29. Mai 2014

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Ich glaube, die Reihenfolge war: 2 große Schlucke Williamsbrand am Küchentisch, 1 großes Bier im Rüdigerhof, 2 Gläser Weißwein im Motto am Fluss, 1 Bier, 1 Birnenschnaps, noch ein Bier und evt. noch ein Bier im Philosoph. Dazu ungefähr fünf bis sechs von Victor Selbstgedrehte mit schwarzem Tabak der Sorte „Egalité“ über den Abend verteilt. Als Victor noch ein Bier bestellen wollte, habe ich so ein inneres Schwanken bemerkt und mich für bettschwer erklärt. Ich bin mit einem Taxi heimgekommen, kann mich aber überhaupt nicht mehr an den Taxifahrer erinnern. Gut gelaunt habe ich noch gebloggt und dann war es ungefähr halbfünf, als ich ins Bett gesunken bin, leicht taumelig und schwer wie ein Wackerstein. Ich war dann auch gleich weg. Ich rede immer noch von dem Abend vorher, dem elften Mai, ein Sonntag. Ich weiß noch genau, dass ich mich noch in Berlin innerlich ermahnt habe, dass ich darauf achten müsste, nicht jeden Abend hemmungslos bis in die Puppen zu feiern, weil das dann eventuell zu Folge-Beschwerden am nächsten Tag führen könnte, was dann das Erlebnispotenzial tagsüber mangels Wohlbefinden stark einschränken könnte. Von der Problematik, zeitig aus den Federn zu kommen, gar nicht zu reden. Mit anderen Worten: genau das ist gleich am ersten Abend und dem darauffolgenden Tag eingetroffen. Ich habe mehr oder weniger einen kompletten Tag in Wien verplempert, verloren, weil ich dermaßen regenerationsbedürftig war, dass ich schon Mühe hatte, überhaupt aufzustehen. Aus dem Augenwinkel sah ich durchs Fenster in meinem Schlafzimmer den blauen Himmel. Auch das noch. Ausgerechnet jetzt blauer Himmel, strahlende Sonne. Was ich jetzt gar nicht verkraften konnte. Genau das Wetter, das man sich die ganze Zeit wünscht und dann brummt der Kopf und man möchte eigentlich nur im abgedunkelten Zimmer komplett bewegungslos verharren, bis das Elend vorbei ist. Irgendwie habe ich es noch geschafft, dieses eine Foto von dem Blick aus dem Fenster zu machen, das war laut Metadaten von dem Bild genau um 14 Uhr. Ich habe mich irgendwie aus dem Bett bewegt zum Bad, wo die Tasche mit dem Aspirin war. Zwei eingeworfen, nochmal hingelegt. Nur minimale Besserung, draußen immer noch Sonne. Unter die Dusche, irgendwie zurechtgemacht, Kaffee gekocht, oben in der Küche. Erstmal die Treppe bewältigen. Der Kaffee hat sich auch nicht so recht mit den übrigen Flüssigkeiten in meinem Magen vertragen, ich musste mich fast dazu zwingen, in kleinen Schlucken zu trinken. Nochmal Aspirin nachgelegt. Wasser getrunken. Einen Apfel, der noch aus Berlin in meinem Gepäck war, gegessen. Wieder hingelegt. Was für ein tolle Geschichte, mir wird schon beim Beschreiben wieder ganz schwummrig. Gut, das war jetzt plastisch genug. Ich hatte noch unter meinem nächtlichen Blogeintrag aus dem Augenwinkel einen Kommentar von speedhiking registriert, wo er irgendwas von einem tollen Frühstück schreibt, das ich am nächsten Tag im Kaffeehaus einnehmen sollte. Ich war nicht einmal fähig, darunter einen Antwortkommentar zu schreiben. Und wie hätte das auch gewirkt, was hätte ich denn schreiben sollen? „Danke für den Vorschlag, aber mir ist kotzübel, weil ich alles Mögliche durcheinandergesoffen habe, und das letzte was ich sicher machen werde ist, in dem Zustand in ein Kaffeehaus zum Frühstücken zu gehen! Schönen Dank auch! Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!“ Ist doch peinlich. Ich war mir selber peinlich. Wie kann man so saudumm sein! Einen ganzen Tag verloren. Er war zwar noch nicht zu Ende aber ich war kurz oben, draußen auf der Terrasse gewesen und es war nun schon Nachmittag, immer noch herrliche Sonne und ich habe es noch nicht einmal geschafft, wenigstens ein paar schöne Bilder von der sonnigen Terrasse zu machen, weil mir die Kamera zu schwer in der Hand war. Alles war mir zu schwer. Jammer, jammer. Usw. usf.
Mein Blick wanderte immer wieder zu meinem kleinen Reisewecker. Schon war es halbvier am Nachmittag. Ich nahm mir meine Schminksachen und begann in Zeitlupe, im Schneidersitz auf dem Kokosteppich im Wohnzimmer sitzend, vor einem aus einem Kerzenhalter und einem Handspiegel konstruierten Stand-Spiegel, Vitalität und Frische ins Gesicht zu malen. Gleich nochmal zwei Aspirin nachlegen. Zwischendurch hatte ich es geschafft, mal kurz in mein gmx-Postfach zu schauen, wo dann auch direkt zwei Mails von Duke waren, der in der einen Mail einen epischen Aufsatz über Wien gepostet hatte (Betreff: „Liegengebliebenes Mehlfragment über Wien“), eine Antwort auf eine Mail von mir, die ungefähr ein Vierteljahr zurücklag, als die Idee geboren wurde, sich in Wien zu treffen. Weil er Wien im Gegensatz zu mir doch ein bißchen kennt, hat da immer wieder mal zeitweise gelebt. Also gut, das war die eine Mail, die ich ob ihrer Länge, zu lesen vertagen musste. In der anderen stand eine leichter lesbare, kurze Botschaft zu seiner Ankunft – Moment ich gucke mal nach – „Ankunft sieht gut aus – (…) wenn alles gut geht, kurz nach 16:30 am Wiener Westbahnhof eintreffen. (…) kurzen Imbiss zwischen die Kiemen klemmen (…) dann sofort auf den Weg zu unserer Wiener Residenz machen (…). müsste ich so rund um 17 Ticktack (oder wenig später) am Quartier sein.“ Also siebzehn Uhr. Plus x. Wieviel Zeit habe ich noch, von den Toten aufzuerstehen? Es war ungefähr sechzehn Uhr, als ich mir die Frage stellte. Wasser trinken, ich muss mehr Wasser trinken, damit das Aspirin besser seine Wirkung entfalten kann! In einer Mail vorher hatte ich Duke vorgeschlagen, nach seiner Ankunft, wenn er seine Siebensachen abgelegt hat, erstmal zusammen einkaufen zu gehen, damit ein bißchen was zum Knabbern da ist. Ich war ja außerdem noch nicht einmal vor die Tür gekommen, an diesem schönen Tag. So hätte ich zumindest ein bißchen die Gegend um die Wohnung herum gesehen und könnte das auch unter „Wien entdecken“ verbuchen. Ein wenig besser ging es mir immerhin doch. Ich schaute noch mal in den Spiegel, welchen Anblick ich bieten würde, wenn es dann, demnächst, ganz bald klingelt. Mir ging durch den Kopf, wann, und in welcher Situation wir uns zuletzt gesehen hatten. Das war zwar keine sechsundzwanzig Jahre her, wie bei Victor, aber immerhin fast zwölf Jahre. Als er nach seinem letzten Besuch bei mir in Berlin, im Dezember 2002, meine Wohnung verlassen hatte, auf dem Weg zum Bahnhof, zu seinem Zug. Weil ich so ein bißchen physisch durch den Wind war, neben mir stand und von dem vielen Aspirin auch ein bißchen sediert war, entwickelte ich gar keine so große Aufregung, wie es sonst bei mir der Fall ist, wenn Begegnungen, gerade nach langer Zeit, unter besonderen Konstellationen anstehen. Ein beachtlicher Teil meiner Aufmerksamkeit lag bei meinem physischen Zustand und der Rest bei unserem Wiedersehen.
ZIemlich genau um 17:30 Uhr hörte ich die Klingel. Den Ton kannte ich nun schon, nachdem Victor am Abend vorher geklingelt hatte. Ich ging die Treppe nach oben, ich war gerade unten in meinem Zimmer und war eigentlich halbwegs in Ordnung. Als ich die Tür öffnete, stand da also dieser Mensch, den ich so lange nicht gesehen hatte, und er hatte noch genug Merkmale, die ein Wiedererkennen ermöglichten. Kein Fremder. Ich kannte ja auch von ihm neuere Aufnahmen, dank Internet. Meiner Erinnerung nach habe ich gleich vorangeschickt, dass ich noch etwas an einem Kater laboriere und die leichte Verlegenheit, die sich bei solchen Wiedersehensbegegnungen immer anfänglich einstellt, durch übersprungshandlungsartiges, wortreiches Erklären der Wohnräume kompensiert. Nicht ohne Stolz präsentierte ich die verschiedenen Sanitärräume. Ich hatte mir das Zimmer mit dem „Master Bedroom“ und dem „Master Bathroom“ ausgesucht, und ihm das zweite, ebensogroße Zimmer mit separater Dusche und separatem WC zugedacht. Damit man sich nicht in die Quere kommt, gerade im Badezimmer kann ich das gar nicht haben. Da war also überhaupt keine Gefahr. Nachdem wir ein bißchen am Küchentisch saßen, aber nur kurz, brachen wir auf zum Einkaufen. Es gab reichlich Supermärkte in der Umgebung, und wir haben mehrere frequentiert. Auch mehrere Flaschen Wein landeten im Einkaufswagen, obwohl es noch außerhalb meiner Vorstellungskraft war, wie ich so etwas jemals wieder trinken könnte. Aber man kennt sich ja. Kaum geht es einem wieder gut, ist man bereit für neue Taten, auch in Sachen Getränke. Was für ein langer Eintrag zu einem Tag, an dem ich doch recht tatenlos war. Als die Einkäufe verstaut waren, haben wir geguckt, wo man in der Nähe essen gehen könnte. Es war dann zwar schon etwas spät, weil wir uns immer wieder Sachen erzählen mussten und die Zeit vegessen haben. Da hat Duke dann auch gefragt, ob er mich mal fotografieren darf. Ich war überhaupt nicht auf fotografiert werden eingestellt, aber hätte es kleinlich und divenhaft gefunden, es abzuwehren. Meine Haltung war auch ein bißchen untypisch für „Fotografiert werden“, ich saß mit so blöd verschränkten Armen am Tisch, das Gegenteil von einer Pose, wo man gut rüberkommt. Duke hat mir die Bilder überlassen, die er da und auch später von mir gemacht hat, da bin ich ihm doch dankbar, weil es selten Bilder gibt, die andere von mir machen. Es sind die Bilder in diesem Album. Dachte mir, interessant, wie unterschiedlich der Ausdruck der Gesichtshälften ist. Es heißt, die linke Gesichthälfte (vom Objekt aus gesehen) würde die authentische Verfassung zeigen und die rechte Hälfte, wie man wirken möchte, was man als Verfassung kommunizieren will. Vielleicht ist da ja was dran. Ich habe ihn an diesem Abend gar nicht fotografiert, ich war so absorbiert von unserer Unterhaltung und kam gar nicht auf die Idee. Man muss es auch nicht überstürzen, das würde sich schon noch ergeben. Nach dem Intermezzo am Esstisch, sind wir doch noch in unserem vierten Bezirk in einem Lokal gelandet. Das war zwar nicht die Riesensensation, etwas Italienisches, Margareta, aber man hat gut gesessen und es gab eine Pfeffermühle in Griffweite, die wir eifrig benutzt haben. Ich glaube, in dem Lokal hatten wir Vitello Tonnato als Vorspeise und danach… weiß ich nicht mehr, er vielleicht was mit Scampi und ich vielleicht einen Fisch. Aber war ganz gut. Wir waren irgendwann die letzten im Lokal und mussten dann auch gehen. Danach ein ungeplanter Spaziergang durch die dunklen Straßen, ein bißchen verlaufen, auf dem Weg zu unserer Bleibe und dann noch lange Gespräche bis weit in die tiefe Nacht.
: : alle Wiener Geschichten : :

