28. November 2012



Die Auguststraße rauf und runter. Samstag-Nachmittag im Juni. Dreiundzwanzigster. Nach langer Zeit wieder einmal unterwegs mit meinem lieben Freund Jan. Gegenüber vom Keyser Soze, an der Ecke Tucholskystraße, bei dem Italiener gab es Public Viewing, Fußball, kein Deutschland-Spiel. Ich hatte auch zwei Bilder mit Leuten und großem Fernseher drauf, draußen. Wieder gelöscht, waren nicht so. Links von dem Radler saß die Meute. An einem der Tische vom Keyser Soze saß auf der Ecke neben der Tür ein interessant aussehender Mann, mit längeren grauen Haaren und einem unglaublich gut sitzenden Jackett, das schwarz changierte. Sehr extravagant. Jan kannte ihn und machte ihm ein Kompliment für seine Jacke, er lachte und sagte, sie sei ein Souvenir aus Hongkong, noch aus den Neunzigern oder so, von Yamamoto, die teuerste Jacke, die er sich je gekauft hat. Jan sagte mir später, dass er der Aufnahmeleiter von Aspekte war und gerade aufgehört hat, wenn ich das richtig erinnere. Vermutlich Anfang Sechzig. Ein Gesicht das gelebt und viel erlebt hat. Er rief mir, als wir gingen noch etwas hinterher, was mich sehr freute, ein Kompliment alter Schule, unerwarteterweise. Jan hatte es wohl nicht gehört, er war schon wieder ein paar Meter weiter. Ich sagte es ihm „Hey, hast du das gehört? Er hat gerade zu mir gesagt „…“.

Jan grinst verblüfft: „Oh, wirklich?! Ich: „Ja, kannste mal sehen, wie ich auf andere wirke!“ Jan: „Wir können ja auf dem Rückweg wieder vorbeigehen, vielleicht ist er noch da, er freut sich bestimmt, wenn du dich zu ihm setzt.“ Ich: „Ach nee, lieber nicht. Aber schon ein interessanter Typ! Das Jackett war ja echt toll. Sehr elegant. Das würde ich auch anziehen. Woher kennst du ihn eigentlich? Ach! Vom Achtzigsten von Rolf Eden?“ Na ja, oder so ähnlich. Und so weiter und so fort. Typisches Geplänkel eben. Jan kennt wirklich Gott und die Welt und wenn man mit ihm unterwegs ist, weiß man auch bald, woher das kommt. Er kommt völlig lässig mit jedem ins Gespräch. Mühelos. Der reinste Spaziergang. Ich fürchte, das kann man in keinem Kommunikationstraining der Welt lernen. Man hat es, oder hat es nicht. Und wenn ich mit ihm unterwegs bin, fällt mir auf, dass ich das scheinbar auch habe. Ich kann in solchen Situationen jeden anquatschen, ohne die geringste Verlegenheit. Außer, wenn jemand irgendwie prominent ist, da halte ich mich ganz stark zurück, und warte lieber, bis diejenigen auf mich zukommen. Ich spiele dann lieber selber Diva, Groupie wäre mir da eher peinlich, auch wenn man es natürlich innerlich manchmal ist, aber ich würde es mir nie im Leben anmerken lassen! Ehrensache!

Ich mag auch an Jan, dass er sich so schnell bewegt, er ist sehr dynamisch und klebt nie an einer Stelle, ohne dass es nervös oder hektisch wirken würde. Er arbeitet eigentlich immer, rastlos und mit Begeisterung, nie gestresst. Das steckt an. Er ist die Ruhe selbst, ohne lahmarschig zu sein. Sehr effizient. Man kommt an einen Ort, gemeinsam, und bewegt sich ganz schnell in verschiedene Richtungen innerhalb eines definierten Ortes, ganz natürlich, tänzerisch. Dann ein Glas Wein, von dem man oft gemeinsam trinkt, nur ein, zwei Schlucke jeder, „da, willst du auch? Kannst du bitte mal halten?“ Eine kurze Verständigung mit Blicken, wenigen Worten, wenn es an der Zeit ist, weiterzuziehen. Das hat genauso funktioniert wie immer. Ich schätze, es wird auch immer funktionieren. Wir ticken da offenbar sehr ähnlich, was das Tempo und das Bedürfnis nach Abwechslung angeht. Unvorstellbar, stundenlang tatenlos nur mit Leuten an einem Tisch zu sitzen und Essen und Getränke zu bestellen. Na gut, für eine halbe Stunde ist das ok, aber dann werde ich innerlich unruhig und möchte wieder neue Bilder und Winkel entdecken. Es ist wie eine Sucht, wie ein Schmetterlingssammler, auf der Suche nach einem Exemplar mit einer ganz besonderen Zeichnung. Mitte ist eine schöne Blumenwiese für bunte Falter. Wir haben viel angeschaut an diesem Nachmittag, ganz wie früher. Ich war endlich in der jüdischen Mädchenschule, die Jan längst kannte – dabei bin ich es, die fast daneben wohnt, und nicht er – und weiter hinten gab es eine Eröffnung bei der Galerie-Gesellschaft, wo ich nach eineinhalb Jahren tatsächlich zum ersten Mal wieder in der Öffentlichkeit von einem Glas Wein getrunken habe. Weiter zum guten alten Tacheles, auch wieder einmal nach sehr langer Zeit, und auf dem Rückweg eine kleine Runde im Innenhof vom KW. Später dann die Eröffnung vom neuen Al Contadino, hier gleich gegenüber, wo ich das Video von Jan gemacht habe, wo er so schön vom jungen Bruno Ganz in Italien erzählt. Das sind die nächsten Bildstrecken.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=122138

28. November 2012



Die Auguststraße rauf und runter. Samstag-Nachmittag im Juni. Dreiundzwanzigster. Nach langer Zeit wieder einmal unterwegs mit meinem lieben Freund Jan. Gegenüber vom Keyser Soze, an der Ecke Tucholskystraße, bei dem Italiener gab es Public Viewing, Fußball, kein Deutschland-Spiel. Ich hatte auch zwei Bilder mit Leuten und großem Fernseher drauf, draußen. Wieder gelöscht, waren nicht so. Links von dem Radler saß die Meute. An einem der Tische vom Keyser Soze saß auf der Ecke neben der Tür ein interessant aussehender Mann, mit längeren grauen Haaren und einem unglaublich gut sitzenden Jackett, das schwarz changierte. Sehr extravagant. Jan kannte ihn und machte ihm ein Kompliment für seine Jacke, er lachte und sagte, sie sei ein Souvenir aus Hongkong, noch aus den Neunzigern oder so, von Yamamoto, die teuerste Jacke, die er sich je gekauft hat. Jan sagte mir später, dass er der Aufnahmeleiter von Aspekte war und gerade aufgehört hat, wenn ich das richtig erinnere. Vermutlich Anfang Sechzig. Ein Gesicht das gelebt und viel erlebt hat. Er rief mir, als wir gingen noch etwas hinterher, was mich sehr freute, ein Kompliment alter Schule, unerwarteterweise. Jan hatte es wohl nicht gehört, er war schon wieder ein paar Meter weiter. Ich sagte es ihm „Hey, hast du das gehört? Er hat gerade zu mir gesagt „…“.

Jan grinst verblüfft: „Oh, wirklich?! Ich: „Ja, kannste mal sehen, wie ich auf andere wirke!“ Jan: „Wir können ja auf dem Rückweg wieder vorbeigehen, vielleicht ist er noch da, er freut sich bestimmt, wenn du dich zu ihm setzt.“ Ich: „Ach nee, lieber nicht. Aber schon ein interessanter Typ! Das Jackett war ja echt toll. Sehr elegant. Das würde ich auch anziehen. Woher kennst du ihn eigentlich? Ach! Vom Achtzigsten von Rolf Eden?“ Na ja, oder so ähnlich. Und so weiter und so fort. Typisches Geplänkel eben. Jan kennt wirklich Gott und die Welt und wenn man mit ihm unterwegs ist, weiß man auch bald, woher das kommt. Er kommt völlig lässig mit jedem ins Gespräch. Mühelos. Der reinste Spaziergang. Ich fürchte, das kann man in keinem Kommunikationstraining der Welt lernen. Man hat es, oder hat es nicht. Und wenn ich mit ihm unterwegs bin, fällt mir auf, dass ich das scheinbar auch habe. Ich kann in solchen Situationen jeden anquatschen, ohne die geringste Verlegenheit. Außer, wenn jemand irgendwie prominent ist, da halte ich mich ganz stark zurück, und warte lieber, bis diejenigen auf mich zukommen. Ich spiele dann lieber selber Diva, Groupie wäre mir da eher peinlich, auch wenn man es natürlich innerlich manchmal ist, aber ich würde es mir nie im Leben anmerken lassen! Ehrensache!

Ich mag auch an Jan, dass er sich so schnell bewegt, er ist sehr dynamisch und klebt nie an einer Stelle, ohne dass es nervös oder hektisch wirken würde. Er arbeitet eigentlich immer, rastlos und mit Begeisterung, nie gestresst. Das steckt an. Er ist die Ruhe selbst, ohne lahmarschig zu sein. Sehr effizient. Man kommt an einen Ort, gemeinsam, und bewegt sich ganz schnell in verschiedene Richtungen innerhalb eines definierten Ortes, ganz natürlich, tänzerisch. Dann ein Glas Wein, von dem man oft gemeinsam trinkt, nur ein, zwei Schlucke jeder, „da, willst du auch? Kannst du bitte mal halten?“ Eine kurze Verständigung mit Blicken, wenigen Worten, wenn es an der Zeit ist, weiterzuziehen. Das hat genauso funktioniert wie immer. Ich schätze, es wird auch immer funktionieren. Wir ticken da offenbar sehr ähnlich, was das Tempo und das Bedürfnis nach Abwechslung angeht. Unvorstellbar, stundenlang tatenlos nur mit Leuten an einem Tisch zu sitzen und Essen und Getränke zu bestellen. Na gut, für eine halbe Stunde ist das ok, aber dann werde ich innerlich unruhig und möchte wieder neue Bilder und Winkel entdecken. Es ist wie eine Sucht, wie ein Schmetterlingssammler, auf der Suche nach einem Exemplar mit einer ganz besonderen Zeichnung. Mitte ist eine schöne Blumenwiese für bunte Falter. Wir haben viel angeschaut an diesem Nachmittag, ganz wie früher. Ich war endlich in der jüdischen Mädchenschule, die Jan längst kannte – dabei bin ich es, die fast daneben wohnt, und nicht er – und weiter hinten gab es eine Eröffnung bei der Galerie-Gesellschaft, wo ich nach eineinhalb Jahren tatsächlich zum ersten Mal wieder in der Öffentlichkeit von einem Glas Wein getrunken habe. Weiter zum guten alten Tacheles, auch wieder einmal nach sehr langer Zeit, und auf dem Rückweg eine kleine Runde im Innenhof vom KW. Später dann die Eröffnung vom neuen Al Contadino, hier gleich gegenüber, wo ich das Video von Jan gemacht habe, wo er so schön vom jungen Bruno Ganz in Italien erzählt. Das sind die nächsten Bildstrecken.
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26. November 2012


