02. März 2012

Tut mir leid, komme nicht hinterher!
Aber Hauptsache: gesund!
Ja, schon. Wie mir das als Kind unverständlich war, wenn die alten Tanten und Onkel in der Verwandtschaft einem selber als Kind aber auch den anderen, den Erwachsenen, zum Geburtstag unaufhörlich langweilige Sachen wie „und viel Gesundheit!“ oder „und das Wichtigste: Gesundheit!“ gewünscht haben. Anstatt: „….und das Wichtigste: eine Reise zum Mond!“ oder „und vor allem: ein Haus am Meer!“ oder „Sechs Richtige im Lotto!“ Na ja. Heute verstehe ich das natürlich besser. Gehe aber nicht mit der Sichtweise mit, Gesundheit sei letztlich ein komplett unwägbares Glücksspiel. Wie Sechs Richtige im Lotto eben. Aber was weiß ich. Die meisten Verwandten haben nicht so furchtbar gesund gelebt, nach heutigen Maßstäben. Und tun es wahrscheinlich immer noch nicht, sofern sie noch nicht unter der Erde sind. Eigentlich wollte ich nur einen Entschuldigungseintrag schreiben, warum ich gerade so wenig schreibe. Ich muss mich einfach zunehmend um die Optimierung meiner Gesundheitswahrscheinlichkeit kümmern. Nein, nein, es geht mir gut. Eben drum. Nun habe ich es doch gestern tatsächlich gewagt, nach längerer Zeit der Disziplin, weit nach Mitternacht zu Bett zu gehen. Also schlafen zu gehen. Es war bestimmt schon 1.17 Uhr nach Mitternacht oder so ähnlich, als ich den Rechner runtergefahren habe. Aber nun muss ich ja neuerdings immer diese ganzen gesundheitsförderlichen Maßnahmen treffen, vor dem Schlafengehen! Das kostet auch wieder Zeit! Zum Beispiel: Zähneputzen! Zum Beispiel: Abschminken! Zum Beispiel: Wimpernpflege! Zum Beispiel: Wärmflasche! Bestimmt insgesamt zehn Minuten zusätzliche Verzögerung. Aber ich ziehe das durch. Und nun war es gestern also NACH Mitternacht und nicht Schlag oder davor. Und schon bekomme ich die Rechnung präsentiert: schwer aus den Federn gekommen. Wie früher, als ich mir die Nächte um die Ohren geschlagen habe, zuzüglich Alkoholgenuss. Man darf sich wirklich keine Ausreißer mehr erlauben, schon geht das hart erarbeitete Wohlbefinden flöten. Ich warne jetzt auch immer junge Menschen vor Alkohol! Ich denke, man hört vielleicht eher auf mich, weil ich doch eher wie jemand wirke, der keine Feier auslässt und kein Kind von Traurigkeit ist. Dann erzähle ich – immer positiv! – dass ich es jetzt wieder so ähnlich wie früher empfinde, wo man Kind war und keine Probleme beim Aufstehen in der Frühe gehabt hat. Na gut, in die Schule bin ich jetzt auch nicht mit Begeisterung und länger hätte ich auch gerne geschlafen, aber so schwerfällig wie nach einer Flasche Rotwein am Abend voher war man doch nie. Wenn man ehrlich ist. Die jungen Menschen hören mir eigentlich immer interessiert zu. Ich warne dann aber auch davor, überhaupt keinen Rotwein mehr zu trinken, wegen der kostbaren einmaligen Antioxidantien. Ein kleines Glas als Frau sollte es schon sein. Aber nicht mehr! Außerdem ist meine Schwierigkeit weiterhin, dass ich mir Veranstaltungen nicht mehr schön trinken kann, nur so mit Kaffee oder Saft. Ein nicht zu unterschätzendes Problem. Man gerät quasi innerlich ins soziale Abseits. Also trinken Sie bitte weiter, aber in Maßen. Und ich kriege diese Sache vielleicht auch noch eines Tages in den Griff.

Morgen wahrscheinlich wieder früh aus dem Bett und ein gesundheitsförderlicher sowie preisgünstiger Spaziergang im angekündigten Sonnenschein in die nähere Umgebung. Ich sage nur: Friedrichswerder! Gerne verbringe ich meine Wochenenden in Friedrichswerder. Tja, da staunen Sie. Wo mag das sein. Auf jeden Fall bietet dieses Friedrichswerder jede Menge Postkartenmotive und Ausflugsmöglichkeiten auch für das kleine Portemonnaie! Und dennoch kann man sich wie eine kleine Königin fühlen. Ich bin ja immer ganz beruhigt, wenn ich höre, dass andere dieselben schwerwiegenden Bildungslücken in Sachen Heimatkunde haben. Die Ecke da, zwischen Berliner Dom, Zeughaus und Gendarmenmarkt, da gleich beim Deutschen Historischen Museum heißt nämlich so. Quasi eine Gemeinde innerhalb meines Wohnbezirks, der da heißt Mitte. Schön, dass ich das auch mal erfahre. Bis jetzt konnte ich noch jeden mit dieser Information überraschen. Und auch ein Kirchlein gibt es dort, zwischen dem ganzen Dom-Gedöns. Die Friedrichswerdersche Kirche, welche ich am letzten Wochenende aufgesucht habe. Verdammt, jetzt weiß ich gar nicht, ob die katholisch oder evangelisch war. Ich tippe auf katholisch. Man kann es auch schwer erkennen, weil ja jetzt das Schinkelmuseum drin ist. Eine neugotische Kirche mit kunterbunten Hippie-Fenstern. Der Fachausdruck ist natürlich anders, aber Sie wissen schon, was ich meine. Und natürlich muss ich dann immer auf den Auslöser bei dem Apparat drücken, den ich immer statt Handtasche über der Schulter hängen habe. Und weil das so viele Bilder ergibt, die man kaum schafft, von der Kamera zu laden und zu sichten und zu drehen und auszumisten, komme ich zu nix. Also nicht zu vernünftigen Blogeinträgen mit ansprechendem Bildmaterial. Wo fängt man an, wo hört man auf? Der Tag ist einfach zu kurz! Und außerdem muss ich morgen einen kaputten Deckenstrahler auswechseln. Im Flur. Irgendwas stimmt mit dem Anschlusskontakt bei den Phasen nicht. Nein, ich habe die nicht verwechselt. Seit über zwanzig Jahren habe ich sämtliche Lampen im Haushalt selber angeschlossen. Und damit meine ich nicht die Nachttischlampe. Also ich denke, das war jetzt Entschuldigungseintrag genug. Und natürlich spätestens um Mitternacht schlafen! Also jetzt! Als künftige Bundespräsidentin möchte ich unbedingt einen ausgeschlafenen Eindruck vermitteln.

