01. Februar 2024

Kupferrosa Reste für Kaleidoskop VII., Nellcôte, noch ganz unfertig, Anfangsstadium. Bestandteile, grobe Anordnungen. Bin gespannt, was da noch alles kommt und damit passiert. Auf jeden Fall eine Menge; das wird komplex. Die Entwicklung vom Anfang bis zu unerwarteten Endergebnis amüsiert mich. So ist es noch trivial. Wird eventuell aufwändig. Heute aber keinen Drive, nachdem ich mich mit der Aktualisierung von Drivern verausgabt habe. Das Foto von Keith Richards stammt vom Cover der Mare Ausgabe 2022, die dem Sommer 1971 gewidmet war, als die Stones in der von Keith gemieten Villa Nellcôte in Südfrankreich Exile on Mainstreet aufnahmen. Und Joni Mitchell und Leonard Cohen am Mittelmeer weilten, und dort ewige Lieder schrieben.

01. Februar 2024

Kaum wage ich es, von meinen weiteren Set up-Aktivitäten mit meinem alten Toshiba Satellite zu berichten, davon ausgehend, dass meine Leser/innen nicht den Beruf des Fachinformatikers für Systemintegration ausüben (ich übrigens auch nicht). Außerdem haben die meisten ja scheinbar eh einen Mac und blicken etwas mitleidig auf Windows User wie mich.

So ähnlich wie Schüler in den Siebziger und Achtziger Jahren, denen die Eltern eine Levis oder Wrangler Jeans gekauft haben, auf die Kinder aus ärmeren Haushalten geschaut haben, die eine Jinglers-Jeans von C&A anziehen mussten. Ich hatte es damals immerhin zu Wrangler gebracht, fand ich auch besser als Levis. Sexier von der Waschung und vom Schnitt her. War auch so! Levis war so unisex, Wrangler auf die weibliche Figur zugeschnitten.

Aber zurück zu meiner Freizeitbeschäftigung, mit unermüdlichem Beharrungsvermögen (Mars, Mond, Neptun und Aszendent im Skorpion) dem Satellite neues Leben einzuhauchen, ohne ihn zwecks Untersuchung im Schrauberladen abzugeben. Also ihr Mac User könnt hier aufhören zu lesen.

Folgendes: ich hatte nun den neuen kleinen, schicken Acer am Start und nach vielen erfolglosen Versuchen den Satellite nochmal hochzufahren, packte ich ihn bedauernd hochkant neben die Wohnungstür, um ihn doch mal fachkundig auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Also irgendwann. Weil nun hatte ich mich ja schon gut mit meinem kleinen, jungen und smarten Toyboy Acer Swift arrangiert.

Ich hatte es zuletzt vorm hochkant neben die Tür stellen, am Satellite hingekriegt, ein grundlegendes Reset auf die Werkseinstellung anzuschmeißen, wo alles platt gemacht wird, aber ich kriegte nie eine abschließende Meldung, dass es nun hiermit erledigt sei und alles auf Werkseinstellung zurückgesetzt. Ich machte ihn immer wieder mal an und er zeigte kurz das Toshiba-Logo und dann einen dunkelgrauen Bildschirm und Hintergrundrauschen. Manchmal ließ ich das eine Stunde so laufen, dann schaltete er sich aus oder ich würgte ihn ab, weil nix mehr passierte.

Also drei Tage Ruhe, ihn komplett ignoriert, und als ich ihn nun mitnehmen wollte zum Abtransport, gedacht: eine Chance gebe ich dir noch, einmal versuche ich noch hochzufahren. Und siehe da: nun kamen endlich die ganzen Abfragen, die man bei Neueinrichtung des Betriebssystems kriegt. Ich lud mir dann gleich wieder den Firefox runter, aktivierte die alten Lesezeichen, alles da.

Und dann wurde ich ganz mutig – alles in derselben Session – ich dachte: jetzt oder nie, vielleicht will er mal ein bißchen frisiert werden. Es gab ja für viele Anwendungen keine Updates mehr. Ich holte mir für neunzehn Euro die Lizenz für Windows 10 und habe ihn upgegraded und er hat alles bisher mitgemacht. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Die Grafikkarte ist etwas veraltet, der Grafiktreiber wird nicht mehr automatisch upgedatet und manuell die AMD Adrenalin Legacy Treiber-Edition für meine alte r9 200 zu installieren, hat nicht funktioniert.

Hab ich nun womöglich das falsche Windows 10 installiert? Ich dachte, das wäre automatisch 64 bit für mein 64 bit-Satellite, auch bei der Home Edition, dachte Pro ist nur mit so fancy Unternehmens-Features, bin nun verunsichert. Youtube puffert zuweilen ein klein wenig, aber er läuft. Ich bereinige jetzt gerade alte Installationsdateien etc.

Was mich bislang stört, ist beim Hochfahren nach dem Toshiba Logo der Blue Screen mit der Aufforderung „wählen Sie ihr Betriebssystem“, da gibts nur Windows 10 und erst dann kommt der Sperrbildschirm mit dem Login. Das ist nicht geschmeidig, daran arbeite ich gerade.

Ende des Berichts aus Gagas Computerwerkstatt!

31. Januar 2024

Hilfsmittel für übermorgen, wenn Freitag die U-Bahn streikt: das Berliner S-Bahn-Netz ohne die U-Bahn: Stattlich! Vielleicht fahr ich doch in mein Atelier. Gibt zwei Varianten von mir daheim: entweder S-Bahn Oranienburger Str. bis Südkreuz und dann umsteigen in die Ringbahn bis Hermannstraße. Oder vom Hackeschen Markt bis Ostkreuz und von da in die andere Richtung der Ringbahn bis Hermannstr. Von der Oranienburger bis Südkreuz ist mir sympathischer, weil mich der S-Bahn-Knotenpunkt Südkreuz weniger verwirrt, als der am Ostkreuz, wo ich schon mitunter herumgeirrt bin. Kommt mir auch irgendwie kürzer vor. Mal sehen. Ah ja, gerade die Haltestellen durchgezählt – über Südkreuz acht, über Ostkreuz wärens neun. Also Oranienburger und Südkreuz.

UPDATE! Der BVG-Streik übermorgen geht ja nur von Donnerstag- auf Freitag-Nacht um vier, bis um zehn Uhr am Freitag-Vormittag. Ist ja sehr überschaubar. Also fährt die U-Bahn nach zehn schon wieder… da steh ich eh erst unter der Dusche 🙂 Also nix S-Bahnfahren, doch olle U8.

30. Januar 2024

Früher – noch so vor fünf bis sieben Jahren – war ich insgeheim grummelig und fühlte mich in der Effizienz meiner Wege von A nach B beeinträchtigt, wenn ein Bereich des Öffentlichen Nahverkehrs streikte. Ich hätte es aber nie offen kritisiert, aus traditioneller Solidarität mit den Werktätigen. Mittlerweile habe ich aber den Weitblick und die Einsicht erworben, dass der Kampf von bestimmten Dienstleistungsbereichen für höhere Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen, wie Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit, eine wegweisende Dynamik hat, die neue Standards zu setzen in der Lage ist. Gestreikt wird nicht zufällig nie von Angehörigen der Führungsebenen mit stattlichen Gehältern, denen auch eine Taxifahrt an einem Streiktag kein Loch ins Portemonnaie reißt, sondern von den wirklich unser System erhaltendenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Jede Errungenschaft in diesem Bereich hat einen Domino-Effekt auf andere Bereiche unseres Systems. Längerfristig profitieren von diesen Aktionen alle, die sich ebenfalls in irgendeinem operativen Bereich den Arsch aufreißen. Ich finde es grotesk, dass seit hundert Jahren ein Acht-Stunden Tag „Vollzeit“ definiert. Ich kann mich nicht an einen gemeinsamen Streik von S-Bahn, Regionalbahn UND BVG, sprich U-Bahn und Bus und Tram erinnern. Das hätte ich schmerzhaft realisiert. Ich war bei dem letzten S-Bahnstreik insofern eingeschränkt, dass ich einen Umweg über zwei U-Bahnen genommen habe. Unterm Strich brauchte ich sieben Minuten länger als sonst. Am Freitag käme ich – wenn ich wollte – auch mit dem Umweg von einmal Umsteigen in eine S-Bahn zu meinem Atelier, wo ich sonst bei Lust und Laune in einem Rutsch mit der U8 hinfahre. Aber muss am Freitag nicht sein. Betrachtet es bitte einfach langfristig egoistisch: jeder Dienstleistungsbereich, jeder Angehörige der wirklich arbeitenden Bevölkerung profitiert davon. Von diesen in einem Jahr an einer Hand abzählbaren Tagen mit überschaubarer Einschränkung der bequemsten Mobilität. HASTA LA VICTORIA…!

29. Januar 2024

Ein Versuch von Elon, mich zu becircen? Gunter Sachs hat seinerzeit Rosen in den Garten von BB regnen lassen. Das ist mehr nach meinem Geschmack. Wenn er heute Morgen meine Initialen in den Himmel geschrieben hätte, das wäre eine andere Liga. Aber X? Das ist mir zu geschäftsmäßig, auch wenn xx für Küsschen steht. Ich bin und bleibe da sehr vorsichtig. Telegrammstil ist nicht meins. Ein Sonett sollte schon drin sein.

29. Januar 2024

Jetzt fällt es mir wieder ein. Vor zwei Nächten ein erinnerbarer Traum. Ich bin im Traum zeitgleich an zwei Orten. Zum einen bei einer privaten Einladung zuhause bei Alban Nikolai Herbst, wahrscheinlich anlässlich seines Geburtstags. Die opulent mit vielen Bücherwänden und Trouvaillen ausgestattete Wohnung sieht größtenteils aus wie in der Realität, nur eine Wand ist anders und führt über eine erhöhte, dunkle Holzstufe zu einer kleinen ebenfalls dunkel holzgetäfelten Zimmer-Bühne, auf der sich ein demnächst lesender Schriftsteller positioniert hat.

Der Autor auf der Bühne gilt als sehr renommiert und schreibt anspruchsvolle Bücher mit philosophischem Einschlag. Altersmäßig circa Anfang bis Mitte Sechzig. Äußerlich sieht er aus wie eine Mischung aus Peter Handke und Peter Sloterdijk in etwas verjüngter Ausgabe (beide sind real älter, Sloterdijk Mitte Siebzig und Handke Anfang Achtzig).

Szenenwechsel. Der andere Ort ist eine andere Wohnung und das Schlafzimmer. Das Zimmer ähnelt keinem Raum, den ich je bewohnt hätte, es ist schlauchartig, ca. 6 Meter lang und drei Meter breit, sehr hell mit weißen Wänden und sonst in Pastellfarben eingerichtet. Hauptsächlich dominiert das eher schmale Bett mit einem gardinenartigen Überwurf mit Volants, der Stoff sieht aus wie preisgünstige rosa Kunstfaser, halb transparent. Ich nehme an Nylon. Qualität in etwa wie ein Frisier-Umhang aus den Siebziger Jahren. Die übrige Einrichtung geht in Richtung Schleiflack und romantisches Jungmädchenzimmer. Ein verschnörkelter weißer Vogelkäfig (ohne Vogel) baumelt als Deko herum.

Auf dem gesamten Bett sind Oberteile meiner Garderobe arrangiert, die ich an Freundinnen verkaufen möchte. Eigentlich so ziemlich alles an Oberteilen, was ich (im Traum) habe. Jedes ist auf seine Art extravagant und aufwändig in den Details. Überall finden sich Stickereien und Borten und ausgefallene Muster und Materialien. Lauter „It-pieces“ sozusagen, oder sagt man: „Statement-Teile“(?). Wenn man ein solches Oberteil anhat, braucht man keinen anderen Hingucker mehr.

Ich selbst trage für meine Verkaufs-Aktion auch eines der Teile, um zu zeigen, was das hermacht. Nämlich einen weißen, langärmligen Angora-Pullover, der ganz fluffig und flauschig aussieht, wie ein Federkleid von einem frischgeschlüpften Küken. Darauf sind in regelmäßigen Abständen Hunderte von weißen Zuchtperlen genäht. Obwohl ich träume, denke ich noch im Traum: „das ist ja gar nicht mein Geschmack, viel zu protzig, madamig und tussimäßig“.

Ich halte die verschiedenen Oberteile gegen das Licht und habe plötzlich Besuch von einer ersten Interessentin. Es handelt sich um eine Bestseller-Autorin, die Trivial-Literatur verfasst, wie man das so nennt. Die Dame sieht aus wie Gaby Hauptmann, trägt aber den Namen einer der beiden anderen bekannten Schreiberinnen dieses Fachs: entweder Sandra Paretti (†) oder Utta Danella.

Sie hat mir ein dickes Taschenbuch mitgebracht, das ich höflich entgegennehme und beschließe, als nächstes Buch zu lesen. Eigentlich ist mir das Genre zu trivial, aber ich habe alle Bücher gelesen, die mich jemals so richtig interessiert haben, mein Bücherstapel ist fertig gelesen und nun muss ich eben mit solchen Büchern weitermachen. Einzige Alternative wäre, gar nicht mehr zu lesen.

Szenenwechsel, wieder bei Alban. Wir sitzen bei ihm am Tisch, es gibt Wein und ich habe das Buch von Gaby Hauptmann-Paretti-Danella dabei, etwas verschämt. Peter Handke-Sloterdijk ist nun kurz davor, seine anspruchsvolle Lesung zu beginnen, wir schauen Richtung der kleinen Zimmerbühne.

Auf einmal Unruhe in Albans Wohnung, zur Tür kommt als weiterer Gast Gaby Hauptmann-Paretti-Danella, die mit Alban weder bekannt noch befreundet ist, und hält Ausschau nach einem freien Stuhl, um der Lesung von Peter Handke-Sloterdijk ebenfalls beizuwohnen. Während sie so suchend um sich schaut – sie trägt nun ein helles Oberteil, eventuell meinen Perlen-Pullover – erhascht Peter Handke-Sloterdijk ihren Blick und begrüßt sie über unsere Köpfe hinweg sehr vertraulich zunickend. Sie grüßt ihn ebenfalls und sie wechseln mit gesenkter Stimme einige Worte. Sie duzen sich und werfen sich tiefe, einvernehmliche Blicke zu. Es ist sofort klar, dass sich die beiden näher kennen. Nicht unbedingt als Liebespaar, aber dass sie allermindestens ganz dick und langjährig befreundet sind.

Ich bin sehr erleichtert, dass es dann ja doch nicht so peinlich ist, dass ich einen ihrer Romane bei mir habe, denn Peter Handke-Sloterdijk wird ja wohl nicht mit jemandem befreundet sein, der völlig unterirdische Lektüre verfasst. Das ist dann ja quasi von höchster intellektueller Stelle abgesegnet, Hauptmann-Paretti-Danella-Werke mangels anderer Bücher zu lesen.

Das inspiriert mich gleich, Alban den Vorschlag zu unterbreiten, er könnte sich doch auch mal in dem Genre ausprobieren, als Nebenverdienst. Das müsste er doch aus dem Ärmel schütteln, denke ich mir. Dann bin ich aufgewacht, ich konnte ihm die Geschäftsidee leider nicht mehr unterbreiten. Was aus dem Verkauf meiner Pullover geworden ist, weiß ich demzufolge auch nicht. Wahrscheinlich liegen sie immer noch auf dem Bett mit der rosa Nylondecke herum!

28. Januar 2024

Und Gute Nacht – vor Mitternacht. Mir ist es fast den ganzen Januar gelungen, nicht erst gegen drei ins Bett zu gehen, wie ich das vorher viele Jahre gemacht habe. Vielleicht bin ich auch früher müde. Nur zweimal war es drei und einmal sogar kurz nach vier. Aber sonst meistens eins oder halbzwei. Auch zwölf war oft dabei. Sehr gut. Vielleicht lese ich noch ein bißchen, dann schlafe ich noch schneller ein. Nicht weil das Buch so langweilig wäre, es ist eher wegen der schläfrig machenden Haltung, mit der ich im Bett liege, zur kleinen Funzellampe gedreht. Ich lese ein dickes Buch über die Beziehung von Maria Callas und Aristoteles Onassis.

28. Januar 2024

Ein wenig uninspiriert in meiner Werkstatt gewesen. Sachen hin- und hergeschoben, Teilchen zugeschnitten. Probiert, ob ich mit dem neuen Notebook in das offene „Grundig“-WLAN reinkomme, das mir in der Liste als einziges ungesichertes angezeigt wird. Seltsamerweise nicht. Muss mal googeln, woran das liegen könnte. Oder auschecken, ob ich über einen Telekom-Hotspot reinkomme, wurde in der Liste aber keiner angezeigt. Vodafon hat einen Hotspot. Ich hab aber kein Vodafon. Zahlen wollte ich dafür nicht. Wie auch immer – egal – ich bin da ja nicht, um dann wieder nur vorm Internet herumzuwursteln. War mir all die Jahre sogar sehr recht, auch in der Hinsicht abgeschottet zu sein. Mich interessiert es eher technisch und für den Fall der Fälle… ich finde es immer schön, die Wahl zu haben. Und dann doch nur das Eine zu wählen.

27. Januar 2024

Mit den Füßen im Osten, Blick gen Westen, zur Kuppel der Synagoge. Die letzten beiden Abende ließ ich nebenher alle Folgen der Reihe „Raus aufs Land„, eine Produktion vom RBB laufen. Städter aus Berlin und Frankfurt und Wiesbaden werden bei der Verwirklichung ihre Traumes vom Landleben begleitet. Meistens in der Phase der Familiengründung und der Idee, es ruhiger haben zu wollen und viel Freiraum für die Kinder. Ich hatte danach keinerlei Lust aufs Land zu ziehen. Mir ist meine Idylle hier oben ausreichend ruhig. Es ist ja nicht nur Zufall oder Schicksal, wo und wie man in einer Stadt lebt. Ich hatte das Ziel, möglichst ruhig, aber mittendrin zu wohnen. Ein Quentchen Glück gehört auch dazu, das ist klar. Die Sendereihe ist recht unterhaltsam. Einige sind schon in Berlin gutsituiert gewesene Kreative, die da gezeigt werden. Ich denke jetzt schon an die Kids, wenn die in die Pubertät kommen und in die Stadt drängen, um die coolen Clubs auszuchecken, und dann fährt der Überlandbus nur maximal jede Stunde, wenn überhaupt. Aber leider kein Nachtbus. Da legt sich dann die Begeisterung über die Landidylle beim Nachwuchs recht bald. Hauptsache, die Eltern haben es mal ausprobiert. Man sollte immer alles ausprobieren, was einen nicht loslässt. Danach ist man entweder zufrieden oder um eine sehr große Erfahrung reicher.

24. Januar 2024

Durch meinen Drang, alle Ansichten, Schaltflächen, Leisten, Hintergründe bei dem neuen Notebook aufzuräumen, umzufärben, anzupassen, habe ich gestern einen nächtlichen Crash Kurs gehabt, was Windows 11 von den Vorgängerversionen unterscheidet, also speziell bei diesen Anpassungsmöglichkeiten. Ich kenne so ziemlich alle Windows-Versionen seit NT recht gut.

Mitunter kommt es mir vor, als ob alte Features wieder hervorgekramt werden, die doch nicht so schlecht waren. Andere Einstellungsmöglichkeiten werden punktuell reduziert, da fragt man sich, ob es nur drum ging, eine Veränderung zu produzieren, die als Sammelsurium ein Update rechtfertigen soll. Nun ja, es ist halt ein Geschäfts-Segment und kein gemeinnütziger Verein, wenn sich jemand dem Handel von Betriebssystemen und Computern verschreibt.

Eine völlig lächerliche Änderung ist bei Windows 11, im Vergleich zu allen Versionen vorher, dass die Task-Leiste (die die meisten unten positionieren, ich auch) nicht mehr von der Höhe reduziert, also gestaucht werden kann. Sie ist einen Zentimeter hoch und fertig. Mir ungefähr 3 mm zu viel. Ich stelle schon immer ein, dass sie sich automatisch ausblendet, aber das reicht mir noch nicht als Anpassung.

Farbliche Anpassungen sind auch in seltsame Korsetts gezwängt worden und nicht mehr anarchisch überall möglich. Früher konnte man im Explorer die Farbe bestimmen, die markierte Zeilen oder Elemente hatten, jetzt ist das aufgezwungen hellblau, Ende der Durchsage. Alberne Änderungen. Mir dünkt aber, dass sich das bei der nächsten Version wieder lockern wird.

Ich kann mir auch vorstellen, dass die Mitarbeiter wie überall stark verjüngt sind und auch mal gerne schnell abwandern, und dann fehlt das historische Wissen, was es schon mal genau so gab und deswegen jetzt als der neue Shit präsentiert wird. Wer kennt es nicht. Nicht der Computerbranche vorbehalten!

Lustig, der Media-Player bezeichnete Abspielapparat für Musik und Videos sieht in der „neuen“ Version aus, wie der vor fünfzehn Jahren und hat auch wieder das Feature, dass der in der letzten Version zu Windows 10 fehlende, bzw. sehr versteckte Shuffle-Modus wieder ganz auf oberster Ebene leicht zu finden ist. Lauter so ein Schnickschnack.

Jedenfalls bin ich wieder auf dem Laufenden und das Dings läuft. Wenn ich nicht so viel optisch geändert hätte (u. a. auch ALLE Widgets deaktiviert, dieser Kraut- und Rüben-Gemischtwarenladen von Meldungen, wie Lufttemperatur und Schlagzeilen in der Taskleiste) wäre ich nach zwei Minuten startklar mit dem Gerät gewesen, das Langwierige ist nur auf meine visuellen Bedürfnisse zurückzuführen.

