29. juni 2007



ein bißchen verboten fühlt es sich natürlich schon an, das mit dem hochladen. also wegen dem anbieter mit dem isländisch klingenden namen, wo man jetzt nicht mehr mitmachen darf. aber ich bin nun einmal ein kleiner trotzkopf. immerhin bin ich so lieb und mache extra keinen link zu den großen bildchen wegen der versuchung!
ihr glaubt doch nicht im ernst, dass ich meine bilder wegen irgendeinem politisch hehren communitydingens dort eingestellt habe. viertausendfünfhundertachtzig bilder schmeißt man nicht mal so eben in die tonne oder lädt sie woanders hoch, wo man morgen im zweifel vor demselben problemchen steht. die zeit habe ich gar nicht. mein interesse bei den exilhostern, wie sie auch alle heißen mögen, von früher bekannte (in meinem fall ohnehin spärliche) kontakte aufzugabeln, ist gleich null. mein bauch macht an dieser stelle einfach was er will und es fühlt sich richtig an. wie das meistens so ist mit dem bauch.
eigenartig, dass man keine konsequenten löschungen der alten accounts beobachtet. ein sentimentales hintertürchen? aber ich will nicht böse sein. natürlich hüpft man leichtfüßiger von da nach dort, wenn es nur um eine handvoll schnappschüsse geht. diskutieren möchte ich das auch nicht, stellt gerade mein innerer diktator fest. ist ihm wohl zu aufgeplustert. manchmal wirken bilder besser, wenn ein bißchen text drunter und drüber steht.

SAUEREY

29. juni 2007



ein bißchen verboten fühlt es sich natürlich schon an, das mit dem hochladen. also wegen dem anbieter mit dem isländisch klingenden namen, wo man jetzt nicht mehr mitmachen darf. aber ich bin nun einmal ein kleiner trotzkopf. immerhin bin ich so lieb und mache extra keinen link zu den großen bildchen wegen der versuchung!
ihr glaubt doch nicht im ernst, dass ich meine bilder wegen irgendeinem politisch hehren communitydingens dort eingestellt habe. viertausendfünfhundertachtzig bilder schmeißt man nicht mal so eben in die tonne oder lädt sie woanders hoch, wo man morgen im zweifel vor demselben problemchen steht. die zeit habe ich gar nicht. mein interesse bei den exilhostern, wie sie auch alle heißen mögen, von früher bekannte (in meinem fall ohnehin spärliche) kontakte aufzugabeln, ist gleich null. mein bauch macht an dieser stelle einfach was er will und es fühlt sich richtig an. wie das meistens so ist mit dem bauch.
eigenartig, dass man keine konsequenten löschungen der alten accounts beobachtet. ein sentimentales hintertürchen? aber ich will nicht böse sein. natürlich hüpft man leichtfüßiger von da nach dort, wenn es nur um eine handvoll schnappschüsse geht. diskutieren möchte ich das auch nicht, stellt gerade mein innerer diktator fest. ist ihm wohl zu aufgeplustert. manchmal wirken bilder besser, wenn ein bißchen text drunter und drüber steht.

SAUEREY

24. juni 2007


sehr verliebt. alte liebe rostet nicht! ich sage jetzt nicht, was irgendwann in einer schönen nacht in den achtzigern geschehen ist. aber patti hat dazu gesungen. wenn ich noch einmal auf die welt komme, möchte ich ein junge sein und patti an der hand nehmen und mit ihr im regen tanzen. so wie heute. just a perfect day, feed animals in the zoo
es gibt übrigens spätestens seit heute einen handfesten grund, grün zu wählen: jürgen trittin ist patti smith-fan. in der u-bahn zurück standen wir ärmel an ärmel. wenn mal alle politiker so attraktiv wären. genau das gegenteil vom sonstigen „den hab ich mir irgendwie größer vorgestellt“-syndrom. der ist richtig groß. bestimmt einsneunzig.

24. juni 2007


sehr verliebt. alte liebe rostet nicht! ich sage jetzt nicht, was irgendwann in einer schönen nacht in den achtzigern geschehen ist. aber patti hat dazu gesungen. wenn ich noch einmal auf die welt komme, möchte ich ein junge sein und patti an der hand nehmen und mit ihr im regen tanzen. so wie heute. just a perfect day, feed animals in the zoo
es gibt übrigens spätestens seit heute einen handfesten grund, grün zu wählen: jürgen trittin ist patti smith-fan. in der u-bahn zurück standen wir ärmel an ärmel. wenn mal alle politiker so attraktiv wären. genau das gegenteil vom sonstigen „den hab ich mir irgendwie größer vorgestellt“-syndrom. der ist richtig groß. bestimmt einsneunzig.

