27. Dezember 2016

»(…) Barthes versteht die Fotografie als „eine Art kleines Götzenbild, vom Gegenstand abgesondertes eidolon“. Durch die Fotografie wird dem Fotografierten seine Sterblichkeit vorgeführt, denn für Barthes ist das Fotografieren mit dem Tod und dem Vergangenen behaftet. Barthes sieht die Fotografie als eine Erfahrung „im kleinen Ereignis des Todes“. So ist der Fotografierte, also der Referent, im Augenblick des Fotografiert werdens ein eidolon, also ein Schattenbild, ein Trugbild aus dem Totenreich. Die Fotografie ist als eidolon körperlos, erscheint aber in der Gestalt des Lebenden und ist mit dem fotografierten Objekt untrennbar verbunden. In ‚Die helle Kammer‘, Bemerkungen zur Photographie versucht Barthes das der Photographie „eigentümliche ´Wesen´“ zu erfassen. Dabei setzt er seine Versuche immer wieder ins Verhältnis zu seinem Körper und den eigenen Vorlieben. Ebenso schwingt in allen vorangegangenen Begriffsversuchen die Frage der Körperhaftigkeit im Wesen mit. Als einen weiteren Punkt lässt sich das Einfangen des Bildes beim Fotografieren verstehen. Das Aufnehmen mit der camera obscura verdeutlicht auf der einen Seite die Immaterialität und Ablösung des Bildes und auf der anderen eine eindeutige Zeitlichkeit. Letztere wird durch das Zitat „Was ich letztlich auf der Photographie suche, die man von mir macht, ist der Tod: der Tod ist das eidos der Photographie“ versinnbildlicht.«
https://barthesglossar.wordpress.com
http://youtube.com/watch?v=Qie5hR1aJgE&t=12s
http://en.wikipedia.org/wiki/Eidolon_%28apparition%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_helle_Kammer

24. Dezember 2016

15-12-24 Gendarmenmarkt (86)
You might wonder who I can turn to
On this cold and chilly night of gloom
The answer to that question
Is nowhere in this room
Yet still a light is shining
From that lamp on down the hall
Maybe the star of Bethlehem
Wasn’t a star at all
Neil Young, Star of Bethlehem

24. Dezember 2016


Oh mein Stern, der vom Herrn
Mir an des Gemüthes Himmelsbogen
Ward gesetzt, ungenetzt
Von dem Gischte sturmbewegter Wogen
Oh mein Stern, der sich gern
Her zum Aufruhr meiner Seele neiget
Eine Bahn diesem Kahn
Durch die Nacht und durch die Klippen zeiget
Oh mein Stern, soll ich fern
Deinen sänftigenden Strahlen schreiten
Doch verspricht mir dein Licht
Mich auf allen Pfaden zu begleiten

Friedrich Rückert