29. Mai 2014

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Ich glaube, die Reihenfolge war: 2 große Schlucke Williamsbrand am Küchentisch, 1 großes Bier im Rüdigerhof, 2 Gläser Weißwein im Motto am Fluss, 1 Bier, 1 Birnenschnaps, noch ein Bier und evt. noch ein Bier im Philosoph. Dazu ungefähr fünf bis sechs von Victor Selbstgedrehte mit schwarzem Tabak der Sorte „Egalité“ über den Abend verteilt. Als Victor noch ein Bier bestellen wollte, habe ich so ein inneres Schwanken bemerkt und mich für bettschwer erklärt. Ich bin mit einem Taxi heimgekommen, kann mich aber überhaupt nicht mehr an den Taxifahrer erinnern. Gut gelaunt habe ich noch gebloggt und dann war es ungefähr halbfünf, als ich ins Bett gesunken bin, leicht taumelig und schwer wie ein Wackerstein. Ich war dann auch gleich weg. Ich rede immer noch von dem Abend vorher, dem elften Mai, ein Sonntag. Ich weiß noch genau, dass ich mich noch in Berlin innerlich ermahnt habe, dass ich darauf achten müsste, nicht jeden Abend hemmungslos bis in die Puppen zu feiern, weil das dann eventuell zu Folge-Beschwerden am nächsten Tag führen könnte, was dann das Erlebnispotenzial tagsüber mangels Wohlbefinden stark einschränken könnte. Von der Problematik, zeitig aus den Federn zu kommen, gar nicht zu reden. Mit anderen Worten: genau das ist gleich am ersten Abend und dem darauffolgenden Tag eingetroffen. Ich habe mehr oder weniger einen kompletten Tag in Wien verplempert, verloren, weil ich dermaßen regenerationsbedürftig war, dass ich schon Mühe hatte, überhaupt aufzustehen. Aus dem Augenwinkel sah ich durchs Fenster in meinem Schlafzimmer den blauen Himmel. Auch das noch. Ausgerechnet jetzt blauer Himmel, strahlende Sonne. Was ich jetzt gar nicht verkraften konnte. Genau das Wetter, das man sich die ganze Zeit wünscht und dann brummt der Kopf und man möchte eigentlich nur im abgedunkelten Zimmer komplett bewegungslos verharren, bis das Elend vorbei ist. Irgendwie habe ich es noch geschafft, dieses eine Foto von dem Blick aus dem Fenster zu machen, das war laut Metadaten von dem Bild genau um 14 Uhr. Ich habe mich irgendwie aus dem Bett bewegt zum Bad, wo die Tasche mit dem Aspirin war. Zwei eingeworfen, nochmal hingelegt. Nur minimale Besserung, draußen immer noch Sonne. Unter die Dusche, irgendwie zurechtgemacht, Kaffee gekocht, oben in der Küche. Erstmal die Treppe bewältigen. Der Kaffee hat sich auch nicht so recht mit den übrigen Flüssigkeiten in meinem Magen vertragen, ich musste mich fast dazu zwingen, in kleinen Schlucken zu trinken. Nochmal Aspirin nachgelegt. Wasser getrunken. Einen Apfel, der noch aus Berlin in meinem Gepäck war, gegessen. Wieder hingelegt. Was für ein tolle Geschichte, mir wird schon beim Beschreiben wieder ganz schwummrig. Gut, das war jetzt plastisch genug. Ich hatte noch unter meinem nächtlichen Blogeintrag aus dem Augenwinkel einen Kommentar von speedhiking registriert, wo er irgendwas von einem tollen Frühstück schreibt, das ich am nächsten Tag im Kaffeehaus einnehmen sollte. Ich war nicht einmal fähig, darunter einen Antwortkommentar zu schreiben. Und wie hätte das auch gewirkt, was hätte ich denn schreiben sollen? „Danke für den Vorschlag, aber mir ist kotzübel, weil ich alles Mögliche durcheinandergesoffen habe, und das letzte was ich sicher machen werde ist, in dem Zustand in ein Kaffeehaus zum Frühstücken zu gehen! Schönen Dank auch! Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!“ Ist doch peinlich. Ich war mir selber peinlich. Wie kann man so saudumm sein! Einen ganzen Tag verloren. Er war zwar noch nicht zu Ende aber ich war kurz oben, draußen auf der Terrasse gewesen und es war nun schon Nachmittag, immer noch herrliche Sonne und ich habe es noch nicht einmal geschafft, wenigstens ein paar schöne Bilder von der sonnigen Terrasse zu machen, weil mir die Kamera zu schwer in der Hand war. Alles war mir zu schwer. Jammer, jammer. Usw. usf.
Mein Blick wanderte immer wieder zu meinem kleinen Reisewecker. Schon war es halbvier am Nachmittag. Ich nahm mir meine Schminksachen und begann in Zeitlupe, im Schneidersitz auf dem Kokosteppich im Wohnzimmer sitzend, vor einem aus einem Kerzenhalter und einem Handspiegel konstruierten Stand-Spiegel, Vitalität und Frische ins Gesicht zu malen. Gleich nochmal zwei Aspirin nachlegen. Zwischendurch hatte ich es geschafft, mal kurz in mein gmx-Postfach zu schauen, wo dann auch direkt zwei Mails von Duke waren, der in der einen Mail einen epischen Aufsatz über Wien gepostet hatte (Betreff: „Liegengebliebenes Mehlfragment über Wien“), eine Antwort auf eine Mail von mir, die ungefähr ein Vierteljahr zurücklag, als die Idee geboren wurde, sich in Wien zu treffen. Weil er Wien im Gegensatz zu mir doch ein bißchen kennt, hat da immer wieder mal zeitweise gelebt. Also gut, das war die eine Mail, die ich ob ihrer Länge, zu lesen vertagen musste. In der anderen stand eine leichter lesbare, kurze Botschaft zu seiner Ankunft – Moment ich gucke mal nach – „Ankunft sieht gut aus – (…) wenn alles gut geht, kurz nach 16:30 am Wiener Westbahnhof eintreffen. (…) kurzen Imbiss zwischen die Kiemen klemmen (…) dann sofort auf den Weg zu unserer Wiener Residenz machen (…). müsste ich so rund um 17 Ticktack (oder wenig später) am Quartier sein.“ Also siebzehn Uhr. Plus x. Wieviel Zeit habe ich noch, von den Toten aufzuerstehen? Es war ungefähr sechzehn Uhr, als ich mir die Frage stellte. Wasser trinken, ich muss mehr Wasser trinken, damit das Aspirin besser seine Wirkung entfalten kann! In einer Mail vorher hatte ich Duke vorgeschlagen, nach seiner Ankunft, wenn er seine Siebensachen abgelegt hat, erstmal zusammen einkaufen zu gehen, damit ein bißchen was zum Knabbern da ist. Ich war ja außerdem noch nicht einmal vor die Tür gekommen, an diesem schönen Tag. So hätte ich zumindest ein bißchen die Gegend um die Wohnung herum gesehen und könnte das auch unter „Wien entdecken“ verbuchen. Ein wenig besser ging es mir immerhin doch. Ich schaute noch mal in den Spiegel, welchen Anblick ich bieten würde, wenn es dann, demnächst, ganz bald klingelt. Mir ging durch den Kopf, wann, und in welcher Situation wir uns zuletzt gesehen hatten. Das war zwar keine sechsundzwanzig Jahre her, wie bei Victor, aber immerhin fast zwölf Jahre. Als er nach seinem letzten Besuch bei mir in Berlin, im Dezember 2002, meine Wohnung verlassen hatte, auf dem Weg zum Bahnhof, zu seinem Zug. Weil ich so ein bißchen physisch durch den Wind war, neben mir stand und von dem vielen Aspirin auch ein bißchen sediert war, entwickelte ich gar keine so große Aufregung, wie es sonst bei mir der Fall ist, wenn Begegnungen, gerade nach langer Zeit, unter besonderen Konstellationen anstehen. Ein beachtlicher Teil meiner Aufmerksamkeit lag bei meinem physischen Zustand und der Rest bei unserem Wiedersehen.
ZIemlich genau um 17:30 Uhr hörte ich die Klingel. Den Ton kannte ich nun schon, nachdem Victor am Abend vorher geklingelt hatte. Ich ging die Treppe nach oben, ich war gerade unten in meinem Zimmer und war eigentlich halbwegs in Ordnung. Als ich die Tür öffnete, stand da also dieser Mensch, den ich so lange nicht gesehen hatte, und er hatte noch genug Merkmale, die ein Wiedererkennen ermöglichten. Kein Fremder. Ich kannte ja auch von ihm neuere Aufnahmen, dank Internet. Meiner Erinnerung nach habe ich gleich vorangeschickt, dass ich noch etwas an einem Kater laboriere und die leichte Verlegenheit, die sich bei solchen Wiedersehensbegegnungen immer anfänglich einstellt, durch übersprungshandlungsartiges, wortreiches Erklären der Wohnräume kompensiert. Nicht ohne Stolz präsentierte ich die verschiedenen Sanitärräume. Ich hatte mir das Zimmer mit dem „Master Bedroom“ und dem „Master Bathroom“ ausgesucht, und ihm das zweite, ebensogroße Zimmer mit separater Dusche und separatem WC zugedacht. Damit man sich nicht in die Quere kommt, gerade im Badezimmer kann ich das gar nicht haben. Da war also überhaupt keine Gefahr. Nachdem wir ein bißchen am Küchentisch saßen, aber nur kurz, brachen wir auf zum Einkaufen. Es gab reichlich Supermärkte in der Umgebung, und wir haben mehrere frequentiert. Auch mehrere Flaschen Wein landeten im Einkaufswagen, obwohl es noch außerhalb meiner Vorstellungskraft war, wie ich so etwas jemals wieder trinken könnte. Aber man kennt sich ja. Kaum geht es einem wieder gut, ist man bereit für neue Taten, auch in Sachen Getränke. Was für ein langer Eintrag zu einem Tag, an dem ich doch recht tatenlos war. Als die Einkäufe verstaut waren, haben wir geguckt, wo man in der Nähe essen gehen könnte. Es war dann zwar schon etwas spät, weil wir uns immer wieder Sachen erzählen mussten und die Zeit vegessen haben. Da hat Duke dann auch gefragt, ob er mich mal fotografieren darf. Ich war überhaupt nicht auf fotografiert werden eingestellt, aber hätte es kleinlich und divenhaft gefunden, es abzuwehren. Meine Haltung war auch ein bißchen untypisch für „Fotografiert werden“, ich saß mit so blöd verschränkten Armen am Tisch, das Gegenteil von einer Pose, wo man gut rüberkommt. Duke hat mir die Bilder überlassen, die er da und auch später von mir gemacht hat, da bin ich ihm doch dankbar, weil es selten Bilder gibt, die andere von mir machen. Es sind die Bilder in diesem Album. Dachte mir, interessant, wie unterschiedlich der Ausdruck der Gesichtshälften ist. Es heißt, die linke Gesichthälfte (vom Objekt aus gesehen) würde die authentische Verfassung zeigen und die rechte Hälfte, wie man wirken möchte, was man als Verfassung kommunizieren will. Vielleicht ist da ja was dran. Ich habe ihn an diesem Abend gar nicht fotografiert, ich war so absorbiert von unserer Unterhaltung und kam gar nicht auf die Idee. Man muss es auch nicht überstürzen, das würde sich schon noch ergeben. Nach dem Intermezzo am Esstisch, sind wir doch noch in unserem vierten Bezirk in einem Lokal gelandet. Das war zwar nicht die Riesensensation, etwas Italienisches, Margareta, aber man hat gut gesessen und es gab eine Pfeffermühle in Griffweite, die wir eifrig benutzt haben. Ich glaube, in dem Lokal hatten wir Vitello Tonnato als Vorspeise und danach… weiß ich nicht mehr, er vielleicht was mit Scampi und ich vielleicht einen Fisch. Aber war ganz gut. Wir waren irgendwann die letzten im Lokal und mussten dann auch gehen. Danach ein ungeplanter Spaziergang durch die dunklen Straßen, ein bißchen verlaufen, auf dem Weg zu unserer Bleibe und dann noch lange Gespräche bis weit in die tiefe Nacht.
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28. Mai 2014


