Jenny, gestern open air. [ von Hölzchen auf Stöckchen.]


Auf der grünen Wiese in der Walter-Felsenstein-Straße, am nördlichen Rand von Berlin, wo man auf dem Rückweg geneigt ist zu sagen, man fährt jetzt wieder heim, nach Berlin. Neben Jenny, die ihre eigenen Songs sang, unterstützt von Hans Rohe, Tom Baumgarte und Jens Friedrich, gab es noch zwei andere acts, die ich nicht eingefangen habe. Muss ja auch nicht. Versuche es im Moment sowieso reduziert zu halten, mit neuem Material, weil ich eigentlich so schon keine Zeit habe, noch mehr Halde brauch ich nicht. Das war gestern ein vergleichsweise kurzer Ausgeh-Abend für einen Freitag, lag an der sehr jugendlichen Begleitung von Jenny und Fabian. Der Nachwuchs. Das ist so ein Punkt, da möchte man dann doch nicht tauschen, ich meine nicht den Nachwuchs an sich, sondern diese unablässige Beaufsichtigungspflicht. Die ja letzten Endes den Kids wahrscheinlich auch zum Teil auf die Nerven geht. Ich komme mit Kindern gut zurecht, bin aber nicht böse, wenn man mir keine Aufsichtspflicht überträgt. Wahrscheinlich ist der Umgang deshalb so harmonisch, weil ich mich jederzeit umdrehen kann und gehen. Wahrscheinlich fehlt mir einfach das ausgeprägte Mutter-Gen. Ich sehe Menschen jeglichen Alters auf Augenhöhe, auch wenn ich die Unselbständigkeit und Hilfsbedürftigkeit eines jungen Wesens erkennen kann und respektiere und auch gerne Hilfestellung gebe. Aber es sind für mich fertige Persönlichkeiten, mehr oder weniger. Da etwas formen zu wollen oder belehrend aufzutreten, ist mir befremdlich. Ich denke schon, dass die kleinen Wesen den Respekt spüren, den ich für sie habe, so wie es auch Tiere spüren, das empfinde ich sehr ähnlich. Ich mag nicht alle Tiere und ich mag nicht alle Kinder und ich mag nicht alle Erwachsenen. Nur ganz bestimmte, die auf meiner Wellenlänge sind. Wie kriege ich jetzt die Kurve zum Anfang von dem Eintrag. Genau, Wellenlänge. Jenny und ich sind auf einer Wellenlänge. Stellt man einfach fest, geht auch ziemlich schnell. Sie ist ja auch Jungfrau, wie ich. Wir haben beide im September Geburtstag. Ein Zeichen, über das ein Reigen von eher unsexy Eigenschaften kolportiert wird. Kann ich gar nicht verstehen. Wobei das mit der Ordnungsliebe und Strukturiertheit und Akkuratesse schon stimmt. Bei mir auf jeden Fall. Das kommt – bei mir zumindest – von so einer permanenten komplexen Wahrnehmung, was alles zu beachten ist, weil es schieflaufen könnte, das führt vielleicht mitunter zu einem geradezu grenzüberschreitenden Perfektionismus, alles kontrollieren wollen, aber letzten Endes geht es darum, ein Maximum kreieren zu wollen, etwas wahnsinnig Schönes oder wahnsinnig Gutes oer wahnsinnig Aufregendes. Das Ziel ist eigentlich immer etwas besonders Wunderbares, um die Welt zu einer lebenswerteren zu machen. Insofern mag es auch eine kontrollierte Form von Sex Appeal sein, die zu Tage tritt. Aber die wahrnehmbare Kontrolliertheit hat auch etwas sehr reizvolles, insofern dass die Phantasie stärker provoziert wird, was geschehen mag, wenn die hart erkämpfte Kontrolle einmal wegfällt. Ich wüsste nicht, was daran unerotisch ist. Das war mal wieder ein klassischer Konzertbericht von Gaga Nielsen. Von Hölzchen auf Stöckchen. Aber letzten Endes macht dieser Precht auch nichts anderes. Vielleicht gäbe ich ein gutes weibliches Pendant zu ihm ab. Also nicht erotisch, sondern professionell. Ich könnte durchaus auch vor laufender Fernsehkamera so vor mich hinschwadronieren. Oder eleganter ausgedrückt, philosophieren.

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