»(…) Barthes versteht die Fotografie als „eine Art kleines Götzenbild, vom Gegenstand abgesondertes eidolon“. Durch die Fotografie wird dem Fotografierten seine Sterblichkeit vorgeführt, denn für Barthes ist das Fotografieren mit dem Tod und dem Vergangenen behaftet. Barthes sieht die Fotografie als eine Erfahrung „im kleinen Ereignis des Todes“. So ist der Fotografierte, also der Referent, im Augenblick des Fotografiert werdens ein eidolon, also ein Schattenbild, ein Trugbild aus dem Totenreich. Die Fotografie ist als eidolon körperlos, erscheint aber in der Gestalt des Lebenden und ist mit dem fotografierten Objekt untrennbar verbunden. In ‚Die helle Kammer‘, Bemerkungen zur Photographie versucht Barthes das der Photographie „eigentümliche ´Wesen´“ zu erfassen. Dabei setzt er seine Versuche immer wieder ins Verhältnis zu seinem Körper und den eigenen Vorlieben. Ebenso schwingt in allen vorangegangenen Begriffsversuchen die Frage der Körperhaftigkeit im Wesen mit. Als einen weiteren Punkt lässt sich das Einfangen des Bildes beim Fotografieren verstehen. Das Aufnehmen mit der camera obscura verdeutlicht auf der einen Seite die Immaterialität und Ablösung des Bildes und auf der anderen eine eindeutige Zeitlichkeit. Letztere wird durch das Zitat „Was ich letztlich auf der Photographie suche, die man von mir macht, ist der Tod: der Tod ist das eidos der Photographie“ versinnbildlicht.«
https://barthesglossar.wordpress.com
http://youtube.com/watch?v=Qie5hR1aJgE&t=12s
http://en.wikipedia.org/wiki/Eidolon_%28apparition%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_helle_Kammer

Eine Antwort auf „27. Dezember 2016

  1. [ fb-Komm. ~ 27.12.16 ] I. W.
    Und du, was suchst du in der Fotografie?

    Gaga Nielsen
    gesteigerte Intensität der Erinnerung

    I. W.
    Aber ist es nicht gerade, was Barthes meinte, Fotografie =Tod der Erinnerung???

    Gaga Nielsen
    wenn ich ihn nicht so gut verstehen würde, hätte ich das nicht gepostet. Kein Widerspruch.

    P.S. er meint nicht den Tod der Erinnerung. Sondern die Bewusstwerdung der eigenen Vergänglichkeit, so verstehe ich ihn. Eine Form der Verarbeitung, Transzendenz, Akzeptanz. Komplexe Sache.

    I. W.
    Ja, denn Erinnerung ist immer ein Prozess…

    J. S.
    Guten Rutsch Gaga! (postet kleines animiertes Feuerwerk)

    Gaga Nielsen
    oh…Feuerwerk (wo bist du morgen?)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s