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Ankommen. Angekommen. Das Taxi fährt durch ein bißchen Nieselregen nach Wien, in den vierten Bezirk. „Auf der Wieden“ sagt man, hat mich Victor noch per Mail gebrieft, nicht „in Wieden“. Duke, mein Reisegefährte für die kommenden Tage, wird erst am nächsten Tag eintreffen. Am Abend bin ich mit Victor verabredet, den ich zuletzt Neunzehnhundertachtundachtzig gesehen habe. Ich weiß von ein paar facebook-Fotos, wie er jetzt ungefähr ausschaut. Es ist Nachmittag, als ich ankomme, in der schönen Wohnung. Ich mache ganz angetan ein paar erste Schnappschüsse, die zum Teil arg verwackelt sind. Da denke ich noch, dass ich im Laufe der Tage, gerade wenn die Sonne mal scheint, bestimmt noch Gute machen werde, die einen besseren Eindruck wiedergeben. Aber da weiß ich noch nicht, dass ich nicht dazu kommen werde, weil wir viel unterwegs sind oder frühstücken oder im Aufbruch oder es schon wieder dunkel ist. Deswegen habe ich auch die verwackelten Bilder dringelassen, die ich normalerweise weggeschmissen hätte, wegen ihrer qualitativen Unzulänglichkeit. Später, gerade auch am nächsten Tag, habe ich die schöne Terrasse in strahlender Sonne erleben dürfen. Und weil ich so mit meinem kleinen Kater zu tun hatte, auch wieder nicht angemessen abgelichtet. Aber egal – man hat einen Eindruck, dass es keine Bruchbude war. Im Gegenteil. Ich habe mich anfänglich sogar ein paar mal verlaufen, so weitläufig war die Wohnung. Treppe rauf, Treppe runter… ach ja, das ist ja die andere Ebene. Es gab auch noch ein zweites Schlafzimmer mit einem genauso großen Bett, das stand in dem Zimmer mit den besonders unscharfen Bildern, mit den gerafften Vorhängen. Ich habe also erst ein mal ausgepackt und mich umgezogen und bin in Ruhe angekommen. Und dann war es auch schon so weit, dass mich Victor abholen würde. Was er auch getan hat. Übrigens sind die Bücher nicht von mir mitgebracht. Die liegen so in der Wohnung herum. Neben vielen schönen Bildbänden. Ich habe mir selber nur einen kleinen Reiseführer Wien mitgenommen und eine Art Kaffeehaus-Lexikon, weil ich wusste, dass ich sowieso nicht zum Romane lesen kommen würde. Ich habe also keine Ahnung, was in dem nicht unbekannten Buch EAT PRAY LOVE steht, obwohl es sogar einen Film davon gibt, den ich ebenfalls nicht gesehen habe. Aber das Uschi Obermaier-Buch auf dem Fenstersims, das kenne ich. Das habe ich nämlich auch. Als ich das entdeckt habe, war mir mein Gastgeber gleich noch mal so sympathisch, wie vorher schon. Ich habe ihn gar nicht persönlich getroffen, weil wir das alles über Mail ausgecheckt haben und ich auch keinen Schlüssel für die Wohnung brauchte, weil sie ganz modern mit einem Code zugänglich ist. Hier also ein paar Eindrücke meiner Bleibe in Wien.
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28. Mai 2014

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Der Abend war der einzige, über den ich noch in Wien etwas geschrieben habe. Dass wir nach dem Rüdigerhof im Motto am Fluss (leider keine Fotos) zum Essen waren, wo es sehr lauschig war, und danach im Philosoph (leider keine Fotos). Lange. Wo ich nach langer Zeit wieder einmal Tabak geraucht habe (l. k. F.). Mein letztes Erlebnis mit Rauchen war zuvor irgendwann im Februar glaube ich, als ich mir alte Graskrümel zu einem kleinen Spliff, wie wir User früher gesagt haben, gedreht habe. Und dazu Williamsbrand getrunken. Was mir schon da nicht gut bekommen ist. Und auch da war Victor involviert, nämlich sein Buch Philosoph auf Reisen, wo ich gerade bei einem Kapitel war, wo dem Alkohol und auch dem Marihuana stark zugesprochen wurde. Eine nicht empfehlenswerte Kombination, wie man ja eigentlich schon immer weiß. Und auch an jenem Abend in Wien hat mich die Gegenwart von Victor gewissermaßen spielerisch in den Abgrund des Lasters gelockt. Dabei gab es nur Bier und Schnaps und starken Tabak. Das mit dem Absinth haben wir uns anders überlegt. Wer weiß, ob ich dann überhaupt noch einmal am nächsten Tag aus der Wohnung gekommen wäre. Der Rüdigerhof (hier Erwähnung, vierter Absatz, neuntes Wort) hat mir gut gefallen, ich habe auch schnell gelernt, dass ich mich dort mehr noch als anderswo zusammenreißen muss, um nicht plump herumzufotografieren. Weil ich in Wien ja nun leider noch nicht weltberühmt genug bin, dass jeder Gast die Ehre und einmalige Chance begreifen würde, von mir und meiner Kamera eingefangen zu werden. Ich habe mich also sehr beschränkt, daher gibt es nur fünf Motive, zweimal die Decke im Eingangsbereich und einmal über die Tische hinweg und noch zweimal ich selber mit ein bißchen Victor. Allerdings hätte ich ihn gerne adäquater getroffen. Er sieht in echt eindeutig jünger und weniger streng aus. Er guckt auf dem einen Bild schon sehr skorpionisch eindringlich, was aber ja auch wieder passt. Bevor er ganz pünktlich um 19:30 Uhr geklingelt hat, hatte ich mich schon ein bißchen eingelebt, nur die Lichtschalter bereiteten mir Kopfzerbrechen. Ich war noch nie in einer Wohnung mit so vielen Varianten von Beleuchtung und zugehörigen Schaltern incl. Dimmfunktion. Zur Begrüßung haben wir am Küchentisch den Rest Williamsbrand aus meinem sehr schönen Flachmann getrunken. Man möchte ja auch etwas anbieten. Im Schnelldurchlauf habe ich noch alle Räume vorgeführt, so weit mir bis dahin bekannt, und die Bemerkung geerntet „Ah ja, du bist also kein Luxusweib.“ Was eine Anspielung auf irgendein Geplänkel per Mail im Vorfeld war. Weiß ich aber nicht mehr. Also gut! Bin ich eben ein Luxusweib! Ich bekenne mich schuldig! Mea maxima culpa! Aber der Vorteil von so einem Luxusweib ist natürlich, dass es auch Mittel findet, den Luxus zu finanzieren. Und sei es durch ein ausgefuchstes Sparprogramm. Also das war in groben Zügen, wie es kam, dass ich in der Nacht von Sonntag auf Montag mit Victor versackt bin und am nächsten Tag schwer verkatert gegen Mittag aufgestanden bin, was mir nicht leicht fiel. Aber schön war der Abend schon. Er ist mir auch überhaupt nicht fremd vorgekommen. Kein bißchen. Und im Rüdigerhof, wo man sich sehr gut unterhalten konnte, weil die Musik nicht so auffällig war, falls überhaupt welche weil keine gespielt wurde, haben wir auch über ganz viele gemeinsame Freunde von früher gesprochen und zu wem man noch Kontakt hat oder wann er abgebrochen ist. Was einem so in den Sinn kommt, wenn man sechsundzwanzig Jahre kein Wort miteinander mehr gewechselt hat. Ich war sehr froh zu sehen, dass es ihm gut geht, er gesund ist, obwohl er zügig raucht. War schön. Und wieviel wir geredet haben. Und gelacht. Ganz viel. Dafür kann man auch gerne einen Kater in Kauf nehmen.


