22. Mai 2010

Danach. weiß gar nicht mehr, warum die vier Fotos entstanden, irgendein aufstrebender Gedanke, der gebannt werden wollte. Vielleicht stand auch nur der Mond in Konjunktion zu meiner Sonne, wie jetzt. Weiß der Geier. Kaum bin ich allein zuhause angekommen, reiße ich mir die Klamotten vom Leib und bleibe je nach Umgebungstemperatur nackt oder zieh mir was Kuscheliges an. Und binde die Haare zusammen. Das sieht man jedenfalls auf den Bildern. Mehr fällt mir nicht mehr dazu ein. Und ich war guter Dinge. Sonst hätte ich nicht draufgehalten. Und bin es wieder. Morgen vielleicht Bilder der ersten Reiseetappe. Mit dem Flieger zu meinen Eltern, Neffen und danach liebster Freundin. Jetzt schlafen.

31. März 2010

Am meisten muss ich über die Bilder lachen, die ich gemacht habe, als Helge die Bücher signiert hat. Wenn man nicht wüsste, was er da gemacht hat, könnte man denken, er hat sich mit einigen Dutzend Frauen verabredet, um mal zu gucken, was so geht. Wie verliebt ihn die Damen angucken. Und er guckt immer adäquat zurück. Kann man nicht anders sagen. Ganz schön viele Bilder. Ganz schön viele Frauen. Helge, Helge..! Jan heute Nachmittag, (er konnte ja – oder wollte nicht) am Telefon. „Und? wie war’s“ „So und so und bla bla bla und bla bla bla Rhabarber Rhabarber Rhabarber.“ „Ja und danach??? Hast du Fotos gemacht?“. „Ich hab nur bei der Lesung fotografiert, auf der Bühne, und als er die Bücher signiert hat. Später nicht.“ Jan: „Warum denn nicht??!!??“. „Weißt du Jan, Rhabarber Rhabarber Rhabarber…“ Jan: „???!!!??“. Ich erkläre, dass es Situationen gibt, die man besser nicht dadurch bricht, dass man wie ein Schmetterlingsfänger die Kamera drauf hält. Da Jan ein sensibler Mensch ist, wird er das verstehen. Aber Jan ist der investigative Typ, das weiß ich. Wenn Jan drei Stunden mit der schönen Cobra Killer-Lady in einer lauschigen Nische in einer schummrigen Bar gehockt wäre, hätte er sie ganz sicher irgendwann in eine besser ausgeleuchtete Ecke gecirct und sie wäre ihm möglicherweise gerne gefolgt. Ich dagegen rühre meine Kamera drei Stunden nicht mehr an und fotografiere mit meinem kleinen Erinnerungsobjektiv. Vor allem Helges Frau. Ich nenne sie einfach so. Mein Auge liebt sie sofort und ihre serbische Trinkfestigkeit und ihr Kichern. Wunderbare Frau. Glücklicher Helge. Wunderbare Annika, wunderbarer D’Artagnon, großartiger Frank. Wunderbarer Abend. Wunderbares Berlin: Halbdrei. Mit Frank Richtung Friedrichshain, raus am Alex, in die Federn.
Bilder bald.

28. März 2010

Gedankenstütze für morgen. Helge über ein Jahr nicht gesehen. Dank Internet gefühlt ein halbes. Schöne Ablenkung, denk ich mir, Helge im Paket mit Herrn Thadeuz. Manchmal schreibt er von einem fernen Kontinent „…bin gerade in Marrakesch, übermorgen weiter nach Lissabon, nächste Woche Wien und danach Berlin und dann sehen wir uns!“ Stimmt zwar nicht, also das mit dem Sehen (ich bin dann allerdings auch aus verschiedenen Gründen sehr faul mit konkret Verabreden gewesen und er vermutlich auch), war aber immer ein schönes Gefühl. Als ob man sich schon ewig kennt, dabei haben wir uns nur einmal getroffen. Aber der Kontakt riss seither nicht ab.
Zur Freundin sage ich, das ist quasi die Bilderbuchvariante von jemanden des öffentlichen Lebens in der Realität auf Augenhöhe treffen. So mühelos. Die Variante, die man sich immer wünscht und die sich durchaus eher selten erfüllt. Manchmal denkt man sich zusammen, man müsste mit Sicherheit einen Draht zu jemandem haben, den man bewundert, dessen Werk einem vertraut ist, von dem man auch ein belebtes Bild hat, durch Filme oder Interviews und es kommt ganz anders. Habe ich schon erlebt. Irritierend. Ich nenne jetzt nicht den Namen, aber sehr irritierende Situation. Ich hoffe, ich bin morgen in Ausgehstimmung. Und schließlich habe ich mein großes Indianehrenwort gegeben, dass ich kommen werde. Indianerehrenwort muss man glaub ich halten.

28. März 2010

Gedankenstütze für morgen. Helge über ein Jahr nicht gesehen. Dank Internet gefühlt ein halbes. Schöne Ablenkung, denk ich mir, Helge im Paket mit Herrn Thadeuz. Manchmal schreibt er von einem fernen Kontinent „…bin gerade in Marrakesch, übermorgen weiter nach Lissabon, nächste Woche Wien und danach Berlin und dann sehen wir uns!“ Stimmt zwar nicht, also das mit dem Sehen (ich bin dann allerdings auch aus verschiedenen Gründen sehr faul mit konkret Verabreden gewesen und er vermutlich auch), war aber immer ein schönes Gefühl. Als ob man sich schon ewig kennt, dabei haben wir uns nur einmal getroffen. Aber der Kontakt riss seither nicht ab.
Zur Freundin sage ich, das ist quasi die Bilderbuchvariante von jemanden des öffentlichen Lebens in der Realität auf Augenhöhe treffen. So mühelos. Die Variante, die man sich immer wünscht und die sich durchaus eher selten erfüllt. Manchmal denkt man sich zusammen, man müsste mit Sicherheit einen Draht zu jemandem haben, den man bewundert, dessen Werk einem vertraut ist, von dem man auch ein belebtes Bild hat, durch Filme oder Interviews und es kommt ganz anders. Habe ich schon erlebt. Irritierend. Ich nenne jetzt nicht den Namen, aber sehr irritierende Situation. Ich hoffe, ich bin morgen in Ausgehstimmung. Und schließlich habe ich mein großes Indianehrenwort gegeben, dass ich kommen werde. Indianerehrenwort muss man glaub ich halten.