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Bequem, keine großartigen Texte mehr unter die Bilder zu klöppeln. Im Augenblick nur ein Bilderarchiv, chronologisch abgehandelt, für später mal, wenn ich mich rückwärtig daran erfreuen will, wie beweglich und vital ich damals war, in meinen Vierzigern. Ende Vierzig. Wie Playmates gerne erklären, „ich wollte die Bilder vor allem für mich haben, damit ich mal meinen Enkeln zeigen kann, wie attraktiv ihre Oma war, als sie noch jung war“. Natürlich machen es alle auch wegen des Honorars und um ihren visuellen Wert breit in die Welt zu tragen. Schauspielerinnen sind ja besonders darauf angewiesen, ihre Attraktivität immer aktuell aufs Neue zu kommunizieren, wenn sie nicht Mutti- und Hausfrauenrollen haben wollen. Das wäre auch so ein Grund für mich, keine handelsüblichen Filmrollen zu spielen, diese platten Frauenfiguren, Armutszeugnis der sehr schlichten Phantasie von Drehbuchautoren. Wahrscheinlich kann man davon ausgehen, das Spektrum der Rollen, egal ob Männer oder Frauen (die Männerrollen sind ja genauso platt angelegt, wenn auch mit anderem Schwerpunkt), entspricht dem Spektrum des Bekanntenkreises des jeweiligen Drehbuchautors. Nicht gerade besonders interessant. Ich kann mich ja derzeit nur ganz schwer für fiktive Geschichten erwärmen, egal ob im Roman oder Film. Alles zu konstruiert und sehr weit von meinem Erleben und Identifikationsrahmen entfernt. Meine liebste Lektüre sind seit vielen Jahren Autobiographien. Selbst wenn geschönt oder übertrieben wird, erfährt man selbst durch die Art der Schönfärberei oder Übertreibung etwas Authentisches. Etwas, das wirklich atmet. Letztlich sind erfolgreiche Autobiographien immer von in irgendeiner Weise extremen Persönlichkeiten verfasst, denen es gelungen ist, sich selbst zum Produkt zu erheben, um das ihr Schaffen und Bewusstsein kreist. Ich mag das und verstehe das. Mir kommt die Beschäftigung mit sich selbst immer sehr authentisch vor. Was ja nicht heißt, dass das egozentrische Wirken irrelevant für die Allgemeinheit ist. Im Gegenteil. Da fängt die Kunst an, sich auf eine Art und Weise intensiv mit sich selbst zu befassen, sich selbst zu unterhalten, dass der Funke überspringt. Vielleicht erkennt man daran einen Künstler, den andere impulsiv so bezeichnen, ganz und gar unabhängig davon, ob man sich selber dazu erhebt. Es hat ja immer etwas Peinliches, ja Aufringliches, von Kunst zu sprechen, bevor wenigstens ein kleiner Teil der übrigen Welt den vermeintlich künstlerisch relevanten Wert identifiziert. Apropos, ich schaue gerade das X-Factor-Finale von gestern in der Vox-Mediathek. Ich hatte bei den beiden, Mrs. Greenbird, recht bald das Gefühl, schon bei den ersten beiden Folgen, dass sie das Ding holen. Ich habe mehr als einmal eine Träne weggewischt, bei den Songs der beiden. Ein bißchen Esther und Abi Ofarim-Sentimentalität spielt bestimmt auch mit. Und doch unvergleichlich. Der große lustige Mann mit der Gitarre, dem Bart und Zylinder, und seine bezaubernde Frau mit der Charlie-Melone, die diese ganzen schönen Lieder schreibt.

24. November 2012

Guten Morgen aus dem Badezimmer! Da habe ich wahrscheinlich gedacht, bring doch mal eine Variante, mit anderem Hintergrund. Auch nicht so richtig der Burner. Inzwischen habe ich Charlie-Shirt-Fotografier-Verbot. Ich muss mich jetzt auch gleich mal für ein paar Minuten umziehen, weil ich mich ja nicht mehr so fotografieren darf! Vielleicht ziehe ich ein Sommerkleid an! Nur fürs Foto! Ich hab mir mal in einem Laden in der Rosi, also in der Rosenthaler Straße, wo es auch so Hello Kitty-Krempel gibt, aber eben auch Partykleider und wilde Shirts, wie das mit Heidi mit dem Mittelfinger, ein Kleid in drei Farben gekauft, auf einen Schlag! Es hat eine Satinschärpe, ich habe es in Schwarz, Orangerot und Königin-Beatrix-Blau. In dem Roten habe ich mich schon mal vor drei Jahren fotografiert, die anderen sind noch nicht verewigt. Ich denke, das müsste erlaubt sein, dass ich an Tagen, wo ich hier nur abhänge, ein bißchen mit undokumentiertem Material arbeite. Man muss immer daran denken, dass hier Mitte Februar Schluss ist und ich sehe noch nicht, dass bis dahin ein Wetterumschwung stattfindet, der geeignet wäre, so luftige Kleidchen in echt anzuziehen. Ich brauche natürlich noch die Erlaubnis meiner Leser, dass das ok ist!
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23. November 2012


Wir erinnern uns. Anfang Juni, und es wurde viel über den verlorenen Sommer gejammert, obwohl im Kalender noch Frühling war. Ja, es war auch zu kalt für Frühling mit kurzämligen Fähnchen. Dafür war aber der Mai vorher superschön. Ich klicke mich gerade durch die Bilder der kommenden Tage im Juni und sehe, dass es mindestens noch drei Wochen langärmlige Anziehsachen geben wird. Tut mir leid, ich hatte leider keine Wahl!
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23. November 2012


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Diesel. Obwohl ich glaube, es ist doch nicht Sissi, habe ich das Shirt wegen Sissi gekauft. Auch wenn es nicht die Kaiserin Elisabeth von Österreich und Ungarn ist – man nimmt, was man kriegt! Entscheidend ist der erste Eindruck. Es kann nun keinen Zweifel mehr geben, dass ich eine ernstzunehmende Royalistin bin. Es heißt ja, die echte Sissi war mager- und turnsüchtig. Aber auch eine Dichterin. Komplizierte, komplexe, eigenwillige Persönlichkeit. Vielleicht dieses Dings, dieses Thema mit der Macht und Ohnmacht. Eingesperrt im Korsett der Monarchie, als einzige Freiräume Körperdefinition, Dichtung und Ertüchtigung. Traurig eigentlich. Also gut, Monarchie ist eine zwiespältige Sache, ich gebe es zu. Aber so ein politisch korrekt gewebtes Hermelincape wäre schon sehr schön. Im Grunde bewundert man ja nur die Klamotten, Insignien, Häuser und Kontakte. Und: die Bewunderung. Bewunderung für die Bewunderung! Das müsste man eigentlich heutzutage auch anders hinkriegen, zum Beispiel mit Bloggen. Ich würde glatt mein Küchenzepter dafür verwetten, dass ich es besser getroffen habe, als die künftige Königin von England. Königin von Gaganien ist einfach cooler. Lässiger und hip!

22. November 2012

Gaga Nielsen wohnt am Gipsdreieck!
Ich kriege das ja immer nicht gebacken, bei den ganzen Blogger-Aktionen mitzumachen, da ich aber praktisch in jedem dritten Eintrag über meine Wohnung blogge, kann ich einfach mal zeitsparend auf mein Sucheingabefensterchen verlinken. Wenn ich ehrlich bin, habe ich fast keinen von den anderen Aufsätzen gelesen, weil ich die Ortschaften nicht kenne und sich auch so gut wie keine auf meiner heimlichen Weltreise-to-do-Liste befindet, da fehlt dann einfach der Bezug! Außer, wenn ich wen als Person interessant finde!
Zum Beispiel habe ich die Einträge von Frau Klugscheisser und der Kaltmamsell gelesen. In München war ich zweimal in meinem ganzen Leben, einmal als Kind mit Elf, zu Besuch bei Verwandten und im Olympiastadion und im Schloss Nymphenburg, und einmal mit Achtzehn zu so einer komischen Künstlerfete von einem kauzigen Maler, sogar mit Übernachtung! Schwabing kennt man ja auch aus Film und Fernsehen, „Zur Sache Schätzchen“ und von den „Münchner G’schichten“ und dem Bastian und dem Monaco Franze und Kir Royal und von Uschi Obermaier. Ich lese ja alles über Uschi Obermaier! Wenn ich ehrlich bin, interessiert mich noch am ehesten, wie es ist, wo zu wohnen, wo alle wohnen wollten, wenn Geld keine Rolle spielen würde – Wie es da wirklich ist, in echt! Und ob es prominente Nachbarn und besonders schicke Lokale gibt, so in der Art, wie Frau Klugscheisser darauf eingegangen ist. Spannend fände ich auch zu erfahren, ob die Leute da, wo sie wohnen, wohnen weil es am ehesten bezahlbar ist, innerhalb der Stadt, in der sie sein wollen, oder ob es genau die Ecke ist, die sie am Supersten finden. Des weiteren interessiert mich der Quadratmeterpreis Kaltmiete! Und wie die Wohnung ist, Größe, Ausstattung, Extras! Eventuell wäre auch noch interessant, wie im Vergleich zur Gesamtmiete, also Warmmiete, die Nettoeinkünfte sind, dann kann man noch besser vergleichen. Ich vergleiche gerne, auch Mietspiegel! Gerade bei München finde ich das total interessant, weil es da ja am Teuersten von allen Städten ist, da zu wohnen.
In Hamburg war ich einmal in meinem Leben, also so richtig, mit aus dem Zug aussteigen und Sachen angucken und einmal nur mit dem Zug durchgefahren. Als ich ausgestiegen bin, war ich auf dem Weg nach Litauen, da hat es einen günstigen Flieger von Hamburg gegeben, und ich habe die Gunst der Stunde genutzt, mal ein bißchen was von Hamburg anzuschauen. Ich war dann sechs Stunden mit kid37 auf dem Ohlsdorfer Friedhof! Das muss man erst mal toppen! Danach hat er mir noch den Hafen gezeigt und wir waren essen in einem portugiesischen Lokal in Sankt Pauli und später noch auf der Reeperbahn. In Hamburg würde mich speziell interessieren, wie es ist, in einer Villa in Blankenese zu wohnen, bei den Reichen oder an der Elbchaussee! Oder am Jungfernstieg. Ich kenne dann noch vom Hörensagen die Herbertstraße und den Stadtteil Sankt Georg. In der Herbertstraße wohnen aber, glaube ich, keine Blogger, jedenfalls haben noch keine darüber geschrieben. Das fände ich auch noch lesenswert!

22. November 2012


Es gibt einen Film mit Rudolpho Valentino. Mehrere. Es gibt Filme mit Rudolpho Valentino. Ich habe nie einen ganz gesehen. Nur Ausschnitte. Aber sein Bild verinnerlicht. Nurejew hat ihn einmal dargestellt. Ich fand ihn charismatischer als das wenige, was ich von Valentino gesehen habe. Aber dennoch. Rudolpho Valentino. This was really something. Dieser alte Stummfilmkram, diese flackernden Bilder und überdrehten, opulenten Ausstattungen. Der Orient in Europa. Samt, schwere Vorhänge, Kelims, Opium. haha. Einmal, in den Achtzigern, hatte wieder einmal jemand etwas spendiert. Zum Rauchen. Mit gesenkter Stimme wurde von Opium geflüstert. Beschwörend. Man war gleich fasziniert, was würde passieren, wenn man vom Opium kostete? Wie wäre der Rausch? Ein unvergleichlich anderer als von anderen Dingen, die man kannte? Ich kann mich nicht an eine besondere Wirkung erinnern. Wahrscheinlich war es zu wenig oder zu gestreckt oder gefärbte Kuhscheiße. Je ne sais pas. Ich habe immer alles probiert, was mir einer umsonst unter die Nase gehalten hat, außer Morphium, Ecstasy und Heroin. Na gut, bleibt nicht so viel übrig. Alle Sorten Gras, alle Sorten Haschisch, sehr wenig Kokain, Ephedrin, dreieinhalb LSD-Trips, viele Zigaretten, viel Rotwein, Weißwein, Champagner, seltener Bier, viele Obstbrände, Whisky-Zeiten und Wodka-Zeiten. Eine indische Beedees-Phase. Räucherstäbchen. Alles überlebt. Auch die Räucherstäbchen. Ich habe hier sogar welche, lange nicht angezündet. Seit zehn Jahren liegen sie hier herum. Vor ein paar Tagen, war mir danach, an einem Novembertag. Vanille. Ich liebe Vanille. Überall. In jedem Parfum, in jedem Quark. Rudolpho Valentino. Ob Valentino Marihuana geraucht hat? Bestimmt, ab und zu. In Hollywood haben sie ja noch nie irgendetwas ausgelassen. Warum auch. Wozu auch. Das mit dem Weglassen lernt man eh früh oder spät genug.
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20. November 2012


