Mit Ina im Quasimodo beim Release Konzert von Danielle De Picciotto und Alexander Hacke. Ich kam mit dem Taxi direkt von der Wabe, hatte mich auf den letzten Drücker losgeist. Ich war ewig nicht mehr im Quasimodo. Ich glaube Ende der Achtziger oder Anfang der Neunziger. Mir ist, als wäre der Bühnenbereich früher nicht im Keller gewesen, aber es sah trotzdem ähnlich aus, eigentlich schöner. Schummrig blaue Clubatmosphäre. Bilder von Ikonen der Musikgeschichte an den Wänden. Prince schmückt die Bar. Eine besondere Reminiszenz. Noch heute wird davon erzählt, wie er Mitte der Achtziger nach einem großen Konzert (er war auf dem Höhepunkt seines noch frischen Ruhms, Kiss lief rauf und runter) danach ein spontanes Konzert im Quasimodo gab, einige wussten davon, das machte schnell die Runde, auch ohne Handy und Smartphone. Ich hörte erst am Abend danach davon, von einem Freund, den ich immer nur am Tresen der Dominar-Bar traf, Arno. Er war auch da, er hatte aber auch eine besondere Connection, weil er häufiger Stars, die in der Stadt waren, die Hotspots zeigte. Einmal war er auch mit David Byrne unterwegs. Jedenfalls betrachteten sich alle, die bei diesem exklusiven, nicht angekündigten Konzert dabei waren, als geadelt. Von Prince persönlich. Jedenfalls wurde reichlich damit angegeben. Hätte ich wahrscheinlich auch nicht für mich behalten, Neid! Daran dachte ich also, als ich da am Tresen stand und auf Prince, den Geliebten schaute. Das Konzert von Danielle De Picciotto und Alexander Hacke ließ sich etwas übersteuert an, ich fand es zu laut. Hoffte, es würde besser, um die metaphysischen Klänge, die beide produzieren, angemessen würdigen zu können. Nach der Hälfte des zweiten Stücks ging ich zum Mann an den Tonreglern und sagte ihm, dass ich es zu laut fände, die Gitarre übersteuert. Ich hatte den Eindruck, es wurde dann besser, kann aber auch an den Stücken gelegen haben. Es wurde immer besser, es hatte sich eindeutig gelohnt, die Wabe vorzeitig zu verlassen. Ina hatte die beiden in der Konstellation noch nicht gehört, ich schon, vor zwei Jahren im Roten Salon, wo Danielle phantastische Visuals zur Musik zeigte. Das war diesmal nicht, es war weniger aufwändig, gab auch keinen Support Act, aber es war sehr intensiv. Gudrun Gut und Andrew Unruh standen auch am rechten Bühnenrand und lauschten. Später, auf dem Nachhauseweg tankte Ina, ich schaute auf eine Litfass-Säule mit einem riesigen Stones-Plakat für den 22. Juni im Olympiastadion. Da gehen wir auch hin. Hier ein paar Bilder aus dem Quasimodo, wie es heute aussieht. Und von Danielle und ihren Strümpfen und Schuhen.





P.S. gehört auch noch hierhin, dieses P.S. aus einem Kommentar vom 9. März, nach dem Konzert:

„P.S. auch noch bemerkenswert war eine Begegnung mit einem Mann am Ende vom Konzert im Quasimodo. Alexander und Danielle packten ihr Equipment ein und außer dem Tresenpersonal waren nur noch wenige Gäste da. Da kam ein graumelierter Herr an unseren Stehtisch und begann zu plaudern. Auskunftsfreudig erklärte er, dass er extra nach Berlin wegen des Konzerts gereist ist, ich glaube aus Niedersachsen (oder war es Hamburg?). Und zwar einzig und allein aus dem Grund, um sich „diesen Alexander Hacke“ mal aus der Nähe anzuschauen. Nicht etwa, weil er sich für seine Musik interessieren würde, keineswegs. Der Grund des Konzertbesuches war, sich ein konkreteres Bild von dem Männergeschmack von Meret Becker zu machen. Die beiden waren ja mal verheiratet. Dass das nun schon ewig her ist, zwanzig Jahre bestimmt, hat ihn nicht weiter interessiert. Hingegen stark interessiert ist er an Meret. Wir fragten ihn, ob da denn was liefe, mit Meret und ihm. Ich habe aus seinen etwas nebulösen Erklärungen gefiltert, dass er mit ihr auf facebook Kontakt hatte, wobei nicht ganz klar wurde, ob er ihr als Fan etwas mitgeteilt hat, ob in Form eines Kommentars, oder ob er ihr eine private Message geschrieben hat. Und ob sie darauf geantwortet hat, war auch nicht so eindeutig zu eruieren. Jedenfalls findet er sie sehr toll und ist offensichtlich so verliebt, dass er möglichst viele Informationen über seine Herzensdame sammeln will. Vielleicht wird ja was draus, ich kenne den Männergeschmack von Meret ja nicht. Er war nicht unangenehm, aber mein Fall wäre er nicht. Mir eigentlich auch ein bißchen zu alt. So schätzungsweise Ende Fünfzig. Ich bin ja erst siebenundzwanzig.

Bei der Heimfahrt musste Ina tanken und ich guckte währenddessen durch die Scheibe direkt auf eine Litfasssäule. So eine moderne, die sich dauernd dreht. Und ungefähr alle dreissig Sekunden kam eine große gelbe Werbung mit einem roten Mund in der Mitte, wo eine Zunge raushängt. 22. Juni 2018, Olympiastadion stand drauf. Keine Ahnung, was das soll Und in der Ecke „no filter“. Vielleicht eine neue Zigarettenmarke. Ich werde mich informieren und auf jeden Fall hingehen!“

3 Antworten auf „02. April 2018

  1. kid37 – 2. Apr, 21:14
    Hübsche Location, und ein paar Stücke von den beiden gefallen mir auch. Ich bin nicht komplett überzeugt, vielleicht ein persönlicher Vorbehalt, aber diese Idee der Lebens- und Kunstgemeinschaft ist natürlich berückend. (Im Link zum Album ist vorn ein „h“ zuviel.)
    antworten – löschen

    g a g a – 2. Apr, 23:07
    Was für ein (indirektes) Kompliment, einen Leser zu haben, der einen Verlinkungsfehler bemerkt und auch noch en detail mitteilt! Da fühle ich mich aber jetzt ganz stark geadelt! Ich habe festgestellt, dass sich die Musik von den beiden mit größerer Intensität in einem Raum entwickelt, wo sie es in schöner Atmosphäre, bei schönem (psychedelischen….) Licht live spielen. Es ist einfach supertranszendent und man schraubt sich so rein, je weiter die Performance fortschreitet, schon irgendwie sehr schamanisch, was die da machen. Kann man daheim mit dem Plattenspieler nicht in dem Ausmaß nachbauen. Daher unbedingte live-Empfehlung.

  2. zuckerwattewolkenmond – 2. Apr, 23:16
    Informationen
    über Herzdamen zu haben ist immer gut. Nimmt nur manchmal etwas seltsame und fast tragische Ausmaße an.

    P.S. Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt schon einmal im Quasimodo war. Könnte sein oder auch nicht.
    antworten – löschen

    g a g a – 2. Apr, 23:18
    ich hab mir vorgenommen, das Programm vom Quasimodo mal wieder zu verfolgen, das war früher so ein bißchen Blues-Rock-lastig und etwas altbacken, daher hab ich es nicht weiter verfolgt, aber das Konzert der beiden hat mich neugierig gemacht, weil es eine extrem atmosphärische Location ist mit supernettem Personal!

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