28. März 2010

Vorvorgestern. Ich erinnere mich, als ein Song entstand. Vor einem Jahr. Und die Aufnahmen in meinem Archiv.
Fenster öffnen, Sonne hereinlassen.
Ich darf nicht vergessen, die Uhr umzustellen.

28. März 2010

Vorvorgestern. Ich erinnere mich, als ein Song entstand. Vor einem Jahr. Und die Aufnahmen in meinem Archiv.
Fenster öffnen, Sonne hereinlassen.
Ich darf nicht vergessen, die Uhr umzustellen.

27. März 2010

ah… Romy im MDR, Swimmingpool, jetzt. Ich hab den Film seit bestimmt fünfzehn Jahren auf einer alten Videocassette, aber es macht mehr Spaß ihn zu gucken, wenn man weiß, dass die Freundin auch gerade guckt, die deswegen das Telefonat verkürzte „da kommt gerade ein Film mit Romy Schneider, den ich nicht kenne, den will ich sehen!“. Okay. Dafür werde ich immer Verständnis zeigen. Bei Romy doch immer. Ist auch wieder wie neu für mich. Die Ästhetik der Endsechziger in Saint-Tropez, die junge Jane Birkin. Immer wieder ist es neu, wenn Jahre vergingen. Viele Jahre. So ist es. Viele Jahre vergingen, seit ich den Film zuletzt sah. Der junge Alain Delon, man kennt die background-story, wie sich die beiden wieder trafen, nach langer Zeit… sie waren vertraut, die Körper. Für die Kamera, vor der Kamera. Ich liebe diese leicht unscharfen Filmbilder, die nicht jene vulgäre Direktheit von Hochauflösung aufdrängen… ah… – und hier wieder Bordeaux. Romy liebte auch Bordeaux. Bordeaux und Champagner. Unterschreibe ich … ;-)

26. März 2010

Gedanken sind nicht stets parat.
Man schreibt auch, wenn man keine hat.

(Wilhelm Busch, dt. Blogg Schriftsteller, Zeichner u. Maler, 1832-1908)

26. März 2010

Gedanken sind nicht stets parat.
Man schreibt auch, wenn man keine hat.

(Wilhelm Busch, dt. Blogg Schriftsteller, Zeichner u. Maler, 1832-1908)

25. März 2010

»Ja, Cavett und ich, wir haben geredet so wie wir beide jetzt. Und ich habe dann gesagt: „Es gibt ein interessantes Experiment. Man nimmt die Hand, schaut sich an und schweigt. Und nachher erzählt man sich, was man denkt.“ Wir haben, glaube ich, 48 Sekunden einfach geschwiegen. Und zum Schluss haben alle gesagt: „Das war das Beste an der Talkshow, dieses Schweigen.“ Der Produzent fiel in Ohnmacht, aber sie haben es drin gelassen.«
Maximilian Schell

25. März 2010

(dieser schwuchtelig durchaus Wahrheiten artikulierende und doch heterosexuelle Modefotograf. Sagt lauter richtige Sachen. Aber wie. nun ja – nobody’s perfect! Haha)

25. März 2010

Frau hinter Theke. „(…) Etwas ist anders. Es hat sich etwas bei Ihnen verändert. Ich merke das. Ich SPÜRE das.“ Sie lächelt verschwörerisch. Vielleicht nicht ganz das richtige Wort. Verdings… – verbündend? (geheimbündlerisch? nein auch nicht) Es gibt so ein Wort… wie heißt das denn noch mal. (Wohl kleine Sonnendemenz.) Sie wiegt den Kopf hin und her und lächelt fein in sich hinein. Ich nehme das Wechselgeld und mein Ananassteak und wiegle ab „Nein… nicht, was Sie denken…“ Ich denke, Sie muss das denken. Was sonst. Aber sie hat recht. Ich sehe es in der Spiegelung der Scheibe. Die Schlange häutet sich im Frühlingslicht. Ich habe offenbar ein Feuerei gelegt. Flammen im Haar. Meine Mama wird es lieben. Sie hat meine echte Haarfarbe immer vermisst. Mütter mögen ihre Kinder gerne naturbelassen. Jetzt hat das Kind wieder Kupfer im Haar. Ich muss an einen Erich Kästner-Text denken „Zehn Frauen“. Den lieb ich sehr. Der bin ich.
An deinem Munde
Und zur selben Stunde
In fernem Land
An einem anderen Mund
Und während ich dort wär
Wär ich auch hier
Und wenn ich fort wär
Wär ich bei dir
Wenn ich dich küsse
Fliegt ein glühender Stern durch die Nacht
Küss ich den Andren
Sterben tausend Mann tausend mal in der Schlacht
Bei jedem Wimperschlag
Geschehen Geburt und Tod
Ist hier Tag ist woanders Nacht
So viele Lippen sind rot
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn Frauen möcht ich sein
In Treue gehüllt und Betrug
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn Frauen möcht ich sein
Und immer noch wärs nicht genug
In Rom und im Ritz
Und im Beduinenzelt
Im Krönungsmantel und ganz ohne Kleid
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn mal zur selben Zeit
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn mal ich selbst auf der Welt
Wenn ich dich umarme
Umarm ich dann nur dich?
Hälst du mich im Arme
Umarmst du wirklich mich
Man ist in sich verbannt
Und gefangen für alle Zeit
Im Krönungsmantel
und ganz ohne Kleid
Mit dunklem Flügelschlag
Ziehen stumm die Wünsche dahin
Ist hier Tag ist woanders Nacht
Sag mir doch, sag mir doch
sags mir doch, wo ich bin
An deinem Munde
Und zur selben Stunde
In fernem Land
an einem anderen Mund
Und während ich dich küsse
Schreibt einer sein erstes Gedicht
Während ich dich liebe
Liebst du mich nicht

24. März 2010

damn. wie ich das hasse, wenn dreikilometer mails aus diesem drecks-gmx-postach abstürzen, bevor ich sie gepostet habe. dann schreib ich nur noch, dass mir eine dreikilometermail abgestürzt ist und gmx ein verwichstes dreckspostfach ist mit widerlichen reklamefenstern.
So! Ah. ich liebe fluchen!
Solcherart zumindest. Das ist ja doch wohl erlaubt.
Bitteschön.
In der zweiten Mail verkürzt man dann wahrscheinlich auf das Wesentliche und schwafelt weniger.
Und jetzt geht Frau Nielsen schlafen.