Das ist nun der erste Eintrag auf dem kleinen Acer Swift mit seinen putzigen 14 Zoll. Was mir schon ein bißchen zu klein ist, für stationär im Wohnzimmer. Ich hab ihn halt mal mitgenommen weil er mit großen Augen geguckt hat, als ob er zu Frauchen will. Als nächstes packe ich dann mein wirklich unvergleichlich schönes Toshiba Satellite noch mal unter den Arm und lass die Schrauber vom Innsbrucker Platz in Schöneberg reingucken. Mal sehen. Ist einfach zu schön für den Ruhestand.

Lobend zu erwähnen ist im Zuge vom heimisch werden in einem neuen Gerät, die problemlose Verfügbarkeit aller Features, Lesezeichen und gespeicherten Passwörter, wenn man sich den Firefox auf einem anderen Gerät wieder runterlädt, vorausgesetzt, man hat das in einem persönlichen Firefox-Konto vorher gesichert. Spart sehr viel Zeit beim wohnlichen Einrichten im neuen Internet-Wohnzimmer.

23. Januar 2024

Vorhin hat mir ein reisefreudiges Acer Swift Go 14 zugeblinzelt und ich habe zurückgezwinkert. Seit mein (etwas größeres und gewichtigeres) Toshiba Satellite gekränkelt hat, habe ich 17-Zoll Notebooks sondiert. Dann war es zur Kur und ich habe den Kauf von was Neuem wieder weggeschoben. Jetzt spinnt es aber wieder und ich wollte eh eine Alternative, die kleiner und leichter ist. Vorhin bei Saturn verschiedene betrachtet, mich vom Verkäufer gut becirct gefühlt, und gespürt, dass es zu mir will. Man fühlt das einfach. Hab es noch fünfzig Euro runtergehandelt. Das OLED-Display ist umwerfend. Sound auch super. Ich richte es nachher ein und mache ein neues Setup beim Toshiba, zurück auf Werkseinstellung. Mal sehen. In einem Test werden die Features und die Leistung vom Acer Swift Go 14 mit dem Macbook Pro M2 auf einem Level eingestuft. Zur Veranschaulichung: den genannten Mac gibt es für 2.399 Euro, den Acer regulär für 699 €, ich hab 649 bezahlt. Ich bin immer noch fasziniert von den spürbaren Vibes des Geräts in meine Richtung, als ob es mir zugewunken hat, und ich es intuitiv sofort als vertrauenswürdig und zu mir passend einstufte. Das Chassis wirkt ungeheuer stabil. Acer hat meines Wissens ein bemerkenswertes Preis- Leistungsverhältnis. Ich wüsste nicht, wer da mithalten kann. Angeblich die Marke mit den wenigsten Retouren.

23. Januar 2024

Altersweisheit: die Wahrheit liegt oft in der Mitte. Fällt mir auch immer wieder auf, wenn Gerüchte oder post mortem Geschichten in unterschiedlichen Ausschmückungen und Versionen kolportiert werden. Bei Licht betrachtet, gibt es ungefähr einen Anteil von fünfzig Prozent, der konsensfähig ist. Nur haben die Beteiligten an den verschiedenen Darstellungen oft ein persönliches (profilierungsgesteuertes) Interesse, ihre Sichtweise durch Überhöhungen und Zuspitzungen stärker zu unterfüttern. Dann kommt der Ping Pong-Effekt: wenn der eine auf den Pudding haut, muss der Gegenpart auch draufhauen, um sich Gehör zu verschaffen.

22. Januar 2024

Heute eingeweiht, extra langer Regen-Umhang von der Hamburger Firma „Jubi“. Bei Amazon gefunden, mal was Anderes! Ist wie ein Hoodie geschnitten, hat auch Ärmel. Passt über jeden dicken Mantel. Fünfundvierzig Euro, gut investiert. Das auf dem Foto bin nicht ich, sondern das Fotomodell, deswegen Kopf abgeschnitten.

21. Januar 2024

Internet-Frühstück. Rechts, außerhalb vom Bild, befindet sich mein Lieblingsplatz im Wohnzimmer, wo ich auf einem großen Bodenkissen bequem vor meinem Internet herumlungere. Frühstück gibt es bei mir nur an Tagen, wo ich ausschlafen kann. Das ist dann zu etwas späterer Stunde, gegen Mittag. In der Schüssel ist Joghurt und darauf geschnippeltes Obst, das ich gerade da habe. Immer in meinem Haushalt vorhanden sind Elstar-Äpfel und helle Weintrauben. Heute außerdem Mandarine. Dazu eine große Tasse Lavazza-Kaffee mit einem Wölkchen Biosahne.

20. Januar 2024

Ich habe gerade ausgesprochenen Appetit auf Häppchen mit Seelachsschnitzel, diesem knallorangen, mit Lebensmittelfarbe gefärbten, klein gehäckselten Lachsersatz aus dem Glas, den es schon in meiner Kindheit in den Sechziger und Siebziger Jahren gab. Ich nehme pro Häppchen eine Scheibe extra dünne Meersalz-Maiswaffel, darauf kommt Butter (richtige), dann die Lachsschnipsel, ein paar hauchdünne Zwiebelringe und viel frischer, grob gemahlener schwarzer Pfeffer. Sehr delikat! Es muss dafür unbedingt der Fake-Lachs sein. Es gibt das Produkt ja auch gar nicht mit echtem Lachs, soviel ich weiß. Früher hätte ich als Grundlage Schwarzbrot oder eine halbe Schrippe genommen, aber das gibt’s nicht in meiner Küche. Ich mach mal gleich ein Foto von den fertigen Häppchen! Gerade gelesen, dass der Farbstoff im Lachsersatz „Cochenillerot A“ heißt und unter anderem auch in spanischer Chorizo-Wurst, Halstabletten und Marmeladen und in Aperol und Campari verwendet wird. Wer also das Näschen rümpft, dass ich mir so ein synthetisch gefärbtes Lebensmittel einpfeife, soll mal kurz reflektieren, ob er sich Cochenillerot nicht auch schon mal unwissentlich einverleibt hat. Ich bin kein Fan von synthetischen Zusätzen wie Lebensmittelfarben, Stabilisatoren und Geschmacksverstärkern, gar nicht, aber eine kleine Ausnahme ist schon mal vertretbar. „Life is full of contradictions.“ (Elizabeth II.)

19. Januar 2024

Ich finde es immer wieder ulkig, wenn bei Angehörigen der Altersgruppe zwischen Mitte Vierzig und Mitte Fünfzig von „Midlife Crisis“ und „Lebensmitte“ gesprochen wird. Wie viele werden denn Neunzig oder Hundert?

19. Januar 2024

Es ist nun schon ein ganzes Weilchen her, dass ich angefangen habe, meine bemerkenswerteren und öffentlichkeitstauglichen Erlebnisse ins Internet zu schreiben. Gerade habe ich ein bißchen zurückgeblättert und bin an meinem Eintrag vom 26. Dezember 2004 hängengeblieben. Da hatte ich offenbar gerade einen exzellent erinnerbaren Traum gehabt und hielt ihn fest. Ein ganz arg schöner Traum, der besonders meine Blogger-Freunde erfreuen könnte. Damals hatte ich noch die Angewohnheit alles in Kleinbuchstaben zu schreiben. Die Kommentarfunktion war noch nicht von mir freigeschaltet, daher hat sich unter dem launigen Eintrag niemand dazu geäußert. Sehr schade! Ich will das Kleinod daher noch einmal zur Kenntnis geben, indem ich es hier frisch einkopiere:

„26. DEZEMBER 2004
letzte nacht träumte ich eine kleine geschichte, die als hauptprotagonisten den internetberühmten schreiber don dahlmann, die münchner hexenkünstlerin luisa francia sowie meine bescheidene wenigkeit vereinte. in einer eher unwichtigen nebenrolle war auch noch die tochter von frau francia kurz zu sehen.

der traum:

aus mir unbekannten gründen war ich zu besuch bei frau luisa francia (die ich nicht persönlich kenne!). sie wohnte (wohl nicht nur in meinem traum) in einer reichlich verschachtelten altbauwohnung in münchen mit allerlei zeugs aus aller welt. die recht gemütliche küche und das wohnzimmer waren mehr oder weniger ein raum.

in jenem saßen frau francia und ich abwechselnd an einem großen runden holztisch und dann wieder auf einem altertümlichen sofa mit blutrotem brokatbezug und plauderten, während sie immer wieder aufstand, um hinüber zum herd zu gehen und einen eintopf (möglicherweise gulasch) umzurühren.

plötzlich kam das gespräch auf verschiedene leute, die im internet schreiben. als der name don dahlmann fiel, guckte sie weitaus interessierter als vorher. ich erwähnte, dass ich mit jenem herrn dahlmann angelegentlich ein paar biere getrunken habe, was sie dazu veranlasste, aufgeregt „ach tatsächlich?!“ auszurufen.

da ich nicht weiter ins detail ging, begann sie nun überlegungen anzustellen, wie herr dahlmann wohl aussehen würde und fragte mich, ob ich es für möglich hielte, dass man über die bildersuchfunktion in google ein foto von ihm finden könnte. ich sagte „natürlich, kein problem. allerdings kommt man da nur auf ein älteres, nicht so supertolles foto, wo er an einem tisch sitzt und liest“. sie könnte ihm aber auch einfach eine mail schicken, er wäre neuen bekanntschaften immer aufgeschlossen. da sei doch gar nichts dabei, versuchte ich ihr mut zu machen.

frau francia schien richtig hibbelig zu sein und hatte wohl das gefühl, sich für ihr unverkennbares interesse an don dahlmann entschuldigen zu müssen. sie erklärte, sie hätte schon einiges von ihm gelesen und er könne recht gut schreiben, sie fände es allerdings zwiespältig und aber äh durchaus interessant. besonders diesen text über ’haut und knochen’. aha. ich ahnte welchen text sie meinte und amüsierte mich über ihre anstrengungen, ihr erotisches interesse an herrn dahlmann vertuschen zu wollen.

ich hatte das deutliche gefühl, dass sie denkbar größtes interesse hätte, ihn persönlich kennenzulernen. das wunderte mich insofern, als sie in ihrem tagebuch nicht den eindruck vermittelt, sich auch nur im geringsten für männerbekanntschaften zu interessieren. frau francia ist ungefähr 55 und militante feministin.

frau francia stand nun auf, um aus irgendeinem anderen zimmer etwas zu holen. während ihrer abwesenheit erschien plötzlich aus dem nichts eine art projektionsfläche, die herrn dahlmann per video- konferenz zuschaltete. so ähnlich wie in den tagesthemen, nur größer und moderner. der ca. 1,50 x 1,20 große monitor schwebte ungefähr zwei meter über dem boden in der luft, gleich links vom herd mit dem brodelnden eintopf. er trug eine art beigefarbenen trenchcoat, der bildausschnitt zeigte allerdings nur die obere körperhälfte.

am meisten überraschte mich jedoch seine neue frisur. das unlängst noch kurzgeschnittene haar von don dahlmann hatte plötzlich eine gewisse länge und ähnelte bis aufs haar der neuen raddatz-frisur von harald schmidt. da ich haarlänge durchaus zu schätzen weiß, war ich angetan von seiner neuen haarpracht und äußerte mich anerkennend. sinngemäß sagte ich ungefähr, die längeren haare würden sich auch auf den neuen fotos gut machen.

don dahlmann begann zu erörtern, wie er sich die neuen fotos von sich genau vorstellt. er benutzte den ausdruck ’bon vivant’. er möchte am liebsten so richtung ’bon vivant’-mäßig rüberkommen. darauf würde er wert legen. sonst hätte ich freie hand, wobei er sich mit etwas eitler geste, genießerisch beidseitig das graumelierte haar hinter die ohren strich. ich sagte daraufhin richtung monitor, dass er dafür ja nun schon einmal genau die richtige frisur hätte. allerdings von der kleidung her würde ich ihn mir da eher in einem klassischen weißen hemd, nicht zu zugeknöpft und einem schwarzen sakko vorstellen, das allerdings unbedingt tailliert sein müßte.

herr dahlmann guckte etwas unwirsch und meinte, ja, das mit dem weißen hemd und auch dem schwarzen sakko könnte er sich schon durchaus vorstellen, nur warum denn um himmels willen tailliert? er würde das jackett ohnehin offen tragen, da wäre es doch egal, ob es tailliert ist oder nicht. ich pflichtete ihm bei, dass er das sakko selbstverständlich offen tragen soll, aber nichtsdestotrotz sei es für die silhouette ungemein wichtig, dass das ding tailliert geschnitten sei. dann ging ich noch kurz darauf ein, wieso es außerdem wichtig wäre, dass das weiße hemd möglichst weit offen steht, also nicht zu weit aber eben so, dass es noch in der art eines lebemanns lässig wirkt.

damit war das thema dann erledigt, die monitorschaltung bestand allerdings immer noch. mit möglichst unverfänglichem ausdruck in der stimme fragte ich ihn nun gelegenheitshalber, ob er eigentlich luisa francia kennen würde, und falls ja, wie er sie so findet. don dahlmann ließ ein wegwerfendes ’phh’ vernehmen und sagte in etwa ‚die ist ja ganz furchtbar – sogar gefährlich! die züchtet und quält doch kröten oder so etwas ähnliches. dafür ist die doch sogar vorbestraft – hab ich jedenfalls in der bildzeitung gelesen’. ich beschloss, nicht weiter auf das thema einzugehen und die videokonferenz schien damit erst einmal beendet zu sein, sogleich verschwand der monitor im nichts.

im selben moment kam frau francia zurück in die wohnküche und setzte sich wieder zu mir auf das sofa, das plötzlich seitenverkehrt an der anderen wand stand. ihre tochter war diesmal auch dabei und fing an in allen möglichen schubladen herumzukramen. gegenüber vom sofa hatte man jetzt die tür zum flur und die haupteingangstür im blick. wie zufällig und doch selbstverständlich kam nun don dahlmann wie die bezaubernde jeannie als flaschengeist durch die tür geschwebt, ganz ohne monitor-begrenzung, dreidimensional, leibhaftig. allerdings konnte nur ich ihn sehen. für frau francia und ihre tochter war er unsichtbar. was er allerdings selbst nicht wusste.

da er frau francia von fotos aus der bildzeitung erkannte, war seine überraschung umso größer, dass ich mit ihr offenbar persönlich bekannt und wohl sogar befreundet war. man sah, dass er sich peinlich berührt an seine kürzlich gemachten abfälligen äußerungen über sie erinnerte und schämte sich ein wenig. diese frau da auf dem sofa sah eigentlich ganz interessant aus, fand er, mit der könnte man mal was trinken gehen.

tja, und dann bin ich aufgewacht.

ich schwöre bei meiner großmutter, ich habe nichts dazugedichtet.“

: :

Ich wünsche schon mal ein schönes Wochenende!

18. Januar 2024

Ich gewähre wieder einmal einen exclusiven Blick durchs Schlüsselloch! Privater, nur ganz wenig zensierter Gaga-Tina-Facebook-Chat von gestern, Mittwoch 17. Januar 2024.

10:14 Uhr

Gaga
Tina, Du musst jetzt ganz stark sein oder Deine Vorsätze über Bord werfen, da heute Abend um 20:15 Uhr auf RTL die neue Bachelorstaffel startet und zwar mit ZWEI Bachelors!!! Ich werde auf jeden Fall gucken.

Tina
Okay. Weißt Du was – ich relativiere meine Vorsätze. Mit Dir und Max ist mir ein wenig Fernsehen in Maßen erlaubt.

Gaga
Damit zeigst Du Dich flexibel, was ein sehr guter Charakterzug ist.

Tina
Haha. Biegsam wie Wachs. Fahne wird ganz nach Gutdünken nach dem Wind gedreht…

20:19 Uhr

Tina
Die Bächelors? Ist das eine Maßnahme zur Zielgruppenerweiterung? Immmobilieninvestor???????? Huuuuuuuuuuuuh!

Gaga
Key Account Manager, der erste Bachie gerade.

Tina
Also ich habe Immobilieninvestor gehört. Warum bin ich das nicht auch einfach, hach.

Gaga
Vielleicht ist er ja Key Account Manager in der Immo-Branche. Der Bruder hat ja null Ähnlichkeit.

Tina
Sowas ist sogar sehr oft der Fall.

Gaga
Wenn der eine nach der Mutter kommt und der andere nach dem Vater… oder Opa und Oma.

Tina
Aber die sehen sich alle nicht ähnlich in der Familie. Vielleicht nur geskriptet.

Gaga
Wenns geskriptet wäre, wären sie GERADE ähnlich. vielleicht ist es auch eine Patchwork Familie, so Halbgeschwister oder aus erster Ehe etc. pp oder adoptiert.

Tina
Zwei Bächies bergen mehr Konfliktpotential.

Gaga
Ich finds gut, dass es mal was Neues da drin gibt. Ein Bayer.

Tina
Habe den Laptop daneben, da kann ich schnell schreiben. Aber gleich muss ich noch Happa Happa machen.

Gaga
Ich hab extra vorher gekocht und gegessen, aber es kommt ja bestimmt bald Werbepause.

Tina
Ist Kernten nicht sogar schon Österreich… oder nee ist es nicht. Oh Gott, immer nur im Fitnessstudio. Gibts da auch Bücher?

Gaga
Kärnten IST ÖSTERREICH, tiefstes. Da kommt die Bachmann her, heast! Er ist aber aus dem Allgäu, das ist nicht Österreich und nicht Kärnten. Er spricht auch typisch Allgäuerisch. Er hat wahrscheinlich gesagt, er ist aus KEMPTEN. Da hat mal eine Freundin von mir gewohnt, hab sie da besucht. Das ist Allgäu.

Tina
Oh, er sieht aber bisschen türkisch aus.

Gaga
Die Eltern sehen aber gar nicht türkisch aus, finde ich… Aber im südlichen Bayern gibts auch mal Dunkelhaarige, schon so einen Einschlag – wie in Südtirol. Der Hamburger wirkt super fokussiert und strategisch. Oh – jetzt hab ich das neue Konzept nicht kapiert, wieso sind die nicht in einer Traumvilla und lassen die Mädels aus den Autos steigen? Ich kapiers nicht, Du?

Tina
Einfach nur Relaunch zwecks Zielgruppenerweiterung. Vielleicht hat das alte Konzept zu wenig gerated.

Gaga
Ist das wirklich die Sendung „Der Bachelor“????

Tina
Das ist halt nur mal ne andere Art die Babes kennenzulernen.

Gaga
Komische Action Dates als Auftakt, hä? finde ich persönlich langweilig. Habs nicht mit Action.

Tina
Vielleicht haben sich zu viele Feministinnen beschwert.

Gaga
Haha, „Babes“ I love it – die Formulierung, lange nicht gehört, I like.

Tina
Ja, aber Autos und Dreck ist halt weniger typisch weiblich oder so. Es werden jetzt eben andere Seiten der Weiblichkeit präsentiert. Und da gehört Esoterik eben auch dazu.

Gaga
Da kann ich ja wieder mitreden, ich als alte Esoteriktante aus dem letzten Jahrhundert. Die Musik nervt mich bislang, stresst mich.

Tina
Eben, das ist der neue, heiße Scheiß.

Gaga
Aha, nun Gossensprache: „Da waren so Ficker dabei“.

Tina
Die sind auch nicht so richtig hübsch.

Gaga
Ist mir zu unruhig, hektisch, lärmig, wie so ein Gang durch ein blinkendes Einkaufszentrum.

Tina
Die haben halt nur wenige Minuten für jede Frau am Anfang. Kannst ja den Ton wegmachen und wir lästern trotzdem weiter.

Gaga
Um mal einen völlig absurden Vergleich zu ziehen: denke nur an die angenehmen, langsamen Kameraeinstellungen und die exquisite Musikauswahl von THE CROWN! Die reinste Erholung.

Tina

Gaga
Ich hab den Ton leiser gemacht, weil bislang auch nix Interessantes gesprochen wurde, und der Jingle-Hintergrund-Klimbim-Lärm dann weniger ist. Ich habe auch so ein bißchen den Verdacht, dass die Leute aus der post production in dem Metier nicht selten auf Koks und sonstigen Drogen sind und daher abgestumpft für diese nervigen Audio-Effekte.

Tina
Mhh, oder die werden einfach gepusht, stehen unter Zeitdruck, haben viel zu viele Vorgaben und rattern das einfach mehr oder weniger schnell runter, wie bei einem langweiligen Job. Koksen tun die Statistenmusiker in den Musikantenstadeln. Darf ich während PMS Junkfood essen? Das wollte ich gerade Google fragen. Ich glaube Koks ist sogar in vielen normalen, öden Jobs nicht weit.

Gaga
Ist doch egal, ob man Junkfood bei PMS isst, es ist immer schädlich, aber schmeckt befriedigend.

Tina
Aber ich verstehe den Ansatz. Ist ganz klar was Feministisches. Zeigt mehr Facetten als nur die Prinzessin.

Gaga
In allen Show- und Bühnenformaten ist Koks nicht weit. Mir fällt gerade ein, dass mir schon in der letzten Bachelor-Staffel die Musik zu hektisch und lärmig und zu elektronisch war. Gerade kommt die Erinnerung, darauf hab ich auch das letzte Mal geschimpft. Es gibt keine Sekunde ohne Audioeffekte im Hintergrund. Schlimm, ich krieg gleich Kopfweh.

Tina
Da haste aber schon recht.

Gaga
Die gemachten Brüste sind nicht gut präsentiert, zu offensichtlich.