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26. Mai 2014

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Erst mal hinkommen, ohne das Speibsackerl zu gebrauchen! In Wahrheit ist da bei mir keine Gefahr, ich bin vielleicht nicht hochseefest, aber in luftigen Höhen geht es mir ausgezeichnet. Am schönsten ist es, wenn der Flieger losdüst, noch auf der Startbahn. Und wenn er dann abhebt, bin ich wirklich im Himmel. Ich müsste viel öfter in einen Flieger steigen, so wie früher. Aber kann ja wieder kommen. Alles war eilig und knapp bemessen, also zeitlich. Bis ich dann am Gate war, da war auf einmal Zeit. Und was mache ich, wenn ich nicht am Internet hänge? Mit der Kamera spielen. Es hatte geregnet. Als der Flieger abhob, lag Berlin plötzlich in der Sonne, und die Regentropfen an der Scheibe glitzerten wie so Swarovski-Steinchen. Ist, glaub ich, auch eine österreichische Firma. Kaum eine Stunde in der Luft, schon landet der Flieger wieder. Wie meine globetrottenden Leserinnen wissen werden ist: der Vienna Airport in Wahrheit gar nicht in Vienna, sondern in Schwechat, einem Ort in Niederösterreich, wie ich von der Taxifahrerin gelernt habe. Ich habe mich nämlich nach ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten Taxifahrt gewundert, dass es auf einmal ein Ortsschild „Wien“ gab. Man lernt nicht aus! Also von Niederösterreich mit dem Taxi nach Wien, in den vierten Bezirk, in die Lambrechtgasse. Aber vor dem Taxi noch auf die Damentoilette. Sehr schick! Auch das Publikum. Und beim Warten auf meine ebenfalls schicke Reisetasche, die schicke, von hinten beleuchtete Wanddekoration mit dem Kuss von Herrn Klimt gewürdigt. Schon schön. Mal sehen, ob es so weitergeht, war meine kurze Überlegung. Aber eigentlich war ich mir bereits sicher, wenn es schon so ein Entrée gibt. Aber erst mal ankommen. Lange nicht mehr Taxi gefahren. Früher bin ich in Taxis gestiegen, wie andere in die U-Bahn. Da ist also auch das Geld geblieben, das mir so lange abhanden gekommen war. Aber nun war ich bereit, mein Erspartes auf den Kopf zu hauen, und die Wiener Wirtschaft anzukurbeln! Wofür sich ja auch unheimlich gut der Besuch von möglichst vielen Wiener Wirtschaften anbietet. Ja, so ein Kalauer muss auch mal sein. Noch war ich allein unterwegs. Aber das sollte sich noch am Abend des elften Mai 2014 ändern. Bleiben Sie dran! Bleiben Sie mir gewogen! Fortsetzung folgt! Bald.
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28. Mai 2014


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Ankommen. Angekommen. Das Taxi fährt durch ein bißchen Nieselregen nach Wien, in den vierten Bezirk. „Auf der Wieden“ sagt man, hat mich Victor noch per Mail gebrieft, nicht „in Wieden“. Duke, mein Reisegefährte für die kommenden Tage, wird erst am nächsten Tag eintreffen. Am Abend bin ich mit Victor verabredet, den ich zuletzt Neunzehnhundertachtundachtzig gesehen habe. Ich weiß von ein paar facebook-Fotos, wie er jetzt ungefähr ausschaut. Es ist Nachmittag, als ich ankomme, in der schönen Wohnung. Ich mache ganz angetan ein paar erste Schnappschüsse, die zum Teil arg verwackelt sind. Da denke ich noch, dass ich im Laufe der Tage, gerade wenn die Sonne mal scheint, bestimmt noch Gute machen werde, die einen besseren Eindruck wiedergeben. Aber da weiß ich noch nicht, dass ich nicht dazu kommen werde, weil wir viel unterwegs sind oder frühstücken oder im Aufbruch oder es schon wieder dunkel ist. Deswegen habe ich auch die verwackelten Bilder dringelassen, die ich normalerweise weggeschmissen hätte, wegen ihrer qualitativen Unzulänglichkeit. Später, gerade auch am nächsten Tag, habe ich die schöne Terrasse in strahlender Sonne erleben dürfen. Und weil ich so mit meinem kleinen Kater zu tun hatte, auch wieder nicht angemessen abgelichtet. Aber egal – man hat einen Eindruck, dass es keine Bruchbude war. Im Gegenteil. Ich habe mich anfänglich sogar ein paar mal verlaufen, so weitläufig war die Wohnung. Treppe rauf, Treppe runter… ach ja, das ist ja die andere Ebene. Es gab auch noch ein zweites Schlafzimmer mit einem genauso großen Bett, das stand in dem Zimmer mit den besonders unscharfen Bildern, mit den gerafften Vorhängen. Ich habe also erst ein mal ausgepackt und mich umgezogen und bin in Ruhe angekommen. Und dann war es auch schon so weit, dass mich Victor abholen würde. Was er auch getan hat. Übrigens sind die Bücher nicht von mir mitgebracht. Die liegen so in der Wohnung herum. Neben vielen schönen Bildbänden. Ich habe mir selber nur einen kleinen Reiseführer Wien mitgenommen und eine Art Kaffeehaus-Lexikon, weil ich wusste, dass ich sowieso nicht zum Romane lesen kommen würde. Ich habe also keine Ahnung, was in dem nicht unbekannten Buch EAT PRAY LOVE steht, obwohl es sogar einen Film davon gibt, den ich ebenfalls nicht gesehen habe. Aber das Uschi Obermaier-Buch auf dem Fenstersims, das kenne ich. Das habe ich nämlich auch. Als ich das entdeckt habe, war mir mein Gastgeber gleich noch mal so sympathisch, wie vorher schon. Ich habe ihn gar nicht persönlich getroffen, weil wir das alles über Mail ausgecheckt haben und ich auch keinen Schlüssel für die Wohnung brauchte, weil sie ganz modern mit einem Code zugänglich ist. Hier also ein paar Eindrücke meiner Bleibe in Wien.
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26. Mai 2014

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Erst mal hinkommen, ohne das Speibsackerl zu gebrauchen! In Wahrheit ist da bei mir keine Gefahr, ich bin vielleicht nicht hochseefest, aber in luftigen Höhen geht es mir ausgezeichnet. Am schönsten ist es, wenn der Flieger losdüst, noch auf der Startbahn. Und wenn er dann abhebt, bin ich wirklich im Himmel. Ich müsste viel öfter in einen Flieger steigen, so wie früher. Aber kann ja wieder kommen. Alles war eilig und knapp bemessen, also zeitlich. Bis ich dann am Gate war, da war auf einmal Zeit. Und was mache ich, wenn ich nicht am Internet hänge? Mit der Kamera spielen. Es hatte geregnet. Als der Flieger abhob, lag Berlin plötzlich in der Sonne, und die Regentropfen an der Scheibe glitzerten wie so Swarovski-Steinchen. Ist, glaub ich, auch eine österreichische Firma. Kaum eine Stunde in der Luft, schon landet der Flieger wieder. Wie meine globetrottenden Leserinnen wissen werden ist: der Vienna Airport in Wahrheit gar nicht in Vienna, sondern in Schwechat, einem Ort in Niederösterreich, wie ich von der Taxifahrerin gelernt habe. Ich habe mich nämlich nach ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten Taxifahrt gewundert, dass es auf einmal ein Ortsschild „Wien“ gab. Man lernt nicht aus! Also von Niederösterreich mit dem Taxi nach Wien, in den vierten Bezirk, in die Lambrechtgasse. Aber vor dem Taxi noch auf die Damentoilette. Sehr schick! Auch das Publikum. Und beim Warten auf meine ebenfalls schicke Reisetasche, die schicke, von hinten beleuchtete Wanddekoration mit dem Kuss von Herrn Klimt gewürdigt. Schon schön. Mal sehen, ob es so weitergeht, war meine kurze Überlegung. Aber eigentlich war ich mir bereits sicher, wenn es schon so ein Entrée gibt. Aber erst mal ankommen. Lange nicht mehr Taxi gefahren. Früher bin ich in Taxis gestiegen, wie andere in die U-Bahn. Da ist also auch das Geld geblieben, das mir so lange abhanden gekommen war. Aber nun war ich bereit, mein Erspartes auf den Kopf zu hauen, und die Wiener Wirtschaft anzukurbeln! Wofür sich ja auch unheimlich gut der Besuch von möglichst vielen Wiener Wirtschaften anbietet. Ja, so ein Kalauer muss auch mal sein. Noch war ich allein unterwegs. Aber das sollte sich noch am Abend des elften Mai 2014 ändern. Bleiben Sie dran! Bleiben Sie mir gewogen! Fortsetzung folgt! Bald.
: : alle Wiener Geschichten : :

