Genau hinschauen. Das Leben ist kurz. Man kann da ganz schnell durchgehen. Durch jede Tür, durch jedes Tor. Aber das mache ich nicht. Weil es ganz besonders dadurch wird, dass man es als besonders versteht. Ein Privileg. Es zu etwas Besonderem macht. Wahrscheinlich funktioniert das mit jedem Ort und jedem Zeitpunkt. Noch dazu, wenn der Ort tatsächlich sehr besonders ist, herausragend, warum sollte man beiläufig durchgehen. Unter einem solchen Himmel. Das wäre doch nicht angemessen. Im Grunde kann man jeden Augenblick in einer Weise erhöhen, dass man von Pathos sprechen kann. Den Augenblick und den Ort aus der Gleichgültigkeit, der Beiläufigkeit heben. Das ist gar nicht schwer.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=107931
Wenn man eine Kamera auf sich gerichtet sieht, egal ob gefilmt oder fotografiert wird, erhöht sich die Selbstwahrnehmung. Man bekommt eine Idee davon, dass es auf jeden Augenblick ankommt. Wie man ist, wie man fühlt, in genau diesem Augenblick, der dann für immer festgehalten sein wird. Der zur teilbaren Erinnerung wird. Und das wird das Leben gewesen sein. Auch das. Die inneren Bilder kann man nur selbst erinnern. Die äußeren erinnern auch die anderen. Von den inneren Bildern erzählen die Geschichten, die geschrieben sind. Wenn die innere Geschichte auf die äußere Geschichte trifft, die zu Bildern materalisiert ist, kann man das Ganze erahnen, dann. All das, was wesentlich gewesen sein wird.

3 Antworten auf „27. September 2011

  1. Da sagen Sie was. Und Sie haben sich mal wieder ganz grandios abgelichtet. Gleichzeitig Fotografieren und dabei so zu posieren zu können, dass es eben nicht gepost ausssieht und auch sonst alles stimmt, das ist schon eine besondere Gabe.

  2. Meist sammle ich Ihre „Geschenke“ still wie ein fleißiges Eichhörnchen ein. Die Ausdrucksformen, in denen Sie sich auf (sich selbst und) die Welt beziehen, beeinflussen mich schon seit einiger Zeit in einer ebenso eleganten wie inspirierenden Weise, weshalb ich heute gern einmal „Dankeschön“ sagen will.

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