Orchideenstudium. Wo genau hat Will McBride 1959 dieses Foto im Strandbad Wannsee gemacht? Ich hatte das Bild nicht zum Vergleich bei mir, hatte mir nur das Fliesenmuster eingeprägt. Vor Ort stellte ich fest, das sich dieses Muster über Hunderte von Metern findet, auch auf den oberen Sonnendecks, die weitgehend unzugänglich waren. Aber ich habe ganz gut geraten. Die Stelle, die ich eingefangen habe, ist ganz nah dran. Will McBride muss ein paar Meter weiter links gestanden haben, mit dem Bildausschnitt im Fokus, wo die Seebrücke ein Stück weiter an die bewaldete Silhouette im Hintergrund rückt. Vorgestern schrieb ich Thorsten, der einen Abzug von Will McBrides Fotografie besitzt und in der kommenden Ausstellung bei Sevenstar zeigen wird:
„…wo Will im Strandbad Wannsee das Foto gemacht hat, der Steg ins Wasser ist unverändert, Mäuerchen auch… Will muss mehr links gestanden haben. Es gab ganz ähnliche Szenen, Grüppchen von jungen Leuten, die drauf saßen, hab mich aber nicht getraut zu fragen, ob ich fotografieren darf. Vielleicht das nächste mal, wenn ich die genaue Stelle finde! Strand-Bademeisterin hat mir gesagt, Objektivkameras sind nicht erlaubt, nur mit Handy fotografieren.“
Es reizt mich, nochmal hinzugehen, und nach der genauen Stelle zu suchen. Es gibt im Foto zwei Fliesen nebeneinander, die eine charakteristischere Struktur als die übrigen haben. Dürfte gar nicht so schwer zu finden sein.
Wieder Wikipedia: „Der Gebäudekomplex mit einer Länge von 540 Metern wurde von 1929 bis 1930 nach Entwürfen des Architekten Richard Ermisch (…) errichtet. Infolge der Weltwirtschaftskrise wurde die Anlage allerdings nur zur einen Hälfte (Nordachse) einschließlich des als Mittelpunkt gedachten Strandrestaurants „Lido“ realisiert. Ein späterer Weiterbau scheiterte daran, dass den ab 1933 herrschenden Nationalsozialisten das Strandbad Wannsee wegen seines zwar modernen, jedoch für das Dritte Reich nicht zeitgemäßen Baustils missliebig war.“ Evt. zu unpathetisch?
Für Freunde der Architektur. Details der Treppenaufgänge, Zwischenebenen und Terrassen mit den Umkleidekabinen.
Leider sind die Terrassen, von denen man einen schönen Blick von oben zum Strand hat, mit großen, quergestellten Werbetafeln blockiert, die Zugänge versperrt. Da ließe es sich sehr schön flanieren oder sitzen. Vielleicht ist der Grund, dass dann oben auch Personal sein müsste, das darauf achtet, dass am Abend alle das weitläufige Terrain verlassen.
P.S. gerade erst bei Wikipedia den Grund für die Absperrungen gelesen: „Im Jahr 2012 stellte der Landesdenkmalrat Schäden an der Gebäudesubstanz fest, die durch die Sanierung nicht beseitigt worden waren. Die Sonnendecks und der obere Wandelgang mussten wieder geschlossen werden. In den folgenden Jahren wurde wiederholt eine Sanierung der gesamten Anlage inklusive des Strandrestaurants Lido gefordert.“ Ich unterschreibe das!
Drei Wege zum See. Nicht um Ingeborg Bachmanns gleichnamige Erzählung die am Klagenfurter Wörthersee-Ufer spielt, geht es, sondern um den Berliner Wannsee-Badestrand, zu dem drei große Treppen nach unten führen.
Es ist ein ganz herrlicher Sommertag mit einem lauen Lüftchen und ich schlendere gemächlich durch den großen Park mit den großen alten Kiefern, der zum Wannsee-Strand führt. In der Ferne glitzert das blaue Wasser. Endlich Ferien!
Geht schon fix, mit dem Badebus, gut fünf Minuten! Ah! Da ist das Eingangsgebäude, 1930 fertig gestellt. Aber Baden war schon vorher erlaubt, ab 1907. Im Wikipedia stehen interessante Sachen wie: „Während konservative Kreise und vor allem Villenbesitzer aus der noblen Umgebung gegen das lebensreformerische und proletarische Freibad protestierten, bildeten sich ab 1909 Clubs: der „Club fideler Sonnenbrüder“, die „Wannseaten“ und der „Arbeiter-Schwimmverband“. Ich reihe mich in die Mini-Schlange ein. Der Personalausweis muss vorgezeigt werden, und ich versichere, dass ich keine Glasflasche dabei habe, nur eine aus Plastik (mit Tonic Water). Dann darf ich hinein und mir eine Eintrittskarte holen. 6 Mark Fünfzig. Äh – Euro. Ich fühle mich etwas in der Zeit zurückversetzt, aber an den Eingangsschranken ist ein modernes System, der QR-Code auf meinem Eintrittsbillett aus Papier wird automatisch gescannt, dann geht die kleine Schranke auf und ich bin drin!
Im Schlager von 1951 singt die kleine Conny: „Ja, wir radeln wie der Wind, durch den Grunewald geschwind und dann sind wir bald am Wannsee“. Ich nehme aber den Bus 312, den „Badebus“! Der fährt direkt von der S-Bahn-Halte Nikolassee zum Eingang vom Strandbad Wannsee. Merke: nicht von der S-Bahn-Halte Wannsee! Von Nikolassee gibt es auch einen Weg zum Hinlaufen, 1100 Meter. Am S-Bahn-Ausgang ist auch gleich ein Hinweisschild mit Pfeil, das einen zum Badengehen aktiv ermuntert. Obwohl ich gerne laufe, war ich bequem und wollte auch wissen, wie der Bus fährt. Eine ganze Ecke. Hätte mich Schuhsohlen gekostet!
Wenn man in der Schule sitzt, über seinen Büchern schwitzt, und es lacht der Sonnenschein, dann möcht man draußen sein. Ist die Schule endlich aus, geh’n die Kinder froh nach Haus und der kleine Klaus ruft dem Hänschen hinterher:
Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus nach Wannsee!
Ja, wir radeln wie der Wind, durch den Grunewald geschwind und dann sind wir bald am Wannsee. Hei, wir tummeln uns im Wasser wie die Fischlein, das ist fein und nur deine kleine Schwestern, nee, die traut sich nicht hinein.
Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, denn um Acht müssen wir zuhause sein.
Ferienstimmung verbreiten. Fotos aus Föhr, der kleinen Schwesterinsel von Sylt, wo ich vor neunzehn Jahren war. Habe ganz viel vergessen, Ortsnamen usw., wo ich genau war, konnte das aber ungefähr anhand der vielen Fotos verifizieren, manchmal habe ich die Bilder auch ordentlich getagged. Oft aber leider nur allgemeiner mit „Föhr“, „Nordsee“. Leider Gottes sehr unspezifisch. Meine Ferienwohnung in einem reetgedeckten Haus hieß „Sommerwind“ und lag zwischen Wyk und Nieblum, Nähe des Goting Kliffs. Vielleicht sind diese Fotos da am Strand entstanden. Recht wahrscheinlich. Für heute ist ein schöner Sommertag in Berlin angekündigt, wolkenlos, nicht zu heiß, so könnten gerne viele Tage sein. Eventuell mache ich einen Ausflug, der sogar ein bißchen zu den Fotos passt. Das neue Bild mit mir zeigt im Hintergrund ein Foto von Will McBride, das er 1959 in Berlin gemacht hat. Es trägt manchmal den Titel: „Stöffie, Magda und Evi am Strandbad Wannsee“, aber auf der Seite des Will McBride Archives heißt es: „Eating Popcorn at Strandbad Wannsee, Berlin ’59“. Ich vermute, dass Will McBride irgendwann die Namen der jungen Leute notiert hat, die er abgelichtet hat, und da Deutsch nicht seine Muttersprache war, war ihm die umgangssprachliche Abkürzung „Steffi“ für Stefanie nicht vertraut und er schrieb es, wie er es hörte: „Stöffi“. Das sagt mir mein Detektiv-Gen, das recht gut ausgeprägt ist. Habe soeben Obstsalat mit griechischem Joghurt gegessen und Kaffee getrunken, nun fertig machen. Bis nachher.
Bisschen Ferien, von heute bis ersten September. Gegen Ende – 28., 29., 30., 31. und 1., ein paar Tage Sylt. Gerade Lesezeichen von verschiedenen Lokalitäten sortiert, die mich interessieren. Gibt auch zwei interessante Führungen, darunter eine literarische in Kampen, wo auch die Unterkunft ist. Gestern eine Youtuberin gesehen, die eine Wanderung zu den vier Kliffen gemacht hat. Das Rote Kliff ist bei der Wohnung, wird also sowieso besucht, das Weiße Kliff in Braderup sieht eher unauffällig aus, das Grüne Kliff in Keitum wie eine hügelige Wiese, aber das Morsum-Kliff ist auch interessant und das Größte. Mal sehen, was sich so alles ergibt. Will mal duschen und dann spätes Frühstück auf sonnigem Balkon.
Unangekündigter Überfall mit der Kamera. Thorsten Heinze in seiner Sevenstar Gallery. Nachsichtig wie er ist, hat er mitgemacht. Erweiterung des Repertoires. Ich sperrte mich, vermeintlich bewährte Gesten abzulichten. Posen sind zuweilen amüsant, aber mich interessierte etwas ganz anderes, nämlich: nichts Bedachtes.
Heute Mittag, puppiger Balkon in der Hubertusallee in Grunewald.
Termin im Nachbarhaus – oder genauer: der Nachbarvilla. Ein Gesprächstermin, der mich sehr aufwühlte, vorher. Ich hatte noch zwanzig Minuten, war überpünktlich, wollte aber noch nicht vor der Zeit klingeln. Machte drei Bilder, dann langsam nach oben, leeres Treppenhaus mit Sisalbespannung auf den Stufen, die die Schritte dämpfte. Die Tür unten war nur angelehnt. So war ich nicht außer Puste, als ich um 12.27 klingelte. Der Termin war um 12.30 Uhr.
Outing. Mit und ohne Brille. Es sind nun schon elf Jahre, dass ich zum Lesen, also Nahgucken, ein Nasenfahrrad brauche. Aber immer noch kommt es mir neu vor, obwohl kein Tag ohne vergeht. Immerhin lagen davor fast fünfzig Jahre, in denen ich nur Sonnenbrillen auf der Nase hatte. Die Zeit fliegt. Mit der Concorde.
Vorgestern, auf dem Weg zum Prater. Jetzt sehe ich gerade Goodbye Deutschland, wieder einmal Mallorca, Portrait von Immobilienmaklerinnen. Preise werden aufgerufen. Ganz neue Reaktion bei mir auf den Preis einer Villa mit Meerblick: 1,3 Millionen. Ich denke: „Schnäppchen!“ Zwar Neunziger Jahre Charme, die Innenausbauten, aber die Lage und die Größe, wow. Nicht, dass ich 1,3 Millionen hätte, aber nachdem ich vorgestern eine neuere Doku über Sylt, speziell Kampen sah, wo der gut beschäftigte Makler für eine gewisse, sehr liquide Klientel, Preise nannte, die sich durchweg im zweistelligen Millionenbereich bewegten, muss ich sagen: Mallorca – durchaus in Betracht zu ziehen! Und mit dem Flieger schneller von Berlin zu erreichen als Kampen mit dem Zug. Es ist einfach eine schöne Ablenkung für mich, spielerisch in so einer Liga zu denken. Zumal ich GANZ andere Herausforderungen habe, derzeit. Weiß nicht, ob jemand diese Form von Alltagsflucht nachvollziehen kann. Entspannt mich.