Pferderennen. Man müsste sein Geld auf Pferderennen setzen. Jemand, der so sein Geld verdient, ringt mir Bewunderung ab. Im leichten Sommeranzug auf die Rennbahn, ein paar Nüstern tätscheln, dem Jockey gut zureden, und mit dem richtigen Riecher auf das schnellste Pferd setzen. Die Arbeit besteht wahrscheinlich darin, alle möglichen Rennen und die Form von Ross und Reiter zu verfolgen. Mich würde das ja tödlich langweilen. Aber so ein bis zweimal im Jahr Ascot-mäßig da abhängen, wäre schon eine nette Abwechslung. Ich bräuchte jemanden, der die fachliche Seite übernimmt. Pferde sind für mich ja leider nur sehr schöne Streicheltiere, mit Reiten habe ich nichts weiter im Sinn. Also bislang. Ich hatte eine Freundin, die hatte sogar zwei eigene Pferde. Einen weißen Schimmel auf der Weide, um ihm einen schönen Lebensabend zu gönnen, der schon alt aber sehr schön war. Ein Deckhengst, ganz edler Kopf und sehr sensibel. Ich war ein paar mal dabei. Also ich meine beim Besuch, auf der Koppel. Er war das absolute Alpha-Tier unter den stolzen alten Tieren im Ruhestand. Wenn er in eine Richtung geguckt hat und die Nüstern gebläht, haben alle Stuten in dieselbe Richtung geguckt und die anderen alten Hengste und Wallache wurden nervös. Charisma wie ein Rockstar. Und dann hatte sie noch ein jüngeres Pferd zum Reiten, das war so schwarzbraun, auch ausgesucht schön. Sie hat mich ganz oft einfach abgeschleppt und es war nett an der frischen Luft, da jwd in Dallgow und Falkensee, aber der Reit-Virus ist nicht übergesprungen. Ich war auch mal drauf auf ihrem Pferd, das ging ganz gut. Das Pferd ist einfach ein bißchen gelaufen und ich oben drauf. Es gibt auch ein Foto davon. Das ganze Gestriegel und Stall-Ausgemiste und Huf-Ausgekratze wäre mir schon zu langweilig. Ich habe auch mal mitgestriegelt und sogar Hufe ausgekratzt, einfach, dass man es mal gemacht hat, die Freundin wollte es unbedingt! Eine kleine Mutprobe für mich, so einen Pferdefuß zu packen und dann den harten Huf in der Hand. Uiuiui. Ging alles gut. Meine Freundin war ja dauernd dabei und hat immer gut aufgepasst. Wie das Leben so spielt, haben sich unsere Wege anders verzweigt und irgendwann nicht mehr gekreuzt. Ganz friedlich. Tja, so ist das. Vielleicht gibt es ja auch gar keine hauptberuflichen Pferdewettkönige oder nur wenige. Die können ja auch nicht immer gewinnen. Irgendwie so ein Beruf für einen Gauner in einem britischen Film aus den Sechzigern. Aus den frühen. Mit Schirm, Charme und Melone. Und Blacky Fuchsberger.
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21. November 2012


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Beim vierten und fünften Bild dachte ich beim Angucken: „wie Michel Friedman“. Da gucke ich aus der Wäsche wie Michel Friedman. Mit so schweren Augendeckeln und ein bißchen arrogant. Au weia. Hoffentlich liest er das nicht, wenn er sich mal selber googelt. Entschuldigung, Herr Friedman, ich kenne Sie ja gar nicht, vielleicht sind Sie ja auch ganz anders und tief im Herzen drin auch so ein Seelchen wie ich. Man weiß es nicht. (Ernsthaft.)

20. November 2012


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Geringfügiges Zurückdatieren. Ich gebe ein, ich hätte den Eintrag hier am 20. November um 23:59 Uhr veröffentlicht. In Wahrheit ist es bereits der 21. November, 02:17 Uhr jetzt. Ich brauche das aus psychologischen Gründen. Damit ich im Tagespensum von mindestens drei hochgeladenen Tagen bleibe. Letzte Nacht habe ich nicht gefaked. Alles Original-Uhrzeiten, aber heute muss es sein. Morgen wieder drei. Und übermorgen. Und wenn ich zweiundzwanzig mal vier statt drei hochlade, bin ich Mitte Februar fertig! Ächz. Es ist nicht einfach. Mein manischer Charakter treibt mich, solche Dinge zu tun. Am 24. Mai 2012 gab es einen schweinsveloursledernen Rock in Cognacbraun, ein ärmelloses schwarzes Shirt mit rechteckigen schwarzen Pailletten aus der Ära als Madonna ihre American Pie-Platte gemacht hat. Da waren noch mehr Pailletten drauf, schwarze Sternpailletten. Sie haben die amerikanische Flagge abgebildet. Jetzt sind die Stars weg und die Stripes geblieben. Mir war das einen Tick zu Amerika-patriotisch, obwohl ich das Land in vielerlei Hinsicht sehr mag. Sehr. Damals, als Madonna mit dem Remake den Hit landete und nur noch im Cowboyhut rumlief, und auch alle anderen Mädels in Europa unbedingt einen Stetson brauchten, gab es überall Zeugs, Merchandise und Klamotten mit dem Star spangled Banner. Die schwarzen Sterne habe ich anderweitig verarbeitet. Sie sind jetzt auf zwei weißen breiten Armbändern aus weißem Leder. Hab ich auch noch nie hier angehabt. So viel Zeugs! Lustig, dass ich in letzter Zeit öfter tagsüber angesprochen werde, ob ich heute denn was besonderes vorhätte. Ich binde nicht jedem auf die Nase, was es damit auf sich hat, dass ich in letzter Zeit so viele alte, nie gesehene Klamotten aus dem Schrank ans Licht befördere. Heute habe ich ein wenig Aufklärung betrieben. Man hat mich stark ermuntert, das unbedingt noch weiter zu kultivieren. Und dann Mitte Februar zucken alle zusammen, weil ich alle paar Tage denselben langweiligen Krempel anhabe, haha! Schnarch. Nein, stimmt ja nicht. Ich war ja schon immer eine Anziehpuppe. Nicht jeden Tag, aber wenn, dann mit Hingabe. Das ist doch super, als Kind konnte man nur kleine Puppen anziehen, wie man wollte und rumspielen, heute kann man das mit sich selber machen, mit der ganz großen Gaga-Nielsen-Puppe! Da fällt mir noch was Putziges ein. Eine nette Frau Anfang Dreißig aus meinem Dunstkreis ist gerade zum zweiten mal schwanger, ihr Erstgeborenes ist jetzt knapp zwei und ein Junge. Also ein Junge-Junge. Als ich von der neuen Schwangerschaft gehört habe, habe ich sofort aufgeregt geplappert „hoffentlich wird es ein Mädchen!!! Das wäre so schön, eine kleine Schwester und ein großer Bruder! Eine kleine Anziehpuppe!!“ Natürlich meine ich das nicht so schwarzweiß, wie es sich anhört, aber kleine Mädchenkleider zu kaufen und so einer Zuckerpuppe anzuziehen, muss schon speziell Spaß machen, denke ich mir so als große Anziehpuppe. Nun ist die Puppenmutti äh also die richtige Mutti, eben die junge schwangere Frau selber eher so ein lässiger Typ, gerne in schwarzer Jeans, schwarzem langärmligen Shirt und darüber irgendein Gothic-Shirt, natürlich ebenfalls Dunkelgrau oder Schwarz, aber ohne großes Gedöns angezogen. Make up-mäßig nichts außer einem ganz zarten Lidstrich. Also keine Shopping Queen, weit davon entfernt. Und wie reagiert sie, als ich also so tussimäßig aufgedreht herumquieke „Mädchen, Mädchen, Anziehpuppe!“? Diese burschikose, häkelbortenfreie junge Berliner Mama erwidert breit grinsend: „Ja, wäre schon echt schön! Zu Dings (Name geändert) hab ich neulich auch gesagt: wenn es wieder ein Junge wird, hoffe ich – ja: bestehe ich darauf, dass er wenigstens schwul ist! Ich will schließlich Klamotten kaufen, soll ja Spaß machen!“ Love, Peace & Evolution.

22. November 2012

Gaga Nielsen wohnt am Gipsdreieck!
Ich kriege das ja immer nicht gebacken, bei den ganzen Blogger-Aktionen mitzumachen, da ich aber praktisch in jedem dritten Eintrag über meine Wohnung blogge, kann ich einfach mal zeitsparend auf mein Sucheingabefensterchen verlinken. Wenn ich ehrlich bin, habe ich fast keinen von den anderen Aufsätzen gelesen, weil ich die Ortschaften nicht kenne und sich auch so gut wie keine auf meiner heimlichen Weltreise-to-do-Liste befindet, da fehlt dann einfach der Bezug! Außer, wenn ich wen als Person interessant finde!
Zum Beispiel habe ich die Einträge von Frau Klugscheisser und der Kaltmamsell gelesen. In München war ich zweimal in meinem ganzen Leben, einmal als Kind mit Elf, zu Besuch bei Verwandten und im Olympiastadion und im Schloss Nymphenburg, und einmal mit Achtzehn zu so einer komischen Künstlerfete von einem kauzigen Maler, sogar mit Übernachtung! Schwabing kennt man ja auch aus Film und Fernsehen, „Zur Sache Schätzchen“ und von den „Münchner G’schichten“ und dem Bastian und dem Monaco Franze und Kir Royal und von Uschi Obermaier. Ich lese ja alles über Uschi Obermaier! Wenn ich ehrlich bin, interessiert mich noch am ehesten, wie es ist, wo zu wohnen, wo alle wohnen wollten, wenn Geld keine Rolle spielen würde – Wie es da wirklich ist, in echt! Und ob es prominente Nachbarn und besonders schicke Lokale gibt, so in der Art, wie Frau Klugscheisser darauf eingegangen ist. Spannend fände ich auch zu erfahren, ob die Leute da, wo sie wohnen, wohnen weil es am ehesten bezahlbar ist, innerhalb der Stadt, in der sie sein wollen, oder ob es genau die Ecke ist, die sie am Supersten finden. Des weiteren interessiert mich der Quadratmeterpreis Kaltmiete! Und wie die Wohnung ist, Größe, Ausstattung, Extras! Eventuell wäre auch noch interessant, wie im Vergleich zur Gesamtmiete, also Warmmiete, die Nettoeinkünfte sind, dann kann man noch besser vergleichen. Ich vergleiche gerne, auch Mietspiegel! Gerade bei München finde ich das total interessant, weil es da ja am Teuersten von allen Städten ist, da zu wohnen.
In Hamburg war ich einmal in meinem Leben, also so richtig, mit aus dem Zug aussteigen und Sachen angucken und einmal nur mit dem Zug durchgefahren. Als ich ausgestiegen bin, war ich auf dem Weg nach Litauen, da hat es einen günstigen Flieger von Hamburg gegeben, und ich habe die Gunst der Stunde genutzt, mal ein bißchen was von Hamburg anzuschauen. Ich war dann sechs Stunden mit kid37 auf dem Ohlsdorfer Friedhof! Das muss man erst mal toppen! Danach hat er mir noch den Hafen gezeigt und wir waren essen in einem portugiesischen Lokal in Sankt Pauli und später noch auf der Reeperbahn. In Hamburg würde mich speziell interessieren, wie es ist, in einer Villa in Blankenese zu wohnen, bei den Reichen oder an der Elbchaussee! Oder am Jungfernstieg. Ich kenne dann noch vom Hörensagen die Herbertstraße und den Stadtteil Sankt Georg. In der Herbertstraße wohnen aber, glaube ich, keine Blogger, jedenfalls haben noch keine darüber geschrieben. Das fände ich auch noch lesenswert!

21. November 2012


Nicht nur Duchess Kate ist Königin des Recyclings, auch ich bin mir nicht zu schade, Sachen mitunter zweimal oder sogar dreimal anzuziehen! Zum Beispiel dieses Oberteil, das man gut und gerne für ein „Baby Doll“ halten könnte, wie es in den guten alten Fünfzigern hieß, aber in Wahrheit ein selber abgeschnittenes Hippie-Hängerchen-Kleid ist, das mir dann doch zu schwanger angemutet hat. Ich habe kurzerhand den unteren Teil abgeschnitten, gesäumt und zum Schal erklärt, passend zum Oberteil, wie man hier angucken kann. Am zweiten Mai schon mal angehabt. Auch erwähnenswert: es handelt sich um Alibi-Kleiding. In Wahrheit habe ich vor dem Foto und danach kein Baby Doll angehabt. Ich wollte mir nicht schon wieder eine Abmahnung von flickr wegen restricted content einhandeln, und so bin ich safe! Ich schummle hier zwar gerade ein bißchen, aber ich gebe alles zu!
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21. November 2012


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Beim vierten und fünften Bild dachte ich beim Angucken: „wie Michel Friedman“. Da gucke ich aus der Wäsche wie Michel Friedman. Mit so schweren Augendeckeln und ein bißchen arrogant. Au weia. Hoffentlich liest er das nicht, wenn er sich mal selber googelt. Entschuldigung, Herr Friedman, ich kenne Sie ja gar nicht, vielleicht sind Sie ja auch ganz anders und tief im Herzen drin auch so ein Seelchen wie ich. Man weiß es nicht. (Ernsthaft.)

