So vieles schon einmal durchdacht. Vor sechs Jahren schrieb ich einen Eintrag, der mir nachdem ich ihn im Blog gepostet hatte, passend schien, um ihn auf flickr im Profil als Text einzufügen. Seither ist er da. Er handelt davon, was in mir vorgeht, wenn ich jemanden erfasse. Innerlich und mit der Kamera. Er handelt von Projektion. Ich hatte in den letzten Tagen das Bedürfnis, meine timelinepostings auf facebook ins Archiv zu schieben. Ich habe nichts gelöscht, nur den Zugriff auf mich beschränkt und sie auch für mich nicht mehr auf der timeline sichtbar („hidden from timeline“). Es ist also leer geworden, bis auf eine ältere Fotografie, die meine Hand mit einer Kamera zeigt. Diese Kamera hat die meisten meiner Bilder auf flickr gemacht. Jetzt ist sie in einem Karton im voraussichtlich ewigen Schlaf, denn das Display ist kaputt. Ich habe mich so sehr daran gewöhnt, über das Display zu fokussieren, ich will nicht mehr anders. Über den Sucher ist es nicht dasselbe, ich kann nicht aus der Hüfte schießen. Und für Filmaufnahmen ist sie auch nicht mehr geeignet, sie kann kein HD und produziert ein Nebengeräusch beim Ton. Jedenfalls ist da jetzt nur noch dieses Hand-und-Kamera-Bild von 2012 zu sehen und ich beließ diesen Projektions-Eintrag, weil er etwas Wesentliches über mich erzählt. Er fand einen gewissen Zuspruch, was mich freute.

Aber in meinem Blog, meiner ersten virtuellen Heimat habe ich das noch nicht erzählt. Nachdem ich die Archivierung mit meinen externen Festplatten angegangen hatte, was immer eine Zäsur durch das umfangreiche Löschen auf meinen Arbeitsrechnern bedeutet, spürte ich, dass ich auch anderweitig, auf dieser facebook-timeline, ein Gefühl von einem Neubeginn brauche. Ich hätte beinah angefangen, die postings komplett zu löschen, das schien mir aber unangemessen. Zu viele schöne Kontakte sind darin dokumentiert. Aber ich möchte nicht mit diesen vielen Aktivitäten der letzten Monate konfrontiert werden. Ich brauche einen Neuanfang. So wie das Gefühl, eine Wohnung, in der man zu lange nichts renoviert hat, zu weißen. Man haut die frische, weiße Farbe an die Wand und fühlt sich, als ob man in eine neue Wohnung zieht, alles auf Anfang. Die letzten Augusttage, die ich sehr liebe. Ich schreibe das gerade auf meinem Balkon. Man hört schon dieses leichte Blätterrauschen, das zum Herbst gehört, aber noch ist Sommer.

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