02. März 2012

Tut mir leid, komme nicht hinterher!
Aber Hauptsache: gesund!
Ja, schon. Wie mir das als Kind unverständlich war, wenn die alten Tanten und Onkel in der Verwandtschaft einem selber als Kind aber auch den anderen, den Erwachsenen, zum Geburtstag unaufhörlich langweilige Sachen wie „und viel Gesundheit!“ oder „und das Wichtigste: Gesundheit!“ gewünscht haben. Anstatt: „….und das Wichtigste: eine Reise zum Mond!“ oder „und vor allem: ein Haus am Meer!“ oder „Sechs Richtige im Lotto!“ Na ja. Heute verstehe ich das natürlich besser. Gehe aber nicht mit der Sichtweise mit, Gesundheit sei letztlich ein komplett unwägbares Glücksspiel. Wie Sechs Richtige im Lotto eben. Aber was weiß ich. Die meisten Verwandten haben nicht so furchtbar gesund gelebt, nach heutigen Maßstäben. Und tun es wahrscheinlich immer noch nicht, sofern sie noch nicht unter der Erde sind. Eigentlich wollte ich nur einen Entschuldigungseintrag schreiben, warum ich gerade so wenig schreibe. Ich muss mich einfach zunehmend um die Optimierung meiner Gesundheitswahrscheinlichkeit kümmern. Nein, nein, es geht mir gut. Eben drum. Nun habe ich es doch gestern tatsächlich gewagt, nach längerer Zeit der Disziplin, weit nach Mitternacht zu Bett zu gehen. Also schlafen zu gehen. Es war bestimmt schon 1.17 Uhr nach Mitternacht oder so ähnlich, als ich den Rechner runtergefahren habe. Aber nun muss ich ja neuerdings immer diese ganzen gesundheitsförderlichen Maßnahmen treffen, vor dem Schlafengehen! Das kostet auch wieder Zeit! Zum Beispiel: Zähneputzen! Zum Beispiel: Abschminken! Zum Beispiel: Wimpernpflege! Zum Beispiel: Wärmflasche! Bestimmt insgesamt zehn Minuten zusätzliche Verzögerung. Aber ich ziehe das durch. Und nun war es gestern also NACH Mitternacht und nicht Schlag oder davor. Und schon bekomme ich die Rechnung präsentiert: schwer aus den Federn gekommen. Wie früher, als ich mir die Nächte um die Ohren geschlagen habe, zuzüglich Alkoholgenuss. Man darf sich wirklich keine Ausreißer mehr erlauben, schon geht das hart erarbeitete Wohlbefinden flöten. Ich warne jetzt auch immer junge Menschen vor Alkohol! Ich denke, man hört vielleicht eher auf mich, weil ich doch eher wie jemand wirke, der keine Feier auslässt und kein Kind von Traurigkeit ist. Dann erzähle ich – immer positiv! – dass ich es jetzt wieder so ähnlich wie früher empfinde, wo man Kind war und keine Probleme beim Aufstehen in der Frühe gehabt hat. Na gut, in die Schule bin ich jetzt auch nicht mit Begeisterung und länger hätte ich auch gerne geschlafen, aber so schwerfällig wie nach einer Flasche Rotwein am Abend voher war man doch nie. Wenn man ehrlich ist. Die jungen Menschen hören mir eigentlich immer interessiert zu. Ich warne dann aber auch davor, überhaupt keinen Rotwein mehr zu trinken, wegen der kostbaren einmaligen Antioxidantien. Ein kleines Glas als Frau sollte es schon sein. Aber nicht mehr! Außerdem ist meine Schwierigkeit weiterhin, dass ich mir Veranstaltungen nicht mehr schön trinken kann, nur so mit Kaffee oder Saft. Ein nicht zu unterschätzendes Problem. Man gerät quasi innerlich ins soziale Abseits. Also trinken Sie bitte weiter, aber in Maßen. Und ich kriege diese Sache vielleicht auch noch eines Tages in den Griff.

Morgen wahrscheinlich wieder früh aus dem Bett und ein gesundheitsförderlicher sowie preisgünstiger Spaziergang im angekündigten Sonnenschein in die nähere Umgebung. Ich sage nur: Friedrichswerder! Gerne verbringe ich meine Wochenenden in Friedrichswerder. Tja, da staunen Sie. Wo mag das sein. Auf jeden Fall bietet dieses Friedrichswerder jede Menge Postkartenmotive und Ausflugsmöglichkeiten auch für das kleine Portemonnaie! Und dennoch kann man sich wie eine kleine Königin fühlen. Ich bin ja immer ganz beruhigt, wenn ich höre, dass andere dieselben schwerwiegenden Bildungslücken in Sachen Heimatkunde haben. Die Ecke da, zwischen Berliner Dom, Zeughaus und Gendarmenmarkt, da gleich beim Deutschen Historischen Museum heißt nämlich so. Quasi eine Gemeinde innerhalb meines Wohnbezirks, der da heißt Mitte. Schön, dass ich das auch mal erfahre. Bis jetzt konnte ich noch jeden mit dieser Information überraschen. Und auch ein Kirchlein gibt es dort, zwischen dem ganzen Dom-Gedöns. Die Friedrichswerdersche Kirche, welche ich am letzten Wochenende aufgesucht habe. Verdammt, jetzt weiß ich gar nicht, ob die katholisch oder evangelisch war. Ich tippe auf katholisch. Man kann es auch schwer erkennen, weil ja jetzt das Schinkelmuseum drin ist. Eine neugotische Kirche mit kunterbunten Hippie-Fenstern. Der Fachausdruck ist natürlich anders, aber Sie wissen schon, was ich meine. Und natürlich muss ich dann immer auf den Auslöser bei dem Apparat drücken, den ich immer statt Handtasche über der Schulter hängen habe. Und weil das so viele Bilder ergibt, die man kaum schafft, von der Kamera zu laden und zu sichten und zu drehen und auszumisten, komme ich zu nix. Also nicht zu vernünftigen Blogeinträgen mit ansprechendem Bildmaterial. Wo fängt man an, wo hört man auf? Der Tag ist einfach zu kurz! Und außerdem muss ich morgen einen kaputten Deckenstrahler auswechseln. Im Flur. Irgendwas stimmt mit dem Anschlusskontakt bei den Phasen nicht. Nein, ich habe die nicht verwechselt. Seit über zwanzig Jahren habe ich sämtliche Lampen im Haushalt selber angeschlossen. Und damit meine ich nicht die Nachttischlampe. Also ich denke, das war jetzt Entschuldigungseintrag genug. Und natürlich spätestens um Mitternacht schlafen! Also jetzt! Als künftige Bundespräsidentin möchte ich unbedingt einen ausgeschlafenen Eindruck vermitteln.

