
Hi

STUMM ABER MUNTER

UND SELBST?
Vorhin in der U-Bahn lief auf diesen Info-Monitoren, die von der Decke hängen, ein Cartoon mit gephotoshopten Fotografien, die mit diesem Comiceffekt nachbearbeitet wurden. Ich war total fasziniert, obwohl ich nicht kapiert habe, worum es ging. Eine leicht depressiv wirkende Frau in meinem Alter mit Rollkragenpullover und komischer langer Perlenkette sitzt in einem Café und raucht und trinkt und sinniert düster vor sich hin. Ich musste schon gestern unbedingt alle Denkblasen entziffern und erinnere mich an rein gar nichts.
Aber mir fiel wieder ein, dass ich so zwischen neun und zwölf leidenschaftlich gerne Comichefte las, die extra für Mädchen gemacht wurden. Die Hefte hießen Melanie und es gab ganz viele gute und böse, immer wie Models aussehende sexy Frauen darin. Richtige Hexen waren dabei. Ich war ganz süchtig nach den Geschichten. Am allerliebsten in der Badewanne oder mit dem Bauch auf dem Bett liegend. Wie gerne würde ich jetzt in einem dieser alten Hefte blättern. Totaler Schund aber super irgendwie.
Hi… danke der Nachfrage, Frau Gaga! Es geht so lala…
Ah – ! „Ich erinnere mich vor allem an Penny Lukas und ihre unerwiderte Liebe zu dem schönen Mick Tucker“
Sehr schön diese drei Selbstporträts, bei Naturlicht. Und weil Sie konsequent schwarzweiss arbeiten. Ich bin ja angeblich farbensüchtig. ;-) Audrii
PS: Mit Selbstauslöser und dann beschnitten?
Ich hab das bisher immer vergeblich probiert, mit meinen Armen, die ja keineswegs Stummel sind. Es ist eher mein Ungeschick. Das schwenkbare Display ist demnach der Schlüssel zu Fotos, die das Gesicht nicht so verzerren.
Bewundernswert finde ich auch Ihre Konsequenz in der Selbst-Darstellung. War der Schritt von der vorher nur privat ausgeübten narzisstischen Obsession, falls dieses Wort Ihrer Meinung für Sie zutrifft, zur veröffentlichten schwierig und mit Hindernissen verbunden; oder ganz naheliegend und daher auch leicht möglich? Anders gefragt: Steht für Sie das vielfach individuell vervielfältigte Porträt, das Sie augenblicklich entanonymisiert, oder die Kommunikation mit persönlich unbekannten Betrachterinnen und Betrachtern über das Bild im Vordergrund? Audrii