Gestern mit Maria im Berliner Prater… Königsberger Klopse, Wiener Schnitzel, Schokoküchlein mit Beerensoße, Fränkischer Silvaner, später auf dem Heimweg gabs noch eine Kugel Ingwer-Himbeer-Eiscreme für Maria und eine mit Tiramisugeschmack für mich. Und tabulose Gespräche. Schöne Sommernacht. Schlaft gut.
Von Lydia, mit der ich „Maria“ im Open Air Kino in Kreuzberg in der Adalbertstraße 23b anschaute, kam die berechtigte Frage, wieso ich kein Foto von Angelina Jolie als Maria gemacht habe. Zum einen saß ich gebannt und konzentriert da und verfolgte jedes Detail des Filmgeschehens, fror auch ein kleines bisschen, trotz leichter Decke, so warm war der Sommerabend nicht, hatte deshalb keine Lust mit der Kamera zu hantieren, und zum anderen, hatte ich keinen ernsthaften Reflex Fotos von Filmbildern mit ihr zu machen, die es ja bereits gibt, im Trailer usw., weil sie kein bisschen aussieht wie Maria Callas, sondern immer wie Angelina Jolie. Sie hat das großartig gespielt. Also Angelina spielt Angelina Jolie, die spielt, sie sei Maria Callas.
Ich war ehrlich beeindruckt, hatte aber nie Callas-Vibes. Ich genoss, wie sie – mich tatsächlich berührend – den Schmerz darüber zeigte, dass ihre große Laufbahn als Sängerin zu Ende ist, wenn sie ihren eigenen Aufnahmen in ihrem opulenten Apartment in Paris lauscht – und natürlich die Schluss-Szene, mit ihrem letzten Gesang, sehr berührend und auch eine wahnsinnige Leistung von Jolie. Aber eben keine Callas-Vibes. Ich habe nun das Gefühl, dass ich Angelina Jolie besser kennengelernt habe. Sie ist so sehr ein anderer Typus, Charakter, aber es gibt diese weltlichen Parallelen: eine Diva auch in ihrem eigenen Metier, immer im Fokus der Öffentlichkeit, das Älterwerden vor den Augen der Welt.
Wobei ich es schön gefunden hätte, wenn Angelina einen Hauch, nur ein winziges bisschen „verwelkter“ gewirkt hätte. Die bei ihr nachweislich von Natur aus ja schon immer vollen Lippen nicht noch extra in Form gebracht worden wären. Jolie erscheint in makelloser Blüte ihrer Schönheit, nicht wie eine Mittfünfzigerin, die auf eine Blüte zurückblickt. Was sie – wie auch Lydia meinte – nicht so ausgeprägt zu haben scheint oder von Seiten des Regisseurs vielleicht nicht gewollt war, sind die augenzwinkernden Anteile von Maria, das sogar mitunter koboldhafte, das allerdings auch überwiegend nur in Privatfilmen mit Ari Onassis zu sehen ist. Am Schluss, im Abspann, gibt es dann kurze Filmsequenzen und Fotografien von der echten Maria, da hab ich mal kurz die Kamera herausgeholt. Ich empfehle den Film. Er ist visuell und musikalisch ein opulentes Ereignis und Angelina Jolie hat alles gegeben, was in ihr steckt.
Danach waren wir noch kurz, nur auf ein Glas in einem Lokal in der Adalbertstraße, ein etabliertes türkisches Restaurant, das gepflegt und heimelig wirkte, HASIR, mit sehr zuvorkommenden Service. Sie hatten nicht mehr lange auf. Da der Film Überlänge hat, zwei Stunden und drei Minuten, war es schon fast halbzwölf, als wir ankamen. Da mir nicht nach Experimenten mit mir nicht vertrauten Weinen war, ich reagiere da recht empfindlich, auch keine Lust auf Bier hatte, trank ich nur eine Cola. War genau richtig. Wir plauderten noch über unsere Eindrücke.
Lydia hatte den Film zum zweiten mal gesehen und weitere Details entdeckt, die ihr vorher nicht so aufgefallen waren. Was mich etwas störte war, dass Ari Onassis bei der ersten Begegnung mit ihr als so alt dargestellt wurde. Sie war Mitte Dreißig, er dreiundfünfzig. Das ist noch nicht das Alter eines Herrn, der wie ein Senior wirkt. Der Schauspieler Haluk Bilginer ist Jahrgang 1954, also war er bei den Dreharbeiten knapp Siebzig. Genauso alt hatte ich ihn auch eingeschätzt. Sein Alter passte exakt zu dem sterbenden Onassis, den er auch verkörperte und der 69 Jahre alt wurde. Den Dreiundfünfzigjährigen konnte ich ihm nicht abkaufen. Gut allerdings besetzt, der erste Mann von Maria Callas. Und auch ihr Butler, geradezu irritierend ähnlich. Aber eigentlich geht es gar nicht darum, möglichst viele Ähnlichkeiten zu erzielen, eher ist der Film wie eine Art Metapher auf das tatsächliche Geschehen, das existentielle Thema Vergänglichkeit, und als solche sehr gelungen.
Unterhaltsame, vergilbte Kampen-Doku aus dem Jahre 1972: „Die Schönen und die Reichen – Kampen“. Zu Wort kamen seinerzeit u. a. die Kampen-Aficionados Fritz J.Raddatz, Gunter Sachs, Walter Jens, Werner Höfer, Rudolf Schock, Gerhard Schröder, Rudolf Augstein, Klaus von Dohnanyi, Peter Boenisch und Axel Springer.
Obgleich frei von KI, ist das kein Beweis, dass ich wirklich orakelt habe. Aber tief im Herzen weiß ich, dass ich nicht geschummelt habe. Erstens Bad Schandau, zweitens Keitum, drittens Bansin. Es könnte gut sein, dass es die Reihenfolge wird. Eines davon wird wegfallen, sonst wird es hektisch elektrisch. Das gefiele mir nicht.
Hier nun, was das Orakel gestern gesprochen hat. Ich habe blind die Reiselose gezogen und an erster Stelle war Bad Schandau im Elbsandsteingebirge mit dem Parkhotel. An zweiter Stelle war Keitum auf Sylt, da ist aber leider die putzige Wohnung, die ich ins Auge gefasst hatte, ausgebucht, „Die Lütte“ im Stutenhof, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Im Ostsee-Kaiserbad Bansin auf Usedom hab ich (gerade noch) zwei Möglichkeiten gefunden, die ganz gut aussehen, im Strandhotel Atlantic mit Balkon oder eine Ferienwohnung in der Villa Gläser mit Terrasse. Und nun überlege ich tatsächlich zu beiden Orten zu reisen, zuerst nach Bad Schandau, für zwei, drei Tage, zum Beispiel 22. – 24. August, um in den Schrammsteinenrumzuwandern , dann zurück für zwei Tage nach Berlin und dann vier oder fünf Tage nach Bansin, vom 27. August bis zur Rückreise am Montag, 1. September am Abend, mit dem letzten Zug, der um halbzwölf am Hauptbahnhof ankommt.
Reise-Orakel. Meine frisch gebastelten zehn Reise-Lose: Bad Schandau Schloss Prossen, Bad Schandau Parkhotel, Bansin, Bastei Berghotel, Blankenese, Heringsdorf, Kampen, Keitum, Niendorf, Wenningstedt. Bad Schandau ist zweimal drin, weil jede der beiden attraktiven Unterkünfte ein Los ist und ich mich da schon nicht entscheiden kann. Und Sylt ist dreimal dabei, wegen der drei verschiedenen Ortschaften. Aber gut – Usedom ist auch zweimal vertreten mit Bansin und Heringsdorf. Natürlich hat Sylt dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Andererseits ist das Elbsandsteingebirge auch dreimal dabei, wenn man die Bastei dazuzählt.
Ich hab noch nicht gezogen. Eventuell heute Abend bei einem inspirierenden Getränk. Beim Zusammenfalten habe ich überhaupt nicht darauf geachtet, was darauf steht und keine versteckten Erkennungsmerkmale eingebaut. Denn das würde dann ja schon ein Hinweis darauf sein, dass ich manche Lose gar nicht ziehen wollen würde. Es ist ein ganz demokratisches Auswahlverfahren. Ich werde die Lose in eine Schüssel legen und dann blind hineingreifen. Wenn es so weit ist!
Vorhin mit Lydia über mein Vorhaben gechattet, (Auszug): „hier nun alle Orte in der engeren Auswahl, evt. mach ich wirklich eine lustige Tombola. Muss noch Lose basteln!:-) Das ist dann fast, als hätte ich die Reise gewonnen! Hab kurz überlegt, ob ich alles Mögliche davon bereise, hintereinander, angefangen, mit dem am weitesten Entfernten (wäre Sylt) und mich dann rückreisend wieder Berlin annähere, letzte Etappe dann eben Bad Schandau, weil am nächsten – aber das ist mir glaub ich zu stressig mit dem dauernden Ein- und Auspacken und auf Achse sein… aber vielleicht doch mehr als einen Ort…“
Um nicht in Versuchung zu kommen, zu schummeln, könnte ich den Vorgang der Ziehung auch mit Video dokumentieren, da ich sonst keine Zeugen haben werde. Einen Notar werde ich auf die Schnelle zum Freitagabend auch nicht bekommen. Wie zum Beispiel diesen Dr. Fleischhauer, der früher bei DSDS den ordnungsgemäßen Verlauf des Votings und der Sieger-Verkündung überwacht hat. Andererseits, wenn mir dann doch nach Bescheißen wäre, ist es ein Indikator, ein Barometer, wo es mich dann eben doch ein bißchen mehr hinzieht – eine Herzenssache…!
Reise-Tombola. Bad Schandau (hier oder da), Bansin, Bastei (nur das), Blankenese, Heringsdorf, Kampen, Keitum, Niendorf, Wenningstedt. Was lacht Euch an? Bin mehr als unentschieden. Grund für die Auswahl der oben angeführten, von mir gecasteten Kandidaten, ist die recht gute und zügige Erreichbarkeit von Berlin mit der Bahn, mit möglichst wenig Umsteigen und dass ich noch an keinem der aufgeführten Orte vorher jemals war. Das ist für mich leider Gottes ein wichtiges Kriterium. Ich scheue davor zurück, Orte mehrmals zu bereisen, auch wenn es mir dort gut gefallen hat. Daher im angepeilten Radius aus dem Rennen, nicht im Recall: Bad Doberan, Dierhagen, Elmenhorst, Föhr, Greifswald, Heiligendamm, Hiddensee, Marlow, Mecklenburgische Seenplatte, Müritz, Ohlsdorf, Riebnitz-Damgarten, Rostock, Rügen (Jasmund, Sassnitz), Stralsund, Warnemünde. Außerdem bin ich eine Prinzessin, was die Unterbringung angeht. Bei den aufgeführten Orten habe ich jeweils mindestens eine attraktive Unterkunft gesichtet, die zudem im Zeitraum Ende August bis Anfang September verfügbar wäre. Evt. bastle ich mir wirklich kleine Röllchen mit Namen drauf und ziehe dann. So könnte ich dann auch feststellen, ob mir der Gewinner-Ort immer noch so attraktiv erscheint oder ob ich schummle und lieber ein anderes Los ziehe.