18. juni 2007


du hast mich zu tode fotografiert! empörte sich meine hochverehrte exmodel-freundin ilona mit grabes-marlene-stimme stets auf’s neue, als ich ihr in paris mit der kamera hinterherrannte und wir uns dabei jedesmal kaputtlachten. darüber lachen wir heute noch. das war ja immer marlenes spruch „man hat mich zu tode fotografiert“. mich fotografiert bestimmt keiner zu tode, das besorge ich schon selbst. aber ein wenig abwechslung vor meiner kamera wäre auch nicht schlecht. freiwillige vor! alter vor schönheit!
nein im ernst: es ist ja nur eine andere art zu atmen, das mit dem fotografieren. das leben ein- und ausatmen. so lange es geht.

18. juni 2007


du hast mich zu tode fotografiert! empörte sich meine hochverehrte exmodel-freundin ilona mit grabes-marlene-stimme stets auf’s neue, als ich ihr in paris mit der kamera hinterherrannte und wir uns dabei jedesmal kaputtlachten. darüber lachen wir heute noch. das war ja immer marlenes spruch „man hat mich zu tode fotografiert“. mich fotografiert bestimmt keiner zu tode, das besorge ich schon selbst. aber ein wenig abwechslung vor meiner kamera wäre auch nicht schlecht. freiwillige vor! alter vor schönheit!
nein im ernst: es ist ja nur eine andere art zu atmen, das mit dem fotografieren. das leben ein- und ausatmen. so lange es geht.

11. juni 2007


KEINE BRATWURST

ja, das ist keine bratwurst. in meinem alter leiste ich mir schon mal vier dicke biobratwürste. heute. mit viel senf. früher hätte ich genauso viele schrippen dazu verdrückt, aber die zeiten sind vorbei, meine lieben. nur an hohen kirchlichen feiertagen.
man muß die sache ganz schön schlau angehen, wenn man so unsportlich ist wie ich und nicht in größe vierundvierzig herumwackeln will. groß ist daher die freude, wenn ich das tanzbein schwingen kann. das ist bewegung nach meinem geschmack. die anderen sachen gehen ja alle auf die gelenke, was man so hört. dauerlauf und hüpfgymnastik. schwimmen ja, aber am liebsten an einem recht leeren meeresstrand. ein paar krabben dürfen mich schon besuchen.
ich weiß auch nicht, woher das kommt, dieses ständige rückzugsbedürfnis. kaum war ich mal vor der tür und habe mich ein wenig unter menschen vergnügt, habe ich das dringende bedürfnis, das alles erst mal ordentlich abzuspeichern. und ich meine nicht fotos.
das zwölfte haus, sagt die astrologin in mir, nicht wahr. mond im skorpion ende zwölf im haus von neptun, anfang eins. da hauchen esoterisch geschulte „du bist ja so durchlässig!“. ach ja der mond. der mond, der mond. der gute alte mond. ich gucke alle jubeljahre, wo der überhaupt steht und verpenne sämtliche vollmonde.
dann muss ich schlafen. viel schlafen. viele tage nächte viel schlafen. das dauert dann eine ganze weile, bis ich wieder lust habe, mich mit irgendwem zu treffen. noch ist ja das andere große erlebnis nicht vollständig verarbeitet! nicht, dass ich im anschluss permanent über meine spektakulären ausgeh-erlebnisse nachgrübeln würde. och nö.
ich warte eigentlich eher darauf, bis die grobe leinwand im kopf wieder frei ist. und die eindrücke bis zum horizont gespült sind. platz für neue tage und nächte. immer alles auf anfang. immer.