Tina
Hat wahrscheinlich jemand vom Team so ausgesucht. Aber der Bayern-Bächelor sieht ein bisschen aus, wie noch ein jüngerer Bruder von Michael und Ralf Schumacher.

Gaga
Das Kinn ist ähnlich dominant, sonst aber nicht so. Ich brauch jetzt echt eine Kopfwehtablette…

Tina
Doch, für mich sind Nase, Mund und Ausstrahlung sehr ähnlich. Sollte Lavina jetzt eine Autorin darstellen?

Gaga
Keine Ahnung, ich kann das nicht mit Ton aushalten. Vielleicht gibts Untertitel für Gehörlose, ich schau mal.

Tina
Er: Warst du schonmal in Südafrika?
Sie: Ja.
Er: Und wo?

Gaga
Nein, war ich nicht, interessiert mich aber auch nicht (mehr).

Tina
Sie: In Ägypten.

Gaga
Ach so, dachte Du fragst mich. Schon wieder Sport, gähn… Ich hab ausgeschaltet, brauche eine Pause und Kopfwehtabletten.

Tina
Na ja, ich kann das aushalten. Ach, schade. Aber verstehe ich. Schadet mir auch nicht, früh schlafen zu gehen.

Gaga
Vielleicht schalte ich ohne Ton später wieder zu, aber mit Ton geht nicht, leider. Totaler Overflow für mich. Mich interessiert, wie lange Zuseherinnen das neue Format finden, man war ja schon auf schöne Abendgarderobe und Villa konditioniert… vielleicht im Chat auf Twitter-X.

Tina
Ja, ich wechsle gleich mal ins Bett und recherchiere vielleicht bisschen da.

Gaga
Ich kann bei X-Twitter nix lesen, da keinen Account… egal. Das neue Konzept gefällt mir bisher nicht. Die Sendung von gestern auf Vox, „Save the Date“, gefällt mir dagegen recht gut, war gestern die zweite Folge, ist viel ruhiger.

Tina
Gibt auch gerade mal 8 Tweets oder so.

Gaga
Ich hab die Taste für Untertitel gefunden, steht Text auf der Fernbedienungs-Taste. Nun Werbung mit Untertiteln. Ich schaue erst wieder hin, wenn es keinen Sport mehr beim Date gibt und stylishe Villa und tolle Abendkleider. https://praxistipps.chip.de/fernsehen-untertitel-am-tv-einschalten-so-gehts_91360 Hab den Ton komplett abgeschaltet. Das ist doch nicht der BACHELOR, so vergrault man die treue Kundschaft! Auf fb müsste es auch einen Chat geben, ich guck mal, der Bachie hat ja eine Seite auf fb.

Tina
Beschwer dich beim Management.

Gaga
Man muss direkt als Kommentar auf deren Seite schreiben, dass man Kopfweh davon kriegt und sich langweilt. Hilfe, schon wieder Sportstudio.

Tina
Mal davon abgesehen – was hältst du vom Aussehen der beiden?

Gaga
Der Bachelor hat im Gegensatz zur Reklame leider keine Untertitel im Angebot. Schwach. Mir egal, wie sie aussehen, mich fasziniert gerade gar nix. Jetzt ne Blonde, hä? Es ist so langweilig… Turnstunde ohne Sex – gähn. Wenn mans nicht weiß, was das für eine Sendung ist, könnte man denken, das ist ein Youtube-Channel von einem Fitness-Trainer.

Tina
Jetzt endlich Südafrika, yeah.

Gaga
Dieses Konzept ist so völlig das Gegenteil von Nouvelle Vague. Aber endlich mal VILLA!!

Tina
Der Bayer nuschelt voll.

Gaga
Hab für drei Sekunden den Ton hochgedreht, gleich wieder gemutet, schon wieder Geräusche wie aus dem Horrorfilm. Lächerliche Visual Effects – albern.

Tina
Tja, die Dinge verkommen immer mehr zu Content. Eleganz ist out. Der andere ist auch bei leisem Ton gut zu verstehen. Voll der Kontrast, ey.

Gaga
Es gibt viele Dialekte auf der Welt, die sehr gut Untertitel vertragen könnten. Warum lacht er wie blöde? Hab kurz Ton rauf, wegen Gerede, er ist also der erfahrene Skipper, der Herr aus HH. Jetzt erzählen sie sich ihre langweiligen Action-Dates… gähn. Wie Zwölfjährige.

Tina
Uhhh, sie reden über ihre Action-Erlebnisse.

Gaga
Sag ich doch, die Buben.

Tina
Ja, aber so ist die Entwicklung Vieler.

Gaga
Die sehen beide nicht aus, als ob sie schon mal was von Max Frisch gelesen hätten. Oder je läsen. Die Einrichtung der Villa ist leider interessanter als die beiden Herren.

Tina
Sind das neuerdings Deine Erwartungen an einen Bachelor?

Gaga
Der aus HH (wie heißt der eigentlich) ist der pragmatische Business-Fuzzi, der Allgäuer (wie heißt der eigentlich) ist mehr so der sportive Kumpeltyp, ohne höhere geistige Entwicklungs-Ambitionen… Meine Vorurteile so far.

Tina
Immerhin kannst Du beide noch ausdifferenzieren.

Gaga
Obiges ist schon IMMER meine Erwartung an den Bachelor, die leider noch nie erfüllt wurde! Ja, ich erwarte durchaus auch, dass die Bachelors qualitativ mit der Einrichtung korrespondieren.

Tina
Diese Zeile eignet sich als Romantitel („Meine Vorurteile so far.“) Leider wohnen geistig Gebildete heute eher selten in derartigen Etablissements.

Gaga
Und ich dachte, Du fändest „Ja, ich erwarte durchaus auch, dass die Bachelors qualitativ mit der Einrichtung korrespondieren.“ einen Romantitel mit Potenzial. Ich fände ihn ja etwas lang, aber einen Hingucker. Also den Romantitel.

Tina
Nö!

Gaga
Woher willst Du denn wissen, auf welchem geistigen Bildungsgrad sich Leute befinden, die IN ECHT in sowas wohnen, also nicht als Kandidaten, die sich aus Fitnesstrainern und Influencern rekrutieren…? Kennst du etwa welche???

Tina
Ich beobachte XY auf X. Er hat jede Menge Ideen dazu.

Gaga
Und der beobachtet Leute, die in echt in sowas wohnen? (weil er ja wohl eher nicht, nech).

Tina
Ich glaube, es ist ne bunte Mischung. Aber die Tendenz ist da.

Gaga
Ich könnte mir vorstellen, dass Architekten in sowas wohnen und denke bitte daran, dass Max Frisch auch Architekt war!

Tina
So in etwa, wie diese russischen Oligarchen, die den Geist Deiner geliebten Stones-Villa zerstört haben.

Gaga
Ich suche gerade das Emoji für Kotzen. Die haben einen ganz anderen Geschmack, da muss ganz viel falscher Barock mit Billigst-Vergoldung en masse am Start sein, nicht so geradlinig und reduziert, oh no. Kronleuchter, Strass, Bling Bling, Perserteppiche…

Tina
Ich wollte nur beschreiben, wie ich mir den Geldadel auch vorstelle.

Gaga
Ich kenne die aktuelle Einrichtung der Stones-Villa, also Nellcôte, der Oligarch hat sich da so ausgelebt, dass jedes Bling Bling-Klischee erfüllt wird.

Tina
Bücherwände stehen ja nun leider auch nicht in der Bachelor Villa. Aber es gibt Künstlerinnen als Kandidatinnen. Yeaaaaah!

Gaga
Ich würde es gut finden, wenn nur bestimmte Berufsgruppen mitmachen dürfen. Handwerker, Mediziner, Musiker, bildende Künstler. Und natürlich Architekten und Schriftsteller. Fitnesstrainer und Key Account Manager und Influencer und Berater müssen leider draußen bleiben. Schauspieler leider auch. Anästhesisten sollten unbedingt Bachelor werden. Mit denen habe ich die besten Erfahrungen. Notebook-Reparierer dürfen auch mitmachen, auch ein ehrenwerter Beruf.

Tina
Anästhesisten? Warum?

Gaga
Weil ich so schöne Erinnerungen an die Minuten vor Vollnarkosen habe.

Tina
Ich hatte noch nie welche.

Gaga
Schöne gebräunte, starke Unterarme, indigoblauer Anästhesisten-Kittel, ruhige, einfühlsame Stimme. Anästhesisten – auch die Frauen, sind eine besonders einfühlsame Berufsgruppe unter den Medizinern scheint es mir, vielleicht weil sie wissen, dass der Patient immer ein bißchen Angst vor der OP hat, und dass es weh tut und auch, dass man vielleicht nie mehr aufwacht. Die sind einfach liebreizend! Mein neuer Hausarzt am Rosenthaler Platz ist auch eine absolute Schnitte. Sieht mega gut aus, redet so cool daher, fachlich versiert, unheimlich lässig und macht so einen Beruf…. der ist noch relativ jung, sieht aus wie Anfang dreißig. DAS wäre mal ein Bachelor! Oho! Er sagt zwischendurch immer mal „alright…!“

Tina
Oh Gott. Das sagt niemand. Oder will er extra cool sein und wie in den 80ern klingen?

Gaga
Die Bilder jetzt sind wie klassische Bachelor-Sendung, ich hab mal wieder Ton an. Man muss meinen Doc gesehen und gehört haben. Das liest sich zwar komisch, wirkt aber tatsächlich supercool bei ihm. Schwer zu erklären. Mir gefällt ja keiner von beiden Bachies, wie beurteilst Du den Sex Appeal und sonstige Attraktivität der zwei? Wie heißt der Bayer denn? Ah, Dennis! Ich hab den Vibe, dass der oft mal in der Friends Zone landet. So harmlos nett, wie er rüberkommt. Hast Du schon gegessen? ich krieg schon wieder Appetit.

Tina
Ja, Thunfisch-Tiefkühlpizza. Mir gefällt eh nur Max.

Gaga
Aber Du kannst doch neutral urteilen, oder? Die Frage ist ja nicht, „Würdest Du Max den Laufpass für einen von beiden geben“, sondern: „…auf einer Skala von 1 – 10“? Wie heißt der Hamburger? Also ich gebe Dennis für Sex Appeal 1 Punkt, für Nettigkeit 3 Punkte, für Intellekt 1 Punkt, für Körper 3 Punkte. Der HH kriegt für Sex Appeal 2 – 3 Punkte, für Nettigkeit 2 Punkte, für Körper 3 Punkte, für Intellekt 2,5 Punkte. Also beide weit weg von einer Zehn!

Tina
Ich hab jetzt das Handy in der Hand und bin zu faul das zu tippen. Finde, der Bayer hat schöne Haare.

Gaga
Du meinst die Textur und die Farbe? Und den Haarschnitt? Dazu hab ich keine Meinung, ist mir zu unbemerkenswert an ihm.

Tina
Er hat eine so coole Tolle. Ist es schon vorbei?

Gaga
Wollte ich auch gerade Dich fragen.

Tina
Okay, ich schalte gleich aus und schlafe.

Gaga
Ja, tatsächlich. Gute Nacht! Ich schlaf auch bald!
P.S. der Hamburger Bachelor heißt Sebastian.
Evt. blogge ich den Quatsch morgen, okay?
(natürlich zensiert) Leicht zensiert –
„datenschutzbereinigt“
😎

17. Januar 2024

Mein Baby ist wieder an Bord! Zweiter Geburtstag heute für mein Toshiba Satellite Notebook, läuft wie ein junger Hüpfer im zehnten Betriebsjahr. War nach drei Sekunden fertig hochgefahren, komplett leise, nix zu hören. Die Wärmeleitpaste und Pads waren vor allem hinüber, ansonsten war es wohl im Vergleich zu anderen Geräten relativ wenig verschmutzt. Beim in Empfang nehmen gerade eben, sagte ich „ich liebe das Gerät so!“ Darauf der Mitarbeiter, der es innen gereinigt hat: „Er liebt Sie auch!!!🙂“ Kleiner Betrieb in der Brunnenstraße 195 in Mitte, am Rosenthaler Platz, Feinreparatur! Bin sehr zufrieden. Kümmern sich auch um Macs und Smartphones.

17. Januar 2024

So eine rührende Mail. Ich überweise gleich alles, was ich auf dem Konto habe. Ihr bitte auch! Früher gab es viel mehr so schöne Spam-Mails, was ist nur aus dieser schönen Kultur geworden, sich ein zu Herzen gehendes Schicksal auszudenken. Aya hat es wirklich schwer getroffen:

„Mein Name ist Aya Koffi. Ich schreibe Ihnen aus der Elfenbeinküste. Tränen und Traurigkeit waren die beste Beschreibung meiner Tage als junges Mädchen ohne Eltern. Mein Vater war Direktor eines Kakaohändlers in der Elfenbeinküste. Während einer Geschäftsreise wurde er von seinem Geschäftspartner vergiftet. Meine Mutter starb, als ich fünf Jahre alt war. Als Einzelkind behandelte mich mein Vater mit so viel Zuneigung. Bevor mein Vater starb, erzählte er mir, dass er 7.500.000,00 US-Dollar auf ein Treuhandkonto bei der Fedelixgroup Bank in der Elfenbeinküste eingezahlt hatte. Mein Onkel ist drogenabhängig und hat deshalb alle Besitztümer meines verstorbenen Vaters verkauft. Mein Onkel war sehr grausam zu mir. Er quält mich, weil ich ein Mädchen bin. Er fand heraus, dass mein verstorbener Vater diesen Betrag auf der Bank eingezahlt hatte und dass ich sein nächster Verwandter war. Mein Onkel möchte, dass ich ihn zur Bank begleite, damit er auf das Konto zugreifen kann. Das kann ich nicht tun, denn dieser Fonds ist meine einzige Hoffnung, meine Zukunft zu sichern. Ich möchte mein Geld nur für meine Zukunft investieren. Ich habe der Bank gestern von meiner Absicht erzählt, mein Geld ins Ausland zu überweisen. Ich sende Ihnen diese E-Mail aus einem Gästehaus, das mir als Zufluchtsort vor der Verfolgung meines herzlosen Onkels diente.

Ich möchte, dass Sie mir helfen:

  1. Geben Sie ein Bankkonto an, auf das das Geld überwiesen werden soll.
  2. Als mein Vormund zu dienen.
  3. Um Vorkehrungen zu treffen, dass ich in Ihr Land komme, um meine Ausbildung fortzusetzen.

Bitte ignorieren Sie meine E-Mail nicht, damit ich weiß, was zu tun ist. In der Zwischenzeit bin ich bereit, Ihnen 30 % des Gesamtbetrages als Entschädigung für Ihre Bemühungen zu zahlen.

Danke“

Geht klar, liebe Aya!

16. Januar 2024

Vorhin mein Notebook im Pflege-Studio abgegeben. Morgen Abend um achtzehn Uhr hole ich es wieder ab. Was für eine innigliche Beziehung ich doch zu dem Apparat habe. Zuletzt hat es mir beim Hochfahren einen Bluscreen gezeigt und hat mir erst nach mehreren Versuchen die Log in-Maske präsentiert. Wenn es mal gleich startbereit war, habe ich es dankbar gestreichelt. Bei der Übergabe ist es gleich hochgefahren, der berühmte Vorführeffekt. Kaum befindet man sich beim Facharzt, sind die Symptome schon besser. Jedenfalls wird jetzt gründlich von innen gereinigt und die Wärmeleitpaste und die Kühlpads erneuert. Eine richtige Kur für meinen Liebling. So ein eingewohntes Notebook ist wie ein Wohnzimmer, in dem alles genau am bequemsten Platz steht. Jede Lampe ideales Licht gibt, erholsam und kuschelig. Wenn man sich sein Notebook sehr individuell eingerichtet hat, weiß man, wieviel Arbeit dahintersteckt, die auch bei einem neuen wieder auf einen zukäme. Ich habe ganz starke visuelle Bedürfnisse, wie der Desktop aussehen soll (total reduziert, schwarzer Hintergrund in der Mitte mein Logo in Dunkgelgrau), habe Kacheln komplett deaktiviert, über den Startbutton die beliebtesten Anwendungen im Zugriff. Ich liebe die urvertraute Ansicht von Verzeichnisbäumen mit Ordnern und Unterordnern, den ganz altmodischen Datei-Explorer. Weißer Hintergrund, schwarze klare Schrift, hellgraue Leisten. Da flimmert und blinkt nichts Buntes, keine Bildchen, keine Animationen, alles superclean und aufgeräumt. So liebe ich das.

15. Januar 2024

Morgen will ich mit meinem Toshiba Satellite zum Notebook-Pflegesalon am Rosenthaler Platz. Höchste Eisenbahn nach neuneinhalb Jahren. Ich putze mir jeden Tag die Zähne und dusche mich nach dem Aufstehen von Kopf bis Fuß. Zur professionellen Zahnreinigung gehe ich zwei bis dreimal im Jahr. O.k. – mit der Zahnseide mache ich nicht so gerne rum, aber bei der letzten Zahnreinigung letzte Woche wurde ich trotzdem gelobt. Fingernägel mache ich auch immer zwischendurch mal sauber. Schuhe putze ich, wenn sie es nötig haben, Klamotten kommen regelmäßig in die Waschmaschine. Aber über mein Notebook wische ich seit Jahren nur drüber und gehe alle paar Monate mal mit dem Staubsauger an die Lüfterschlitze. Das ist zu wenig! Das hat einem keiner so richtig eingetrichtert, dass so ein Notebook auch ein Reinlichkeitsbedürfnis hat und mal frische Unterwäsche braucht. Quasi. Ärgert mich ein bißchen, dass ich da erst so spät draufkomme. Aber besser spät als nie! Vielleicht ist das aber auch eine perfide Dummhalte-Politik der Notebook-Hersteller. Bestimmt gibt es gar nicht wenige, die ihr Notebook nur mal gründlich reinigen lassen müssten und es liefe wieder wie geschmiert. Stattdessen halten sie es für altersschwach und kaufen ein neues.

14. Januar 2024

Ganz ruhiger Sonntag. Ruhigster Sonntag ever. Daheim bleiben und lesen, wie früher in meinem Jugendzimmer unterm Dach. Erinnere mich hauptsächlich an Rumträumen, Rumräumen und Lesen. Freundinnen eher nach der Schule getroffen. Freitag Abend und Samstag eventuell schon mal tanzen gegangen, auf die Plattenparty vom evangelischen Jugendheim – oder wars katholisch? Ich lese das letzte Bachmann-Frisch-Werk aus meinem großen Konvolut. Den Abschluss bildet eine Veröffentlichung vom Aufbau-Verlag. Eine über Bachmann promoviert habende Literaturwissenschaftlerin hat den aufwändigen Versuch unternommen, die Geschichte der beiden als Beziehungsroman umzusetzen. Für mich amüsant zu erkennen, wieviel ich nun biografisch selbst verinnerlicht habe und herunterbeten kann, auch wo sie noch mehr erfinden musste, weil Details nicht ausreichend überliefert sind, aber auch wo sie ganz Eins zu Eins an den tatsächlichen Begebenheiten entlangschreibt. Sie hat schon ihre Schularbeiten gemacht, die gute Frau Doktor Bettina Storks. Auch nicht frei von klischeehaftem Kitsch mit Lore-Roman-Anmutung hier und da, liest sich aber gut weg. Ganz schlimmes Cover. Ich musste es mit weißer Folie überkleben, ich kann mir sowas nicht anschauen. Der Aufbau-Verlag macht sicher guten Umsatz mit dieser Reihe, wo berühmten Liebespaaren und berühmten Frauen Romanphantasien gewidmet werden. Hab mir noch eins bestellt, neugierhalber, geht um Nico, die Velvet-Underground-Nico und ihre Affäre mit Jim Morrison. Cleveres Geschäftsmodell, Aufbau-Verlag!

13. Januar 2024

Kommentar von gestern Nacht von mir in einem Freundinnen-Gruppenchat in Facebook zum gestern gesehenen Priscilla-Film:

„Wenn ihr den Film noch schauen wollt, in den nächsten Wochen, geht NICHT in die 19:30 Uhr-Vorstellung in den Hackeschen Höfen. Ich habe die Ankündigung falsch interpretiert, dachte es wäre die dt. synchronisierte Fassung. Es war aber die original Fassung ohne dt. Untertitel. Ich dachte bis heute Abend, ich könnte ohne Probleme englischsprachige Filme verstehen. Verstanden habe ich nur, was Priscilla und der Elvis-Clan gesprochen haben, was Elvis von sich gegeben hat, konnte ich nur erraten. Ich war aber beruhigt, dass es Lydia genauso ging. Ein unfassbares Genuschel in einem Slang aus Memphis Tennessee. Die Story ist etwas beklemmend, weil eben die nicht so durchweg erhebende Erfahrung der jugendlichen Priscilla gezeigt wird, die in dieses hermetische Universum von Graceland driftet. Elvis-Musik gabs so gut wie gar nicht. Die Ausstattung ist aber klasse. Der Film basiert auf einem autobiographischen Buch von Priscilla, das sie vor ca. zwanzig Jahren schrieb und sie hat auch als Produzentin mitgewirkt. Der Film spielt abgestehen von den ersten Szenen in Deutschland (Kennenlernen) so gut wie nur in den Räumlichkeiten der Gracelandvilla… (…) übrigens nicht in Graceland gedreht, alles akribisch nachgebaut in Toronto. Das wahre Schlafzimmer werden wir also nie zu Gesicht bekommen.“

Meine Anmerkung zum Schlafzimmer bezieht sich darauf, dass es im Film viele Szenen gibt, die im Schlafzimmer von Elvis und Priscilla spielen (keine Sex-Szenen), da er dort viel Zeit verbrachte, auf dem Bett herumgelegen ist und gelesen hat. Das Schlafzimmer ist deswegen sagenumwoben, ja ein Mysterium, weil Elvis dort starb und es nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Alle Führungen durch Graceland sparen die obere Etage aus, wo sich das Schlafzimmer befindet. Allerdings hatte die Regisseurin Sofia Coppola in Vorbereitung des Films freien Zugang in alle Räumlichkeiten, und es ist davon auszugehen, dass die Ausstattung der Räume im Film, also auch des Allerheiligsten, der Originalausstattung sehr nah kommt. Im Internet gibt es sehr wenige unscharfe Fotos des (angeblich) echten Schlafzimmers. Nach dem Film zufällig entdeckt: gestern war der erste Todestag von Lisa Marie Presley, der einzigen Tochter von Priscilla und Elvis.

