Loriot
So sehr geliebt. Gerade gelesen… den ganzen Tag keine Nachrichten mitgekriegt, so viel zu tun gehabt. Sehr, sehr, sehr geliebt. Wie jeder. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir jemals irgendwer begegnet wäre, der zu Loriot und seinen wunderbaren Sachen „na ja“ gesagt hätte. Alle haben ihn geliebt. Alle, alle, alle! Der lustigste, intelligenteste Mensch seit christlicher Zeitrechnung und wahrscheinlich noch davor! Niemals mehr wird ihm jemand das Wasser reichen! Jaul. Mann, ich habe ihn wirklich verehrt. Wie alle eben. Aber sicher ist er jetzt auf einer schönen Reise. Und bestimmt ist er ganz friedlich gestorben. Das hat er auch verdient.
Oh Mann! Ich hatte ja damals gehofft, er würde sich für den Bundespräsidentenposten hergeben. Aber er hatte natürlich recht, dass er den langweiligen Job nicht gemacht hat. Selbstverständlich gehört Loriot zu den unsterblichen Seelen, die uns für immer lebhaft begleiten werden. Mich auf jeden Fall.
Loriot hat einen ganz riesigen Sonderplatz in meinem Herzen. Giga! Giga-Gaga-Sonderplatz.

6 Antworten auf „23. August 2011

  1. Es gibt, glaube ich, kaum einen Künstler des 20. Jahrhunderts und sicher keinen Komiker, dessen Werk so sehr Teil der deutschen Kultur geworden ist. Im Grunde habe ich auch den Diogenes-Verlag durch Loriot kennengelernt: Über die kleinen Hardcover-Büchlein mit seinen Zeichnungen, die ich mir schon als Schülerin leisten konnte. So ging es bei mir los.

  2. noch ein Schmankerl Ha! Gerade gefunden: Loriot hat 1984 im Spiegel einen Artikel über Gerhard Polt geschrieben.

    (…) „Um den liebevoll gedeckten Kaffeetisch einer deutschen Normalfamilie sitzen Vater, Mutter, Kind, Opa, ein befreundetes Ehepaar und der Untermieter, ein elegant gekleideter farbiger Wissenschaftler aus Afrika. Die Atmosphäre ist familiär-herzlich. Das Freundespaar berichtet von seiner Afrikareise, lobt das Hotel Elfenbein („unter deutscher Leitung“) und die Freundlichkeit der Schwarzen, ‚die da bedienen‘. Schließlich fragt die Hausfrau ihren afrikanischen Gast, was er denn so beruflich mache.

    Tschabobo: „… ich war längere Zeit in Cambridge und Yale, habe dann eine Assistentenstelle in Frankfurt angenommen bei Professor Horrowitz, und zur Zeit promoviere ich gerade über Molekulare Spektralanalyse.“ Darauf die Hausfrau: „… wissen S‘, unser Bubi, der hat a neue Trommel kriegt. Und wie er ghört hat, daß Sie heut kommen, hat er gmeint, ob Sie net amal ihm a bißl was vortrommeln könntn … so a bißl Urwaldatmosphäre …“ Herr Tschabobo trommelt matt.

    Der Hausherr: „Sehr gut. Des hat er halt im Blut, der Neger.“

    Ich kannte die Szene vom Bildschirm und las sie wieder mit ungebrochener Leidenschaft. Wer Polt und Gisela Schneeberger gesehen oder gehört hat, vergißt nie ihre bedrohliche Heiterkeit. Je munterer der Ton wird, desto schauderhafter klingt der Text. Polt in der Rolle eines Gastwirtes, der launig vom Krieg erzählt: „Ein Kamerad von mir … wir liegen im Schützengraben, wir schafkopfen, wir karteln quasi, auf einmal, uit! Ein Pfeifer, hat es ihm auf einmal den Kopf runtergerissen. Der sitzt ohne Kopf da, net. Ja, schade um den Mann, er hat ein ausgezeichnetes Blatt gehabt, er hätt‘ das Spiel glatt gewonnen.“

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