
Noch drei Bilder von Freitag, nach dem Besuch in der Galerie war ich ein wenig sentimental. Wegen Rosa. Und auch Elfi Mikesch, und der so schnell verrinnenden Zeit. Sie ist jetzt 85 und noch da. Als ich ihr vor achtzehn Jahren bei Rosa begegnete, war sie 67. Ich war Anfang Vierzig, jetzt hab ich auch eine 6 vorne. Ein paar Wimpernschläge und die Zahl ändert sich wieder. Die blöden Zahlen. Sicher hat jemand zu Beginn ihrer Ausstellungseröffnung eine Ansprache gehalten, die ich versäumte, weil viel später erst vor Ort. Bei der diesjährigen Berlinale hat sie einen Preis für ihr Lebenswerk erhalten. Den Ehrenpreis der Deutschen Filmkritik. Irgendwie fand ich, sie hätte in der Galerie auf einem unübersehbaren Thron sitzen müssen und Hof halten. Das ist platzmäßig dort leider nicht möglich. Und sie ist auch keine Rampensau, wirkt im Hintergrund. Es machte mich dennoch melancholisch, dass sie so unscheinbar ganz hinten war. Ich habe aber ein paar Gruppenbilder gesehen, da wurde sie in die Mitte genommen und strahlte zufrieden. Das war sehr schön zu sehen.

Nun schon wieder Sonntagnachmittag, gab wieder Sonne, wieder am offenen, sonnigen Fenster spät gefrühstückt. Für den Balkon ist es mir noch nicht warm genug. Bisschen geräumt, sich auflösenden Bilderrahmen geleimt, Bild wieder in den Rahmen mit ovalem Doppelpassepartout eingesetzt, bevor es wieder seinen Platz auf dem Kleiderschrank im Flur einnimmt, neben den blauweißen Deckelvasen aus China, aus Bodrum und sonstwoher. Wenn es etwas zu leimen gibt, haben sich meine Chrom-Hanteln als Beschwerung bewährt. Habe ich die jemals ernsthaft für den eigentlichen Zweck verwendet…? Ich kann mich nicht erinnern, vielleicht anfangs ein paar wenige Male, als sie neu waren. Und als ich im Ellenbogengelenk einen Golf- als auch Tennisarm hatte (obwohl ich beides nicht spiele), empfahl mir der Physiotherapeut, der aussah wie Clark Kent, die Hanteln zu benutzen. Bin dem aber kaum nachgekommen, ist auch ohne Hanteln wieder geworden. Die Kartoffeln auf dem Herd sind durch, ich mache mir jetzt einen Kartoffelsalat. Übrigens schäle ich Kartoffeln nie, mich stört die Schale beim Essen nicht. Sollen sich auch Vitamine drin verstecken. Prise Salz, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, Mayonnaise, gewürfelte rote Zwiebel und paar Cornichons. Fertig.

Ach ja, die Zeit…! Sie ist gnädig und zugleich grausam…! – Habe ich doch „eben noch“ schöne versteckt erotische Telefonate mit feinem Humor als kostbares Geschenk empfangen dürfen, sind sie so ganz allmählich und still und heimlich soo schal geworden!! – Einfach nur traurig…. SIE gereichen mit Ihrer wunderbaren Mütze und auch überhaupt… dem heutigen Frauentag sehr zur EHRE!! CHAPEAU!!
Hoppla….! Frauentag – kaum ist er nicht unter der Woche, krieg ich ihn nicht mit… uiuiui – dabei war Berlin doch early adopter in Sachen Frauentag als Feiertag. Wünsche allen einen schönen, den Herren auch, die heute hoffentlich alle eine Gedenkminute einlegen und sich bewusst sind, dass ihr Erdendasein ohne weibliche Kräfte sterbenslangweilig wäre. Was mit Sicherheit auch die Gay Community, genderunabhängig, unterschreibt.
Ich vertraue übrigens darauf, dass das amouröse Element im Leben einer Art Biorhythmus unterliegt, zwar nicht komplett altersunabhängig, aber es zeigt sich in Wellen. In der Talsohle neigt man dazu, manches für abhanden gekommen zu halten. So lange man atmet, lebt auch der Eros in einem, ob in Phantasien oder echten Begegnungen.
Sebastian Rogler
Oh Gott im Himmel! M a y o n n a i s e !
Gaga Nielsen
Ich bin da recht undogmatisch. Durchaus habe ich auch schon Varianten ohne Mayonnaise verkostet, die fand ich aber nie ähnlich delikat wie mit. Habe ich frische Kräuterchen oder ein Äpfelchen bei der Hand, kommt das auch hinein. Aber auf keinen Fall Speckwürfel oder Essig und Öl. Ich liebe Mayonnaise. 
Haha, ist das ein Politikum im Schwabenländle, ich meine Gotteslästerung, Sakrileg?
P.S. gerade gelesen, dass tendenziell die ost- und norddeutsche Küche Kartoffelsalat mit Mayonnaise macht, die süddeutsche Küche, so auch Baden Württemberg und Bayern eher nicht. Ich bin in Bayern aufgewachsen und kannte Kartoffelsalat nur von meiner Mama und Oma und die hatten böhmische Küche im Blut, da gibt es auch Kartoffelsalat mit Mayonnaise. Das entschuldigt mich ja alles hoffentlich!
Sebastian Rogler
Entschuldigung? Nein! / Mayonnaise ist Fischkopf! Empfehle wie immer das Bratwursthäusle in Nürnberg nächst der Sebalduskirche, ebenda 6 mit Kartoffelsalat, welcher dort meist ziemlich gut ist. Der beste K-Salat hingegen wird von Frieda zubereitet, einer alten Frau hier im Waldranddorf. Zudem: Wie Du ja weißt hat einer meiner Vorfahren (Michael Rogler, direkte Vorfahren-Linie) bereits um ca. 1635 als erster in Deutschland feldmäßig die Kartoffel angebaut. Ein bronzenes Denkmal im Flecken Pilgramsreuth nahe Wunsiedel erinnert noch heute an diese heldenhafte Tat. Nicht Wenige bezeichnen daher auch Kartoffeln als „Rogler-Früchte“, was mich natürlich mit bescheidenem Stolz erfüllt.
Gaga Nielsen
Hätte meine Mama die Augen verdreht, wenn man ihre böhmischen Rezepte so hinterfragt bzw. etikettiert hätte, sie die keinen blassen Schimmer von norddeutscher Küche hatte (*Blick nach oben*)
Oh! Ich ziehe mich demütig zurück und sage nichts mehr, aber lasse mich gerne Fischkopf titulieren
Guts Nächtle!