23. Mai 2014

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Dritter Tag. Am Nachmittag erzählte Felix, wie er lernte, die Überwachung zu lieben. Mit detektivischem Gespür kombinierte ich, dass in diesem Vortrag bestimmt ein bis zwei Blogger in den ersten Reihen sitzen würden, die ich von früher kennen könnte. Wenn ich so vergleiche, wie sich der eine oder andere Blogger so herausgemacht hat, muss ich sagen: Felix ist da weit vorne. Andere sind natürlich auch gut dabei, aber ich bin schon Felix-Fan. Aber das sind wir ja eigentlich irgendwie alle. Zumindest die da waren. Danach war ich noch ein bißchen herumspazieren, in der einen oder anderen Halle, Stage Dingsbums, die sind so durchnummeriert. In einer haben alle Kopfhörer am Eingang gekriegt, ich wollte aber keinen, noch ein Apparat macht mich nur nervös. Ich habe dann Fotos von Sascha gemacht, der seinen Kopfhörer auch nicht ordenltich aufgesetzt hat, sondern immer nur so an das rechte Ohr gehalten. Mit der Frisur ist das ja auch sonst blöd. Jedenfalls war dann auch schon recht bald die Zeit überbrückt bis zur großen Abschiedsfeier. Ich habe mir zwei Gläser Wein geholt, der war sogar richtig gut. Also nicht auf einmal, hintereinander zwei Gläser. Ein spanischer Weißwein in einer nicht sehr vertrauenserweckenden Farbe, so ein dunkles Goldgelb, hat aber ganz anders geschmeckt, als er ausgesehen hat. Dann war es endlich so weit! Die große Abschiedsfeier konnte losgehen! Ich hatte einen super Platz, ganz vorne, in der zweiten Reihe, ganz links. Es wurde sehr schön allen Helfern gedankt und den Technikern und allen, die nicht auf der Bühne waren. Das hat mir gut gefallen, das war eine sehr schöne Geste. Auch recht ausführlich. Ich habe auch fleißig für jeden geklatscht. Es wurde sich auch viel gedrückt und war sehr warmherzig. Dann endlich ging es mit dem Karaoke los! Die berühmte Bohemian Rhapsody war endlich dran. Und das war total schön. Genau, wie ich es mir erhofft hatte. Ich habe mich auch getraut, alles mitzusingen. Gut, dass der Text auf die Bühne gebeamt worden ist. Den hätte ich mir nie im Leben merken können, viel zu lang und kompliziert! Ich hätte auch gar keine Zeit zum Üben gehabt. Die superhübsche Frau mit der orientialischen Kopfbedeckung hat auch laut mitgesungen und war sehr begeistert. Sie hat hinter mir gestanden und ich habe sie ganz oft fotografiert, das hat sie auch gemerkt und es hat sie nicht gestört. Ein Hingucker! Und am Ende hat es dann noch Glitzerkonfetti geregnet. So lila-pink, aber nicht rund sondern eckig. Creezy hat sich dann noch eine Handvoll Glitter in die Tasche gesteckt, zum Andenken. Ich habe es ihr nachgemacht. Jetzt fällt mir überhaupt wieder ein, dass die Glitzerschnipsel immer noch in der Jackentasche stecken müssen. Schade, ich habe gar kein Poesiealbum mehr wie früher, da hätte man es sonst einkleben können. Was habe ich früher Eintrittskarten gesammelt! Und dann schön eingeklebt und so weiter. Ich habe die Programme von den drei re:publica-Tagen aber aufgehoben. Und das Halsband und das Armbändchen. Ist doch zu schade zum wegschmeißen irgendwie. So, jetzt habe ich endlich auch noch die Fotos vom dritten Tag gebloggt. Das hat mich schon lange beschäftigt, und in Wien ist ja gar nichts mit den Bildern passiert, ich war einfach dauernd unterwegs. Kann man aber ja vielleicht auch verstehen.

17. Mai 2014


Back in town. Back in Berlin. Man verzeihe mir die Funkstille. Ich musste drei Milliarden Fotos schießen und rumlaufen und Kaffeehäuser besuchen und staunen und mich treffen und unterhalten und lachen und weinen und überhaupt. Nun habe ich ja noch meine Bilderschulden vom dritten re:publica-Tag auch nicht beglichen. Gestern Flieger von Vienna Airport nach Berlin mit zwei Stunden Delay, kurz nach Ladenschluss gegen zwanzig Uhr daheim. Wäsche von den Ferientagen in die Maschine gepackt, Bilder runtergeladen. Und heute lange geschlafen, es stellt sich doch ein bißchen Schlafdefizit ein, wenn man nahezu jede Nacht bis zwei oder drei Uhr am Küchentisch redet und trinkt und dann am nächsten Tag doch früh aufsteht, obwohl es gegen die Natur ist, weil man merkt, wie die Tage davonrinnen, in Nullkommanichts ist alles wieder vorbei und man hat so viel noch nicht gesehen. Aber die Sachen, die mir wirklich am Herzen lagen, die konnte ich sehen, das haben wir gut hingekriegt. Die Fuchs-Villa und die Secession mit dem Beethovenfries waren meine Highlights. Und ein Wienerlied mit Harmonium im Kunsthistorischen Museum. Und der Judenplatz, die Kurrentgasse, und überhaupt der erste Bezirk mit seiner Dichte, Opulenz schönster patinierter Fassaden und elegantester Beschilderung. Und das Essen auf dem Schiff, im Motto am Fluss an der Donau und im Ofenloch und im Fratelli. Und auch in den Kaffeehäusern war ich, auf die ich am Neugierigsten war. Am besten hat es mir im Hawelka, im Jelinek und im Schwarzenberg, draußen in der Sonne gefallen. Und auch im kleinen Café im Belvedere, wo das große Sissi-Bild hängt, auf der hummerfarbenen Seidentapete. Und in unserer furiosen Bleibe. Ein Kapitel für sich. Unterm Dach im vierten Bezirk. Und Duke und Victor nach so langer Zeit wieder zu sehen, ist ohnehin ein Kapitel oder auch zwei. Es war eine schöne Reise. Jetzt muss ich aber mal was einkaufen, der Kühlschrank ist ganz leer. Sonne in Berlin.
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17. Mai 2014


Back in town. Back in Berlin. Man verzeihe mir die Funkstille. Ich musste drei Milliarden Fotos schießen und rumlaufen und Kaffeehäuser besuchen und staunen und mich treffen und unterhalten und lachen und weinen und überhaupt. Nun habe ich ja noch meine Bilderschulden vom dritten re:publica-Tag auch nicht beglichen. Gestern Flieger von Vienna Airport nach Berlin mit zwei Stunden Delay, kurz nach Ladenschluss gegen zwanzig Uhr daheim. Wäsche von den Ferientagen in die Maschine gepackt, Bilder runtergeladen. Und heute lange geschlafen, es stellt sich doch ein bißchen Schlafdefizit ein, wenn man nahezu jede Nacht bis zwei oder drei Uhr am Küchentisch redet und trinkt und dann am nächsten Tag doch früh aufsteht, obwohl es gegen die Natur ist, weil man merkt, wie die Tage davonrinnen, in Nullkommanichts ist alles wieder vorbei und man hat so viel noch nicht gesehen. Aber die Sachen, die mir wirklich am Herzen lagen, die konnte ich sehen, das haben wir gut hingekriegt. Die Fuchs-Villa und die Secession mit dem Beethovenfries waren meine Highlights. Und ein Wienerlied mit Harmonium im Kunsthistorischen Museum. Und der Judenplatz, die Kurrentgasse, und überhaupt der erste Bezirk mit seiner Dichte, Opulenz schönster patinierter Fassaden und elegantester Beschilderung. Und das Essen auf dem Schiff, im Motto am Fluss an der Donau und im Ofenloch und im Fratelli. Und auch in den Kaffeehäusern war ich, auf die ich am Neugierigsten war. Am besten hat es mir im Hawelka, im Jelinek und im Schwarzenberg, draußen in der Sonne gefallen. Und auch im kleinen Café im Belvedere, wo das große Sissi-Bild hängt, auf der hummerfarbenen Seidentapete. Und in unserer furiosen Bleibe. Ein Kapitel für sich. Unterm Dach im vierten Bezirk. Und Duke und Victor nach so langer Zeit wieder zu sehen, ist ohnehin ein Kapitel oder auch zwei. Es war eine schöne Reise. Jetzt muss ich aber mal was einkaufen, der Kühlschrank ist ganz leer. Sonne in Berlin.
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12. Mai 2014

Schöne lange Nacht in Wien. Gut gegessen, Bier getrunken! (unter anderem).
Nach Landung Flieger, Taxi in den vierten Bezirk. Ganz nette Unterhaltung mit vor siebzehn Jahren aus Salzburg zugezogener Wienerin. Wohnung Lambrechtgasse, Lichtschalter und Internet ausprobiert, Möbel leicht gerückt. Sachen ausgepackt. Andere Sachen angezogen. Augen nachgemalt. Proviant gegessen. Klingeling. Victor gezeigt, welche Lichtschalter ich noch nicht begriffen habe. Begüßungsschnaps in der Küche getrunken. Draußen rumgelaufen. Eingekehrt im Rüdigerhof. Schön! Von da bis in den 1. Bezirk flaniert. Eingekehrt im Motto am Fluss. Sehr lauschig! Barry White und Prince zur Untermalung des ausgezeichneten Essens. Drunten die Donau. Eingekehrt im Philosoph. Tausend Sachen erzählt. Nicht wenig getrunken. Geraucht! Fünf mal „Light my Fire“ gehört. Taxi heim! Gute Nacht!
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12. Mai 2014

Schöne lange Nacht in Wien. Gut gegessen, Bier getrunken! (unter anderem).
Nach Landung Flieger, Taxi in den vierten Bezirk. Ganz nette Unterhaltung mit vor siebzehn Jahren aus Salzburg zugezogener Wienerin. Wohnung Lambrechtgasse, Lichtschalter und Internet ausprobiert, Möbel leicht gerückt. Sachen ausgepackt. Andere Sachen angezogen. Augen nachgemalt. Proviant gegessen. Klingeling. Victor gezeigt, welche Lichtschalter ich noch nicht begriffen habe. Begüßungsschnaps in der Küche getrunken. Draußen rumgelaufen. Eingekehrt im Rüdigerhof. Schön! Von da bis in den 1. Bezirk flaniert. Eingekehrt im Motto am Fluss. Sehr lauschig! Barry White und Prince zur Untermalung des ausgezeichneten Essens. Drunten die Donau. Eingekehrt im Philosoph. Tausend Sachen erzählt. Nicht wenig getrunken. Geraucht! Fünf mal „Light my Fire“ gehört. Taxi heim! Gute Nacht!
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10. Mai 2014

