KEINE BRATWURST

ja, das ist keine bratwurst. in meinem alter leiste ich mir schon mal vier dicke biobratwürste. heute. mit viel senf. früher hätte ich genauso viele schrippen dazu verdrückt, aber die zeiten sind vorbei, meine lieben. nur an hohen kirchlichen feiertagen.
man muß die sache ganz schön schlau angehen, wenn man so unsportlich ist wie ich und nicht in größe vierundvierzig herumwackeln will. groß ist daher die freude, wenn ich das tanzbein schwingen kann. das ist bewegung nach meinem geschmack. die anderen sachen gehen ja alle auf die gelenke, was man so hört. dauerlauf und hüpfgymnastik. schwimmen ja, aber am liebsten an einem recht leeren meeresstrand. ein paar krabben dürfen mich schon besuchen.
ich weiß auch nicht, woher das kommt, dieses ständige rückzugsbedürfnis. kaum war ich mal vor der tür und habe mich ein wenig unter menschen vergnügt, habe ich das dringende bedürfnis, das alles erst mal ordentlich abzuspeichern. und ich meine nicht fotos.
das zwölfte haus, sagt die astrologin in mir, nicht wahr. mond im skorpion ende zwölf im haus von neptun, anfang eins. da hauchen esoterisch geschulte „du bist ja so durchlässig!“. ach ja der mond. der mond, der mond. der gute alte mond. ich gucke alle jubeljahre, wo der überhaupt steht und verpenne sämtliche vollmonde.
dann muss ich schlafen. viel schlafen. viele tage nächte viel schlafen. das dauert dann eine ganze weile, bis ich wieder lust habe, mich mit irgendwem zu treffen. noch ist ja das andere große erlebnis nicht vollständig verarbeitet! nicht, dass ich im anschluss permanent über meine spektakulären ausgeh-erlebnisse nachgrübeln würde. och nö.
ich warte eigentlich eher darauf, bis die grobe leinwand im kopf wieder frei ist. und die eindrücke bis zum horizont gespült sind. platz für neue tage und nächte. immer alles auf anfang. immer.

5 Antworten auf „11. juni 2007

  1. Vielleicht ist es das Alter, vielleicht aber auch einfach nur, dass man das Alleinsein zu schätzen lernt, jedenfalls kenne ich dieses Rückzugbedürfnis von mir auch. Nach angenehmer Gesellschaft freue ich mich auch wieder sehr auf das und über das Für-mich-Sein. Nicht, dass ich dann viele Tage viel schlafen muss, schon gar nicht im Sommer, aber ich brauche zwischendurch eine Pause und genieße das Alleinsein und meine eigene Gesellschaft. Ich langweile mich nur höchst selten mit mir. Manchmal habe ich auch schon Arbeit vorgeschützt, um ungestört sein zu können, wenn ich um Verabredungen gebeten wurde.

  2. das schlimmste ist das schlechte gewissen. ich denke immer, ich müsste doch mehr unter leute, müsste mal wieder gäste einladen, müsste müsste müsste. dabei habe ich in alle den jahren des verschroben-seins einige weggefährten finden können:) ich wundere mich manchmal, wie gut das zusammenleben mit meinem partner klappt… vielleicht muss man sich einfach in seiner natürlichen verschrobenheit lassen?!

  3. und das hat allem mippm mond zu tun? achso…nadann. n grund issja immer gut.

Hinterlasse einen Kommentar