24. Februar 2012


Musste eben lachen. Morgenpost von heute: „(…) zur Wahl stehen Joachim Gauck, der von CDU, FDP, SPD und Grünen unterstützt wird. Als Mögliche Kandidatin der Linkspartei wird Beate Klarsfeld gehandelt.“ Dem Schreiberling ist die satirische Quallität seiner grammatikalischen Fehlkonstruktion womöglich gar nicht präsent.

Leider ist der ganze Artikel nur für Abonnenten zugänglich. Und falls Sie es nicht wussten: „wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestage besitzt und das vierzigste Lebensjahr vollendet hat.
Ich bin bereit.

23. Februar 2012

Kleine Botschaft. Vorhin in der Küche im Stehen gegessen, beim Kochen eine Kleinigkeit nebenher. Nämlich: einen kleinen Becher Joghurt ohne Zeugs mit selber dazugerührten folgenden Geschmacksverstärkern: einem Hauch Tonkabohnen-Raspeln, einer Messerspitze gemahlene Bourbon-Vanille, einer Kinderhand voll Heidelbeeren aus Chile, 1 Erdbeere aus Takatukaland, einer Spur Zimt aus Tausendundeinernacht, einem Brandenburger Apfel und einem Teelöffelchen feinster Heilerde. Brandenburger Äpfel, Tonkabohnen-Raspel und die letzte Zutat gehören zu meinem täglichen Ernährungsrepertoire. Die anderen Sachen wechseln. Jawohl, die letzte Zutat ist Heilerde. Die darf man sich jetzt aber nicht so Waldboden-mäßig dunkelbraun, fett und feucht vorstellen, sondern mehr wie sandfarbenen Puderzucker und so ist es auch vom Gefühl beim Essen her. In Joghurt oder im Müsli kommt es einem vor, als ob man kleine Zuckerkristalle von Puderzucker isst, ohne dass es aber süß macht. Das Zeug kann innerlich und äußerlich angewendet viele gute Sachen bewirken. Und wenn man gar nicht krank ist, tut es auch gut. Ich will damit sagen, ich brauche keine Krankheit, um mir nützliche Substanzen einzuverleiben. Und da stehe ich so in der Küche und rühre in der Pfanne und esse und schmecke die Heidelbeeren und den Apfel und den Zimt und die Tonkabohnen und die Vanille und die Erdbeere und es schmeckt ganz aufregend, ja euphorisierend, um nicht zu sagen beglückend. Und da denke ich, wieso sind so viele Menschen eigentlich davon überzeugt, dass Medikamente aus der Apotheke, die man durch den Mund einführt und deren Substanzen über die Verdauung aufgeschlossen werden und in die Blutbahn und das Nervensystem gelangen, Depressionen durch heilsam empfundene Wirkung positiv beeinflussen können, was sicher auch stimmt, aber warum halten es dieselben Menschen für so unwahrscheinlich, dass diese Depressionen möglicherweise überhaupt erst durch die Einverleibung von unzuträglichen anderen Substanzen über die Nahrung verursacht werden? Ich halte das für gar nicht unwahrscheinlich. Mir fällt auf, dass ich in euphorische Stimmungslagen komme, wenn ich so ein angenehmes Rotieren im Bauchbereich spüre. Nein, nein, ich meine nicht die Fortpflanzungsorgane. Der Bereich, in dem das Kraftwerk arbeitet, wo die Nahrung durch Zauberwerk in Menschenkraft umgewandelt wird. Wenn sich dieser Bereich gut anfühlt, wenn dort die Energie auf einem hohen Level arbeitet, kriegt man seine Bärenkräfte zu spüren. Das fühlt sich besser an als jeder Alkoholrausch. Schade, wahrscheinlich weiß wieder keiner, wovon ich rede. Ach. Und natürlich viel Schlaf! Ja, es ist wieder spät geworden. Ja, ich werde langsam zur Betschwester und Wanderpredigerin. Da müssen die Leserinnen durch oder halt woanders herumgurken. Gute Nacht!

24. Februar 2012


Musste eben lachen. Morgenpost von heute: „(…) zur Wahl stehen Joachim Gauck, der von CDU, FDP, SPD und Grünen unterstützt wird. Als Mögliche Kandidatin der Linkspartei wird Beate Klarsfeld gehandelt.“ Dem Schreiberling ist die satirische Quallität seiner grammatikalischen Fehlkonstruktion womöglich gar nicht präsent.

Leider ist der ganze Artikel nur für Abonnenten zugänglich. Und falls Sie es nicht wussten: „wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestage besitzt und das vierzigste Lebensjahr vollendet hat.
Ich bin bereit.

