Ich habe das Geheimnis recherchiert, wie Wim Wenders die Aufnahmen mit der Goldelse bei „Der Himmel über Berlin“ und „In weiter Ferne, so nah!“ hingekriegt hat. Das erzählte er in einem Interview mit der WELT. Die Schwarzweißfotos hier sind von mir und zeigen die echte Goldelse. Sie hat androgyne Gesichtszüge, könnte auch ein Jüngling sein. Das Modell von Wim Wenders sieht ein bißchen anders aus, die Pupillen kommen nicht so schön raus.

WELT: Wie haben Sie die Szenen auf der Siegessäule gedreht?

Wim Wenders: Für die Goldelse haben wir ein maßstabgetreues Modell gebaut, zumindest für ihren Oberkörper. Das stand für unseren Dreh auf einer Wiese irgendwo. (In Berlin gab’s ja damals freie und leere Flächen en masse.) Bruno Ganz und Otto Sander konnten bequem auf ihrer Schulter sitzen. Otto hatte aber Höhenangst, da war es ihm auch bei den fünf Metern schon ganz schön mulmig. Und dann mußte er auch noch runterspringen! Wir hatten tausend Pappkartons und Matratzen ausgebreitet, und laut unserem Stunt-Coordinator konnte bei dem Sprung absolut nichts passieren. Aber weil Otto so Angst hatte (umso mehr habe ich ihm angerechnet, daß er dann doch gesprungen ist), passierte dann das Unvermeidliche: Er hat sich den Fuß verknackst und ist in die einzige Ritze reingesprungen, die sich da zwischen all den Kartons versteckt hatte. Erst für den Nachfolgefilm fünf Jahre später, „In weiter Ferne, So nah!“ haben wir dann auf der echten Goldelse in luftiger Höhe gedreht. Aber da hatte Otto natürlich ein Double!

2 Antworten auf „17. Juli 2023

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