12. Januar 2024

Letzte Nacht geträumt: Lydia und ich arbeiten (im Traum) bei derselben Institution, Beschäftigung nicht bekannt, aber wahrscheinlich irgendwas am Computer. Wir sind in verschiedenen Abteilungen beschäftigt und treffen uns nur zur Mittagspause in einem bestimmten Seminarraum des modernen Gebäudes, der immer frei ist.

Es ist ein ungefähr zehn mal zehn fünfzehn Meter großer, heller Raum mit ungefähr fünfundzwanzig hellen Kunststofftischen und dazu passenden Stühlen für die Seminarteilnehmer. Die Tische stehen ungefähr so, wie man das aus der Schule kennt, eine Mischung aus einem großen U und einigen Tischen frontal hintereinander.

Zum Anfang unserer Pause macht sich Lydia (nicht ich) jedes mal die Mühe, zwei rollbare, große Flachbildfernseher in den Raum zu schieben, damit wir bei unserer Pause Fußball auf zwei Monitoren schauen können. Da scheint es immer was im Programm zu geben. Dabei essen wir mitgebrachte, belegte Brote und unterhalten uns angeregt. Wir sprechen über Fußball und Privates.

Eines Tages gibt es einen neuen Kollegen, der unabhängig von uns auch die Idee hat, in dem Raum seine Pause zu verbringen. Wir können es ihm nicht verbieten, es ist ja nicht unser Raum, wir gehen da ja auch einfach rein, ohne ihn reserviert oder gebucht zu haben.

Der neue Kollege, der weder mit Lydia noch mit mir arbeitet, wir wissen gar nicht was er macht, ist circa Ende Dreißig, Anfang Vierzig, groß und relativ schlank und trägt eine Brille mit Metallgestell. Die sich leicht lichtenden Haare sind irgendwie braun und kurz und er hat meistens irgendeine unauffällige Hose in Grau oder Dunkelblau an und einen passenden Pullover und ein Hemd darunter. Er ist ein unauffälliger Typ mit der Ausstrahlung eines Akademikers, also geistig gebildet. Eventuell ist er eine Art wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Er stellt sich für seine Pause, die zufällig zeitlich oft mit unserer zusammenfällt, immer in die von uns abgelegenste Ecke. Wir sitzen in der anderen Ecke, eher vorne und auf der Fensterseite vor unseren Fernsehern. Er setzt sich nie richtig hin, höchstens mal so halb auf die Tischkante, aber meistens steht er und isst sein mitgebrachtes Pausenbrot.

Während der ungefähr dritten oder vierten so unfreiwillig zu dritt verbrachten Mittagspause, wo Lydia und ich uns gerade wieder angeregt über einen Elfmeter austauschen, räuspert er sich gut hörbar, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir schauen ihn an und er bittet uns, uns künftig etwas leiser zu verhalten, da wir nicht alleine im Raum sind und auch er seine Mittagspause in Ruhe verbringen möchte, das stünde ihm zu. Wir sind etwas irritiert und es fällt uns kein Gegenargument ein, aber wir finden es Scheiße, dass wir nicht mehr unsere Ruhe haben und uns still verhalten müssen. Dann bin ich aufgewacht.

An der Stelle sei noch angemerkt, dass Lydia und ich weder zusammenarbeiten, noch jemals zusammen Fußball geschaut oder uns über Fußball ausgetauscht haben. Ich habe in meinem Leben schon das eine oder andere Europa- oder Weltmeisterschaftsspiel verfolgt, wenn es der Geselligkeit dienlich war, und hatte eine Weile mal Werder Bremen als vorgeblichen Lieblingsverein (ohne je ein Spiel gesehen zu haben), aber das war etwas aufgesetzt. Ich fand eigentlich nur Torsten Frings ganz cool und sehenswert, der ja in der deutschen Nationalmannschaft war.

Ich war noch nie bei einem Fußballspiel im Stadion und verzehre mich jetzt auch nicht total danach, obwohl ich das Ansteckende der Massenbegeisterung schon verstehe und nachvollziehen kann. Ich habe nichts gegen Fußball, aber es ist auch kein Freizeithobby von mir, da irgendwas zu verfolgen.

Von Lydia ist mir auch keine spezielle Fußballbegeisterung bekannt. Aber vielleicht hat sie da bisher etwas vor mir verheimlicht. Wir reden ja mehr so über uns selber oder über Hochkultur und Gossip aus unserem eigenen Umfeld, bis hin zu den britischen Royals. Was will dieser Traum uns sagen? Und warum muss dieser neue Kollege UNBEDINGT in unserem Raum seine Pause verbringen?!?

10. Januar 2024

Nachwort von Hans Höller und Arturo Larcati zu Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag„, Piper Verlag 2016, S. 155

„Jeder Versuch, dem Biografischen in Kunstfragen einen größeren Stellenwert einzuräumen, verstößt gegen die Übereinkünfte der Literaturwissenschaft. Es gilt als theorielos und kunstfremd und stellt für das ästhetische Denken ein Sakrileg dar. Unser Buch über Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag und die Entstehung von »Böhmen liegt am Meer« ist ein Sakrileg, ein anstößiger Versuch, die Notwendigkeit des Biografischen in literarischen Fragen zu erweisen und dessen Berechtigung in der analytischen Auseinandersetzung mit den Kunstwerken sinnfällig zu machen. Die Frage nach der Beziehung von Leben und Werk ist jeder theoretischen Anstrengung wert, denn es geht hier um die Frage der Notwendigkeit der Kunst im Leben.“

Höller lehrte als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Salzburg und ist einer der Herausgeber der Salzburger Bachmann-Gesamtausgabe; er gilt als der umfassendste Bachmann-Kenner überhaupt. Larcati ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Verona und Direktor des „Stefan Zweig Centre“ in Salzburg. Er arbeitet ebenfalls an der Salzburger Bachmann-Edition mit.

09. Januar 2024

Arktisches Tagebuch: heute warme Polarwäsche untergezogen. Meine Expedition führte mich wieder in sehr frische Regionen. Charlottengrad zeigte sich sonnig. Meine Frisch-Lektüre hingegen frostig. Langsam langts mir auch mit der Expedition zu den Eisbergen, Gefühlslawinen und Gletscherspalten von Eisprinzessin Bachmann und Blaubart Frisch. Freue mich auf wärmere Gefilde.

08. Januar 2024

Gruß von Gaga Amundsen. Heute vor Aufbruch zur Tagesetappe der Expedition. 52.52801° nördliche Breite, 13.40040° östliche Länge. -8 Grad Celsius. Bin zurück im Basislager. Erfrierungen an den Fingerspitzen konnte ich abwenden, indem ich kaltes Wasser darüber laufen ließ. Hier im Polarkreis lernt man mit anderen Temperaturen umzugehen! Nun Kräfte für morgen sammeln, noch etwas im Schein der Zeltlampe lesen, dann ab in den Schlafsack!

08. Januar 2024

♕ Hallo von der Prinzessin auf der Erbse. Ich habe mir gerade bei dm eine neue Lesebrille geholt. Beim Aufprobieren habe ich darauf geachtet, welche mich am besten kleidet. Jetzt, wo ich sie am Schreibtisch richtig aufsetze, merke ich, dass mir die matte Oberfläche vom Brillengestell nicht behagt. Es ist aus schokoladenbraunem Kunststoff. Meine zarte Nasenhaut mag lieber glatte Gestelle. Ich habe die Brille jetzt eingecremt, damit sie etwas geschmeidiger wird. Fühlt sich schon besser an. Außerdem rate ich von ZEWA fünflagig ab. Das ist viel zu hart, ja steif! Ich bleibe beim guten fünflagigen von dm.

06. Januar 2024

„4.5. (1973) (…) Kein Alkohol, es geht nur strikt; schwierig nur in der Geselligkeit. Wie damals nach der Hepatitis, als ich es neun Monate lang durchhielt: man hört die andern zu genau, sich selber auch. Zeitweise hört man lauter Zeug, das zu streichen wäre; diese Pseudo- Lebhaftigkeit mit lauter ready-made-Gedanken, ready-made- Geschichten, Repetitionen, unter Intellektuellen der flinke Schlagabtausch von Kenntnissen, ohne dass sie der Entstehung eines Gedankens dienen. Später am Abend, der um zehn Uhr schon zu lang wird, kommen die Ressentiments offen zum Zug, teils witzig, oder die Rechthaberei drängt zu Wiederholungen, die von Mal zu Mal etwas schlechter ausfallen; Blödelei als Versöhnung oder Gedankenflucht nach allen Seiten. Ich komme mir wie ein Wächter vor und ekelhaft, dabei habe ich selber wenig zu sagen, wenn nicht Alkohol die Kontrolle aufhebt.

Gestern mit Wilhelm Killmayer, der wie immer nur wenig trinkt; ein guter Abend, mehr als Zeitvertreib. Wenn jeder auf ein paar Gedanken kommt, die er nicht schon gehabt und früher schon ausgesprochen hat, dank der Gegenwart des andern.“

ᴍᴀx ғʀɪsᴄʜ, „ᴀᴜs ᴅᴇᴍ ʙᴇʀʟɪɴᴇʀ ᴊᴏᴜʀɴᴀʟ“, sᴜʜʀᴋᴀᴍᴘ 2014, s. 109

06. Januar 2024

„27.3. (1973) (…) Ironie als das billige Mittel, einen Menschen zu reduzieren auf unser eigenes Verständnis.“

ᴍᴀx ғʀɪsᴄʜ, „ᴀᴜs ᴅᴇᴍ ʙᴇʀʟɪɴᴇʀ ᴊᴏᴜʀɴᴀʟ“, sᴜʜʀᴋᴀᴍᴘ 2014, s. 69

06. Januar 2024

„13. – 15. (März 1973) in Leipzig (…) Kabarett: wie direkt und unverblümt die Kritik an DDR-Zuständen sich kundgibt, hat mich völlig überrascht. Ziele des Spottes: Waren-Qualität, Tamtam um die Weltjugendfestspiele, die Fernseh-Phrasen, ein Bruder-Besuch aus dem reichen Westen, ein Kollektiv, das einen kollektiven Einfall haben soll und entdeckt, dass Einfälle immer nur ein einzelner hat.“

ᴍᴀx ғʀɪsᴄʜ, „ᴀᴜs ᴅᴇᴍ ʙᴇʀʟɪɴᴇʀ ᴊᴏᴜʀɴᴀʟ“, sᴜʜʀᴋᴀᴍᴘ 2014, s. 50

05. Januar 2024

„18.2.(1973) (…) Beobachtung an Paaren: wenn der eine Partner in Gesellschaft den andern hört und sichtlich irritiert ist, dass dem Partner mehr einfällt (nicht nur stofflich, sondern sprachlich) als zuhause. Alkohol hilft nur in der allerersten Phase. Wieweit kann man, wenn man sich selber nicht zuhört, weil man nur Vorrätiges redet, den andern zuhören? Und wenn dann alle nur noch Vorrätiges reden (was brillant sein mag, aber nicht aus dem Augenblick entsteht) – – “

ᴍᴀx ғʀɪsᴄʜ, „ᴀᴜs ᴅᴇᴍ ʙᴇʀʟɪɴᴇʀ ᴊᴏᴜʀɴᴀʟ“, sᴜʜʀᴋᴀᴍᴘ 2014, s. 42

04. Januar 2024

Vielleicht erleben wir in zehn bis fünfzehn, zwanzig Jahren noch weitere, überarbeitete Editionen aus Max Frischs Nachlass seiner Tagebücher. Er selbst hat vielfältige Verfügungen zu seinem Nachlass getroffen, Sperrfristen, aber auch deren Ende. Dass nun der Stiftungsrat des Frisch-Archivs Beschlüsse zu editorischen Aussparungen fasst, die mit Persönlichkeitsrechten begründet werden, müssen sich auf die Witwe Marianne beziehen, ggf. noch seine drei Kinder. Alle nunmehr auch betagt bis hochbetagt. It’s complicated. Im „Berliner Journal“, das er erkennbar für die Nachwelt bereits selbst editiert hatte, ins Reine geschrieben, die Veröffentlichung im Blick, wurden beträchtliche Teile in der veröffentlichten Edition ausgespart. Es basiert auf fünf Ringbüchern, die Frisch als Hefte bezeichnete. Im Buch sind nur Passagen von zwei Heften, auch diese mit durch den Stiftungsrat veranlassten Aussparungen. Das Journal von 1973 zeigt nur Einträge ab dem Umzug nach Berlin im Februar und endet im Juni 1973. Dann geht es 1974 im Februar weiter. Frisch verbrachte den Sommer mit Marianne in Berzona. Er schrieb immer Tagebuch, durchgängig. Bachmann verunglückte Ende September 73 mit der Brand verursachenden Zigarette in ihrem Badezimmer in Rom, starb am 17. Oktober 1973. Hier ist die größte Lücke. Es handelt sich um 31 Seiten, die ausgespart, zensiert wurden. Frisch hat später in anderen Veröffentlichungen die Konfrontation mit Bachmanns Tod teilweise verarbeitet. In Triptychon, dem dritten Teil. Dort findet ein imaginiertes Gespräch mit Ingeborg Bachmann statt, als Gespräch mit einer Toten, die in der Lage ist, sich zu äußern. Diese Verarbeitung hat er zu seinen eigenen Lebzeiten transparent und öffentlich gemacht. Aber es gibt keine Verfügung seinerseits, nach Gutdünken in den der Veröffentlichung anheim gestellten Tagebüchern Passagen auszusparen, sobald die Sperrfrist vorbei ist. Ich denke hier immer wieder einmal laut vor mich hin. Für die einen oder anderen Interessenten am Bachmann-Frisch-Komplex. 

03. Januar 2024

ʙᴇʀʟɪɴ, ᴍɪᴛᴛᴡᴏᴄʜ, 3. ᴊᴀɴᴜᴀʀ 2024, ᴍᴏʀɢᴇɴᴅᴀ̈ᴍᴍᴇʀᴜɴɢ, 9:00 ᴜʜʀ.
Regen an meinem Fenster. Blöd geträumt. Oder war das schon gestern und geht mir immer noch nach? Keine spektakulären Begenheiten im Traum, nur starke Gefühle. Erkaltete, gleichgültige Blicke. Ein Blick von jemandem in meine Richtung, der so abgekühlt und befremdend war, wie ich es nach all den Jahren nicht erwartet hätte. Man war doch schon in kultiviert friedlichem Einvernehmen. Ein Szenario, wie eine Einladung in einer Wohnung zu einer Geburtstags- oder sonstigen Gesellschaft. Buntes kaltes Buffet. Da sitzt der frühere Verehrte und sticht mit der Gabel in Kartoffelsalat auf einem Pappteller, links und rechts von ihm seine Begleitung, evt. Familie. Ich bekomme einen Brotaufstrich aus Frischkäse empfohlen, der in einem Regal in Keramiktöpfchen steht, schmeckt wirklich sehr gut auf dem frischen Brot. Ich bin hin- und hergerissen zwischen dem Genuss und dem unfassbar kalten Blick von ihm, den ich selten so tatsächlich erlebte. Nur ein-, zweimal, und das sehr erschütternd für mich. Aber das ist so lange her und vorbei und – aber vielleicht doch nicht geheilt. Es gibt ein paar Momente, Begegnungen in meinem Leben, die mich beim daran Erinnern heute noch frösteln lassen. Zu allem Überfluss habe ich diese Begegnungen auch noch meistens fotografisch eingefangen, weil ich dauernd die Kamera dabei hatte. Ich würde die Alben, die Fotostrecken sofort finden. Auf den Bildern sieht man mir das Erschrecken nicht an. Ich habe mich beherrscht. Für die Ewigkeit.

01. Januar 2024

Ein friedliches neues Jahr. Ausgeschlafener erster Eintrag im neuen Jahr. Heute ohne Bachmann-Seitenscheitel und Schluppenbluse. Ich lese weiter. Gestern habe ich mehr selbst geschrieben, als meinen angekündigten, fortgesetzten Bachmann-Frisch-Lese-Marathon absolviert. Ich vermute, dass die meisten meinen bislang geheimen, gestern veröffentlichten Bachmann-Tagebucheinträgen nicht ganz folgen konnten. Ich bin da natürlich inzwischen SEHR im Thema und kann mir ungefähr vorstellen, was der guten Ingeborg so an Silvester 1963 durch den Kopf gegangen ist. Aber heute gibt es keine Fortsetzung. Die Tagebücher sind ja auch bis sonstwann gesperrt. Es soll bei diesem exklusiven Einblick bleiben. Ich habe keine großartigen Vorsätze für das neue Jahr, die mache ich aber nie. Etwas zeitiger schlafen gehen vielleicht, das nehm ich mir vor.

31. Dezember 2023

𝕋𝕒𝕘𝕖𝕓𝕦𝕔𝕙 𝕀𝕟𝕘𝕖𝕓. 𝔹𝕒𝕔𝕙𝕞𝕒𝕟𝕟, 𝔼𝕚𝕟𝕥𝕣𝕒𝕘 𝟛𝟙. 𝔻𝕖𝕫. 𝟙𝟡𝟞𝟛 (𝔽𝕠𝕣𝕥𝕤.)

