Opus 117 – Maria Schuster & Jovica Hendrix – „Who the fuck is Angelina“. Maria Schuster und Jovica Hendrix singen gemeinsam am 1. Juni 2016 im Rickenbackers Berlin ein Medley aus „Wicked Game“, „Weißen Leinen“, „Alles wird besser“ und „Angelina“, mit Herzblut und viel Vergnügen improvisiert,. Anlass war das dreijährige Jubiläum von Jovis Mittwochssession im Rickenbackers, musikalisch gefeiert mit befreundeten Musikern.

Opus 117

Maria Schuster & Jovica Hendrix „Who the fuck is Angelina“ 

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Vor zehn Jahren und zehn Tagen, am 17. September 2006, habe ich mein erstes digitales, mit „weltweit gesperrt“ ausgewiesenes Opus 1 auf youtube veröffentlicht. Die weltweite Sperrung* liegt an dem darin zu hörenden Medley, nicht weil ich so furchtbar gesungen hätte (nur ein bißchen), sondern weil dieser Audiotracker diverse Hits identifiziert hat, die für meine Karaokevorstellung aus dem off im Wohnzimmer herhalten mussten. Ein bißchen Jimi, ein bißchen Iggy. All along the Watchtower, Passenger. Das hat schon gereicht. Eines von vielen Experimenten mit mir selbst als Versuchskaninchen. Der Ton war ziemlich krachig, weil ich damals noch nicht wusste, dass bei digitalen Fotokameras die automatische Justierung zu den besten Tonergebnissen führt. Jedenfalls hatte ich bald Blut geleckt, da dieser erste Versuch zu nicht geringem Amusement bei meinen Bloglesern führte, die mich bislang nur von meinen Texten und Fotos kannten. Meine relativ lebhafte Mimik schien zu überraschen. Ein Leser meines Blogs – war er zumindest damals – kommentierte allen Ernstes (nicht auf yoiutube, sondern im Blog) dass er den Bildschirm geküsst hätte. Ich war dann doch seltsam berührt. Aber auch amüsiert. Eine etwas unerwartete Reaktion. Allerdings muss man erwähnen, dass er ein bißchen in mich verknallt war. Wie auch immer. Zehn Jahre digitaler Filmdokumente. Mal privat, mal weniger. Ach eigentlich immer. Selbst wenn ich Künstler, ob Musiker oder Schriftsteller oder Fotografen filmte, gab es immer einen privaten Bezug. Dass ich nur eine Verbindung zum Kunstschaffenden, um seiner Kunst willen hatte, war eher Ausnahme. Sei es Vera von Lehndorff, sei es Helge Timmerberg. Cosmic, Duke Meyer, Farin Urlaub. Wie sie alle heißen. Zuletzt Little Annie und Tom Adams waren da eher insofern eine Ausnahme, als ich sie erstmalig auf der Bühne sah und unmittelbar den Impuls hatte, sie im bewegten Bild einfangen zu wollen. Aber selbst da ergab sich im Nachhinein ein persönlicher Austausch. Und heute Opus 117. Ich gehe nicht ganz chronologisch vor. Die Aufnahmen von Opus 115 und 116 mit Karl und Saskia sind später entstanden als diese hier. Die hier verewigte launige Session im Rickenbackers, bzw. der Teil von „Wicked Game“ (ja, ich habe vorher auch eine Kleinigkeit weggeschnitten, aber das Schönste bewahrt), als Maria angeschubst von Jovica im Rickenbackers begann zu improvisieren, nachdem sie zwei, drei Strophen von Wicked Game und dem Refrain gesungen hatten, war am ersten Juni 2016. Es war eine Bombenstimmung,, wie man so schön sagt und auch mal gerne nicht Dabeigewesenen gegenüber übertreibt, aber die war da wirkllich. Habe ich auch darüber geschrieben, als ich die Bildstrecke veröffentlichte. Ist hier zu lesen. Ich glaube, Maria und Jovi müssen schon langsam gedacht haben, ich rede nur von dieser Aufnahme und mehr passiert nicht mehr. Oh nein, das wäre ein Irrtum – wie man sieht. Ich gehe nach Lust und Laune vor. Über Nacht, von heute auf morgen bin ich im Flow und nehme mir nach Monaten eine Datei vor und es ergibt sich alles in kurzer Zeit. Die oft schon sehr wackelige Kamera rührt daher, dass ich nebenher die ganze Zeit getanzt habe und mich dabei nur hin- und wieder in verhaltenen Bewegungen übte, damit überhaupt irgendeine fokussierte Aufnahme zustande kommt. Ich wollte mir diesen Spaß nicht nehmen lassen und wie betoniert am Bühnenrand stehen, um makellos wackelfreie Bilder zu bekommen. Das ist der Luxus, den ich mir erlaube. Keiner bestellt mich, ich agiere selten nach Vorgaben, völlig autonom, und auch nur, wenn ich inspiriert bin. Normalerweise hätte man den Anspruch, eine Bühnensituation mit mindestens drei bis sechs Kameras aus verschiedenen Perspektiven einzufangen. Ich mache so etwas wie hier gerne aus dem Handgelenk, ungeplant, mit einer. Aber dafür haben Sie auch die Möglichkeit der sehr realen Erfahrung, wie mein Blick wandert. Das ist rough. Und ein bißchen dirty. Ich mag das. Nicht die aufgesetzte Version davon…. „heute machen wir mal was, das so ein bißchen lasziv rüberkommt“ (… Schnute…. Hauchen… ). Nein. Nein. Nein. Ohne mich. Zuerst kommt das wahre Erleben. Und wenn es schön ist, ist der Lebensmoment im Recall für meine Aufnahme. So geht das bei mir. Gekürzt habe ich schon auch, das Ende wurde noch ordentlich ausgedehnt, aber das ist dann im Video auch irgendwann eintönig, wenn es auch musikalisch und atmosphärisch ein schöner Vibe war, hat aber für die laufenden Bilder dramaturgisch nichts mehr hergegeben, das die Sache intensiviert hätte. Ich habe jetzt beim Hochladen nicht angegeben, dass es nur für einen eingeschränkten, erwachsenen Personenkreis geeignet wäre. Ich weiß ja nicht, was Fünf- bis Zwölfjährige für Reimideen auf Tanz haben. Ich finde,man sollte die Kreativität im Umgang mit Sprache und Phantasie nicht beschränken. In keinem Alter. Da bin ich ganz streng. Hardlinerin.

*auf youtube gesperrt – nicht Vimeo

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