13. juni 2007

ja ja. das sommerloch. die beiträge werden ein bißchen schwüler und träger. dann werden langweilige pausen gemacht. sehr langweilige pausen. aber warum sollte es hier anders sein.
nein, noch ist es nicht so weit. noch eine weile nicht. ich mache ja sowieso immer meine kleinen gedankenpausen. besonders beim schreiben. zum beispiel: ich lese ein buch. ich will aber nicht schreiben, welches buch, dann müsste ich erklären, wie ich darauf komme. ein durchaus interessantes buch [nicht „fleisch ist mein gemüse“]. man muss sich nicht dafür schämen. aber eines führt zum anderen. und dann würde ich zu viel schreiben. unausgegorenes zeug.
ja doch. ich bin schon abergläubisch. was sagt denn meine etymologische pdf-datei: nix sagt die. aber wikipedia sagt etwas:
Das Wort leitet sich ab vom althochdeutschen ubarfengida, „was über den wahren Glauben hinaus, daran neben vorbei geht“ [1]. Aber- bezeichnet ursprünglich nicht „gegen“, sondern „darüber hinaus“, „auf der anderen Seite liegend“. Diese etymologische Wurzel erhielt sich in aberwitzig (mit Witz: „verstandesgemäß“: „über den Verstand hinausgehend“, im ursprünglichen Sinne also „transzendent“). Aberglaube bezeichnete also „den Glauben an das Übersinnliche“ und wurde erst im Kontext der Aufklärung zum „Glauben an die falschen übersinnlichen Kräfte“, „Irrglauben“.
am meisten ertappe ich meinen erstaunlich tief sitzenden aberglauben, wenn ich etwas konkreteres, genehmes erwarten kann und einen teufel tun werde, bevor es wirklich eintritt, darüber zu sprechen. na gut, mit zweieinhalb menschen, die die dynamik nicht mental bremsen. und ich selbst manchmal fünf minuten vorher. vielleicht sollte man noch nicht einmal zugeben, dass man so tickt.
wenn ich dann nicht mehr an mich halten kann, und meine tagesverfassung und die angelegenheit einschätzen kann und endlich mein maul aufmache, ist die überraschung nicht selten groß. das wirkt dann alles ungeheuer plötzlich. ist es aber gar nicht.
ich befinde mich damit sicher in guter gesellschaft.

13. juni 2007

ja ja. das sommerloch. die beiträge werden ein bißchen schwüler und träger. dann werden langweilige pausen gemacht. sehr langweilige pausen. aber warum sollte es hier anders sein.
nein, noch ist es nicht so weit. noch eine weile nicht. ich mache ja sowieso immer meine kleinen gedankenpausen. besonders beim schreiben. zum beispiel: ich lese ein buch. ich will aber nicht schreiben, welches buch, dann müsste ich erklären, wie ich darauf komme. ein durchaus interessantes buch [nicht „fleisch ist mein gemüse“]. man muss sich nicht dafür schämen. aber eines führt zum anderen. und dann würde ich zu viel schreiben. unausgegorenes zeug.
ja doch. ich bin schon abergläubisch. was sagt denn meine etymologische pdf-datei: nix sagt die. aber wikipedia sagt etwas:
Das Wort leitet sich ab vom althochdeutschen ubarfengida, „was über den wahren Glauben hinaus, daran neben vorbei geht“ [1]. Aber- bezeichnet ursprünglich nicht „gegen“, sondern „darüber hinaus“, „auf der anderen Seite liegend“. Diese etymologische Wurzel erhielt sich in aberwitzig (mit Witz: „verstandesgemäß“: „über den Verstand hinausgehend“, im ursprünglichen Sinne also „transzendent“). Aberglaube bezeichnete also „den Glauben an das Übersinnliche“ und wurde erst im Kontext der Aufklärung zum „Glauben an die falschen übersinnlichen Kräfte“, „Irrglauben“.
am meisten ertappe ich meinen erstaunlich tief sitzenden aberglauben, wenn ich etwas konkreteres, genehmes erwarten kann und einen teufel tun werde, bevor es wirklich eintritt, darüber zu sprechen. na gut, mit zweieinhalb menschen, die die dynamik nicht mental bremsen. und ich selbst manchmal fünf minuten vorher. vielleicht sollte man noch nicht einmal zugeben, dass man so tickt.
wenn ich dann nicht mehr an mich halten kann, und meine tagesverfassung und die angelegenheit einschätzen kann und endlich mein maul aufmache, ist die überraschung nicht selten groß. das wirkt dann alles ungeheuer plötzlich. ist es aber gar nicht.
ich befinde mich damit sicher in guter gesellschaft.

