9 Antworten auf „20. Juli 2018

  1. Maria Schuster
    Ja, macht Spass zu schauen.

    Gaga Nielsen
    habs vorhin noch mal geguckt! Gestern war ich zwar auch schon konzentriert, aber nicht so nüchtern. Ist tatsächlich sehr gut, die Dokumentation, wir haben sie uns nicht schön getrunken! Der Sprecher aus dem Off sagt an einer Stelle, Eric Wrede hätte eine unverblümte Art, die Dinge auszusprechen. Eine Art, die mir gefällt!

  2. Offtopic, weil ich hier keine Suchfunktion finde:

    Schon gelesen? Die Berliner Zeitung erinnerte an Nico, deren Todestag sich unlängst zum 30. Mal jährte,

  3. Danke, den Artikel kannte ich noch nicht, es gab jetzt ja viele, wegen des runden Gedenktages, auch Radiofeatures etc. – ich freue mich darüber, aber verfolge nicht alles, weil meist auch nichts mehr Neues beigetragen werden kann. Den hier habe ich eben doch gelesen. Auf die Biographie bin ich dann doch neugierig, wie gut er recherchieren konnte.

    Zitat aus dem Artikel: „Sie wurde von Männern über ihr Aussehen definiert, aber sie fügte sich nicht in dieses Bild“, sagt Dyrholm am Telefon, „eigentlich war sie zunächst der Inbegriff einer schönen Frau. In späten Jahren aber machte sie sich absichtlich hässlich, um dem nicht zu entsprechen.“ Ungeachtet dessen, dass ich diese charisma- und anmutsarme, eher plump und durchschnittlich wirkende Darstellerin Trine Dyrholm für eine Fehlbesetzug halte, die mir den Film schon ausschnittweise verleidet, ist dieses Statement von ihr, das sie sich offenbar zusammengelesen hat, völliger Unsinn. Nico war bis zu ihrem letzten Atemzug immer auf ihre äußere Wirkung bedacht, sie hat genau überlegt, was sie anzieht, um nach ihren eigenen Maßstäben gut auszusehen. Sie wäre nie ungeschminkt auf die Bühne gegangen. Ich habe sie ja 1985 live gesehen, aus dem Abstand von drei Metern, sie war durchaus zurecht gemacht. Dass es ihr in späteren Jahren nicht mehr gelang, wie das 25-jährige Supermodel auszusehen, hatte mit den Folgen ihres Lebensstils zu tun, Heroin und unregelmäßige Ernährung ist nicht so förderlich. Lutz Ulbrich (mit dem ich befreundet bin), der mit ihr lange persönlich verbunden war, auch mit ihr getourt ist und sich auch um die Beisetzung gekümmert hat, ihr letzter guter Freund, erkennt in diesen seltsamen Statements, „sie hätte sich absichtlich hässlich gemacht“, auch auf Anhieb, das da etwas wiederholt wird, was irgendwann jemand platt geschlussfolgert hat, der Nico nicht kannte. Dass man einen individuellen Kleidungsstil, der nicht einer Puppen-Ästhetik entspricht, als „absichtlich hässlich machen“ interpretiert, sagt eigentlich mehr über die konventionellen Schönheitsideale der Person, die das äußert, als über Nicos vermeintliches Anliegen, sich „hässlich“ zu machen.

    Es gibt schon eine Suchfunktion hier, aber ein bißchen arg dezent. Es ist das kleine Symbol der Lupe, rechts oben.

  4. Mich hat dieses Zitat auch verwundert und irritiert. Der Film läuft hier demnächst in meinem Lieblingskino, ich hatte das Programm aber nicht so genau studiert, sondern angenommen, dass die Geschichte anhand alter Filmaufnahmen von Nico selbst erzählt wird.

    Ich habe mir eben den Trailer zu „Nico, 1988“ angeschaut – und dann zum Vergleich ein Interview mit Nico aus dem Jahr 1985. Muss ich nichts weiter dazu sagen, oder?

    Die kleine Lupe hatte ich glatt übersehen.

