nichts was mich gerade direkt beträfe, aber man macht sich halt so seine gedanken. glaubt doch keiner, dass böse drogen böse sein sollen, so lange schöne menschen aus film, funk und fernsehen trotz wiederkehrenden gebrauchs dermaßen gut und lasziv auszusehen verstehen. wilde, feurige blicke werfen, siegerposen mit spannkraft, samtschimmernde haut.
dabei möchte man zu den meldungen graugesichtiges erwarten, erbärmliches, blutunterlaufenes, geschwüre, pickel, ekzeme. nichts da. gut sehen sie alle aus. da soll so ein junger mensch nicht neugierig werden.
wer liest schon dieses trostlose buch über nicos letzte jahre, das vereiterte offene bein. immerhin: herr wecker sah damals ordentlich fertig aus, zuletzt. und dieser angeblich dreiundreißigjährige robbie williams wirkt schon seit zehn jahren wie ein auf den hund gekommener mittvierziger.
aber wie machen, wie verstoffwechseln das die damen. wie geht das, frau mosscampbellversace? so viel kann licht, make up, chemikalische strahlkraft.
die großen verführer auf den bildern sind selbst verführt. ‚gute‘ drogen fokussieren auf erotische kräfte. wer den hemmungs- losesten blick einfängt, macht das beste geschäft. vielleicht, weil eine wilde gesinnung das seltenste gut ist.
wie sollen die zurechtgestutzten heranwachsenden plötzlich wieder lernen, ohne synthetische hilfsmittel so animalisch wild wie die raubtierikonen auf den bildern zu sein, wenn die natürlichen krallen von kindesbeinen an beschnitten wurden?
kaum einer sagt, wie das geht, die verschüttete wildnis, das verbotene feuer zurückzuerobern. die substanz hilft der sehnsucht auf die sprünge. sie hilft, sich selbst die erlaubnis zu erteilen und zu glauben, es käme von einem mittel, das man sich einverleibte.
es bräuchte ein hochdiszipliniertes unterrichtsfach, das geschichte und technik der ekstase heißt. unterricht bei dämmerung. prüfung zur nacht.

3 Antworten auf „20. februar 2007

  1. opa hat natürlich recht.
    ich nehme gerade die ärztlich anempfohlene dosis ein.
    (da kommen die jungen leute auch noch irgendwann drauf)

  2. muß natürlich als pädogisch wertvoller hinweis berücksichtigt werden. im prinzip sind ja alle stimmungsaufheller incl. alkohol und körpereigener substanzen sehr super.

    es kommt bekanntlich auf die dosis und qualität an. und dass unmäßiger suff unverhältnismäßig toleriert wird, in relation zu etwa dezentem graskonsum, ist hinlänglich bekannt und allzu absurd. blöd nur, dass das immer nur die zu wissen scheinen, die div. selbstversuche hinter sich haben. blinde, die von farbe reden, sollten prinzipiell das maul halten. ich bedaure mittlerweile, dass ich keinen selbstversuch mit heroin gewagt habe. ich wäre einfach kompetenter. ich meine einen (in zahlen: 1) versuch. das meiste übrige habe ich – äh – wissenschaftlich überprüft.

    allerdings ist täglicher alkohol-abusus sehr bald optisch erkennbar. stumpfe, gerötete augen, aufgedunsene, schwammige haut. alkoholgetränkte ausdünstung. konturlose visage. phlegma.

    empfehlung: immer maximale, vorgetestete qualität, keine billigst-weine, kein fusel, keine unsicheren substanzen. lieber organisches, dessen biologische herkunft identifizierbar ist. bei synthetischem lieber wenig, gut und teuer. egal was. nicht täglich, nicht inflationär sondern: zelebrieren, ritualisieren. egal, ob guten bordeaux aus dem médoc oder gutes gras.

    und nie durcheinander, liebe kinder. entweder trinken oder das andere. ordentlich essen. wirkung vorsichtig antesten, dann souverän benutzen. und nie den ausgleich am nächsten tag vergessen. schlafen, wasser, eiweiß, vitamine, mineralien!

    ich weiß natürlich, dass die leser meiner generation das alles (hoffentlich) wissen. aber man weiß ja nie, wer hier hängenbleibt. ich propagiere eine pädagogisch wertvolle, schulische einführung in jeglichen drogenkonsum sowie in die ernährungslehre. mit lückenlosen praktischen anwendungsbeispielen. ab der sechsten bis siebten klasse wäre sinnvoll. rauchen zeigen, saufen zeigen, grenzen zeigen.

  3. natürlich muss man nicht. natürlich kann man phantasieren. man holt ja dabei auch nur sachen aus dem kopf die schon drin sind. springt ein bißchen über die grenze. oder die klinge.

    dennoch hätte ich mir nicht träumen lassen, was mit lsd geschehen kann. verschobene perspektiven und hallzuinationen sind das eine. aber schwer vorstellbar war für mich vorher, wie sich ein absoluter verlust des zeitgefühls anfühlt. die auflösung statischer materie ist schon eine ungewöhnliche wahrnehmung. die denkbare farb- und formexplosion der welt. schon schön.

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