20. März 2010

Denke an Euch drei. Hier DSDS. Halte die Kamera drauf (auf mich), gibt eventuell Opus 4X. Gerade dürftiges Cover eines Silbermondsongs. Kannte ich nicht, mochte ich aber gleich, den Song. Na ja. Man erkennt die Qualität eines Songs sogar, wenn er mittelprächtig gesungen wird, sofern grundsätzlich identifizierbar. Irgendwas mit Krieger. Ich stehe ja total auf diese traumschöne Sängerin, Stefanie Kloß. So eine Augenweide aber auch. (Skorpion)

20. März 2010

Denke an Euch drei. Hier DSDS. Halte die Kamera drauf (auf mich), gibt eventuell Opus 4X. Gerade dürftiges Cover eines Silbermondsongs. Kannte ich nicht, mochte ich aber gleich, den Song. Na ja. Man erkennt die Qualität eines Songs sogar, wenn er mittelprächtig gesungen wird, sofern grundsätzlich identifizierbar. Irgendwas mit Krieger. Ich stehe ja total auf diese traumschöne Sängerin, Stefanie Kloß. So eine Augenweide aber auch. (Skorpion)

20. März 2010

Es gilt, an jedem Tag herauszufinden, was die Bestimmung des Tages ist. Ich irre gerade noch ein wenig umher, aber wird schon werden. Dabei hab ich ja schon ein paar Sachen gemacht. Einen Flug gebucht und ein Hotelzimmer. Freundin vor gefakter facebook-(pishing-)mail gewarnt, die auffordert, das Passwort zu ändern. Eier in die Pfanne gehauen. Gegen Mittag an den Haaren herumgeschnippelt. Als junges Mädchen konnte ich mir sogar eine Weile vorstellen, Friseuse zu werden, aber man hat mich eindringlich gewarnt. Friseuse durfte man dann irgendwann nicht mehr sagen, sondern nur noch Friseurin. Na ja, klingt ja auch wie Friteuse. Wer möchte schon von Beruf Friteuse sein. Ich stellte mir das dann auch nicht so angenehm vor, ohne auswählen zu dürfen, jedem der dafür bezahlt, die Haare zu waschen und darin herumzufuhrwerken. Ich bin ein bißchen empfindlich, wenn es darum geht, mit jemandem auf Tuchfühlung zu gehen. Zum Friseur kommen ja alle Alters- und Attraktivitätsausgaben. Ein bißchen ähnlich auch wie diese anderen Berufe, wo man Leute anfassen muss. Da bin ich nicht emotionslos genug dafür. Das braucht ein robusteres Gemüt als meines. Ich fühle immer schnell so eine Art Infiltration mit dem Körper- und Gefühlshaushalt eines anderen Menschen. Skorpion-Mond und -Neptun im zwölften Haus. Nicht mangelndes Mitgefühl, eher zu viel. So eine ungesunde Dosis, die in die Unfähigkeit zur Abgrenzung kippt. Aber ich kann mich schon ganz gut abgrenzen, indem ich suche zu vermeiden, bestimmte Kontakte und Situationen meiden. Da muss man auch nicht daran „arbeiten“, dann käme zwangsläufig die Sensitivität auf anderer Ebene abhanden. Eine mediale Ader ist sehr zweischneidig. Man empfindet sehr stark das Gegenüber und die Gedanken und Gefühle der anderen. Wird von Bildern heimgesucht, so ein inneres Fernsehprogramm, das man gar nicht abonnieren wollte und findet manchmal nicht den Schalter, um die Kiste wieder auszuschalten. Ich meine nicht ein luzides Bewusstsein, in dem Sinne, dass ich konkrete Ereignisse vorhersehe, sondern eher ein starkes Gefühl über etwas habe und dazu gesellen sich so verwischte Bilder, die sich sehr wahr anfühlen (und später gerne erweisen). Dann wieder die Frage, was Zeit eigentlich ist, diese Idee eines linearen Zeitablaufes, den wir wahrnehmen. Existieren alle Ereignisse auf einer anderen Ebene bereits, und wir stapfen nur noch in den vorgegebenen Fußabdrücken? Eben diese ewigen Fragen, die man sich immer wieder stellt. Von der Wiege bis zur Bahre. Gleich sieben.

17. März 2010

(zitiere mich)
„Was mich sehr fasziniert, nicht nur bei diesem Traum, in welcher Häufigkeit Sie sich erinnern. So selten ich mich an mehr als nur atmosphärische Gefühlsfetzen erinnere, schreibe ich es auch auf. Ich hörte davon, man könnte das sehr kultivieren, in dem man ein Buch neben das Bett legt, und jegliche Erinnerung festhält, dann stellt sich umso mehr ein. Ja, das habe ich auch erfahren, wenn ich dann komplexere Träume aufschreibe (blogge, selten leider), stellen sich immer mehr Bilder ein. Aber es ist auch zeitaufwändig. (…) Ich mag das Absurde, das uns die Träume bescheren, am Liebsten, gar nicht das Schlüssige oder dramaturgisch filmartig Passende. Nein, diese Wendungen. Ich sage manchmal, ich frage mich, welches Leben wird da mit mir gelebt. Nachts. Ich erwache mit komplexen Gefühlen und einem nicht nur noch erinnerbaren Gefühl von unfassbar viel Erlebten. So viel ist sicher. Mein Nacht-Leben. (…)“