23. Februar 2012

Kleine Botschaft. Vorhin in der Küche im Stehen gegessen, beim Kochen eine Kleinigkeit nebenher. Nämlich: einen kleinen Becher Joghurt ohne Zeugs mit selber dazugerührten folgenden Geschmacksverstärkern: einem Hauch Tonkabohnen-Raspeln, einer Messerspitze gemahlene Bourbon-Vanille, einer Kinderhand voll Heidelbeeren aus Chile, 1 Erdbeere aus Takatukaland, einer Spur Zimt aus Tausendundeinernacht, einem Brandenburger Apfel und einem Teelöffelchen feinster Heilerde. Brandenburger Äpfel, Tonkabohnen-Raspel und die letzte Zutat gehören zu meinem täglichen Ernährungsrepertoire. Die anderen Sachen wechseln. Jawohl, die letzte Zutat ist Heilerde. Die darf man sich jetzt aber nicht so Waldboden-mäßig dunkelbraun, fett und feucht vorstellen, sondern mehr wie sandfarbenen Puderzucker und so ist es auch vom Gefühl beim Essen her. In Joghurt oder im Müsli kommt es einem vor, als ob man kleine Zuckerkristalle von Puderzucker isst, ohne dass es aber süß macht. Das Zeug kann innerlich und äußerlich angewendet viele gute Sachen bewirken. Und wenn man gar nicht krank ist, tut es auch gut. Ich will damit sagen, ich brauche keine Krankheit, um mir nützliche Substanzen einzuverleiben. Und da stehe ich so in der Küche und rühre in der Pfanne und esse und schmecke die Heidelbeeren und den Apfel und den Zimt und die Tonkabohnen und die Vanille und die Erdbeere und es schmeckt ganz aufregend, ja euphorisierend, um nicht zu sagen beglückend. Und da denke ich, wieso sind so viele Menschen eigentlich davon überzeugt, dass Medikamente aus der Apotheke, die man durch den Mund einführt und deren Substanzen über die Verdauung aufgeschlossen werden und in die Blutbahn und das Nervensystem gelangen, Depressionen durch heilsam empfundene Wirkung positiv beeinflussen können, was sicher auch stimmt, aber warum halten es dieselben Menschen für so unwahrscheinlich, dass diese Depressionen möglicherweise überhaupt erst durch die Einverleibung von unzuträglichen anderen Substanzen über die Nahrung verursacht werden? Ich halte das für gar nicht unwahrscheinlich. Mir fällt auf, dass ich in euphorische Stimmungslagen komme, wenn ich so ein angenehmes Rotieren im Bauchbereich spüre. Nein, nein, ich meine nicht die Fortpflanzungsorgane. Der Bereich, in dem das Kraftwerk arbeitet, wo die Nahrung durch Zauberwerk in Menschenkraft umgewandelt wird. Wenn sich dieser Bereich gut anfühlt, wenn dort die Energie auf einem hohen Level arbeitet, kriegt man seine Bärenkräfte zu spüren. Das fühlt sich besser an als jeder Alkoholrausch. Schade, wahrscheinlich weiß wieder keiner, wovon ich rede. Ach. Und natürlich viel Schlaf! Ja, es ist wieder spät geworden. Ja, ich werde langsam zur Betschwester und Wanderpredigerin. Da müssen die Leserinnen durch oder halt woanders herumgurken. Gute Nacht!

20. Februar 2012


Nicht misszuinterpretieren, nicht zu missinterpretieren, nicht missinterpretieren, keine Missinterpretation, keine Missinspiration, keine Missinspirationspause. Gar nicht, es wird nur gerade im Hintergrund verarbeitet. Eindrücke, Bilder. Aus nächster Umgebung. Faszinierend nächster Umgebung. Ja, ja Berlin. Und immer ich. Klar. Eh kloa. Im meine: die Hohenzollerngruft kann jeder fotografieren. So einen alten schwarzen Sarg. Aber mich in der Hohenzollerngruft nur ich. Na ja, usw. usf. Bleiben Sie dran. Beinah beschämt lote ich das Naheliegende aus. Nach so vielen Jahren. heieiei. Muss ins Bett, Schönheitsschlaf! Ist ja nun nicht egal wie ich auf den ganzen später historischen Bildern ausschaue!

15. Februar 2012


Fünfzehnter Februar. Arbeit war heute nur ein Motiv, beim Vorbeigehen in der Sophienstraße. Ich weiß das zu schätzen, wenn das Gekritzel gekonnt platziert wird und der Strich gut ist, eine gewisse Intelligenz in der Impulsivität zum Ausdruck kommt. Findet man gar nicht so selten, wenn man die Augen aufmacht. Ich gehöre nicht zu denen, die aufschreien, wenn der Puppenstubencharakter eines alten Straßenzugs ein bißchen aufgemischt wird, so lange es dem Credo folgt: nichts gegen lange Haare, aber gepflegt müssen sie sein. Die Unbegabteren dürfen an Bauzäunen üben, da bin ich dann doch eigen. In der Neuen Nationalgalerie hängen ja auch keine Volkshochschularbeiten. Ein bißchen Ordnung muss schon sein. Übrigens wieder Temperatur über dem Nullpunkt. Nicht mehr in Watte gepackt vor die Tür, und die Sibirien-Mütze darf auch im Hutkoffer bleiben. Das Schild mit dem Hackeschuh fällt mir seit Jahr und Tag angenehm auf, mach doch mal ein Bild, sage ich mir schon ein Weilchen. Somit geschehen. Aber es war schon ein bißchen schummrig. Die Sophienstraße hat sonst, an helleren Tagen, immer wieder sehr schönes Licht, besonders am frühen Morgen, spät im Jahr, wenn die Sonne tief steht. Im späten Sommer und noch mehr im Herbst.

Die Gipsstraße auch. Die beiden laufen parallel, wobei die Sophienstraße schon die schönere ist. Ich muss mal die Filmkamera drauf halten, wenn die Sonne so tief steht und einfach nur entlang gehen. Weiter nichts. Und WILD ist ein Teppichladen am Eingang der Sophie-Gips-Höfe, an dem ich auch jeden Tag zweimal vorbeikomme und noch nie drin war. Ich brauche auch gerade keinen Teppich. Das Interessante ist, dass der Durchgang gegenüber der Fensterschreiben verspiegelt ist. Wenn man morgens vorbeigeht, oder natürlich auch am Abend oder wann auch immer, kann man sich wie in einem Film von der Seite beim Laufen zuschauen. Von mir aus könnten noch viel mehr verspiegelte Wände an den Mauern sein. Das ist sehr unterhaltsam. Man sieht auch viel mehr als in der Spiegelung der Schaufenster. Das ist doch ein etwas unzulänglicher Eindruck. Mir fällt immer auf, dass ich sehr schnell gehe, wenn ich zur Seite in den Spiegel gucke. Pfeilschnell und zielgerichtet. Aber immer gucke ich nicht. So schlimm ist es dann doch nicht um mich bestellt. Ein später Eintrag. Ich werde das Datum und die Uhrzeit der Veröffentlichung manipulieren und zurückdatieren, auf den fünfzehnten. Vor dem Schlafengehen ist für mich gefühlt immer noch der Tag mit dem Datum vorher, auch wenn es schon nach Mitternacht ist. Das geht doch bestimmt allen so. Noch Zähneputzen und dann Gute Nacht!
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14. Februar 2012


