Lasse mich etwas müde mit GNTM berieseln. Gestern Abend auch keine großen Taten mehr vollbracht – aber: der Schrank steht wieder an der Wand, noch weitgehend leer. Schiebetüren noch nicht eingehängt, nur den Einlegeboden mit der einen Stange und die andere Stange. Teppichboden im Flur gesaugt. Muss ja auch immer Essen kochen, Kräfte sammeln, essen, trinken, nachdenken, was man Lesern zumuten kann. Gerade waren die beiden Geschäftsführerinnen vom Label Kaviar Gauche in der Sendung. Da ging mir das Herz gar nicht auf, irgendwie steril von ihrer Art her, komische Vibes, unemotional, geschäftsmäßig. Dafür guckt man nicht so eine Sendung. Der Männercast fasziniert mich mehr. Bin gespannt, wie lange die ältere Schweizerin drin bleibt, die finde ich sehr sexy und ausstrahlungsstark. Ihr Akzent irritiert mich. Ist das typisch schweizerisch oder fließt da noch ein anderer Akzent ein? Irgendwie holprig. Ich nehme mir vor, wenigstens noch die Schachtel mit den Halstüchern in den Schrank zu räumen. Für meinen gestört-leistungsbezogenen Seelenfrieden von wegen Tagwerk. Fotos sind auch von der Backstage-Ausstellung bei Sevenstar. Gestern hat mir Chris Bellevue, ein Fotograf, der mehrmals dort war, Fotos geschickt, die er von mir gemacht hat, nicht die beiden hier, zeig ich noch. Passiert nicht so oft, dass mich ein anderer Fotograf so gezielt in Serie einfängt. Wir waren im Gespräch an der Stelle in der großen, langen Galerie, wo das von mir blattvergoldete Bodengitter ist. Ich erklärte ihm, was mir durch den Kopf ging, als ich das machte, da hatte er die Idee, Fotos von dem Teil im Boden und mir zu machen, was nur funktioniert, wenn man sich zu Boden begibt. Ich hatte Lust auf Bilder. Er machte einen Fehler nicht, der mich extrem befangen macht: er dirigierte nicht, machte keine Richtungs-Vorgaben, wie ich sitzen oder blicken soll, das machte mich lockerer als sonst, wenn sich eine Kamera auf mich richtet und brachte eine verspielte Seite hervor.

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