31. August 2011


VIII. Gedenken. Könnte eigentlich auch Trauer heißen, ist mir später eingefallen. Die niedergelegten Kränze und Blumen. Man denkt an diese Fernsehbilder von Blumen für die tote Prinzessin Diana. Oder Michael Jackson. Ich denke daran, dass ich so etwas nur einmal aus nächster Nähe gesehen habe. Am Amerikahaus, nach den Anschlägen vom 11. September. Die Blumen und Kränze machen die Trauer dreidimensionaler. So wie die Fotografien der Maueropfer den Toten ein Gesicht geben. Die Rituale und Dinge geben dem Ganzen Gewicht. Angemessenes Gedenken. Aus der Entfernung meiner Wohnung war mir gar nicht klar, dass mich das dort erwarten würde. Trauerkränze und Schleifen. Merkwürdig, dass einen Blüten, die noch gar nicht verblüht sind, so rühren können. Vielleicht weil es einen daran erinnert, dass man Blumen sonst nur noch als Zeichen der Zuneigung oder Verehrung an Lebende gibt. Es ist auch ein bißchen wie „Bitte lass uns noch einmal so tun, als hättest du etwas von meiner Blume, obwohl du sie nicht sehen und riechen kannst. Oder kannst du nicht vielleicht doch? Gib mir bitte auch ein Zeichen. Das ist mein Zeichen für dich.“
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087

31. August 2011


VIII. Gedenken. Könnte eigentlich auch Trauer heißen, ist mir später eingefallen. Die niedergelegten Kränze und Blumen. Man denkt an diese Fernsehbilder von Blumen für die tote Prinzessin Diana. Oder Michael Jackson. Ich denke daran, dass ich so etwas nur einmal aus nächster Nähe gesehen habe. Am Amerikahaus, nach den Anschlägen vom 11. September. Die Blumen und Kränze machen die Trauer dreidimensionaler. So wie die Fotografien der Maueropfer den Toten ein Gesicht geben. Die Rituale und Dinge geben dem Ganzen Gewicht. Angemessenes Gedenken. Aus der Entfernung meiner Wohnung war mir gar nicht klar, dass mich das dort erwarten würde. Trauerkränze und Schleifen. Merkwürdig, dass einen Blüten, die noch gar nicht verblüht sind, so rühren können. Vielleicht weil es einen daran erinnert, dass man Blumen sonst nur noch als Zeichen der Zuneigung oder Verehrung an Lebende gibt. Es ist auch ein bißchen wie „Bitte lass uns noch einmal so tun, als hättest du etwas von meiner Blume, obwohl du sie nicht sehen und riechen kannst. Oder kannst du nicht vielleicht doch? Gib mir bitte auch ein Zeichen. Das ist mein Zeichen für dich.“
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087

31. August 2011

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087
Die sechste Bildreihe heißt Denkmal. Freilich ist alles ein einziges Denkmal, aber es gibt auf dem Areal eine Ecke, wo man sagen kann „Schau, da steht das Denkmal!“ Das originale Mauersegment geht ja an dem einen Ende in diese Eisenstangen-Markierung über. Auf der anderen Seite endet die alte Berliner Mauer aprupt in einer sehr großen Metallwand, die die Mauer in einem rechten Winkel durchschneidet. Der große Flügel dieser enormen Wand, die bis zum Sophienfriedhof reicht, hat auf der Oberfläche eine Rost-Beschichtung. An der zur Ackerstraße offenen Seite trägt die Rostwand eine Inschrift, zum Gedenken. Mehr ist nicht zu sagen. Außer vielleicht, dass sich die Oberfläche mit dem Rost wunderbar anfühlt, wenn die Sonne darauf scheint. Ganz warm.

31. August 2011


Die Strecke mag ich am Liebsten. Ich war weit weggebeamt, ganz betrunken vom blauen Himmel. Wer ein bißchen Geduld mitbringt, sieht ihn auch. Das ist glaube ich die umfangreichste Etappe. Die Mauer. Na klar, die Mauer. Der Hauptact. Wenn man das dann sieht, ist man froh, dass noch so ein großes zusammenhängendes Stück da ist. Nicht nur, weil man da gute Fotos machen kann. Das ehemalige böse Monstrum ist ein schöner Hintergrund.

Ich mag die Strecke auch wegen der kleinen Mädchen in den Ringelkleidchen, die sich von ihrem Vater die Mauer erklären lassen. Die Mutter war auch dabei und war etwas am Rand mit noch einem kleinen Kind. Meine Güte, wieviele Kinder die haben, und alles Mädchen wie es ausgesehen hat. Die Mama war recht attraktiv und war gerade dabei die Mädchen zu fotografieren. Da hab ich auch zugeschlagen. Da bin ich hemmungslos, bei so einer Vorlage. Den Kopf vom Vater wollte ich gar nicht draufhaben. Ich fand ihn nicht besonders interessant. Er hatte die Ausstrahlung eines Akademikers mit einem geregelten, sehr guten Einkommen. Vielleicht hat er auch geerbt. So eine ‚aus-gutem-Hause-Aura‘. Nicht, dass ihn das uninteressant machen würde. Er war einfach überhaupt nicht mein Typ, vom Gesicht her. Eine ältere Dame sprach mich an, ob sie mich fotografieren soll. Das werde ich häufiger gefragt, wenn jemand registriert, dass ich viel fotografiere, auch mich. In dem Fall war ich gerührt und habe darauf verzichtet, zu erklären, dass es sich um keine Notlösung handelt, bei dem was ich da treibe. Ich war auch neugierig und wollte der alten Dame eine Freude machen. Einen Moment überlegte ich, ob ich ihr die Kamera erklären muss, dann sah ich aber, dass sie selbst eine kleine Digitalkamera bei sich hatte. Ich schätze, sie war Mitte Siebzig. Dann sagte sie, sie hofft sehr, dass ich zufrieden bin, mit dem Ergebnis. Ja, war ich. Hab mich dreimal bedankt. Wunderbarer Sommernachmittag. Die Ferienetappe von meinem Ausflug. Die farbigen Bilder kommen am Ende.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087

31. August 2011


Die Strecke mag ich am Liebsten. Ich war weit weggebeamt, ganz betrunken vom blauen Himmel. Wer ein bißchen Geduld mitbringt, sieht ihn auch. Das ist glaube ich die umfangreichste Etappe. Die Mauer. Na klar, die Mauer. Der Hauptact. Wenn man das dann sieht, ist man froh, dass noch so ein großes zusammenhängendes Stück da ist. Nicht nur, weil man da gute Fotos machen kann. Das ehemalige böse Monstrum ist ein schöner Hintergrund.

Ich mag die Strecke auch wegen der kleinen Mädchen in den Ringelkleidchen, die sich von ihrem Vater die Mauer erklären lassen. Die Mutter war auch dabei und war etwas am Rand mit noch einem kleinen Kind. Meine Güte, wieviele Kinder die haben, und alles Mädchen wie es ausgesehen hat. Die Mama war recht attraktiv und war gerade dabei die Mädchen zu fotografieren. Da hab ich auch zugeschlagen. Da bin ich hemmungslos, bei so einer Vorlage. Den Kopf vom Vater wollte ich gar nicht draufhaben. Ich fand ihn nicht besonders interessant. Er hatte die Ausstrahlung eines Akademikers mit einem geregelten, sehr guten Einkommen. Vielleicht hat er auch geerbt. So eine ‚aus-gutem-Hause-Aura‘. Nicht, dass ihn das uninteressant machen würde. Er war einfach überhaupt nicht mein Typ, vom Gesicht her. Eine ältere Dame sprach mich an, ob sie mich fotografieren soll. Das werde ich häufiger gefragt, wenn jemand registriert, dass ich viel fotografiere, auch mich. In dem Fall war ich gerührt und habe darauf verzichtet, zu erklären, dass es sich um keine Notlösung handelt, bei dem was ich da treibe. Ich war auch neugierig und wollte der alten Dame eine Freude machen. Einen Moment überlegte ich, ob ich ihr die Kamera erklären muss, dann sah ich aber, dass sie selbst eine kleine Digitalkamera bei sich hatte. Ich schätze, sie war Mitte Siebzig. Dann sagte sie, sie hofft sehr, dass ich zufrieden bin, mit dem Ergebnis. Ja, war ich. Hab mich dreimal bedankt. Wunderbarer Sommernachmittag. Die Ferienetappe von meinem Ausflug. Die farbigen Bilder kommen am Ende.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087

31. August 2011


Ich war stark gebannt vom tiefblauen Himmel und den Eisenstangen im Gegenlicht. Die in den offenen Himmel brechenden Stangen, deren Spitzen die von Ost nach West ziehenden Wolken zu streifen scheinen, zeigen über einige hundert Meter den Mauerverlauf in der Bernauer Straße, da wo die echten Mauersegmente abgebaut wurden. An einer Stelle geht die Installation in die echte, verbliebene Mauer über. Ja, die Motive wiederholen sich. So wie in der Wirklichkeit. Man läuft entlang und sieht nach oben. Und wieder zurück.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087

31. August 2011

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087
Die dritte Etappe. Die Erinnerungs-Stelen auf dem Areal der Gedenkstätte. Sie sind visuell der unspektakulärste Teil des Geländes, aber fangen einen damit, was sie hörbar machen und zeigen. Es kann einen unmöglich kalt lassen, wenn man aus so einer Säule unkommentiert Vornamen und Namen von Toten erzählt bekommt. Das junge Alter und das Todesjahr. Da denkt man nicht mehr daran, wie es wohl wäre, von sich ein Foto vor so einem Dings zu machen. Deswegen tauche ich in dieser kleinen Schwarzweiß-Strecke nicht auf, nur was ich gesehen habe.

31. August 2011

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087
Da war ich also noch gut drauf, wie man sieht. Man könnte auch sagen, dem Anlass unangemessen, bin ich lustig über den Sophienfriedhof gestreunt, am Grab vom Operetten-Kollo vorbei, zu den wildgewachsenen Sonnenblumen. Von da, wo die Sonnenblumen stehen, kann man die Mauer schon erahnen. Man kann sogar ein Stück sehen, wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt und über die Friedhofsmauer guckt. Was da passiert ist, mit dem Friedhof, liest man am besten auf den Gedenktafeln auf den letzten Bildern in der Reihe. Der Friedhof grenzt im wahrsten Sinne des Wortes an die Berliner Mauer. Als ich das mit den versetzten Gräbern gelesen habe, war ich nicht mehr ganz so fröhlich. In der nächsten Etappe bin ich übrigens gar nicht zu sehen, falls jemand befürchtet, das geht jetzt immer so weiter mit hunderttausend Bildern mit mir drauf. Keine Sorge.

31. August 2011

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087
Heute ist der 31. August 2011. Bitte drehen Sie das Tagesdatum um und folgen Sie mir.
Ich meine das ganz ernst. Was zunächst aussieht, wie ein beliebiges weiteres Bilderset mit Abbildungen einer selbstverliebten Bloggerin ist nur die erste von zwölf Etappen. Ausflüge beginnen ja meistens zuhause. Es war früher Nachmittag, ein Samstag. Der 13. August 2011. Ich bemerkte gegen Mittag das feierliche Glockenläuten der Sophienkirche und dachte, merkwürdig, wie Sonntag. Ich hatte das mit der Gedenkminute um zwölf Uhr Mittags für die Opfer der Berliner Mauer gar nicht mitbekommen. Weil mir aber durchaus auch nach Gedenken war (wie hier erwähnt) und das Wetter schön, hatte ich unabhängig davon kurzerhand beschlossen, zur Mauergedenkstätte zu gehen, die nicht sehr weit von meiner Wohnung in der Auguststraße entfernt ist.
Mein Weg führt mich von der großen in die „Kleine Auguststraße“, über die Torstraße, wo die recht lange Ackerstraße beginnt. Man kann den Weg, der zur Gedenkstätte führt, auf der Straße laufen oder über den Sophienfriedhof, der eine besonders traurige Rolle beim Mauerbau spielte. Das hab ich getan. Ich bin über den Friedhof. Aber das ist schon die nächste Etappe. Ich habe mir überlegt, es ist besser die vielen Bilder nicht als Riesenflut zu verlinken, man wird dann auch müde beim Gucken und kann die einzelnen Bilder gar nicht mehr würdigen, das hat nichts mit Ignoranz zu tun, sondern mit Overflow. Daher zwölf verdaulichere Häppchen, die dem Ganzen auch eher gerecht werden. Es fängt also recht vertraut und überschaubar an.

29. August 2011


Symbolbild flachere Schuhe
– KONTAKTANZEIGE –
(…) Ich warte immer noch auf dieses eine Rendezvous, das sich ausschließlich dekorativ mit übereinandergeschlagenen Beinen auf einem Barhocker sitzend abspielen wird. Daher hebe ich die Schuhe gut auf! Ich stelle mir das so vor, dass ich zur Verabredung in der Bar mit einem Taxi fahre. Die Wohnung werde ich mit dem Fahrstuhl verlassen, ca. fünf Minuten Laufen und Stehen halte ich darin aus, das geht schon! Dann vorsichtig ins Taxi setzen und vorsichtig aussteigen und dann schnell auf den Barhocker! So könnte es gehen.“
Ernstgemeinte Zuschriften bitte ins Kommentarfeld.