Man kann schon sagen, dass es an eine Kunstform grenzt, die eigene mentale Kraft, den Gefühlspegel ohne psychoaktive Substanzen in Form von legalen oder illegalen Drogen auf einem interessanten, hohen Level zu halten. Alkohol, Zucker, Kokain, Schokolade, Psychopharmaka, Gras, Verliebtheit. Es ist schwer. Aber es lohnt sich, sich unabhängig von diesen Hilfsmitteln zu machen. Der Lohn ist das Geschenk, sich an seiner ureigenen Kraft zu berauschen, ohne Kater. Besonders schwer scheint es, wenn man mit Schicksalsschlägen konfrontiert wird. Das bleibt ja in keinem Leben aus. Abschied durch Tod oder das Ende einer Verbindung. Gerade dann ist man in Gefahr, sich etwas zugänglich zu machen, das die Wucht der Gefühle abfedert. Aber dann verschenkt man einen tiefgehenden Entwicklungsprozess. Wenn man den Verlust der Lebensmotivation abdämpft, verliert sich der Antrieb, nach dem Verbleib der ureigenen, durch die Trümmer des Infernos verschütteten Kraft zu graben. Alkohol und diese leicht zugänglichen Substanzen führen immer und immer zu einem zusätzlichen Kraftverlust, dabei ist man ohnehin schon nicht mit Kraft gesegnet. Das ist fatal. Für wenige Minuten des Gefühls von Auftrieb, kleiner Euphorie bezahlt man mit stundenlangem Lamento des gesamten Organismus. Es gehört eine Art Disziplin der sinnlichen Wahrnehmung dazu, zu lernen sich an der eigenen nüchternen Existenz zu berauschen. Der eigenen Kraft zuliebe. Angelica Domröse, die viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte ihres Lebens mit einem schweren Alkoholproblem kämpfte und es seit geraumer Zeit im Griff hat, sagte in einem Interview, die Zeit ihrer Abhängigkeit resümierend, dass sie ihr Leuchten verloren hatte. Ich denke sie hat recht. Man sollte schon aus Eitelkeit, Liebe zur eigenen Schönheit von all dem Abstand nehmen. Letzten Endes ist das was wir als schön in einer Kreatur wahrnehmen, immer ein besonderes Strahlen, ein Gleißen, das Freude transportiert, sichtbar werden lässt. Man muss seine Freude behüten und pflegen. Das bringt mehr als teure Creme um die Augen schmieren. Und das ist die Kunst und die Schwierigkeit. Ich weiß. Ja, ich weiß.

13. Februar 2012

Todesmutig am Nordpol! Also fast. Ich habe vorgestern meinen ganzen Mut zusammengenommen und mich in die Kälte gewagt. An den Beinen hatte ich sicherheitshalber unter der Überhose eine langbeinige andere Hose aus Nickistoff und an den Füßen dicke Socken, ein paar andere Socken drüber und dann noch so Wadenwärmer, wie lange Kniestrümpfe ohne Füße dran. Heißen die auch Leggings? Oder „Leg Warmer“? Wie heißen die Dinger auf Deutsch? An den Füßen des weiteren Stiefel mit extra Sohle drin und oben rum auch so mehrere Schichten schwarze langärmlige Baumwollhemden, davon eins mit Rollkragen, dann eine schwarze Nickijacke mit Kapuze dran und drüber meine dicke alte Rockerjacke, obwohl ich nie Rocker war, Rockerin auch nicht, aber ich rocke natürlich trotzdem. Und die Mütze, die ich letztes Jahr bei H&M im Sonderangebot gekauft habe. Das Teddyfell ist aus Baumwolle und noch was. Und natürlich einen extra Schal aus so flauschigem Teddyzeugs (schwarz, surprise surprise) und dicke, mit Flanell gefütterte Lederhandschuhe aus dem Hause Roeckl, welche ich sehr empfehlen kann. Weil ich aber natürlich dringend Beweisfotos meiner Nordpolexpedition vor der Haustür machen musste, habe ich die Handschuhe ungefähr drei Minuten ausgezogen, was ich nicht empfehlen kann. Aber die Fotos mussten einfach gemacht werden, es half ja alles nichts! Zum Glück bin ich schnell und konnte genug Material fabrizieren, bevor mir die Fingerkuppen weiß verfärbt abgefallen sind. Aber dann musste ich ja blöderweise noch zu Rossmann, das war ja ein zentraler Anlass der Expedition. Müll runterbringen und zwei Sachen bei Rossmann holen, die Aldi nicht hat. Ich also zackig mit wieder Handschuhen an Richtung Rossmann, durch die Sophien- und Rosenhöfe, schnell rüber. Da hätte man natürlich auch jede Menge fotografieren können, aber dann könnte ich mit Sicherheit keinen Blogeintrag mehr tippen, weil ich dann ja leider keine Fingerkuppen mehr hätte, bzw. die Stummel erst abheilen müssten und dann die Finger-Prothesen und der ganze Zirkus. Nein Danke!

Ohne mich. Meine Verpflichtung in Sachen Reportagetätigkeit hat Grenzen. Bei Rossmann dann erst mal ausgiebig aufgewärmt.

Zum Glück war gut geheizt! Ich habe dann etwas länger vor dem Regal mit den Kerzen herumgetrödelt als unbedingt notwendig, zwecks Aufwärmung. Hat geklappt, man hat mich nicht angesprochen. Dann zügig zurück in die warme Hütte! War jedenfalls mal interessant, draußen zu sein, man kann dann noch besser nachfühlen, wie es den anderen Menschen da draußen so gehen mag. Und natürlich auch super: ich kann endlich mitreden!
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=109615

02. Februar 2012


Kein Wunder, dass die „Erinnerungen“ von Albert Speer seinerzeit ein Bestseller waren. Ich bin noch ziemlich am Anfang und fühle mich bestens „unterhalten“, würde ich ohne Gänsefüßchen schreiben, wenn ich wüsste, dass den Beitrag nur Menschen lesen, die diese Lektüre ihrerseits kennen. Wie gesagt, ich bin noch am Anfang. Gerade wird die „Neue Reichskanzlei“ auf dem Reißbrett geplant und die alte Reichskanzlei (übrigens hat der alte Bismarck und nicht etwa Hitler sich diese Bezeichnung ausgedacht) umgebaut, renoviert, neu eingerichtet. Albert Speer verbringt demzufolge recht viel Zeit mit Hitler, da dieser an jedem Detail des Umbaus sehr interessiert ist. Architektonische Angelegenheiten sind quasi sein Steckenpferd. Und am Abend wird in Hitlers vorübergehender Bleibe, auch irgendwo in Mitte, gemeinsam zu Abend gegessen und privaten Filmvorführungen beigewohnt. Bei Tisch kann man dann den privaten „Führer“ mit seinen zum Teil ulkig anmutenden Äußerungen aus nächster Nähe erleben. Das hat mich heute schon zum Lachen gebracht. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass man immer diesen überdrehten abgehackten Duktus seiner Reden dabei im Ohr hat, obwohl er privat ganz ruhig und melodiös sprechen konnte. Damit hat er sie um den Finger gewickelt, seine Adepten. Ich habe mir passend zum Thema einen Architekturführer über die Bautätigkeiten in der Nazi-Ära in Berlin bestellt. Vieles von der großen Welthauptstadt „Germania“ war ja nur geplant, vieles wurde durch den Krieg zerstört und die Reste planvoll beseitigt, um keine Pilgerstätten zu provozieren. Moment, ich muss mal das Buch holen und ein Stelle abschreiben, wo ich lachen musste. Charlie Chaplin hätte diese kruden Sätze von Hitler wohl kaum schöner erfinden können.
„Manchmal sprach er von seinen Reisen: »Schreck war der beste Fahrer, den ich mir vorstellen kann und unser Kompressor machte 170. Wir fuhren immer sehr schnell. Aber in den letzten Jahren habe ich Schreck befohlen, nicht mehr über 80 zu fahren. Nicht auszudenken, wenn mir etwas passiert wäre! Ein besonderer Spaß war das Hetzen großer Amerikaner. Immer hinterher, bis die der Ehrgeiz packte. Diese Amerikaner sind ja Dreck verglichen mit einem Mercedes. Ihr Motor hielt das nicht aus, lief nach einiger Zeit sauer und sie mußten mit langem Gesicht am Straßenrand anhalten. Geschah ihnen recht!«“
A. Speer, Erinnerungen, S. 48

