Wochenende. Goodbye Deutschland. Vorher beim Brutzeln wieder den Rauchmelder ausgelöst. Er funktioniert also immer noch. Kam in letzter Zeit häufiger vor, dass ich etwas mit dem gußeisernen Waffeleisen anrösten wollte, mich dann im Wohnzimmer oder Bad verzettelt habe und erst beim Alarm wieder erinnerte, dass ich da ja was auf dem Herd habe. Nach langen, anstrengenden Tagen sehe ich gerne Formate wie Goodbye Deutschland. Aber nicht jedes Reality Format gewinnt mich. Auch nicht alle Auswanderer, ich brauche immer eine gewisse Sympathie für die Mitwirkenden und das Land muss mich auch minimal interessieren. Heute geht es mal wieder um die kesse Maggie in L. A., die bei ihrer achten Schönheits-OP begleitet wird. Ihre Mutter mit osteuropäischem Akzent deutsch sprechend, ist extra angereist. Sie ist achtzig und weint viel, weil ihre Tochter so weit entfernt lebt. Also weint in die Kamera. Ich will das nicht wissen und nicht sehen. Ich hasse weinende, greinende, jammernde Angehörige, die ihren freiheitsliebenden und abenteuerlustigen Kindern und Enkeln mit vorwurfsvollem Blick die Verwirklichung ihrer Träume verschatten. Über Jahre. Da wird mir geradezu körperlich schlecht, ich kriege schlechte Laune. Hat auch mit déjà-vu zu tun, klar. Dabei halten die entfernten Abtrünnigen meist ganz artig Dauerkontakt via Videocalls und Telefon etc. Blödes Thema, ich höre nun auf damit.