gewesen.

Der Maler dieses Bildes, Walter Becker, zählte für die Nazis zu den zu ächtenden Künstlern. 1937 wurden im Rahmen der Aktion Entartete Kunst 19 Werke Beckers beschlagnahmt. 1941 erhielt Becker einen Ruf als Professor an die Kunstakademie Karlsruhe. „Doch noch vor Antritt seines Amtes, so schreibt Becker, sei durch die SS von Berlin aus sein Atelier versiegelt worden, und er sei ‚unter versteckter Drohung gezwungen gewesen vom Vertrag zurückzutreten‘.“ usw. usf.; später konnte er doch noch eine akademische Karriere machen.

Aber die folgende Anmerkung im Wikipedia-Eintrag: trifft mich dann wieder: „Seit den 60er-Jahren setzte eine fortschreitende Einschränkung der Sehkraft ein, die fast zur Erblindung führte. Becker gab die Malerei vorläufig auf.“ Mitte der Siebiger nahm er die Malerei mit stark geschwundener Sehkraft wieder auf und produzierte zum Teil sehr archaisch wirkende Bilder.

Das Bild, das 2007 bei einer Auktion unter dem Titel „Tänzerinnen“ angeboten wurde, wäre im Vergleich zu den bisherigen millionenschweren Werken meiner Wunschsammlung ein absolutes Sonderangebot gewesen. Es wurde vom Kunsthaus Ketterer für „nur“ 23.400 € versteigert. Ich mag es sehr.

Eine Antwort auf „06. April 2020

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