𝓓𝓲𝓮 𝓐𝓾𝓯𝓷𝓪𝓱𝓶𝓮 𝓲𝓼𝓽 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓪𝓾𝓼 𝓭𝓮𝓻 𝓡𝓮𝓲𝓱𝓮, 𝓭𝓲𝓮 𝓱𝓪𝓫𝓮 𝓲𝓬𝓱 𝓶𝓲𝓻 𝓪𝓫𝓮𝓻 𝓯𝓾̈𝓻 𝓹𝓻𝓲𝓿𝓪𝓽𝓮 𝓥𝓮𝓻𝔀𝓮𝓷𝓭𝓾𝓷𝓰 𝔃𝓾𝓻𝓾̈𝓬𝓴𝓫𝓮𝓱𝓪𝓵𝓽𝓮𝓷. 𝓘𝓬𝓱 𝓯𝓲𝓷𝓭𝓮, 𝓼𝓲𝓮 𝓽𝓻𝓲𝓯𝓯𝓽 𝓶𝓲𝓬𝓱 𝓪𝓶 𝓮𝓱𝓮𝓼𝓽𝓮𝓷, 𝔀𝓲𝓮 𝓲𝓬𝓱 𝓲𝓷 𝓦𝓪𝓱𝓻𝓱𝓮𝓲𝓽 𝓫𝓲𝓷. 𝓔𝓲𝓷 𝓫𝓲ß𝓬𝓱𝓮𝓷 𝓪𝓾𝓼𝓰𝓮𝓯𝓾𝓬𝓱𝓼𝓽𝓮𝓻 𝓾𝓷𝓭 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓰𝓪𝓷𝔃 𝓼𝓸 𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓑𝓮𝓽𝓼𝓬𝓱𝔀𝓮𝓼𝓽𝓮𝓻, 𝔀𝓲𝓮 𝓮𝓼 𝓭𝓲𝓮 𝓪𝓷𝓭𝓮𝓻𝓮𝓷 𝓑𝓲𝓵𝓭𝓮𝓻 𝓿𝓸𝓷 𝓶𝓲𝓻 𝓿𝓮𝓻𝓶𝓲𝓽𝓽𝓮𝓵𝓷. 𝓥𝓲𝓮𝓵𝓵𝓮𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓼𝓬𝓱𝓲𝓬𝓴𝓮 𝓲𝓬𝓱 𝓭𝓮𝓶 𝓜𝓪𝔁 𝓭𝓪𝓿𝓸𝓷 𝓮𝓲𝓷𝓮𝓷 𝓐𝓫𝔃𝓾𝓰 𝓶𝓲𝓽 𝓭𝓮𝓷 𝓫𝓮𝓼𝓽𝓮𝓷 𝓝𝓮𝓾𝓳𝓪𝓱𝓻𝓼-𝓦𝓾̈𝓷𝓼𝓬𝓱𝓮𝓷. 𝓘𝓼𝓽 𝔃𝔀𝓪𝓻 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓰𝓪𝓷𝔃 𝓮𝓱𝓻𝓵𝓲𝓬𝓱, 𝓪𝓫𝓮𝓻 𝓮𝓻 𝓼𝓸𝓵𝓵 𝓼𝓲𝓬𝓱 𝓻𝓾𝓱𝓲𝓰 𝓮𝓲𝓷 𝓑𝓲𝓵𝓭 𝓭𝓪𝓿𝓸𝓷 𝓶𝓪𝓬𝓱𝓮𝓷, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓮𝓼 𝓶𝓲𝓻 𝓪𝓾𝓼𝓰𝓮𝔃𝓮𝓲𝓬𝓱𝓷𝓮𝓽 𝓰𝓮𝓱𝓽 𝓸𝓱𝓷𝓮 𝓲𝓱𝓷. 𝓥𝓲𝓮𝓵𝓵𝓮𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓱𝓸𝓵𝓽 𝓳𝓪 𝓜𝓪𝓻𝓲𝓪𝓷𝓷𝓮 𝓭𝓲𝓮 𝓟𝓸𝓼𝓽 𝓪𝓾𝓼 𝓭𝓮𝓶 𝓑𝓻𝓲𝓮𝓯𝓴𝓪𝓼𝓽𝓮𝓷 𝓾𝓷𝓭 𝓼𝓲𝓮𝓱𝓽, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓭𝓮𝓻 𝓑𝓻𝓲𝓮𝓯 𝓿𝓸𝓷 𝓶𝓲𝓻 𝓲𝓼𝓽 𝓾𝓷𝓭 𝔀𝓲𝓻𝓭 𝓮𝓲𝓷 𝓫𝓲ß𝓬𝓱𝓮𝓷 𝓷𝓮𝓻𝓿𝓸̈𝓼. 𝓓𝓪𝓼 𝓼𝓸𝓵𝓵 𝓼𝓲𝓮 𝓻𝓾𝓱𝓲𝓰 𝔀𝓮𝓻𝓭𝓮𝓷, 𝓲𝓬𝓱 𝔀𝓪𝓻 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓸𝓯𝓽 𝓷𝓮𝓻𝓿𝓸̈𝓼 𝔀𝓮𝓰𝓮𝓷 𝓲𝓱𝓻! 𝓓𝓪𝓼 𝓱𝓪𝓫𝓮 𝓲𝓬𝓱 𝓶𝓲𝓻 𝓷𝓪𝓽𝓾̈𝓻𝓵𝓲𝓬𝓱 𝓷𝓲𝓮 𝓪𝓷𝓶𝓮𝓻𝓴𝓮𝓷 𝓵𝓪𝓼𝓼𝓮𝓷, 𝓲𝓶 𝓖𝓮𝓰𝓮𝓷𝓽𝓮𝓲𝓵, 𝓲𝓬𝓱 𝓱𝓪𝓫𝓮 𝓭𝓲𝓮 𝓶𝓾̈𝓽𝓽𝓮𝓻𝓵𝓲𝓬𝓱𝓮 𝓕𝓻𝓮𝓾𝓷𝓭𝓲𝓷 𝓰𝓮𝓼𝓹𝓲𝓮𝓵𝓽. 𝓢𝓲𝓮 𝓼𝓸𝓵𝓵 𝓭𝓪𝓼 𝓕𝓸𝓽𝓸 𝓻𝓾𝓱𝓲𝓰 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓼𝓮𝓱𝓮𝓷. 𝓐𝓫𝓮𝓻 𝓭𝓪𝓷𝓷 𝓶𝓾̈𝓼𝓼𝓽𝓮 𝓲𝓬𝓱 𝓮𝓼 𝓪𝓵𝓼 𝓟𝓸𝓼𝓽𝓴𝓪𝓻𝓽𝓮 𝓸𝓱𝓷𝓮 𝓤𝓶𝓼𝓬𝓱𝓵𝓪𝓰 𝓼𝓬𝓱𝓲𝓬𝓴𝓮𝓷. 𝓘𝓬𝓱 𝓴𝓪𝓷𝓷 𝓶𝓲𝓻 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓭𝓮𝓷𝓴𝓮𝓷, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓼𝓲𝓮 𝓭𝓪𝓼 𝓑𝓻𝓲𝓮𝓯𝓰𝓮𝓱𝓮𝓲𝓶𝓷𝓲𝓼 𝓿𝓮𝓻𝓵𝓮𝓽𝔃𝓽. 𝓢𝓲𝓮 𝓲𝓼𝓽 𝓳𝓪 𝓼𝓸 𝓪𝓷𝓼𝓽𝓪̈𝓷𝓭𝓲𝓰 𝓾𝓷𝓭 𝓪𝓻𝓰𝓵𝓸𝓼, 𝓭𝓲𝓮 𝓖𝓾𝓽𝓮. 𝓓𝓪𝓼𝓼 𝓜𝓪𝔁 𝓭𝓪𝓼 𝓕𝓸𝓽𝓸 𝓾𝓷𝓰𝓮𝓷𝓲𝓮𝓻𝓽 𝓪𝓾𝓼𝓹𝓪𝓬𝓴𝓽 𝓾𝓷𝓭 𝓪𝓾𝓯 𝓭𝓮𝓷 𝓚𝓾̈𝓬𝓱𝓮𝓷𝓽𝓲𝓼𝓬𝓱 𝓲𝓷 𝓑𝓮𝓻𝔃𝓸𝓷𝓪 𝓵𝓮𝓰𝓽, 𝓴𝓪𝓷𝓷 𝓲𝓬𝓱 𝓶𝓲𝓻 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓿𝓸𝓻𝓼𝓽𝓮𝓵𝓵𝓮𝓷. 𝓐𝓫𝓮𝓻 𝔀𝓪𝓼 𝔀𝓮𝓲ß 𝓲𝓬𝓱. 𝓘𝓬𝓱 𝓭𝓮𝓷𝓴𝓮, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓮𝓻 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓷𝓸𝓬𝓱 𝓪𝓷 𝓶𝓲𝓬𝓱 𝓭𝓮𝓷𝓴𝓽. 𝓢𝓸𝓵𝓵 𝓮𝓻 𝓪𝓾𝓬𝓱! 𝓢𝓬𝓱𝓸𝓷 𝓫𝓪𝓵𝓭 𝓜𝓲𝓽𝓽𝓮𝓻𝓷𝓪𝓬𝓱𝓽 𝓾𝓷𝓭 𝓝𝓮𝓾𝓳𝓪𝓱𝓻. 𝓞𝓫 𝓲𝓬𝓱 𝓭𝓪𝓼 𝓕𝓪𝓻𝓫𝓯𝓸𝓽𝓸 𝓸𝓭𝓮𝓻 𝓭𝓪𝓼 𝓼𝓬𝓱𝔀𝓪𝓻𝔃𝔀𝓮𝓲ß𝓮 𝓼𝓬𝓱𝓲𝓬𝓴𝓮𝓷 𝓼𝓸𝓵𝓵? 𝓑𝓮𝓲𝓭𝓮 𝔀𝓪̈𝓻𝓮 𝓮𝓽𝔀𝓪𝓼 𝓾̈𝓫𝓮𝓻𝓽𝓻𝓲𝓮𝓫𝓮𝓷. 𝓘𝓬𝓱 𝓼𝓬𝓱𝓵𝓪𝓯 𝓭𝓻𝓾̈𝓫𝓮𝓻, 𝓶𝓸𝓻𝓰𝓮𝓷 𝓲𝓼𝓽 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓷𝓸𝓬𝓱 𝓮𝓲𝓷 𝓣𝓪𝓰. 𝓘𝓬𝓱 𝔀𝓾̈𝓷𝓼𝓬𝓱𝓮 𝓶𝓲𝓻 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝓶𝓪𝓵 𝓼𝓮𝓵𝓫𝓮𝓻 𝓾𝓷𝓭 𝓜𝓪𝔁.𝓮𝓲𝓷 𝓯𝓻𝓸𝓱𝓮𝓼 𝓷𝓮𝓾𝓮𝓼 𝓙𝓪𝓱𝓻!

31. Dezember 2023

𝕋𝕒𝕘𝕖𝕓𝕦𝕔𝕙 𝕀𝕟𝕘𝕖𝕓. 𝔹𝕒𝕔𝕙𝕞𝕒𝕟𝕟, 𝔼𝕚𝕟𝕥𝕣𝕒𝕘 𝟛𝟙. 𝔻𝕖𝕫. 𝟙𝟡𝟞𝟛 (𝔽𝕠𝕣𝕥𝕤.)

𝓘𝓬𝓱 𝓫𝓲𝓷 𝓰𝓮𝓻𝓪𝓭𝓮 𝓷𝓸𝓬𝓱𝓶𝓪𝓵 𝓭𝓲𝓮 𝓷𝓮𝓾𝓮𝓷 𝓐𝓾𝓯𝓷𝓪𝓱𝓶𝓮𝓷 𝓿𝓸𝓷 𝓭𝓮𝓻 𝓥𝓮𝓻𝓵𝓪𝓰𝓼𝓯𝓸𝓽𝓸𝓰𝓻𝓪𝓯𝓲𝓷 𝓭𝓾𝓻𝓬𝓱𝓰𝓮𝓰𝓪𝓷𝓰𝓮𝓷 𝓾𝓷𝓭 𝓱𝓪𝓫𝓮 𝓭𝓲𝓮 𝓭𝓻𝓮𝓲 𝓳𝓮𝓽𝔃𝓽 𝓲𝓷 𝓭𝓮𝓻 𝓮𝓷𝓰𝓮𝓻𝓮𝓷 𝓐𝓾𝓼𝔀𝓪𝓱𝓵 𝓯𝓾̈𝓻 𝓶𝓮𝓲𝓷 𝓷𝓮𝓾𝓮𝓼 𝓐𝓾𝓽𝓸𝓻𝓮𝓷𝓯𝓸𝓽𝓸 𝓫𝓮𝓲 𝓟𝓲𝓹𝓮𝓻. 𝓓𝓲𝓮 𝓫𝓮𝓲𝓭𝓮𝓷, 𝔀𝓸 𝓲𝓬𝓱 𝓵𝓪̈𝓬𝓱𝓵𝓮, 𝓰𝓮𝓯𝓪𝓵𝓵𝓮𝓷 𝓶𝓲𝓻 𝓲𝓶𝓶𝓮𝓻 𝔀𝓮𝓷𝓲𝓰𝓮𝓻, 𝓳𝓮 𝓵𝓪̈𝓷𝓰𝓮𝓻 𝓲𝓬𝓱 𝓼𝓲𝓮 𝓫𝓮𝓽𝓻𝓪𝓬𝓱𝓽𝓮. 𝓜𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓛𝓮𝓼𝓮𝓻 𝓱𝓪𝓫𝓮𝓷 𝓿𝓸𝓷 𝓶𝓲𝓻 𝓼𝓬𝓱𝓵𝓲𝓮ß𝓵𝓲𝓬𝓱 𝓴𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓵𝓮𝓲𝓬𝓱𝓽𝓮 𝓚𝓸𝓼𝓽 𝔃𝓾 𝓮𝓻𝔀𝓪𝓻𝓽𝓮𝓷, 𝓭𝓪𝓼 𝓭𝓪𝓻𝓯 𝓻𝓾𝓱𝓲𝓰 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝓫𝓮𝓲𝓶 𝓐𝓾𝓽𝓸𝓻𝓮𝓷𝓹𝓸𝓻𝓽𝓻𝓪𝓲𝓽 𝓮𝓻𝓴𝓮𝓷𝓷𝓫𝓪𝓻 𝓼𝓮𝓲𝓷. 𝓓𝓲𝓮𝓼𝓮 𝓰𝓪𝓷𝔃𝓮𝓷 𝓥𝓮𝓻𝓶𝓪𝓻𝓴𝓽𝓾𝓷𝓰𝓼𝓪𝓷𝓰𝓮𝓵𝓮𝓰𝓮𝓷𝓱𝓮𝓲𝓽𝓮𝓷 𝓱𝓪̈𝓷𝓰𝓮𝓷 𝓶𝓲𝓻 𝓶𝓪𝓷𝓬𝓱𝓶𝓪𝓵 𝓼𝓮𝓵𝓫𝓮𝓻 𝔃𝓾𝓶 𝓗𝓪𝓵𝓼𝓮 𝓱𝓮𝓻𝓪𝓾𝓼, 𝓪𝓫𝓮𝓻 𝓪𝓾𝓯 𝓭𝓮𝓻 𝓪𝓷𝓭𝓮𝓻𝓮𝓷 𝓢𝓮𝓲𝓽𝓮 𝓲𝓼𝓽 𝓭𝓪𝓼 𝓶𝓮𝓲𝓷 𝓖𝓮𝓼𝓬𝓱𝓪̈𝓯𝓽𝓼𝓶𝓸𝓭𝓮𝓵𝓵, 𝓭𝓪𝓼 𝓲𝓬𝓱 𝓾𝓷𝓽𝓮𝓻 𝓪𝓵𝓵𝓮𝓷 𝓤𝓶𝓼𝓽𝓪̈𝓷𝓭𝓮𝓷 𝓪𝓶 𝓛𝓪𝓾𝓯𝓮𝓷 𝓱𝓪𝓵𝓽𝓮𝓷 𝓶𝓸̈𝓬𝓱𝓽𝓮. 𝓓𝓲𝓮 𝓱𝓸𝓬𝓱𝓮𝓶𝓹𝓯𝓲𝓷𝓭𝓼𝓪𝓶𝓮, 𝓮𝓵𝓮𝓰𝓲𝓼𝓬𝓱𝓮 𝓛𝔂𝓻𝓲𝓴𝓮𝓻𝓲𝓷. 𝓓𝓪𝓼 𝓯𝓪̈𝓷𝓰𝓽 𝓫𝓮𝓲𝓶 𝓶𝓮𝓵𝓪𝓷𝓬𝓱𝓸𝓵𝓲𝓼𝓬𝓱𝓮𝓷, 𝓵𝓮𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓿𝓮𝓻𝓼𝓬𝓱𝓵𝓮𝓲𝓮𝓻𝓽𝓮𝓷 𝓑𝓵𝓲𝓬𝓴 𝓪𝓷 (𝓲𝓬𝓱 𝓿𝓮𝓻𝓽𝓻𝓪𝓰𝓮 𝓚𝓸𝓷𝓽𝓪𝓴𝓽𝓵𝓲𝓷𝓼𝓮𝓷 𝓼𝓬𝓱𝓵𝓮𝓬𝓱𝓽, 𝔀𝓮𝓻𝓭𝓮 𝓪𝓫𝓮𝓻 𝓼𝓸 𝓵𝓪𝓷𝓰𝓮 𝓮𝓼 𝓼𝓲𝓬𝓱 𝓾𝓶𝓰𝓮𝓱𝓮𝓷 𝓵𝓪̈𝓼𝓼𝓽, 𝔀𝓮𝓲𝓽𝓮𝓻𝓱𝓲𝓷 𝓴𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓑𝓻𝓲𝓵𝓵𝓮 𝓪𝓾𝓯𝓼𝓮𝓽𝔃𝓮𝓷), 𝓾𝓷𝓭 𝓶𝓪𝓬𝓱𝓽 𝓿𝓸𝓻 𝓭𝓮𝓻 𝓪𝓭𝓻𝓮𝓽𝓽𝓮𝓷 𝓢𝓬𝓱𝓵𝓮𝓲𝓯𝓮𝓷𝓫𝓵𝓾𝓼𝓮 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓱𝓪𝓵𝓽. 𝓘𝓬𝓱 𝓰𝓮𝓫𝓮 𝓶𝓲𝓬𝓱 𝓰𝓮𝓻𝓷𝓮 𝓮𝓲𝓷 𝓫𝓲ß𝓬𝓱𝓮𝓷 𝔃𝓾𝓰𝓮𝓴𝓷𝓸̈𝓹𝓯𝓽𝓮𝓻, 𝓪𝓵𝓼 𝓲𝓬𝓱 𝓽𝓪𝓽𝓼𝓪̈𝓬𝓱𝓵𝓲𝓬𝓱 𝓫𝓲𝓷, 𝓭𝓪𝓼 𝓱𝓪𝓽 𝓭𝓲𝓮𝓼𝓮𝓷 𝓰𝓮𝔀𝓲𝓼𝓼𝓮𝓷 𝓡𝓮𝓲𝔃, 𝓶𝓪𝓷 𝓱𝓪𝓽 𝓭𝓮𝓷 𝓘𝓶𝓹𝓾𝓵𝓼, 𝓶𝓲𝓬𝓱 𝓪𝓾𝓼𝓹𝓪𝓬𝓴𝓮𝓷 𝔃𝓾 𝔀𝓸𝓵𝓵𝓮𝓷. 𝓓𝓪𝓼 𝓲𝓼𝓽 𝓶𝓲𝓻 𝓪𝓵𝓵𝓮𝓼 𝓿𝓸𝓵𝓵𝓴𝓸𝓶𝓶𝓮𝓷 𝓫𝓮𝔀𝓾𝓼𝓼𝓽, 𝓪𝓫𝓮𝓻 𝓲𝓷 𝔀𝓮𝓵𝓬𝓱𝓮𝓶 𝓐𝓾𝓼𝓶𝓪ß, 𝓶𝓾𝓼𝓼 𝓭𝓪𝓼 𝓰𝓮𝓷𝓮𝓲𝓰𝓽𝓮 𝓟𝓾𝓫𝓵𝓲𝓴𝓾𝓶 𝓯𝓾̈𝓻 𝓶𝓮𝓲𝓷𝓮𝓷 𝓖𝓮𝓼𝓬𝓱𝓶𝓪𝓬𝓴 𝓷𝓾𝓷 𝔀𝓲𝓻𝓴𝓵𝓲𝓬𝓱 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓲𝓶 𝓶𝓲𝓷𝓭𝓮𝓼𝓽𝓮𝓷 𝔀𝓲𝓼𝓼𝓮𝓷.

31. Dezember 2023

𝕋𝕒𝕘𝕖𝕓𝕦𝕔𝕙 𝕀𝕟𝕘𝕖𝕓. 𝔹𝕒𝕔𝕙𝕞𝕒𝕟𝕟, 𝔼𝕚𝕟𝕥𝕣𝕒𝕘 𝟛𝟙. 𝔻𝕖𝕫. 𝟙𝟡𝟞𝟛 (𝔽𝕠𝕣𝕥𝕤.)