Kleine Große Gedenkminute. Mein Bruder wurde heute vor fünfzig Jahren geboren, am 10. Mai 1964. Keine Ahnung, ob da oben in der Ecke des Himmels, in die ich gerade geschaut habe, ein Funken von ihm lebt, da oben im Sternenmeer, das man nur erahnt. Wie alles. Ich trinke aber trotzdem auf dich. Deine kleine Schwester trinkt auf dich. Und dein Sohn Valerian bestimmt auch. Ich habe ihm gerade auf seinem facebook-Profil geschrieben, dass heute dein fünfzigster Geburtstag wäre. So Geburtstage merkt man sich ja nicht so leicht, wenn man mit jemandem nie zu Lebzeiten Geburtstag gefeiert hat. Eigentlich sollte ich Bourbon trinken…hast du gerne gemocht. Hab ich aber gerade nicht da. Es gibt Calvados und Williamsbrand und Silvaner. Such dir was aus. Ich trinke, was du willst. Auf Dich. Auf die dreiundzwanzig Jahre, die ich dich kennen durfte. Und die siebenundzwanzig Jahre danach, ohne dich. Das Leben ist schön. Ich hab immer noch nicht gepackt. Aber alles besorgt, was ich brauche. Morgen Mittag geht der Flieger. Du hast mir einmal eine Postkarte aus Wien geschickt, wo es dir sehr gefallen hat. Da war ein Denkmal drauf, von dem Walzerkönig Johann Strauss. Ich grüße Wien von dir. Versprochen.

10. Mai 2014

Kleine Große Gedenkminute. Mein Bruder wurde heute vor fünfzig Jahren geboren, am 10. Mai 1964. Keine Ahnung, ob da oben in der Ecke des Himmels, in die ich gerade geschaut habe, ein Funken von ihm lebt, da oben im Sternenmeer, das man nur erahnt. Wie alles. Ich trinke aber trotzdem auf dich. Deine kleine Schwester trinkt auf dich. Und dein Sohn Valerian bestimmt auch. Ich habe ihm gerade auf seinem facebook-Profil geschrieben, dass heute dein fünfzigster Geburtstag wäre. So Geburtstage merkt man sich ja nicht so leicht, wenn man mit jemandem nie zu Lebzeiten Geburtstag gefeiert hat. Eigentlich sollte ich Bourbon trinken…hast du gerne gemocht. Hab ich aber gerade nicht da. Es gibt Calvados und Williamsbrand und Silvaner. Such dir was aus. Ich trinke, was du willst. Auf Dich. Auf die dreiundzwanzig Jahre, die ich dich kennen durfte. Und die siebenundzwanzig Jahre danach, ohne dich. Das Leben ist schön. Ich hab immer noch nicht gepackt. Aber alles besorgt, was ich brauche. Morgen Mittag geht der Flieger. Du hast mir einmal eine Postkarte aus Wien geschickt, wo es dir sehr gefallen hat. Da war ein Denkmal drauf, von dem Walzerkönig Johann Strauss. Ich grüße Wien von dir. Versprochen.

10. Mai 2014




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War
fast wie früher. Ich kopiere der Einfachheit halber einfach die Beschreibung vom Foto-Album:
„Gaga Nielsen besucht am zweiten Tag der re:publica , dem 7. Mai 2014 das Damen-Kaffeekränzchen am Affenfelsen, zu dem Wortschnittchen eingeladen hat und Kaffee und Mokkatassen mitgebracht hat. Gekommen sind außer der Gastgeberin Wortschnittchen:
Creezy von holyfruitsalad
das Nuf (nur von hinten zu sehen)
Franzi von franziskript
Frau Engl
Frau Mutti
Gaga Nielsen (ich selber)
Journelle (nach ihrem Star-Auftritt)
die Kaltmamsell (verspätet!)
Katia Schwadroneuse (pünktlich!)
sowie noch zwei nette Ladies, deren Namen ich leider nicht behalten habe. Und undercover, der Blogger Thomas W. Wir sind ja tolerant.“
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

10. Mai 2014

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Erster Tag. Habe ich ja schon erzählt. Mal sehen, wie ich dazu komme, den zweiten und dritten Tag zu posten. Ich muss nämlich morgen meine Reise nach Wien vorbereiten. Oder besser das Gepäck. Da ist noch nicht viel passiert. Und Geld holen. Bin lange nicht mehr verreist. Der letzte Flug war nicht privater Natur und auch kein für mich attraktives Ziel. Aber davon wollen wir nicht reden. Am Sonntag fliege ich nach Wien und ich würde gerne noch morgen wenigstens den zweiten re:publica-Tag mit den Bildern vom Kaffeekränzchen auf dem Affenfelsen hochladen, weil da nach langer Zeit auch mal wieder Blogger von mir abgelichtet wurden. Einige davon habe ich vor fast zehn Jahren fotografiert. Mal sehen, wie weit ich komme. Und am dritten Tag war ich auch da. Der schönste Augenblick war, wie eigentlich fast schon erwartet, das gemeinsame Singen der Bohemian Rhapsody. Da gibt es auch Bilder von elektrisiertem Publikum. Bei mehr als sechstausend Besuchern kann man allerdings davon ausgehen, dass es wahrscheinlich schon mindestens sechstausend Bilder im Netz gibt, von dieser Veranstaltung. Das ist nicht mehr so wie damals, als Blogger bei einem Event waren, einer überschaubaren Lesung und anschließend die Blogs der Anwesenden gescannt haben, ob es schon Bilder gibt, oder Artikel mit Links zu einer Bildstrecke. Vielleicht kann ich aber trotzdem einen anderen Blickwinkel beitragen, auch wenn es in dem großen Bilderstrom untergeht. Für mich hatte es auch die Bedeutung, dass ich diesen blinden Flick auflösen wollte, was es denn nun mit diesem Ereignis auf sich hat. Ich habe auch gelernt, dass die Re:publica-Besucher, wenn sie nicht gerade mit jemandem reden, den sie sowieso schon kennen, oder in einem Panel sitzen, sich mit ihren Geräten beschäftigen und selten hochschauen. Manche sitzen in den Sessions mit ihrem Notebook und gucken nicht mal auf die Bühne, sondern tippen irgendwas. Ich empfinde das als unverschämt. So vom Eindruck her. Welchen Sinn hat es dann überhaupt, in dem dunklen Saal herumzusitzen? Aber ich will hier nicht vom Leder ziehen. Bin auch arg müde jetzt und muss morgen viel erledigen.

10. Mai 2014

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Erster Tag. Habe ich ja schon erzählt. Mal sehen, wie ich dazu komme, den zweiten und dritten Tag zu posten. Ich muss nämlich morgen meine Reise nach Wien vorbereiten. Oder besser das Gepäck. Da ist noch nicht viel passiert. Und Geld holen. Bin lange nicht mehr verreist. Der letzte Flug war nicht privater Natur und auch kein für mich attraktives Ziel. Aber davon wollen wir nicht reden. Am Sonntag fliege ich nach Wien und ich würde gerne noch morgen wenigstens den zweiten re:publica-Tag mit den Bildern vom Kaffeekränzchen auf dem Affenfelsen hochladen, weil da nach langer Zeit auch mal wieder Blogger von mir abgelichtet wurden. Einige davon habe ich vor fast zehn Jahren fotografiert. Mal sehen, wie weit ich komme. Und am dritten Tag war ich auch da. Der schönste Augenblick war, wie eigentlich fast schon erwartet, das gemeinsame Singen der Bohemian Rhapsody. Da gibt es auch Bilder von elektrisiertem Publikum. Bei mehr als sechstausend Besuchern kann man allerdings davon ausgehen, dass es wahrscheinlich schon mindestens sechstausend Bilder im Netz gibt, von dieser Veranstaltung. Das ist nicht mehr so wie damals, als Blogger bei einem Event waren, einer überschaubaren Lesung und anschließend die Blogs der Anwesenden gescannt haben, ob es schon Bilder gibt, oder Artikel mit Links zu einer Bildstrecke. Vielleicht kann ich aber trotzdem einen anderen Blickwinkel beitragen, auch wenn es in dem großen Bilderstrom untergeht. Für mich hatte es auch die Bedeutung, dass ich diesen blinden Flick auflösen wollte, was es denn nun mit diesem Ereignis auf sich hat. Ich habe auch gelernt, dass die Re:publica-Besucher, wenn sie nicht gerade mit jemandem reden, den sie sowieso schon kennen, oder in einem Panel sitzen, sich mit ihren Geräten beschäftigen und selten hochschauen. Manche sitzen in den Sessions mit ihrem Notebook und gucken nicht mal auf die Bühne, sondern tippen irgendwas. Ich empfinde das als unverschämt. So vom Eindruck her. Welchen Sinn hat es dann überhaupt, in dem dunklen Saal herumzusitzen? Aber ich will hier nicht vom Leder ziehen. Bin auch arg müde jetzt und muss morgen viel erledigen.

