Kann mich nicht erinnern, wann mir zuletzt ein Gericht so missraten ist. Gut, dass ich mein einziger Gast war. Ich werde mich bitten, die Reste diskret zu entsorgen. Kein Wunder, dreifach lädiert. Armsehne entzündet, Halsweh, Bauchleiden. Aber es könnte noch schlimmer werden. Ich könnte nicht mehr laufen können. Auch muss ich nicht erbrechen. Und es gibt Hoffnung, dass es morgen schon ein wenig besser ist! Haarausfall habe ich auch nicht. Oder Pocken. Oder Geschwüre. Jedenfalls, keine, von denen ich wüsste. Ich bin dankbar! Und guter Dinge! Ich werde früh schlafen gehen und den Abwasch erledigen. Oder vielleicht besser umgekehrt. Fotos heute keine! Beim Nachausegehen fiel mir auf den letzten hundert Metern ein, dass heute jemand Geburtstag hat, mit dem ich mal etwas zu tun hatte, was ich heute um keinen Preis der Welt mehr mit ihm zu tun haben möchte. Mir wurde beinah schlecht bei dem Gedanken. Eigentlich ja traurig. Ist doch schöner, sich mit einer Spur Sentimentalität zurückzuerinnern. Aber nichts. Ich bin geradezu bestürzt über meine Gleichgültigkeit. Schwamm drüber!

3 Antworten auf „26. Oktober 2009

  1. ‚Ent-sorgung‘ – gefällt mir, ‚diskret‘ auch, also/und überhaupt (k)ein Thema auch in anderen Bereichen.
    [Ein wenig mehr Gleichgültigkeit würde mir sicherlich gut tun.]

  2. Ja, es gibt solche, da möchte man sich eigentlich nicht einmal mehr daran erinnern, wann sie Geburtstag haben. Das Datum zu vergessen, fällt mir oft schwer. Es bleibt übrig, viel, viel länger als Telefonnummern.

Hinterlasse einen Kommentar