𝓝𝓪𝓬𝓱𝓭𝓮𝓶 𝓲𝓬𝓱 𝓿𝓸𝓻𝓱𝓲𝓷 𝓭𝓲𝓮 𝓣𝓪𝓫𝓵𝓮𝓽𝓽𝓮 𝓮𝓲𝓷𝓰𝓮𝓷𝓸𝓶𝓶𝓮𝓷 𝓱𝓪𝓫, 𝓲𝓼𝓽 𝓶𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓢𝓽𝓲𝓶𝓶𝓾𝓷𝓰 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝓶𝓮𝓻𝓴𝓵𝓲𝓬𝓱 𝓫𝓮𝓼𝓼𝓮𝓻. 𝓘𝓬𝓱 𝔀𝓮𝓲ß 𝓶𝓲𝓽𝓾𝓷𝓽𝓮𝓻 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽, 𝓸𝓫 𝓲𝓬𝓱 𝓕𝓻𝓮𝓭 𝓾𝓷𝓭 𝓗𝓮𝓲𝓭𝓲 𝓭𝓪𝓷𝓴𝓫𝓪𝓻 𝓸𝓭𝓮𝓻 𝓫𝓸̈𝓼 𝓼𝓮𝓲𝓷 𝓼𝓸𝓵𝓵, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓼𝓲𝓮 𝓶𝓲𝓬𝓱 𝓪𝓾𝓯 𝓭𝓲𝓮 𝓑𝓮𝓻𝓾𝓱𝓲𝓰𝓾𝓷𝓰𝓼𝓶𝓲𝓽𝓽𝓮𝓵 𝓰𝓮𝓫𝓻𝓪𝓬𝓱𝓽 𝓱𝓪𝓫𝓮𝓷, 𝓾𝓷𝓭 𝓶𝓲𝓻 𝓼𝓸𝓰𝓪𝓻 𝓲𝓶𝓶𝓮𝓻 𝓻𝓮𝔃𝓮𝓹𝓽𝓯𝓻𝓮𝓲 𝓼𝓬𝓱𝓲𝓬𝓴𝓮𝓷. 𝓢𝓬𝓱𝓵𝓪𝓯𝓹𝓾𝓵𝓿𝓮𝓻 𝓱𝓪𝓫𝓮 𝓲𝓬𝓱 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝓿𝓸𝓻 𝓭𝓮𝓻 𝓑𝓮𝓴𝓪𝓷𝓷𝓽𝓼𝓬𝓱𝓪𝓯𝓽 𝓶𝓲𝓽 𝓲𝓱𝓷𝓮𝓷 𝓻𝓮𝓰𝓮𝓵𝓶𝓪̈ß𝓲𝓰 𝓮𝓲𝓷𝓰𝓮𝓷𝓸𝓶𝓶𝓮𝓷, 𝓼𝓸𝓷𝓼𝓽 𝓴𝓸̈𝓷𝓷𝓽𝓮 𝓲𝓬𝓱 𝓴𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓝𝓪𝓬𝓱𝓽 𝓼𝓬𝓱𝓵𝓪𝓯𝓮𝓷. 𝓓𝓪𝓼𝓼 𝓪𝓫𝓮𝓻 𝓪𝓾𝓼𝓰𝓻𝓮𝓬𝓱𝓷𝓮𝓽 𝓭𝓮𝓻 𝓕𝓻𝓲𝓼𝓬𝓱 𝓶𝓲𝓻 𝔃𝓾𝓶 𝓥𝓸𝓻𝔀𝓾𝓻𝓯 𝓰𝓮𝓶𝓪𝓬𝓱𝓽 𝓱𝓪𝓽, 𝓲𝓬𝓱 𝔀𝓪̈𝓻𝓮 𝓻𝓪𝓾𝓼𝓬𝓱𝓰𝓲𝓯𝓽𝓼𝓾̈𝓬𝓱𝓽𝓲𝓰, 𝓲𝓼𝓽 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝓮𝓲𝓷 𝓼𝓽𝓪𝓻𝓴𝓮𝓼 𝓢𝓽𝓾̈𝓬𝓴. 𝓢𝓸 𝓭𝓮𝓾𝓽𝓵𝓲𝓬𝓱 𝓱𝓪𝓽 𝓮𝓻 𝓮𝓼 𝓶𝓲𝓻 𝓰𝓮𝓰𝓮𝓷𝓾̈𝓫𝓮𝓻 𝓷𝓲𝓮 𝓪𝓾𝓼𝓰𝓮𝓭𝓻𝓾̈𝓬𝓴𝓽, 𝓪𝓫𝓮𝓻 𝓲𝓶 𝓖𝓪𝓷𝓽𝓮𝓷𝓫𝓮𝓲𝓷 𝓼𝓽𝓮𝓱𝓽𝓼! 𝓓𝓪 𝓼𝓬𝓱𝓻𝓮𝓲𝓫𝓽 𝓮𝓻, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓛𝓲𝓵𝓪 𝓲𝓱𝓻 𝓡𝓪𝓾𝓼𝓬𝓱𝓰𝓲𝓯𝓽 𝔀𝓲𝓮𝓭𝓮𝓻 𝓰𝓮𝓷𝓸𝓶𝓶𝓮𝓷 𝓱𝓪𝓽, 𝔀𝓸𝓻𝓽𝔀𝓸̈𝓻𝓽𝓵𝓲𝓬𝓱! 𝓓𝓪𝓼 𝓶𝓾𝓼𝓼 𝓲𝓬𝓱 𝓫𝓮𝓲𝓶 𝓚𝓸𝓻𝓻𝓮𝓴𝓽𝓾𝓻𝓵𝓮𝓼𝓮𝓷 𝓾̈𝓫𝓮𝓻𝓼𝓮𝓱𝓮𝓷 𝓱𝓪𝓫𝓮𝓷, 𝓲𝓬𝓱 𝓱𝓪̈𝓽𝓽𝓮 𝓮𝓼 𝓲𝓱𝓶 𝓾𝓶 𝓭𝓲𝓮 𝓞𝓱𝓻𝓮𝓷 𝓰𝓮𝓱𝓪𝓾𝓮𝓷! 𝓢𝓸𝓵𝓬𝓱𝓮 𝓓𝓲𝓷𝓰𝓮 𝓰𝓮𝓱𝓸̈𝓻𝓮𝓷 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓲𝓷 𝓭𝓲𝓮 𝓞̈𝓯𝓯𝓮𝓷𝓽𝓵𝓲𝓬𝓱𝓴𝓮𝓲𝓽. 𝓔𝓻 𝓲𝓼𝓽 𝓳𝓪 𝓼𝓮𝓵𝓫𝓮𝓻 𝓮𝓲𝓷 𝓢𝓪̈𝓾𝓯𝓮𝓻. 𝓤𝓷𝓭 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓲𝓬𝓱 𝓼𝓮𝓬𝓱𝔃𝓲𝓰 𝓩𝓲𝓰𝓪𝓻𝓮𝓽𝓽𝓮𝓷 𝓪𝓶 𝓣𝓪𝓰 𝓻𝓪𝓾𝓬𝓱, 𝓫𝓻𝓪𝓾𝓬𝓱𝓽 𝓲𝓱𝓷 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝔃𝓾 𝓽𝓪𝓷𝓰𝓲𝓮𝓻𝓮𝓷, 𝓮𝓻 𝓷𝓾𝓬𝓴𝓮𝓵𝓽 𝓳𝓪 𝓼𝓮𝓵𝓫𝓮𝓻 𝓸𝓱𝓷𝓮 𝓤𝓷𝓽𝓮𝓻𝓵𝓪𝓼𝓼 𝓪𝓷 𝓼𝓮𝓲𝓷𝓮𝓻 𝓟𝓯𝓮𝓲𝓯𝓮. 𝓜𝓪𝓷𝓬𝓱𝓮𝓼 𝓱𝓪𝓽 𝓶𝓲𝓻 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓪𝓷 𝓲𝓱𝓶 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓫𝓮𝓱𝓪𝓰𝓽. 𝓔𝓼 𝓲𝓼𝓽 𝓴𝓮𝓲𝓷 𝓖𝓮𝓱𝓮𝓲𝓶𝓷𝓲𝓼, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓮𝓻 𝓯𝓾̈𝓷𝓯𝔃𝓮𝓱𝓷 𝓙𝓪𝓱𝓻𝓮 𝓪̈𝓵𝓽𝓮𝓻 𝓪𝓵𝓼 𝓲𝓬𝓱 𝓲𝓼𝓽 𝓾𝓷𝓭 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓶𝓮𝓱𝓻 𝓲𝓷 𝓳𝓮𝓭𝓮𝓻 𝓗𝓲𝓷𝓼𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓽𝓲𝓹𝓽𝓸𝓹 𝓲𝓷 𝓗𝓸𝓬𝓱𝓯𝓸𝓻𝓶. 𝓐𝓫𝓮𝓻 𝓲𝓬𝓱 𝔀𝓮𝓻𝓭𝓮 𝓶𝓲𝓬𝓱 𝓱𝓾̈𝓽𝓮𝓷, 𝓭𝓪𝓼 𝓮𝓷 𝓭𝓮𝓽𝓪𝓲𝓵 𝓲𝓷 𝓮𝓲𝓷𝓮𝓶 𝓶𝓮𝓲𝓷𝓮𝓻 𝓑𝓾̈𝓬𝓱𝓮𝓻 𝓪𝓾𝓼𝔃𝓾𝓫𝓻𝓮𝓲𝓽𝓮𝓷. 𝓦𝓮𝓷𝓷 𝓾̈𝓫𝓮𝓻𝓱𝓪𝓾𝓹𝓽, 𝓭𝓪𝓷𝓷 𝓴𝓻𝓲𝓮𝓰𝓮𝓷 𝓭𝓲𝓮 𝓟𝓮𝓻𝓼𝓸𝓷𝓮𝓷 𝓪𝓷𝓭𝓮𝓻𝓮 𝓝𝓪𝓶𝓮𝓷 𝓾𝓷𝓭 𝓗𝓪𝓪𝓻𝓯𝓪𝓻𝓫𝓮𝓷 𝓾𝓷𝓭 𝓑𝓮𝓻𝓾𝓯𝓮. 𝓓𝓪 𝓫𝓲𝓷 𝓲𝓬𝓱 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝓼𝓮𝓱𝓻 𝓿𝓮𝓻𝓼𝓲𝓮𝓻𝓽 𝓭𝓪𝓻𝓲𝓷. 𝓔𝓼 𝓫𝓻𝓪𝓾𝓬𝓱𝓽 𝓷𝓾𝓷 𝔀𝓲𝓻𝓴𝓵𝓲𝓬𝓱 𝓷𝓲𝓮𝓶𝓪𝓷𝓭 𝔃𝓾 𝔀𝓲𝓼𝓼𝓮𝓷, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓶𝓲𝓻 𝓭𝓮𝓻 𝓰𝓪𝓷𝔃𝓮 𝓢𝓬𝓱𝓮𝓲ß𝓭𝓻𝓮𝓬𝓴 𝓼𝓮𝓵𝓫𝓮𝓻 𝓹𝓪𝓼𝓼𝓲𝓮𝓻𝓽 𝓲𝓼𝓽, 𝓭𝓮𝓷 𝓲𝓬𝓱 𝓲𝓷 𝓶𝓮𝓲𝓷𝓮𝓷 𝓢𝓬𝓱𝓻𝓲𝓯𝓽𝓮𝓷 𝓿𝓮𝓻𝓫𝓻𝓮𝓲𝓽𝓮. 𝓦𝓸 𝓴𝓸𝓶𝓶𝓮𝓷 𝔀𝓲𝓻 𝓭𝓮𝓷𝓷 𝓭𝓪 𝓱𝓲𝓷! 𝓓𝓲𝓮 𝓢𝓮𝓻𝓮𝓼𝓽𝓪 𝔀𝓲𝓻𝓴𝓽 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝔀𝓲𝓮𝓭𝓮𝓻 𝓼𝓮𝓱𝓻 𝓰𝓾𝓽, 𝓲𝓬𝓱 𝓫𝓲𝓷 𝓭𝓮𝓻 𝓜𝓮𝓭𝓲𝔃𝓲𝓷 𝓼𝓮𝓱𝓻 𝓭𝓪𝓷𝓴𝓫𝓪𝓻, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓼𝓸𝓵𝓬𝓱𝓮 𝓜𝓲𝓽𝓽𝓮𝓵 𝓮𝓻𝓯𝓾𝓷𝓭𝓮𝓷 𝔀𝓾𝓻𝓭𝓮𝓷, 𝓾𝓶 𝓭𝓪𝓼 𝓮𝓲𝓰𝓮𝓷𝓮 𝓔𝓵𝓮𝓷𝓭 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓶𝓮𝓱𝓻 𝓲𝓶 𝓿𝓸𝓵𝓵𝓮𝓷 𝓐𝓾𝓼𝓶𝓪ß 𝓮𝓻𝓽𝓻𝓪𝓰𝓮𝓷 𝔃𝓾 𝓶𝓾̈𝓼𝓼𝓮𝓷! 𝓙𝓮𝓽𝔃𝓽 𝔀𝓲𝓻𝓭 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝓰𝓮𝓴𝓷𝓪𝓵𝓵𝓽 𝓭𝓪 𝓭𝓻𝓪𝓾ß𝓮𝓷. 𝓢𝓲𝓵𝓿𝓮𝓼𝓽𝓮𝓻 𝓫𝓻𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓲𝓬𝓱 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝔀𝓲𝓮 𝓮𝓲𝓷𝓮𝓷 𝓚𝓻𝓸𝓹𝓯! 𝓐𝓫𝓮𝓻 𝓮𝓲𝓰𝓮𝓷𝓽𝓵𝓲𝓬𝓱 𝓲𝓼𝓽 𝓮𝓼 𝓶𝓲𝓻 𝔀𝓾𝓻𝓼𝓬𝓱𝓽, 𝓳𝓮𝓽𝔃𝓽 𝔀𝓸 𝓲𝓬𝓱 𝓶𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓜𝓮𝓭𝓲𝓴𝓪𝓶𝓮𝓷𝓽𝓮 𝓲𝓷𝓽𝓾𝓼 𝓱𝓪𝓫. 𝓜𝓲𝓻 𝓲𝓼𝓽 𝓭𝓲𝓻𝓮𝓴𝓽 𝔃𝓾𝓶 𝓵𝓪𝓬𝓱𝓮𝓷, 𝓲𝓬𝓱 𝓰𝓵𝓪𝓾𝓫 𝓫𝓪𝓵𝓭, 𝓲𝓬𝓱 𝓿𝓮𝓻𝓫𝓵𝓸̈𝓭𝓮 𝓵𝓪𝓷𝓰𝓼𝓪𝓶! 𝓟𝓻𝓸𝓼𝓲𝓽 𝓝𝓮𝓾𝓳𝓪𝓱𝓻, 𝓣𝓪𝓰𝓮𝓫𝓾𝓬𝓱! 🍾

31. Dezember 2023

𝕋𝕒𝕘𝕖𝕓𝕦𝕔𝕙 𝕀𝕟𝕘𝕖𝕓𝕠𝕣𝕘 𝔹𝕒𝕔𝕙𝕞𝕒𝕟𝕟, 𝔼𝕚𝕟𝕥𝕣𝕒𝕘 𝟛𝟙. 𝔻𝕖𝕫𝕖𝕞𝕓𝕖𝕣 𝟙𝟡𝟞𝟛

𝓓𝓪 𝓼𝓲𝓽𝔃 𝓲𝓬𝓱 𝓳𝓮𝓽𝔃𝓽 𝓲𝓷 𝓭𝓮𝓶 𝓯𝓲𝓷𝓼𝓽𝓮𝓻𝓷 𝓖𝓻𝓾𝓷𝓮𝔀𝓪𝓵𝓭 𝓲𝓷 𝓭𝓮𝓻 𝓚𝓸𝓮𝓷𝓲𝓰𝓼𝓪𝓵𝓵𝓮𝓮 𝓾𝓷𝓭 𝓪̈𝓻𝓰𝓮𝓻 𝓶𝓲𝓬𝓱, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓲𝓬𝓱 𝓭𝓮𝓶 𝓜𝓪𝔁 𝓷𝓸𝓬𝓱 𝔃𝓾𝓰𝓻𝓮𝓭𝓮𝓽 𝓱𝓪𝓫, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓮𝓻 𝓶𝓮𝓲𝓷𝓮𝓽𝓱𝓪𝓵𝓫𝓮𝓷 𝓰𝓮𝓻𝓷 𝓮𝓲𝓷𝓮𝓷 𝓐𝓾𝓼𝓯𝓵𝓾𝓰 𝓶𝓲𝓽 𝓭𝓮𝓻 𝓜𝓪𝓻𝓲𝓪𝓷𝓷𝓮 𝓶𝓪𝓬𝓱𝓮𝓷 𝓴𝓪𝓷𝓷. 𝓘𝓬𝓱 𝓱𝓪𝓫 𝓶𝓲𝓻 𝓰𝓮𝓭𝓪𝓬𝓱𝓽, 𝓭𝓮𝓼 𝓲𝓼𝓽 𝓮𝓱 𝓫𝓵𝓸ß 𝓮𝓲𝓷 𝓾𝓷𝓫𝓮𝓭𝓪𝓻𝓯𝓽𝓮𝓼 𝓜𝓪̈𝓭𝓮𝓵, 𝓱𝓾̈𝓫𝓼𝓬𝓱 𝓾𝓷𝓭 𝓷𝓮𝓽𝓽, 𝓪𝓫𝓮𝓻 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝔀𝓮𝓲𝓽𝓮𝓻 𝓿𝓸𝓷 𝓘𝓷𝓽𝓮𝓻𝓮𝓼𝓼𝓮. 𝓓𝓲𝓮 𝓴𝓪𝓷𝓷 𝓶𝓲𝓻 𝓭𝓸𝓬𝓱 𝓮𝓱 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓭𝓪𝓼 𝓦𝓪𝓼𝓼𝓮𝓻 𝓻𝓮𝓲𝓬𝓱𝓮𝓷, 𝓱𝓪𝓫 𝓲𝓬𝓱 𝓭𝓪𝓬𝓱𝓽! 𝓤𝓷𝓭 𝓳𝓮𝓽𝔃𝓽 𝓲𝓼𝓽 𝓮𝓻 𝓶𝓲𝓽 𝓲𝓱𝓻 𝓲𝓷 𝓭𝓮𝓻 𝓦𝓸𝓱𝓷𝓾𝓷𝓰 𝓿𝓸𝓷 𝓭𝓮𝓻 𝓓𝓲𝓮𝓽𝓻𝓲𝓬𝓱 𝓲𝓷 𝓝𝓮𝔀 𝓨𝓸𝓻𝓴, 𝓭𝓲𝓮 𝓼𝓲𝓮 𝓲𝓱𝓶 𝓰𝓼𝓽𝓮𝓵𝓵𝓽 𝓱𝓪𝓽. 𝓓𝓪 𝔀𝓲𝓻𝓭 𝓶𝓲𝓻 𝓰𝓪𝓷𝔃 𝓼𝓬𝓱𝓵𝓮𝓬𝓱𝓽! 𝓘𝓬𝓱 𝓫𝓻𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝔀𝓲𝓮𝓭𝓮𝓻 𝓶𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓑𝓮𝓻𝓾𝓱𝓲𝓰𝓾𝓷𝓰𝓼𝓶𝓲𝓽𝓽𝓮𝓵. 𝓦𝓸 𝓲𝓼 𝓭𝓮𝓼 𝓢𝓬𝓱𝓮𝓲ß-𝓢𝓮𝓻𝓮𝓼𝓽𝓪!!! 𝓥𝓮𝓻𝓭𝓪𝓶𝓶𝓽! 𝓤𝓷𝓭 𝓭𝓮𝓻 𝓙𝓸𝓱𝓷𝓷𝔂 𝓦𝓪𝓵𝓴𝓮𝓻 𝓲𝓼𝓽 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓷 𝔀𝓲𝓮𝓭𝓮𝓻 𝓫𝓪𝓵𝓭 𝓵𝓮𝓮𝓻, 𝓮𝓼 𝓲𝓼𝓽 𝓮𝓲𝓷 𝓚𝓻𝓮𝓾𝔃!

31. Dezember 2023

Gruß vom gaganischen Bachmann & Frisch-Literaturfestival! Ich befinde mich aktuell irgendwo zwischen Klagenfurt, Rom, Wien und Berlin. Aus gegebenem Anlass habe ich mir einen Ingeborg-Bachmann-Seitenscheitel frisiert und eine Schluppen-Inge-Gedächtnisbluse und Weste angezogen und schaue etwas strenger aus der Wäsche als sonst. Aber Inge, wie Max sie vertraulich genannt hat, hat auch gerne gescherzt, da gibt es nachher auch noch Bilder. Aber es war halt auch immer viel Drama. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Die meisten Bücher auf dem Stapel hab ich durch, bin gerade auf den letzten Seiten von Male Oscuro, dann noch eine Handvoll. Es ist auch erforderlich, einige Werke erneut zu lesen, da die Rezeption nach Kenntnis des Briefwechsels Bachmann-Frisch eine andere ist, so manches wird im literarischen Werk transparent, ja dergestalt glasklar, auf welchem Nährboden welcher Begebenheiten sich da etwas von der Seele geschrieben wurde. Bachmann schrieb ebenso hochgradig superhöchstpersönlich wie Frisch. Die beiden nehmen sich nichts.

30. Dezember 2023

Habe gerade einen Vorsatz gefasst, den Rest des Jahres betreffend. Ich will meinen Adlerhorst erst wieder im neuen Jahr verlassen und ab jetzt, sofort, bis zum Jahreswechsel einen Lese-Marathon durchziehen. Achteinhalb Bücher stapeln sich neben mir. Ich recherchiere und analysiere immer noch zum Bachmann-Frisch-Komplex und möchte mich erst äußern, wenn ich alle Quellen intus habe. Ich nehme nun mein aktuelles Buch zur Hand, lese weiter bei Seite 78. Es handelt sich um „Sturz durch alle Spiegel“ von Ursula Priess, der älteren, 1943 geborenen Tochter von Max Frisch. Eine atmosphärisch dichte Sammlung von Erinnerungsfetzen und Tagebuchnotizen, die mit ihrem Vater zu tun haben. Komplex, behutsam und sehr würdigend. Ich bin nun spontan erleichtert, einen mir hervorragend zusagenden Plan für den Jahreswechsel zu haben. Ich gestatte mir sogar großzügig darüber hinaus noch an dem Stapel zu lesen. Natürlich werde ich weiterhin online sein, und zeige mich offen für wohlwollende Wünsche für 2024. Herrlich, so gar keinen Partystress zu haben!

30. Dezember 2023

Das ist nicht dieselbe Mütze wie gestern! Die von gestern ist aus dunkelschwarzer Wolle, die da ist aus hellschwarzem Veloursleder. Habe beide schon viele Winter. Dieses Jahr kaufe ich mir keine neue Mütze, habe genug. Auch keinen neuen Mantel, den hab ich im letzten Jahr gekauft, habe genug Mäntel und Jacken. Überhaupt genug Anziehsachen. Viele Schals und Stiefelchen. Zwei Paar Handschuhe. Auch ausreichend Unterwäsche. Ich wünsche mir nur mehr Frieden in der Welt und gute Gesundheit. Hat lange gedauert, meine blöde Bindehautentzündung. Viele Wochen, und auch Rückfälle gehabt. Aber jetzt: toi toi toi. Schluss mit Augentropferei.

30. Dezember 2023

Aus dem Schlafzimmer. Mir ist gerade gedämmert, dass mir das kahle Winterkleid die Kuppel hinter den Bäumen wieder zeigt. Als ich vor fast fünfundzwanzig Jahren eingezogen bin, konnte ich die Kuppel immerzu sehen, die Baumkronen waren nicht ganz so breit.

29. Dezember 2023

Après-Ski. Gruß von der Piste! Mir war gestern spontan nach einem Kurztrip, wo ich meinen silbernen Anorak endlich einmal wieder gebührend ausführen und präsentieren konnte. Klosters, Moritz, Gstaad – das Übliche, wer kennt es nicht. Die Piste, wo ich mich gestern verlustiert habe, haben aber nicht alle Après-Ski-Freunde auf dem Schirm. Mehr so ein Geheimtipp. Ich war in meinem Silberoutfit gestern zum Après-Ski in der Hütte „Notebooks-billiger“. Da standen schon am frühen Nachmittag etliche Wintersportfreunde in Daunenjacken am Tresen, trotz des herrlichen Skiwetters draußen. Aber ich war ja genauso fest eingepackt. Es gab da viele Sachen im Angebot, die farblich sehr schön mit meiner Jacke korrespondierten, also silberne Notebooks, glitzernd wie eine frische Piste! Ich habe mich auch ein bißchen neu verliebt, möchte aber noch nicht ins Detail gehen. Ich will mich noch nicht festlegen, immer schön langsam, es ist alles im Anfangsstadium, ein Flirt, aber ich habe mir den Namen des eventuellen neuen Lebensbegleiters gut gemerkt. Sehr gutaussehend! Ich könnte mir vorstellen, dass wir gemeinsam auch Reisen unternehmen. Der Name klingt etwas elitär (guter Stall, aus Kalifornien), aber es ist alles noch nicht spruchreif. Ich bin ja nun auch nicht völlig ungebunden und frei. Es gibt da jemanden – it’s complicated! Da Merkur noch rückläufig ist, soll man keine neuen Bindungen und Verpflichtungen eingehen. Après-Ski hin oder her!

28. Dezember 2023

Bericht Visite 8.20 Uhr:

Patient ist bei gutem Bewusstsein, hat sich beim Aufwachen sehr schnell aufgerichtet. Die Irritation im Hautbild (helle Querstreifen links und rechts am Display) ist noch sichtbar, hat sich aber erkennbar zurückgebildet. Es wird weiterhin Ruhe verordnet, keine hitzigen Aktivitäten, kein Sport, Schonkost.