29. August 2011


Symbolbild flachere Schuhe
– KONTAKTANZEIGE –
(…) Ich warte immer noch auf dieses eine Rendezvous, das sich ausschließlich dekorativ mit übereinandergeschlagenen Beinen auf einem Barhocker sitzend abspielen wird. Daher hebe ich die Schuhe gut auf! Ich stelle mir das so vor, dass ich zur Verabredung in der Bar mit einem Taxi fahre. Die Wohnung werde ich mit dem Fahrstuhl verlassen, ca. fünf Minuten Laufen und Stehen halte ich darin aus, das geht schon! Dann vorsichtig ins Taxi setzen und vorsichtig aussteigen und dann schnell auf den Barhocker! So könnte es gehen.“
Ernstgemeinte Zuschriften bitte ins Kommentarfeld.

28. August 2011

Nicht nur, dass dieser 46 Sekunden lange Filmausschnitt sehr selten ist. Es sind zwei Sequenzen aus jenem Film, den Romy Schneider 1964 mit Clouzot zu drehen begann. Aus verschiedenen Gründen mussten die Dreharbeiten für „L’Enfer“ abgebrochen werden. Unter anderem weil es dem Regisseur gesundheitlich sehr schlecht ging. Ich habe diese beiden Aufnahmen gerade erstmalig gesehen. Das andere Interessante dabei ist, dass man genau sieht, was das kreisende Licht in ihrem Gesicht verursacht. Man sieht im Zeitraffer, wie gnadenlos entblösst und hart ein Gesicht erscheinen kann, in dem einen Licht und wie gnädig und sanft in dem anderen. Es gibt Fotografen, die dem nicht die größte Beachtung schenken. Muß man auch nicht, wenn das Szenario die Hauptrolle spielt, oder aus bildramaturgischen Gründen ein harter Effekt erwünscht ist. Bei einem Portrait jedoch ist die geringste Abstufung von größter Bedeutung. Ich kann mich sehr darüber ärgern, wenn ein Fotograf keinen außerordentlichen Ehrgeiz in dieser Hinsicht entwickelt. Nicht nur, wenn es um mich selbst geht. Diese verschenkte Möglichkeit. Man muss alle Winkel, alle Perspektiven sorgfältig ausloten und dann entscheiden. Nicht nur beim Fotografieren. Wenn man das tänzerisch hinbekommt, als sei es nur ein Spiel – ist man virtuos. Deshalb war Leni Riefenstahl – visuell – virtuos. Sie war ja auch Tänzerin. Man muss mit allem tanzen. Das ist die Kür und zugleich das Schönste. Mit der Wäsche in der Waschmaschine, mit dem Geschirr in der Spüle. Mit der Kamera in der Hand.

28. August 2011

Hey Sonne, bleib mal weg, du blendest! Sie hampelt hier gerade rum und kann sich nicht entscheiden. Hü oder Hott! Du kannst ja ein Haus weiter gehen und dort weitermachen, das ist völlig okay für mich. Danke!

27. August 2011


Einfach so!

Aber auch ideal, um Blumen einzukleben ins Poesiealbum. Ist eigentlich Samstag oder Sonntag? Ich weiß es gar nicht. Die Träumerei der letzten Nacht hat mich so zeitlos gemacht. Ich wollte jetzt aber nicht reimen! Blümchengeknipse und auch noch Gedichte – das ist entschieden zu viel! Und nicht, was ich will!

27. August 2011


Einfach so!

Aber auch ideal, um Blumen einzukleben ins Poesiealbum. Ist eigentlich Samstag oder Sonntag? Ich weiß es gar nicht. Die Träumerei der letzten Nacht hat mich so zeitlos gemacht. Ich wollte jetzt aber nicht reimen! Blümchengeknipse und auch noch Gedichte – das ist entschieden zu viel! Und nicht, was ich will!

27. August 2011


Was ich sehr gerne mag an diesem Sommer, ist der dauernde Wechsel der Jahreszeiten. Frühling, Sommer, Herbst – alles dabei. Und immer überraschend. Das gefällt mir wirklich. Ich mag den bedeckten Tag und den Regen heute. Das ist sehr erholsam nach dem gestrigen Hochsommertag. Eine Reihe unverändert heißer Tage langweilt mich eher. Ich kriege dieses blöde Gefühl, ach Scheiße, Sonne Sonne Sonne, Sakrileg, wenn man drinnen bleibt, sich am Monitor die Zeit vertreibt. Ich kann mich überhaupt nicht beschweren. Das einzige was mich allerdings ein bißchen irritiert ist, dass es manchmal kühler aussieht, als es ist und man dann unterwegs zu warm angezogen ist. Aber ausziehen kann man ja immer was. Umgekehrt passiert es mir zum Glück nicht mehr. In der S-Bahn hört man oft die Leute niesen. Das liegt wahrscheinlich an einem gewissen Trotz bei der morgendlichen Auswahl der Kleidung. Im Kalender steht Sommer, also müssen die neuen Zehensandalen an die Füße. Mein Schrank ist auch voll mit Fähnchen und zartem Schuhwerk. Das wird halt in diesem Sommer eher selten vorgeführt. Ist mir nicht so wichtig. Genau genommen sogar völlig schnurz. Die Luft wird schön klar von dem Regen, und die Wiese unter meinem Fenster ist so sattgrün wie in noch keinem Sommer. Das verbrannte gelbe Gras in den anderen Sommern tat mir zeitweise richtig weh. Ich hatte manchmal überlegt, ob ich anfangen soll, den kleinen Park und die Bäume da unten zu gießen, aber das schaffe ich ja gar nicht, mit meiner kleinen Gießkanne. Alles ist noch grün. Ein bißchen wie Sommer in Island.

26. August 2011

Vorhin im Aspirin-Geschäft. „Guten Tag! Ich hätte gerne das normale ASS, zum Schlucken.“ Apotheker: „Sie meinen also das Schmerzmittel…?“ ich: „Na, wenn man halt mal was hat, das ganz einfache gegen Kopfweh!“ Apotheker: „Sie wissen aber schon, dass Sie mit Schmerzmitteln aufpassen müssen?“ ich: „ja, ja, nehme ich auch ganz selten, keine Sorge. Soll ich Ihnen mal sagen, was in meiner Hausapotheke ist?“ Apotheker: „ja!“ ich: „Pflaster und Aspirin. Sonst nix. Das ist nicht viel oder?“ Apotheker. „Nein, das ist wirklich nicht viel“. „Tschüs!“ „Schönen Tag noch!“ Ich wollte ihm jetzt nicht auf die Nase binden, dass ich das Zeug an gewissen Tagen einwerfe, gegen frauenspezifische Eruptionen im Unterbauch. Seit ich aufgehört habe zu saufen, brauche ich das Wundermittelchen zum Glück nur noch dann.
Es ist richtig satt heiß heute. Als ich gerade nach Hause kam, war das T-Shirt richtig klebrig und ich bin nicht der Typ, der großartig transpiriert. Gleich im Waschbecken ausgewaschen. Ich hab schon eine Waschmaschine aber mir war so. Bis auf Sonnenbaden und Klugscheißen und ein bißchen Einkaufen heute nicht viel gemacht. Muss ich mir auch mal erlauben. Ich bin ein bißchen zu streng mit mir, denke ich manchmal.
Bei Rossmann war ich vorhin zweimal. Zuerst für Shampoo, Duschgel und ein „Wimpern- und Augenbrauenfärbeset“ in Braun. Hab ich noch nie probiert, also in Braun. Mache ich auch recht selten, mehr so nach Lust und Laune. Dachte ich so: komisch, wieso habe ich keinen Drang mir Haarfarbe zu kaufen. Man sieht eindeutig die silbernen Strähnen am Haaransatz zwischen dem Braun. Am Wimpernfärbeset-Regal war so ein kleiner Spiegel in Augenhöhe, da hab ich schnell mal reingeguckt, um den Stand der Dinge am Haaransatz zu checken. Das Braune war überwiegend, die silbergrauen Streifen mehr so wie hier und da mal ein bißchen Lametta. Kann man auch mal tragen. Überfärben geht immer. Ist doch wurscht! Ich will ja keine dreißigjährigen Jungs aufreißen. Andere im Moment eigentlich auch nicht. Für mich bin ich attraktiv genug, basta!
Anschließend war ich bei Edeka am Hackeschen Markt und hab ein paar Sachen geholt, die mir gefehlt haben. Bißchen Saft, mein Müsli 107 und Tomaten und Joghurt und Babykarotten. An der Kasse waren zwei lange Schlangen, ich hab mich eingereiht in der Schlange links, wo man vor dem riesigen Zeitschriftenregal steht und hab mir eine Klatschzeitung, deren Titel ich vergessen habe, rausgefischt. Wegen dem Cover. Auf dem Foto waren Kronzprinzessin Viktoria und Waity nebeneinandermontiert. Viktoria strahlend, wegen Baby, Waity griesgrämig wegen kein Baby. Dazu passende Überschrift. Waity ist lt. der Klatschpostille neidisch auf Vicky, weil sie noch keine Schwangerschaftsmeldung abliefern kann. So ’ne Scheisse! Das sind eben so die Probleme der Royals. Nun muss ich ehrlich zugeben, dass mich die geglückte Schwangerschaft von Viktoria mehr freut, als die geplante von Miss Climberton. Eine Frage der Sympathie! Viktoria fand ich schon immer liebreizend und gutherzig. So was sieht man einfach.
Beim Heimgehen habe ich dann den die ganze Zeit gesuchten gekritzelten Einkaufszettel in der linken Hosentasche bemerkt und geguckt, was draufsteht. Ich war gerade vorbei an Rossmann, als ich lese „Tee“. Nochmal zurück, zum Tee-Regal eine Packung schwarzen Tee geholt, wieder zur selben Kasse. Ich sage zur Verkäuferin, eine meiner Lieblingsverkäuferinnen, u. a. wegen der hammermäßigen Frisur: „jetzt bin ich nochmal da! Ich hab was vergessen. Tee! Na ja, da denkt man auch nicht so automatisch dran, bei der Hitze!“ Sie hat dann irgendwas gesagt von wegen, dass sie sich schon den ganzen Tag einen Kaffee nach dem anderen reinzieht, wegen Kreislauf.
Sie sieht absolut spektakulär aus. Ungefähr Anfang Zwanzig, so ein ganz dunkler Typ, vom Gesicht her vermutlich türkische Vorfahren. Dunkel blitzende Augen, so ungefähr wie die eine Viva-Moderatorin, die aber mehr so indisch aussieht und den einen geheiratet hat, der immer so Klamauk macht. Auf jeden Fall die Frisur von meiner Rossmann-Verkäuferin ist so: rattenscharf fast ausrasierte Seiten, oben ein schwarzer Schopf, aber kein richtiger Iro, aber schon so ein bißchen nach oben stehend und die geschorenen Seiten sind wasserstoffblond aufgehellt. Die Grenze zwischen dem schwarzen Schopf am oberen Kopf und dem ausrasierten ist ganz exakt ausgezirkelt und in der Mitte von der blonden Partie ist auf einer Seite ein schwarzer fünfzackiger Stern gefärbt, ganz exakt, ungefähr sieben Zentimeter Durchmesser. Das sieht total beeindruckend aus! Sie hat die Frisur schon ziemlich lange. Ich freue mich jedesmal, wenn ich sie sehe. Sieht ganz schön frech aus. Und sie ist sehr freundlich. Dann bin ich heim!
Blogeintrag fertig!

