

Jetzt geht hier aber die Luzie ab! Gaga Nielsen vom Dingsbums Indianapolis Racing Team! Motorsport ist ganz mein Ding. Ich habe zwar keinen Führerschein, wie der Nicht-Ostdeutsche die Fahrerlaubnis gerne bezeichnet, aber so ein rasanter Rennwagen würde mir sicher gut stehen. Ich sehe das mehr als Accessoire, wenn Sie mich verstehen. Nichtsdestoweniger habe ich als Kind mit meinem Bruder gerne Matchbox-Autos, und auch billige ohne Markennamen, rasant durch unsere orange Plastik-Looping-Bahn gejagt. Außerdem hatten wir einen schwarz-gelben, ferngesteuerten Porsche mit Batterieantrieb und aufklappbaren Türen und allem. Autos finde ich immer dann super, wenn sie super ausschauen und gut klingen. Der Sound ist wichtig! Angenehm ist es zum Beispiel, in einem Jeep zu fahren, man sitzt so leicht erhöht, King of the Road! Ich hatte ja in den Achtzigern mal einen Liebhaber, der einen dunkelroten Jeep hatte, damit über den Kudamm zu fahren, besonders an einem schönen Sommertag oder in einer lauen Sommernacht war nicht von schlechten Eltern. Alle anderen Männer, mit denen ich zu tun hatte, hatten vergleichsweise unerwähnenswerte Autos. Viele auch gar keins. Egal. Dass ich mich gerne im Taxi herumkutschieren lasse, habe ich ja neulich schon mal erwähnt. Aber ich praktiziere es zur Zeit leider überhaupt nicht. Bei Mercedes gefällt mir dieses Stabile, diese satte, leise Brummen beim Fahren und wenn die Tür so schön schwer ins Schloss fällt. Beim Fahren ist es auch so schön abgefedert, dass man eigentlich mehr gleitet. Es wackelt nicht so wie in anderen Autos! Sage ich mal als Laie. Laiin. Laiin? Sieht ja komisch aus das Wort, so geschrieben. Einen Mercedes würde ich für mich persönlich aber nicht haben wollten, außer mit Chauffeur, wo ich dann immer hinten sitze, wie die Kanzlerin. Ich habe keinen Führerschein, weil mein Bruder das Geld, das ich dafür auf einem Sparkonto hatte, damals gerade besser brauchen konnte, das heißt, ich hab es ihm geschenkt, für eine Gesangsanlage für seine Band. Ich habe es auch nie bereut. Dann war das Geld alle und alle anderen hatten einen Führerschein nur ich nicht. Ich habe aber auch nie ein Problem damit gehabt. Ich bin noch überall hingekommen, wo ich wollte, auch nach Amerika zu den Indianern! Und wenn ich wollte, könnte ich auch zum Mond fliegen, ganz ohne Führerschein. Ich müsste es nur genug wollen! Ich fände es aber schon irgendwie auch toll und schick, wenn ich Autofahren könnte, aber eigentlich habe ich hier überhaupt keinen Bedarf, mir mitten in der Stadt ein Auto zu halten. Wie die Leute immer über die Parkplatzssuche jammern und beim Fahren fluchen. Dann die Versicherung und die Reparaturen, irgendwas ist immer! Das ist nicht schön. Aber mal so hollywoodfilmmäßig über den Küsten-Highway nach Big Sur zu düsen, das könnte mir schon gefallen. Allerdings im Leihwagen ohne Fahrpraxis im Alltag, das scheint mir etwas verantwortungslos. Ich habe auch ein bißchen Angst vor dem Autofahren im Stadtverkehr und weil mein Bruder gegen einen Baum gefahren ist. Seitdem hat er keine Verwendung mehr für die blöde Gesangsanlage. Tja. Im Himmel braucht man keine Gesangsanlage. Und auch keinen Führerschein. Er ist beim Fahren eingeschlafen, übermüdet. Davon habe ich ja schon oft erzählt. Na ja, lange her. Aber ich will ja alt werden. Das kann ich mir ja alles noch überlegen. Ich würde mir auf jeden Fall ein schwarzes Auto holen, egal ob Jeep oder Jaguar oder Ford. Ford fällt mir ein, weil es in den Siebzigern eigentlich ganz schnittige Modelle gab. Die neueren aber nicht, auf keinen Fall! Oder ’n alten Cadillac. Cadillac Eldorado! So ungefähr, grob die Richtung. Ach, ich weiß auch nicht, ich kenne mich da nicht aus, aber es müsste schon was Schnittiges sein, mit rasanter Silhouette. Oder eben ein Jeep. Obwohl außer in Schwarz könnte ich mir auch noch so einen original Armee-Jeep, in so Wüsten-Beige vorstellen. Der macht auch was her! Oder mit Tarnmuster. Oder mit Zebrastreifenmuster. Das sieht auch sehr gut aus und passt zu meiner Küche. So, mein allererster Auto-Blogeintrag. Und womöglich auch mein allerletzter!

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Solange Sie keinen Astra fahren, ist mir alles gleich. Obwohl, ein alter Ford ginge schon. Udo J. hat sich vom ersten dicken Geld auch
einenzwei gekauft, hatte dann aber – seiner Erinnerung nach – kein Geld mehr für Benzin. Muß man ja auch dran denken. Die vier Jungen Menschen aus der Arte-Doku, die auf den Spuren Jack Kerouacs durch die USA gefahren sind hatten auch nicht so einen erwähnenswerten Leihwagen. Leider. Ich habe es trotzdem zu Ende geschaut, weil da Anouschs Schwester mitspielt. Aber ein geiles Auto hätte es herausgerissen. In meiner Nachbarschaft ist regelmäßig Youngtimer-Treffen an einer alten Tankstelle.Wenn ich auch noch mal neu lebte, würde ich mir so einen US-amerikanischen Aufbohrwagen kaufen. Die machen wirklich sehr schöne Geräusche. Auch die Türen. Wie so oft im Leben guck ich aber nur. Schöne Jacke.He, so einen orangenen Matchboxlooping hatte ich auch! Klasse war das! (Aber noch lieber hab‘ ich Cowboy und Indianer gespielt.) Und mein ganzes Leben immer nur irgendwie praktische Autos mit viel Platz hintendrin gefahren. R4F6 (na, das war schon ein schöner Wagen, diese lässige Handschaltung!), danach Renault Rapid, kangoo und jetzt wieder Kangoo. Nur eine Ausnahme gab es, da haben sich Kultur und Praxis vermählt: Einen Lada-Kombi in schönem Dunkelblau. War genau mein Ding. Und ganz wichtig, ohne diese unnütze blöde Dachreling. Das war noch ein richtiger Wagen. Mit dem konnte man Staus verursachen, auf der Autobahn, und bevor die Polizei kam, sprang er wieder an und fuhr weiter. Mit zunehmenden Jahresanzahlen wünsche ich mir nun einen Zweitwagen, etwas schönes kleines. Einen älteren 500er-Benz zum Beispiel, gerne auch als Coupé in Senfbraun o.ä. mit Schrammen, oder einen unspekulatären 3er BMW aus 1995 in Leuchtrot. Ganz wichtig ist, dass ein Auto nicht zu sehr glänzt. Verstaubte 80er-Porsches, die hinter zeitgenössischen LKWs herfahren, das hat was.