07. Mai 2014


Es ist spät und ich muss schlafen. Wie ja eigentlich alle. Aber ich will vorher noch erzählen, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben auf der berühmten re:publica war. Sogar zweimal. Obwohl erst der erste Tag war. Das muss man erst mal schaffen! Das erste Mal war gleich in der Früh, ich habe noch gar keine Karte gehabt und bin einfach hin. Da war der Apparat kaputt – oder besser noch nicht fertig installiert oder konfiguriert, wo die Gäste dann auch eine Rechnung bekommen können. An dem Ticketschalter waren Preise geschrieben. Das waren leider andere Preise, vor allem der, der mich betrifft, als der Preis, den ich im Internet abgelesen habe. Aber ich war nun einmal willig und daran sollte es nicht scheitern. Aber mein Bargeld hat nicht gelangt. Der Geldautomat war leider gerade kaputt – oder besser noch nicht fertig konfiguriert vielleicht, und es war schon bald halbzehn. Dann bin ich kurzerhand die Schöneberger Straße entlang gelaufen, auf der Suche nach einem Geldautomat. Bald schon war ich an der Stresemannstraße, keine Viertelstunde mag es gedauert haben, da waren Hotels. In einem habe ich mich nach einem Geldautomaten durchgefragt. Um die Ecke war dann einer. Ich habe jede Menge Bargeld geholt. Man weiß ja nie! Womöglich kommen noch andere Unkosten auf mich zu, sicher ist sicher. Da ich keine Armbanduhr besitze und auch kein Mobiltelephon und auch kein Smartphone und auch kein Tablett (oder schreibt man das Tablet?), und mein Klapprechner, auf dem ich das gerade tippe, auch daheim war, bin ich darauf angewiesen, Leute anzusprechen, um die Uhrzeit zu erfahren. Oder ich halte eben Ausschau nach Uhren, die es manchmal – oder eigentlich immer – in U-Bahnhöfen gibt und in der Nähe. Also ich habe kein Problem, die Uhrzeit zu erfahren, wenn es unbedingt sein muss. Es ist auch ganz gut, wenn ich ab und zu gezwungen bin, Leute anzusprechen. Das ist eine gute Übung. Auf jeden Fall war es so gerade noch im Rahmen, als ich wieder zurück war, und ich konnte mich in der Mini-Schlange vor dem Ticketschalter einreihen. Die hatte eine ganz komische Form. Wir waren vier und die Schlange war ungefähr kreisförmig. Ging auch irgendwie. Der Geldautomat ging inzwischen, aber den habe ich ja nicht mehr gebraucht, ich war jetzt ja reich an Bargeld! Im Tickethäuschen gab es immer noch Probleme. Blöd! Beim ersten in unserer kreisförmigen Schlange, die mittlerweile aber ordentliche Schlangenlinien hintendran bekommen hatte, ging es noch ganz schnell. Dann hieß es wieder Warten. Nach ungefähr einer Viertelstunde war es dann so weit und ich konnte reichlich Geld loswerden. Die Maschine hat immer noch nicht funktioniert, aber ich brauchte ja keine Rechnung wie die anderen, sondern habe mich mit einem pinkroten Bändchen zufriedengegeben. Also die Farbe ist so pinkes Rot. Oder fast wie die neuen Feuerwehrautos. Also ich war jedenfalls drin! Gleich bin ich zum Saal geeilt, wo die Eröffnung stattgefunden hat, da muss man dabei sein, dachte ich so bei mir. Ich konnte im Saal leider nur die Leute auf der Bühne erkennen, die anderen waren in Schummerlicht getaucht und nur zu erkennen, wenn man nah dran war. Ich sehe vielleicht auch nicht mehr so gut. Von den Lichtstrahlen der Show habe ich ein paar interessante Fotos gemacht. Nach der Begrüßungsveranstaltung sind alle rausgeströmt. Ich auch. Dann bin ich immer so rumgelaufen und war doch ein bißchen überrascht, dass ich so rein niemanden, nicht mal vom Sehen oder von einem Foto kenne. Das war schon ganz schön schade! Eine Bloggerin, die ich nicht lese, aber schon einmal auf einem Foto gesehen habe, habe ich im Hof stehen sehen, aber die wollte ich auch nicht ansprechen. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich mit ihr reden soll. Zumal ich ihr Blog ja nicht lese. Das wäre dann womöglich eher peinlich geworden. Sie liest mich nicht, ich lese sie nicht – was soll das? Eben. Nach weiteren Fotos mit interessanten Perspektiven der Dekoration habe ich mir überlegt, dass ich erst mal wieder heimfahre. Hunger habe ich auch gehabt. Es gibt dort alles Mögliche zu essen und zu trinken, aber ich wollte nicht so allein am Tisch sitzen. Na gut, man wäre jetzt physikalisch nicht alleine dort gesessen, auf dem Hof oder auch drinnen, mit fünfhundert bis fünftausend Besuchern (ich kann mir die Zahlen nicht merken), aber halt innerlich. Daheim habe ich die Bilder von der Kamera geladen und gesehen, dass der eine Fotograf, der mir beim Verlassen des Geländes noch so interessant aufgefallen war, und den ich deswegen im Gegenlicht geknipst hatte, doch nicht so gut gefällt, wie zunächst gedacht. Aber nett war er schon. Da war so eine große, gläserne Box mit Sprüchen drauf, wo man sich fotografieren lassen kann, als digitale Grußpostkarte von der re:publica. Ich habe dann auch die zwei Wörter mit den hashtags bekommen, wo man die Bilder anschauen kann, aber ich kriege es nicht hin, weil ich kein twitter habe und zu blöd bin. Da hängen jedenfalls jetzt ungefähr zwei bis drei Fotos, wo ich drauf bin. Egal! Daheim habe ich dann der Kaltmamsell eine kurze Mail geschickt, weil die ja auch auf der re:publica ist, wo ich ein bißchen geweint habe, weil ich niemanden getroffen habe. Weil sie ein großes Herz hat, hat sie gleich zurückgeschrieben (wahrschienlich vom berühmten Affenfelsen!), dass wir uns ja zum Sascha-Vortrag vorher an der Garderobe treffen können, um 17:15. Ich habe kurz gezögert, ich war auch ein bißchen abgeschlafft und noch etwas deprimiert, habe mir dann aber gesagt: ergreife deine Chance! Sage zu! Zier dich nicht! Reiß dich zusammen! Also habe ich mich noch mal in Form gebracht, einen Espresso gemacht und meine Unternehmungslust neu konfiguriert. Diesmal habe ich eine andere Verbindung genommen als am Vormittag. S-Bahn Oranienburger Straße bis Potdamer Platz und dann umgestiegen in die U2 bis Gleisdreieck. Ich habe mich sogar noch mal umgezogen! Das wird man dann alles haarklein sehen können, wenn ich eines fernen Tages die Bilder am Start habe. Diesmal war der Hof schon viel voller, obwohl er vorher auch nicht leer war. Bei meinem ersten etwas chaotischen Besuch habe ich ja nur ein Bändchen gekriegt, aber diesmal wollte ich mich schlaumachen, woher die anderen die Bändchen um den Hals haben, wo ein Schild dranhängt. Ich konnte noch eins kriegen und man hat mir auch sehr nett gesagt, wo der Name draufgedruckt wird. Nämlich in einer Ecke der Garderobe. Da musste ich ja sowieso hin. Wie praktisch! Also habe ich ein Schild drucken lassen. Weil sich die junge Frau mit der Schilderdruck-Software noch nicht so richtig ausgekannt hat, sind gleich zwei Schilder rausgekommen. Eins in Reserve! Dann war es auch schon Treffpunktzeit und die Kaltmamsell war da. Sie hatte eine Rock in genau der Farbe von dem Bändchen an, was mich schwer irritiert hat. Woher hat sie gewusst, dass das Bändchen für den Hals und den Arm die Farbe von ihrem Rock haben wird? Ich konnte mich deswegen gar nicht mehr einkriegen! Es war einfach zu auffällig. Es war verdächtig! Na ja, ich bin dann nicht weiter in sie gedrungen, es war ja auch Zeit für den Sascha-Vortrag. Rede zur Lage der Nation, glaube ich. Wir haben keinen Sitzplatz gefunden, also nicht auf Stühlen, weil alles schon voll besetzt war, und haben uns auf den Boden gesetzt, und zwar genau vor ein paar Bloggern, die sogar ich gekannt habe. Von früher noch! Die Schwadroneuse Katja und ihr Felix. Was für eine Freude! Und noch andere, die man auch schon mal gesehen hat. Und dann kam noch Creezy vorbei und so war es schon einmal fast wie früher. Jedenfalls war ich nicht mehr mutteseelenallein! In dem Vortrag waren wieder schlaue Sachen, es lohnt sich bestimmt, den Vortrag später auf Video zu gucken. Mein Lieblingswort war Sicherheitsesoterik. Damit hat Sascha Lobo genau in die Kerbe gehauenn, die ich auch gerne immer bearbeite: die Feinde mit ihren eigenen Waffen schlagen und den Idioten die Bedeutungshoheit von Begriffen entreißen. Aber das will ich jetzt nicht weiter ausführen, dafür ist ja der Vortrag da. Also es war hörenswert.
Und danach sind wir auf den Hof gelaufen und noch nett in der Abendsonne im Kreis gestanden. Da waren dann auf einmal auch noch andere von ganz Früher da. Frau Engl und Wortschnittchen und die Kopffüsslerin, die jetzt in Keksen macht. Und Creezy hatte einen eisgekühlten Pfirsichcocktail im Proviant, den sie spendiert hat und der ausgezeichnet geschmeckt hat. Betrunken habe ich mich aber nicht auf dem ersten Tag der re:publica, es kommen ja noch andere Tage! Ich bin dann im Schlepptau, um nicht zu sagen, am Rockzipfel hängend, der Kaltmamsell nach draußen gefolgt, die hatte nämlich schon wieder die nächste Verabredung, zufällig in einem schicken Lokal nicht weit von meiner Wohnung. Da hatte ich dann eine feine Ausrede, dass ich ja genau in dieselbe Richtung muss, und deswegen gleich mitkomme. Aber ich habe mich dann vor dem Lokal verabschiedet und bin schnurstracks heim. Ich bin ja noch ein bißchen unsicher und habe zur Kaltmamsell gesagt, dass ich ja noch Welpenschutz habe. Morgen ist dann mein zweiter Tag als re:pulica-Azubi. Ich habe aber auch noch einen Schornsteinfeger-Termin von 13 bis 14 Uhr ungefähr. Und danach ist Damenkaffeekränzchen auf dem Affenfelsen. Ich darf auch dabeisein, wenn ich mag, hat Wortschnittchen gesagt. Aber jetzt muss ich schlafen! Jetzt aber wirklich! Das mit den Bildern kommt dann zwischen Ende re:publica und Abflug Wien. Das ist ja auch schon bald. Sonntag! Jetzt aber wirklich schlafen!