15. März 2010

Wenn ich an einem tiefen Punkt bin, nehme ich hin und wieder nicht ganz unverzweifelt astrologische Bücher zur Hand. Die Ephemeriden. Das Buch der Transite. Die letzte Wahrheit ist: man findet sie nicht darin. Sicher, Stückwerk – aber das zentrale Geschehen… nein. Oder ich bin unfähig. Im Gegenteil kann man sogar sehr verzweifelnd vor viel zu großartigen Aspekten sitzen, so großartig, dass man es nicht wagte, sie auszusprechen, sich über das allzu ferne Paradies wundernd. Interaspekte, Synastrie, Composite, nie gesehenes Gewimmel von Konjunktionen zwischen Sonnen, Monden, Jupitern, Venus und Mars, Merkur nicht zu vergessen, Neptun, Pluto, Uranus, Saturn, Aszendent und Deszendent. Ich meine: Jupiter in Konjunktion mit meinem Deszendent. Darf’s ein bißchen mehr sein. Ach, alles nutzloses, konstruiertes Menschenwerk. Gestern sage ich zu meiner Freundin, „Weißt du, wir beide sind nicht anpassungsfähig oder -willig genug. Nicht geschmeidig genug. Nicht weich und süß genug. Sicher, das sind wir auch, wenn uns gerade danach ist, wenn die Situation etwas Süßes hervorzulocken angetan ist. Aber nicht als Prinzip. „Noch was Süßes Schnuffi? Darf’s noch ein bißchen Schlagsahne sein?“ (Das Mutti-Prinzip) (hier bitte empörten MännerSöhnchen-Aufschrei imaginieren: „Na und, was ist denn daran schlecht?). Süß pah. Ich bin nicht mehr fünfzehn. Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass das Leben so besonders süß wäre, dass man nun gar nicht mehr ein noch aus wüsste, vor lauter Süßigkeiten. Gelegentlich gut und schön. Aber sicher doch. Aber nicht als oberste menschliche Schlüsselqualifikation. Süß sein. Fuck it“. Lachen am anderen Ende der Leitung. Wahrscheinlich ein Eintrag, den man besser nicht bloggen sollte, so man opportunistisch gestrickt wäre. Was ich nicht bin. Also scheiß drauf.

blue turns black turns grey turns blue turns grey turns black turns
Das war ein dunkler Tag heute. Das Wetter? Keine Ahnung. Interessiert mich nicht. Aber ich boxe mich da schon wieder raus. Muss eben sein, jetzt. Muss ich durch. Macht mich stärker. Alles. Bärenstark.
Und dann die Weltherrschaft!
Küsschen!

15. März 2010

Wenn ich an einem tiefen Punkt bin, nehme ich hin und wieder nicht ganz unverzweifelt astrologische Bücher zur Hand. Die Ephemeriden. Das Buch der Transite. Die letzte Wahrheit ist: man findet sie nicht darin. Sicher, Stückwerk – aber das zentrale Geschehen… nein. Oder ich bin unfähig. Im Gegenteil kann man sogar sehr verzweifelnd vor viel zu großartigen Aspekten sitzen, so großartig, dass man es nicht wagte, sie auszusprechen, sich über das allzu ferne Paradies wundernd. Interaspekte, Synastrie, Composite, nie gesehenes Gewimmel von Konjunktionen zwischen Sonnen, Monden, Jupitern, Venus und Mars, Merkur nicht zu vergessen, Neptun, Pluto, Uranus, Saturn, Aszendent und Deszendent. Ich meine: Jupiter in Konjunktion mit meinem Deszendent. Darf’s ein bißchen mehr sein. Ach, alles nutzloses, konstruiertes Menschenwerk. Gestern sage ich zu meiner Freundin, „Weißt du, wir beide sind nicht anpassungsfähig oder -willig genug. Nicht geschmeidig genug. Nicht weich und süß genug. Sicher, das sind wir auch, wenn uns gerade danach ist, wenn die Situation etwas Süßes hervorzulocken angetan ist. Aber nicht als Prinzip. „Noch was Süßes Schnuffi? Darf’s noch ein bißchen Schlagsahne sein?“ (Das Mutti-Prinzip) (hier bitte empörten MännerSöhnchen-Aufschrei imaginieren: „Na und, was ist denn daran schlecht?). Süß pah. Ich bin nicht mehr fünfzehn. Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass das Leben so besonders süß wäre, dass man nun gar nicht mehr ein noch aus wüsste, vor lauter Süßigkeiten. Gelegentlich gut und schön. Aber sicher doch. Aber nicht als oberste menschliche Schlüsselqualifikation. Süß sein. Fuck it“. Lachen am anderen Ende der Leitung. Wahrscheinlich ein Eintrag, den man besser nicht bloggen sollte, so man opportunistisch gestrickt wäre. Was ich nicht bin. Also scheiß drauf.

blue turns black turns grey turns blue turns grey turns black turns
Das war ein dunkler Tag heute. Das Wetter? Keine Ahnung. Interessiert mich nicht. Aber ich boxe mich da schon wieder raus. Muss eben sein, jetzt. Muss ich durch. Macht mich stärker. Alles. Bärenstark.
Und dann die Weltherrschaft!
Küsschen!