[ Diesen Eintrag habe ich bereits vorgestern, am zweiten Februar, verfasst und wurde dann leider kurz nach Fertigstellung am Veröffentlichen gehindert. Zeitweise hatte ich schon den Gedanken, ob Blogeinträge in denen die Buchstabenfolge Hitler vorkommt, womöglich automatisch gesperrt werden. Aber nachdem beim Testen auch einem aus Pünktchen bestehenden Eintrag kein Erfolg beschieden war und ich sehen konnte, dass auch andere twoday-Blogs seit dem selben Zeitpunkt keine neuen Einträge und Kommentare mehr hatten, habe ich diese Erklärung wieder fallen lassen. Nun scheint ja wieder alles zu funktionieren. Wie sehr man an seinem kleinen Blog und der Veröffentlichungsfunktion hängt… ]

13. Februar 2012

Todesmutig am Nordpol! Also fast. Ich habe vorgestern meinen ganzen Mut zusammengenommen und mich in die Kälte gewagt. An den Beinen hatte ich sicherheitshalber unter der Überhose eine langbeinige andere Hose aus Nickistoff und an den Füßen dicke Socken, ein paar andere Socken drüber und dann noch so Wadenwärmer, wie lange Kniestrümpfe ohne Füße dran. Heißen die auch Leggings? Oder „Leg Warmer“? Wie heißen die Dinger auf Deutsch? An den Füßen des weiteren Stiefel mit extra Sohle drin und oben rum auch so mehrere Schichten schwarze langärmlige Baumwollhemden, davon eins mit Rollkragen, dann eine schwarze Nickijacke mit Kapuze dran und drüber meine dicke alte Rockerjacke, obwohl ich nie Rocker war, Rockerin auch nicht, aber ich rocke natürlich trotzdem. Und die Mütze, die ich letztes Jahr bei H&M im Sonderangebot gekauft habe. Das Teddyfell ist aus Baumwolle und noch was. Und natürlich einen extra Schal aus so flauschigem Teddyzeugs (schwarz, surprise surprise) und dicke, mit Flanell gefütterte Lederhandschuhe aus dem Hause Roeckl, welche ich sehr empfehlen kann. Weil ich aber natürlich dringend Beweisfotos meiner Nordpolexpedition vor der Haustür machen musste, habe ich die Handschuhe ungefähr drei Minuten ausgezogen, was ich nicht empfehlen kann. Aber die Fotos mussten einfach gemacht werden, es half ja alles nichts! Zum Glück bin ich schnell und konnte genug Material fabrizieren, bevor mir die Fingerkuppen weiß verfärbt abgefallen sind. Aber dann musste ich ja blöderweise noch zu Rossmann, das war ja ein zentraler Anlass der Expedition. Müll runterbringen und zwei Sachen bei Rossmann holen, die Aldi nicht hat. Ich also zackig mit wieder Handschuhen an Richtung Rossmann, durch die Sophien- und Rosenhöfe, schnell rüber. Da hätte man natürlich auch jede Menge fotografieren können, aber dann könnte ich mit Sicherheit keinen Blogeintrag mehr tippen, weil ich dann ja leider keine Fingerkuppen mehr hätte, bzw. die Stummel erst abheilen müssten und dann die Finger-Prothesen und der ganze Zirkus. Nein Danke!

Ohne mich. Meine Verpflichtung in Sachen Reportagetätigkeit hat Grenzen. Bei Rossmann dann erst mal ausgiebig aufgewärmt.

Zum Glück war gut geheizt! Ich habe dann etwas länger vor dem Regal mit den Kerzen herumgetrödelt als unbedingt notwendig, zwecks Aufwärmung. Hat geklappt, man hat mich nicht angesprochen. Dann zügig zurück in die warme Hütte! War jedenfalls mal interessant, draußen zu sein, man kann dann noch besser nachfühlen, wie es den anderen Menschen da draußen so gehen mag. Und natürlich auch super: ich kann endlich mitreden!
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=109615