26. August 2011

Vorhin im Aspirin-Geschäft. „Guten Tag! Ich hätte gerne das normale ASS, zum Schlucken.“ Apotheker: „Sie meinen also das Schmerzmittel…?“ ich: „Na, wenn man halt mal was hat, das ganz einfache gegen Kopfweh!“ Apotheker: „Sie wissen aber schon, dass Sie mit Schmerzmitteln aufpassen müssen?“ ich: „ja, ja, nehme ich auch ganz selten, keine Sorge. Soll ich Ihnen mal sagen, was in meiner Hausapotheke ist?“ Apotheker: „ja!“ ich: „Pflaster und Aspirin. Sonst nix. Das ist nicht viel oder?“ Apotheker. „Nein, das ist wirklich nicht viel“. „Tschüs!“ „Schönen Tag noch!“ Ich wollte ihm jetzt nicht auf die Nase binden, dass ich das Zeug an gewissen Tagen einwerfe, gegen frauenspezifische Eruptionen im Unterbauch. Seit ich aufgehört habe zu saufen, brauche ich das Wundermittelchen zum Glück nur noch dann.
Es ist richtig satt heiß heute. Als ich gerade nach Hause kam, war das T-Shirt richtig klebrig und ich bin nicht der Typ, der großartig transpiriert. Gleich im Waschbecken ausgewaschen. Ich hab schon eine Waschmaschine aber mir war so. Bis auf Sonnenbaden und Klugscheißen und ein bißchen Einkaufen heute nicht viel gemacht. Muss ich mir auch mal erlauben. Ich bin ein bißchen zu streng mit mir, denke ich manchmal.
Bei Rossmann war ich vorhin zweimal. Zuerst für Shampoo, Duschgel und ein „Wimpern- und Augenbrauenfärbeset“ in Braun. Hab ich noch nie probiert, also in Braun. Mache ich auch recht selten, mehr so nach Lust und Laune. Dachte ich so: komisch, wieso habe ich keinen Drang mir Haarfarbe zu kaufen. Man sieht eindeutig die silbernen Strähnen am Haaransatz zwischen dem Braun. Am Wimpernfärbeset-Regal war so ein kleiner Spiegel in Augenhöhe, da hab ich schnell mal reingeguckt, um den Stand der Dinge am Haaransatz zu checken. Das Braune war überwiegend, die silbergrauen Streifen mehr so wie hier und da mal ein bißchen Lametta. Kann man auch mal tragen. Überfärben geht immer. Ist doch wurscht! Ich will ja keine dreißigjährigen Jungs aufreißen. Andere im Moment eigentlich auch nicht. Für mich bin ich attraktiv genug, basta!
Anschließend war ich bei Edeka am Hackeschen Markt und hab ein paar Sachen geholt, die mir gefehlt haben. Bißchen Saft, mein Müsli 107 und Tomaten und Joghurt und Babykarotten. An der Kasse waren zwei lange Schlangen, ich hab mich eingereiht in der Schlange links, wo man vor dem riesigen Zeitschriftenregal steht und hab mir eine Klatschzeitung, deren Titel ich vergessen habe, rausgefischt. Wegen dem Cover. Auf dem Foto waren Kronzprinzessin Viktoria und Waity nebeneinandermontiert. Viktoria strahlend, wegen Baby, Waity griesgrämig wegen kein Baby. Dazu passende Überschrift. Waity ist lt. der Klatschpostille neidisch auf Vicky, weil sie noch keine Schwangerschaftsmeldung abliefern kann. So ’ne Scheisse! Das sind eben so die Probleme der Royals. Nun muss ich ehrlich zugeben, dass mich die geglückte Schwangerschaft von Viktoria mehr freut, als die geplante von Miss Climberton. Eine Frage der Sympathie! Viktoria fand ich schon immer liebreizend und gutherzig. So was sieht man einfach.
Beim Heimgehen habe ich dann den die ganze Zeit gesuchten gekritzelten Einkaufszettel in der linken Hosentasche bemerkt und geguckt, was draufsteht. Ich war gerade vorbei an Rossmann, als ich lese „Tee“. Nochmal zurück, zum Tee-Regal eine Packung schwarzen Tee geholt, wieder zur selben Kasse. Ich sage zur Verkäuferin, eine meiner Lieblingsverkäuferinnen, u. a. wegen der hammermäßigen Frisur: „jetzt bin ich nochmal da! Ich hab was vergessen. Tee! Na ja, da denkt man auch nicht so automatisch dran, bei der Hitze!“ Sie hat dann irgendwas gesagt von wegen, dass sie sich schon den ganzen Tag einen Kaffee nach dem anderen reinzieht, wegen Kreislauf.
Sie sieht absolut spektakulär aus. Ungefähr Anfang Zwanzig, so ein ganz dunkler Typ, vom Gesicht her vermutlich türkische Vorfahren. Dunkel blitzende Augen, so ungefähr wie die eine Viva-Moderatorin, die aber mehr so indisch aussieht und den einen geheiratet hat, der immer so Klamauk macht. Auf jeden Fall die Frisur von meiner Rossmann-Verkäuferin ist so: rattenscharf fast ausrasierte Seiten, oben ein schwarzer Schopf, aber kein richtiger Iro, aber schon so ein bißchen nach oben stehend und die geschorenen Seiten sind wasserstoffblond aufgehellt. Die Grenze zwischen dem schwarzen Schopf am oberen Kopf und dem ausrasierten ist ganz exakt ausgezirkelt und in der Mitte von der blonden Partie ist auf einer Seite ein schwarzer fünfzackiger Stern gefärbt, ganz exakt, ungefähr sieben Zentimeter Durchmesser. Das sieht total beeindruckend aus! Sie hat die Frisur schon ziemlich lange. Ich freue mich jedesmal, wenn ich sie sehe. Sieht ganz schön frech aus. Und sie ist sehr freundlich. Dann bin ich heim!
Blogeintrag fertig!

26. August 2011


Erstaunlicherweise geht mir dieser Song von Herrn Urlaub trotz des verhandelten, derzeit von mir weiträumig gemiedenen Themas überhaupt nicht auf die Nerven, wie ich soeben untätig auf dem Balkon herumliegend, überrascht feststellen konnte!

23. August 2011

Loriot
So sehr geliebt. Gerade gelesen… den ganzen Tag keine Nachrichten mitgekriegt, so viel zu tun gehabt. Sehr, sehr, sehr geliebt. Wie jeder. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir jemals irgendwer begegnet wäre, der zu Loriot und seinen wunderbaren Sachen „na ja“ gesagt hätte. Alle haben ihn geliebt. Alle, alle, alle! Der lustigste, intelligenteste Mensch seit christlicher Zeitrechnung und wahrscheinlich noch davor! Niemals mehr wird ihm jemand das Wasser reichen! Jaul. Mann, ich habe ihn wirklich verehrt. Wie alle eben. Aber sicher ist er jetzt auf einer schönen Reise. Und bestimmt ist er ganz friedlich gestorben. Das hat er auch verdient.
Oh Mann! Ich hatte ja damals gehofft, er würde sich für den Bundespräsidentenposten hergeben. Aber er hatte natürlich recht, dass er den langweiligen Job nicht gemacht hat. Selbstverständlich gehört Loriot zu den unsterblichen Seelen, die uns für immer lebhaft begleiten werden. Mich auf jeden Fall.
Loriot hat einen ganz riesigen Sonderplatz in meinem Herzen. Giga! Giga-Gaga-Sonderplatz.

23. August 2011

Was mich echt fertig macht, ist dass ich die Prominenten in der Gala nicht mehr kenne. „Kimberly Stewart hat am Sonntag ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht. Der Vater des Kindes ist Hollywoodstar Benicio del Toro“ „Kimberly Stewart“? Nie gehört. Muss man die kennen? Hat die in irgendeinem wichtigen Film mitgespielt oder irgendetwas geleistet, was man anhand ihrer durchschnittlichen Ausstrahlung auf dem Foto nicht für möglich halten mag? Oder ist das eine Ur-Enkelin vom guten alten James Stewart? Und es gibt jetzt also einen „Hollywoodstar“ namens Benicio del Toro, hört hört! Da habe ich ja mächtig was verpasst. So macht Prominentenklatsch keinen Spaß! Verdammt, früher konnte ich mitreden. Früher ging es um Leute meiner Generation! Ich sehe ja ein, dass sich nicht immer alles um Brad Pitt und Angelina Jolie drehen kann, aber selbst die sind mir eigentlich als gestandene Prominente noch zu jung. Früher, da gab es richtige Prominente! Alle Namen kannte ich! Keiner konnte mir etwas vormachen. Und heute? Ich fühle mich ein bißchen alt, wenn ich von diesen fremden Leuten lese. Und das passiert mir sonst nie! Muss schon wieder schlafen gehen. Mist, schon wieder nach Mitternacht. Gottverdammter Schönheitsschlaf!
P.S.
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Das kleine Fl Die blonde junge Dame ist also im Hauptberuf die Tochter von Rod Stewart. Hurra! Jemand, den ich kenne! „Sailing“! „Do ya think I’m sexy?“!!!
Geht doch!

23. August 2011

Loriot
So sehr geliebt. Gerade gelesen… den ganzen Tag keine Nachrichten mitgekriegt, so viel zu tun gehabt. Sehr, sehr, sehr geliebt. Wie jeder. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir jemals irgendwer begegnet wäre, der zu Loriot und seinen wunderbaren Sachen „na ja“ gesagt hätte. Alle haben ihn geliebt. Alle, alle, alle! Der lustigste, intelligenteste Mensch seit christlicher Zeitrechnung und wahrscheinlich noch davor! Niemals mehr wird ihm jemand das Wasser reichen! Jaul. Mann, ich habe ihn wirklich verehrt. Wie alle eben. Aber sicher ist er jetzt auf einer schönen Reise. Und bestimmt ist er ganz friedlich gestorben. Das hat er auch verdient.
Oh Mann! Ich hatte ja damals gehofft, er würde sich für den Bundespräsidentenposten hergeben. Aber er hatte natürlich recht, dass er den langweiligen Job nicht gemacht hat. Selbstverständlich gehört Loriot zu den unsterblichen Seelen, die uns für immer lebhaft begleiten werden. Mich auf jeden Fall.
Loriot hat einen ganz riesigen Sonderplatz in meinem Herzen. Giga! Giga-Gaga-Sonderplatz.

23. August 2011

Was mich echt fertig macht, ist dass ich die Prominenten in der Gala nicht mehr kenne. „Kimberly Stewart hat am Sonntag ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht. Der Vater des Kindes ist Hollywoodstar Benicio del Toro“ „Kimberly Stewart“? Nie gehört. Muss man die kennen? Hat die in irgendeinem wichtigen Film mitgespielt oder irgendetwas geleistet, was man anhand ihrer durchschnittlichen Ausstrahlung auf dem Foto nicht für möglich halten mag? Oder ist das eine Ur-Enkelin vom guten alten James Stewart? Und es gibt jetzt also einen „Hollywoodstar“ namens Benicio del Toro, hört hört! Da habe ich ja mächtig was verpasst. So macht Prominentenklatsch keinen Spaß! Verdammt, früher konnte ich mitreden. Früher ging es um Leute meiner Generation! Ich sehe ja ein, dass sich nicht immer alles um Brad Pitt und Angelina Jolie drehen kann, aber selbst die sind mir eigentlich als gestandene Prominente noch zu jung. Früher, da gab es richtige Prominente! Alle Namen kannte ich! Keiner konnte mir etwas vormachen. Und heute? Ich fühle mich ein bißchen alt, wenn ich von diesen fremden Leuten lese. Und das passiert mir sonst nie! Muss schon wieder schlafen gehen. Mist, schon wieder nach Mitternacht. Gottverdammter Schönheitsschlaf!
P.S.
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Das kleine Fl Die blonde junge Dame ist also im Hauptberuf die Tochter von Rod Stewart. Hurra! Jemand, den ich kenne! „Sailing“! „Do ya think I’m sexy?“!!!
Geht doch!

21. August 2011

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087
Ich nehme an, über die Jahre stellt sich ein Gefühl der Vertrautheit mit meinem Balkon ein. Dem Badetuch mit dem Vogel drauf. Dem Fensterwinkel und der abgelegten Sonnenbrille an aufgeklapptem Lesebuch. Wieder so ein Balkontag im Süden. Meiner Wohnung.