14. März 2010

Ich denke an den Brief in meinem Schlafzimmer. Und meinen daneben. In Wahrheit zwei E-Mails. Und einen anderen, dritten, richtigen, auf Papier. Ich kaufte Briefpapier, dann. Sehr schönes. Nun liegt es hier. Unbeschrieben. Ich habe so ein kleines Kästchen mit Briefmarken drin. Schöne, fast alle schon gestempelte. Um ein bißchen zu übertreiben, wenn ich einen schönen Brief schicken will. Es sind sogar ein paar ganz alte darunter. Auf einer ist ein golden violettes Jugendstilmotiv. Auf einer anderen ein weißer Baum. Die Blätter sind wie ein Relief auf dem Papier der kleinen Marke eingeprägt. Sehr kostbar.
Ich fand die Marke, als ich noch bei meinen Eltern lebte, als Kind. Im Briefmarkenalbum meines Großvaters, der bis in die Siebziger Jahre Briefmarken sammelte und mir das Album später zum Spielen gab. Eine Marke hab ich immer bei jedem Umzug mitgenommen und aufgehoben. Eine Briefmarke mit einem blühenden weißen Baum. Noch war mir kein Brief kostbar genug, um sie aufzukleben. Ich zögerte jedesmal. Auch als ich vor ein paar Jahren viele herzensnahe Briefe schrieb. Diese kleine Marke behielt ich und wählte andere, auch sehr schöne, um die Umschläge schöner zu machen.
Ich habe mir sogar ein Tintenfass gekauft. Schwarz. Um den alten Füllfederhalter bei diesem Brief wieder auszuprobieren. Um alles angemessen zu machen. Weil der Füllfederhalter so lange nicht in Gebrauch war, fragte ich im Schreibwarengeschäft, was zu tun sei, ich wollte alles richtig machen. Die Verkäuferin sagte, ich solle den Füllfederhalter aufgeschraubt zwei Tage wässern, bevor ich ihn neu fülle. Das tat ich. Sogar drei Tage. Es eilte ja nicht. Ich wollte nur schreiben, wenn ich in einer besonders schönen Stimmung dafür wäre. Dann füllte ich den Füllfederhalter mit der schwarzen Tinte. Ich fand, sie sähe zu leblos aus, beinah tot, die schwarzgraue Tinte. Blau hat mehr Seele. Ich wollte ja einen Brief mit Seele schreiben. Ich kritzelte auf dem Papier herum und probierte aus, wie es sich anfühlt. Wie es sich anfühlen würde, später dann. Wenn ich den Brief schreiben würde. Die Feder war sehr hart. Es fühlte sich etwas kratzig an, nicht geschmeidig. Ich wollte gerne mit einem weichen Strich schreiben.
Aber zuerst die Tinte. Ich musste mich um die Farbe der Tinte kümmern. Ich ging wieder in ein Schreibwarengeschäft, diesmal ein anderes. Ich erzählte dem Verkäufer von meinem alten Füllfederhalter und was man mir geraten hatte. Er meinte, „klauen Sie ihrer Oma oder ihrem Opa ein Kukident, das wirkt sofort“. Ich sagte, „Ich habe keine Oma und keinen Opa mehr. Die sind alle unter der Erde.“ Dann kaufte ich ein kleines Tintenfass mit blauer Tinte. Ich überlegte, ich könnte die blaue in die schwarze Tinte mischen, das wäre kein so simples Königsblau, mehr so graublau. Das könnte sehr schön aussehen. Ich hatte mittlerweile auch Faserstifte zum Schreiben besorgt, mit einem weichen Strich. In Blau und in Schwarz. Für alle Fälle. Zuhause mischte ich ein wenig von der blauen Tinte in die Schwarze und zog den Füllfederhalter neu auf. Der Strich war immer noch sehr hart, ich legte den Füller ein bißchen mutlos beiseite und dachte, ich könnte ja, wenn es so weit wäre, dann doch mit dem schwarzen oder blauen Faserschreiber schreiben. Was sich eben am besten anfühlen würde.
Ich dachte schon darüber nach, wie ich den Brief beginnen wollte. Dass ich vielleicht schreiben würde, dass ich mir extra Briefpapier gekauft habe und dass es das erste Mal seit zehn Jahren wäre, dass ich jemandem einen handgeschriebenen Brief schicken würde. Ja, so wollte ich es machen. So könnte der Brief anfangen. Alles andere würde sich dann von selbst ergeben. Ich hatte vorsichtshalber zehn Blatt von einem sehr schönen Papier gekauft. Ich wusste ja nicht, wieviel ich schreiben würde, wenn es soweit wäre. Und zwei Briefumschläge. Vielleicht würde ich nur fünf Seiten oder weniger schreiben, dann hätte ich noch Papier für einen zweiten Brief, für später vielleicht. Ich dachte, ich würde den Brief wenige Tage später schreiben. In Ruhe, vielleicht an einem Nachmittag. Wenn die Sonne durch das Fenster scheint und man schon den Frühling ahnen könnte. Vielleicht an einem Sonntag. Mit guten Gedanken im Herzen. Dieser Sonntag war noch nicht der richtige. Ich war zu traurig. Ich will mit einem schönen Brief antworten. Auch wenn darin gar keine Frage ist. Ich will den Rosenblättern antworten, die in der Mitte liegen.

13. März 2010

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76778814&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
►watch on youtube
Four days will quickly steep themselves in night
Four nights will quickly dream away the time
And then the moon, like to a silver bow
New bent in heaven, shall behold the night
William Shakespeare, A Midsummer Night’s Dream, Act 1, Scene 1, Hippolyta
Vier Tage tauchen sich ja schnell in Nächte
Vier Nächte träumen schnell die Zeit hinweg
Dann soll der Mond, gleich einem Silberbogen
Am Himmel neu gespannt, die Nacht beschaun

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649

13. März 2010

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76778814&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
►watch on youtube
Four days will quickly steep themselves in night
Four nights will quickly dream away the time
And then the moon, like to a silver bow
New bent in heaven, shall behold the night
William Shakespeare, A Midsummer Night’s Dream, Act 1, Scene 1, Hippolyta
Vier Tage tauchen sich ja schnell in Nächte
Vier Nächte träumen schnell die Zeit hinweg
Dann soll der Mond, gleich einem Silberbogen
Am Himmel neu gespannt, die Nacht beschaun

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649

11. März 2010

Jetzt muss ich mich aber am Riemen reißen. Keine flapsigen Einträge mehr, sonst ist es vorbei mit dem guten Ruf. Gestern vor dem Schlafengehen gerade noch kulturvoll Elisabeth Schwarzkopf verlinkt. (und sehr schön von vierzehn Engeln geträumt, vor dem Einschlafen…). Andererseits kann man sich das auch einmal erlauben. Wer will schon dauernd hochgestochenes Zeug lesen. Dass mir dieser ganze Shakespeare-Kram und so weiter Notaus Balsam auf der Seele ist, steht auf einem anderen Notenblatt im großen Konzert.

10. März 2010

Sonne flutet Schreibtisch. Eine Hand breit. Zwei Armlängen. Links und rechts Schatten. Obwohl die schattige Fläche viel größer ist, dominiert der handbreite Sonnenstrahl die Atmosphäre. Der Schatten ist nebensächlich, weil der Blick sich auf das Licht richtet. Die Hoffnung hängt an einem Lichtstrahl, einem Funken. Und sei er noch so klein.

11. März 2010

heieiei, wie haben die das denn hingekriegt, die flachbrüstige – na, ah – dingens – dieses Model, schon geeignet – ah – in dem neuen YSL-Spot, dass die so üppig obenrum aussieht. Erstaunlich. Kate… ja, Kate Moss! Aber schon okay, die Gute. Schöne sexy Fresse. Rock’n’Roll halt. ha!
P.S. Ich bin übrigens nicht betrunken, ich schreib nur so.