11. juni 2007


KEINE BRATWURST

ja, das ist keine bratwurst. in meinem alter leiste ich mir schon mal vier dicke biobratwürste. heute. mit viel senf. früher hätte ich genauso viele schrippen dazu verdrückt, aber die zeiten sind vorbei, meine lieben. nur an hohen kirchlichen feiertagen.
man muß die sache ganz schön schlau angehen, wenn man so unsportlich ist wie ich und nicht in größe vierundvierzig herumwackeln will. groß ist daher die freude, wenn ich das tanzbein schwingen kann. das ist bewegung nach meinem geschmack. die anderen sachen gehen ja alle auf die gelenke, was man so hört. dauerlauf und hüpfgymnastik. schwimmen ja, aber am liebsten an einem recht leeren meeresstrand. ein paar krabben dürfen mich schon besuchen.
ich weiß auch nicht, woher das kommt, dieses ständige rückzugsbedürfnis. kaum war ich mal vor der tür und habe mich ein wenig unter menschen vergnügt, habe ich das dringende bedürfnis, das alles erst mal ordentlich abzuspeichern. und ich meine nicht fotos.
das zwölfte haus, sagt die astrologin in mir, nicht wahr. mond im skorpion ende zwölf im haus von neptun, anfang eins. da hauchen esoterisch geschulte „du bist ja so durchlässig!“. ach ja der mond. der mond, der mond. der gute alte mond. ich gucke alle jubeljahre, wo der überhaupt steht und verpenne sämtliche vollmonde.
dann muss ich schlafen. viel schlafen. viele tage nächte viel schlafen. das dauert dann eine ganze weile, bis ich wieder lust habe, mich mit irgendwem zu treffen. noch ist ja das andere große erlebnis nicht vollständig verarbeitet! nicht, dass ich im anschluss permanent über meine spektakulären ausgeh-erlebnisse nachgrübeln würde. och nö.
ich warte eigentlich eher darauf, bis die grobe leinwand im kopf wieder frei ist. und die eindrücke bis zum horizont gespült sind. platz für neue tage und nächte. immer alles auf anfang. immer.

10. juni 2007


heute war ja wieder eine lesung, bei der ich nicht war. fast hätte es geklappt! heute sogar erst beginn 21:00 uhr. für mich jedoch leider zu früh. schade, schade! bei den querverweisen waren zum teil fotos und da war einer dabei, der eigentlich recht fotogen war und den ich noch nicht kenne! tja. hätte interessant werden können. es hat wieder einmal nicht sollen sein! man muß sich in sein schicksal fügen!

9. juni 2007

sowarladydi
S-BAHN 7

text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text ein sehr geheimnisvolles wort. mit dem x da in der mitte. je länger man es anschaut, umso komischer kommt es einem vor. aber so ist das ja mit allen wörtern. sieht so asterix- und obelixmäßig aus. hat mal wer so ein schlaues wörterherkunftswörterbuch zur hand?

9. juni 2007

sowarladydi
S-BAHN 7

text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text text ein sehr geheimnisvolles wort. mit dem x da in der mitte. je länger man es anschaut, umso komischer kommt es einem vor. aber so ist das ja mit allen wörtern. sieht so asterix- und obelixmäßig aus. hat mal wer so ein schlaues wörterherkunftswörterbuch zur hand?