Ach – das ist vielleicht der Moment um zu erzählen, wieso ich gerade keine riesengroße Lust auf Sommer in einer Ferienwohnung habe, also zu verreisen. Kommt wahrscheinlich wieder, aber wenn ich an die Gegebenheiten in meiner Hütte auf Föhr denke, die ich gemietet hatte, kommt mir die Hütte hier in Mitte vor wie ein Luxus-Resort. Ich gehöre ja zu den Menschen, die bei der Wahl zwischen einer sehr schlichten Ferienwohnung mit Küche und Bad und einem sehr luxuriösen Hotelzimmer die Wohnung nehmen. Ich würde sogar im Zweifel mehr dafür bezahlen. Grandiose Hotelzimmer gibt es, aber ich ertrage es nicht, von dem meistens sehr charmanten Personal behelligt zu werden. Klopfen an der Tür, wegen was weiß ich. Das kommt auch mal vor, obwohl man ‚bitte nicht stören‘ als Dauerzustand an die Klinke gehängt hat. Dass jemand durch einen Raum geht, den ich für ein paar Tage bewohne ist mir schon ungenehm. Nicht zuletzt, weil ich bislang in jedem Hotelzimmer und jeder Wohnung zuerst umräume. Überflüssige Möbel auf den kleinen Zimmerflur stelle, Bilder abhänge. Bis es mir geräumig und ideal erscheint. Dann werden nach und nach meine kleinen Reisesouvenirs in der Zimmerflucht verteilt. Teilweise sehr persönliche Sachen. Ich habe immer ein, zwei bunte Tücher in warmen Farben dabei, um sie über die meistens zu grellen Nachttischlampen zu werfen. Das Deckenlicht benutze ich überhaupt nicht.
Zimmermädchen haben leider häufig die Angewohnheit, Stühle und so weiter nach dem Bettenbeziehen und Staubsaugen wieder vorschriftsmäßig anders hinzustellen. Ich komme zurück in das Zimmer, sehe das frischgemachte Bett, die vernichteten Spuren meiner eigenen Innenarchitektur und leide. Ich brauche kein täglich oder alle zwei Tage frisch bezogenes Bett. Das mache ich zuhause ja auch nicht, alle zwei Tage das Bett frisch beziehen. Wie im Krankenhaus. Die reinste Hysterie. Diese ganzen Putzrituale tragen jedenfalls nicht zu meinem Wohlbefinden bei. Ich putze zum Beispiel automatisch nach dem Duschen die gröbsten Pfützen, falls welche vorhanden sein sollten, oder was es an menschlichen Spuren so gibt, gerne eigenhändig weg.
In dem letzten Hotel, das ich bewohnte, weil es keine Ferienwohnung zu mieten gab, habe ich irgendwann nur noch den Papierkorb demonstrativ vor die Hotelzimmertür mit dem festgetackerten Schild „bitte nicht stören“ gestellt. Der darf gerne alle zwei Tage geleert werden. Das führte dazu, dass die Zimmermädchen lauerten, wann ich zum Frühstücken ging und dann einfielen zum Saubermachen. Und dann bin ich ja auch so eine Vorhänge-beiseite-Schieberin und -Drapiererin. Nach meinem Aufenthalt haben die Vorhänge dann diverse Falten wo sie nicht hingehören. Aber was soll’s. Müssen die Vorhänge eben auch mal in die Wäsche und die Plättmaschine.
Auf jeden Fall hatte ich vor fünf Jahren auf Föhr eine Ferienwohnung gemietet, die in einem reetgedeckten, sehr schönen Haus lag. Aber ich hatte nicht das ganze große Reetdachhaus, nur eine kleine Wohnung im Erdgeschoss mit Terrasse und kleiner Wiese. Leider ahnte ich nicht, dass die Besitzer, obwohl sie im Nachbardorf in einem anderen Haus wohnten, nicht nur zu Beginn und Ende des Aufenthalts der Feriengäste in Erscheinung treten würden, sondern täglich. Und zwar auf eine sehr subtile Art und Weise.
Nun war mein kleines Terrassen- und Rasenstückchen der Ferienwohnung leider derart durch Nachbarn und für Spaziergänger der angrenzenden Feldwege einsehbar, dass ich traurig zur Kenntnis nahm, dass ich unter diesen Umständen wohl kaum draußen frühstücken oder Abendessen würde, derart auf dem Präsentierteller. Auf der Terrasse standen einfache Gartenmöbel aus weißem Kunststoff. Keine Aufwertung für den Blick aus der Terrassentür. Ein großer runder weißer Plastiktisch, zwei oder vier von diesen billigen weißen Einheitsstühlen, wo mir jetzt gerade der Fachausdruck (Uniblock oder so ähnlich) nicht einfällt. Und ein weißer Plastikliegestuhl mit Rollen. Wie im Sanatorium. Auch noch auf meiner Blickachse aus dem Wohnzimmer befand sich so ein Ding mit aufgerolltem Gartenschlauch.
Ich habe somit das Naheliegende getan und den Tisch und die Stühle ganz nach rechts an die Mauer und die Liege und den Gartenschlauch ganz nach links geschoben, mit dem Ergebnis, dass ich als Ausblick nun nurmehr die schlichte unmöblierte Terrasse, dahinter den Rasen, den kleinen Zaun und dahinter die Felder sah. Das Frühstücken und alles andere habe ich komplett in die Wohnung verlegt, auf das große Bett, auf das am Vormittag ein Sonnenfleck schien. Dabei liebe ich es viel mehr draußen noch halb in Unterwäsche in der Sonne zu sitzen, mit dem ersten Kaffee, herumzutrödeln und mich langsam ausflugsfertig zu machen. Umso mehr war ich interessiert, so schnell wie möglich aus der sonst ziemlich schattigen Wohnung ins Freie zu kommen, an den Strand oder mit dem Fahrrad irgendwo hin.
Als ich vom ersten Tag am Strand am Abend zurückkomme, wundere ich mich, dass der weiße Liegestuhl wieder genau in der Mitte der Terrasse prangt, der Gartenschlauchhalter befindet sich ebenfalls wieder zentral auf meiner Sichtachse und auch der Tisch wurde wieder mittig gerückt und die Stühle ringsherum drapiert. In diesem Moment wusste ich, dass ich diese Unterkunft niemals mehr in Betracht ziehen würde und auch keinem Menschen weiterempfehlen. Die folgenden Tage wiederholte sich das Spielchen, ich stellte vormittags die Sachen wieder zur Seite, kam am Abend vom Ausflug zurück und fand die Gartenmöbel wieder wie bei meiner Ankunft vor.
An einem Regentag blieb ich fast den ganzen Tag in der Wohnung und hörte irgendwann die Stimmen des Ehepaars vom Garten her. Vielleicht hatte ich geräuschvoll ein Fenster geöffnet um meine Anwesenheit zu demonstrieren oder sie hörten durch das gekippte Fenster, dass ich Musik anhatte und demzufolge da war. Sie ließen sich jedenfalls nicht blicken und es wurde auch nichts umgeräumt. An einem anderen Tag traf ich sie im Treppenhaus, sie grüßten mich mit aufgesetztem Gastgeberlächeln und unterschwelligem Misstrauen in den Augen.
Irgendwann bemerkte ich, dass sie in der Ferienwohnung waren, weil der Tisch und der Stuhl anders standen. Die von mir unverzüglich nach Ankunft im Küchenbuffet verstauten, mit Seidenblumen in Bleu und Rosé bekränzten Porzellan-Kerzenhalter prangten aufs Neue auf dem von mir ebenfalls vorübergehend entsorgten bestickten Deckchen auf der Mitte des bäuerlich gedrechselten Holztisches. Der Mülleimer ward geleert und eine neue Klorolle und neue Handtücher lagen im Bad. Gegen frisches Klopapier und frische Handtücher lässt sich ja nun wenig sagen, aber die Art und Weise des Transfers war halt leider nicht nach meinem Geschmack. Gegen diese Ferienwohnung ist meine Wohnung hier der reinste Urlaub und: kostet nicht extra. Ich kann in der Sonne frühstücken, und zwar wie Gott mich schuf. Keiner stellt weiße Plastikmöbel auf meinen Balkon, sagenhafter Erholungsfaktor.
Allerdings hatte ich auch schon recht schöne Ferienwohnungen mit lauschigem, uneinsehbaren Plätzchen an der Sonne zum Frühstücken. Auf Hiddensee und Santorin, Favignana und Spetsai. Und bestimmt auch noch woanders. Aber das hier ist aus den oben dargelegten Gründen mein unschlagbares Lieblings-Resort.

21. August 2011


Das muss ich kurz festhalten. Ich war gerade auf dem Balkon und habe einen Blick runter auf den Spielplatz mit der kleinen Anlage für die Skater geworfen. Da war gerade ein ungefähr fünfzehn- oder sechzehnjähriger Junge dabei, die kleine Bahn mit einem Besen zu kehren. Sehr gewissenhaft. Ich sehe das nicht zum ersten mal. Der Besen muss da unten irgendwo in einer Ecke parat liegen. Es sind ja die identischen Bewegungsabläufe und die selbe Zielsetzung, wenn aus Gründen der Sauberkeit, um der Ordentlichkeit willen gekehrt wird. Ich kann mir ganz schwer vorstellen, dass der Junge dafür zu begeistern wäre, einen Hinterhof auszukehren, der keine Qualitäten zum Skaten aufweist. Die Hingabe ist auch so interessant. Etwas, das er gerne gemacht hat, weil er eben wusste wofür! Für sich und seinen kleinen Bruder, der auch noch da unten herumgesprungen ist. Damit das Skateboard besser flutscht. Kann man mal sehen, wenn man motiviert ist, für die Sache brennt, ist jede Arbeit schön oder kein Problem.
Das ärgert mich heute noch, dass in der Schule nie vermittelt wurde, welchen praktischen, persönlichen, ganz privaten Nutzen man aus dem jeweiligen angedienten Lehrstoff für sich ziehen könnte. Zum Beispiel Geschichte. Was macht Macht aus. Wie erlangt man die Weltherrschaft? Ist Krieg praktikabel oder eher nicht? Bringt es das überhaupt? Oder ist überdimensionaler Herrschaftsanspruch Ausdruck einer Psychose? Warum haben alte, dicke Männer psychotische Führungsansprüche? Worauf muss ich achten, wenn ich solche Leute in die Schranken weisen will? Das geht in die praktische Psychologie. Nur ein Beispiel.
Oder Chemie: welche Stoffe sind explosiv oder hochgiftig, was muss ich beim Bau einer Bombe beachten? Wo erhalte ich die Zutaten, wenn ich Schnaps brennen oder mir meine Hautcreme selber machen will? Welche Konservierungsmethoden gibt es, damit meine selbergerührten Sachen lange halten?
Oder Biologie: welche tollen Blumen, Früchte und Tiere kann ich daheim selber züchten, wie geht das, was muss ich beachten?
Oder Erdkunde. Bodenschätze Brasilien, Flora und Fauna, alles schön und gut, aber welche Naturschönheiten kann ich, wenn ich mal groß bin, in Naturreservaten persönlich aus nächster Nähe anschauen und wie sind die Landessitten und die Unterkunftsmöglichkeiten? Muss ich ein Zelt mitnehmen? So Sachen halt!
Deswegen war ich wahrscheinlich auch in Deutsch und Kunsterziehung immer so gut, weil ich einen persönliche, praktische Bereicherung aus der Beschäftigung damit gezogen habe. Gelesen habe ich freiwillig als Kind und gemalt auch. Buchstaben schreiben hat mir auch gut gefallen. Das hat mir sogar so gut gefallen, dass ich die Unterschrift von Napoleon und König Ludwig und anderen Weltherrschern aus dem Brockhaus abgepaust habe. Ich konnte die dann auch freihändig.
Rechnen habe ich schon begriffen, war aber langweilig. Ich konnte immerhin noch sehen, dass es schon nicht schlecht ist, wenn ich mein Taschengeld zählen kann oder beim Bezahlen das passende Geld heraussuchen. Rechnen ist immer noch nicht mein Hobby. Algebra dagegen war ein größeres Problem. War mir zu abstrakt. Geometrie hatte ich am Liebsten. Räumliches Denken fand ich pippileicht. Heute finde ich physikalische Gesetze zauberhaft, aber das Zauberhafte hat mir in meiner Schulzeit niemand näher gebracht. Das war mir alles zu mechanisch und pragmatisch. Dabei ist das ganze Universum ein physikalisches Wunder. Muss mal meinen Kaffee trinken.

21. August 2011


Bin auf einmal so furchtbar müde. Dabei ist es erst nach Sieben. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, die böse Stiefmutter aus dem Märchen hat mir einen vergifteten Apfel gegeben. Ein Glück, dass ich keine sozialen Kontakte mehr habe, so gehe ich völlig auf Nummer Sicher und muss mir keine unnötigen Sorgen machen, dass womöglich eine böse Verschwörung gegen mich im Gange ist! Musik vermag mich auch nicht aufzurütteln. Ich habe alle Sorten durchprobiert. Der Espresso gerade hat auch nicht gewirkt. Ich könnte mich ein Stündchen hinlegen, aber riskiere ich dann nicht fehlende Bettschwere zur Schlafenszeit um Mitternacht? Mein Leben stellt wieder einmal sehr komplizierte Anforderungen an mich, denen ich mich kaum gewachsen sehe. Ich denke, ich riskiere ein kurzes Nickerchen.

21. August 2011


Bin auf einmal so furchtbar müde. Dabei ist es erst nach Sieben. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, die böse Stiefmutter aus dem Märchen hat mir einen vergifteten Apfel gegeben. Ein Glück, dass ich keine sozialen Kontakte mehr habe, so gehe ich völlig auf Nummer Sicher und muss mir keine unnötigen Sorgen machen, dass womöglich eine böse Verschwörung gegen mich im Gange ist! Musik vermag mich auch nicht aufzurütteln. Ich habe alle Sorten durchprobiert. Der Espresso gerade hat auch nicht gewirkt. Ich könnte mich ein Stündchen hinlegen, aber riskiere ich dann nicht fehlende Bettschwere zur Schlafenszeit um Mitternacht? Mein Leben stellt wieder einmal sehr komplizierte Anforderungen an mich, denen ich mich kaum gewachsen sehe. Ich denke, ich riskiere ein kurzes Nickerchen.