11. März 1010

och ja, das hätte ich auch noch hingekriegt, da mit dem kessen weißen Brautanzug von Anja Gockel sophisticated gucken. Aber hat schon eine Hübsche ausgesucht (Nielsen guckt Topfmodel).

11. März 2010

heieiei, wie haben die das denn hingekriegt, die flachbrüstige – na, ah – dingens – dieses Model, schon geeignet – ah – in dem neuen YSL-Spot, dass die so üppig obenrum aussieht. Erstaunlich. Kate… ja, Kate Moss! Aber schon okay, die Gute. Schöne sexy Fresse. Rock’n’Roll halt. ha!
P.S. Ich bin übrigens nicht betrunken, ich schreib nur so.

11. März 2010

haha – auch strange – ein halbes Glas Bordeaux, ein Schälchen Darjeeling, ein viertel Glas Bordeaux, ein halbes Schälchen Darjeeling, ein halbes Glas Bordeaux, ein kleines Schälchen Barjeeling, ein dreiviertel Glas Bordeaux, ein bißchen Darjeeling, Bordeaux Bordeaux Bordeaux… zum Glück tirnkt trinkt man in meinem Alter nur noch gutes Zeug. Also meistens. Also jetzt ;-)

10. März 2010

Abends, will ich schlafen gehn
Vierzehn Engel um mich stehn
Zwei zu meinen Häupten
Zwei zu meinen Füßen
Zwei zu meiner Rechten
Zwei zu meiner Linken
Zweie, die mich decken
Zweie, die mich wecken
Zweie, die mich weisen
Zu Himmels Paradeisen
Engelbert Humperdinck



Evenings when I go to sleep
Fourteen angels with me keep
Two stand at my head
Two at the foot of my bed
Two are at my right hand
Two are at my left hand
Two in covers tuck me
Two at morning wake me
Two that point the way to rise
To heaven’s paradise

10. März 2010

Sonne flutet Schreibtisch. Eine Hand breit. Zwei Armlängen. Links und rechts Schatten. Obwohl die schattige Fläche viel größer ist, dominiert der handbreite Sonnenstrahl die Atmosphäre. Der Schatten ist nebensächlich, weil der Blick sich auf das Licht richtet. Die Hoffnung hängt an einem Lichtstrahl, einem Funken. Und sei er noch so klein.

09. März 2010

Your eyes are lode-stars
and your tongue’s
sweet air
More tuneable than lark
to shepherd’s ear
When wheat is green
when hawthorn buds
appear
Sickness is catching
O, were favour so
Yours would I catch
fair Hermia, ere I go
My ear should catch
your voice
my eye your eye
My tongue should catch
your tongue’s
sweet melody
Were the world mine
Demetrius being bated
The rest I’d give
to be to you
translated
~
Ein Angelstern ist
Euer Aug die Töne
der Lippe süßer
als der Lerche Lied
dem Hirten scheint
wenn alles grünt
und blüht
Krankheit steckt an
o tät’s Gestalt
und Wesen
Nie wollt ich
angesteckt von Euch
genesen
Mein Aug lieh‘
Euren Blick
die Zunge lieh‘
Von Eurer Zunge Wort
und Melodie
Wär mein die Welt
ich ließ damit
Euch schalten
William Shakespeare

08. März 2010

TITANIA
What angel wakes me from my flowery bed?
BOTTOM
The finch, the sparrow, and the lark,
The plain-song cuckoo gray,
Whose note full many a man doth mark,
And dares not answer nay
for, indeed, who would set his wit
to so foolish a bird?
Who would give a bird the lie,
though he cry ‚cuckoo‘ never so?
TITANIA
I pray thee, gentle mortal, sing again
Mine ear is much enamour’d of thy note.
So is mine eye enthrallèd to thy shape;
And thy fair virtue’s force perforce doth move me,
On the first view, to say, to swear, I love thee.
BOTTOM
Methinks, mistress,
you should have little reason for that:
and yet, to say the truth,
reason and love keep little company
together now-a-days:
the more the pity
that some honest neighbours
will not make them friends.
Nay, I can gleek upon occasion.
TITANIA
Thou art as wise as thou art beautiful.

~
TITANIA
Weckt mich von meinem Blumenbett ein Engel?
ZETTEL
Der Kuckuck, der der Grasmück
So gern ins Nestchen heckt
Und lacht darob mit arger Tück
Und manchen Ehmann neckt
Denn sein Rufen soll
eine gar gefährliche Vorbedeutung sein,
und wem jückt es nicht ein bißchen
an der Stirne, wenn er sich
Kuckuck grüßen hört?
TITANIA
Ich bitte dich, du holder Sterblicher,
Sing noch einmal!
Mein Ohr ist ganz verliebt
In deine Melodie;
auch ist mein Auge
Betört von deiner lieblichen Gestalt;
Gewaltig treibt mich deine schöne Tugend,
Beim ersten Blick dir zu gestehn,
zu schwören:
Daß ich dich liebe.
ZETTEL
Mich dünkt, Madame,
Sie könnten dazu nicht viel Ursache haben.
Und doch,
die Wahrheit zu sagen,
halten Vernunft und Liebe
heutzutage nicht viel Gemeinschaft.
Schade, daß ehrliche Nachbarn
sie nicht zu Freunden machen wollen!
Gelt, ich kann auch spaßen,
wenn’s darauf ankommt.
TITANIA
Du bist so weise, wie du reizend bist.

Wiliam Shakespeare

Call me Titania
Im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann das erste Gaga Nielsen-Opus mit Titania/Oberon-DiaMonologen erscheint. Schließlich durfte ich bereits den Puck im Sommernachtstraum geben (Anno Dingens Neunzehnhundertsowienoch – aber Titania! Das ist meine wahre Rolle!)

08. März 2010

TITANIA
What angel wakes me from my flowery bed?
BOTTOM
The finch, the sparrow, and the lark,
The plain-song cuckoo gray,
Whose note full many a man doth mark,
And dares not answer nay
for, indeed, who would set his wit
to so foolish a bird?
Who would give a bird the lie,
though he cry ‚cuckoo‘ never so?
TITANIA
I pray thee, gentle mortal, sing again
Mine ear is much enamour’d of thy note.
So is mine eye enthrallèd to thy shape;
And thy fair virtue’s force perforce doth move me,
On the first view, to say, to swear, I love thee.
BOTTOM
Methinks, mistress,
you should have little reason for that:
and yet, to say the truth,
reason and love keep little company
together now-a-days:
the more the pity
that some honest neighbours
will not make them friends.
Nay, I can gleek upon occasion.
TITANIA
Thou art as wise as thou art beautiful.

