31. Dezember 2014


https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=1811922554

Sehr geehrte Fluggäste, hier spricht Ihr Kapitän. Ich heiße Sie recht Herzlich Willkommen an Bord unseres Passagierflugzeuges Embraer 190. Zunächst einmal möchte sich die ganze Crew im Namen von Airberlin und Flyniki bei Ihnen für die Verspätung entschuldigen. Sicher ist Ihnen nicht entgangen, dass der Schalter beim Gate eine ganze Weile unbesetzt war, bis wir dann doch noch eine Crew gefunden haben, die Sie heim nach Berlin bringen kann. Es ist nun ein Flyniki-Flieger geworden, wie Sie an der Aufschrift einwandfrei erkennen können. Aber wir sind ja alle eine große Familie. Wien und Berlin sind ja schon immer in Sympathie verbunden und nun auch in der Luftfahrt! Aber ich will nicht länger herumreden, wir haben schon genug Zeit vertan! Das Wetter in Schwechat ist im Moment eh nicht so schön, dass Sie sicher auch froh sind, wenn wir die Wolkendecke durchbrechen. Ich hoffe, Sie hatten einen recht schönen Aufenthalt in Wien und freuen uns, wenn Sie uns wieder einmal beehren. Das gilt ganz besonders für unseren Fluggast aus Berlin, Frau Gaga Nielsen, da hinten am Fensterplatz, wenn Sie sich bittschön einmal umdrehen, die besonders viele und prachtvolle Fotos von ihrem Aufenthalt in unserer schönen Landeshauptstadt gemacht hat. Mein Copilot hat mir gerade noch geflüstert, dass sie dazu auch eifrig ins Internet geschrieben hat. Da müssens halt einmal einischauen, wannmer wieder am Boden sind! Solche Botschafter braucht unsere Stadt! Ich werde der Chef-Stewardess gleich noch mitteilen, dass sie der Dame zum Dank ein Glaserl Champagner bringt, mit besten Grüßen vom Kapitän! Habe die Ehre. So, jetzt aber los – mir san spät dran! Und eh ich’s vergesse: allen anderen Fluggästen natürlich auch einen spitzenmäßigen Start ins neue Jahr! Let’s take off, kommts gut rüber! Mir wären dann so weit, leb wohl Wien!






: : alle Wiener Geschichten : :

30. Dezember 2014

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=1811922554


*(…) Dein Auge hat mein Aug erschlossen, du sahst mich an, da ward es Tag. Mit Licht und Farbe war umflossen, was einst im Graun der Nächte lag. Zur Freude bin ich auserkoren, ich träum in liebetrunkner Ruh. Ich lächle gar, in Lust verloren, der dunklen Zukunft heiter zu. Und mir gehört das Nah und Ferne, mir mehr, als singen kann mein Lied. Wer zählt noch da die goldnen Sterne, wenn er den ganzen Himmel sieht. **Weil auf mir, du dunkles Auge, übe deine ganze Macht, ernste, milde, träumereiche, unergründlich süße Nacht. ***Dein Auge ist mein Himmel, darein ich selig schau, ein hoher Friede schwebet In seinem Wunderblau. Mein Abendstern die Träne, die mild darinnen steht, die küss ich Dir vom Auge, das ist mein Nachtgebet. ****Hüte dein Auge, bewache es immer, denn deine Seele, sie zeigt sich darin. Sei es in sanftem, erbarmendem Schimmer, sei es verdüstert von grollendem Sinn. Gutes und Böses bereiten die Hände, Segen und Fluch, sie entquellen dem Mund. Aber durch wundergeheime Verbände thun sie vorher schon im Blicke sich kund. Hüte dein Auge; bewache es immer. Nicht wegen anderen, sondern für dich. Täuscht dich sonst alles, das Auge trügt nimmer, denn auch nach innen entschleiert es sich. Hüte dein Auge, bewache es immer. (…)

*Hoffmann von Fallersleben 1798-1874 **Nikolaus Lenau 1802-1850 ***Bernhard Scholz 1831-1871 ****Karl May 1842-1912
: : alle Wiener Geschichten : :

30. Dezember 2014

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=1811922554


*(…) Dein Auge hat mein Aug erschlossen, du sahst mich an, da ward es Tag. Mit Licht und Farbe war umflossen, was einst im Graun der Nächte lag. Zur Freude bin ich auserkoren, ich träum in liebetrunkner Ruh. Ich lächle gar, in Lust verloren, der dunklen Zukunft heiter zu. Und mir gehört das Nah und Ferne, mir mehr, als singen kann mein Lied. Wer zählt noch da die goldnen Sterne, wenn er den ganzen Himmel sieht. **Weil auf mir, du dunkles Auge, übe deine ganze Macht, ernste, milde, träumereiche, unergründlich süße Nacht. ***Dein Auge ist mein Himmel, darein ich selig schau, ein hoher Friede schwebet In seinem Wunderblau. Mein Abendstern die Träne, die mild darinnen steht, die küss ich Dir vom Auge, das ist mein Nachtgebet. ****Hüte dein Auge, bewache es immer, denn deine Seele, sie zeigt sich darin. Sei es in sanftem, erbarmendem Schimmer, sei es verdüstert von grollendem Sinn. Gutes und Böses bereiten die Hände, Segen und Fluch, sie entquellen dem Mund. Aber durch wundergeheime Verbände thun sie vorher schon im Blicke sich kund. Hüte dein Auge; bewache es immer. Nicht wegen anderen, sondern für dich. Täuscht dich sonst alles, das Auge trügt nimmer, denn auch nach innen entschleiert es sich. Hüte dein Auge, bewache es immer. (…)

*Hoffmann von Fallersleben 1798-1874 **Nikolaus Lenau 1802-1850 ***Bernhard Scholz 1831-1871 ****Karl May 1842-1912
: : alle Wiener Geschichten : :