21. August 2011


Das muss ich kurz festhalten. Ich war gerade auf dem Balkon und habe einen Blick runter auf den Spielplatz mit der kleinen Anlage für die Skater geworfen. Da war gerade ein ungefähr fünfzehn- oder sechzehnjähriger Junge dabei, die kleine Bahn mit einem Besen zu kehren. Sehr gewissenhaft. Ich sehe das nicht zum ersten mal. Der Besen muss da unten irgendwo in einer Ecke parat liegen. Es sind ja die identischen Bewegungsabläufe und die selbe Zielsetzung, wenn aus Gründen der Sauberkeit, um der Ordentlichkeit willen gekehrt wird. Ich kann mir ganz schwer vorstellen, dass der Junge dafür zu begeistern wäre, einen Hinterhof auszukehren, der keine Qualitäten zum Skaten aufweist. Die Hingabe ist auch so interessant. Etwas, das er gerne gemacht hat, weil er eben wusste wofür! Für sich und seinen kleinen Bruder, der auch noch da unten herumgesprungen ist. Damit das Skateboard besser flutscht. Kann man mal sehen, wenn man motiviert ist, für die Sache brennt, ist jede Arbeit schön oder kein Problem.
Das ärgert mich heute noch, dass in der Schule nie vermittelt wurde, welchen praktischen, persönlichen, ganz privaten Nutzen man aus dem jeweiligen angedienten Lehrstoff für sich ziehen könnte. Zum Beispiel Geschichte. Was macht Macht aus. Wie erlangt man die Weltherrschaft? Ist Krieg praktikabel oder eher nicht? Bringt es das überhaupt? Oder ist überdimensionaler Herrschaftsanspruch Ausdruck einer Psychose? Warum haben alte, dicke Männer psychotische Führungsansprüche? Worauf muss ich achten, wenn ich solche Leute in die Schranken weisen will? Das geht in die praktische Psychologie. Nur ein Beispiel.
Oder Chemie: welche Stoffe sind explosiv oder hochgiftig, was muss ich beim Bau einer Bombe beachten? Wo erhalte ich die Zutaten, wenn ich Schnaps brennen oder mir meine Hautcreme selber machen will? Welche Konservierungsmethoden gibt es, damit meine selbergerührten Sachen lange halten?
Oder Biologie: welche tollen Blumen, Früchte und Tiere kann ich daheim selber züchten, wie geht das, was muss ich beachten?
Oder Erdkunde. Bodenschätze Brasilien, Flora und Fauna, alles schön und gut, aber welche Naturschönheiten kann ich, wenn ich mal groß bin, in Naturreservaten persönlich aus nächster Nähe anschauen und wie sind die Landessitten und die Unterkunftsmöglichkeiten? Muss ich ein Zelt mitnehmen? So Sachen halt!
Deswegen war ich wahrscheinlich auch in Deutsch und Kunsterziehung immer so gut, weil ich einen persönliche, praktische Bereicherung aus der Beschäftigung damit gezogen habe. Gelesen habe ich freiwillig als Kind und gemalt auch. Buchstaben schreiben hat mir auch gut gefallen. Das hat mir sogar so gut gefallen, dass ich die Unterschrift von Napoleon und König Ludwig und anderen Weltherrschern aus dem Brockhaus abgepaust habe. Ich konnte die dann auch freihändig.
Rechnen habe ich schon begriffen, war aber langweilig. Ich konnte immerhin noch sehen, dass es schon nicht schlecht ist, wenn ich mein Taschengeld zählen kann oder beim Bezahlen das passende Geld heraussuchen. Rechnen ist immer noch nicht mein Hobby. Algebra dagegen war ein größeres Problem. War mir zu abstrakt. Geometrie hatte ich am Liebsten. Räumliches Denken fand ich pippileicht. Heute finde ich physikalische Gesetze zauberhaft, aber das Zauberhafte hat mir in meiner Schulzeit niemand näher gebracht. Das war mir alles zu mechanisch und pragmatisch. Dabei ist das ganze Universum ein physikalisches Wunder. Muss mal meinen Kaffee trinken.

21. August 2011

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087
Ich nehme an, über die Jahre stellt sich ein Gefühl der Vertrautheit mit meinem Balkon ein. Dem Badetuch mit dem Vogel drauf. Dem Fensterwinkel und der abgelegten Sonnenbrille an aufgeklapptem Lesebuch. Wieder so ein Balkontag im Süden. Meiner Wohnung.

Ach – das ist vielleicht der Moment um zu erzählen, wieso ich gerade keine riesengroße Lust auf Sommer in einer Ferienwohnung habe, also zu verreisen. Kommt wahrscheinlich wieder, aber wenn ich an die Gegebenheiten in meiner Hütte auf Föhr denke, die ich gemietet hatte, kommt mir die Hütte hier in Mitte vor wie ein Luxus-Resort. Ich gehöre ja zu den Menschen, die bei der Wahl zwischen einer sehr schlichten Ferienwohnung mit Küche und Bad und einem sehr luxuriösen Hotelzimmer die Wohnung nehmen. Ich würde sogar im Zweifel mehr dafür bezahlen. Grandiose Hotelzimmer gibt es, aber ich ertrage es nicht, von dem meistens sehr charmanten Personal behelligt zu werden. Klopfen an der Tür, wegen was weiß ich. Das kommt auch mal vor, obwohl man ‚bitte nicht stören‘ als Dauerzustand an die Klinke gehängt hat. Dass jemand durch einen Raum geht, den ich für ein paar Tage bewohne ist mir schon ungenehm. Nicht zuletzt, weil ich bislang in jedem Hotelzimmer und jeder Wohnung zuerst umräume. Überflüssige Möbel auf den kleinen Zimmerflur stelle, Bilder abhänge. Bis es mir geräumig und ideal erscheint. Dann werden nach und nach meine kleinen Reisesouvenirs in der Zimmerflucht verteilt. Teilweise sehr persönliche Sachen. Ich habe immer ein, zwei bunte Tücher in warmen Farben dabei, um sie über die meistens zu grellen Nachttischlampen zu werfen. Das Deckenlicht benutze ich überhaupt nicht.
Zimmermädchen haben leider häufig die Angewohnheit, Stühle und so weiter nach dem Bettenbeziehen und Staubsaugen wieder vorschriftsmäßig anders hinzustellen. Ich komme zurück in das Zimmer, sehe das frischgemachte Bett, die vernichteten Spuren meiner eigenen Innenarchitektur und leide. Ich brauche kein täglich oder alle zwei Tage frisch bezogenes Bett. Das mache ich zuhause ja auch nicht, alle zwei Tage das Bett frisch beziehen. Wie im Krankenhaus. Die reinste Hysterie. Diese ganzen Putzrituale tragen jedenfalls nicht zu meinem Wohlbefinden bei. Ich putze zum Beispiel automatisch nach dem Duschen die gröbsten Pfützen, falls welche vorhanden sein sollten, oder was es an menschlichen Spuren so gibt, gerne eigenhändig weg.
In dem letzten Hotel, das ich bewohnte, weil es keine Ferienwohnung zu mieten gab, habe ich irgendwann nur noch den Papierkorb demonstrativ vor die Hotelzimmertür mit dem festgetackerten Schild „bitte nicht stören“ gestellt. Der darf gerne alle zwei Tage geleert werden. Das führte dazu, dass die Zimmermädchen lauerten, wann ich zum Frühstücken ging und dann einfielen zum Saubermachen. Und dann bin ich ja auch so eine Vorhänge-beiseite-Schieberin und -Drapiererin. Nach meinem Aufenthalt haben die Vorhänge dann diverse Falten wo sie nicht hingehören. Aber was soll’s. Müssen die Vorhänge eben auch mal in die Wäsche und die Plättmaschine.
Auf jeden Fall hatte ich vor fünf Jahren auf Föhr eine Ferienwohnung gemietet, die in einem reetgedeckten, sehr schönen Haus lag. Aber ich hatte nicht das ganze große Reetdachhaus, nur eine kleine Wohnung im Erdgeschoss mit Terrasse und kleiner Wiese. Leider ahnte ich nicht, dass die Besitzer, obwohl sie im Nachbardorf in einem anderen Haus wohnten, nicht nur zu Beginn und Ende des Aufenthalts der Feriengäste in Erscheinung treten würden, sondern täglich. Und zwar auf eine sehr subtile Art und Weise.
Nun war mein kleines Terrassen- und Rasenstückchen der Ferienwohnung leider derart durch Nachbarn und für Spaziergänger der angrenzenden Feldwege einsehbar, dass ich traurig zur Kenntnis nahm, dass ich unter diesen Umständen wohl kaum draußen frühstücken oder Abendessen würde, derart auf dem Präsentierteller. Auf der Terrasse standen einfache Gartenmöbel aus weißem Kunststoff. Keine Aufwertung für den Blick aus der Terrassentür. Ein großer runder weißer Plastiktisch, zwei oder vier von diesen billigen weißen Einheitsstühlen, wo mir jetzt gerade der Fachausdruck (Uniblock oder so ähnlich) nicht einfällt. Und ein weißer Plastikliegestuhl mit Rollen. Wie im Sanatorium. Auch noch auf meiner Blickachse aus dem Wohnzimmer befand sich so ein Ding mit aufgerolltem Gartenschlauch.
Ich habe somit das Naheliegende getan und den Tisch und die Stühle ganz nach rechts an die Mauer und die Liege und den Gartenschlauch ganz nach links geschoben, mit dem Ergebnis, dass ich als Ausblick nun nurmehr die schlichte unmöblierte Terrasse, dahinter den Rasen, den kleinen Zaun und dahinter die Felder sah. Das Frühstücken und alles andere habe ich komplett in die Wohnung verlegt, auf das große Bett, auf das am Vormittag ein Sonnenfleck schien. Dabei liebe ich es viel mehr draußen noch halb in Unterwäsche in der Sonne zu sitzen, mit dem ersten Kaffee, herumzutrödeln und mich langsam ausflugsfertig zu machen. Umso mehr war ich interessiert, so schnell wie möglich aus der sonst ziemlich schattigen Wohnung ins Freie zu kommen, an den Strand oder mit dem Fahrrad irgendwo hin.
Als ich vom ersten Tag am Strand am Abend zurückkomme, wundere ich mich, dass der weiße Liegestuhl wieder genau in der Mitte der Terrasse prangt, der Gartenschlauchhalter befindet sich ebenfalls wieder zentral auf meiner Sichtachse und auch der Tisch wurde wieder mittig gerückt und die Stühle ringsherum drapiert. In diesem Moment wusste ich, dass ich diese Unterkunft niemals mehr in Betracht ziehen würde und auch keinem Menschen weiterempfehlen. Die folgenden Tage wiederholte sich das Spielchen, ich stellte vormittags die Sachen wieder zur Seite, kam am Abend vom Ausflug zurück und fand die Gartenmöbel wieder wie bei meiner Ankunft vor.
An einem Regentag blieb ich fast den ganzen Tag in der Wohnung und hörte irgendwann die Stimmen des Ehepaars vom Garten her. Vielleicht hatte ich geräuschvoll ein Fenster geöffnet um meine Anwesenheit zu demonstrieren oder sie hörten durch das gekippte Fenster, dass ich Musik anhatte und demzufolge da war. Sie ließen sich jedenfalls nicht blicken und es wurde auch nichts umgeräumt. An einem anderen Tag traf ich sie im Treppenhaus, sie grüßten mich mit aufgesetztem Gastgeberlächeln und unterschwelligem Misstrauen in den Augen.
Irgendwann bemerkte ich, dass sie in der Ferienwohnung waren, weil der Tisch und der Stuhl anders standen. Die von mir unverzüglich nach Ankunft im Küchenbuffet verstauten, mit Seidenblumen in Bleu und Rosé bekränzten Porzellan-Kerzenhalter prangten aufs Neue auf dem von mir ebenfalls vorübergehend entsorgten bestickten Deckchen auf der Mitte des bäuerlich gedrechselten Holztisches. Der Mülleimer ward geleert und eine neue Klorolle und neue Handtücher lagen im Bad. Gegen frisches Klopapier und frische Handtücher lässt sich ja nun wenig sagen, aber die Art und Weise des Transfers war halt leider nicht nach meinem Geschmack. Gegen diese Ferienwohnung ist meine Wohnung hier der reinste Urlaub und: kostet nicht extra. Ich kann in der Sonne frühstücken, und zwar wie Gott mich schuf. Keiner stellt weiße Plastikmöbel auf meinen Balkon, sagenhafter Erholungsfaktor.
Allerdings hatte ich auch schon recht schöne Ferienwohnungen mit lauschigem, uneinsehbaren Plätzchen an der Sonne zum Frühstücken. Auf Hiddensee und Santorin, Favignana und Spetsai. Und bestimmt auch noch woanders. Aber das hier ist aus den oben dargelegten Gründen mein unschlagbares Lieblings-Resort.

20. August 2011


Ich sehe gerade beim Spaziergang durch das Internet aus etwa zwei Meter Entfernung diesen Schatten vom Drachenbaum, nur ohne den Stuhl, in der Mitte eines quadratischen Sonnenfleckens Das ist sehr schön. Viel schöner als auf dem Bild da oben. Eigentlich sollte ich es fotografieren, aber ich bin schlichtweg zu faul von meinem bequemen Platz aufzustehen. Also habe ich das alte Foto da oben in meinem Flickr gesucht und zur Illustration eingeklebt. Wenn der Kaffee alle ist, stehe ich aber auf jeden Fall wieder auf um neuen zu kochen! Die Sonne scheint, die Balkontür steht weit auf, die Kinder quieken und die Glocke der Sophienkirche schlägt. Beinah wie Sonntag.