8. juni 2007

seit ich mich schreibend im netz tummle, habe ich immer das gefühl, überwiegend mit menschen zu tun zu haben, die sich der jungen generation zurechnen. wahrscheinlich kommt mir das irgendwie bekannt vor. jegliche altersidentifikation wird noch virtuos in koketterie verpackt. noch geht es. ich nicht ausgenommen.
was mich hin und wieder geradezu verstört ist, wenn irgendwer über irgendwelche musikgruppen schreibt, hinweise gibt, von denen ich noch nie gehört habe, und da ich froh bin, wenn man bequem an neue eindrücke herangeführt wird (ich höre ungern wortlastige radiosendungen, überhaupt mag ich kein gerede zwischen musik, das über die genaue ansage des interpreten und des titels hinausgeht und ausgerechnet das wird gerne vernuschelt, wenn es überhaupt erwähnt wird.
musiklastige sender wiederum spielen mir zu viel zeug von richtungen, die mir nicht gefallen, zu einseitig, zu modisch, zu spartenmäßig, zu wenig queerbeet, zu mainstream, zu independent, zu wenig independent; also radio ist nicht mehr meins, deswegen höre ich seit jahren kein radio mehr.
ich kenne keinen radiomacher, der meinen kraut- und rüben-geschmack durch alle richtungen und epochen teilt. jürgen kuttner sollte vielleicht lieber musiksendungen machen, seinen geschmack verstand ich damals, als ich immer wieder mal versuchte, mich an fritz zu gewöhnen, noch am ehesten; aber der spielte in seinen gesprächssendungen mit jugendlichem publikum auch allzu oft dasselbe. und ich meine nicht den abspann mit der winterreise – ich weiß nicht mal, ob es die sendung noch gibt.
in den achtzigern mochte ich alan bangs nightflight und mora morenz‘ sendung auf dem anarchischen radio einhundert. das war’s seitdem mit regelmäßigem interesse an radioprogramm) –
was mich also verstört, (abstößt wäre ehrlicher, klingt aber brutaler) ist, was da so alles hochgejubelt wird, dann klicke ich mal auf ein demo und mir klappen gleich wieder die ohren zu. ich bin ja u. a. eine britpop-hasserin. bübchen-pop-gruppen. gesang kurz nach dem stimmbruch. pilzköpfiger easy-listening-dreck, der nicht begreifen will, dass john lennon anders inkarnieren wird. was es da alles gibt. da tritt bei mir immer eine art spontanverachtung ein, die durchaus auf diejenigen abfärbt, die jene empfehlung gegeben haben. dann kommt mein kleiner hass. warum hören menschen freiwillig musik ohne witz und drama? ohne tod und teufel? ohne narben und risiko? ohne schwanz und eier?
kennt wer eine neuere gruppe, die man nicht unbedingt kennt, wenn man sich nicht hauptberuflich durch den ganzen independent-kram hören kann, die schöne, dreckige musik macht und dennoch zu filigranerem fähig ist? mit echtem männergesang? stimmen, die nach erwachsenen männern (oder wenigstens einem) klingen und nicht nach blassen buben mit ponyfrisur in schlafanzugartigen klamotten? weiß auch nicht, wie ich jetzt gerade darauf komme. schwelender unmut! vielleicht sollte ich mich mal durch diese hunderttausend metalrichtungen hören. da blicke ich ja auch nicht durch. wann und wie soll man sich durch das ganze zeug denn durcharbeiten.
dass keiner mit madrugada kommt. mit der ersten platte hatte ich es und rannte neunundneunzig? zum konzert in ein kellerartiges etablissement. das war nicht verkehrt. ein zweites konzert, vielleicht ein dreiviertel jahr später in einer größeren halle, im kesselhaus war derart gelangweilt und lieblos dargebracht, mit einem vor überheblichkeit strotzenden sänger mit verendetem charisma, abgedroschendsten und altbackensten zitaten aus der ära der psychedelischen musik (die aber das sehr junge publikum sehr zu beeindrucken schien), dass ich mit meiner begleitung nach der hälfte ging. aber ich mochte die stimmung von industrial silence, der platte. die gitarren und auch die stimme von dem demutsfernen arschloch.
die radiosendung von bob dylan, der alten gießkanne würde ich vielleicht ab und zu hören, wenn ich wüsste, wo die läuft und ob es einen stream gibt. seine sprechstimme ertrage ich gerade noch. und er legt bestimmt spannende sachen auf. bin ich mir eigentlich sicher.

