Der Begriff der Enfilade ist mir aufgrund noch immer nicht vollständig geschlossener Bildungslücken bis vorhin auch noch nicht untergekommen. Zimmerfluchten kennt man freilich, aber nie darüber nachgedacht. Schönes Wort eigentlich. Nun hatten wir es im Französischunterricht von architektonischen Details eher wenig bis gar nicht. Vielleicht habe ich mich auch einfach zu wenig mit Schlösserarchitektur befasst. Nie eines angemietet oder einrichten müssen! Dabei soll es zum Beispiel im Neuen Palais von Schloss Sanssouci in Potsdam eine beeindruckende Enfilade geben! Ich prüfe das. Demnächst. Man soll ja jeden Tag etwas hinzulernen. Hiermit geschehen! Erinnert ein bißchen an die Innenarchitektur von Räumen aus Träumen. Endlose Fluchten und am Ende ein Fenster. Ja früher! Da war eben noch Dramaturgie im Spiel! Obwohl ich privat ja eher die versteckten Winkel schätze.

3 Antworten auf „08. August 2011

  1. Ich gehe bei meinem inneren Spaziergang durch die Gemächer und hochherrschafltichen Zimmerfluchten freilich davon aus, dass mir sämtliche Räumlichkeiten exclusiv zur Verfügung stehen. Wohngemeinschaften sind meine Sache nicht!

    An Mutter Reger kann ich mich noch dunkel erinnern. Wenn Sie mir einmal eine Freude machen möchten, nehmen Sie einen kleinen Podcast, oder wie das heißt, von Mutter Regers Lebensweisheiten in dieserm hochinteressanten Dialekt auf.

  2. „Durchgangszimmer“ mit zusätzlichen Bewohnern in den Nebenräumen gehen gar nicht, lieber Books. Ich betrachte diese raumtrennenden Wände innerhalb der Zimmerfluchten eher als atmosphärische Nischen- und Winkel-bildende Elemente einer in sich zusammenhängenden großen Räumlichkeit, Wohneinheit für eine (1) Person. Sie haben möglicherweise das rein dramaturgisch-ästhetische Konzept dieser Idee noch nicht verstanden! Im Sinne Ihrer 3er-Enfilade. Sehr schöne Idee, mit dem Spiegel am Ende. Axial ist ebenfalls ein mich stark ansprechendes Wort!

  3. Das ist übrigens überhaupt keine Wunscharchitektur von mir, dass da keine Missverständnisse aufkommen. Ich betrachte das eher als Filmkulisse für eine traumartige Kamerafahrt. Das darf schon ruhig für diesen Zweck zwanzig Zimmerfluchten umfassen. Zum Leben hab ich es gerne unwägbar verwinkelt. Nur in einem sehr großen, großen Haus, das verwinkelte Gemächer birgt, fände ich so eine furiose Enfilade malerisch. Als Nebenschauplatz, wo man mal eben so durchtanzt. Oder wo man kleine Jungs und Mädchen Rollschuhlaufen lässt, wenn die Großen weg sind. Die Schlieren muss dann sonstwer vom Parkett putzen. Haha. Da mein gestriger Erstkontakt mit dem Begriff durch Schlossbilder illustriert wurde, krieg ich die jetzt auch nicht mehr weg. Erschwingliche Wohnungen sind das eine, aber meine albern-traumhaften Kulissen im Kopf sind das andere ;-) Zum Glück muss ich für meine spinnerten Kopfpaläste keine Miete zahlen. Wäre teuer!

    Aber letztlich habe ich nun vielleicht dieses schöne Wort meinen Lesern näher gebracht und der eine oder die andere kann vergangene Wohngemeinschafts-etc.-erinnerungen damit ein bißchen verbal beschönigen. „Ach ja, weißt du, damals als wir noch studierten, da hatten wir ja diese bemerkenswerte Enfilade in einem historischen Gebäude, nah der Innenstadt, sechs bis sieben Räume umfasste sie… so genau weiß ich es gar nicht mehr…lange her!“

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