20. November 2012


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Geringfügiges Zurückdatieren. Ich gebe ein, ich hätte den Eintrag hier am 20. November um 23:59 Uhr veröffentlicht. In Wahrheit ist es bereits der 21. November, 02:17 Uhr jetzt. Ich brauche das aus psychologischen Gründen. Damit ich im Tagespensum von mindestens drei hochgeladenen Tagen bleibe. Letzte Nacht habe ich nicht gefaked. Alles Original-Uhrzeiten, aber heute muss es sein. Morgen wieder drei. Und übermorgen. Und wenn ich zweiundzwanzig mal vier statt drei hochlade, bin ich Mitte Februar fertig! Ächz. Es ist nicht einfach. Mein manischer Charakter treibt mich, solche Dinge zu tun. Am 24. Mai 2012 gab es einen schweinsveloursledernen Rock in Cognacbraun, ein ärmelloses schwarzes Shirt mit rechteckigen schwarzen Pailletten aus der Ära als Madonna ihre American Pie-Platte gemacht hat. Da waren noch mehr Pailletten drauf, schwarze Sternpailletten. Sie haben die amerikanische Flagge abgebildet. Jetzt sind die Stars weg und die Stripes geblieben. Mir war das einen Tick zu Amerika-patriotisch, obwohl ich das Land in vielerlei Hinsicht sehr mag. Sehr. Damals, als Madonna mit dem Remake den Hit landete und nur noch im Cowboyhut rumlief, und auch alle anderen Mädels in Europa unbedingt einen Stetson brauchten, gab es überall Zeugs, Merchandise und Klamotten mit dem Star spangled Banner. Die schwarzen Sterne habe ich anderweitig verarbeitet. Sie sind jetzt auf zwei weißen breiten Armbändern aus weißem Leder. Hab ich auch noch nie hier angehabt. So viel Zeugs! Lustig, dass ich in letzter Zeit öfter tagsüber angesprochen werde, ob ich heute denn was besonderes vorhätte. Ich binde nicht jedem auf die Nase, was es damit auf sich hat, dass ich in letzter Zeit so viele alte, nie gesehene Klamotten aus dem Schrank ans Licht befördere. Heute habe ich ein wenig Aufklärung betrieben. Man hat mich stark ermuntert, das unbedingt noch weiter zu kultivieren. Und dann Mitte Februar zucken alle zusammen, weil ich alle paar Tage denselben langweiligen Krempel anhabe, haha! Schnarch. Nein, stimmt ja nicht. Ich war ja schon immer eine Anziehpuppe. Nicht jeden Tag, aber wenn, dann mit Hingabe. Das ist doch super, als Kind konnte man nur kleine Puppen anziehen, wie man wollte und rumspielen, heute kann man das mit sich selber machen, mit der ganz großen Gaga-Nielsen-Puppe! Da fällt mir noch was Putziges ein. Eine nette Frau Anfang Dreißig aus meinem Dunstkreis ist gerade zum zweiten mal schwanger, ihr Erstgeborenes ist jetzt knapp zwei und ein Junge. Also ein Junge-Junge. Als ich von der neuen Schwangerschaft gehört habe, habe ich sofort aufgeregt geplappert „hoffentlich wird es ein Mädchen!!! Das wäre so schön, eine kleine Schwester und ein großer Bruder! Eine kleine Anziehpuppe!!“ Natürlich meine ich das nicht so schwarzweiß, wie es sich anhört, aber kleine Mädchenkleider zu kaufen und so einer Zuckerpuppe anzuziehen, muss schon speziell Spaß machen, denke ich mir so als große Anziehpuppe. Nun ist die Puppenmutti äh also die richtige Mutti, eben die junge schwangere Frau selber eher so ein lässiger Typ, gerne in schwarzer Jeans, schwarzem langärmligen Shirt und darüber irgendein Gothic-Shirt, natürlich ebenfalls Dunkelgrau oder Schwarz, aber ohne großes Gedöns angezogen. Make up-mäßig nichts außer einem ganz zarten Lidstrich. Also keine Shopping Queen, weit davon entfernt. Und wie reagiert sie, als ich also so tussimäßig aufgedreht herumquieke „Mädchen, Mädchen, Anziehpuppe!“? Diese burschikose, häkelbortenfreie junge Berliner Mama erwidert breit grinsend: „Ja, wäre schon echt schön! Zu Dings (Name geändert) hab ich neulich auch gesagt: wenn es wieder ein Junge wird, hoffe ich – ja: bestehe ich darauf, dass er wenigstens schwul ist! Ich will schließlich Klamotten kaufen, soll ja Spaß machen!“ Love, Peace & Evolution.

20. November 2012


Pferderennen. Man müsste sein Geld auf Pferderennen setzen. Jemand, der so sein Geld verdient, ringt mir Bewunderung ab. Im leichten Sommeranzug auf die Rennbahn, ein paar Nüstern tätscheln, dem Jockey gut zureden, und mit dem richtigen Riecher auf das schnellste Pferd setzen. Die Arbeit besteht wahrscheinlich darin, alle möglichen Rennen und die Form von Ross und Reiter zu verfolgen. Mich würde das ja tödlich langweilen. Aber so ein bis zweimal im Jahr Ascot-mäßig da abhängen, wäre schon eine nette Abwechslung. Ich bräuchte jemanden, der die fachliche Seite übernimmt. Pferde sind für mich ja leider nur sehr schöne Streicheltiere, mit Reiten habe ich nichts weiter im Sinn. Also bislang. Ich hatte eine Freundin, die hatte sogar zwei eigene Pferde. Einen weißen Schimmel auf der Weide, um ihm einen schönen Lebensabend zu gönnen, der schon alt aber sehr schön war. Ein Deckhengst, ganz edler Kopf und sehr sensibel. Ich war ein paar mal dabei. Also ich meine beim Besuch, auf der Koppel. Er war das absolute Alpha-Tier unter den stolzen alten Tieren im Ruhestand. Wenn er in eine Richtung geguckt hat und die Nüstern gebläht, haben alle Stuten in dieselbe Richtung geguckt und die anderen alten Hengste und Wallache wurden nervös. Charisma wie ein Rockstar. Und dann hatte sie noch ein jüngeres Pferd zum Reiten, das war so schwarzbraun, auch ausgesucht schön. Sie hat mich ganz oft einfach abgeschleppt und es war nett an der frischen Luft, da jwd in Dallgow und Falkensee, aber der Reit-Virus ist nicht übergesprungen. Ich war auch mal drauf auf ihrem Pferd, das ging ganz gut. Das Pferd ist einfach ein bißchen gelaufen und ich oben drauf. Es gibt auch ein Foto davon. Das ganze Gestriegel und Stall-Ausgemiste und Huf-Ausgekratze wäre mir schon zu langweilig. Ich habe auch mal mitgestriegelt und sogar Hufe ausgekratzt, einfach, dass man es mal gemacht hat, die Freundin wollte es unbedingt! Eine kleine Mutprobe für mich, so einen Pferdefuß zu packen und dann den harten Huf in der Hand. Uiuiui. Ging alles gut. Meine Freundin war ja dauernd dabei und hat immer gut aufgepasst. Wie das Leben so spielt, haben sich unsere Wege anders verzweigt und irgendwann nicht mehr gekreuzt. Ganz friedlich. Tja, so ist das. Vielleicht gibt es ja auch gar keine hauptberuflichen Pferdewettkönige oder nur wenige. Die können ja auch nicht immer gewinnen. Irgendwie so ein Beruf für einen Gauner in einem britischen Film aus den Sechzigern. Aus den frühen. Mit Schirm, Charme und Melone. Und Blacky Fuchsberger.
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20. November 2012


Vor ein paar Tagen Terminvorschlag zur Besichtigung meiner Wohnung von ernsthaft interessiertem Kaufinteressenten verpasst, E-Mail der Maklerfirma zu spät gelesen. Angerufen. Als Investitionsobjekt. Investitionsanleger sind mir, wenn überhaupt, herzlich willkommen. Ganz im Ernst. Gutes Zeichen: Besichtigung bei Tageslicht nebensächlich, unerheblich. Ich möchte bitte keinen Termin mit jemandem, der Wert auf Tageslicht bei der Besichtigung legt. Bitte einfach kaufen und ich habe wieder meinen Frieden. Bitte. Alle sind ja im Rahmen des Möglichen sehr nett und zivilisiert, aber es ist ein Einbruch in die Privatsphäre, den man nicht herbeigerufen hat. Man will nicht verdeutlicht bekommen, dass das Nest, in dem man heimisch ist, wie nirgendwo sonst, ganz jemand anderem gehört. Sehr sensibler Bereich. Als ob jemand durch mein Tagebuch spaziert. Wie leicht es mir dagegen fällt, private, selektierte Bilder hier hochzuladen. Die durchwandernden Augen bleiben weitgehend anonym, hinterlassen keinen direkten Blick. Sind nicht so berührend. So gerne ich Kommentare hier in meinem Blog habe und beantworte, so distanziert bin ich in der Reaktion auf Kommentare unter meinen Bildern auf Flickr. Gerade, wenn sie sehr persönlich werden, beinah intim. Man muss damit rechnen, ich provoziere das ja, ich versehe die Bilder mit tags, allerdings unverfänglichen, aber es gibt Passanten. Ja natürlich, man möchte auch von Gott und der Welt und Passanten zur Kenntnis genommen werden. Und doch will ich eine deutliche Grenze ziehen. Je persönlicher ein Kommentar eines Unbekannten unter einem Foto von mir ist, umso unwahrscheinlicher ist es, dass ich reagiere. Maximal ein kurzes Danke, wenn überhaupt. Die Kommentatoren bleiben oft gesichtslos oder die Gesichter sagen mir nichts. Das spielt sicher auch eine Rolle. Merkwürdig, wenn man so viel von sich preisgibt, sich visuell so identifizierbar macht und fast zu – ach ich weiß keinen Prozentsatz – aber einem hohen – mit Menschen kommuniziert, deren Gesicht man nicht kennt. Obwohl stimmt ja auch nicht. Ich habe ja schon viele, sehr viele Blogger getroffen, die hier auch ab und zu einen Kommentar hinterlassen. Die wenigen regelmäßigen habe ich eigentlich alle schon mal persönlich getroffen. Ich schreibe also ein bißchen Quatsch gerade. O.k., kommt wahrscheinlich davon, dass mir trotz der persönlichen Begegnungen in der Vergangenheit kein lebendiger Stream zugänglich ist. Auf unkomplizierte Weise. Wiese hab ich gerade getippt. Auf der grünen Wiese. Nein, ohne Treffen. Einfach nur gucken, hier im Internet. Ich bin doch ein Eremit. In. Eremitin. Die exhibitionistische Eremitin Gaga Nielsen. Alleinstellungsmerkmal und Kerngeschäft. Das ist übrigens kein Sonnenschutz. Das ist meine Art, Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Bettwäsche. Ging ganz schnell. Bettwäsche auf dem Balkon trocknen kann ich empfehlen. Wenigstens an solchen Sommertagen im Frühling, am zwanzigsten Mai. Und es gab noch eine Ferienpostkarte. Das war der Tag, als ich meinen Einkaufszettel beim Frühstück mit Kaffee und Müsli auf dem Balkon gekritzelt habe. Ein schöner Tag. Nein. Ein wunderschöner Tag. Der Mai hatte so viele schöne Tage und ich habe sie alle festgehalten. Getrunken und bis auf den kleinsten Krümel aufgegessen, bis ich satt war. Für eine Weile. Von ein paar Frühlingstagen in einem geliebten Adlerhorst in der Auguststraße.
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19. November 2012



Indianer spielen. Was habe ich eigentlich die ganze Zeit gedacht – dass mich der Frühling und der Sommer vergessen hat – – ? Wie ich beinah neidisch die Einträge anderer las, zeitlich passend, „zeitnah“ wie es so blöd heißt, instant-fertig im Frühling und Sommer, die vor Licht und Schlagschatten gleißenden Bilder anschaute, und wenn es nur ein einziger Schnappschuss war. Man kann darin baden. Das merke ich jetzt. Jetzt können alle anderen,

die in der Dunkelheit und im Herbst leben und über Geschenkpapier und Schleifen nachdenken, in meine bis zum Rand gefüllte Sonnenbadewanne eintauchen. Ganz bestimmt nicht die letzte, die ich mir einlasse. Ich bin fasziniert, wie das funktioniert. So kann man den Dezember und auch noch den Januar rumkriegen. Die Monate, die ich nicht so sehr liebe. Wenn ich mir eine Zeit wegwünschen könnte, wären es die letzten drei Dezember- und die ersten drei Januarwochen. Heute erschließt sich mir völlig der Sinn von diesem Anachronismus, den ich hier betreibe. Wozu instant-Bilder? Keine Ahnung. Ich habe es vergessen. Es muss irgendeinen Grund gegeben haben, warum es attraktiv wurde, sofort zu posten, wie ein Augenblick, den man gerade erlebt hat, ausgesehen hat. Vielleicht verstehe ich es wieder, wenn ich die Zeit eingeholt habe. Kann ich mir gut vorstellen. Ich kann mir überhaupt alles mögliche gut vorstellen. Auf jeden Fall war der Zeitrutsch eine gute Idee von dir, lieber Gott! Du hast doch immer wieder neue Taschen-Tricks auf Lager, um mich zu überraschen. Danke! Deine Indianer-Gaga, mit Frühlingsgrüßen.