Auszug, Zitat aus einer Mitteilung von heute als Blogeintrag:
„Befasse mich gerade auch mit Erinnerungsfetzen – in der S-Bahn vorhin fiel mir ein kindliches Sommer-Glücksgefühl ein, muss in den Sechziger Jahren, Ende, gewesen sein. Mama ging oft zum Friseur in dem kleinen Dorf und ich hatte plötzlich bunte Farben von den Sommerkleidermustern vor Augen, kurze bunte Kleider und diesen modernen Friseursalon…. Mama nahm mich mit, mit meinen Haaren wurde nicht viel gemacht – ich würde wahnsinnig gerne über Google Streetview das Haus noch einmal sehen, in dem der nicht mehr existierende Salon war, aber ich kann schwer eine Adresse recherchieren, so etwas wird in Dorfchroniken nicht unbedingt vermerkt, ist ja auch nicht so wichtig, aber der Anblick eines Gebäudes kann Assoziationsketten freisetzen… Mama kann ich nicht mehr fragen (Blick nach oben) :-)„
Canon Eos RP 04.08.2025, 11:53 (= GMT +02:00 h) Berlin (West) (BE), Deutschland
Sonne 12°17 Löwe Haus 10 Mond 14°00 Schütze Haus 2/3 Merkur 6°37 Löwe Haus 10 Venus 4°55 Krebs Haus 9 Mars 28°24 Jungfrau Haus 12 Jupiter 12°26 Krebs Haus 9 Saturn 1°31 Widder Haus 6/7 Uranus 1°01 Zwillinge Haus 8 Neptun 1°55 Widder Haus 6/7 Pluto 2°21 Wasserm.Haus 4 Mondkn. 18°58 Fische Haus 5 Lilith 9°38 Skorpion Haus 1/2 Chiron 27°09 Widder Haus 7 Pholus 9°10 Steinbock Haus 3 Aszendent 17°10 Waage MC 22°49 Krebs
Gestern, 4. August 2025, 11:53 Uhr geholt. Persönlichkeitsprofil*:
„Löwe Aszendent Waage – handelt wie ein Löwe und setzt sich wie eine Waage durch. Feuer und Luft vereinen sich meist gut. Gesellschaftliche Gewandtheit (Löwe) und Geschmack (Waage) verbinden sich zu ausgezeichneten Umgangsformen und einem gesunden Selbstbewusstsein. Viele freundschaftliche Beziehungen sind bei dir zu erwarten. Dominanz (Löwe) wird durch Waage (Ausgleich) in die richtige Perspektive gerückt. Egokräfte (Löwe) und Beziehungswunsch (Waage) können zu einer einflussreichen Stellung in der Gesellschaft führen. Du bist sehr galant, doch manchmal wirst du dem Genuss und dem eigenen Vorteil zu viel Bedeutung beimessen. Vielleicht musst du auch dauernd anderen etwas ach so Tolles von dir vorzeigen.“ (Text von astroschmid.ch)
Liegt gut in der Hand. Erste Fotos, heute 5. August 2025, 9:38 Uhr.
Ach, Hilde… was auch sehr, sehr schön war, dass ab dem Einlass, als es noch eine Dreiviertel Stunde bis zum Filmbeginn war, Hildes Lieder zu hören waren, über den ganzen großen Mätthäikirchplatz, dem Kulturforum, zwischen Gemäldegalerie und Philharmonie.
Berliner Freundinnen-Chat: „Saskia, Lydia und ich hatten gestern einen zauberhaften Kinoabend, open air im Kulturforum. Ein hinreißender Ort für den Hilde-Film, der sehr berührend war. Aufregend, im Film Hilde überlebensgroß singend in der Philharmonie 1968 zu sehen, und daneben die erleuchtete Philharmonie… wow, wow, wow… selten so einen magischen Ort in Verbindung mit gezeigtem Film erlebt. Veritables Großes Kino.“
Last but not least, die Performance von CAN THE CAN, featuring Gabi Mehlitz, Gesang und Bass. War an dem Abend meine Lieblingsnummer, neben zuguterletzt Sympathy For The Devil. Was das Publikum angeht, waren wir wieder in prominenter Gesellschaft. Gesichtet: Harald Martenstein in einem schwarzen Hoodie mit weißem Aufdruck „KEBAP YOUR LIFE„, Patti Smith (dezent erblondet), Monika Maron, Schriftstellerin, sowie einen weißhaarigen, amerikanischen Anchorman, evt. CNN. Okay, es waren nur Doppelgänger. Wobei ich mir bei Monika Maron nicht ganz sicher bin. Die Gesichtszüge auf den von mir gegoogelten Fotos der Berliner Autorin sind irritierend, ja verblüffend identisch. Warum sollte sich dieser Geheimtipp nicht zu ihr rumgesprochen haben. Ich dachte erst, sie hätte was mit dem Anchorman, weil die beiden anfangs eine ganze Weile nah beieinander standen. Ich tippte auf altgedientes Ehepaar, da beide ähnlich gepflegt und etwas akademischer wirkten, als das übrige Publikum. Auf dem U-Bahnsteig heimwärts musste ich dann jedoch erkennen, dass beide getrennte Wege genommen hatten. Er stand auf der Seite Richtung Rathaus Spandau, sie gegenüber, auf meiner Seite, in Richtung Rudow. Ich nehme an, dass hier keine spontane Trennung nach jahrzehntelanger Ehe vorlag, sondern beide alleine gekommen waren. Wäre ein nicht unattraktives Paar gewesen.
Mein vorgestriges Outfit. Auf dem Weg zur S-Bahn Richtung Zitadelle lernte ich, dass die Hose mit den langen Schlitzen auf beiden Seiten, bei Gegenwind mindestens ein Bein komplett präsentiert. Ich bin dann dementsprechend vorsichtiger gelaufen.
Letzte Selfies von Ina und mir mit meiner Panasonic Lumix DMC-FZ1000. Gestern hat das Display seine Funktion aufgegeben. Über den Sucher fotografiert es sich ganz schlecht selber. Ich könnte sie daher nur noch für Filmaufnahmen mit Stativ einsetzen. Leb wohl!
Alle Jahre wieder, erstes Augustwochenende, Open Air, immer ausverkauft? Wacken! Oder: Berlin Beat Club in der Zitadelle. Nur nicht so schlammig. Wir hatten Glück mit dem Wetter, kein Regen!
Heute einmal wieder Abendprogramm. Der Berlin Beat Club spielt in der Freilichtbühne der Zitadelle. Es ist ausverkauft, nicht überraschend, und Ina und ich haben diesmal dran gedacht, zeitig Tickets zu besorgen. Wetterprognose besser als jetzt gerade, soll wohl trocken bleiben. Vor zwei Jahren sind wir einfach ohne Tickets hin und waren optimistisch, als treue Fans irgendwie reinzukommen, wenn vielleicht auch später. Da war nichts zu machen. Gnädigerweise durften wir mal für ein paar Minuten zu den Cateringständen und uns Bratwurst und Bier holen, das wurde aber strengstens kontrolliert und überwacht, dass wir nach dem Bratwurstkauf zügig wieder das Gelände verließen. Sie haben uns in ihrer unermesslichen Güte sogar mal aufs Klo gehen lassen. Wir saßen dann das ganze Konzert über draußen vor dem Zaun auf einer Bank, immerhin mit Blick auf die stattliche BASTION KOENIGIN. Die Musik konnte man so weit hören, dass immerhin erkennbar war, welches Lied gerade dran war. Aber kein Ersatz!
Für mich ist der schnellste Weg dahin mit der S-Bahn von Hackescher Markt bis S-Bahnhof Charlottenburg und dann umsteigen in die U-Bahnhalte von der U7 „Wilmersdorfer Str.“. Die fährt dann durch bis Zitadelle, von da noch ein paar Minuten Fußweg. Aber das dürfte Euch so genau nicht interessieren, da Ihr ja nicht hinfahren werdet. Ist ja ausverkauft! Wie letztes Jahr, da waren wir auch zu spät für Tickets. Heute dürfen wir wieder dabei sein! Ehrlich gesagt fällt mir gar keine andere Berliner Band ein, die fast bei jedem Konzert ausverkauft ist. Außer vielleicht die Ärzte. Der Beat Club ist schon ein echter Dauerbrenner. DER BURNER!
„Wer ein Zimmer betritt und drin eine Anzahl von Menschen findet, meint, daß er eine Gesellschaft vor sich hat, und bringt sie in viel dichtere Beziehung zueinander, als es meist angemessen ist. (…)“
Große Palme vor einem Haus mit Balkon, Hilda Polsterer (1903 – 1969). Hilda/Hilde Polsterer studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Josef Hofmann. Ab Mitte der Zwanziger bis Ende der Dreißiger Jahre lebte sie in Paris, wurde Chefdesignerin des Kaufhauses Printemps und führte nach ihrer Rückkehr nach Wien ab 1945 einen Salon, in dem unter anderem Künstler wie Ilse Aichinger und Ingeborg Bachmann verkehrten.
Bratkartoffeln. Bettschwer. Radieschenblätter abgezupft, mit den Kartoffeln gekocht, in der Pfanne mit den Kartoffeln und Zwiebeln in Öl gegart. Das Grünzeug schmeckt ähnlich wie Spinat, aber nicht so mild und zart. Keine Riesenempfehlung, hat aber bestimmt Nährstoffe, Mineralien. Bin richtig müde. Vorhin schwarzen Tee getrunken, zuletzt Orangensaft. Mir fällt auf, ich habe nur Interesse an alkoholischen Getränken, wenn ich munter bin. In oder wegen schwächelnder Verfassung zu trinken, kommt mir nicht in den Sinn.
Streng genommen, würde ich auch bei Traumsommerwetter nicht jeden Tag ein Flatterfähnchen aus dem Schrank ziehen und am Abend in Zehensandalen über den noch warmen Asphalt zu einer Bar trippeln, wo in lauer Nacht draußen noch Betrieb ist, man zwischen blühenden Oleandertöpfen sitzt… Sommerbilder. Übrigens soll er schon noch kommen. Der August ist ja noch nicht einmal da und er ist lang. Und Septemberanfang ist es immer schön. Das sage ich, weil da mein Geburtstag ist. Noch unklar, wo und wie ich den verbringe. Vielleicht an einem geheimnisvollen Ort.
Costoluto Genovese heißt die bildschöne Sorte. Aber wie erwartet, eine nicht sehr intensive Fleischtomate von imposanter Größe, etwa wie ein mittelgroßer Hokkaido. Fast zu spät verarbeitet, ich hab sie so gerne angeschaut, schon ein paar Tage. Also es bleibt bei einem kulinarischen One Night Stand mit Costoluto Genovese.
Gmx login funktioniert wieder – die login-Maske war heute Nachmittag bis gerade eben ein paar Stunden „unsichtbar“ – beruhigend, dass es Seiten gibt, die anzeigen, dass andere dasselbe Problem haben/hatten.
Fällt das eigentlich noch jemandem außer mir auf? Immer mehr Online Shops für Schmuck, Lederwaren und Kleidung werben in Pop up Fenstern (vor allem auf youtube in der Seitenleiste) für eine Art „Ausverkauf“ oder „Schlussverkauf“ aufgrund angeblicher altersbedingter Geschäftsaufgabe, garniert mit Portraitfotos von grauhaarigen Damen im Rentenalter an ihrer Werkbank oder in der Nähstube. Der Duktus betont mitleiderregend bis weinerlich à la:
„Nach vierzig Jahren Geschäftstätigkeit muss ich nun mein kleines Schmuckatelier/Lederwarengeschäft/etc. aufgeben, das ich mir in harter und schwerer Arbeit aufgebaut habe. Es fällt mir wirklich schwer. Hier noch einmal die Gelegenheit, einmalige Schmuckstücke zum Vorzugspreis erwerben, Silberanhänger mit Halbedelstein, nur tausend Euro / edle Geldbörse aus Schweinsleder, nur 249,50 Euro“
Vielleicht irre ich auch und das sind WIRKLICH regionale Kleingewerbetreibende kurz vor dem Ruhestand, die auf den letzten Metern E-Commerce für sich entdecken. Aber eigentlich traue ich dem Braten nicht. In meiner blühenden Phantasie sind das KI-generierte Online-Shops mit Geschäftssitz in China oder Timbuktu oder Takatuka-Land, wo die „edlen Waren“ in fensterlosen Fabriken am Fließband zusammengeschustert werden. Aber vielleicht liegt die Wahrheit auch irgendwo dazwischen. Jedenfalls bin ich nicht emotional erpressbar, nur weil auf youtube (seit die Adblocker-Sperre eingetreten ist) ein grauhaariges Mütterchen wehmütig auf „ihre letzte Schmuckkollektion“, IHR LEBENSWERK guckt, das ich ihr bitte abnehmen soll.