~
TITANIA
Weckt mich von meinem Blumenbett ein Engel?
ZETTEL
Der Kuckuck, der der Grasmück
So gern ins Nestchen heckt
Und lacht darob mit arger Tück
Und manchen Ehmann neckt
Denn sein Rufen soll
eine gar gefährliche Vorbedeutung sein,
und wem jückt es nicht ein bißchen
an der Stirne, wenn er sich
Kuckuck grüßen hört?
TITANIA
Ich bitte dich, du holder Sterblicher,
Sing noch einmal!
Mein Ohr ist ganz verliebt
In deine Melodie;
auch ist mein Auge
Betört von deiner lieblichen Gestalt;
Gewaltig treibt mich deine schöne Tugend,
Beim ersten Blick dir zu gestehn,
zu schwören:
Daß ich dich liebe.
ZETTEL
Mich dünkt, Madame,
Sie könnten dazu nicht viel Ursache haben.
Und doch,
die Wahrheit zu sagen,
halten Vernunft und Liebe
heutzutage nicht viel Gemeinschaft.
Schade, daß ehrliche Nachbarn
sie nicht zu Freunden machen wollen!
Gelt, ich kann auch spaßen,
wenn’s darauf ankommt.
TITANIA
Du bist so weise, wie du reizend bist.

Wiliam Shakespeare

Call me Titania
Im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann das erste Gaga Nielsen-Opus mit Titania/Oberon-DiaMonologen erscheint. Schließlich durfte ich bereits den Puck im Sommernachtstraum geben (Anno Dingens Neunzehnhundertsowienoch – aber Titania! Das ist meine wahre Rolle!)

07. März 2010


Lange tot und tiefverschlossen
Grüßt mein Herz die schöne Welt
Seine Zweige blühn und sprossen
Neu von Lebenskraft geschwellt
O! ich kehre noch ins Leben
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dürren Hülse bricht
Die ihr meine Klage kanntet
Die ihr liebezürnend oft
Meines Sinnes Fehle nanntet
Und geduldet und gehofft
Eure Not ist aus, ihr Lieben
Und das Dornenbett ist leer
Und ihr kennt die immertrübe
Kranke Weinende nicht mehr
Wie so anders ist’s geworden
Alles was ich haßt und mied
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit goldne Tage
Seit ich dieses Eine fand
Diotima! selig Wesen
Herrliche, durch die mein Geist
Von des Lebens Angst genesen
Götterjugend sich verheißt
Unser Himmel wird bestehen
Unergründlich sich verwandt
Hat, noch eh‘ wir uns gesehen
Unser Wesen sich gekannt
Da ich noch in Kinderträumen
Friedlich wie der blaue Tag
Unter meines Gartens Bäumen
Auf der warmen Erde lag
Da mein erst Gefühl sich regte
Da zum erstenmale sich
Göttliches in mir bewegte
Säuselte dein Geist um mich
Ach und da mein schöner Friede
Wie ein Saitenspiel, zerriß
Da von Haß und Liebe müde
Mich mein guter Geist verließ
Kamst du, wie vom Himmel nieder
Und es gab mein einzig Glück
Meines Sinnes Wohllaut wieder
Mir ein Traum von dir zurück
Da ich flehend mich vergebens
An der Wesen kleinstes hing
Durch den Sonnenschein des Lebens
Einsam, wie ein Blinder, ging
Oft vor treuem Angesichte
Stand und keine Deutung fand
Darbend vor des Himmels Lichte
Vor der Mutter Erde stand
Lieblich Bild, mit deinem Strahle
Drangst du da in meine Nacht
Neu an meinem Ideale
Neu und stark war ich erwacht
Dich zu finden, warf ich wieder
Warf ich meinen tragen Kahn
Von dem toten Porte nieder
In den blauen Ozean.
Nun, ich habe dich gefunden
Schöner, als ich ahnend sah
In der Liebe Feierstunden
Hohe Gute! bist du da
O der armen Phantasien
Dieses Eine bildest nur
Du, in deinen Harmonien
Frohvollendete Natur
Hab‘, ins tiefste Herz getroffen
Oft um Schonung sie gefleht
Wenn so klar und heilig offen
Mir ihr eigner Himmel steht
Wenn die Schlacken, die mich kümmern
Dieses Engelsauge sieht
Wenn vor meines Friedens Trümmern
Dieser Unschuld Blume blüht
Habe, wenn in reicher Stille
Wenn in einem Blick und Laut
Seine Ruhe, seine Fülle
Mir ihr Genius vertraut
Wenn ihr Geist, der mich begeistert
An der hohen Stirne tagt
Von Bewundrung übermeistert
Zürnend ihr mein Nichts geklagt
Aber, wie, in zarten Zweigen
Liebend oft von mir belauscht
Traulich durch der Haine Schweigen
Mir ein Gott vorüberrauscht
So umfangt ihr himmlisch Wesen
Auch im Kinderspiele mich
Und in süßem Zauber lösen
Freudig meine Bande sich
Friedrich Hölderlin
φ