08. Februar 2012


Demütig werden wir alle Abbitte leisten, wenn sich das Thermometer im März zu sieben oder gar siebzehn Grad aufschwingt! Schon eine super Dramaturgie hier, im guten neuen Jahr. Erst ewiger Herbst, für mich sehr in Ordnung, dann arschkalt und die langsame Erwärmung wird wie das Happy End von dem Titanic Film mit Pausbacke – wie heißt er noch – egal. (Oder war da gar kein Happy End?) Er soll ja ein guter Schauspieler sein. Den Titanic-Film fand ich seinerzeit ganz schlimm. Also nicht schlimm „schlimm“, sondern schlimm kitschig. Wenn ich mich nicht irre, habe ich sogar extra zwei Packungen Tempo (Entschuldigung, ich bin im kapitalistischen, markenversauten Westen sozialisiert) Papier-Taschentücher eingesteckt. Und wenn ich mich weiterhin nicht irre, habe ich kein einziges davon gebraucht. Es war auch recht anstrengend, die für mich unattraktive Paarung Dingsbums-Winslet bis zum Ende durchzuhalten. Gar nicht zu reden von dem anderen Quark mit Schiffsbug und Wallawalla vor pink-orangem Himmel und Untergangsgefiedel der Bordkapelle. Aber eine einzige Szene war drin, die mich rührte, also so ansatzweise. Fatalerweise ganz am Anfang. Als sich die alte Dame an ihre Liebe erinnerte und diese Sache mit dieser Kette mit dem Stein. Da waren drei Sekunden, die mir ans Herz gingen. Schade, dass die alte Dame nicht die Hauptdarstellerin der dann folgenden gefühlten drei Stunden Film war. Eine Pause war glaub ich auch. Ach nein, keine Pause, ich habe eine Pause gemacht, weil ich aufs Klo musste, und die Freundin versicherte mir bei der Rückkehr, dass ich nichts verpasst hätte. Obwohl sie den Film nicht so langweilig gefunden hat wie ich. Wie komme ich denn jetzt bloß auf Titanic? Ach so, wegen der Metapher. Ist ja nun ewig her, dass die Schmonzette gelaufen ist. Nur noch mal für’s Protokoll: genau die Sorte Film, bei der mich so rein gar nichts fesselt. Kitschiger Kostümkrempel, süßliches Klischee-Geturtel und plüschiges Ambiente. Nein Danke! Tatsächlich bin ich zu romantisch für solche platten, halbherzigen Darbietungen. Ja, wirklich. Hier steht nicht zu cool, sondern zu romantisch. Ich habe mich nicht vertippt. Die Illusion der Wahrhaftigkeit ist freilich ein seltenes Gut im weltweiten Filmschaffen. Ein gutes Gegenbeispiel ist die Szene in „Die Brücken am Fluss“, wo Meryl Streep nach dem Abschied in ihrem Auto sitzt und Clint Eastwood noch einmal vorbeifahren sieht. Der letzte Blick. Aber diesen Film mochte ich viel lieber in der deutschen Synchronfassung, weil Meryl Streep in der amerikanischen Originalfassung einen übertriebenen italienischen Akzent kultiviert, der mich ungemein stört und die Qualität des bis dahin nur auf deutsch gesehenen Films kippen lässt. Keine Empfehlung. Nicht „The Bridges of Madison County“ anschauen. Nur die deutsche Synchronfassung ohne albernen affektierten Italo-Akzent. Ach, so ein schöner Film. Jetzt ist mir der rechte Fuß eingeschlafen und ich muss mich mal anders hinsetzen. Und auch noch ein bißchen was essen, vor dem Zubettgehen. Und trinken (!).

08. Februar 2012


Demütig werden wir alle Abbitte leisten, wenn sich das Thermometer im März zu sieben oder gar siebzehn Grad aufschwingt! Schon eine super Dramaturgie hier, im guten neuen Jahr. Erst ewiger Herbst, für mich sehr in Ordnung, dann arschkalt und die langsame Erwärmung wird wie das Happy End von dem Titanic Film mit Pausbacke – wie heißt er noch – egal. (Oder war da gar kein Happy End?) Er soll ja ein guter Schauspieler sein. Den Titanic-Film fand ich seinerzeit ganz schlimm. Also nicht schlimm „schlimm“, sondern schlimm kitschig. Wenn ich mich nicht irre, habe ich sogar extra zwei Packungen Tempo (Entschuldigung, ich bin im kapitalistischen, markenversauten Westen sozialisiert) Papier-Taschentücher eingesteckt. Und wenn ich mich weiterhin nicht irre, habe ich kein einziges davon gebraucht. Es war auch recht anstrengend, die für mich unattraktive Paarung Dingsbums-Winslet bis zum Ende durchzuhalten. Gar nicht zu reden von dem anderen Quark mit Schiffsbug und Wallawalla vor pink-orangem Himmel und Untergangsgefiedel der Bordkapelle. Aber eine einzige Szene war drin, die mich rührte, also so ansatzweise. Fatalerweise ganz am Anfang. Als sich die alte Dame an ihre Liebe erinnerte und diese Sache mit dieser Kette mit dem Stein. Da waren drei Sekunden, die mir ans Herz gingen. Schade, dass die alte Dame nicht die Hauptdarstellerin der dann folgenden gefühlten drei Stunden Film war. Eine Pause war glaub ich auch. Ach nein, keine Pause, ich habe eine Pause gemacht, weil ich aufs Klo musste, und die Freundin versicherte mir bei der Rückkehr, dass ich nichts verpasst hätte. Obwohl sie den Film nicht so langweilig gefunden hat wie ich. Wie komme ich denn jetzt bloß auf Titanic? Ach so, wegen der Metapher. Ist ja nun ewig her, dass die Schmonzette gelaufen ist. Nur noch mal für’s Protokoll: genau die Sorte Film, bei der mich so rein gar nichts fesselt. Kitschiger Kostümkrempel, süßliches Klischee-Geturtel und plüschiges Ambiente. Nein Danke! Tatsächlich bin ich zu romantisch für solche platten, halbherzigen Darbietungen. Ja, wirklich. Hier steht nicht zu cool, sondern zu romantisch. Ich habe mich nicht vertippt. Die Illusion der Wahrhaftigkeit ist freilich ein seltenes Gut im weltweiten Filmschaffen. Ein gutes Gegenbeispiel ist die Szene in „Die Brücken am Fluss“, wo Meryl Streep nach dem Abschied in ihrem Auto sitzt und Clint Eastwood noch einmal vorbeifahren sieht. Der letzte Blick. Aber diesen Film mochte ich viel lieber in der deutschen Synchronfassung, weil Meryl Streep in der amerikanischen Originalfassung einen übertriebenen italienischen Akzent kultiviert, der mich ungemein stört und die Qualität des bis dahin nur auf deutsch gesehenen Films kippen lässt. Keine Empfehlung. Nicht „The Bridges of Madison County“ anschauen. Nur die deutsche Synchronfassung ohne albernen affektierten Italo-Akzent. Ach, so ein schöner Film. Jetzt ist mir der rechte Fuß eingeschlafen und ich muss mich mal anders hinsetzen. Und auch noch ein bißchen was essen, vor dem Zubettgehen. Und trinken (!).

05. Februar 2012

Am besten ich fange jetzt schon mal mit dem Blogeintrag an, damit es nicht wieder bis in die Puppen wird. Gestern war es viel zu spät, vom gesundheitlichen Standpunkt betrachtet. Weit nach Mitternacht habe ich das Bett aufgesucht, ganz gegen meine neuen Gewohnheiten. Schlamperei! Wenn man der Welt wirklich etwas mitzuteilen hat, kann das ja wohl nicht von der Nachtstunde abhängig sein. Ach stimmt, ich habe mit den Bildern von gestern so herumgetrödelt. Heute gibt es keine neuen Bilder, nur ein altes von gestern, deswegen bin ich jetzt auch gleich ganz fertig mit dem Blogeintrag! Ich versuche meinen Lebensrhythmus neuerdings mehr den hiesigen geographischen Lichtverhältnissen anzupassen.

