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„Es ist schöner, fünfundvierzig zu sein. Man sieht die wesentlichen Dinge schärfer, und nicht etwa, weil man durch eine Brille schaut. Diese Blicke zurück filtern immer die sehr langweiligen Wartezeiten zwischen diesen vermeintlich beinah lückenlos aneinandergereihten Augenblicken voller Versprechen, Hoffnung und aufgeregtem Vorgefühl. Gut, dass man sich so darin irrt. Wenn man seine Sehnsucht, sein Herz und seinen Verstand füttert und pflegt, gibt es ja etwas zu ernten, wenn die Jahre ins Land gehen. Viel zu ernten. Auch Verluste, ja, aber – das ist ein Gefühl der Liebe. Wenn Verlust egal wäre, hätte man nichts von Bedeutung verloren. Ein Zeichen inneren Reichtums. Und selbst im Verlust bewahrt sich die Erinnerung an das reiche Gefühl. So wie diese Augenblicke, als man fünfundzwanzig war.“

4 Antworten auf „19. Juli 2011

  1. Schöner, weiß ich nicht. Entspannter vielleicht. Man glaubt nicht mehr alles, wählt bewußter und bringt den Mist schneller zum Müll. Und ja, was wachsen konnte, ist tatsächlich gewachsen. Das ist überhaupt das Erstaunlichste.

  2. Lassen Sie mich ein bisschen spammen ohne mich zu flamen?

    Ich finde ja den Satz über die Verluste sehr schön. Werd’s mir hinter meine virtuellen Ohren schreiben. Entwicklung? Ach. Wäre ich doch schon da, wo ich schätzungsweise mit Fünfundfünfzig bin. Aber im Körper einer Fünfunddreissigjährigen bitteschön. Wie Sie das immer machen mit den Fotos. Ich habe zwischendrin immer mal ein kleines Problem mit den neuen Fältchen und grauen Haaren, den Flecken und Poren, die doch noch vor einigen Jahren ganz anders aussahen. Ich kann – im geschätzten Vergleich zu Ihnen – nicht jeden meiner Besenreiser in Bildmaterial zelebrieren. Wenn ich ehrlich bin, denke ich über chirurgische Maßnahmen nach (träumen kann man ja mal). Und wenn ich solche Sätze wie den vom Wochenende höre (die sieht jünger aus als sie ist, hat aber auch gut gelebt), dann weiß ich ehrlich nicht, wo ich die hinstecken soll. Selbstbewusstsein hin oder her.

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