Schon wieder das Thema „Nachlassangst“! Ein von Ingeborg Bachmann erfundenes Wort. Sie hatte nämlich reichlich Nachlassangst. Aber nicht in dem Sinne, dass sie fürchtete, dass sie Zeug hinterlässt, das keiner braucht oder haben will oder nicht zu schätzen weiß. Nein, sie war recht selbstbewusst, selbstsicher, was den Wert ihres Nachlasses anbelangt. Ihre Nachlassangst bestand in der Befürchtung, dass spätere Biographen private Eckdaten in ihre Auswertungen einbeziehen, die sie in privater Korrespondenz finden. Sie war schon in ganz jungen Jahren, bevor sie großen Ruhm erlebte, davon überzeugt, dass sie in die Kategorie Person des öffentlichen Lebens fällt. Und tatsächlich kam es dann ja auch genau so.
Doch, das ist lustig. Schenkelklopfer-Sprüche von alten Hollywood-Diven sind erheiternd, speziell wenn man nicht heiter ist. Ich beneide Zsa Zsa gerade etwas um dieses Talent. Zumal ich heute Vormittag einen unerquicklichen Anruf erhielt, der die Fortsetzung des bislang überaus friedlichen Mietvertrags für das putzige Zimmer, wo ich bislang vorwiegend meine Bilder zauberte, hinterfragt. Details eventuell irgendwann später. Natürlich ist sowieso nichts für die Ewigkeit, aber manchmal wäre es einfach schön, wenn etwas Gutes weitergeht. Man hat schon genug Baustellen im Leben, die von Unwägbarkeiten begleitet sind. Mein lieber Freund Jan geht es jetzt an, sein Atelier auf der Zitadelle Spandau aufzulösen. Ich fühle mit ihm, wie existentiell das ist. Aber er ist soweit. Mehr oder weniger seine eigene Entscheidung. Aber überrumpelt werden möchte man da auch nicht. Wieviel Nachlass kann man der Welt zumuten. Was möchte man um sich haben, was ist Inspiration und Bereicherung. Natürlich nimmt man nichts ins Grab, aber beseelte Materie (wie Kunst oder Kunsthandwerk) ist eben genau das – beseelt – je nachdem, wie man es selbst auflädt, und kann einem den Aufenthalt auf Erden auch um einiges schöner machen. Sinnenfrohe, positiv besetzte „Anhaftung“ an Materie, die ja letztlich auch vibriert, wenn man es genau untersucht. Religiöse Überhöhung von vorzeitigem „Loslassen“ Fehlanzeige. Ich hänge einer selbst kreierten Spiritualität an, die irdische Erscheinungsformen wie feste Materie, von pulsierender Haut über Holz zu Gestein als durchweg göttlich, erstrebenswert und anderen physikalischen Konsistenzen und Aggregatzuständen ebenbürtig erachtet. Mag sein, dass unsichtbare Materie eine höhere Schwingung hat – so what! Plädoyer für mehr religiösen Respekt in Sachen jedweder materieller Diversität. Lebenssinn? Tasten, sehen, fühlen, singen, bewegen, tanzen, spazieren, hören, sprechen, kochen, pflanzen, schrauben, gießen, spielen, werkeln, schreiben, essen, trinken, schmecken, riechen! Küssen. Lieben.
Erstmalige Veröffentlichung von Filmmaterial, das eine Führung durch die frühere Wohnung von Mae West in Hollywood zeigt, in der sie fast fünfzig Jahre ihres Lebens verbracht hat. Das 1930 von Paramount erbaute Gebäude, das innen mit Art Déco-Elementen überrascht, trägt den Namen „Ravenswood Apartments„.
Mae West starb 1980 dort in ihrem Schlafzimmer. Die heutige Bewohnerin, früher Interior Designerin, war immer ein großer Fan von Mae West und überglücklich, als sie dort einziehen konnte. Sie hat es völlig anders dekoriert, aber sammelt Stücke aus Nachlässen von Hollywoodstars, z. B. eine Anrichte und mehrere Teppiche von Liz Taylor. Darunter sind auch einige Sachen von Mae West, die alle einen Ehrenplatz haben, wie ein Paar mit schwarzem Satin bezogene Plateauschuhe oder das großformatige gestickte Familienwappen der Wests auf cremefarbenem Satin, das sie ersteigerte und an exakt derselben Stelle aufhängte, wo es zu Maes Lebzeiten hing. Die Nägel waren noch in der Wand.
Einige Einbauten sind im unveränderten Zustand wie zu Zeiten, als Mae West dort lebte, wie die gut erhaltenen Fliesen in den beiden Badezimmern und die Küchenschränke. Die Bewohnerin, die dort mit ihrem Mann, einem Musiker lebt, zeigt zur Veranschaulichung immer wieder Fotos, wie die einzelnen Zimmer zu Zeiten von Mae West ausgesehen haben. Maes Stil war etwas pompöser, vorwiegend in Weiß und Gold gehalten, aber auch reduzierter. Jetzt ist es ein bis auf den letzten Quadratmillimeter möbliertes Hollywood-Museum, aber sehr einladend und kuschelig.
„Step inside the wild world of Jo Wood—ex-wife of Rolling Stones legend Ronnie Wood—as she reveals untold stories of rock ‘n’ roll madness, heartbreak, and her mother’s fears for her safety. From wild parties and celebrity chaos to dating disasters, UFO encounters, and her journey to happiness off-grid, Jo proves it’s never too late to start over. Hear her candid confessions about sex, reinvention, and why her kids call her ‘Gangsta Granny.’“
Ich habe schon mal davon gehört, dass die Ex von Ronnie Wood Jo heißt, hatte aber bislang keine Berührungspunkte mit ihr. Ich bin nun am Schwanken, ob sie ab sofort meine Lieblings-Ex-Stones-Frau ist. Bislang war es Jerry Hall. Jo ist mir total sympathisch, erinnert auch ein bißchen an Goldie Hawn, mit ihrem heiteren Naturell. Man vergisst beim Zusehen die offenkundigen Schönheits-Eingriffe. Ihre Persönlichkeit überstrahlt die evt. etwas zu hoch dosierten Unterspritzungen komplett. Angenehme Person.
Kleine Collage meiner Lieblingskreationen eines Künstlers namens Peter Nidzgorski, der die Sprechblasen von Siebziger Jahre Love-Story-Comics neu befüllt, und zwar mit zu unserer heutigen „Beziehungskultur“ passenden Gedankengängen. Großes Tennis.
Schönes Wochenende Euch. Ich werde sehr faul sein. Viel schlafen, vielleicht lesen, dösen. Eventuell herumwursteln. Fühle mich überraschend erholungsbedürftig nach einem Tag, der vielen um einiges jüngeren Menschen große Unterhaltung beschert hat (ich war nicht die Entertainerin). Aktivitäten wie Geschicklichkeits- und Schnelligkeitsspiele – vorwiegend im Stehen – die mich an eine Mischung aus „Wetten dass“, „Am laufenden Band“ und die Spielshow von Dietmar Schönherr und Vivi Bach aus den Siebzigern erinnert haben. Aber auch an Kleinkinderspiele wie ‚Alle ziehen sich Handschuhe, Mütze, Schal und Anorak an und essen dann eine Tafel Schokolade mit Besteck‘. Mir fehlt da eventuell ein Gen dafür, ganz sicher mehrere Synapsen. Rund vier Stunden (die mir endlos vorkamen) mit hektischen, zum Teil sportiven Aktivitäten mit Wettbewerbscharakter. Ganz arg langweilig für mich. Gewöhnungsbedürftig auch das Gefühl, der älteste Mensch unter zwanzig Erwachsenen zu sein und es derart deutlich zu empfinden.
Auch das, was als eine Art Wissens-Olympiade daherkam, in Gestalt von die angrenzenden Länder zu Deutschland nach der geschätzten Kilometerlänge zu sortieren (in der Mitte war Polen, als Anhaltspunkt), konnte meine geistigen Bedürfnisse nicht befriedigen. Wobei es immerhin noch minimal interessant war, dass sowohl die Grenze zu Österreich als auch zu Tschechien jeweils über 800 km lang ist. Hätten alle für kürzer gehalten. Die mäandert vielleicht sehr stark. Dass die zu Luxemburg am kürzesten ist, dürfte wenig überraschen.
Bei einem Spiel musste gebuzzert werden, wenn man was wusste oder erkannte, so wie man das aus diesen albernen Fernsehshows kennt. Ich dachte anfangs, na, da weiß ich vielleicht mal was – es ging um Filmmusik, sowohl von Spielfilmen als auch Serien. Aber ich bin da offenbar im Œuvre des letzten Jahrhunderts stecken geblieben. Auf Netflix habe ich nur THE CROWN geschaut, allerdings komplett, und die beiden Staffeln der putzigen Kaulitze. Ich habe gar keinen eigenen Netflix Account, Lydia lässt mich mit ihrem gucken, wenn es was ganz Existentielles gibt. Ich erkannte nur drei Musiken, aber die anderen waren schneller. Biene Maja, Ghostbusters und erst nach einer Weile König der Löwen. „Filme für die ganze Familie“, zumal aus der Produktion der letzten dreißig bis vierzig Jahre, rauschen an mir komplett vorbei. Ganz sicher hätte ich die Musik von Frühstück bei Tiffany oder Spiel mir das Lied vom Tod erkannt. Oder Raumschiff Enterprise. Oder Doktor Schiwago. Oder Daktari. Oder Flipper. Tja. Also auch dieses Genre hat mir kein Glück beschert.
Und dann: Logos von Marken raten. Bei den Logos fehlte jeweils das entscheidende Element, also der Schriftzug. Erstaunlich schwierig. Z. B. das dm-Drogeriemarktlogo besteht aus „dm“ in blauen Buchstaben und darunter ist eine gelbe und eine rote Welle. Auf die beiden Wellen hab ich noch nie geachtet. Es wurden also nur die Wellen gezeigt. Ich hatte nicht die allerleiseste Empfindung, dass ich das schon mal gesehen hätte. Und ich gehe sehr oft zu dm. Da gibt es schließlich mein Lieblingsklopapier, das 5-lagige von der Eigenmarke. Das Logo müsste dann ja auch auf der Plastikverpackung sein. Aber ich schaue die nie analytisch an und hebe die Folie auch nicht auf. Die Klorollen sind ohne Verpackung in meinem Bad gebunkert. Als Resümee traue ich mich festzustellen, dass ich mir keine schwerwiegenden Wissenslücken attestieren muss, indem ich die gelb-roten dm-Wellen nicht erkannt habe. Das Logo von Netto und vom FBI übrigens auch nicht. Nun verdientes Wochenende. Ohne Rate- und Geschicklichkeitsspiele.
Ich bin vorhin befördert worden: die Servicekraft von der Essensausgabe im Selbstbedienungsrestaurant, wo ich regelmäßig Mittagessen gehe, hat mich heute zum ersten Mal mit gesenkter Stimme gefragt: „Wollen Sie ZWEI Hühnerkeulen?“ (statt nur einer, wie lt. Menü vorgesehen – aber bitte nicht weitersagen). Da sie noch nicht so lange dort tätig ist, wie ich dort zu Mittag esse, musste ich mir ihr Vertrauen erst erarbeiten. Ich habe daher in den letzten Wochen kontinuierlich extra in ihre Richtung nach dem Verzehr gelobt, wenn es mir besonders gut geschmeckt hat und mich nochmals bedankt, obwohl ich natürlich weiß, dass sie es nur auf den Teller tut, nicht selbst kocht. Aber sie gehört ja zu einem Team, insofern ist es auch ein Dank an sie.