  5. Danke für den Link zum Interview von 1985, das kannte ich nicht. Jemand schreibt in einem Kommentar auf youtube darunter: „(….) she had a lovely vulnerability about her and a charming shyness“. Das finde ich sehr schön formuliert, ich empfinde das auch. Wenn man den Trailer dann noch mal sieht zu diesem eindimensionalen Möchtegern-Portrait ihrer letzten Jahre, fällt es noch schwerer zu begreifen, wie man eine Darstellerin wählen konnte, die ausschließlich mürrisch aus der Wäsche schaut. Als hätte man den Ehrgeiz gehabt, eine Schauspielerin zu finden, die sowohl rein äußerlich, als auch von der Ausstrahlung her, möglichst wenig Ähnlichkeit mit Nico hat. Gruselig. Ebenso gruselig finde ich die Kritik vom Spiegel zu diesem Film, der allen Ernstes von einem „sensiblen Portrait“ schwadroniert. Da fehlen mir die Worte.

  6. in der Berliner Zeitung bislang die einzige Kritik, die dieses Biopic und die Darstellung als unangemessen bezeichnet: https://www.berliner-zeitung.de/kultur/film/neu-im-kino–nico–1988–will-so-kaputt-sein-wie-nico-am-ende-ihrer-tage-30989832
    „(…) Sie konnte lächeln, auch als ihr nicht mehr danach zumute war, schüchtern und ein bisschen hochnäsig – die Eleganz und Weltgewandtheit eines Ex-Mannequins hat sie nie ganz losbekommen. Vor allem konnte sie singen, mit dieser ureigenen deutschen Grabesstimme, die in der Tiefe beeindruckte und in den Höhen erschütterte. Davon ist Trine Dyrholms grölender, rumpelnder Auftritt so weit entfernt, dass man besser darüber schweigt.“

  7. Mir fiel in dem Trailer sehr unangenehm auf, wie diese Trine aus der Wäsche glotzt. Auch wirkt ihr Gesicht viel zu grobschlächtig, was einem noch viel schlimmer aufstößt, wenn man danach das Interview mit Nico sieht.

    Die kluge Rezension in der „Berliner Zeitung“ ist von Philipp Bühler, der arbeitet schon seit 20 Jahren als freier Filmjournalist. Die Rezension im „Spiegel“ stammt von der Schriftstellerin Jenni Zylka, die sich auch als freie Journalistin (Musik- und Filmkritiken) und Moderatorin verdingt und in einer Band spielt.

    Diesen Film kann man sich sparen. Dann lieber die von Bühler erwähnte Dokumentation „Nico Icon“ anschauen.

  8. sehe ich ebenso – obgleich mir in der Doku von Susanne Ofteringer, zumindest als ich sie vor vielen Jahren, als sie herauskam sah, auch unangenehm war, dass immer wieder der destruktive Aspekt ihrer letzten Jahre betont wurde, und die zu allen Zeiten bereichernde transzendente Qualität von Nicos Lebenswerk in den Hintergrund rückte. Vor zehn Jahren wollte Lutz (Lüül) gerne, dass mein Video (mein Besuch an ihrem Grab, „Opus 8“) auf dem Festival gezeigt wird, das anlässlich Nicos 70. Geburtstag und ihres zwanzigsten Todestags in der Volksbühne stattfand. Susanne Ofteringer war als Mitorganisatorin involviert und lehnte es ab. Lutz bedauerte das sehr. Das war mir Ehre genug. Aber immerhin hat Ofteringers Dokumentation tatsächliche Wegbegleiter mit ihren Erinnerungen verewigt. Und dass ich dann letztlich da war, bei dem Gedenkkonzert, wo auch James Young spielte, der auch ein Buch über seine Zeit mit Nico geschrieben hatte, führte dazu, dass zwei Musiker dieses Abends Bilder von mir anfragten, Dylan Gwalia für ein Plattencover und James Young selbst für seinen Wikipedia-Eintrag. Lutz war vor ca. elf Jahren auf mich zugekommen, nachdem er das Video entdeckt hatte, ich wusste bis dahin gar nichts von ihm. Nach der Zeit mit dem Festival 2008 hatte ich nur sporadisch Kontakt, er schickte mir mal zwischendurch ein Foto, wenn er wieder am Grab war. Und 2016 hatten wir dann plätzlich einen gemeinsamen Bekannten- und Freundeskreis von Musikern, mit denen er regelmäßig auftritt, so begegneten wir uns wieder. In sein Buch „Nico – im Schatten der Mondgöttin“ http://luul.de/2015/07/nico-in-the-shadow-of-the-moon-goddess schrieb er mir als Widmung „Für Gaga, der inoffiziellen Nico-Botschafterin“. Ein bißchen ist es schon so. Als ob ich sie wie eine Anwältin vertreten und beschützen möchte.

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