Ein Satz, den man garantiert nie von mir hören wird: „Schau doch mal vorbei, wenn du in der Nähe bist“. Ich hasse Überfälle. Ebenfalls hasse ich es wie die Pest, wenn jemand meint, meinen heiligen Autismus mit unaufgeforderten Telefonanrufen oder versuchsweise an der Tür Klingeln unterbrechen zu dürfen. Ich bin da sehr geräuschempfindlich. Die Pest. Sowohl das nötigende Geräusch der Türklingel als auch des bereits von mir auf geringste Lautstärke eingestellten Telefons weckt in mir Mordgelüste. Meine neueste Vorgehensweise bei nicht zuordenbaren Telefonnummern (also nicht eingespeicherten): das Klingeln beenden, indem ich auf die Hörer-Abnehm-Taste drücke und sofort danach auf die Hörer-Aufleg-Taste. Gesprächsversuch beendet. Mein Telefonierbedürfnis tendiert gegen Null. Ich gehe auch zwingend davon aus, dass diese Vollpfosten, die sich einbilden, irgendeinen Anspruch auf Kommunikation mit mir zu haben, nicht einmal zum entfernteren Bekanntenkreis gehören können. Wer mich kennt, weiß das. Ich will meine Ruhe. Die wenigen Ausnahmen bestimme ich. Zeitfresser. Ekelhaft. Und zur Information: ich höre niemals diese Mailbox ab. Nur über meine Leiche. Interessiert mich nicht die Bohne, wer da welche mich nicht im geringsten interessierenden Botschaften hinterlässt oder in den letzten Jahren hinterlassen hat. Sollte jemand die Dreistigkeit besitzen, mir eine SMS schicken zu wollen, werde ich meinen noch zu suchenden Anwalt einschalten. Selbiges gilt für facebook- und myspace-Freundes-Anfragen. Ich bin ausreichend befreundet, Danke! Ich reagiere maximal auf E-Mails und auch das nur bei Interesse oder Sympathie. Das heißt, ich freue mich grundsätzlich über jede E-Mail, die nicht in meinem Postfach landet. Hat man weniger zu löschen. Auch Verabredungen (=verabredete Besuche und Gegenbesuche sowie sonstige Treffen – ‚Dates‘ womöglich – Hilfe) interessieren mich eher nicht. Die wenigen Ausnahmen werde ich zu kommunizieren wissen. Ansonsten hab ich zu tun. Ich suche auch keine neuen Freunde, Kontakte oder Bekanntschaften. Noch Fragen?

9 Antworten auf „31. Oktober 2010

  1. Eine Ergänzung: Die typischen Verabredungsfloskeln wie „Lass uns telefonieren!“ oder „Wir sollten mal wieder etwas trinken gehen!“ fasse ich nur noch amerikanisch als nichtsogemeint auf und strich sie weitgehend aus dem eigenen aktiven Wortschatz. Ist deutlich entspannender.

  2. Tatreiz Sie werden mir immer sympathischer!
    Viele Grüße
    auch von meinem Skorpion-Mars auf 7°20

  3. ARGH!!! Es klingelt schon wieder! Wo ist mein Messer?
    (schon das dritte Mal heute. An der Tür!)

    Der Begriff Tatreiz erhält soeben eine neue Facette!

  4. Armer J.!
    [gelöschter link] – Ich erinnere auch dieses energiestrotzende kriegsbemalte Selbstportrait, ich glaube, aus dem letzten Jahr.

  5. It’s Halloween! *Vergespensterte Kinder klingeln an Türe*
    Kinder: „Süßes oder …
    *Türe öffnet sich*
    *Schrecksekunde*
    *Gespenster in nie gehörter Lautstärke kreischend ab*

  6. Ich hätte mich nie getraut, das so geradeheraus zu formulieren. Muss noch an der Ausmerzung meiner gesellschaftlichen Pflichthaltung arbeiten.

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