8. juni 2007

seit ich mich schreibend im netz tummle, habe ich immer das gefühl, überwiegend mit menschen zu tun zu haben, die sich der jungen generation zurechnen. wahrscheinlich kommt mir das irgendwie bekannt vor. jegliche altersidentifikation wird noch virtuos in koketterie verpackt. noch geht es. ich nicht ausgenommen.
was mich hin und wieder geradezu verstört ist, wenn irgendwer über irgendwelche musikgruppen schreibt, hinweise gibt, von denen ich noch nie gehört habe, und da ich froh bin, wenn man bequem an neue eindrücke herangeführt wird (ich höre ungern wortlastige radiosendungen, überhaupt mag ich kein gerede zwischen musik, das über die genaue ansage des interpreten und des titels hinausgeht und ausgerechnet das wird gerne vernuschelt, wenn es überhaupt erwähnt wird.
musiklastige sender wiederum spielen mir zu viel zeug von richtungen, die mir nicht gefallen, zu einseitig, zu modisch, zu spartenmäßig, zu wenig queerbeet, zu mainstream, zu independent, zu wenig independent; also radio ist nicht mehr meins, deswegen höre ich seit jahren kein radio mehr.
ich kenne keinen radiomacher, der meinen kraut- und rüben-geschmack durch alle richtungen und epochen teilt. jürgen kuttner sollte vielleicht lieber musiksendungen machen, seinen geschmack verstand ich damals, als ich immer wieder mal versuchte, mich an fritz zu gewöhnen, noch am ehesten; aber der spielte in seinen gesprächssendungen mit jugendlichem publikum auch allzu oft dasselbe. und ich meine nicht den abspann mit der winterreise – ich weiß nicht mal, ob es die sendung noch gibt.
in den achtzigern mochte ich alan bangs nightflight und mora morenz‘ sendung auf dem anarchischen radio einhundert. das war’s seitdem mit regelmäßigem interesse an radioprogramm) –
was mich also verstört, (abstößt wäre ehrlicher, klingt aber brutaler) ist, was da so alles hochgejubelt wird, dann klicke ich mal auf ein demo und mir klappen gleich wieder die ohren zu. ich bin ja u. a. eine britpop-hasserin. bübchen-pop-gruppen. gesang kurz nach dem stimmbruch. pilzköpfiger easy-listening-dreck, der nicht begreifen will, dass john lennon anders inkarnieren wird. was es da alles gibt. da tritt bei mir immer eine art spontanverachtung ein, die durchaus auf diejenigen abfärbt, die jene empfehlung gegeben haben. dann kommt mein kleiner hass. warum hören menschen freiwillig musik ohne witz und drama? ohne tod und teufel? ohne narben und risiko? ohne schwanz und eier?
kennt wer eine neuere gruppe, die man nicht unbedingt kennt, wenn man sich nicht hauptberuflich durch den ganzen independent-kram hören kann, die schöne, dreckige musik macht und dennoch zu filigranerem fähig ist? mit echtem männergesang? stimmen, die nach erwachsenen männern (oder wenigstens einem) klingen und nicht nach blassen buben mit ponyfrisur in schlafanzugartigen klamotten? weiß auch nicht, wie ich jetzt gerade darauf komme. schwelender unmut! vielleicht sollte ich mich mal durch diese hunderttausend metalrichtungen hören. da blicke ich ja auch nicht durch. wann und wie soll man sich durch das ganze zeug denn durcharbeiten.
dass keiner mit madrugada kommt. mit der ersten platte hatte ich es und rannte neunundneunzig? zum konzert in ein kellerartiges etablissement. das war nicht verkehrt. ein zweites konzert, vielleicht ein dreiviertel jahr später in einer größeren halle, im kesselhaus war derart gelangweilt und lieblos dargebracht, mit einem vor überheblichkeit strotzenden sänger mit verendetem charisma, abgedroschendsten und altbackensten zitaten aus der ära der psychedelischen musik (die aber das sehr junge publikum sehr zu beeindrucken schien), dass ich mit meiner begleitung nach der hälfte ging. aber ich mochte die stimmung von industrial silence, der platte. die gitarren und auch die stimme von dem demutsfernen arschloch.
die radiosendung von bob dylan, der alten gießkanne würde ich vielleicht ab und zu hören, wenn ich wüsste, wo die läuft und ob es einen stream gibt. seine sprechstimme ertrage ich gerade noch. und er legt bestimmt spannende sachen auf. bin ich mir eigentlich sicher.

4. juni 2007

noch ein stündchen lesen. bei funzelbeleuchtung, auf der alten matratze. bis die augendeckel zuklappen und das buch seitwärts aus der hand rutscht. auf den teppich. wenn das buch fertig gefallen ist, merke ich dann manchmal noch, dass ich die lampe ausmachen könnte. mal schauen.

2. juni 2007


jetzt, wo es langsam schwierig wird, die grauen schläfen zu überfärben, werde ich meinen look ändern. ich habe mir überlegt, ich gehe als gaga lagerfeld. das wirkt interessant und jedes weißes haar wird mit warmen handschlag begrüßt. auch gefallen mir die anziehsachen von karl, welche meinen typ unterstreichen. so weiße hemden mit steifem kragen und ein dunkler anzug. ein paar handschuhe, etwas puder auf’s haar. so bin ich für alle anlässe richtig angezogen und wirke stets adrett. karl ist ja auch jungfrau, da sind solche dinge wichtig.