Außerdem vermute ich, dass sie zur Kenntnis genommen hat, dass ich meinen Teller immer komplett leer esse und die Serviette selbst in den Abfalleimer vor dem Wagen werfe, wo man das benutzte Geschirr reinschiebt. Damit habe ich fast schon ein Alleinstellungsmerkmal und kann richtig punkten, denn sie muss nicht die Hälfte der Portion wegschmeißen, was kein schöner Vorgang ist. Ich arbeite ihr sozusagen etwas zu.
Es ist für mich immer wieder aufs Neue nicht zu fassen, wie viele Gäste ihren Teller nur halb aufessen. Das weiß man doch vorher, ob man ausreichend Hunger für eine normale Portion hat. Die Mitarbeiter vom Service sind flexibel genug, weniger auf den Teller zu packen. Aber nein, volle Portionen werden entgegengenommen und ungerührt die Hälfte auf dem Teller gelassen. Und nicht, weil es nicht schmeckt. Nein, weil man einen Spatzenmagen und korrespondierend ein Spatzenhirn hat.
Die Hühnerkeulen waren jedenfalls vorzüglich, die Haut schön knusprig angebräunt. Allerdings war ich kein Fan von der Aubergine, aber das ist nicht die Schuld des Kochs. Hab sie trotzdem gegessen. Mich langweilen Auberginen in sämtlichen Zubereitungsarten. Ähnlich wie Couscous oder Polenta, da wird für mich Essen vom Genuss zur Nahrungsaufnahme. Ein Glück, dass sie nicht gefragt hat, ob ich zwei Auberginen will. Eine sehr gute Service-Kraft! Hoffe, sie besteht die Probezeit, falls die das haben.
Summe Alkohol der letzten elf Tage: 1 Jever (0,5), 1 kl. Königs Pilsener (0,3), 3 Schluck Eierlikör, 1 Pfütze Crémant Rosé, 1 gr. Glas Crémant (ca. 0,3), 1 kleiner Schluck Cognac, 8 Mini-Pralinenportionen Obstbrände (insgesamt ca. 1 kl. Schnapsglas).
Ich fühle mich bereits jetzt auffällig regeneriert. Habe weniger Appetit auf alkoholische Getränke als sonst, vielleicht auch das Wetter und die Erinnerung an den schlimmen, schlimmen, schlimmen Kater nach dem Abend im Terzo Mondo. Außerdem habe ich mehr Schlaf als sonst. Die Kombi wenig Alkohol und viel Schlaf wirkt wahre Wunder. Ist allerdings momentan nicht mit einem mir verordneten Verbot oder was verkneifen müssen verbunden, dass ich mir nicht mehr so selbstverständlich eine gute Flasche am Abend aufmache. Schon eher ein bißchen Körpergedächtnis an das eindeutig durch zu viel Alkohol verursachte Elend.
Beim Italiener nach dem Konzert von Jenny hatte ich echte Mühe, das kleine Pils auszutrinken. Wollte es wohl aus Gewohnheit nicht halbvoll stehen lassen und auch aus Höflichkeit. Geschmeckt hat es mir gar nicht, aber auf Wein hatte ich genauso wenig Appetit. Mal sehen, wie es weitergeht, habe keinerlei feste Vorsätze, außer nie mehr die Kombi wie am Abend des 5. Juli zu trinken, das war:
(zuerst im Kino: ) 1 Piccolo „Geldermann brut“ u. 1 kleine Flasche Mineralwasser (dann im Terzo: ) 1 Glas Schaumwein „Amalia brut“, 3 x kleine (?) Karaffe Weißwein „Atma“ (vermutlich jeweils 0,3 l pro Karaffe), 1 Ouzo. Außerdem 2 Zigaretten geraucht.
Hört sich gar nicht so exzessiv an, aber mir hat diese Mischung komplett das Genick gebrochen. Am Morgen danach im Abstand von vier Stunden bis Mittag viermal gekotzt, danach wie verprügelt gefühlt. Eigentlich ja des Giftes entledigt, begrüßte mich am nächsten Tag eine Migräne-Attacke, die sich hartnäckig zwei weitere Tage nicht komplett verscheuchen ließ. Danach weiter erschöpft.
Erst seit drei Tagen fühle ich mich wieder wacker, aber bin sehr vorsichtig. Eigentlich unterlaufen mir solche alkoholischen Abstürze mit Kater nur, wenn ich auswärts trinke. Daheim bleibe ich bei einem (also einer Sorte) guten Getränk und wenns reicht, nach zwei bis drei Gläsern, ab in die Falle. Wenn aber die Gesellschaft auswärts lustig ist und mich durch Zuprosten animiert, bin ich verführbar, obwohl mir niemand etwas aufdrängt.
Ich würde eigentlich am liebsten nur in Lokale gehen, wo es nur absolute Spitzenqualität nach genau meinen Geschmacksvorlieben gibt, aber das sind nicht unbedingt immer die, wo man in legerer Runde Freunde trifft. Der Amalia-Schaumwein im Terzo ist aber schon auch gute Qualität. Nur offenbar nicht gut kombinierbar mit anderen Weinen und Ouzo sollte ich eh weglassen, auch wenn er nett gemeint, gratis beim Abkassieren hingestellt wird. Hat mir auch noch nie wirklich geschmeckt.
Das ewig wiederkehrende „Leitungswasser“ in meiner Litanei ist übrigens ein Becher Wasser, der ausschließlich nachts neben meinem Bett steht. Sonst mag ich lieber Wasser mit Sprudel, schön spritzig. Aber noch viel viel lieber Tonic Water. OHNE Gin, wohlgemerkt. Mein alkoholfreies Lieblingsgetränk, was beim Bestellen im Lokal manchmal ignoriert wird, wenn ich es nicht dazusage. „Gin Tonic“ ist so betoniert in den Köpfen, da muss man richtig dagegen arbeiten, indem man forsch dazwischen geht, wenn vom Bartender im Autopilotmodus zum Gin gegriffen wird.
Um mal wieder aus dem Nähkästchen zu plaudern: ich war neulich bei einem netten Beisammensein, auf dessen Beteiligte ich nicht namentlich eingehen möchte. Eine Dame in der Runde schwärmte von einem Podcast, der von zwei Freundinnen gemacht wird, die sich dort über Ihre privaten Angelegenheiten unterhalten, insbesondere auch ihre Liebesverhältnisse betreffend. Nun erklärte der weibliche Podcast-Fan, dass die eine der beiden in einer „offenen Beziehung“ lebt, sowohl Ehemann also auch Liebhaber hat, die jeweils voneinander wissen, ja der Ehemann würde sogar mitunter auch im Podcast mitreden. Links von mir zeigte sich eine gute Bekannte begeistert und rief dazwischen: „Offene Beziehung? NA ENDLICH!!!“ Ich etwas überrascht, da ich sie gar nicht so eingeschätzt hätte, dachte sie sei eher ein Typ, der sich auf eine Person konzentriert, kann mich natürlich irren. Ich schaue sie an und sage: „Na endlich? Ach – findest Du das so toll?“ Sie: „Jaaa! ENDLICH mal eine ECHTE offene Beziehung!!!“ Ich: „hä?“. Sie: „Na, WEIL, ich treffe dauernd Typen, die mir erzählen, sie hätten mit ihrer Frau eine offene Beziehung, aber dann stellt sich immer irgendwann heraus, die Frau weiß gar nichts davon!“. Also ihre Begeisterung bezog sich offenbar auf die Wahrheitsliebe der Beteiligten von dem Podcast. Hab mal reingehört, hat mich jetzt nicht so umgehauen. Wird durcheinandergeredet, viel gejammert und der Mann von der „OFFENEN BEZIEHUNG“ nuschelt ganz arg unsexy. Aber das ist natürlich alles totale Geschmackssache.
Selbst gepflückt! Für Doro. Bekamen einen Ehrenplatz im Entrée, vor einem selbst gemalten Bild (später Pointillismus) eines ihrer vielen zauberhaften, nun ausgewachsenen Söhne. Einer war da, der mysteriöserweise rein äußerlich ganz meiner Klischeevorstellung von einem Norditaliener aus der Region um Mailand entspricht. Sehen alle sehr gut aus, die Burschen von Doro! Er trug zum fünf-Tage-Bart und lockerem Shirt eine halsnahe Zuchtperlenkette. Wie das die jungen Männer heutzutage gerne machen, sexuelle Präferenzen unerheblich. Schon sehr, sehr cool!
Gestern kleines Bloggertreffen bei Doro. War aber nicht als solches avisiert, sondern privates Stelldichein anlässlich ihres Geburtstages am Tag zuvor, daher keine öffentliche Ankündigung. In der Runde links von mir, angeschnitten, Wortschnittchen, auch dabei Modeste, gegenüber von mir Mequito, neben ihm Frau Gedankenträger. Unsere Doro saß derweil nebenan im zweiten Salon ihres Refugiums, um sich weiteren (nicht bloggenden) Gästen zu widmen, deswegen Gruppenfoto Fehlanzeige. Aber man kann es sich aus den Einzelaufnahmen irgendwie zusammendenken. Angenehm war auch, dass Doro vorher ausgab: „Keine Geschenke!“. Ich beließ es daher beim Mitbringsel von flüssigem Proviant und kurz vor meinem Weg zum Taxi im Hinterhof gepflückten Blumen, einer Schneeballhortensie Annabelle und lilablassblauen Malven. Wir sprachen u. a. über Erfahrungen bzw. Nicht-Erfahrungen mit Tinder und Bumble, den Kampf gegen Alterserscheinungen und noch vieles, vieles mehr. Wortschnittchen und ich brachen als Erste auf, aber nicht wegen Langeweile, sondern anderweitiger Vorhaben, so kann ich nicht beurteilen, wie lange die Sause noch ging. Vermutlich bis die Wunschgetränke zu Ende gingen. Mek hat auch was geschrieben.
Hier sind alle Bilder von Jennys Auftritt aus meiner Kamera. Danach waren wir noch bei einem stylishen Italiener ums Eck, da habe ich aber leider keine Fotos von den Kronleuchtern und den Stoffservietten gemacht. Schade eigentlich, war bißchen müde. Dort ein Pils vom Fass bestellt, Jennys Mann war auch dabei, er Wein für sich und eine andere Freundin von Jenny. Stellt der Ober ihm das Pils hin. Wir mussten lachen. Glaubenssatz im kollektiven Kellner-Unterbewusstsein: Mann trinkt Bier, Frauen trinken Weißwein.
Aus Gründen der Bequemlichkeit (die ansteigende Luftfeuchtigkeit beeinträchtigt meinen Schaffensdrang) poste ich folgende Anmerkung von mir in einem Gruppenchat zu diesem Foto: „Jenny gestern Abend bei ihrem Auftritt, ist mein Lieblingsfoto, hab noch ein paar andere. In sw schon sehr elegant… Jenny war natürlich auch elegant, sowieso! Bei einem Foto, dachte ich, das wäre ein großer Wurf, draußen der Aufsteller mit dem Plakat von Jenny, dahinter ein älteres Liebespaar. Beim heutigen Betrachten zeigt sich, sieht aus, als ob ein älterer Mann eine Besoffene hält.“
Heute Abend zu Jenny, Zimmer 16, Florastraße 16. Ob sie ihre Hackenschuhe wieder ausziehen wird, kann ich nicht sagen, aber sie wird Ihre eigenen Chansons singen, die durchweg von Erlebtem handeln. Entweder von ihr persönlich oder von Anderen. Zum Beispiel von mir. Natürlich verbrämt, verschleiert, ausgeschmückt und aufgebauscht, was dem Unterhaltungswert keinen Abbruch tut. Geht um 20 Uhr los, Eventuell Regen, wird uns nicht bewegen, davon abzusehen. Tickets an der Abendkasse.
