„Bei der Auswahl der Werke, welche unsere Ausstellung schmücken, war nur das Talent, in welcher Richtung es sich auch offenbarte, ausschlaggebend. Wir sind ebenso stolz darauf, die Werke eines Menzel als die des Böcklin dem Publikum zeigen zu dürfen. Für uns gibt es keine allein seligmachende Richtung in der Kunst, sondern als Kunstwerk erscheint uns jedes Werk – welcher Richtung es angehören möge –, in dem sich eine aufrichtige Empfindung verkörpert. Nur die gewerbsmäßige Routine und die oberflächliche Mache derer, die in der Kunst nur die milchende Kuh sehen, bleiben grundsätzlich ausgeschlossen. Auch sind wir uns wohl bewußt, daß wir von Seiten des Publikums, welches in der Kunst ungern von liebgewonnenen Gewohnheiten läßt, vielfachen Anfeindungen ausgesetzt sind. Doch im Vertrauen auf die siegreiche Kraft der Jugend und das wachsende Verständnis der Beschauer haben wir ein Unternehmen ins Leben gerufen, das einzig und allein der Kunst dienen will.“ M. Liebermann 1899; Pr. Gutenb.

Ewige goldene Worte, stammend von Max Liebermann in seiner Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellung, mit der im Frühling 1899 die Berliner Secession aus der Taufe gehoben wurde. Alfred Flechtheim griff im Dezember 1913 diese Zeilen in seinem Vorwort des Katalogs zur Eröffnung seiner ersten eigenen Galerie auf. [„Es ist was Wahnsinniges mit der Kunst – Alfred Flechtheim, Sammler, Kunsthändler, Verleger“ S. 86/87 v. Otffried Dascher, Nimbus 2011]

3 Antworten auf „16. März 2014

  1. Von Max Liebermann schaute ich mir gerade vorgestern Die Rasenbleiche (1882) im Wallraf-Richartz-Museum an. Ursprünglich waren auf dem Bild noch zwei Wäscherinnen mehr, eine direkt am Bottich vorne, eine zweite schaute hinter dem schrägen Baum hervor. Nachdem das Bild in einer großen Ausstellung in Paris verrissen wurde, hat Max Liebermann das Bild überarbeitet und unten beschnitten. Die verschwundene Wäscherin ist nur noch auf Röntgenbildern zu sehen.

    Ich fand das hochinteressant, wie er auf die zum Teil sehr beißende Kritik reagiert hat, andere wären da womöglich tief gekränkt oder frustriert gewesen. Tatsächlich ist das Bild so viel, viel besser.

    Liest sich die Flechtheim-Biographie genauso aufregend wie dessen Leben war?

  2. Hick-Hack, damals wie heute. Und übrigens, den hier hat der Liebermann auch mitgegründet. Den gibt’s immer noch, das gefällt mir, solch eine Tradition.

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