19. August 2011

Bißchen ernster weiter. Ernstes Zeug gerade gelesen. Will ich gerade gar nicht darauf eingehen. Politisches Ärgernis, nichts Privates, obwohl eine private Analogie für mich ablesbar oder interessant ist. Wird sich wahrscheinlich eh alles in der näheren Zukunft regulieren, steht in den Sternen. Andeutungen, die kein Mensch je versteht. Ist mehr so ein Memo für mich selbst. Bin heute ein bißchen offenbarungsfaul. Mehr so ein Tag für Einatmen.
Zum Beispiel Bilder, die ich vorhin sah, die mir eine Freundin von einer sehr langen Reise durch Neuseeland zeigte. Eine Bemerkung von ihr war interessant. Das Land ist ja extrem schwach besiedelt und die Freude über jeden Menschen, jede Begegnung groß und freudig. Die sich wiederholende Dramaturgie des sehr herzlichen Small talks. Als deutscher Tourist fragt man ja nicht nur, sondern wird auch befragt. Mit Berlin kann die ganze Welt etwas anfangen. So ist immer eine der ersten Bemerkungen „Ah, Berlin – the Wall! What is it like, now after the Wall? Und dann: „Wie ist euer Schulsystem?“ „Und die Sozialversicherung?“ Viele haben mehrere Jobs in Neuseeland, um sich über Wasser zu halten, eine ganz normale Sache, die ohne großes Stöhnen einfach als Status quo gehandelt wird.
Als sie das alles erzählte, fiel mir die erste Frage ein, die mir ein ein Navajo Chief im Reservat an der Grenze von Utah zu Arizona stellte. Eine wüstenhafte Gegend, sehr heiß und trocken. „What about rain? Do you have rain? Is it raining enough in your country?“. Uns ist seine mit großem Ernst gestellte Frage ein Lächeln wert. Das war ein bewegender Moment, im Sinne von da hat sich etwas bewegt, nicht nur im Herz, auch im Hirn. Dann kamen wir irgendwie darauf, dass es in „meiner“ Kultur, wie ja in jeder, auch traditionelle Stammesriten gibt. Zum Beispiel Tänze. Obwohl ich nicht direkt aus einer alpenländischen Region komme, habe ich mir angemaßt, ihm eine Art Schuhplattler vorzuführen, weil mir schlichtweg nichts anderes eingefallen ist. Das hat ihn unheimlich erheitert, ja gefreut. Kann man sich schon mal mit fremden Federn schmücken. Und nach dem Mauerfall hat er sich natürlich auch erkundigt, der alte Indianer.

Ich esse noch eine Kleinigkeit und gehe bald schlafen. Vielleicht Erdbeeren. Gibt jetzt nicht mehr so viele im Supermarkt. Habe mir vorhin aus dreieinhalb Portionen nicht mehr so guter ein passables Körbchen voll zusammengeklaubt. Und ein Gurkenglas fallen lassen. Das ist mir schon zweimal passiert im Leben. Also nicht mit Gurken. Aber immer Sauerei. Ich bin dann brav und suche jemand vom Supermarkt, um den Schaden zu melden. Hinten im Getränkekistenlager war eine Mitarbeiterin. „Ich möchte einen Unfall melden! Ein Gurkenglas ist runtergefallen.“ Sie: „Ah! Ein Unfall!“ Wenige Minuten später kommt sie mit einem Eimer und einem Wischlappen, ich zeige ihr den Unfallort. Sie bedankt sich, stellt keine weiteren Fragen. Das geht dann immer aufs Haus, wenn was kaputt geht, bevor man es bezahlt hat, egal wer Schuld hat. Ich finde das ganz schön großzügig. Hier bei uns in Deutschland, im Schlaraffenland. Good night and good luck.

17. August 2011

Mein Freund, der Heizungsableser hat sich für morgen kurz vor Sieben angekündigt. Ich wollte ihm eine ganz andere Uhrzeit, ja einen anderen Tag für unsere kleine Verabredung vorschlagen, aber er wollte nicht länger warten. Dann lieber früher, „ich kann kurz vor Sieben da sein!“, meinte er kess.
Ursprünglich wollte er zwischen Acht und Elf kommen, aber ich habe bereits eine andere Verabredung, früh um Acht, ausgerechnet! „Um Sieben Uhr fünfzehn muss ich aber los!“ hab ich ihm durch den Telephonhörer gedroht. Stimmt zwar nicht ganz, aber mein kühner Plan, ihm dieses arg frühe Rendezvous durch diese Behauptung zu verleiden, ging leider nicht auf. „Ich schaffe das, Sie können ja schon mal alles freiräumen, dann geht es ganz schnell!“ In Wahrheit will er gar nicht meine Heizung ablesen. Ich weiß das genau. Ich bin doch nicht blöd. In Wahrheit will er nämlich an was ganz anderes ran. Meinen Kaltwasserzähler, den er neulich vergessen hat auszuwechseln!
Muss schlafen gehen, damit ich morgen früh einen passablen Eindruck hinterlasse, wenn ich ihm meine Wohnungstür öffne. Und nicht vergessen: „alles schon mal freiräumen“. Vor zwei Wochen war er schon mal da, wegen Warmwasserzähler austauschen. Dann hat er gemerkt, er hat den Kaltwasserzähler in seiner Werkstatt vergessen und sich so seltsam familiär verabschiedet. „Na, dann! Bis zum nächsten Mal!“ Nun ist es also so weit. Der große Tag des Wiedersehens steht vor der Tür. Unter der Spüle, wo der eine Zähler in der Küche ist, muss ich freiräumen. Staubsauger, die Müllsäcke-Rolle, leere Flaschen für den Container, Glühbirnen, Putzmittel. Was man in einem ordentlichen Haushalt eben so im Spülschränkchen hortet.
Dann noch Zähneputzen und Gesicht waschen und Gute Nacht! Und Wecker stellen nicht vergessen. Wann steht man denn da am Günstigsten auf? Vielleicht sechs Uhr? Na ja. Wird schon klappen.

16. August 2011

„Mahatma Gandhi hat die sieben Todsünden der modernen Welt wie folgt definiert: Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opferbereitschaft. Politik ohne Prinzipien“ Wikipedia

Dann bin ich ja doch nicht so niederträchtigen Charakters, wie ich hin und wieder insgeheim von mir denke. Denken alle sicher, man meint das komplett kokett. Ob die anderen immer alle gute, züchtige Gedanken schieben, Licht und Liebe-Trallala? Frage ich mich schon. Auf jeden Fall wird meistens Empörung signalisiert, wahrscheinlich wegen der anerzogenen Korrektheit, wenn ich abgründige Phantasien zugebe. Obwohl man in der Situation auch sehr schön den Grad an Humor und Leidenschaft am Gegenüber ablesen kann. Rache- und Mord* (*s. u.) Foltergelüste sind mir nicht fremd (nicht aus Sadismus oder Irrsinn, wohlgemerkt), aber aus rein komplett egoistischen Gründen des Selbstschutzes habe ich keinerlei Lust, da ernsthaft etwas in Auftrag zu geben oder mir womöglich selbst die Finger schmutzig zu machen. Wie man in den Wald usw. usf. Auch aus ästhetischen Gründen. Und womöglich ist an dem Karmakram doch was dran. Im Grunde glaube ich letztlich an eine höhere Gerechtigkeit, die langfristig alles regelt und ausgleicht.
Und dann bin ich ja auch eine Anhängerin von Instant Karma. Bedeutet: Strafe folgt bei Fuß. Mehr oder weniger „instant“. Im selben Leben. Fertig, erledigt! Ich habe es gerne sauber und aufgeräumt, was das Leben ja mal gerne nicht ist. Also muss etwas nachgearbeitet werden. Prinzipiell empfinde ich psychische Einwirkung als tiefere Genugtuung als physische Zerstörung. Letztere ist eher langweilig und auch nicht wirklich zielführend. Selbstverständlich geht es hier ausschließlich um Notwehr. Ich bin zum Beispiel auch gegen die Todesstrafe für perverse Mörder und überhaupt alle. Der Täter soll schon leiden. Gerne lange, dem Dämmern der Selbsterkenntnis ausgeliefert, was bei kurzfristigem tödlichem Ende ja nun nicht gewährleistet ist. Womöglich vorzeitig erlöst ins Paradies. Kommt gar nicht in Frage. Der Zerstörer soll ausgiebig Gelegenheit haben, sich mit seiner verdrehten Psyche und den Auswirkungen seiner Tat vertraut zu machen. Bis er auf die Knie fällt und winselnd Abbitte leistet. Nicht – oder nicht nur vor Gott. Dann kann man gerne weitersehen. Ich hänge zutiefst der Idee von Genugtuung durch wahrhaftige, demütige und vor allem tätige Reue an. Nicht so ein kleines, vernuscheltes Entschuldigungssprüchlein im stillen Kämmerlein. Man ist ja auch kein Unmensch und meistens zur Vergebung bereit. Sofern die Voraussetzungen gegeben sind. Der Preis ist tatsächlich Reue. Vergebung ohne Wiedergutmachungszeichen empfinde ich als unangemessen. Ein unverhältnismäßiger Deal. „Reichtum ohne Arbeit“, wie Ghandi sagt. Ich mag Menschen, die arbeiten. Am Ende des Tunnels ist Licht. Aber vorher nicht.

17. August 2011

Mein Freund, der Heizungsableser hat sich für morgen kurz vor Sieben angekündigt. Ich wollte ihm eine ganz andere Uhrzeit, ja einen anderen Tag für unsere kleine Verabredung vorschlagen, aber er wollte nicht länger warten. Dann lieber früher, „ich kann kurz vor Sieben da sein!“, meinte er kess.
Ursprünglich wollte er zwischen Acht und Elf kommen, aber ich habe bereits eine andere Verabredung, früh um Acht, ausgerechnet! „Um Sieben Uhr fünfzehn muss ich aber los!“ hab ich ihm durch den Telephonhörer gedroht. Stimmt zwar nicht ganz, aber mein kühner Plan, ihm dieses arg frühe Rendezvous durch diese Behauptung zu verleiden, ging leider nicht auf. „Ich schaffe das, Sie können ja schon mal alles freiräumen, dann geht es ganz schnell!“ In Wahrheit will er gar nicht meine Heizung ablesen. Ich weiß das genau. Ich bin doch nicht blöd. In Wahrheit will er nämlich an was ganz anderes ran. Meinen Kaltwasserzähler, den er neulich vergessen hat auszuwechseln!
Muss schlafen gehen, damit ich morgen früh einen passablen Eindruck hinterlasse, wenn ich ihm meine Wohnungstür öffne. Und nicht vergessen: „alles schon mal freiräumen“. Vor zwei Wochen war er schon mal da, wegen Warmwasserzähler austauschen. Dann hat er gemerkt, er hat den Kaltwasserzähler in seiner Werkstatt vergessen und sich so seltsam familiär verabschiedet. „Na, dann! Bis zum nächsten Mal!“ Nun ist es also so weit. Der große Tag des Wiedersehens steht vor der Tür. Unter der Spüle, wo der eine Zähler in der Küche ist, muss ich freiräumen. Staubsauger, die Müllsäcke-Rolle, leere Flaschen für den Container, Glühbirnen, Putzmittel. Was man in einem ordentlichen Haushalt eben so im Spülschränkchen hortet.
Dann noch Zähneputzen und Gesicht waschen und Gute Nacht! Und Wecker stellen nicht vergessen. Wann steht man denn da am Günstigsten auf? Vielleicht sechs Uhr? Na ja. Wird schon klappen.

16. August 2011

„Mahatma Gandhi hat die sieben Todsünden der modernen Welt wie folgt definiert: Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opferbereitschaft. Politik ohne Prinzipien“ Wikipedia

Dann bin ich ja doch nicht so niederträchtigen Charakters, wie ich hin und wieder insgeheim von mir denke. Denken alle sicher, man meint das komplett kokett. Ob die anderen immer alle gute, züchtige Gedanken schieben, Licht und Liebe-Trallala? Frage ich mich schon. Auf jeden Fall wird meistens Empörung signalisiert, wahrscheinlich wegen der anerzogenen Korrektheit, wenn ich abgründige Phantasien zugebe. Obwohl man in der Situation auch sehr schön den Grad an Humor und Leidenschaft am Gegenüber ablesen kann. Rache- und Mord* (*s. u.) Foltergelüste sind mir nicht fremd (nicht aus Sadismus oder Irrsinn, wohlgemerkt), aber aus rein komplett egoistischen Gründen des Selbstschutzes habe ich keinerlei Lust, da ernsthaft etwas in Auftrag zu geben oder mir womöglich selbst die Finger schmutzig zu machen. Wie man in den Wald usw. usf. Auch aus ästhetischen Gründen. Und womöglich ist an dem Karmakram doch was dran. Im Grunde glaube ich letztlich an eine höhere Gerechtigkeit, die langfristig alles regelt und ausgleicht.
Und dann bin ich ja auch eine Anhängerin von Instant Karma. Bedeutet: Strafe folgt bei Fuß. Mehr oder weniger „instant“. Im selben Leben. Fertig, erledigt! Ich habe es gerne sauber und aufgeräumt, was das Leben ja mal gerne nicht ist. Also muss etwas nachgearbeitet werden. Prinzipiell empfinde ich psychische Einwirkung als tiefere Genugtuung als physische Zerstörung. Letztere ist eher langweilig und auch nicht wirklich zielführend. Selbstverständlich geht es hier ausschließlich um Notwehr. Ich bin zum Beispiel auch gegen die Todesstrafe für perverse Mörder und überhaupt alle. Der Täter soll schon leiden. Gerne lange, dem Dämmern der Selbsterkenntnis ausgeliefert, was bei kurzfristigem tödlichem Ende ja nun nicht gewährleistet ist. Womöglich vorzeitig erlöst ins Paradies. Kommt gar nicht in Frage. Der Zerstörer soll ausgiebig Gelegenheit haben, sich mit seiner verdrehten Psyche und den Auswirkungen seiner Tat vertraut zu machen. Bis er auf die Knie fällt und winselnd Abbitte leistet. Nicht – oder nicht nur vor Gott. Dann kann man gerne weitersehen. Ich hänge zutiefst der Idee von Genugtuung durch wahrhaftige, demütige und vor allem tätige Reue an. Nicht so ein kleines, vernuscheltes Entschuldigungssprüchlein im stillen Kämmerlein. Man ist ja auch kein Unmensch und meistens zur Vergebung bereit. Sofern die Voraussetzungen gegeben sind. Der Preis ist tatsächlich Reue. Vergebung ohne Wiedergutmachungszeichen empfinde ich als unangemessen. Ein unverhältnismäßiger Deal. „Reichtum ohne Arbeit“, wie Ghandi sagt. Ich mag Menschen, die arbeiten. Am Ende des Tunnels ist Licht. Aber vorher nicht.