Es ist mit den Notebooks nicht anders wie mit anderen Lebewesen. Sie werden nicht jünger, haben aber einen würdigen Ruhestand verdient, der auch beinhaltet, immer wieder mal am Leben teilzuhaben, im Rahmen des noch möglichen und vertretbaren Bewegungsspielraums. Man sollte aber nicht voreilig den Gnadenhof in Betracht ziehen. Erst wenn es gar nicht mehr geht.

Gestern Abend, nachdem ich meinen Toshiba-Satellite-Patienten runtergefahren hatte, habe ich mein noch älteres Samsung mit dem XP wieder ausgepackt, das, auf dem ich vorgestern einen historischen, aber noch funktionierenden firefox installiert hatte. Beim Start von firefox kam die Meldung „es werden Updates installiert“. Hab mich erst erschrocken, weil gefürchtet, dass jetzt automatisch eine aktuellere, aber nicht auf XP funktionierende Version installiert wird. Dann war das Update fertig und firefox funktionierte immer noch. Ich war ganz dankbar. Rührend, wenn so ein alter Apparat ohne Murren ein Update über sich ergehen lässt und es auch noch ABGESCHLOSSEN werden kann. Da hat man ja schon anderes erlebt.

Ich gucke gerade auf mein Toshiba-Satellite Display, während ich das tippe und meine, die Streifen wären noch weniger geworden. So eine Nacht mit viel gutem Schlaf kann doch viel Gutes bewirken. Aber ich muss gestehen, ich habe dennoch gerade die Anfahrt zum „Notebooks-billiger“-Shop in der Leipziger Straße nachgeguckt. Mit der U8 bis Alex, dann in die U2 bis Stadtmitte, von der Friedrichstr. rechts in die Leipziger abbiegen, bis zur Ecke Charlottenstr., mit den orangen Säulen, wo der Laden ist.

Einfach nur mal gucken, ob da zufällig auch so ein hp Envy 17 rumsteht. Die verkaufen Ausstellungsmodelle aller Hersteller aus diversen Elektro-Läden zu bemerkenswert geringeren Preisen. Mein erstes Notebook, das Sony Vaio war damals auch das Ausstellungsstück bei Saturn, sonst hätte ich es mir nicht leisten können. Wahnsinn, die Streifen sind so gut wie weg. Ich glaube, da will wer noch nicht ins Seniorenheim.

27. Dezember 2023

Heute Morgen lachte mich die Wintersonne an und ich zurück. Heute Abend begrüßte mich mein eigentlich wieder okayes Toshiba Satellite mit einem neuen Kränklichkeitssymptom: vier komische helle Querbalken, ca 7 mm dick und 4 cm breit, je zwei am linken und rechten Rand vom Display, außerdem leichtes Flimmern. Bilde mir aber gerade ein, die Streifen wären inzwischen etwas kürzer geworden. Die Überprüfung der Treiber von Grafikkarte und Monitor haben kein Problem gezeigt. Den Eintrag hier mache ich noch, dann verordne ich dem Gerät Ruhe und fahre runter. Habe ja einen nicht geringen Bücherstapel zum Lesen. Morgen kommt Frau Dr. Nielsen dann zur Visite und schaut, wie es dem Patienten geht.

25. Dezember 2023

Test: welche Buchstaben und Zahlen gehen auf der alten Tastatur von meinem siebzehn Jahre alten Samsung Q35, in das ich vor vielen Jahren aus Versehen ein Glas Schaumwein gekippt habe, und es ausrangieren musste, noch oder wieder? Den Text konnte ich ohne Fehler tippen, sogar die Leertaste geht wieder, juhuu! Die hatte eine ganz schlimme Macke: wenn ich draufgedrückt habe, hat sie in rasantem Tempo zig mal ein x oder so gemacht, aber kein Leerzeichen. Die Taste mit der Zahl drei reagiert nicht, die vier auch nicht. Die montiere ich nachher mal ab und reinige drunter. Sonst muss ich die Zahlen von woanders copypasten. Habe heute als Tagesziel gehabt, mit dem alten Notebook ins Internet zu kommen. Voilà! Der alte Firefox ging nicht mehr, der alte Internet Explorer funktioniert auch nicht mehr. Da habe ich mit meinem aktuellen Notebook gegoogelt, welche Browserversion von Firefox noch auf altem XP geht, die hab ich mir runtergeladen und auf dem alten Notebook installiert. Ich bin drin! Aber ich kriege lauter Sicherheitsmeldungen bei jeglichen Seiten, weil sie angeblich keine gültigen Sicherheitszertifikate haben und füge nun fleißig Ausnahmen hinzu. Außerdem hab ich gerade das Datum aktualisiert. Da wurde ein Datum mit dem Jahr 2005 angezeigt. Die Tastatur hat sich erholt, ich bin dankbar und etwas gerührt! In Facebook reinzukommen, hab ich noch nicht geschafft (edit: nun doch!). Und meine wordpress-Seite wird ohne das Layout angezeigt, wie eine Internetseite aus den Neunzigern. Auch ulkig. Dann habe ich noch ergoogelt, dass es noch mehrere Browser gibt, die auf alten Rechnern funktionieren. Z. B. Opera, den hab ich auch gerade runtergeladen, muss ihn aber noch installieren. Den ganzen nostalgischen Aufwand betreibe ich vor allem neugierhalber, aber auch, weil ich Lust habe, meine alten Schätze soweit funktionsfähig zu halten, wie nur irgend möglich. Auch für den Notfall, als Alternative. Bin gespannt! Weihnachtsgrüße aus der Internet-Vergangenheit sendet:

Gaga (frickelt weiter!)

24. Dezember 2023

Berliner Schulmädchenbeine im Berliner Olympiastadion, ISTAF, 11. September 2011. Historisches Foto von Gaga R̷̶̷̷̷̶̷i̷̶̷̷̷̶̷e̷̶̷̷̷̶̷f̷̶̷̷̷̶̷e̷̶̷̷̷̶̷n̷̶̷̷̷̶̷s̷̶̷̷̷̶̷t̷̶̷̷̷̶̷a̷̶̷h̷̶̷l̷̶̷ Nielsen. An einem regnerischen Wintertag wie heute, erinnert man sich gerne an luftige Sommertage. Ich habs ja nicht so mit Weihnachten, aber Glitzer gefällt auch mir, wenn er mir unterwegs begegnet, bei einem Rentier aus tausend Lichtern auf dem KuDamm oder bei den beiden überdimensionalen, zehn Meter hohen, kegelförmigen Weihnachtsbäumen im Berliner Hauptbahnhof. Und riesige Glitzer-Ringe hängen von der Decke. Sehr hübsch. Daher: ein frohes und friedliches Fest allen, die es feiern. Bei mir gibts sowieso immer in allen Ecken Kerzenschein, wenn es dunkel wird. So muss es sein.

23. Dezember 2023

Neuer Plan: nicht neues Notebook kaufen, nur angucken, was es so gibt und Druckluft-Reinigungsspray mitnehmen. Und so einen kleinen Schraubenzieher, um die Lüftungsklappe aufzuschrauben. Mein gutes altes Toshiba-Satellite ist mir so lieb, dass ich es gar nicht in den Ruhestand schicken will. Es ist beim gestrigen Einsatz auch nicht mehr ausgegangen, war ja schon mit dem Staubsauger an den Lüftungsschlitzen. Will es aber noch gründlicher entstauben, daher Druckluftspray. Aber erst mal sitze ich noch hier im warmen Wohnzimmer und mache mich fertig. Habe genau zwölf Stunden geschlafen. Es ist 14:11, um 15:00 Uhr will ich los. Wenn es noch hell ist.

22. Dezember 2023

Einkaufszettel:
mind. 15,6 Zoll oder 17, mind. 2 USB-Ports, lieber 3 – 4, ordentlich RAM, leistungsfähiger Lautsprecher, großzügige Tastatur, gebürstetes Aluminium. Komplett unwichtig: leuchtende Tastatur, Touchscreen.

Mein fast zehn Jahre altes Toshiba Satellite P50t-B-Super-Notebook wird die letzten zwei Tage mittendrin, wenn ich etwas gucke oder posten will, immer mal wieder ohnmächtig, schläft eine Runde und wird dann nur langsam wieder wach. Es ist wohl mal wieder Zeit für eine neue Schreibmaschine. Denke, ich mache heute Abend backups und besuche morgen Saturn am Alex.

20. Dezember 2023

Seit zwei Tagen klöpplehäklestrickefrickle ich an einem längeren Eintrag, der sich um Entstehungshintergründe von Max Frischs „Mein Name sei Gantenbein“ dreht, und die Rolle, die Ingeborg Bachmann beim Entstehen dieses Werks, aber auch im Buch selbst spielt. Ich habe da eine recht eigene, spannende Theorie entwickelt. Aber ungeachtet dessen, gibt es Passagen, die mich unabhängig von den Absätzen mit Bachmann-Frisch-Beziehungs-Interna beeindrucken. Um das nicht durcheinanderzuwerfen, nachfolgend das für mich gehaltvollste Kapitel im Gantenbein. Ich ging sofort mit der „Höllen“-Empfindung mit. Offenbar ist mir recht nah, wie Max Frisch tickt.

„Ich stelle mir die Hölle vor:

Ich wäre Enderlin, dessen Mappe ich trage, aber unsterblich, so, daß ich sein Leben, meinetwegen auch nur einen Teil seines Lebens, ein Jahr, meinetwegen sogar ein glückliches Jahr, beispielsweise das Jahr, das jetzt beginnt, noch einmal durchzuleben hätte mit dem vollen Wissen, was kommt, und ohne die Erwartung, die allein imstande ist, das Leben erträglich zu machen, ohne das Offene, das Ungewisse aus Hoffnung und Angst. Ich stelle es mir höllisch vor. Noch einmal: euer Gespräch in der Bar, Geste für Geste, seine Hand auf ihrem Arm, ihr Blick dazu, seine Hand, die zum ersten Mal über ihre Stirne streicht, später ein zweites Mal, euer Gespräch über Treue, über Peru, das er als Land der Hoffnung bezeichnet, alles Wort für Wort, euer erstes Du, vorher das Gerede über die Oper, die ihr dann versäumt, die Pfiffe aus einem nächtlichen Güterbahnhof, Pfiffe und Echo der Pfiffe, und es läßt sich nichts überspringen, kein Geräusch, kein Kuß, kein Gefühl und kein Schweigen, kein Erschrecken, keine Zigarette, kein Gang in die Küche, um Wasser zu holen, der euren Durst nicht löschen wird, keine Scham, auch nicht das Ferngespräch aus dem Bett, alles noch einmal, Minute um Minute, und wir wissen, was folgt, wir wissen und müssen es noch einmal leben, sonst Tod, leben ohne Hoffnung, daß es anders kommt, die Geschichte mit dem Schlüssel im Briefkasten, Ihr wiẞt, es wird klappen, nachher die öffentliche Waschung am Brunnen, die Arbeiter-Bar, Sägemehl auf dem steinernen Boden, keine Minute ist anders, als ich es schon weiß, keine Minute ist auszulassen und kein Schritt und kein Espresso und nicht die vier Brötchen, das nasse Taschentuch in der Hose, Enderlin winkt, es ist dasselbe Taxi, aber ich weiß, daß er später aussteigen wird. um Tauben zu füttern, all das noch einmal, auch der Schreck mit dem Zettel, der Irrtum, die Wehmut, der Schlaf unter Preßluftbohrern, die draußen den besonnten Belag einer Straße aufreißen, und später das Warten auf dem Flugplatz Flight number seven-o-five, Nebel in Hamburg, und was folgt: Abschied in Hoffnung, daß es keine Geschichte wird, Wiedersehen, Schluß und Umarmung, Abschied, Briefe und Wiedersehen in Straßburg, Schwierigkeiten allerenden, Leidenschaft, Zauber ohne Zukunft, ja, ohne Zukunft – aber ich weiß die Zukunft: Das Glück in Colmar (nach Besichtigung des Isenheimer Altars und auf dem Weg nach Ronchamp) ist weder euer letztes, wie Ihr fürchtet, noch euer höchstes; trotzdem muß es noch einmal gelebt werden, genau so, inbegriffen der Abschied in Basel, der Abschied auf immer, genau so, ja, aber mit dem Wissen, was folgt. Alle Geschenke, die man einander gemacht hat, müssen noch einmal geschenkt werden, noch einmal eingepackt und mit Schleife verschnürt, noch einmal aufgeschnürt und bewundert, mit Entzücken bedankt. Auch Mißverständnisse, die eine halbe Reise verderben, müssen noch einmal gemacht werden, Zerwürfnisse, worüber man erst später lachen kann, alles muß noch einmal gedacht und empfunden werden, jedes Gespräch noch einmal gesprochen, obschon ich weiß, wie oft es sich noch wiederholen wird, und noch einmal sind die gleichen Briefe aus dem Kasten zu nehmen, aufzureißen mit klopfendem Herzen, und noch einmal sind alle Pläne zu planen mit dem Wissen, wie alles anders kommt, wochenlang sucht Ihr ein Grundstück, Ihr verhandelt, Ihr kauft und macht euch Sorgen, die sich erübrigen, Hoffnungen, die euch beseligen, ich weiß, daß nie gebaut wird, trotzdem ist das Grundstück auszumessen, alles für die Katz, aber am Schicksal ist nichts zu ändern, obschon Ihr’s kennt, und noch einmal gehe ich an die Tür, um herzlich zu begrüßen den Mann, der dazwischen kommt, noch einmal frage ich, was er wünsche, Whisky oder Gin, noch einmal meine Witze, mein Argwohn, meine Großmut, mein ahnungsloser Sieg, noch einmal eure Fahrt mit der Panne, meine sorgenreiche Nacht, noch einmal die trauten Zeiten des Gleichmuts, ich schreibe ihm noch einmal einen Gruß auf die Ansichtskarte, jenen launigen Gruß, den ich ohne Wissen schrieb, genau so, aber ich weiß, und noch einmal kocht der Kaffee, um kalt zu werden nach deinem Geständnis, ich weiß, ich weiß, trotzdem habe ich noch einmal zu fluchen und durchs Zimmer zu laufen und zu fluchen genau so, noch einmal das Glas, das an der Wand zerknallt, die Scherben, die ich aufwische, genau so, ja, aber alles mit dem Wissen, wie es weitergeht: ohne die Neugierde, wie es weitergeht, ohne die blinde Erwartung, ohne die Ungewißheit, die alles erträglich macht –

Es wäre die Hölle.

Enderlin, eine Zeitung blätternd, tut, als höre er nicht zu; die Lage ist gespannt; er genießt es, nicht zu wissen, was morgen in der Zeitung stehen wird, nicht mit Gewißheit zu wissen –

Es wäre die Hölle.

Erfahrung ist ein Vorgeschmack davon, aber nur ein Vorgeschmack; meine Erfahrung sagt ja nicht, was kommen wird, sie vermindert nur die Erwartung, die Neugierde – (…) Ihr wollt keine Geschichte. Keine Vergängnis. Keine Wiederholung.“

ᴍᴀx ғʀɪsᴄʜ, ᴍᴇɪɴ ɴᴀᴍᴇ sᴇɪ ɢᴀɴᴛᴇɴʙᴇɪɴ, sᴜʜʀᴋᴀᴍᴘ 1964, s. 189 – 193

19. Dezember 2023

Frisch, der unbestechliche Beobachter:

„Was ich im Theater gelernt habe: Ein Schauspieler, der einen Hinkenden darzustellen hat, braucht nicht mit jedem Schritt zu hinken. Es genügt, im rechten Augenblick zu hinken. Je sparsamer, um so glaubhafter. Es kommt aber auf den rechten Augenblick an. Hinkt er nur dann, wenn er sich beobachtet weiß, wirkt er als Heuchler. Hinkt er immerzu, so vergessen wir’s, daß er hinkt. Tut er aber manchmal , als hinke er ja gar nicht, und hinkt, sowie er allein ist, glauben wir es. Dies als Lehre.“

ᴍᴀx ғʀɪsᴄʜ, ᴍᴇɪɴ ɴᴀᴍᴇ sᴇɪ ɢᴀɴᴛᴇɴʙᴇɪɴ, sᴜʜʀᴋᴀᴍᴘ 1964, s. 156

18. Dezember 2023

Wer hat es gewusst? „Großmut“ ist nicht „der Großmut“, sondern „die Großmut“. „Die Großmütigkeit“ war mir bekannt, aber ich dachte „Großmut“ hätte wie „der Mut“ oder „der Übermut“ auch einen männlichen Artikel. Schon wieder bei Max Frisch gelernt. Dachte erst, das sei wieder eine schweizerische Spezialität. Irrtum.

17. Dezember 2023

Die heile Kamera aus der Werkstatt geholt, ein Bild gerahmt, ein anderes geputzt, wollte das gerahmte Bild fotografieren. Akku war leer. Heimgefahren, bis Alex, von da Richtung Weinmeisterstraße gelaufen, weil die U8 vier Wochen unterbrochen war. Heute der letzte Tag. Gar nicht bemerkt, weil ich exakt so lange nicht dort war. Beim Heimlaufen den violetten und rosa Abendhimmel gesehen, dachte, ich erwisch ihn nicht mehr, bis ich in meinem Adlerhorst angekommen bin. Aber dann doch noch. Ich wünsche Euch einen friedlichen dritten Advent, falls Ihr den begeht. Und wenn nicht, einen heimeligen, friedlichen Abend. So, wie der Himmel über Berlin.

16. Dezember 2023

Zwei kleine Chats von Lydia und mir zur sechsten ℂ𝕣𝕠𝕨𝕟-Staffel. Wir haben die neuen Folgen getrennt voneinander geguckt, nicht verabredet, mit demselben Account, und uns ein bißchen dazu ausgetauscht.

♕ ℂ𝕙𝕒𝕥 𝕧𝕠𝕞 𝟚𝟠. ℕ𝕠𝕧𝕖𝕞𝕓𝕖𝕣 𝟚𝟘𝟚𝟛, 𝕫𝕦 𝔽𝕠𝕝𝕘𝕖𝕟 𝟙 𝕓𝕚𝕤 𝟜 ♕

Gaga
ℂ𝕣𝕠𝕨𝕟 funktioniert doch mit deinem Account – ich schau jetzt die 1. Folge der 6. Staffel und geh dann schlafen. Fängt gerade an. DANKE ❤

Lydia
Krass, ich schaue gerade auch. Schauen wir parallel? Wusste nicht, dass das geht… Wir nehmen einfach mit, was geht ☺️

Gaga
Sensationell, das ging früher mitunter nicht. Jetzt guck ich noch die zweite Folge, macht schon wieder süchtig. 🙂 Bin gerade bei der Szene mit der Landminen-Aktion, da wurde schon von aufmerksamen Guckern bemängelt, dass sie nach Bosnien fährt, wo sie doch in echt in Angola war. Hmpf… Finde ich aber von dem her witzig, dass ja von Produktionsseite betont wird, dass es f i k t i v ist ;.) Vielleicht ist so eine winzige Abweichung dann das Alibi. 🙂 Gerade gelernt: Diana war AUCH in Bosnien wg. der Landminen, noch vor Angola. Hier: „Lady Dianas letzte offzielle Reise: Im Kampf gegen Minenfelder in Bosnien“ https://www.kosmo.at/lady-dianas-letzte-offzielle-reise-im-kampf-gegen-minenfelder-in-bosnien-video Debicki spielt schon sehr gut. Eigentlich übertreibt sie nur ganz selten ein kleines bißchen, so schnutig manchmal, mit Blick von unten nach oben… ich hab sie in Interviews gesehen und finde ihre natürliche Art sich zu geben, ist Diana schon ähnlich genug. Dodi sieht ja auch zum Verwechseln ähnlich aus, auch der alte Al Fayed.

Noch 38 Minuten, dann hab ich alle vier Folgen gesehen… Was mir gut gefällt in der letzten Folge, wie die Übermittlung der Todesnachricht im Krankenhaus auf dem Flur und an William und Harry gelöst ist, mit so einem Störrauschen, wo man nur die Mundbewegungen und Gesichter sieht. Sehr stilvoll. Und wie Al Fayed seinen toten Sohn sieht und Allah schreit, das war auch… Gänsehaut… Jetzt die erste Szene im Flugzeug zurück von Paris, wo Diana als „Geist“ vor Charles sitzt. Das haben Viele als geschmacklos empfunden, aber ich finde es nicht schlimm, sogar verständlich, weil man im Geiste ja Gespräche mit den Toten hat…

Lydia
Hihi, ich schau mir das einfach immer nur zum Abstressen an. Aber du recherchierst hinterher. War Diana eigentlich wirklich die schönste Frau der Welt? Ich meine, sie war ja auch irgendwie keine plakativ schöne Frau oder perfekt im Sinne von Taylor Swift oder so… Mit welcher Medienpersönlichkeit wäre sie heute vergleichbar?

Gaga
Mir fällt keine lebende ein… weil es meist nicht das vorrangigste Anliegen von öffentlichen Personen ist, mütterliche Warmherzigkeit auszustrahlen. Das hat sie so schön erscheinen lassen, diese Herzenswärme.

Lydia
Ach komm, dir fällt da noch jemand ein. Ich denke, eventuell ist zur Zeit halt einfach mehr so die „eisige Kühle“ en vogue?