Sein Liebstes. Es ist entweder ein Selmer Mark VI. oder VII. Die Baureihe VI. begann 1954 und endete 1973/74. Leider habe ich die Seriennummer nicht fotografiert. Der alte Koffer spricht auch eher für ein Mark VI oder frühes Mark VII. Aber das kann ich alles noch untersuchen. Bin gespannt, da ich beim Recherchieren gesehen habe, dass unter Saxophonisten viel Aufhebens um die Baureihe Mark VI. gemacht wird, geradezu ein Mythos. Ich weiß gar nicht, ob es vielleicht sogar noch ein zweites Saxophon gibt. Würde mich nicht so sehr wundern, wenn mein Vater ein Alt- und ein Tenorsaxophon gehabt hätte, Noten für beide hatte er ja auch. Bei einigen Vintage-Saxophonen aus der Mark VI.-Reihe ist schon der Lack ab. Aber es gab auch eine Version mit 24 Karat-Vergoldung.
Womöglich ist das so ein Modell? Ich kenne mich zwar mit Blattgold aus, aber da fehlt mir die Expertise. Mein Vater neigte gar nicht zum Protzigen, wenn es allerdings um sein Zubehör als Musiker ging, sollte es schon das Allerbeste und Langlebigste sein, insofern. Aber wahrscheinlicher ist, dass es nur besser gepflegt und regelmäßiger poliert wurde, als andere betagte Saxophone.
Die schönen alten Köfferchen aus den Fünfziger Jahren. Die Instrumentenkoffer müsste man ja mit dem Instrument überlassen, das wäre Frevel, den zu unterschlagen. Aber was nur lose in einem Koffer liegt, kann auch anders archiviert werden. Nicht, dass ich Koffer bräuchte, aber da merke ich so kleinere Begehrlichkeiten bei mir, die sich sonst sehr in Grenzen halten. Ich bin ja momentan auch weit weg von diesem alten „Archiv“. Aber irgendwann wird es anderen Lebensräumen und Lebensträumen Platz machen. Es fühlt sich aber besser, richtiger an, nicht sofort nach dem Ableben eines Menschen, alles ratzeputz aufzulösen und zu bereinigen und damit auch eine Art atmosphärische Hinterlassenschaft auszuradieren. Ich konnte mich die letzten vier Jahre nicht unbefangen mit diesen Fotos beschäftigen, jetzt bin ich aber immerhin so weit, dass ich sie ohne Herzklopfen hier posten kann.
Mir kommt der Nachlass von Ingeborg Bachmann gerade in den Sinn, weil ich vor knapp zwei Wochen intensiv verfolgt habe, wie das ehemalige Elternhaus von Ingeborg Bachmann, wo sie aufgewachsen war, zum „Ingeborg Bachmann Haus“ umgebaut wurde, einem ihr gewidmeten Museum. Dafür waren viele innenarchitektonische Umbauten erforderlich. Trotz unseres zunehmend digitalen Zeitalters wird museumspädagogische Aufbereitung immer noch weitgehend mit fest installierten Schautafeln gemacht, die Wandfläche benötigen. Dafür mussten viele Möbel weichen, auch aus dem Nachlass aus Rom. Einzelne Stücke wurden beibehalten. Aber zum Beispiel war kein Platz mehr für ihre Bibliothek mit rund 5000 Bänden, die vorher unter dem Dach war. Dort steht jetzt ihr Schreibtisch und ein Klavier. Auch ihre Garderobe ist nur vereinzelt im Museum, es sollen wechselweise immer besondere Stücke – ich habe drei Modelle auf Kleiderpuppen gesehen – gezeigt werden. In einer Vitrine ist Schmuck von ihr. Was nicht gezeigt werden kann, lagert im Archiv vom Kärnten Museum. Und die gesamte Bibliothek, vermutlich auch Manuskripte, wurden der Universität Klagenfurt überlassen, wo sie einen eigenen Raum erhielt und eingesehen werden kann.
Vorher lagerte all ihr Hab und Gut seit ihrem Tod 1973 in ihrem Elternhaus. Fünfzig Jahre. Selbst ein ganzes Reihenhaus mit drei Stockwerken reicht also nicht zum Archivieren des Hausstandes einer Person aus, wenn die Räume museumsgerecht für die Öffentlichkeit gemacht werden. Es gibt immer Verstreuung, Verlust oder Risse. Das ist wohl der hinzunehmende Lauf aller Dinge.
Gut, dass der Keller nie feucht war. Die vielen Noten, das viele Papier. Heute benutzen viele Musiker, wenn sie überhaupt nach Noten spielen, Tablets. Vor ein paar Jahren habe ich hier mal eine Aktion im Auftrag meines Vaters gemacht, Noten von ihm an interessierte Musiker weiterzugeben. Eine lange Liste war das, die er dafür geschrieben hatte. Es hatten sich auch Interessenten gefunden. Aber das war sehr aufwändig. So ist es ja immer, wenn man Sachen weitergeben will, das Organisieren, Sichten, Dokumentieren kostet viele Stunden Zeit, dann die Logistik. Eine Aufgabe für Ruheständler. Am besten, man macht es selbst, wenn man es noch kann, die Unmengen ein bißchen zu reduzieren, die sich im Laufe eines Lebens so ansammeln. Es sei denn, es handelt sich um begehrte Schätze für die Nachkommen. Aber das ist ja meistens nur sehr vereinzelt der Fall. Die Kinder und Kindeskinder stehen dann davor und sind auch gehemmt, die Dinge einfach so wegzugeben. Aber würde das nie passieren, hätte man noch den ganzen Wahnsinn an Hinterlassenschaften sämtlicher Vorfahren einer Familienlinie, sofern materiell langlebig genug. Wären natürlich auch interessante Dinge dabei, aber dann hätte jeder Privathaushalt ein gigantisches, persönliches DHM, nur leider ohne Ausstellungsräume wie im Zeughaus am Lustgarten.
Tonbandgerät (vermutlich Grundig TK20, gebaut 1959 – 1962), Trompete, Tamburin. Durchweg tadelloser Zustand. Sieht man ja, da mein Vater mit seinen Siebensachen immer sehr pfleglich war. Ist aber kein Basar, wird nicht von mir verhökert – ich zeigs nur mal. Ich kann mich erinnern, dass er das Tonband meistens im Wohnzimmer benutzt hat, jedenfalls zum Abspielen. Aber auch für Aufnahmen, zum Beispiel die Kinderstimmen von meinem Bruder und mir. Ich kann mich noch recht gut an den Schrecken erinnern, als ich mit sechs oder sieben meine Piepsstimme gehört habe, weiß nicht, ob geplappert oder gesungen. Jedenfalls hatte ich von da an nicht mehr den Berufswunsch Mireille Mathieu zu werden. Es hat sich ganz, ganz furchtbar angehört, ich war traumatisiert!
Das ist – oder war die Kellerwerkstatt meines Vaters. Dort hat er in den Siebzigern mit seiner Combo geprobt, Tonleitern geübt und herumgebastelt und gewerkelt. In alten Schränken bewahrte er Noten für verschiedene Instrumentierungen und seine Instrumente. Seine Klarinette, seine Trompete und sein geliebtes Selmer-Saxophon. Auch ein Horn sieht man auf einem Foto an der Wand. Und an der Decke baumelt die Ledertasche mit der Mandoline meiner Mama. Darauf hat sie aber nur in ihrer Jugend gespielt. Die Fotos sind vom Juli 2021, nach seiner Beisetzung aufgenommen. Ich ging noch einmal auf Entdeckungsreise. Hier unten war er ungestört, zurückgezogen. Ich habe dort manchmal heimlich Schule geschwänzt. Die Schränke sind meist aus den Fünfziger Jahren, manche selbst von ihm gebaut. Dort unten ist ein ganz eigener Geruch, nicht typisch Keller, sondern nach alten Noten, altem Holz und Instrumentenkoffern. Eben nach meinem Vater.
War warm vorgestern. Bevor ich los bin zum Kino. Dort verabredet mit Jenny, Saskia und ihrer Freundin Maria. An einem Tisch im Café vom Kino saß schon unverkennbar Lily Brett, in einem Tupfenkleid und Turbanhut, die New Yorker Schriftstellerin, von der ich vor etwa zwanzig Jahren eine Reihe Bücher las. Saskia hatte die Idee zur Vorstellung einer Verfilmung eines ihrer Bücher zu gehen, das ich recht bewegend in Erinnerung hatte. Der Mann von Lily Brett, der Maler David Rankin war auch mitgekommen und ihre beiden Enkelkinder. Ich ging nach hinten durch zum Kino und kaufte mir zwei Getränke und hielt Ausschau nach meiner Verabredung. Draußen stand Jenny alleine. Mit ihrem Smartphone checkte sie aus, dass die anderen beiden keineswegs zu spät kamen, sondern schon drin waren und vier Plätze freihielten. Es war komplett voll. Die kleine, zarte Lily Brett war für viele in den hinteren Reihen gar nicht zu sehen, ich sah sie manchmal durch eine Lücke zwischen den Köpfen. Sie begann zu lesen, nachdem das leise Mikrophon etwas besser eingestellt wurde, aber nicht aus dem Buch, dessen Verfilmung wir sahen, „Zu viele Männer“, sondern aus „Lola Bensky“. Sie hat eine etwas dunklere, sympathische Stimme, eher zurückgenommen, unaufdringlich. Das Kapitel handelte vom Tee mit Mick Jagger, zu dem sie in den Sechzigern als Reporterin eines Rockmagazins geschickt wurde.
Der Zusammenhang zum danach gezeigten Film bestand darin, dass ihr Vater im autobiographisch angelegten Film beim Besuch in Polen den Leuten gegenüber damit prahlt, dass seine Tochter berühmt sei, was ihr unangenehm ist und sie immer richtig stellt als, dass sie zwar berühmte Leute interviewt, aber selber nicht berühmt ist. Letzteres hat sich für Lily Brett aber seit geraumer Zeit doch eingestellt. Sie ist nun Ende Siebzig und in sehr guter Form.
Eine ganz sympathische, fast schüchtern wirkende Frau mit einem sehr hintersinnigen Humor. Saskia hatte drei Bücher zum Signieren mitgebracht, davon hat ihre Freundin Maria Fotos gemacht. Sind schön geworden. Meine von der Lesung waren total verwackelt, aber danach beim Gespräch mit der ebenfalls sehr sympathischen Julia von Heinz, der Regisseurin des Films, der „Treasure“ heißt, habe ich ein paar ganz gute zustande gebracht. Auf dem Weg vom Kino ins Terzo Mondo sprachen wir über den Film, den alle sehr gelungen fanden, nur ich hatte ein bißchen das Empfinden, dass der Hauptdarsteller Stephen Fry sein komisches Talent einen Tick zu sehr ausgespielt hat, aber nur bis zu der sehr bewegenden Szene mit dem wiedergefundenen Mantel seines Vaters. Die Hauptdarstellerin Lena Dunham war absolut großartig. Wir fremdelten vorher alle etwas mit ihrer Besetzung, weil wir vom Erscheinungsbild eher eine Schauspielerin mit dem Aussehen von Lily Brett erwartet hatten, aber Lily war wohl früher schon etwas ähnlich. Im Terzo wartete schon Lydia mit Besuch aus Griechenland, wir setzten uns draußen in die laue Sommernacht, Windlichter auf den Mosaiktischchen und freuten uns, dass es noch alles auf der Speisekarte zu bestellen gab, es war immerhin schon kurz vor elf. Ich genehmigte mir die gegrillten Rotbarben mit Fenchel und Reis, danach das Tartufo. Leider Gottes leichtsinnig viel zu viel Wein, was ich gestern mit einem sehr schweren Kater büßen musste, der schöne Abend war es aber wert. Ein Glück muss man schon sagen, dass wir in Mitte, wo wir danach mit dem Taxi gelandet waren, kein offenes Lokal mehr entdeckten, es war wohl so nach Drei, sonst hätten wir bestimmt noch weitergemacht.