14. August 2011


Ach so, dass ich es nicht vergesse! Heute zweite Apfelernte eingeholt! Endlich hat sich mein innigster Wunsch erfüllt, dass es gegen Abend regnen soll. Ich weiß, ich weiß, alle verfluchen den Regen, aber ich bin begeistert von der supergrünen Wiese unter meinem Fenster und dass mein Apfelbäumchen ordentlich Wasser kriegt. Aber meistens zur Unzeit, in Sachen Ernte. Es ist nämlich so, dass mir nach der ersten Ernte von acht Äpfeln, die hervorragend geschmeckt haben und ich in meiner grenzenlosen Großzügigkeit sogar zum Teil prahlend („von MEINEM Apfelbaum!“) verschenkt habe, die Äpfel knapp geworden sind und ich hinzukaufen musste. Ungern! Das Problem ist nämlich, dass immer wenn ich Zeit und Lust auf das erneute Einholen der Ernte habe, Liebespärchen auf der Bank unter meinem Baum herumlungern und Intimitäten austauschen. Das nervt! Ich krabble doch nicht vor denen im Gras herum und klaube Äpfel auf. Das ist mir peinlich! Dabei ist es doch mein Apfelbaum. Die Leute haben einfach keinen Respekt! Deswegen wünsche ich mir seit einigen Tagen innig, es möge zur bevorzugten blöde-Liebespärchen-auf-der-Bank-unter-meinem-Apfelbaum-Stunde bitte ordentlich duschen! Und vorhin war es so weit. Juchhuu! Einundzwanzig Stück von der Wiese geholt! Bäumchen schüttel dich, Bäumchen rüttel dich, ist aber noch nicht. Ich hab’s versucht. Die bleiben hängen. Aber ich bin bereit für die nächste Ernte! Von den 21 Äpfelchen aus der Wiese hatte die Hälfte Besuch, also Untermieter. Ich nicht faul, das Gute in Töpfchen, das Schlechte ins Mülleimerchen. Hab die guten Apfelschnitzchen in eine große Schüssel geschnippelt, viel Zimt drüber und Holunderbeersaft und in den Kühlschrank. Und morgen kann ich mich wieder beliebt machen mit Äpfel verschenken. Die Menschen wissen das wirklich zu schätzen. Kann ich nicht anders sagen. Ich überreiche meine kleinen Äpfel mit großer Geste, so flach auf dem Handteller vor die Nase gehalten, als wäre es pures Gold! Ist es ja auch. Der Rolls Royce unter den Äpfeln! Mal gucken, wie mein Zimtholunderapfeltöpfchen jetzt nach ein paar Stunden schmeckt. Mache ich Joghurt drüber. Bestimmt super!

14. August 2011

Gut bin ich! Bis auf 5., 6. und 9. August lückenlos Blogeinträge verfasst. Ich muss mich loben. Wahrscheinlich die Merkur-Konjunktion. Meine Güte, habe ich gestern viele Bilder gemacht. So viele bringen andere aus einem dreiwöchigen Urlaub nach Hause. Aber dafür mache ich das nicht mehr so oft. Hat sich alles ein wenig beruhigt. Man hat ja auch schon so viel gesehen und fotografiert. Manche Motive sind so reizvoll, dass man sogar Lust hat, wissentlich ein Bild noch einmal zu machen, obgleich es schon sehr ähnlich existiert. Diese kleine interessante, reizvolle Abweichung zu sehen. Demzufolge ist es recht unwahrscheinlich, dass ich irgendwann davon abkomme, mich selbst festzuhalten. Da ist ja doch immer Veränderung. In alle Richtungen. Innerlich, äußerlich. Ha! Blogeintrag vom 14. fertig. Zack!

10. August 2011

Meine aufrichtigen Segenswünsche gehen heute an Dave Wyndorf zum zwanzigjährigen Jubiläum des obigen ersten Monster Magnet Musik-Videos, Anno 1991. Ansonsten wäre von meiner Seite nur noch auf den folgenden, substanziell gewichtigen Forums-Diskussions-Beitrag hinzuweisen. Eine existentielle Frage, die wie man sieht, nicht nur mich beschäftigt: kann Gott (oder vielleicht ist die Frage an dieser Stelle besser an Odin gerichtet) es wirklich gewollt haben, ja kann es denn wirklich sein, dass Monster Magnet noch nie in Wacken war? Etwas läuft im Universum gewaltig schief! Hier muss nachgearbeitet werden! Eigentlich wollte ich heute einen – im Rahmen meiner Möglichkeiten – zarter besaiteten Eintrag mit frischen egozentrischen Abbildungen anbieten, aber dann hat mich Isa mit ihrem Wacken-Erlebnisaufsatz an dieses alte, leidige Problem erinnert, das noch nicht aus der Welt geschaffen ist, und ich sehe mich gezwungen, Prioritäen setzen. Dave Wyndorf wird nun auch nicht jünger und hat ordentlich zugelegt. Ich sorge mich ein wenig. Meinethalben kann Doro – wie gehabt – ihre Eröffnungshymne spielen. Sehe ich kein Problem.


Monster Magnet für Wacken!


PUSH

13. August 2011 memoriam


[…] gerade zurück. Bernauer Ecke Ackerstraße. Das Bild da oben ist vom November 2009, ein Stück Mauer, an einem Nachmittag vor der großen Gedenkfeier zu zwanzig Jahren Mauerfall gemacht.
Heute vor fünfzig Jahren ist das Monstrum gebaut worden. War ein schöner Spaziergang über den Friedhof in der Ackerstraße, vorbei am Grab von Walter Kollo, Sonnenblumen an Gräbern, tiefblauer Himmel. die alten Trümmer. Viele Menschen. Vor gut zehn Jahren war ich mal da. Es gab die Stelen noch nicht mit den multimedialen Funktionen. Aus zwei Stelen sagt eine Stimme einer Frau die Namen und das Alter und den Todestag der Toten, die versuchten zu flüchten. Wie immer, wenn es mich dann schon mal packt, habe ich sehr viele Aufnahmen gemacht. Aber die muss ich erst sichten und sortieren. Ich habe dieses Tages vor fünfzig Jahren heute ausgiebig gedacht. Viel Englisch konnte man hören. Amerikanisches Englisch. Im Filmvorführraum der Gedenkstätte gab es einen Film, der kurz nach Mauerfall entstand. Aus einem Hubschrauber wurde Berlin von oben gefilmt, der ganze Mauerverlauf. Das war vorher nicht erlaubt. Im Vorführraum waren vielleicht dreißig Leute. Die meisten waren doch draußen bei der Bühne, von wo auch Raiko Thal berichtet hat. War beinah zufällig, dass ich dort war. Gestern daran gedacht und dann überlegt, es wäre angemessen mal wieder hinzugehen. Das war eine gute Idee.
Kann einem doch nicht egal sein, wenn man hier lebt. Ich habe damals, um den 9. November 1989 herum viel mit älteren Berlinern gesprochen, die sich noch haarklein erinnern konnten. Minutiös. Wie ihre Familie auseinandergerissen wurde. Und man von heute auf morgen die Schwester oder Tante nicht mehr besuchten konnte. Wie man sich schnell entscheiden musste, auf welcher Seite man bleibt und welche Wohnung man zurücklässt. Und wie schwer das fiel. Und dass es nicht jeder übers Herz brachte, sein Zuhause einfach hinter sich zu lassen. Das hat mich alles sehr bewegt. So als ob ich von heute auf morgen nicht mehr nach Charlottenburg fahren könnte. Ich muss mal die Bilder sichten. […]

12. August 2011

OH ELLA. 1971. Vermutlich hat sie da schon Probleme mit ihren Beinen gehabt (gut zwanzig Jahre später wurden ihr beide ab dem Unterschenkel amputiert). Sunny fand ich nie so ein umwerfendes Lied. In meiner Jugend wurde man mit der Coverversion von Boney M. beschallt. Man hat das Lied so hingenommen. Aber von Ella ist es großartig. Er macht das auch wirklich gut. Ich liebe Ella sehr. Im Wikipedia heißt es, das Besondere an ihrem Gesang sei ihre leichte Phrasierung gewesen. Und das stimmt. Federleicht. Auf einer Wolke fliegen die Töne durch den Himmel in die Weiten des Universums. Ja, ich habe als Kind immer Raumschiff Enterprise geschaut. Nein ernsthaft. Sie war wach. Hellwach. Ihr Ausdruck ist ungleich facettenreicher als der von der ewig und drei Tage zugedröhnten Billie Holiday, die zweifelsohne auch eine Reihe schöner Aufnahmen gemacht hat. Zum Beispiel How deep is the Ocean. Das mag ich gerne. Aber wenn man sich in Billie genauer einhört, nimmt man früher oder später den gleichförmigen Ausdruck wahr und begreift, dass Ella eine andere Liga war. Allererste. Sahne.

12. August 2011

OH ELLA. 1971. Vermutlich hat sie da schon Probleme mit ihren Beinen gehabt (gut zwanzig Jahre später wurden ihr beide ab dem Unterschenkel amputiert). Sunny fand ich nie so ein umwerfendes Lied. In meiner Jugend wurde man mit der Coverversion von Boney M. beschallt. Man hat das Lied so hingenommen. Aber von Ella ist es großartig. Er macht das auch wirklich gut. Ich liebe Ella sehr. Im Wikipedia heißt es, das Besondere an ihrem Gesang sei ihre leichte Phrasierung gewesen. Und das stimmt. Federleicht. Auf einer Wolke fliegen die Töne durch den Himmel in die Weiten des Universums. Ja, ich habe als Kind immer Raumschiff Enterprise geschaut. Nein ernsthaft. Sie war wach. Hellwach. Ihr Ausdruck ist ungleich facettenreicher als der von der ewig und drei Tage zugedröhnten Billie Holiday, die zweifelsohne auch eine Reihe schöner Aufnahmen gemacht hat. Zum Beispiel How deep is the Ocean. Das mag ich gerne. Aber wenn man sich in Billie genauer einhört, nimmt man früher oder später den gleichförmigen Ausdruck wahr und begreift, dass Ella eine andere Liga war. Allererste. Sahne.

12. August 2011

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087
Aufgeräumt. Den kleinen Balkon im Norden. Mich. Ich. Über die nackte Erde ist inzwischen Gras gewachsen. Grünes Fell. Das geht ganz schnell. Sieht man auf den Bildern noch nicht, da habe ich es ja erst gesät. Gerade ganz viele alte Bilderstrecken in eine neue Sammlung gesteckt. Jupiter IV. Zuhause. Bin die letzten Tage nicht zu Mitternacht ins Bett gegangen. Bemerkenswert! Aber ich bin schnell eingeschlafen. Das ist nicht immer der Fall, wenn ich es um Mitternacht probiere, aber immer öfter. Das ist gut. Sehr gut. Wie das Gefühl, morgens beim Aufwachen. Das Kribbeln in den Zellen. Die Zellen sind in den neuen Zustand verliebt. Wie sich das anfühlt… ich bin jeden Morgen verwundert, ich kannte das nicht. Verliebt in den körperlichen Zustand. Die fließende Kraft.

Berauscht von Nüchternheit. Klarheit, Reinheit. Ohne romantische Brille auf der Nase. Das pure physische Dasein. Das klingt alles gar nicht angemessen. Beinah freudlos, dabei ist es das Gegenteil. Eher unbeeinträchtiges Vibrieren. Unbeeinträchtigte Kraft. Vielleicht sieht man, was ich nicht recht in Worte fassen kann. Aber jetzt ins Bett.