Gaga
Solche Figuren waren immer selten, aber es gab nach dem 2. Weltkrieg, in den Fünfziger Jahren, eine starke Kultur der Verehrung von beseelt spielenden Schauspielerinnen, die viel Emotion und Herz über die Rampe brachten, wie z. B. Maria Schell und Liselotte Pulver (Pulver lebt noch, ist weit über 90, in einem Pflegeheim). Aber auch Audrey Hepburn. Und Romy Schneider in der Sissi-Rolle und den anderen frühen Rollen, stand für viel Herz. Deswegen sieht man die Filme heute noch gern. Sie lassen nicht kalt.

♕ ℂ𝕙𝕒𝕥 𝕧𝕠𝕞 𝟙𝟞. 𝔻𝕖𝕫𝕖𝕞𝕓𝕖𝕣 𝟚𝟘𝟚𝟛, 𝕫𝕦 𝔽𝕠𝕝𝕘𝕖𝕟 𝟝 𝕓𝕚𝕤 𝟙𝟘 ♕

Gaga
Hab übrigens vorgestern alle sechs letzten Folgen von der ℂ𝕣𝕠𝕨𝕟 geguckt, fand sie alle gut. Auch die Besetzung von Carol Middleton und Kate und die Folge mit den Schlaganfällen von Princess Margret…

Lydia
Frage mich, ob Kates Mutter wirklich so dermaßen ambitioniert war????

Gaga
Apropos ℂ𝕣𝕠𝕨𝕟: ich H O F F E , dass sie es sich anders überlegen mit dem Ende, also da ist ja so viel Potenzial für neue Folgen mit dem Meghan-Harry-Drama. Ja, die Mutter wurde schon sehr ambitioniert gezeichnet, also Carol, aber ich denke, ein bißchen was ist dran, wenn auch nicht so drastisch. Und letztlich: es war das perfekte Match. William lag an der Uni ja nicht nur Kate zu Füßen, sondern nahezu alle Mädels. Ich war fasziniert, wie ähnlich die grundlegenden Gesichtszüge, rein äußerlich, von Carol Middleton getroffen wurden. Toll gecastet. ABER: der nun halbwüchsige Teenie Harry hat ja kaum äußerliche Ähnlichkeit, da wäre mehr gegangen.

Lydia
Ja stümmt. Aber manchmal ist es dann wohl doch nicht so einfach. Kate ist um einiges hübscher. Also ich meine die Schauspielerin. Sie hat so was Reines. Während die echte Kate ein bisschen hart und verschlagen aussieht. Aber dennoch ganz schön gut getroffen. Wusstest du, dass es auch noch eine harte britische Satire davon gibt?

Gaga
ich finde, sowohl Kate ist extrem attraktiv (geworden), als auch die Schauspielerin, Kate hat sich unheimlich entfaltet und entwickelt. Sie hat ja auch alles im Leben, um glücklich zu sein, abgesehen von der buckligen Verwandtschaft, sprich der bitch in Montecito mit ihren Verleumdungen. Die Schauspielerin kommt aus demselben Ort wie Kate und hat erzählt, worauf sie bei der Sprechweise achten musste, weil Kate leiser spricht, als sie selbst. Ich habs auf Deutsch geschaut, weil Du die Synchronisation eingestellt hattest, das wollte ich dir nicht verstellen, aber ich hab in die Originalstimmen reingehört. Die waren schon bei Diana bis zur Perfektion nachgeahmt. Hammer. Gerade Charles, der ja anders aussieht, aber den Duktus hat. Toll, toll, toll. Ja, die Satire kenn ich, aber langweilt mich auf Dauer etwas.

Lydia
Ich nehme mir immer vor, im Original zu schauen … aber zu bequem. Aber du kennst wieder die Hintergründe. Ich mags auf jeden Fall zu sehen, wie das Studium gelaufen ist, mit dem Haus und so. William scheint ja dort trotz allem irgendwie „normal“ gelebt zu haben. Aber nun gut, ich schaue die letzte Folge.

Gaga
Ja, das waren nette Szenen in dem Haus, die Studenten-WG, so soll es gewesen sein… Viel Vergnügen mit der letzten Folge mit der guten alten Queen… (da kommen noch mal am Ende alle drei Queens der ganzen Staffeln vor…)

Lydia
Ich denke gerade noch kurz, ob die Queen nicht gar auf Nach-Corona-Zeiten hinauszögerte, damit sie ein ehrwürdiges Begräbnis mit Pomp und Gloria bekam?

Gaga
Das kann sein und wäre sehr nett von ihr, weil ja soooo viel schon Jahre dafür vorbereitet wurde. Ich liebe die Szene, wo sie den Royal Piper in ihrem Wohnzimmer ihr farewell vorspielen lässt. Gänsehaut… ich liebte die Dudelsackmusik bei ihrer Beisetzung, unvergesslich.

15. Dezember 2023

Vokabelheft: 𝓚𝓵𝓪𝓹𝓹𝓶𝓮𝓽𝓮𝓻 (schweizerisch) = Zollstock. Gefällt mir! Da wir in Deutschland seit 1872 das metrische System haben, passt das doch auch bei uns ausgezeichnet. Bei Max Frisch aufgegabelt, dem alten Schweizer!

14. Dezember 2023

Heute hatte ich mein erstes Mal. Sein Name ist Ogawa. Da ich noch nie ein solches Erlebnis hatte, weiß ich nicht, ob er mehr als andere draufhat. Es ist auch wie mit allem: wenn man erst einmal etwas Erfahrung gesammelt hat, weiß man, was einem besonders gut gefällt, welche Stellungen am Angenehmsten sind und kann dann entsprechend für mehr oder weniger Vibration sorgen. Es gab zum Beispiel so kribbelige Berührungen an den Fußsohlen, die waren mir zu kitzelig und ich hab es abgestellt. Interessant war die Einstellung „Manuell“. Da wird so richtig zugepackt und zugegriffen, oben am Rücken angefangen, unter dem Hals, bis runter zum Popo. Das war beeindruckend. Ich dachte erst: hui! Wo führt das hin! Aber dann wurde wieder in die andere Richtung geknetet. Auf die Arm-Massagen habe ich verzichtet, nachdem ich es kurz ausprobierte. So ähnlich stelle ich mir die Sitzposition im elektrischen Stuhl vor, das hat mir nicht gefallen. Ich musste ja außerdem auch die Bedienungsanleitung halten und studieren. Nach fünf bis sieben Minuten hat es mir gereicht. War also mehr so ein Quickie. Ich werde Ogawa bestimmt nicht jeden Tag besuchen, aber vielleicht mal wieder, wenn ich etwas verspannt bin und mir danach ist, ordentlich durchgerüttelt und -geschüttelt zu werden!

13. Dezember 2023

Ich ließ mir heute Nachmittag vom neuen elektrischen Massage-Sessel berichten, der zur Entspannung der Belegschaft in einem kleinen Raum bereitsteht. Die Kollegin, die ihn gestern benutzt hatte, war angetan und hatte davon etwas Muskelkater. Auch die Arme werden stark bearbeitet. Weil sie ihre Lesebrille nicht dabei hatte und die Schrift der Anleitung so winzig war, hat sie einfach irgendwo draufgedrückt. Die Arme wurden dabei so zusammengedrückt, wie man das vom Blutdruckmessen kennt. Jedenfalls will sie den Sessel noch oft nutzen, zumal das während der Arbeitszeit erlaubt ist, ohne es als Pause einzutragen. Jetzt hatten wir es davon, was, wenn sich jetzt jemand mehr als eine Einheit, eine Viertelstunde plus je fünf Minuten Pause vorher und nachher zwischen den Slots, also gleich mehrere Einheiten hintereinander genehmigt, und dann irgendwann die großzügige Regelung wieder abgeschafft wird. Sie meinte, sie wäre absolut davon überzeugt, dass es dann einen Andrang nach Feierabend geben würde, also am Abend. Das konnte ich mir nun nicht vorstellen, weil es in meiner Welt doch nichts Entspannenderes gibt, als daheim zu chillen. „Doch, doch, ganz sicher“ meinte sie. Darauf ich: „Aber Du hast Dir doch einen Mann geholt“ (sie ist verheiratet), „Dein Mann kann Dich massieren! Dafür braucht man doch Männer hauptsächlich: dass sie einen anfassen! Für alles andere hat man doch Freundinnen! Kann Dich Dein Mann nicht massieren?“ Sie guckt mich an und fragt mit ihrem sehr aparten italienischen Akzent resolut: „WO LEBST DU???“ Ihr Mann ist ein moderner deutscher Mann, beruflich Musikproduzent. Ich verstehe das Problem überhaupt nicht. Ok, sie sind lange verheiratet und haben zwei Söhne, aber sie sind noch verheiratet und es gibt keine Trennungsabsichten. Er soll sie massieren, dann ist der Sessel am Abend frei für die Singles! So sollte es geregelt sein: Verheiratete kommen auf die Warteliste, weil sie daheim einen Mann haben, der massieren kann! Ich probiere den Massagesessel morgen mal aus.

12. Dezember 2023

Ok, das mit dem ͟U͟n͟t͟e͟r͟s͟t͟r͟e͟i͟c͟h͟e͟n͟, auch d͇o͇p͇p͇e͇l͇t͇ oder g̤e̤p̤ṳn̤k̤t̤e̤t̤, bzw. wahlweise d̶u̶r̶c̶h̶g̶e̶s̶t̶r̶i̶c̶h̶e̶n̶ oder d̷u̷r̷c̷h̷g̷e̷s̷t̷r̷i̷c̷h̷e̷l̷t̷, scheint zu funktionieren. Aber das mit der W̰ḛl̰l̰ḛn̰l̰ḭn̰ḭḛ ist doch Unfug. Brauch ich nicht. Ah, 𝓴𝓾𝓻𝓼𝓲𝓿 und 𝙛𝙚𝙩𝙩 und 𝔹𝕝𝕠𝕔𝕜𝕤𝕔𝕙𝕣𝕚𝕗𝕥 und ᴋᴀᴘɪᴛᴀ̈ʟᴄʜᴇɴ und eine 𝖆𝖑𝖙𝖊𝖗𝖙𝖚̈𝖒𝖑𝖎𝖈𝖍𝖊 𝕿𝖞𝖕𝖔 gibt es auch. Interessant! Also mir gefällt das Angebot des Schriftgenerators recht gut, vor allem für 𝕱𝖆𝖈𝖊𝖇𝖔𝖔𝖐, wo man ja sonst nicht viel bestimmen kann, gestaltungsmäßig.

11. Dezember 2023

Und der Vorhang fällt. Rauschender Beifall, stehende Ovationen. Ratzke hat wieder gezaubert. Ob als Hedwig oder Bowie oder Marlene. Oder er selbst. Meister seines Fachs: chapeau, da capo.

11. Dezember 2023

Marlene-Lieder-Raten. Den Gesten nach – „von Kopf bis Fuß…“. Der Gassenhauer wurde mit dem kongenialen Pianisten auf links gedreht. Unerhört arrangiert. Ich erinnere es hypnotisch und reduziert. Die Gesten sind nicht sparsam, vielleicht war es doch hier ein anderes Chanson. Es gab auch „The White Cliffs Of Dover“, was Jenny besonders gefiel. Auch ein schönes, zu Herzen gehendes Lied. Ob Marlene es je gesungen hat, weiß ich gar nicht. Vera Lynn hatte damit im Zweiten Weltkrieg einen großen Erfolg. Ein Lied von Sehnsucht nach heiler Welt. Frieden Frieden Frieden.

10. Dezember 2023

Ouvertüre zweiter Teil von Marlene. Mein Wunsch wurde erhört. Svenlene Ratzke hatte ihren großen Auftritt und sang, sang, sang. Ich weiß nicht mehr, welches Lied hier zu Gehör kam, aber egal. Gut waren sie alle, manche besonders. Wirklich faszinierend, wenn man dabei ist, wenn ikonographische Bilder zum Leben erweckt werden. Heilig. Götterdämmerung. Der Mensch ist Gott. Ist AUCH.

10. Dezember 2023

Die musikalischen Arrangements waren überraschend. Angenehm. Kein Augenblick von „Impersonating Marlene“, der ganze Zauber in champagnerfarbener Garderobe an goldenen Locken eher atmosphärische Zitate, als das Bemühen um verblüffende Ähnlichkeitseffekte. Das war auch gut so, weil man ja letztlich doch Ratzke sehen will. Der darf gar nicht zu sehr hinter einer marmornen Marlene verschwinden. Rchtig in Fahrt und Hochform kam er nach der Pause, nach dem sehr wortreichen ersten Aufzug.

10. Dezember 2023

Hinter dem Vorhang Marlene in ihrem Pariser Schlafzimmer, wie eine Mumie in ihre Bettdecke gewickelt. Wenigstens denke ich, es ist ihr letztes Schlafzimmer in Paris in der Avenue Montaigne. Begleitet von sparsamen Tönen des Pianisten, erzählt Marlene weiter, lamentiert über Gott und die Welt. Eine ihr zu Diensten stehende junge Frau ist mit Handreichungen beschäftigt, hängt Kleider auf Bügel, macht das Bett, wieselt und wuselt um sie herum. Hilft ihr beim Aufstehen. Es ist mir nicht bekannt, dass Marlene eine junge Assistentin beschäftigt hätte, aber Hilfe wird sie gehabt haben. Ratzkes Marlene ist in den Jahren angesiedelt, als sie ihre letzten Tourneen und Auftritte hatte. Als sie mit dem bandagierten, offenen, eitrigen Bein unter ihrem Glitzerkleid immer noch den Schein der Göttin zu wahren versuchte. „Sag mir, wo die Blumen sind…“ Es gelang. Ein wenig rauscht es an mir vorbei, was en detail gesprochen wird. Ich habe alles über Marlene gelesen, diverse Biographien, auch die Erinnerungen ihrer Tochter Maria Riva, die preisgekrönte Schell-Dokumentation gesehen, bei der sie aktuelle Kamera-Aufnahmen untersagte. Als Marlene im Mai 1992 starb, erstand ich viele Zeitungen, wohl auch die Bunte und verfolgte die Berichterstattung. Die vielen Fotos aus ihrem Pariser Apartment. Das mit Notizen beklebte, cremeweiße Telefon. Sven Ratzke soll jetzt aufhören zu reden und singen. Und das wird er.

10. Dezember 2023

Der Vorhang mit Schlafzimmerblick hebt sich nicht. Ein Vollmond erleuchtet die Bühne hinter dem Stoff, inmitten, im Profil, als Schattenriss Marlene. Ratzke erweckt sie mit Erinnerungen zum Leben. Die reife Marlene Dietrich blickt auf ihr Leben zurück. Dann schiebt sich der transparente Vorhang langsam zur rechten Seite.

09. Dezember 2023

Ich hätte jetzt Appetit auf ein Pfeffersteak mit grünen Bohnen und Pommes Frites. Appetit ist ja immer ein gutes Zeichen. Gestern Abend eine Flasche Bordeaux aufgemacht und mir mit ebenfalls gutem Appetit drei Gläser genehmigt. Das ist insofern erwähnenswert, als ich sonst überwiegend größere Lust auf guten Schaumwein oder Weißwein habe. Aber gestern musste es Rotwein sein. Wobei für mich drei Gläser schon eine große Sache sind. Ich kenne auch den Effekt, dass ich schon nach einem Glas bettschwer bin. So nicht gestern. Zwischendurch gab es immer immer mal ein Stückchen Käse, war schon einiges nach Mitternacht. Nun muss ich mich in Form bringen, um heute Abend im Renaissance Theater zu performen. So eine Aufführung ist ja nicht nur ein Auftritt für die Leute auf der Bühne, sondern auch für das Publikum. Es wird erwartet, dass man kraftvoll klatscht und aufmerksam mitgeht. Auch ein gepflegtes, dem Anlass angemessenes Erscheinungsbild wird – zurecht – von der Umgebung erwartet. Eine gelungene Aufführung und ein gelungener Abend beinhalten den angemessenen Beitrag aller Beteiligten. Ich sehe mich da immer ganz stark in der Pflicht. Meine Begleiterinnen auch. Da gerade vielerorts geschwächelt wird, verneige ich mich vor der Bereitschaft, dennoch nach Kräften im Publikumsrang zu performen. Chapeau, die Damen. Le Ratzke als Marlene ist bestimmt grandios, Weltklasse, wie man es von ihm gewohnt ist. Interessant auch, dass in der Inszenierung Texte von Connie Palmen eingebaut sind, die vermutlich von der namentlich angeführten weiblichen Darstellerin vorgetragen werden. Ich habe wegen eigenem Schwächeln immer noch nicht die vollumfänglich funktionierende Kamera aus dem Atelier geholt, wird wohl heute auch nichts mehr. Ich nehme die Lumix mit dem kaputten Display mit, für stark experimentelle Bühnenfotografie. Wenns nix wird, dann nicht. Aber etwas interessant Verwischtes kommt schon raus. Ich leg mich noch mal hin. Und dann aber: Marlene, wir kommen!

08. Dezember 2023

Die letzte Nacht habe ich in der Paris Bar verbracht. Ich habe dort geschlafen. Unsinn! Das habe ich natürlich nicht gemacht. Wahr ist: gegen neun bin ich aufgewacht. Daheim in meinem Bett und konnte mich an intensive Bilder erinnern. Die Paris Bar der letzten Nacht war eine andere, erweiterte Version der echten Paris Bar. Es gab ähnliches Publikum und erlesenes Interieur, aber die Räume waren viel größer und weiter und verschachtelter. An der rechten Seite war eine offene Wand mit einem Ausblick auf eine sonnenbeschienene mittelalterliche Festung, angeblich die Nürnberger Burg. Obwohl die ganz anders aussieht, in echt. Der verstorbene Michel Würthle war auch da, wenigstens als Geist in den Räumen. Es gab ein Geschäftsführer-Ehepaar, das sehr mondän auftrat. Ich glaube, sie trugen beide Roberto Cavalli und die Inneneinrichtung war etwas verändert. Es gab elegante Sitzgruppen in modernem Design, aber alles war in warmes Licht getaucht, viele Lampen. Auf den Sofas waren Kissen im Stil von Fendi und Versace verteilt. Polierte silberne Aschenbecher hier und da. Auf der linken Seite war der Stil mehr wie in Marrakesch, mit orientalischen Bodenkissen an grob verputzten Wänden. Lydia und ich wollten uns da niederlassen, das sah sehr anheimelnd aus. Als ich mich mit einem Getränk hinsetzte, merkte ich, dass es keine feste Ablage für das Getränk gab. Ein kleines Tischchen oder Tablett wäre gut gewesen. Ich stand wieder auf und entdeckte in mehreren Ecken und Fensternischen hohe Körbe mit allerlei Wohnaccessoires. Da waren silbergerahmte kleine Spiegel und Bilderrahmen zuhauf, manche noch orginalverpackt in Schachteln. Ich zog einen fein ziselierten, rechteckigen Spiegel heraus und nahm ihn mit, um ihn als kleines Tablett in unserer marrokanischen Ecke zu benutzen, darauf würde mein Glas gut stehen. Das Ehepaar nickte zustimmend, dafür wären die Sachen ja auch da.

Szenenwechsel. Lydia hatte mir in der „Paris Bar“ von ihrer Wohnungsrenovierung berichtet und zeigte mir nun das Ergebnis. Es handelte sich um das Schlafzimmer. Ein rechteckiger Raum, ungefähr vier Meter breit und sechs Meter lang. Die längeren Seiten des Zimmers waren fensterlos, wir hatten die verglaste schmalere Seite im Rücken. Ganz hinten, vis à vis der Fensterfront mit Balkontür, ging es durch zum Bad. Das große Bett, ungefähr King Size, stand links und hatte einen maigrün gebeizten Bettkasten aus Holz, ganz schlicht. Ich glaube, weißes Bettzeug. Wenn man im Bett lag, schaute man auf eine große Schrankwand, die fast die ganze Länge der rechten Wand einnahm. An der Schrankwand hatte die große Renovierung stattgefunden. Die ganze geschlossene Front des Schranks war mit sehr vielen, gleichgroßen Klapptüren unterteilt, jede im Format von ca. 50 cm breit und 60 cm hoch. Es gab vom Boden bis unter die Decke vier Reihen, nebeneinander ungefähr zehn bis zwölf Schranktüren. Und hier hatte nun die große Renovierung stattgefunden. Lydia hatte auf jede der Türen ein anderes, sehr kontrastreiches Schwarzweißfoto aufgezogen. Sehr künstlerische Motive, manche verwischt und abstrakt, es wirkte auf den ersten Blick fast wie schwarzweißes Kuhfellmuster, aber es waren tolle Fotos, wie eine Galerie. Ich war wirklich beeindruckt, das war sehr gelungen und ich gratulierte Lydia zu dieser Styling-Idee. Dann bin ich aufgewacht und habe mich gefreut, das ich mich endlich mal wieder an einen Traum erinnern kann. Ich habe dann später in meinem Fotoarchiv nach Bildern von verschiedenen Bars und Räumen gesucht, die mich an die erinnerten Bilder der geträumten, zweiten Paris-Bar erinnern, atmosphärisch, aber auch sonst. Ich habe einiges gefunden. Bitte sehr, hier zu sehen. Alles Bilder von Bars und Räumen der vergangenen beiden Jahrzehnte in Berlin.

08. Dezember 2023

In die Runde: gerade ist wg. kranker Jenny eine Karte für die Vorstellung von „Marlene“ mit Sven Ratzke, morgen Abend um 19:30 Uhr im Renaissance-Theater frei geworden. Lydia und ich gehen hin, Reihe 13, Karte kostet 37 Euro, falls wer Lust und Zeit hat?

P.S. es könnten auch noch Tickets in Reihe 13 dazugekauft werden, sind noch mehrere Plätze frei.