07. März 2010


Lange tot und tiefverschlossen
Grüßt mein Herz die schöne Welt
Seine Zweige blühn und sprossen
Neu von Lebenskraft geschwellt
O! ich kehre noch ins Leben
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dürren Hülse bricht
Die ihr meine Klage kanntet
Die ihr liebezürnend oft
Meines Sinnes Fehle nanntet
Und geduldet und gehofft
Eure Not ist aus, ihr Lieben
Und das Dornenbett ist leer
Und ihr kennt die immertrübe
Kranke Weinende nicht mehr
Wie so anders ist’s geworden
Alles was ich haßt und mied
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit goldne Tage
Seit ich dieses Eine fand
Diotima! selig Wesen
Herrliche, durch die mein Geist
Von des Lebens Angst genesen
Götterjugend sich verheißt
Unser Himmel wird bestehen
Unergründlich sich verwandt
Hat, noch eh‘ wir uns gesehen
Unser Wesen sich gekannt
Da ich noch in Kinderträumen
Friedlich wie der blaue Tag
Unter meines Gartens Bäumen
Auf der warmen Erde lag
Da mein erst Gefühl sich regte
Da zum erstenmale sich
Göttliches in mir bewegte
Säuselte dein Geist um mich
Ach und da mein schöner Friede
Wie ein Saitenspiel, zerriß
Da von Haß und Liebe müde
Mich mein guter Geist verließ
Kamst du, wie vom Himmel nieder
Und es gab mein einzig Glück
Meines Sinnes Wohllaut wieder
Mir ein Traum von dir zurück
Da ich flehend mich vergebens
An der Wesen kleinstes hing
Durch den Sonnenschein des Lebens
Einsam, wie ein Blinder, ging
Oft vor treuem Angesichte
Stand und keine Deutung fand
Darbend vor des Himmels Lichte
Vor der Mutter Erde stand
Lieblich Bild, mit deinem Strahle
Drangst du da in meine Nacht
Neu an meinem Ideale
Neu und stark war ich erwacht
Dich zu finden, warf ich wieder
Warf ich meinen tragen Kahn
Von dem toten Porte nieder
In den blauen Ozean.
Nun, ich habe dich gefunden
Schöner, als ich ahnend sah
In der Liebe Feierstunden
Hohe Gute! bist du da
O der armen Phantasien
Dieses Eine bildest nur
Du, in deinen Harmonien
Frohvollendete Natur
Hab‘, ins tiefste Herz getroffen
Oft um Schonung sie gefleht
Wenn so klar und heilig offen
Mir ihr eigner Himmel steht
Wenn die Schlacken, die mich kümmern
Dieses Engelsauge sieht
Wenn vor meines Friedens Trümmern
Dieser Unschuld Blume blüht
Habe, wenn in reicher Stille
Wenn in einem Blick und Laut
Seine Ruhe, seine Fülle
Mir ihr Genius vertraut
Wenn ihr Geist, der mich begeistert
An der hohen Stirne tagt
Von Bewundrung übermeistert
Zürnend ihr mein Nichts geklagt
Aber, wie, in zarten Zweigen
Liebend oft von mir belauscht
Traulich durch der Haine Schweigen
Mir ein Gott vorüberrauscht
So umfangt ihr himmlisch Wesen
Auch im Kinderspiele mich
Und in süßem Zauber lösen
Freudig meine Bande sich
Friedrich Hölderlin
φ

05. März 2010

Und dieses Lied mag ich auch sehr. Immer wenn ich es höre, denke ich, wie gut es doch auf Rumours gepasst hätte. Es hätte sich nahtlos eingefügt. Hätte kein Mensch gemerkt. Aber dieser Song von den Magnetic Fields ist viel jünger als die alte Scheibe von Fleetwood Mac. Ich würe ihn gar nicht kennen, wenn ein unersetzlicher Caféhausbesitzer ihn mir nicht hätte zukommen lassen. Ich hör diesen Song nicht oft oder er kommt zufällig, aber wenn, dann ein paar mal hintereinander. Einmal lief das Lied einen ganzen Abend lang stundenlang. Es wurde mir erst zuviel, als es Zeit war, schlafen zu gehen.

04. März 2010

Vor achtzehn Jahren auf Santorin. Ich war mit dem Schiff angekommen, sechseinhalb Stunden Fahrt von Piräus. Ein Häuschen bezogen, das ich erst bei meiner Ankunft suchte, in Oía, es war schon Abend, als das Schiff anlegte. Die Rückwand Fels, in den Berg der Kaldera gehauen. In einem winzigen Lokal mit liebevoll gedeckten Tischen aß ich zum ersten mal zu Abend. Bestimmt irgendeinen Fisch. Blick auf die anderen Kykladeninseln in der Ferne. Ein Blick wie aus dem Flugzeug. Wer Santorin kennt, weiß sofort, was ich meine. Analoge Bilder. Ich hab sie nie hochgeladen. Bis auf jene Seite, die den Beginn der Strecke markieren sollte.
Und da lief diese Musik. Von Wim Mertens. Ein Soundtrack, ein score. „Der Bauch des Architekten“. Und die Sonne sank in irgendeinem furiosen Kupferton in die Ägäis. Das war ein guter Moment. Und auch der Wein. Ich mochte damals sehr gerne Weißwein, gerade den aus Santorin. Die Weinreben kringelten sich auf der Erde. Ende April, Anfang Mai. Die Touristen waren noch nicht da, die Saison hatte noch nicht richtig begonnen. Überall wurden die Mauern neu gekalkt, die Blumenbilder auf dem Asphalt erneuert. Solche Bilder hatte ich nie irgendwo zuvor gesehen in Griechenland. Blumen, wie von Kindern gemalt, so breit wie die Straße, mit dickem, weißem Pinselstrich. Und der Wind aus der Kaldera wehte jede Nacht den Sand unter der klappernden Tür in mein Schlafzimmer. Der Wind trägt einen Namen. Ich habe ihn vergessen.

02. März 2010

„Einschreiben national mit Rückschein“. Das bedeutet, der Briefträger klingelt und man muss auf einer rosa Karte unterschreiben, dass man die Post gekriegt hat. War vorhin auf der Post. Nach langer Zeit. Hab noch nie ein Einschreiben mit Rückschein aufgegeben. Jetzt kann man sogar ganz modern im Internet nachschauen, wo die Post gerade ist, die man verschickt hat oder eine E-Mail-Benachrichtigung kriegen. Also bei so besonderen Zustellungsvermerken. Man geht auf die Seite von der Post und klickt auf Sendestatus und gibt die Sendungsnummer ein, die man beim Aufgeben bekommen hat und das Aufgabedatum. Also heute.

01. März 2010

Wahnsinn. Mama noch auf Intensivstation. Schwere OP. Alles wird gut. Fahrkartenkontrolle heute morgen, Monatskarte abgelaufen. Unwichtig. Schreibtisch von vorübergehend kranker Freundin aufgeräumt. Weint (vor Rührung). Bin gesund. Räume auf. Tut gut. Arbeiten statt weißes Licht imaginieren. Weltliche und innere Baustellen in Ordnung bringen. Marode Substanz entfernen. Vermoderte Träume wegfeudeln. Entwertende Gefühle auf den Mond schießen. Lauwärme vors Verfassungsgericht. Alles auf Anfang. Anders neu.