Eine Weile war ich davon überzeugt, dass Mitteleuropa einfach der falsche Standort für einen adäquaten Tag-Nacht-Rhythmus für mich ist, nachdem ich bei einer Reise vor ein paar Jahren sehr überrascht bemerkt hatte, dass ich in der Zeitzone, die in Amerika herrscht, auf einmal Frühaufsteherin bin und bei Sonnenuntergang rechtschaffen müde. Deswegen hatte ich wahrscheinlich auch keinen „jet lag“. Da wird ja immer viel Getue drum gemacht. Aber ich kann mich vielleicht doch umerziehen. Eine neue Erkenntnis! Man muss das nur mal über einen längeren Zeitraum ausprobieren. Also mit dem früh schlafen gehen. Auf einmal kriegt man Lust zum Sonnenaufgang aus den Federn zu springen. Hätte ich nie für möglich gehalten. Toll! Tageslicht ist schon eine besonders exklusive Sache, auch für die mentale Verfassung. Das Leben kommt einem irgendwie länger vor. Ich meine die Tage. Ergiebiger. Wenn die Stunde kommt, wo man Licht anknipsen muss, ist ja gefühlt der Tag vorbei und der Abend angebrochen, und wenn man also taktisch geschickt, schon die ersten taghellen Stunden ausgeschlafen erlebt, ist der Tag gefühlt länger als anders rum! Total clever. Andere Haushaltstipps habe ich für heute leider nicht!

04. Februar 2012


Dass ich da nicht früher drauf gekommen bin. Ich muss ja nur zum Fenster gehen und den guten alten Fernsehturm ein bißchen näher holen. So kann ich mir in Ruhe die Details anschauen. Ich sehe ihn aus meinem Schlafzimmer und dem anderen Zimmer nach Süden. Rechts daneben kommt die Kuppel vom Berliner Dom und noch weiter rechts die von der Synagoge. Und dazwischen noch der Turm von der Sophienkirche, hier in Metropolis. Ich muss endlich mal das Kinoprogramm besser verfolgen, damit ich sehe, wann die vor zwei Jahren neu geschnittene Fassung von Metropolis im Kino gezeigt wird. Die Fassung, die der Premierenfassung entspricht, die so viele Jahrzehnte unauffindbar war und mit Hilfe einer alten, schlechten Kopie aus Argentinien wieder hergestellt wurde. Die sehr abenteuerliche Geschichte der aufwändigen Rekonstruktion mit der jahrzehntelangen Spurensuche nach der Originalfassung kann man in der Dokumentation „Die Reise nach Metropolis“ verfolgen.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=109615

02. Februar 2012

Kein Wunder, dass die „Erinnerungen“ von Albert Speer seinerzeit ein Bestseller waren. Ich bin noch ziemlich am Anfang und fühle mich bestens „unterhalten“, würde ich ohne Gänsefüßchen schreiben, wenn ich wüsste, dass den Beitrag nur Menschen lesen, die diese Lektüre ihrerseits kennen. Wie gesagt, ich bin noch am Anfang. Gerade wird die „Neue Reichskanzlei“ auf dem Reißbrett geplant und die alte Reichskanzlei (übrigens hat der alte Bismarck und nicht etwa Hitler sich diese Bezeichnung ausgedacht) umgebaut, renoviert, neu eingerichtet. Albert Speer verbringt demzufolge recht viel Zeit mit Hitler, da dieser an jedem Detail des Umbaus sehr interessiert ist. Architektonische Angelegenheiten sind quasi sein Steckenpferd. Und am Abend wird in Hitlers vorübergehender Bleibe, auch irgendwo in Mitte, gemeinsam zu Abend gegessen und privaten Filmvorführungen beigewohnt. Bei Tisch kann man dann den privaten „Führer“ mit seinen zum Teil ulkig anmutenden Äußerungen aus nächster Nähe erleben. Das hat mich heute schon zum Lachen gebracht. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass man immer diesen überdrehten abgehackten Duktus seiner Reden dabei im Ohr hat, obwohl er privat ganz ruhig und melodiös sprechen konnte. Damit hat er sie um den Finger gewickelt, seine Adepten. Ich habe mir passend zum Thema einen Architekturführer über die Bautätigkeiten in der Nazi-Ära in Berlin bestellt. Vieles von der großen Welthauptstadt „Germania“ war ja nur geplant, vieles wurde durch den Krieg zerstört und die Reste planvoll beseitigt, um keine Pilgerstätten zu provozieren. Moment, ich muss mal das Buch holen und ein Stelle abschreiben, wo ich lachen musste. Charlie Chaplin hätte diese kruden Sätze von Hitler wohl kaum schöner erfinden können.
„Manchmal sprach er von seinen Reisen: »Schreck war der beste Fahrer, den ich mir vorstellen kann und unser Kompressor machte 170. Wir fuhren immer sehr schnell. Aber in den letzten Jahren habe ich Schreck befohlen, nicht mehr über 80 zu fahren. Nicht auszudenken, wenn mir etwas passiert wäre! Ein besonderer Spaß war das Hetzen großer Amerikaner. Immer hinterher, bis die der Ehrgeiz packte. Diese Amerikaner sind ja Dreck verglichen mit einem Mercedes. Ihr Motor hielt das nicht aus, lief nach einiger Zeit sauer und sie mußten mit langem Gesicht am Straßenrand anhalten. Geschah ihnen recht!«“
A. Speer, Erinnerungen, S. 48

[ Diesen Eintrag habe ich bereits vorgestern, am zweiten Februar, verfasst und wurde dann leider kurz nach Fertigstellung am Veröffentlichen gehindert. Zeitweise hatte ich schon den Gedanken, ob Blogeinträge in denen die Buchstabenfolge Hitler vorkommt, womöglich automatisch gesperrt werden. Aber nachdem beim Testen auch einem aus Pünktchen bestehenden Eintrag kein Erfolg beschieden war und ich sehen konnte, dass auch andere twoday-Blogs seit dem selben Zeitpunkt keine neuen Einträge und Kommentare mehr hatten, habe ich diese Erklärung wieder fallen lassen. Nun scheint ja wieder alles zu funktionieren. Wie sehr man an seinem kleinen Blog und der Veröffentlichungsfunktion hängt… ]