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19. November 2012



Indianer spielen. Was habe ich eigentlich die ganze Zeit gedacht – dass mich der Frühling und der Sommer vergessen hat – – ? Wie ich beinah neidisch die Einträge anderer las, zeitlich passend, „zeitnah“ wie es so blöd heißt, instant-fertig im Frühling und Sommer, die vor Licht und Schlagschatten gleißenden Bilder anschaute, und wenn es nur ein einziger Schnappschuss war. Man kann darin baden. Das merke ich jetzt. Jetzt können alle anderen,

die in der Dunkelheit und im Herbst leben und über Geschenkpapier und Schleifen nachdenken, in meine bis zum Rand gefüllte Sonnenbadewanne eintauchen. Ganz bestimmt nicht die letzte, die ich mir einlasse. Ich bin fasziniert, wie das funktioniert. So kann man den Dezember und auch noch den Januar rumkriegen. Die Monate, die ich nicht so sehr liebe. Wenn ich mir eine Zeit wegwünschen könnte, wären es die letzten drei Dezember- und die ersten drei Januarwochen. Heute erschließt sich mir völlig der Sinn von diesem Anachronismus, den ich hier betreibe. Wozu instant-Bilder? Keine Ahnung. Ich habe es vergessen. Es muss irgendeinen Grund gegeben haben, warum es attraktiv wurde, sofort zu posten, wie ein Augenblick, den man gerade erlebt hat, ausgesehen hat. Vielleicht verstehe ich es wieder, wenn ich die Zeit eingeholt habe. Kann ich mir gut vorstellen. Ich kann mir überhaupt alles mögliche gut vorstellen. Auf jeden Fall war der Zeitrutsch eine gute Idee von dir, lieber Gott! Du hast doch immer wieder neue Taschen-Tricks auf Lager, um mich zu überraschen. Danke! Deine Indianer-Gaga, mit Frühlingsgrüßen.

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18. November 2012




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Ach, die Torstraße. Kaum eine Straße hat sich in den letzten Jahren so schnell verändert, und ich finde das ohne Wenn und Aber alles noch viel wunderbarer als früher. Die Elektrizität hat noch eine Umdrehung mehr in den letzten zehn Jahren bekommen und ist hier besonders hoch. Das spürt womöglich auch Madonna, wenn sie zwischen dem von ihr bevorzugten Soho House und dem Kaffee Burger in der Torstraße herumgurkt, so sie in Berlin ist. Auf meinen Bildern sieht man nur einen kleinen Ausschnitt, sagen wir zwanzig Prozent, wenn überhaupt, den Abschnitt, wenn man am Rosenthaler Platz losläuft, auf der rechten Seite, Richtung Schönhauser Allee. Ich war auf dem Weg zu Netto, einem Laden, wo ich sonst nie bin, der aber super sortiert ist. Ein schöner kleiner Spaziergang für mich. Ich brauchte Ölsardinen, die waren gerade anderswo knapp. Der Netto-Laden ist so ungefähr auf der Höhe vom Rosa-Luxemburg-Platz, und die Kundschaft ist ganz schön attraktiv. Mein lieber Schieber. Es wurde sogar an der Kasse geflirtet. Und zwar mehrfach. Sehr, sehr nett. Ich sollte öfter mal da lang laufen. In der anderen Richtung gibt es aber auch ganz schön viel zu sehen. Jede Menge besuchenswerte Lokale und Galerien. Das Muschi Obermaier und das Toca Rouge oder das Bandol. Aber wem erzähle ich das. Gut, ich erzähle es den Lesern von auswärts, die nicht so intensiv mitkriegen können, was gerade in welcher Straße in Berlin passiert. Die Torstraße ist ungefähr zwei Kilometer lang und wie man in dem schon etwas älteren Artikel vom Tip lesen kann, immer noch reichlich angesagt. Was allerdings schon eine Weile nicht mehr stimmt ist, dass man in der Torstraße günstig Räume mieten könnte. Alleine daran merkt man, dass der Artikel schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Davon träumen heute viele, obwohl sie ja wirklich laut und auch irgendwie ziemlich trashig ist. Aber eben arschcool. Es ist, wie es ist. Bevor ich meinen Adlerhorst in der Auguststraße bezogen habe, hatte ich mir auch eine Wohnung in der fünften Etage mit Balkon in der Torstraße angeguckt. Ich weiß gar nicht mehr, ob die drei, vier oder fünf Zimmer hatte. Nicht, dass ich je fünf Zimmer gebraucht hätte, aber die Miete war damals, vor dreizehn Jahren, so unfassbar billig und ich war neugierig. Ich habe mir nur Dachgeschosse und oberste Etagen mit Balkon angeguckt, wegen maximalem Licht und Ausblick. Sie war interessant verwinkelt, was ich sehr mag, aber nicht saniert, leider. Daher auch der Schnäppchenpreis. Ich hätte den Zuschlag bekommen. Der Besichtigungstermin war gerammelt voll. Obwohl ich in keinster Weise besonderes Interesse signalisiert hatte, hat mir der Makler ein Zeichen gegeben, mich so komisch beiseite genommen. Das hat mich irgendwie beschämt, weil so viele Paare bei der Besichtigung waren, zum Teil mit kleinen Kindern. Mir war die Bude zu versifft, ohne Zentralheizung auch zu unkomfortabel und dann der laute Balkon zur Torstraße. Null Erholungswert. Wenn die heute saniert ist, kostet sie wahrscheinlich zweitausend Euro kalt, so groß wie die Wohnung war, und mittendrin. Ich weiß die Hausnummer nicht mehr, aber sie war gefühlt exakt mitten in der Torstraße. Ich hoffe, dass da jetzt mehr als eine Nase drin wohnt. Die Aschenputtel-Straße ist eine ziemlich heiße Braut geworden. Elektrisch. AC/DC. High Voltage.

17. November 2012


Wie nennt man einen Punkt, an dem man immer wieder vorbeikommt. Prominent? Sensibel? Neuralgisch? Nein, nicht so wirklich, mir ist als gäbe es da irgendein bestimmtes Adjektiv dafür, das mir gerade nicht einfällt. Also ich komme immer wieder, alle Nase lang an dieser Ecke vorbei, aus meiner Wohnung linker Hand, schräg gegenüber, die Baustelle von David Chipperfields Berliner Büro, weiter, rechts um die Ecke in die Linienstraße, um kurz darauf links in die Rosenthaler Straße abzubiegen, die Rosi, wie ich gerne sage. Eine Ecke, die ich kenne wie meine Westentasche, wie es so schön heißt, einfach nur vom schlichten Durchlaufen. Es ist der kürzeste Weg zur U-Bahn-Haltestelle Rosenthaler Platz, aber da bin ich gar nicht hin, an dem Tag, also nicht nach unten in die U-Bahn, sondern weitergelaufen, einen kleinen Spaziergang in die Torstraße gemacht. Doch davon später.

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17. November 2012

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Ramatuelle. Ich muss gerade an Bilder denken, die Helmut Newton in den Siebziger Jahren von Katharina Thalbach und Thomas Brasch in ihren Ferien in Ramatuelle gemacht hat, einem Ort in Südfrankreich, südlich von Saint-Tropez. Romy Schneider hatte dort auch ein Ferienhaus, es gibt Bilder, in denen man sie in einem jadegrünen, langen Häkelkleid sieht, zwischen Pinien und Oleander, tief braungebrannt. Ihr Sohn David wuselt um sie herum. „La Piscine“, Der Swimmingpool mit Romy und Delon wurde auch in einem Haus in Ramatuelle gedreht. Schöne Villa, wie ich es in Erinnerung habe. Ich war nie da, nie an der Côte d’Azur, kenne das alles auch nur aus dem Film. Auf einer der alten Videokassetten hier, ist er auch drauf. Lange nicht mehr gesehen.

16. November 2012

Hallo Charlie, treue Seele. Mein Anziehsachen-Wetterbericht. Dreizehnter Mai Zweitausendzwölf: „langärmliges T-Shirt, kein Bikini.“ Würde doch auch reichen, oder nicht? Obwohl nein. Die Menschen sind da ja doch sehr verschieden. Kann es sein, dass Männer weniger frieren? Ich kann mich erinnern, bei zwei Bestimmten war mir die Heizung im Herbst und Winter immer viel

zu wenig aufgedreht. Vielleicht eine Sparmaßnahme und sie hatten wärmere Sachen an. Aber wenn ich darüber nachdenke, eigentlich doch nicht. Sie waren beide kein bißchen dick, hatten also keine wärmende Extra-Iso-Schicht. Vielleicht doch so eine Männersache.
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16. November 2012


Another day in paradise. Mein Paradies hat keine Bediensteten. Es ist ein Platz auf der Welt, an dem ich unbehelligt bin. Wo die Kaffeetasse mit dem doppelten Sprung auf dem Balkon steht, in der Sonne. Und die blauweiße Schüssel aus dänischem Porzellan mit dem Strahlenmuster. Wo niemand klopft und klingelt. Wenn ich will, kann ich weit über die Dächer schauen, wo ich alles sehen kann, aber kaum einer sieht mich. Das schönste Versteck von allen. Als ich im Mai Ferien hatte, wollte ich genau da sein, nirgendwo sonst. Ich hätte schon wieder ein bißchen Geld gehabt, um zu verreisen, aber mir ist kein bequemerer, geliebterer Ort eingefallen, als der, an dem ich schon bin. Man muss sein Glück begreifen. Mir helfen Bilder dabei. In diesem Jahr, in dem ich so zurückgezogen lebe, wie lange nicht mehr zuvor. In einer solchen Einsiedelei werden viele Menschen bekümmert. Ich habe mir vorgenommen, herauszufinden, wie ich jeden Tag mit dem, was ich jetzt habe, so zufrieden sein kann, dass man von Glücksmomenten und Lebensfreude sprechen kann. Wenn das Leben mir irgendwann noch mehr schenkt, dann explodiere ich wahrscheinlich vor Glück. Ein Zuhause zu empfinden, unabhängig von dem Zuhause bei einem oder mehreren Menschen, in sich selbst, ist bestimmt ein großes Glück. Weil es einem keiner wegnehmen kann. Bei vielen zwischenmenschlichen Sachen kenne ich mich nicht so richtig aus, aber wie man lernt, sich jeden Tag gut, richtig gut, leiden zu können, habe ich inzwischen ausgetüftelt. Falls mal jemand Rat braucht. Es ist die Kunst, sich selbst zu verführen. Mit sich zu flirten, als wäre man jemand, den man zu sich ziehen möchte, und sich deshalb sich selber von seiner besten Seite zeigt. Heute ist ein Novembertag aus dem Bilderbuch, weil es neblig und grau ist, das perfekte Wetter und die ideale Jahreszeit um sich an sonnige Frühlingstage zu erinnern. Ich spüre die Sonne, wenn ich die Bilder anschaue, das tut so gut.

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Die letzte halbe Nacht, fast bis es hell wurde, habe ich immer wieder ein- und dasselbe Lied in drei verschiedenen Aufnahmen gehört. Desert Rose von Sting. Ich war völlig im Taumel und ich habe getanzt. Diese arabischen Klänge machen mich glücklich, ich weiß nicht warum. Die Wüste darin, so vertraut. Diese Version von Momo Djender, der schon vor vielen Jahren mit Sting auf Tournee war, und Vinh Khuat bei ihrem Auftritt bei the Voice gefällt mir fast noch besser, als die Originalversion von Sting und Cheb Mami. Phantastisch. Ach nein, ich liebe beide. Hypnotisch, magisch, zauberhaft. Da geht mein Wüstenherz auf. Ganz weit auf.


15. November 2012


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Endlich Ferien! Die Bilder zur Ferienpostkarte vom 10. Mai. Damals habe ich lauter Rollkragenpullover gebloggt, aber in Wahrheit bin ich im Bikini auf dem Balkon gelegen. Jetzt umgedreht! So schließt sich der Kreis. Aber warum bin ich nach einem halben Jahr nicht weiter? Wahrscheinlich war ich anderweitig sehr fleißig, anders kann ich es mir nicht erklären. Ich bin überhaupt so gut wie nie untätig, auch wenn es auf den Fotos anders ausschaut. So ein bißchen in der Sonne rumliegen, ist schon mal drin, das geht ruckzuck! Ich bin ein effizienter Typ. Trotzdem bin ich am Rätseln, wieso die anderen so wenige Fotos machen, ich weiß gar nicht wie man das schafft. Dann ist man natürlich noch schneller als ich, logisch. Wenn es aber erst mal Februar ist, und mein Großauftrag hier abgearbeitet, hab ich auch wieder die Nase vorn, dann können sich die anderen frisch machen!