05. Mai 2014

Gestern im Westen




https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270

1. Etappe: Kaltmamsell in der Kreuzberger Wohnung aufgegabelt. 2. Etappe: auf dem Weg zum Halleschen Tor über Friedhof gelaufen, dabei mit jungem Mann verhandelt, der ein bißchen Geld wollte, aber mein Kleingeld dann lieber doch nicht. 3. Etappe: mit der U2 Richtung Uhlandstraße. 4. Etappe KuDamm, Richtung Grosz zwischen Bleibtreu- und Schlüterstr. 5. Etappe Grosz. 6. Etappe KuDamm Richtung Bikini gelaufen (kalt! Kaltmamsell telefoniert mit Halle, wo sie am nächsten Tag hinmuss) 7. Etappe: Bikini (durchgelaufen, Sachen angefasst, wieder zurückgelegt, Speisekarte im Pavillon für zu geringfügig erachtet). 8. Etappe: zum Savignyplatz gelaufen (Eisenwarenladen C. Adolph und Zwiebelfisch erläutert, Tisch im Florian reserviert) 9. Etappe: Cocktails im Brel getrunken (mich beraten lassen, weil keine Ahnung von Cocktails, Kaltmamsell aber schon, hat dann auch geschmeckt). 10. Etappe: Florian. Schöner Tisch in der Ecke neben der Tür, konnte man auch gut sehen, wer kommt und geht. Was aber meistens nicht der Fall war, also das Sehen, weil ohne Punkt und Komma erzählt und dabei gegessen. Kaltmamsell hat schon geschrieben, was sie hatte – ich vorneweg was mit Avocado und Krabben, dann Krautwickel mit irgendwelchen raffinierten Beilagen und danach ein Mokka-Parfait oder so ähnlich, jedenfalls mit Kaffee-Geschmack. Dazu mehrere Gläser Silvaner und Wasser. Alles gut bekommen! Zur späten Stunde hat dann ein Trio das Lokal verlassen, wo ich spontan aufs Neue entschieden habe, demnächst noch keine Unterspritzungen mit dieser Säure für die Nasiolabialfalten machen zu lassen und auch vorerst noch nicht mit Skalpell arbeiten zu lassen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass die Frau genauso alt ist wie ich. Also erst mal lieber nicht! War ein sehr schöner Nachmittag und Abend trotz hartem Wind!

05. Mai 2014

Gestern im Westen




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1. Etappe: Kaltmamsell in der Kreuzberger Wohnung aufgegabelt. 2. Etappe: auf dem Weg zum Halleschen Tor über Friedhof gelaufen, dabei mit jungem Mann verhandelt, der ein bißchen Geld wollte, aber mein Kleingeld dann lieber doch nicht. 3. Etappe: mit der U2 Richtung Uhlandstraße. 4. Etappe KuDamm, Richtung Grosz zwischen Bleibtreu- und Schlüterstr. 5. Etappe Grosz. 6. Etappe KuDamm Richtung Bikini gelaufen (kalt! Kaltmamsell telefoniert mit Halle, wo sie am nächsten Tag hinmuss) 7. Etappe: Bikini (durchgelaufen, Sachen angefasst, wieder zurückgelegt, Speisekarte im Pavillon für zu geringfügig erachtet). 8. Etappe: zum Savignyplatz gelaufen (Eisenwarenladen C. Adolph und Zwiebelfisch erläutert, Tisch im Florian reserviert) 9. Etappe: Cocktails im Brel getrunken (mich beraten lassen, weil keine Ahnung von Cocktails, Kaltmamsell aber schon, hat dann auch geschmeckt). 10. Etappe: Florian. Schöner Tisch in der Ecke neben der Tür, konnte man auch gut sehen, wer kommt und geht. Was aber meistens nicht der Fall war, also das Sehen, weil ohne Punkt und Komma erzählt und dabei gegessen. Kaltmamsell hat schon geschrieben, was sie hatte – ich vorneweg was mit Avocado und Krabben, dann Krautwickel mit irgendwelchen raffinierten Beilagen und danach ein Mokka-Parfait oder so ähnlich, jedenfalls mit Kaffee-Geschmack. Dazu mehrere Gläser Silvaner und Wasser. Alles gut bekommen! Zur späten Stunde hat dann ein Trio das Lokal verlassen, wo ich spontan aufs Neue entschieden habe, demnächst noch keine Unterspritzungen mit dieser Säure für die Nasiolabialfalten machen zu lassen und auch vorerst noch nicht mit Skalpell arbeiten zu lassen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass die Frau genauso alt ist wie ich. Also erst mal lieber nicht! War ein sehr schöner Nachmittag und Abend trotz hartem Wind!

03. Mai 2014


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Mir fehlt ein rechter Einleitungssatz für meinen kleinen Aufsatz. Er soll davon handeln, dass ich einerseits gestern Abend durch einen Zufallstreffer auf der Fernbedienung über einen Film gestolpert bin, der schon angefangen hatte, in dem Senta Berger zu sehen war. Wenn Senta Berger im Bild ist, schalte ich eigentlich nie ab, auch wenn ich den Film schon kenne. Aber den kannte ich eindeutig noch nicht. Und zum anderen möchte ich meine heutigen Zufallstreffer mit meiner alten Kamera verarbeiten. Die sind genauso zufällig entstanden, wie ich auf den Film gestoßen bin, eine Art erfreuliche Nebenerscheinung. Man könnte auch hochtrabend von Serendipity reden. Gut. Das wäre jetzt aber noch keinen Blogeintrag wert, wenn es nicht wie folgt, mit meinem Fernsehabend weiter gegangen wäre. Ich sehe also Senta, die ich einfach unheimlich gerne mag, wie sie in einer Mietwohnung auf den Hinterhof guckt und es ist schon gleich klar, wir befinden uns auf einem Berliner Hinterhof, so Kraut und Rüben, wie es da aussieht. Senta gehört nicht so recht hierhin und jammert auch ein bißchen rum, weil der Nachbar wieder die Musik zu laut aufdreht. Das ist jetzt auch noch nicht so immens spektakulär als Plot, aber ich will ja auf etwas ganz Anderes hinaus. Sie müssen den Film einfach auch selber anschauen, er heißt super sophisticated „Nette Nachbarn küsst man nicht„. Unter dem Link kann man ja auch nachlesen, was die Fachpresse dazu schreibt. Nun möchte ich mich heute Abend aber nicht als Filmkritikerin ausprobieren, sondern – ich merke, ich schreibe schon wieder um den heißen Brei rum, genauso wie in dem Eintrag neulich mit dem Schönheitsgeheimnis von Salma Hayek – also was ich sagen will: in dem Film geht es ja maßgeblich um eine erotische Begegnung mit dem Nachbarn von Senta. Der Mann ist um einiges jünger und macht ihr in dem Film ganz starke Avancen, die auch recht bald fruchten. Nun schaue ich also gestern auf den Fernseher und sehe den jungen, glutäugigen Mann, der Sentas Blut in Wallung bringt. Und da denke ich mir doch so: „Ja, Hoppla, das ist doch – – – “ Und da fällt mir doch wieder ein, woher ich den Mann zu kennen glaube. Da gibt es doch Fotos in meinem Flickr, wo wir beide sehr schön eingefangen wurden. Ich erinnere mich, als wäre es gestern. Ja, tatsächlich, und da sind sie doch, die schönen Bilder. Mir ist dann auch sein Name wieder eingefallen. Wenn nicht, hätte ich ja auch nur auf die Besetzungsliste schauen müssen. Erdal. Wirklich sehr gut gespielt, die Verführung von Senta. Das war schon irgendwie seltsam, da gestern zuzuschauen, weil ich aufgrund der Begegnung seinerzeit eine ungefähre, grobe, aber sehr reale Vorstellung habe, wie sich das in der Wirklichkeit gestaltet, so ein erster Blickkontakt mit Erdal. Es beschäftigt mich immer noch. Da war ja damals nichts weiter, aber ich muss sagen, es war schon recht bemerkenswert, was da über Blicke kommuniziert wurde. Erdal war damals bei der Premiere von dem Stück der Heiner Müller-Witwe Brigitte Maria Mayer, Anatomie Titus in der Akademie der Künste, so eine filmische Performance. In den Filmsequenzen spielte Erdal eine tragende Rolle, daher stammt auch das Bild da oben, das ich während der Projektion geschossen habe. Erdal fiel mir zuerst auf – oder wir uns gegenseitig, bevor die Vorstellung anfing. Er stand in der Eingangstür zum Projektionsraum und hat mir so unverschämt selbstverständlich und lange in die Augen geschaut und dabei gegrinst wie ein Lausbub. Da konnte man ja gar nicht wegschauen. Auf jeden Fall war sofort ein Draht da, Elektrizität. Da reicht ein einziger Blickkontakt. Danach sind wir in der Bar aufeinander getroffen, wo er mit seiner besten Schauspieler-Freundin Naomi am Tresen stand. Jan war damals auch dabei. Wir hatten einen schönen Abend an der Bar. Und so entstanden die Fotos. Man könnte denken, wir hätten ein viel innigeres Verhältnis gehabt, als es nach geraumer Zeit gemeinsamen Trinkens und Redens der Fall sein kann. So schnell entsteht zuweilen menschliche Nähe. Insofern habe ich den Film gestern mit ganz anderer Aufmerksamkeit verfolgt, als manche andere Zuschauerin vor dem Fernsehapparat. Ich muss schon bekennen, dass Erdal Yildiz nicht nur in der Rolle eine äußerst intensive Präsenz hat. Der gestrige Film hat einen absurden Witz, den man leider nicht so oft findet. Und die übrigen Bilder, von wegen Test – ich habe heute Nachmittag auf dem Teppich im Sonnengelichter in der Bedienungsanleitung meiner alten Kamera ein paar Sachen nachgelesen. Dabei habe ich eine Einstellung bei der Aufnahme ausprobiert und zu dem Zweck einfach auf die Bedienungsanleitung vor mir draufgehalten. Die Bilder fand ich dann zufällig ganz interessant, jedenfalls nicht schlecht genug, um sie wegzuwerfen.

Und dann fiel mir wieder die Bildstrecke von damals in der Bar mit Erdal ein, und irgendwie passen die Bilder zusammen. Deswegen gibt es jetzt einen Blogeintrag über meinen gestrigen Fernsehabend mit Senta und Erdal, und dazu die Testfotos mit der alten Bedienungsanleitung meiner Canon von heute Nachmittag.