
Das landete gestern auf meinem Schreibtisch. Es handelt sich um das Resultat einer praktischen Zwischenprüfung für Köche. Der Auszubildende hat auf jeden Fall ein Händchen fürs Anrichten gezeigt. Ich bekomme hin und wieder das Angebot, die Ergebnisse zu verspeisen. Gestern wollte ich wieder einmal Lamm probieren, was mir in neun von zehn Fällen weniger zusagt. Aber nicht wegen der mangelhaften Zubereitung, eher wegen des Aromas, das die Fleischsorte mitbringt. Eigentlich habe ich von den überschaubaren Versuchen nur eine Verkostung in Erinnerung, wo ich überrascht und angetan war. Es war ein Osterlämmchen in einem Restaurant am Savignyplatz. Gestern habe ich den Teller gewählt, auf dem am wenigsten Fleisch war. Der kam dann mit Polenta, auch kein Favorit von mir. Aber die Prinzessbohnen waren recht gut. Die Spargelcremesuppe mit der dekorativen Basilikumöl-Verzierung ebenfalls. Ich glaube, das Öl war nicht im sogenannten Warenkorb, nur die wesentlichen Bestandteile, bin mir aber nicht sicher. Grundsätzliche Kochzutaten wie Gewürze und Öle oder Speisestärke und Mehl sind in den Prüfküchen immer vorhanden und dürfen verwendet werden. So ein Azubi bekommt zwei Wochen vor der Prüfung die Bestandteile von zwei Warenkörben mitgeteilt und die Prüfer bestimmen dann einen davon (der erst am Tag der Prüfung bekannt gegeben wird), aus dessen Zutaten die Kandidaten am Ende des zweiten Lehrjahres ein zweigängiges Menü mit Vorspeise und Hauptgang kreieren müssen. Erst in der Abschlussprüfung am Ende des dritten Lehrjahres muss außerdem ein Dessert zubereitet werden. Gestern schon ein wenig vermisst.