15. November 2012


Wie war das: Kleider machen Leute. Na ja. Leute machen Kleider. Für Kleidermacher sind Kleider ein bißchen wie Kinder, sie haben einen eigenen, eigenwilligen Charakter, der nicht mit jeder Vorführdame harmoniert. Sagen wir, ein charakterstarkes Kleidungsstück, eines mit viel Profil und oder Substanz braucht einen ebenso charakterstarken, profilierten Inhalt, Träger, Trägerin, sonst haut die Sache nicht hin. Hat die Klamotte mehr Charakter, mehr Profil oder einfach einen völlig anderen als der Inhalt, hängt das Bild schief. Die Klamotte überzeugt, wenn die Körperspannung der Power des Kleidungsstücks entspricht. Das kann sanft oder hart sein. Ein gutes Modell, also „Model“, Fotomodell channelt vielfältige Charaktere, um in möglichst vielen Kleidercharakteren zu überzeugen. Es ist also neben Fotogenität auch ein geradezu geniales schauspielerisches Talent gefragt. Ein sehr harter Beruf, ganz unabhängig von der Einhaltung von Konfektionsvorgaben. Sollte man nicht unterschätzen. Mir wäre das zu anstrengend. Ich stelle mich gerne aus freien Stücken in launig selbst gewählten Klamotten vor die eigene Kamera, aber bitte nicht als Beruf. Ich sehe gerne gelungene Bilder, in denen Mode, sehr gerne auch sehr experimentell und überhöht, mit einer starken atmosphärischen Aussage verbunden wird. Einem scheinbar attraktiven, atmosphärischen Moment. Das allerdings gelingt doch eher im Bereich der professionellen Modefotografie, wo aber ja durchweg mit kalkulierter Inszenierung gearbeitet wird, was eigentlich vom Standpunkt der Effizienz beim Enstehen einer Bildstrecke jedem nachvollziehbar sein sollte. Genial wird es dann, wenn man jemanden wie Peter Lindbergh zur Hand hat, dem es gelingt, innerhalb eines kalkulierten Settings einen atmophärischen Freiraum zu schaffen und den zauberhaften Moment durch sein eigenes Charisma zu provozieren. Ich empfehle allen ambitionierten Fotografen, mit dem Feuer zu spielen, und das Unwägbare zuzulassen, einen Grad von Annäherung, einen persönlichen Moment, und dann abzudrücken. Der Zauber eines Bildes, auf dem ein Mensch zu sehen ist. liegt fast immer im Blick oder in der Körperspannung. Kraft, Feuer, Ekstase, Dynamik, Mut und Anmut.
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13. November 2012


GOOD DAY SUNSHINE!

Ja wirklich, ein paar mal schon habe ich vergessen, welche Jahreszeit wir haben. Nur wenn ich dann das Datum vom Blogeintrag tippe, muss ich mich konzentrieren. Ich gucke dann, wie auf einem Spickzettel, was die automatische Datumsangabe beim Blogeintrag erstellen anzeigt und schreibe ab. November weiß ich, das kann ich mir noch merken. Es ist eigentlich sehr schön, Frühlingsbilder von sich anzugucken, die wie neu sind, eben so neu, wie gerade erst geknipst. Mehr Spaß als Mützenbilder im Herbst! Als ob man nicht so schon friert! Aber heute war auch in der wirklichen Zeitrechnung Sonne in Berlin. So ein kurzer Sonnentag eben. Sonnenbaden geht auch noch, wenn ich will, aber dann nur windgeschützt in der Wohnung im Sonnenfleck vom offenen Gaubenfenster. Es kommt mir total luxuriös vor, dass ich Sonnenbadenbilder anbieten kann, weil andere das meistens nur können, wenn sie gerade superweit weg verreist sind. Und ich kann das einfach so! Total preisgünstig. Ganz schön clever! Manchmal bin ich echt ausgefuchst. Das habe ich, glaube ich neulich schon mal geschrieben. Ich darf mich nicht zu sehr wiederholen. Ich wiederhole mich ja schon mit den Bildern recht oft, ich weiß. Aber im Moment habe ich eben nichts anderes zu bieten! Jeder wie er kann. In Bars zu gehen, hab ich gerade keine Lust, außerdem ist es da auch zu dunkel, um gescheite Fotos zu machen. Und verstößt gegen die Persönlichkeitsrechte, wenn man die Leute nicht kennt! Und wenn man welche kennt oder kennenlernt und es persönlich wird, geniert man sich wieder! Obwohl ich ja eigentlich nicht. Ich habe eigentlich auch nicht vor, Leute kennenzulernen, die blöd herumzicken, wegen ein paar Bildern, auf denen sie sowieso im Rahmen ihrer Möglichkeiten schon super aussehen. Ich möchte gerne maximal fotogene, attraktive, intelligente und einigermaßen zufriedene Menschen kennenlernen, die machen weniger Ärger! Das sonnige Good-Day-Sunshine-Lied war als Kind eines meiner liebsten Lieblingslieder.
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13. November 2012


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Ganzheitliche Gesichtsgymnastik nach Ohoven, zur Stärkung der Muskulatur, in Verbindung mit digitaler Urschreitherapie nach Nielsen. Die Spezialität besteht darin, den Schrei in der Tradition von Munch auszuführen, also praktisch nicht hörbar, damit die Nachbarschaft nicht aus Versehen die Polizei anruft. Das haben die damals einfach noch nicht raus gehabt, als John Lennon und alle damit herumexperimentiert haben, deswegen hat es am Ende auch nicht gefruchtet! Denken wir nur an das traurige Bild von John Lennon neben seiner Mama Yoko in Embryo-Haltung. Das war nach der Urschrei-Therapie! Ganz verschreckt sieht er aus, der kleine John. Er hat sich selber erschrocken vor seinem fürchterlichen Geschrei! Da das Prinzip der Muskulatur-Auflockerung jedoch auch vom kosmetischen Standpunkt sehr begrüßenswert ist, habe ich die Therapie weiter entwickelt und kann nun nach erfolgreichem Selbstversuch versichern, dass die Wirkung ganz ausgezeichnet ist. Ich stelle mir vor, dass ich das Ganze als Franchise-System aufbaue. Also wie die Coffee-Shops, die es jetzt überall gibt. In allen Therapiezentren werden diese Bilder von mir im Großformat hängen, gleich im Schaufenster, das schafft Vertrauen beim Kunden. Man weiß gleich: hier bin ich richtig, hier werde ich geheilt! Ich dachte an Einzelkabinen mit wohligen Farbstimmungen, in denen man vom Band meine einschmeichelnde Stimme hört, so hypnosemäßig. Ich gebe Anweisungen, wie geguckt werden muss, damit der optimale Heilerfolg erzielt wird. Natürlich muss man das in jeweils ca. halbstündigen Sitzungen etwa zwei bis drei mal pro Monat auffrischen, damit der ganze Organismus (Geist, Körper, Ätherleib, Seele) langfristig gestärkt wird und das Wissen bis ins unterste Bewusstsein eindringt. Nachhaltigkeit liegt mir da sehr am Herzen. Man kann auch eine Jahreskarte kaufen, dafür erhält man dann sogar eine Sitzung gratis! Es wird auch T-Shirts mit meinem Konterfei geben und natürlich den Schrei auch als hochwertigen 3D-Druck auf Leinwand. Ein Weihnachtsgeschenk für die ganze Familie! Bitte reservieren Sie sich noch heute Ihr von mir persönlich signiertes Exemplar. Nur für kurze Zeit erhältlich! (wie Mon Cherie.)

13. November 2012


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Ganzheitliche Gesichtsgymnastik nach Ohoven, zur Stärkung der Muskulatur, in Verbindung mit digitaler Urschreitherapie nach Nielsen. Die Spezialität besteht darin, den Schrei in der Tradition von Munch auszuführen, also praktisch nicht hörbar, damit die Nachbarschaft nicht aus Versehen die Polizei anruft. Das haben die damals einfach noch nicht raus gehabt, als John Lennon und alle damit herumexperimentiert haben, deswegen hat es am Ende auch nicht gefruchtet! Denken wir nur an das traurige Bild von John Lennon neben seiner Mama Yoko in Embryo-Haltung. Das war nach der Urschrei-Therapie! Ganz verschreckt sieht er aus, der kleine John. Er hat sich selber erschrocken vor seinem fürchterlichen Geschrei! Da das Prinzip der Muskulatur-Auflockerung jedoch auch vom kosmetischen Standpunkt sehr begrüßenswert ist, habe ich die Therapie weiter entwickelt und kann nun nach erfolgreichem Selbstversuch versichern, dass die Wirkung ganz ausgezeichnet ist. Ich stelle mir vor, dass ich das Ganze als Franchise-System aufbaue. Also wie die Coffee-Shops, die es jetzt überall gibt. In allen Therapiezentren werden diese Bilder von mir im Großformat hängen, gleich im Schaufenster, das schafft Vertrauen beim Kunden. Man weiß gleich: hier bin ich richtig, hier werde ich geheilt! Ich dachte an Einzelkabinen mit wohligen Farbstimmungen, in denen man vom Band meine einschmeichelnde Stimme hört, so hypnosemäßig. Ich gebe Anweisungen, wie geguckt werden muss, damit der optimale Heilerfolg erzielt wird. Natürlich muss man das in jeweils ca. halbstündigen Sitzungen etwa zwei bis drei mal pro Monat auffrischen, damit der ganze Organismus (Geist, Körper, Ätherleib, Seele) langfristig gestärkt wird und das Wissen bis ins unterste Bewusstsein eindringt. Nachhaltigkeit liegt mir da sehr am Herzen. Man kann auch eine Jahreskarte kaufen, dafür erhält man dann sogar eine Sitzung gratis! Es wird auch T-Shirts mit meinem Konterfei geben und natürlich den Schrei auch als hochwertigen 3D-Druck auf Leinwand. Ein Weihnachtsgeschenk für die ganze Familie! Bitte reservieren Sie sich noch heute Ihr von mir persönlich signiertes Exemplar. Nur für kurze Zeit erhältlich! (wie Mon Cherie.)

12. November 2012

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Wenn ich zu einer re:publica-Veranstaltung unbedingt gegangen wäre, dann sicher zu dieser. Wahrscheinlich hatte ich aus alter Gewohnheit, wenn Blogger auftauchen, meine Kamera im Anschlag. Im Nachhinein kommt es mir doch ein bißchen albern vor, zumal man von dem inzwischen verfügbaren Video locker und mit weniger Aufwand als ich damals, gleichwertige Screenshots der Standbilder machen könnte. Aber ich lege Wert darauf, dass die Bilder da oben keine Screenshots sind, sondern echte Fotos der Live-Übertragung vom dritten Mai Zweitausendzwölf, enstanden in meinem Wohnzimmer in der Auguststraße in Berlin, die Kamera auf einem Stativ direkt auf den Klapprechnermonitor positioniert. Ich hatte Spaß, beim Gucken und Zuhören, ab und zu draufzudrücken. Die Damen hatten sich augenscheinlich Gedanken über ihre Bühnengarderobe gemacht, was ich in jedem Fall anzuerkennen weiß. Schade, dass man nicht einfach nur zu dieser einen Veranstaltung gehen konnte, mit einem kleinen Extra-Ticket für meinethalben sieben bis zehn Euro. Das war aber nicht der einzige Grund, der mich abgehalten hat. Ich fürchtete damals, jemandem aus versunkener Zeit über den Weg zu laufen, dem ich nicht unbedingt nach vielen Jahren überraschend begegnen wollte. Das war der hauptsächliche Grund. Aber schon auch, dass es mir irrwitzig erschien, für eine einstündige Lesung ein ganzes Tagesticket kaufen zu müssen. Hat also nicht sollen sein, war aber auch so im Livestream ein Spaß. Wenn Sie mal gucken wollen, hier ist die Aufführung für die Ewigkeit festgehalten. Ich kannte bzw. kenne nach wie vor nur die Kaltmamsell von den vier Damen persönlich. Von den anderen beiden, ruhepuls und Miss Caro sind mir die Blogs aber geraume Zeit auch mehr oder weniger geläufig, nur Happy Schnitzel war mir nur von durch die Kaltmamsell verlinkte Twitter-Einträge ein Begriff. Aufgrund ihrer sehr lebhaften Mimik konnte ich von ihr leider kein Bild einfangen. Auf jeden Fall alle vier putzmunter, kann man nicht meckern! Überhaupt gar nicht.