Autorin Lily Brett und Regisseurin Julia von Heinz am Samstag nach der Vorführung von „Treasure„, der Verfilmung von „Zu viele Männer„, im Klick Kino in der Windscheidstraße in Charlottenburg.
Vorführung von „Treasure„, der Verfilmung von Lily Bretts Buch „Zu viele Männer“, in Anwesenheit der Regisseurin Julia von Heinz und Lily Brett, die davor las und danach mit Julia von Heinz sprach.
Das gute Stück… in der Kellerwerkstatt meines Vaters. Vor vier Jahren entdeckt und verewigt. Ich zeige auch noch Fotos von dem geöffneten Koffer. Ich hab noch den Geruch in der Nase, eine ganz bestimmte Mischung aus Leder und Metall und alten Zeiten.
Unten am Gipsdreieck spielt ein Saxophon-Trio/Quartett (?) Sway von Dean Martin, ohne Gesang. Schön. Balkontür weit auf, heute sehr angenehmes Wetterchen. Saxophon ist jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsinstrument, aber dieses Mehrstimmige ist richtig schön. Mein Vater hat ja Saxophon gespielt und unseren Haushalt mit Tonleiter-Übungen strapaziert. Aber wenn er dann richtige Melodien gespielt hat, hatte er einen sehr gefühlvollen, warmen Ton auf seinem Selmer-Saxophon. Ich hab es geerbt, ist immer noch in seinem Musikkeller im Elternhaus. Müsste man eigentlich mal in gute Hände weitergeben, das gute Stück. Die Jazz-Legenden Sonny Rollins, Stan Getz, Coleman Hawkins, Dexter Gordon und John Coltrane spielten Selmer-Saxophone. In meiner Familie gibt es keinen Saxophonisten. Mein Neffe Valerian spielt Klavier, Gitarre und Bass, aber keine Blasinstrumente… Hab damals nach der Beisetzung im Juli 2021 Fotos von seinem Keller gemacht, in dem mein Vater seine Noten und Instrumente und seine Werkzeuge und seine Werkstatt hatte. Seine „Man Cave“. Habe ich nie gezeigt, diese Fotos, es hat mich zu sehr berührt. Aber jetzt könnte ich sie verarbeiten. Ich glaube, es ist ein Tenor-Saxophon. Er hatte auch eine Klarinette und eine Trompete. Aber das Selmer-Saxophon war sein Hauptinstrument, sein Herzstück.
Bin verliebt in dieses kugelige Nest. Was für eine Kostbarkeit. War mir nicht sicher, ob das so aussieht, bevor sich die Blütendolde entfaltet oder danach. Auf einer Seite mit einem Pflanzenportrait der Wilden Möhre lese ich: „Wenn nach der Blütezeit die mit Stacheln besetzten Früchtchen der Wilden Möhren reif werden, krümmen sich die Doldenstrahlen zu einem Nest zusammen.“ Also wohl doch danach. Jetzt kann ich es ja den ganzen Sommer lang beobachten. Die Wilde Möhre blüht vom Juni bis zum September.
Wilde Möhre auf dem Balkon. Leider nicht wild hier bei mir so schön gewachsen, sondern auf einer wilden Wiese in einem sonnigen Hinterhof auf einem Grundstück zwischen Fasanen- und Kantstraße. Heute Mittag entdeckt. Da die Wiese sicher bald wieder gemäht wird, habe ich sie sozusagen vor dem Sensenmann gerettet. Ich hoffe, sie fühlt sich wohl und genießt den Sommer auf meinem Balkon. Dank Internet-Bildersuche hab ich rausgekriegt, was das überhaupt ist. Da hängen unten aber keine orangen Möhrchen dran, nur ganz normales, aber kräftiges Wurzelwerk.
Mitte, 21.50 Uhr, jetzt noch 32 Grad. Schon moderater, fünf Grad weniger. Ich habe es heute ganz gut hingekriegt, nur ein paar Minuten in der dicken Hitzewand zu stehen, das war auf dem Bahnsteig am Bahnhof Zoo um 17.45. Da musste ich drei Minuten auf die nächste S-Bahn warten, dort ist es wirklich unglaublich, immer. Wie im Backofen ohne Luftzug. Auf dem Bahnsteig ist ein kleiner, gläserner Backshop mit belegten Brötchen und Kaffee. Die Tür stand auf, ich bin hin, dachte, der hat da drin irgendeine Kühlung und bei der offenen Tür merkt man was davon, bin so halb hinein und frage den Backshop-Verkäufer, ob da eine Kühlung ist – ich meine die Salamibaguettes bräuchten das ja schon. Er schüttelt den Kopf, sagt: „Nein. Zweiundvierzig Grad!“ Ah… so fühlen sich 42 Grad an, okay. Puh. Dann kam schon die S-Bahn, da war ein Lüftchen vom Fahrtwind, das mich ausnahmsweise gar nicht gestört hat, sonst bin ich eine Zimperliese mit Zugluft. Dann am Hackeschen raus, im Schatten gehalten, zur Rosenthaler und fluchs runter in den Edeka. Schön gemächlich eingekauft. Wieder nach oben, Rosenthaler überquert in die schattigen Rosenhöfe, Ausgang Sophienstraße, im Schatten rüber in die Sophie-Gips-Höfe, weiter im Schatten, an der Joachimstraße raus, linke Straßenseite im Schatten gehalten, Auguststraße, Haustür auf – gleich mindestens zehn Grad kühler. Bei mir hier oben gehts auch, seit heute Morgen alles abgedunkelt, teilweise drei Rollos übereinander zugezogen. Am meisten bringen die Außenrollos zum Gaubenbalkon, dann heizen sich die Glasscheiben nicht so auf. Alle Blumen gegossen und die Balkontür ein bißchen auf. Jetzt kalter Silvaner vom Staatl. Hofkeller Würzburg – Empfehlung!
[ „Ich hab schon viel gesehen, mich wundert gar nichts mehr – vielleicht der Kontakt mit nackt ‚gewordenen‘ Komponisten“ sagt Mann, älter, ca. Anf. 50) (sieht Frau zu, die „Dessertbällchen“ rollt in gehackten Nüssen, vorher in einer Vanillecreme + noch eine Teigkugel darunter… [senkrecht links] = wohl eine Kopie/Plagiat/Fälschung einer Schweizer Spezialität, ähnlich wie Giotto [senkrecht rechts] Nacht v. 30.6. auf 1.7.2025 ]
Notiz von heute früh. Hatte deutlich diesen Satz beim Aufwachen im Kopf. Was nackt ‚geworden“(?) speziell zu bedeuten hat, wird nicht zu eruieren sein. Womöglich eine metaphernhafte Andeutung im Sinne von „Des Kaisers neue Kleider“? Die Bemerkung könnte sich auch direkt auf die Konditorin bezogen haben, die jene „Schweizer Spezialität“ nachgemacht hat. Mir ist noch dunkel in Erinnerung, dass sich ihr Imitat wohl besser als das Original verkauft hat, und zwar wegen ihrer kleinen, selbst kreierten Abweichung von der Originalrezeptur, dass Sie nämlich die Teigbällchen zusätzlich vor dem Ummanteln mit den gehackten Nüssen in eine Vanillecreme getunkt hat. Die Bällchen waren größer als z. B. die bekannten Giotto-Kugeln, ungefähr 5 cm Durchmesser. Der kommentierende Herr wirkte sehr gebildet, akademisch, hätte auch bei der Bachmannpreis-Jury mitmachen können. Man muss sich mal vorstellen, der Zettel wäre nicht von mir, sondern würde von Ingeborg Bachmann stammen. Das wäre ein Schmankerl für die Literaturwissenschaftler und Hobby-Psychologen! Man denkt direkt an einen versteckten Hinweis auf Bachmanns unglücklicherweise (oder glücklicherweise?) platonische Freundschaft mit dem Komponisten Hans-Werner Henze, den sie eventuell dennoch irgendwann im Zuge des sporadischen Zusammenlebens einmal gesehen hat, wie Gott ihn schuf. Der sprechende Herr könnte auch eine Projektion von Bachmann sein, der sie lebenslang stark beschäftigender Vater. Ob es in irgendeinem Kanton so eine Schweizer Spezialität gibt, konnte ich nicht herausfinden. Aber ein ganz klarer, deutlicher Hinweis auf die niemals verwundene Trennung von Max Frisch!
Happy Birthday in Heaven, Mama. Foto: Grado, 17. August 1961.
Heute vor einem Jahr haben wir zum letzten Mal miteinander gesprochen, an ihrem letzten Geburtstag auf Erden. Wir sprachen auch von der kleinen Reise nach Grado, als sie noch nicht verheiratet war. Eine Tagesfahrt, die in Velden am Wörthersee losging. Gestern, am Sonntag, wachte ich gegen 10.15 Uhr auf, machte den Fernseher noch vor dem Duschen an, weil ich nicht im Kopf hatte, wann die Preisverleihung vom Bachmannpreis auf 3sat losging. Die Lesungen starteten immer um 10 Uhr. Der Fernseher zeigte statt der Preisverleihung (die erst um 11 anfing) Bilder aus Grado. Ich hatte noch nie eine Dokumentation über diesen Ort gesehen und dachte sofort an Mama und ihre Reise im August 1961 dorthin, an die schönen alten Fotos. Ich sprang schnell unter die Dusche, beeilte mich extra, um möglichst wenig zu verpassen, mir fehlten schon zwanzig Minuten. Dann dachte ich, kann man ja auch in der Mediathek nachholen, den verpassten Anfang. Aber leider wurde der Film, der „Sehnsucht nach Grado„ heißt, nicht eingestellt, er ist auch sonst nirgends im Internet verfügbar. Schade. Es wurde viel zur Geschichte des Ortes an der nördlichen Adriaküste erzählt, vor allem, welche große Bedeutung er in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts für Sonnen- und Meeres-hungrige Österreicher hatte. The Place to be, ein Hotspot.
Mir ist außer Mama nie jemand begegnet, der dort gewesen wäre oder davon erzählt hätte. Das schöne alte Werbeplakat mit der Beschriftung SEEBAD GRADO – ÖSTERREICHISCHES KÜSTENLAND ist 1906 erschaffen worden, vom dem Maler und Werbegrafiker und Wiener Secessions-Künstler Josef Maria Auchentaller, der mit seiner Frau Emma 1903 nach Grado ausgewandert war und mit ihr dort die Pension Fortino eröffnete, was den Zustrom von Reisenden aus Wien nach Grado sehr beförderte. Damals gehörte Grado zum habsburgischen Kaiserreich, daher „Österreichisches Küstenland“. Im Wikipedia-Eintrag zu Grado steht es dann ganz genau, auch dass mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges die Zeit der österreichischen Riviera vorbei gewesen sei. Aber 1961 war es scheinbar in Kärnten immer noch en vogue nach Grado in die Sommerfrische zu reisen. Wie Mama.
„(…) Ich war einfach wach. Nur unser Ruinen-Freund schwatzte viel, und wenn man zuhörte, sogar ganz interessant; von Tolteken, Zapoteken, Azteken, die zwar Tempel erbaut, aber das Rad nicht gekannt haben. Er kam aus Boston und war Musiker. Manchmal ging er mir auf die Nerven wie alle Künstler, die sich für höhere oder tiefere Wesen halten, bloß weil sie nicht wissen, was Elektrizität ist. Schließlich schlief ich auch.“
In der Wohnung, im Wohnzimmer. Während der dritte und letzte Lesetag vom Bachmannpreis auf 3Sat läuft, jetzt der letzte lesende Autor, dazu Eiscafé. Vorher eine Naht von Hand repariert. Beim Bachmannpreis sind heuer sogar eine 54-jährige und ein 60-jähriger angetreten. Das hat mich überrascht, mir kommt es vor, als wären früher alle Kandidaten weitaus jünger gewesen, so dass ich vielleicht verinnerlicht hatte, dass es eine Altergrenze gäbe. Für mich war kein Text dabei, der mich neugieriger auf mehr gemacht hätte. Kein neuer Max Frisch, keine neue Bachmann, wenn auch Ansätze von Bachmann darunter. Am weitaus sympathischsten war mir die Vortragsweise und unprätentiöse Art von Sophie Sumburane, wobei ich auch bei ihrem Text wegdriftete, die Konzentration verlor. Auch gibt es wohl Schlüsselbegriffe, die auf Szenario und Setting verweisen, die mich sofort aussteigen lassen. Zum Beispiel das Setting einer Konstellation von Müttern mit Kleinkindern und deren Herausforderungen im Alltag. Und und und. Es bleibt nicht so viel übrig, wenn ich die dargebotenen Themen- und Lebenswelten betrachte, die literarisch verhandelt wurden. Aber das ist mein ganz, ganz persönliches Luxusproblem.
