4 Antworten auf „27. Juli 2015

  1. Im Märkischen Museum ist noch bis zum 25. Oktober die Ausstellung Berlin 1945/46 mit Fotografien von Cecil F.S. Newman zu sehen. Der britische Bauingenieur und Stadtplaner war Captain der Royal Engineers und kam sofort nach Kriegsende nach Berlin, er hatte sich freiwillig gemeldet, um beim Wiederaufbau zu helfen und den damaligen Stadtbaurat Hans Scharoun zu beraten. Und er machte mit seiner Leica sehr viele Fotos. Er starb Mitte der 1980er, seine Tochter schenkte der Stadt 1400 Negative.

    In vielen Bildern erkenne man den Blick „des Ingenieurs, der in der verheerenden Trümmerwüste eine gigantische Aufgabe sieht“. Zugleich spüre der Betrachter den fast liebevollen Blick eines Mannes, der Berlin und den Menschen – Einheimischen und Heimkehrern, Besatzern und Kollegen, Flüchtlingen und Entwurzelten, vor allem aber den Kindern mit großer Anteilnahme und Offenheit begegnet ist, sagt Ines Hahn. [die Kuratorin]

    Mehr über Cecil F.S. Newman und seine Fotografien im Tagesspiegel vom 20. Juli 2015.

  2. Einige Jahre später entstanden die Bilder der Ausstellung Ruinen und Rolleiflex. Fotos aus der Sammlung Staudt, die am 29, August im Schönebergmuseum eröffnet. Herwarth Staudt und seine Frau Rut fotografierten von 1949 bis 1957 im Auftrag des Baulenkungsamts des Bezirksamts Tempelhof Schöneberg die noch stehenden Kriegsruinen in Schöneberg. Wenn ich mich richtig erinnere, haben Sie dort in Ihren Anfangsjahren in Berlin auch einmal gewohnt.

    Das Ehepaar Staudt dokumentierte offenbar über den offiziellen Auftrag hinaus ganze Straßenzüge, die infolge der Kriegszerstörungen ihr Gesicht stark verändert hatten. Dabei rückten sie oft Menschen und Straßenszenen ins Bild und hielten so die Stimmung der Zeit fest.

    Die Ausstellung dauert bis zum 30. Dezember 2015.

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