12. November 2012


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Wenn ich am dritten Mai zur re:publica getapert wäre, dann wahrscheinlich eher nicht in der Aufmachung, in der ich morgens das Haus verlassen habe. Man hätte mich wahrscheinlich für völlig überkandidelt gehalten, wenn ich in dieser Jacke aus schwarzem Chintz angetanzt wäre, als gäbe es einen roten Teppich und dann noch die Sonnenbrille und darunter das golddurchwirkte Damast-Oberteil. Ich hätte dann eher ein bißchen tief gestapelt, also tiefer gestapelt als ich es mitunter an einem normalen Tag unter der Woche mache, wo ich mit Menschen zu tun habe, die eine repräsentativere Aufmachung für eher normal halten. Man hat ja immer sehr schön Gelegenheit, anhand von frischen Twitterbildern zu sehen, wie die Meute so aussieht. Sagen wir mal so, sportive Freizeitkleidung ist so das Gängigste. Praktisch und bequem muss es sein, damit man sich auch mal direkt auf den Hosenboden setzen kann und ein bißchen abhängen. Der typische Republica-Besucher sieht im Grunde aus wie ein Rucksack-Tourist. Ich meine jetzt nicht die Vortragsredner, da sieht man schon auch mal einen Anzug oder etwas Adretteres. Es ist eben mehr so eine Art Vortragsreihe am laufenden Meter, keineswegs ein feierliches Familientreffen oder dergleichen. Modeste hat in irgendeinem Kommentar mal angemerkt, dass es ja leider keine Bloggertreffen mehr gibt, denn die Republica wäre ja nun längst etwas anderes. Sie dachte dabei, soweit ich mich erinnere, an die erste große Blogger-Versammlung „Blogmich“ Zweitausendfünf in Berlin, die auch schon etwas größer war, in irgendeinem ungeheizten Bunker, da bei der Insel Stralau. Ich war damals auch nicht dabei, ich hatte wieder meine eremitischen fünf Minuten, wo mich nichts vor die Tür bringt. Aber ich habe auch damals alles genau verfolgt. Ein echtes Bloggertreffen, zu dem Modeste sogar selber gebackenen Kuchen mitgebracht hat, und sie hatte ihre tolle lange Zuchtperlenkette um und sah – wie immer – bezaubernd elegant, wenn auch etwas verloren in den schmucklosen Räumlichkeiten aus. Passend zu Modeste stelle ich mir das Ganze eher vor. Mehr so als mondäne Abendgesellschaft. Ich bin eben nicht von dieser Welt, ja ich weiß. Und ja, damals am Osthafen war es auch alles andere als elegant, sondern viel mehr saukalt und komplett ungemütlich, also die Räumlichkeiten und das kaum vorhandene gastronomische Angebot. Dagegen scheint heute doch etwas mehr geboten zu sein. Und wenn ich demnächst irgendwann mal atmosphärische Bilder von irgendeiner kleinen, loungigen Ecke da entdecke, gehe ich auch mal hin. Versprochen.

11. November 2012


Endlich Mai! Ich erinnere mich gut, dass viele Blogger diese ersten Tage im Mai herbeisehnten, weil die re:publica ab dem Zweiten wieder stattfand. Ich dachte mir: „Fein, dass das Wetter so super ist, auch für die Gäste!“. Plötzlich war nämlich nicht der Frühling ausgebrochen, sondern richtiger Sommer. Ich habe es mir auf dem Balkon gemütlich gemacht und immer mal wieder nachgeguckt, was die anderen so darüber bloggen. Hin bin ich aber selber nicht.

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10. November 2012

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Ich nehme an, ich wollte das Fenster öffnen oder kippen, um frische Luft hereinzulassen und sah, wie man so sagt, wie vom Donner gerührt, zartvioletten Himmel und den tieforangen Reflex in der Scheibe vom obersten Stockwerk des renovierten Hauses, in dem unten das Al Contadino ist. Und dazu den Fernsehturm in einem femininen, lachsrosa Abendkleid, obwohl es doch gar kein Festival of Lights im April gibt. Die Kamera geholt, schnell Weißabgleich, damit die Farben nicht verfälscht werden, kein Stativ, denn bei so seltenen, überraschenden Himmelseindrücken gilt es, keine Minute Zeit zu verlieren. Ich fotografiere nicht mehr so oft aus dem Fenster. Man sieht hier ja eigentlich nichts, was man unter einem klassichen Sunset, Sonnuntergang versteht. Keinen direkten Sonnenball, der versinkt. Das habe ich oft genug fotografiert, mit der Silhouette der Synagogenkuppel im Westen. Das hier ist der Blick gen Osten, Südost und Norden, genau die Seite, die beim Sonnenuntergang als uninteressant gilt, die eigentlich Unspektakuläre. Aber diese Reflexe und Farben wollte ich festhalten. So einen zart violetten Himmel mit so tieforangen Reflexen in der Spiegelung habe ich in den dreizehn Jahren aus dem Fenster noch nie gesehen. Im Zeitalter von Instagram-Filtern, die über jeden noch so simplen Schnappschuss mit Zauberhand ein fast immer künstlerisch virtuos wirkendes, oft sogar subtiles, hochattraktives Farbspektrum legen, mögen solche ungefilterten Aufnahmen nicht mehr sonderlich beeindrucken. Aber ich weiß, dass die Welt aus meinem Fenster am sechsundzwanzigsten April genau so ausgesehen hat, ungefiltert. Auch wenn ich hastig unterwegs bin, gerade bei meinen Daily Shots, aber auch sonst, lege ich bei den Farbaufnahmen immer Wert auf den Weißabgleich, das naturgetreue Farbspektrum. Die einzige Filterspielerei, die ich mir erlaube, sind Schwarzweiß-Versionen. Ich bewundere oft die Ergebnisse, wenn jemand sehr subtil – subtil wohlgemerkt – mit Filtern arbeitet oder photoshoppt, das ist sehr, sehr zeitaufwändig, das weiß ich von Jan, der darin ein Meister ist. Wenn ich meine Bilder derart bearbeiten würde, gäbe es wahrscheinlich nur noch fünf bis zehn Bilder pro Woche hier zu sehen. Die Vielzahl, die ich hochlade, wäre nicht im Entferntesten machbar. Man wird wahnsinnig, wenn man ein Bild eine Stunde bearbeitet. Ich jedenfalls. Für andere, als meine privaten Zwecke war das ab und zu erforderlich. No fun. Ich hoffe natürlich, dass meine bis auf Helligkeit und Kontrast ungepimpten Bilder trotzdem Anklang finden. Mir ist der Flow-Charakter des Bilderflusses viel wert. Die fließenden Eindrücke, die vielen Standbilder meiner Tage.

09. November 2012


Verrauscht. Bestimmt auf dem Sprung und keine Zeit genommen, die Empfindlichkeit optimal einzustellen, gedacht, was soll’s, ein Bild, das letzte geht ja einigermaßen, reicht, Plan erfüllt. Wie schnell man sich zuweilen eine Marotte zulegen kann. Wenn die Motivation groß genug ist, legt man sich von heute auf morgen die verrücktesten Gewohnheiten zu. Ich überlege gerade, welche Gewohnheiten ich gerne ablegen würde, man sagt ja immer der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Eigentlich keine. Aber wenn ich nicht alleine wohnen würde, würde ich mir einiges abgewöhnen und zwar sofort. Aber im Grunde nicht wirklich gerne. Ich kenne das aus Erfahrung. Ich hatte immer mit Männern zu tun, die leidenschaftlich gerne zwei bis drei Stunden in meiner durchaus sehr gemütlichen Küche gefrühstückt haben. Ich hörte Ihnen auch immer gerne zu, alle redeten viel und gerne. Ich schon auch. Aber mehr hörte ich Ihnen zu. Die Nachfragen kamen eher von mir. Und die Kommentare von mir bezogen sich hauptsächlich auf Angelegenheiten und Themen, die sie auf den Frühstückstisch brachten. Wenn ich alleine in meiner Wohnung bin, also weitgehend alleine lebe, habe ich völlig andere Rituale, die nicht zu einer Beziehung passen würden, und die ich auch dann nicht kultivieren wollte, wenn diejenigen davon wüssten. Zum Beispiel das erwähnte, von mir sehr geliebte morgendliche Ritual mit meiner Psyche am Küchentisch zu sitzen und Kaffee zu trinken und mir die Haare zu föhnen und mich zu schminken und dabei Musik zu hören. Das wäre mir viel zu intim. Ich mag es nicht, wenn mir jemand zuschaut, wenn ich mich fertig mache. Maximal, wenn ich mich anziehe, das ist weniger intim. Das ist mir zu unromantisch, zu profan. Wenn ich freiwillig Gesellschaft suche, bin ich sehr zugewandt, wenn es mir zuviel wird, ziehe ich mich zurück und pflege wieder meine Marotten. Dann ist der Küchentisch außer zu diesem morgendlichen Ritual und zum Einkaufstüten darauf auspacken, verwaist. Aber wenn es sich selten einmal doch ergibt, ergeben sollte, kann ich den Tisch decken wie im feinsten Restaurant und lege auch alle erforderlichen Tisch-Manieren an den Tag. Ohne mich dabei anzustrengen oder zu verstellen. Das ist dann wie Tanzen gehen. Was tanzen wir heute? Drei oder fünf Gänge? Und zum Nachtisch? Was schreibe ich da denn wieder. Wahrscheinlich wollte sich von göttlicher Hand das Statement manifestieren, dass ich keine hoffnungslose TV-Dinner-Adeptin bin. Man arbeitet ja immer daran, ein tolles Bild von sich abzugeben, da gehören natürlich auch Tisch-Manieren dazu. Ich spare mir aber, ein Opus mit weißer Tischdecke, Stoffservietten und polierten Gläsern zur Beweisführung zu fabrizieren. Bzw. hätte das nur Sinn mit einem adäquaten Gegenüber, von wegen zugehöriger gepflegter Tisch-Konversation. Ich könnte natürlich einen Spiegel auf dem Tisch platzieren und mir gepflegt zuprosten. Zum Wohl, Frau Nielsen. Das wird dann doch etwas sehr Charlie Chaplin-mäßig. Vielleicht aber auch lustig. Ich wäre dann auch sicher ein wenig betrunken. Aber mit sich selber spricht man ja nicht wie mit einem Mann. Daran könnte es scheitern. Natürlich könnte ich mich auch verkleiden und beide Rollen spielen! Oder ich stopfe mein Charlie Chaplin-Shirt mit meinem Bettzeug aus und setze ihn mir gegenüber. Charlie hätte bestimmt amüsante Sachen zu erzählen. Wahrscheinlich würde er von seinen tollen nächsten himmlischen Filmprojekten erzählen. Ich würde ihm dann super Tipps geben, wie er das ganze noch erfolgreicher machen kann und ihn dabei fotografieren, von seiner besten Seite. Er würde mich dankbar angucken. Und mich nichts über mich fragen. Da bin ich mir sicher.
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09. November 2012


Ich guckte doch ein bißchen angeschlagen aus der Wäsche, am dritten Tag des Abwehrkampfs. Wenn man von jedem Tag ein Bild hat, kann man gut vergleichen. Gut, bringt mich jetzt hier und heute auch nicht unbedingt weiter. Was habe ich eigentlich damals gebloggt, am 25. April, was hat mich so beschäftigt und abgehalten. Mal gucken – – ah. Am 25. nichts, aber einen Tag vorher und noch viele Tage danach, die Etappen meines Besuchs im Zeughaus, in dieser gigantischen Ausstellung zur Geschichte unseres Landes. Bin ich entschuldigt. Darüber kann man nicht mal eben so instant-mäßig lapidar hinwegbloggen. Ich jedenfalls nicht.
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09. November 2012

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Also eben doch wohl Halsweh! Am vierundzwanzigsten April war eindeutig ein bißchen Halsweh im Spiel, und demnach wohl auch am Tag davor. Es lässt sich eben alles rekonstruieren, wenn man sich nur ein bißchen auf sein detektivisches Gespür verlässt. So konsequent wird bei mir der Hals mit dem grünlich-grauen Schal nur eingewickelt, wenn etwas im Anmarsch ist. Damit gelingt es mir, dem nahenden Übel Einhalt zu gebieten! Aus mir nicht erklärbaren Gründen glaube ich ein bißchen religiös an das Oma-Rezept, man soll sich bei Halsweh einen Seidenschal umwickeln, das hilft irgendwie. Es ist dann auch nicht schlimmer geworden, ich war in diesem Jahr noch nicht richtig krank! Toi toi toi! Und natürlich Aspirin! Ich schwöre bei geringstem Vorzeichen auf Mega(!)-Dosen Aspirin, ein heißes Bad und so einen Halswickel, auch über Nacht und natürlich viel heißen Kaffee, Tee und-oder heißes Wasser und ordentlich Schlaf. Ging in den letzten vier Jahren jedesmal gut aus, also nach zwei bis drei Tagen Abwehrkampf wieder weg, ohne Ausbruch einer verrotzten Erkältung. Schal ist jedenfalls immer gut, ob aus flauschiger Baumwolle, Flanell oder Seide oder tollem, synthetischen Flausch! Oder meinethalben auch Kaschmir. Nur Wolle, so direkt auf der Haut ist mir zu kratzig, bin ich empfindlich! Ganz schlechte Erfahrungen habe ich hingegen mit diversen in Esoterikerkreisen populären Mittelchen wie Umckalabo oder wie dieser Quatsch heißt, gemacht. Das war im Frühjahr Zweitausendacht, wie sich meine treuen Leser erinnern werden, fast mein Untergang! Nur knapp habe ich seinerzeit die dramatischen Spätfolgen meiner tragischen Stimmlippen-Entzündung, welche aus einer nicht rechtzeitig angemessen medikamentierten einseitigen Mandelentzündung resultierte, überlebt. Ich will gar nicht daran denken. Also hören Sie bitte dringend auf meinen Rat. Apropos Dosierung Aspirin: bei Körpergröße ab – sagen wir – ein Meter zweiundsiebzig mindestens zwei auf einmal – im zwei- bis vier-Stunden-Rhythmus! Und mehr Schlaf als sonst! Sie wissen ja: wer heilt, hat recht! Also ich! Mit freundl. Gruß, Dr. med. Nielsen.