1. juni 2007

ich hasse 20:00 uhr-anfangszeiten! können sachen nicht um 23:00 uhr anfangen? 20:00 uhr! zwanzig uhr ist bei mir brotzeit, kaffeetrinken, beine hochlegen, gemeine einträge schreiben und mir besinnliche gedanken über die weltpolitik und im besonderen meine abendgarderobe machen.
dann etwas später, nicht wahr, zu gegebener stunde, ein zeitlich unbegrenztes vollbad nehmen, sowie mich unter auflegen eines ca. dreistündigen makeups langsam, gaaanz langsam (in der ruhe liegt die kraft!) auf den definitiv mehrere stunden hernach beginnenden abend in festlicher gala einstimmen, ja freuen, ich möchte sagen warten. ihn freudig erwarten!
aber nicht mit mir. ich streike. ich mache den firlefanz nicht mehr mit. man ist ja schon sehr dankbar, wenn leute einen „so ab 20:00 uhr“ einladen. dann komme ich gerne auch schon mal zeitiger, so gegen 22:30. das muß wohl irgendetwas mit dieser neumodischen biologie zu tun haben, von der jetzt alle reden. kann ich mir gar nicht anders erklären.
ich bin ja eine alte schlafmütze und nachteule, aber wo ich mal äh – wichtige geschäfte in übersee hatte, wollte ich dauernd schon um sechs uhr früh aufstehen und um sechs uhr am abend schon wieder schlafen gehen, und da war der immer viel herumerzählte, hochanstrengende und unheimlich bedeutende jetlag, den ich trotz ernsthaftester bemühungen nicht hatte und deswegen natürlich überhaupt nicht mitreden kann, schon längst überfällig.
wenn ich also mal nach amerika ziehe, später, wenn ich groß bin, werde ich eine frühaufsteherin. auch könnte ich dann vielleicht sogar, wenn ich mich anstrenge, bäckerin werden, wo man ja schon beizeiten aus den federn muss.

2. juni 2007


jetzt, wo es langsam schwierig wird, die grauen schläfen zu überfärben, werde ich meinen look ändern. ich habe mir überlegt, ich gehe als gaga lagerfeld. das wirkt interessant und jedes weißes haar wird mit warmen handschlag begrüßt. auch gefallen mir die anziehsachen von karl, welche meinen typ unterstreichen. so weiße hemden mit steifem kragen und ein dunkler anzug. ein paar handschuhe, etwas puder auf’s haar. so bin ich für alle anlässe richtig angezogen und wirke stets adrett. karl ist ja auch jungfrau, da sind solche dinge wichtig.

1. juni 2007

ich hasse 20:00 uhr-anfangszeiten! können sachen nicht um 23:00 uhr anfangen? 20:00 uhr! zwanzig uhr ist bei mir brotzeit, kaffeetrinken, beine hochlegen, gemeine einträge schreiben und mir besinnliche gedanken über die weltpolitik und im besonderen meine abendgarderobe machen.
dann etwas später, nicht wahr, zu gegebener stunde, ein zeitlich unbegrenztes vollbad nehmen, sowie mich unter auflegen eines ca. dreistündigen makeups langsam, gaaanz langsam (in der ruhe liegt die kraft!) auf den definitiv mehrere stunden hernach beginnenden abend in festlicher gala einstimmen, ja freuen, ich möchte sagen warten. ihn freudig erwarten!
aber nicht mit mir. ich streike. ich mache den firlefanz nicht mehr mit. man ist ja schon sehr dankbar, wenn leute einen „so ab 20:00 uhr“ einladen. dann komme ich gerne auch schon mal zeitiger, so gegen 22:30. das muß wohl irgendetwas mit dieser neumodischen biologie zu tun haben, von der jetzt alle reden. kann ich mir gar nicht anders erklären.
ich bin ja eine alte schlafmütze und nachteule, aber wo ich mal äh – wichtige geschäfte in übersee hatte, wollte ich dauernd schon um sechs uhr früh aufstehen und um sechs uhr am abend schon wieder schlafen gehen, und da war der immer viel herumerzählte, hochanstrengende und unheimlich bedeutende jetlag, den ich trotz ernsthaftester bemühungen nicht hatte und deswegen natürlich überhaupt nicht mitreden kann, schon längst überfällig.
wenn ich also mal nach amerika ziehe, später, wenn ich groß bin, werde ich eine frühaufsteherin. auch könnte ich dann vielleicht sogar, wenn ich mich anstrenge, bäckerin werden, wo man ja schon beizeiten aus den federn muss.