Lustige Anfrage von Frau F., haben bestimmt viele von euch auch bekommen. Frau F. fragte im Auftrag eines Auftraggebers an, ob ich bereit wäre, in meinem Blog gegen Honorar Werbung zu platzieren. Natürlich bin ich bereit, für ein Schwimmbad voller Goldtaler in Entenhausen, ein Zipfelchen von meinem hübschen Blog herzugeben, sofern die Reklame sich geschmeidig in mein handgeklöppeltes Drumherum einfügt und ein tolles Produkt, das ich sowieso konsumiere, damit hofiert wird. Frau F. wollte mir aber nur 100 US Dollar im Jahr geben und leider auch nicht für was, was ich benutze, was ja doof ist. Deswegen hab ich ihr das geschrieben:
Liebe Frau F.,
ich bin leider etwas überfordert mit der Identifikation Ihrer Text-Werbung innerhalb der beispielhaft verlinkten Blogs. Bei diesen Beispielen findet sich mehrfach Werbung unterschiedlicher Art in den Seitenleisten. Aber insgesamt spricht mich das vom Layout her leider gar nicht an – das ist mir zu hektisch. Mein Blog hat vor allen Dingen den Anspruch der Welt-Poetisierung, auch in ästhetischer Hinsicht, da passt Ihr freundliches Angebot leider nicht hinein. 100 USD ist da schon ein bißchen wenig Schmerzensgeld.
Sicher werden Sie noch vielfach unter anderen Blogs fündig!
Wenden Sie sich gerne an mich, wenn Sie eine neue Idee in der Hinsicht haben, die ästhetisch und inhaltlich mit meinen Vorstellungen kompatibel ist. Ich bin in keinster Weise abgeneigt, Produkte zu hofieren, die ich gerne konsumiere. Zum Beispiel Veuve Cliquot ;-)
Viele Grüße aus Berlin
Gaga Nielsen

——– Original-Nachricht ——–
Datum: Wed, 9 Jun 2010 15:48:25 -0400
Von: „Susi F.“
An: „Gaga Nielsen“
Betreff: Re: Ich habe eine Frage über Ihres Blog Gaga Nielsen
Sehr geehrte Frau Nielsen,
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ja, dass ist unsere Website. Meine Kunde ist Vxxxxx (http://www.vxxxxx.de). Wir möchten einen Textlink auf einer der Unterseite platzieren. Wir können den Link in dem schon geschriebenen Text integrieren. Es gibt keinen Banner, keinen Button und kein Gewinnspiel, nur Text.
Hier gibt ein Paar Beispiele:
http://thepubliceyeblog.blogspot.com/2007/10/was-fotografinnen-brauchen-notizbcher.html
(Visitenkarten)
http://alexander-baumbach.de/2009/12/von-diskreditierungen-und-strafverfahren
(Kalender)
Wir können 100 USD anbieten, um den Textlink für ein Jahr zu platzieren.
(…) Grußformel

Meine Antwort ist doch ganz okay, oder?

5 Antworten auf „10. Juni 2010

  1. Poetisierung Ich hab ja auch auch viel mit Ihnen zu tun Frau Nielsen. Sicher, ihre Ansagen kommen dem Leser etwas harsch vor, das ist es vielleicht auch. Am Ende weiss aber jder, der Gaga Nielsen kennt und mit Ihr über Ihren Blog/flickr verhandeln will, klare Vorgaben bekommt. Das sind halt einfach grundpfeiler des Erfolgs. Das Ganze funktioniert ja nur so gut, weil hier keine Kompromisse eingegangen werden.

    Das ist aufrichtige und ehrliche Poetisierung. Man setzt sich für das gute Produkt gerne ein. Sagt aber auch klar in welchem Rahmen dieses Produkt passt, oder eben nicht.

    Ich würde kein Entschuldigungsschreiben machen. ein kluger Vertriebler schätzt eine so ausführliche Antwort eines Akquiseopfers. Er kann es für sein Produkt auswerten.

    Und dann die Sache mit der Bezahlung. 100 Dollar, im Jahr, wenn ich das richtig verstanden habe? Entschuldigung, das
    ist halt kein Thema. … you know.

    ;-)

    Ich denke für Frau F. ist das druchaus ok gewesen. besser als garkein feedback. sie bekommt wahrscheinlich auf 1000 mails
    10 antworten … !? :-)

  2. Absolut ok. Die Antwort war deutlich, begründet (mit einem kleinen Ellbogencheck in Richtung layout), gar nicht mal frech, dafür aber humorvoll.
    Gut so!
    Und der augenzwinkernde Hinweis auf Vve. Cliquot hätte von mir sein können…;-)

  3. Ja, wenn man sich aussuchen könnte, wofür dezidiert geworben werden würde… für die Witwe gäbe ich gerne etwas Platz am aufgeräumten Orte her – sogar für manche Organisation könnte ich mir das vorstellen (WWF…).

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