09. November 2012


Ob ich dachte, das verwaschene Tuch wertet die Sache irgendwie auf? Oder Halsweh? Ich weiß es nicht mehr. Insgesamt lässt sich feststellen, dass eine Tätigkeit als Bardame zu spektakuläreren Outfits führen würde. Andererseits: möchte ich mehr als eine Nacht mit einer Handvoll Betrunkenen verbringen? Und wie wirkt sich das auf den Teint aus? Ich kann mich ja noch dunkel erinnern, als ich in den Achtzigern als quasi Langzeitstudentin mehrere Semester im Studiengang Nachtleben hinter mich gebracht habe. Erstaunlich, dass das nicht schlimmere Spuren hinterlassen hat. Dafür bin ich doch recht gut in Schuss! Ein noch viel größeres Wunder ist allerdings, dass Anita Pallenberg und Keith Richards noch unter den Lebenden weilen. Die waren ja nun ganz anders unterwegs. Ich lese immer noch in Keiths Buch, kann noch dauern! Komischerweise langweilt es mich noch immer nicht. Sehr ausgiebig geht er auch darauf ein, wie er hinter Uschi Obermaier her war, mit der ihn bis heute noch eine innigliche Freundschaft verbindet. Wie Uschi ja auch immer erzählt. Ist also nicht gelogen.
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08. November 2012

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Okay, gut – ich gebe zu, ich muss jetzt ein bißchen das Datum und die Uhrzeit faken, also vordatieren, weil es schon 00:27 und demnach nächstes Datum ist, aber scheiß drauf! Eines muss ich ja sagen auf den letzten Bildern, also da im April. Man sieht eben doch, dass ich nicht mehr gesoffen habe! Da waren es mittlerweile ziemlich genau eineinhalb Jahre, also vom 24. November 2010 bis zum 21. April 2012, das sind doch eineinhalb Jahre, wenn ich richtig rechne. Inzwischen trinke ich ja wieder, also seit Juni 2012. Aber nicht so exzessiv, wie sich das vielleicht anhört. Ich gurgle mehr so mit alkoholischen Getränken. Das aber gerne öfter mal. Kann ich empfehlen. Ich bin jetzt sozusagen virtuos! Natürlich hoffe ich, dass ich den Verfall weiterhin in Grenzen halten kann, so wie Nena. Mein Vorbild! Nena trinkt auch manchmal Rotwein und isst viel frisches Zeug. Und natürlich stimmungsaufhellende Lebensumstände, ganz wichtig! Wasser trinken wäre auch gut, ich trinke glaube ich zu wenig. Aber kein Yoga! Also nichts gegen Yoga, aber ich meine, das muss nicht sein, ich habe im April 2012 auf jeden Fall kein Yoga gemacht. Und vorher auch nicht und auch nicht danach! Aber natürlich super, wem es hilft! Ich finde die Gymnastikübungen auch bei manchen ganz hübsch und anmutig. Bei anderen nicht so. Kommt wahrscheinlich auch auf das Bewegungstalent an, wie halt überall! Was ich sagen will: man kann auch anders gut drauf kommen! Prost! Also ich weiß ja nicht. Manchmal lese ich meine Blogeinträge und denke, das klingt doch stellenweise irgendwie ziemlich primitiv, was ich mitunter so von mir gebe. Wenn mir natürlich nie einer widerspricht, schreibe ich eben jeden Unfug, der mir gerade in den Sinn kommt! Um eine Ausrede bin ich nie verlegen! So, Eintrag Nr. Drei fertig, Feierabend! P.S. wichtig: so bin ich nicht vor die Tür gegangen! Ich war den ganzen Tag daheim! Nur im Unterhemd und mit so einer komischen Unfrisur gehe ich nicht unter Leute, dass wir uns richtig verstehen!

08. November 2012


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Drei Tage pro Tag sollten zu schaffen sein. Ich schaffe das! Ich kriege das hin. Zack, nächster Tag. Das ist jetzt mein neues Tagespensum, mindestens drei Tage müssen hochgeladen und gepostet werden, sonst gibt es sieben Jahre schlechten Sex! Haha. Sage ich so leichtfertig dahin, dabei in meinem Fall nur eine sehr mittelmäßige Bedrohung. Na gut, wie auch immer. Ein Thema, das ich nicht weiter ausführen möchte. Als hätte ich Zeit, hier großartig zu bloggen und Text zu fabrizieren! Los, weiter jetzt!

07. November 2012


Am achtzehnten April hätten George Harrison und Ravi Shankar Freude an mir gehabt. Ein indisches Hippie-Teil wie aus dem Beatles-Fundus. Das werde ich auch nie hergeben, es ist so aufwändig gemacht und immer ein kommentierter Hingucker, so selten ich es in all den Jahren anhatte. Ich habe es in den Neunziger Jahren gekauft und ich erinnere mich, dass ich es auf einer Hochzeit anhatte. Einer von zwei Hochzeiten, auf denen ich in meinem Leben war. Keine Sorge, ich ging nicht ganz in Weiß, vielmehr trug ich darunter noch einen Hauch von einem schwarzen Spitzenhemdchen mit Spaghettiträgern und einen schwarzweißen Mini. Ich habe das Tabu gewahrt. Ich weiß, man sollte als weiblicher Hochzeitsgast niemals ganz in Weiß oder Schwarz erscheinen, aber Schwarzweiß geht in Ordung. War es. Lange her.

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07. November 2012


Am achtzehnten April hätten George Harrison und Ravi Shankar Freude an mir gehabt. Ein indisches Hippie-Teil wie aus dem Beatles-Fundus. Das werde ich auch nie hergeben, es ist so aufwändig gemacht und immer ein kommentierter Hingucker, so selten ich es in all den Jahren anhatte. Ich habe es in den Neunziger Jahren gekauft und ich erinnere mich, dass ich es auf einer Hochzeit anhatte. Einer von zwei Hochzeiten, auf denen ich in meinem Leben war. Keine Sorge, ich ging nicht ganz in Weiß, vielmehr trug ich darunter noch einen Hauch von einem schwarzen Spitzenhemdchen mit Spaghettiträgern und einen schwarzweißen Mini. Ich habe das Tabu gewahrt. Ich weiß, man sollte als weiblicher Hochzeitsgast niemals ganz in Weiß oder Schwarz erscheinen, aber Schwarzweiß geht in Ordung. War es. Lange her.

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06. November 2012


Charlie und ich sind inzwischen ein eingespieltes Team! Das Gleiche gilt für meine Psyche. Ich und meine Psyche sind SO! Zuerst habe ich nur das Möbelstück gemeint, aber wenn ich es recht überlege, kann ich das auch von meiner anderen Psyche behaupten, also von der ohne schwenkbaren Spiegel. Ich erkläre noch mal gerne, was ich mit der Möbel-Psyche meine. Es ist ein Begriff aus dem Bereich der Antiquitäten. Ein schwenkbarer Spiegel auf einem Fuß, mit oder ohne Schublade unten dran, heißt Psyche. Irgendwie total sophisticated, oder? Ich wollte erst eine vom Flohmarkt oder Anitquitätenhandel, aber die waren entweder zu groß, nicht nach meinem Geschmack oder zu teuer, dann hab ich eine neu gebaute bei einem Internet-Möbel-Händler gefunden, der das Holz so bearbeitet, dass es ein bißchen nach Patina ausschaut. Sie ist schön klein, aber nicht zu klein und kann prima herumgetragen werden. Am liebsten sitze ich mit meiner Psyche morgens am Küchentisch, mit einer heißen Tasse Kaffee und tusche mir die Wimpern und alles. Man kann den Kopf ganz sehen, das ist super. Im Bad herumzustehen und sich zurechtzumachen finde ich unbequem, auch wenn ich ein schönes, kuscheliges Badezimmer habe. Das Licht ist auch viel besser in der Küche und man kann alles im Sitzen machen. Auch Haare föhnen, alles was anfällt! So eine Psyche ist eine Super-Anschaffung. Man kann natürlich auch eine ohne Schublade untendran kaufen, meine hat eine, wird aber nicht unbedingt gebraucht. Auf den Fotos sieht man ein bißchen was von meiner Psyche, damals im April war sie ganz neu, frisch geliefert! Ich bin sehr mit meiner Internet-Psyche zufrieden. Und der anderen auch.

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06. November 2012

Hallo, hallo! Ich bin Gaga Nielsen und wer seid Ihr? Ich glaube, da neulich, am 14. April Zweitausendzwölf waren Frühlingsgefühle im Spiel, also wettermäßig, rein wettermäßig! Ich meine, ich hätte vor der Entscheidung gestanden, mir ein Pseudo-Outfit überzuhelfen oder einfach mein Lieblingsleibchen zu schnappen, das ich so oft wie kein anderes anziehe, auch jetzt im Herbst. So ein weites, bequemes Leibchen ist immer angenehm unter den anderen Sachen. Man sieht praktisch nie, dass ich es anhabe, weil ich es ja nie in der Öffentlichkeit als Oberteil anziehe! Also ein exklusiver Einblick! Und da es sich nicht um ein megahippes Teil handelt, muss man halt anderweitig beamen. Wenn die Sonne beamt, kann man auch selber leichter beamen, da ergibt eines das andere. Wäre ich Kate Climber Middleton, aka Duchess Kate, würde die Daily Mail nett schreiben, ich war totally beaming am zwölften April. Da ich aber nur Gaga Nielsen bin, schreib ich es halt selber!

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05. November 2012


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Jetzt aber mal einen Zahn zugelegt hier. Ich muss mit noch mehr Sportsgeist an die Sache ran, deswegen die sportive Regenjacke, die vor allem exzellent bei Gegenwind schützt. Ein dankbares Unisex-Kleidungsstück, zur Abwechslung in fröhlichem Schwarz. Das Dings habe ich – Moment – im Juli Zweitausenddrei für eine Exkursion (nein, nicht Expedition) zum Nordpolarmeer erstanden, wo es vorbildlich dem arktischen Wind standgehalten hat. Marke – Moment – „agu“, mit hört, hört Poray 5000, waterproof, breathable. Sportabteilung Galeria Kaufhof, runtergesetzt von teuer auf bezahlbar. Erst vorgestern zum Einkaufen im Regen angehabt. Der komische dunkelrote Anzug darunter ist ziemlich weit oben auf meiner persönlichen Abschussliste, wenn ich die Bilder sehe, am Attraktivsten noch mit nichts drunter. Allerdings mit sentimentalen Erinnerungen befrachet. Auch für Reisezwecke gekauft, auch Outdoor-Abteilung, ärmellos mit hunderttausend Taschen und Kapuze gegen Sandsturm und Sonnenstich in Arizona und Indianerland. Hat prima geklappt. Ich hänge deswegen ein bißchen dran, auch wenn die Silhouette insgesamt nicht so der Burner ist. Damals war er knallrot und irgendwann war mir nach Umfärben, ist jetzt so Bordeaux, mein Lieblingsgetränk neben Kaffee und Williamsbrand. Just for the record, wie der Amerikaner gerne sagt.