Heute ein dereinst historisches Datum im Ingeborg Bachmann-Universum. In Klagenfurt wurde ihr Elternhaus in der Henselstraße nach mehrjährigen Planungen und Umbau als das Ingeborg Bachmann Museum eröffnet. Und ich war dabei! Allerdings nur gedanklich und virtuell, terminliche Verpflichtungen hielten mich in Berlin fest. Ursprünglich war die Eröffnung schon für das vergangene Jahr geplant, zum Geburtstag von Bachmann, der sich übrigens im nächsten Jahr zum hundertsten Mal jährt. Die Ankündigung, dass das Haus ihrer Kindheit und Jugend in Klagenfurt ein ihr gewidmetes Museum mit ihrem Nachlass, wie z. B. ihrem Mobiliar aus ihrer letzten Wohnung in Rom und persönlichen Gegenständen, dem Schreibtisch und Kleidung werden soll, hatte ich interessiert zur Kenntnis genommen und immer einmal recherchiert, wann es soweit sei. Aber die Berichterstattung kam nach dem Verkauf an die Privatstiftung Kärnten ins Stocken. So wandte ich mich an das Robert-Musil-Museum in Klagenfurt, das mit dem Umbau zum Museum kuratorisch betraut war. Der Leiter des Museums Heimo Strempfl wusste noch im Januar vergangenen Jahres nichts Konkreteres und gab mir die Kontaktdaten der Chefkuratorin Katharina Herzmansky, der die Verantwortung übertragen worden war. Am 9. Februar 2024 antwortete sie mir wie folgt:
„Sehr geehrte Frau Nielsen,
vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an dem künftigen Ingeborg-Bachmann-Haus in Klagenfurt. Die Umsetzungsarbeiten laufen, der Eröffnungstermin wird entsprechend Projektplan zeitnah fixiert. Wir dürfen Ihre Anfrage in Evidenz halten und zeitgerecht informieren.
Freundliche Grüße Katharina Herzmansky“
Mag.a Katharina Herzmansky Förderungen Literatur, Wissenschaft und slowenische Kulturinitiativen AMT DER KÄRNTNER LANDESREGIERUNG Abteilung 14 – Kunst und Kultur 9021 Klagenfurt am Wörthersee, Burggasse 8
Hauptsächlich copypaste ich diese alte E-Mail wegen dieser ganz reizenden Wendung „Wir dürfen Ihre Anfrage in Evidenz halten“. Das hat doch k.u.k.-Qualität! Gerne möchte man dieser Art korrespondieren!
Lange Vorrede, kurzer Sinn: in der Mittagspause des heutigen zweiten Lesetages des Bachmann-Preises, der von 3Sat live übertragen wird, aber auch vom ORF im Internet gestreamt, war Katharina Herzmansky zu Gast und sie hat mir einen guten Eindruck gemacht. Speziell charmant auch der völlig gleichartige Duktus der Sprechweise, die man von Ingeborg Bachmann kennt, auch ein bißchen das Aufgeregte. Sehr sympathisch. Nun ist sie die Leiterin des neuen Bachmannmuseums in der Henselstraße. Im nachfolgend verlinkten Gesprächvon heute Mittag erzählt sie vom Umbau und man erhält auch einige filmische Einblicke. Der Einladung zur feierlichen Eröffnung im Rahmen des Hensel-Straßen-Festes kann man entnehmen, dass auch eine Rose zu ihren Ehren gepflanzt wurde. Einige aktuelle Fotos von heute habe ich auch schon gefunden. Die Geschwister von Ingeborg Bachmann, Heinz Bachmann und Isolde Moser waren auch zugegen. Es war ja auch einmal ihr Elternhaus. Ich habe schon Pläne, es zu besuchen, aber eher später, nicht im Juni oder Juli, auch nicht zur potenzierten Aufregung zum hundertsten Geburtstag. Irgendwann dazwischen, ganz unauffällig und diskret.
„Mit der Zeit war auch für Marianne ein Leben in Berzona vorstellbar. Es war Anfang Mai 1965, als sie ins Tessin zogen. (…) Für die Einheimischen blieben sie Städter. Neben Anderschs und dem Typographen Jan Tschichold, der 1933 in die Schweiz geflüchtet war, hatte auch Golo Mann ein Haus in Berzona. Bei der ersten Einladung beichtete Frisch, er habe zu seiner eigenen ‚Schande‘ Thomas Mann nie besucht. Dabei vertraute ihm Adorno öfter an, der Meister habe nur darauf gewartet, dass Frisch sich melde und einmal nach Kilchberg komme. Frisch ging lediglich zu Thomas Manns Beerdigung, hatte immerhin einiges vom Dichterkollegen gelesen, aber ihm fiel wenig dazu ein, und er wusste nicht, was er mit Thomas Mann hätte reden sollen. Zu seiner Überraschung stieß er bei Golo Mann auf Verständnis, der mit dem unvergesslichen Satz geantwortet haben soll: „TM war nicht ergiebig.“ Allerdings hielt Frisch auch Thomas Manns Sohn auf Distanz, was Marianne bedauerte, denn an den wenigen gemeinsamen Abenden und bei mindestens einer Wanderung in den Sechzigerjahren genoss sie den unterhaltsamen und witzigen Golo Mann, der sich als Konservativer seinerzeit nicht näher zu Frisch und seinen Büchern hingezogen fühlte. Ihm missfiel, wie Frisch in dem bescheidenen Tessiner Dorf seinen luxuriösen Lebensstil mit Jaguar und Swimmingpool zur Schau gestellt habe. In seinem höher gelegenen Haus litt er zudem unter Wassermangel, wenn Frisch zu viel für seinen Pool verbrauchte.“ Julian Schütt, „Max Frisch – Biographie einer Instanz“, S. 225 – 227
Fotos: Max Frisch im Pool Berzona 1968: Renate v. Mangoldt, Max Frisch und sein Jaguar 1885: Karin Pilliod, Max Frisch und Golo Mann Rüschlikon 1968: Pia Zanetti
In der Nacht vom 16. zum 17. Juni war ich wieder einmal nachtaktiv und schaute mir wie hypnotisiert dreissigtausend Kissenbezüge auf Amazon an, es mäanderte zwischen meditativ, bekifft und auf Trip. Ich bin ja stark empfänglich für Farben und Formen. Vier Modelle landeten im Einkaufskörbchen, darunter dieses abgebildete Exemplar. Ich hatte im nächtlichen Einkaufsdelirium nicht gesehen, dass es sich um einen US-Import handelt. Als ich nun vorhin den Zustellstatus checkte, hieß es „beim Zoll angekommen“. Au weia – ich wieder nicht auf dem Laufenden, was die aktuellen Zollbestimmungen angeht, gegoogelt, wann Zoll anfällt. Ist keine Gefahr, da Warenwert weit unter 150 € und zudem habe ich ja als Privatkunde geordert. Ich hoffe, dass die Einfuhrumsatzsteuer schon im Preis drin war. Der Versandstatus liest sich fast aufregender wie ein WM-Fußballticker.
Dass ich bei der Anmerkung „beim Zoll angekommen“ in Habachtstellung war, lag daran, dass ich vor vielen Jahren mal – auch über Amazon – ein Potpourri von Klamotten, also verschiedene aparte Kleidungsstücke aus einem afrikanischen Land bestellt habe, ohne mich um die Information zu kümmern, dass Einfuhrzoll anfallen kann. In dem Fall war ich über einem Grenzbetrag für zollfreien Import und wurde zum Zollamt oder wie das heißt, nach Schöneberg geladen, um das Paket dort entgegenzunehmen und natürlich den anfallenden, durchaus beträchtlichen Zoll zu bezahlen. Meiner Erinnerung nach so um die 70 Euro. Es war eine Riesenaktion, als hätte ich ein Visum für einen fernen Kontinent zu beantragen. Man bekam eine Wartenummer und stand in einer Schlange und alles dauerte ewig. Als ich dran war, wurde das Paket geöffnet und der Inhalt begutachtet. Das wurde mit allen Paketen gemacht. Stelle ich mir jetzt nicht so angenehm vor, wenn man zum Beispiel Sexpielzeug bestellt hat oder Waffen. Bei mir warens nur ca. 5 oder 6 textile Teile, alle aus dem gleichen sehr schönen afrikanischen Stoff von einer Kooperative genäht. Jedenfalls war das mein einziges Rendezvous mit dem Zollamt, da beim alten RIAS-Gebäude und ich lege keinen Wert darauf, dem ein weiteres Date hinzuzufügen.
Zustellung: 2. Juli
Mittwoch, 25. Juni 0:06 Zollabfertigung abgeschlossen. AMSTERDAM, AMSTERDAM NL
Montag, 23. Juni 0:01 Paket ist unterwegs. Flug mit Paket ist eingetroffen. AMSTERDAM, AMSTERDAM NL
Freitag, 20. Juni 23:23 Paket ist unterwegs. Flug mit Paket ist abgereist. AMSTERDAM, AMSTERDAM NL
Donnerstag, 19. Juni 8:27 Sendung hat das Verteilzentrum verlassen. Carson, CALIFORNIA US
8:26 Sendung ist beim Verteilzentrum eingegangen. Carson, California US
1:46 Das Paket hat einen Amazon-Standort verlassen. Buena Park, CALIFORNIA US
Mittwoch, 18. Juni 10:12 Das Paket ist an einem Amazon-Standort eingetroffen. Buena Park, CALIFORNIA US
Dienstag, 17. Juni Paket hat die Einrichtung des Versandunternehmers verlassen
P.S. Hier die aktuellen Zollbestimmungen für US-Importe: Für Waren mit einem Wert über 150 Euro wird Zoll fällig, wobei der Zollsatz je nach Art des Textils variiert (z.B. 12% für Bekleidung). Für Waren mit einem Wert bis 150 Euro entfällt der Zoll, aber die Einfuhrumsatzsteuer ist trotzdem zu zahlen. Sendungen mit einem Wert von bis zu 1.000 Euro können bei privater Nutzung und ohne gewerbliche Absicht zollfrei sein laut Zoll.
„We sometimes have this image of ourselves and we’re keepin up with the Joneses and we’re just not in touch who we really are, so for me it was just get back into the garden. Get back into the garden, get your hands dirty, feel the earth and grow some vegetables and get obsessed and distracted by important things in nature and then see what happens after that. You know, when you start thinking your own thoughts again – cause we are thinking other people’s thoughts most of the time, cause we are just inundated – and I think that doesn’t feel good – it’s kind of nice to be in touch with your own thoughts and feelings.“
Status quo, Freitag vor dem Aufbruch zur Galerie. Heute daheim die exzellent abgeschottete Wohnung auskosten, textilfrei. Draußen 33 Grad. Traumhaft niedrige Luftfeuchtigkeit, nur 18 Prozent, wunderbar. Schade, ich habe beim Einkaufen am Donnerstag Nachschub Vanille-Eiscreme vergessen. Dann gibt es jetzt stattdessen Sahnequark mit Pfirsichschnipseln. Auch sehr gut.