11. August 2011

Immer wieder beliebt, diese Aufnahme. Ich nehme an, es liegt neben der Silhouette an der Vielfalt des Interpretationsspielraumes. Man denkt die Linien weiter, die man nicht sieht. Dabei geht man von etwas Schönem, Guten, gerne Gesehenen, vielleicht sogar Idealen aus. Das ist auch richtig so und angemessen, denn das bereits Sichtbare ist es ja dem Anschein nach auch. Die Gedanken setzen die angesungene Melodie fort. Die Logik der Schöpfung. Die Linien haben einen Rhythmus, den man erkennt. So ist es bei allen Geschöpfen. Tiere, Planzen, Männer. Frauen. Geformt durch jene Kraft, die Bewegung möglich macht.

10. August 2011

Meine aufrichtigen Segenswünsche gehen heute an Dave Wyndorf zum zwanzigjährigen Jubiläum des obigen ersten Monster Magnet Musik-Videos, Anno 1991. Ansonsten wäre von meiner Seite nur noch auf den folgenden, substanziell gewichtigen Forums-Diskussions-Beitrag hinzuweisen. Eine existentielle Frage, die wie man sieht, nicht nur mich beschäftigt: kann Gott (oder vielleicht ist die Frage an dieser Stelle besser an Odin gerichtet) es wirklich gewollt haben, ja kann es denn wirklich sein, dass Monster Magnet noch nie in Wacken war? Etwas läuft im Universum gewaltig schief! Hier muss nachgearbeitet werden! Eigentlich wollte ich heute einen – im Rahmen meiner Möglichkeiten – zarter besaiteten Eintrag mit frischen egozentrischen Abbildungen anbieten, aber dann hat mich Isa mit ihrem Wacken-Erlebnisaufsatz an dieses alte, leidige Problem erinnert, das noch nicht aus der Welt geschaffen ist, und ich sehe mich gezwungen, Prioritäen setzen. Dave Wyndorf wird nun auch nicht jünger und hat ordentlich zugelegt. Ich sorge mich ein wenig. Meinethalben kann Doro – wie gehabt – ihre Eröffnungshymne spielen. Sehe ich kein Problem.


Monster Magnet für Wacken!


PUSH

08. August 2011

Der Begriff der Enfilade ist mir aufgrund noch immer nicht vollständig geschlossener Bildungslücken bis vorhin auch noch nicht untergekommen. Zimmerfluchten kennt man freilich, aber nie darüber nachgedacht. Schönes Wort eigentlich. Nun hatten wir es im Französischunterricht von architektonischen Details eher wenig bis gar nicht. Vielleicht habe ich mich auch einfach zu wenig mit Schlösserarchitektur befasst. Nie eines angemietet oder einrichten müssen! Dabei soll es zum Beispiel im Neuen Palais von Schloss Sanssouci in Potsdam eine beeindruckende Enfilade geben! Ich prüfe das. Demnächst. Man soll ja jeden Tag etwas hinzulernen. Hiermit geschehen! Erinnert ein bißchen an die Innenarchitektur von Räumen aus Träumen. Endlose Fluchten und am Ende ein Fenster. Ja früher! Da war eben noch Dramaturgie im Spiel! Obwohl ich privat ja eher die versteckten Winkel schätze.

08. August 2011

Das Glück des Apfelbäumchens nicht verschreien. Keine Metapher. Obwohl es sich doch eigentlich recht gut machen würde, wenn ich es so überlege. „Das Glück des Apfelbäumchens. Besinnliche Gedanken durch die Jahreszeiten von Gaga Nielsen“ „Endlich auch als Geschenkedition im Leinenschuber erhältlich! Ein geschmackvolles Präsent für die ganze Familie! Zum runden Geburtstag Ihrer Schwiegermutter oder auch zur Konfirmation Ihres Enkels. Ein Geschenk, das Sie mit Rat und Tat durch die Jahreszeiten Ihres Lebens begleiten wird! Durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter! Von der Wiege bis zur Bahre! Nur 17,95 EUR!“
Gerade zwei kleine Äpfel aus der nassen Augustwiese von meinem Auguststraßen-Apfelbäumchen mit so kleinen Stellen drin gegessen. Haben gut geschmeckt. Hab die Stellen aber rausgeschnitten, obwohl ich keine Vegetarierin bin.

08. August 2011

Der Begriff der Enfilade ist mir aufgrund noch immer nicht vollständig geschlossener Bildungslücken bis vorhin auch noch nicht untergekommen. Zimmerfluchten kennt man freilich, aber nie darüber nachgedacht. Schönes Wort eigentlich. Nun hatten wir es im Französischunterricht von architektonischen Details eher wenig bis gar nicht. Vielleicht habe ich mich auch einfach zu wenig mit Schlösserarchitektur befasst. Nie eines angemietet oder einrichten müssen! Dabei soll es zum Beispiel im Neuen Palais von Schloss Sanssouci in Potsdam eine beeindruckende Enfilade geben! Ich prüfe das. Demnächst. Man soll ja jeden Tag etwas hinzulernen. Hiermit geschehen! Erinnert ein bißchen an die Innenarchitektur von Räumen aus Träumen. Endlose Fluchten und am Ende ein Fenster. Ja früher! Da war eben noch Dramaturgie im Spiel! Obwohl ich privat ja eher die versteckten Winkel schätze.

07. August 2011

Ja, Regen, los mach hinne, damit du fertig wirst! Hab jetzt seit zehn darauf gewartet, dass es endlich regnet, wie im Wetterbericht prognostiziert. Extra die dicken Polster und das große Badetuch vom gestrigen Sonnenbraten vom Balkon geräumt. Nach dem Regen soll sogar ein bißchen Sonne kommen, ist mir aber eigentlich nicht so wichtig, Hauptsache wieder trocken, weil ich an dem anderen Balkon was herumwursteln will, da will ich trockene Füße haben. Schiebe ich schon seit zwei Wochen vor mir her. Jetzt stehen die Balkonmöbel schon seit Tagen im Flur rum, der verwitterte kleine Pfauenthron und die Scherben, mit denen ich das kleine Beet ansprechend begrenzen will. Man kann gar keinen Besuch empfangen, wenn das Zeug hier im Entrée herumliegt! Wie sieht das denn aus. Was sollen die Leute denken!

03. August 2011


Steht eigentlich schon fest, welches Netzwerk nach googledings dran ist? Vielleicht mal was Retromäßiges? Richtig Exklusives? Zum Beispiel könnte man mal wieder was mit Antville machen. Und der totale Burner: man darf sich selber aussuchen, wie die Seite ausschaut und dran rumschrauben. Das wird das ganz große Ding!
Anschließend kommen dann vielleicht sogar twoday-Blogs in Mode, weil so demokratisch auch für den kleinen Blogger von der Straße erhältlich. Und von der Bedienung her ganz ähnlich wie Antville! Toll! Dann warte ich einfach ab und hab gar keine Arbeit und kann inzwischen schön weiter über andere Sachen bloggen. Zum Beispiel Privates! Oder Klatsch und Tratsch! Oder meine neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die mir ja allergrößtes Anliegen sind. Bitte bleiben Sie dran! Sie wissen ja, ich kann da überall nicht mitmachen, weil mir immer nicht gefällt, wie die Seiten dort ausschauen. Da kann ich gar nicht mein Foto so groß hinkleben und machen, dass alles schwarzweiß oder halt so ist, dass es alles nach dem Gaga Nielsen-Imperium ausschaut!
Außerdem bin ich zu faul für doppelte Buchführung. Das war schon bei dem twitterdings so. Wo auf einmal twitter war, haben mich die ganz modernen Blogger, die da mitgemacht haben, aufgezogen, wenn ich was ganz Kurzes als Blogeintrag geschrieben habe, ob ich wohl ein bißchen auf twitter machen will? So ungefähr: du mit deiner billigen twitter-Fälschung hier auf deinem Blog, das ist doch nichts Richtiges! Nur wer bei twitter kurze Sätze schreibt, ist toll! Aber ich wollte so lange Sätze schreiben dürfen, wie ich will und alles auf derselben Seite! Das ist doch nicht schwer zu verstehen.
Bei facebook hat mir dann nicht gefallen, dass alle Seiten dasselbe Kleidchen anhaben, langweiliges blauweiß, wie aus der Tschibo-Reklameabteilung, total blödes Layout, mit ekliger Werbung rechts und auf doofer Pinnwand auch wieder nicht so lange Sätze schreiben wie man will, und Freundschaftsanfragen von Leuten, die ich nicht kenne, die aber wen kennen, den ich kenne, kennt man ja! Und eben doppelte Buchführung: nein, nein, nein! Da macht Gaga Nielsen nicht mit, weil ich habe es gerne aufgeräumt und ohne doppelten Boden! Usw. usf. Also deswegen mache ich da überall nicht mit. Also nicht in dem Sinn, dass sich dort nennenswerte Lebenszeichen von mir finden würden. Wer nun nicht mit mir ‚befreundet‘ ist, auf dem alten facebook-Dings, kann nun zum Beispiel hier und heute exklusiv erfahren, dass da ungefähr 0,007 Content von mir ist. Also: keiner hat was verpasst, Freundschaftsanfragen müssen nicht groß überlegt werden. Es gibt dort ein Foto von mir, wo ich in einer Galerie mit der Kamera in der Hand auf dem Boden liege, eins so halb von der Seite und ein für jeden Trottel sichtbares Profilbild sowie ein Video (Opus fuffzich).
Die drei nur für auserwählte Persönlichkeiten verfügbaren Sachen kann man auch überall sonst angucken, wo ich mein Zeug habe (ohne die aufgesexten Kommentare drunter, versteht sich!) und die Pinnwand ist deaktiviert. Total gutes Gefühl! Das ist jetzt sozusagen mein abschließendes Statement, was eigentlich mit mir und diesen Kurznachrichten-Netzwerken los ist bzw. nicht!

03. August 2011


Steht eigentlich schon fest, welches Netzwerk nach googledings dran ist? Vielleicht mal was Retromäßiges? Richtig Exklusives? Zum Beispiel könnte man mal wieder was mit Antville machen. Und der totale Burner: man darf sich selber aussuchen, wie die Seite ausschaut und dran rumschrauben. Das wird das ganz große Ding!
Anschließend kommen dann vielleicht sogar twoday-Blogs in Mode, weil so demokratisch auch für den kleinen Blogger von der Straße erhältlich. Und von der Bedienung her ganz ähnlich wie Antville! Toll! Dann warte ich einfach ab und hab gar keine Arbeit und kann inzwischen schön weiter über andere Sachen bloggen. Zum Beispiel Privates! Oder Klatsch und Tratsch! Oder meine neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die mir ja allergrößtes Anliegen sind. Bitte bleiben Sie dran! Sie wissen ja, ich kann da überall nicht mitmachen, weil mir immer nicht gefällt, wie die Seiten dort ausschauen. Da kann ich gar nicht mein Foto so groß hinkleben und machen, dass alles schwarzweiß oder halt so ist, dass es alles nach dem Gaga Nielsen-Imperium ausschaut!
Außerdem bin ich zu faul für doppelte Buchführung. Das war schon bei dem twitterdings so. Wo auf einmal twitter war, haben mich die ganz modernen Blogger, die da mitgemacht haben, aufgezogen, wenn ich was ganz Kurzes als Blogeintrag geschrieben habe, ob ich wohl ein bißchen auf twitter machen will? So ungefähr: du mit deiner billigen twitter-Fälschung hier auf deinem Blog, das ist doch nichts Richtiges! Nur wer bei twitter kurze Sätze schreibt, ist toll! Aber ich wollte so lange Sätze schreiben dürfen, wie ich will und alles auf derselben Seite! Das ist doch nicht schwer zu verstehen.
Bei facebook hat mir dann nicht gefallen, dass alle Seiten dasselbe Kleidchen anhaben, langweiliges blauweiß, wie aus der Tschibo-Reklameabteilung, total blödes Layout, mit ekliger Werbung rechts und auf doofer Pinnwand auch wieder nicht so lange Sätze schreiben wie man will, und Freundschaftsanfragen von Leuten, die ich nicht kenne, die aber wen kennen, den ich kenne, kennt man ja! Und eben doppelte Buchführung: nein, nein, nein! Da macht Gaga Nielsen nicht mit, weil ich habe es gerne aufgeräumt und ohne doppelten Boden! Usw. usf. Also deswegen mache ich da überall nicht mit. Also nicht in dem Sinn, dass sich dort nennenswerte Lebenszeichen von mir finden würden. Wer nun nicht mit mir ‚befreundet‘ ist, auf dem alten facebook-Dings, kann nun zum Beispiel hier und heute exklusiv erfahren, dass da ungefähr 0,007 Content von mir ist. Also: keiner hat was verpasst, Freundschaftsanfragen müssen nicht groß überlegt werden. Es gibt dort ein Foto von mir, wo ich in einer Galerie mit der Kamera in der Hand auf dem Boden liege, eins so halb von der Seite und ein für jeden Trottel sichtbares Profilbild sowie ein Video (Opus fuffzich).
Die drei nur für auserwählte Persönlichkeiten verfügbaren Sachen kann man auch überall sonst angucken, wo ich mein Zeug habe (ohne die aufgesexten Kommentare drunter, versteht sich!) und die Pinnwand ist deaktiviert. Total gutes Gefühl! Das ist jetzt sozusagen mein abschließendes Statement, was eigentlich mit mir und diesen Kurznachrichten-Netzwerken los ist bzw. nicht!